GunnarThemenstarter44 Beiträge · seit 201319. Dez. 2013 · #21
TAG 4: Kaa Gate – Polentswa Teil 2
Ich war zwar ein wenig enttäuscht, dass nicht gleich Löwen bei unserer Ankunft im A-Shelter oder den Abolutions lagen, aber es war toll. Wir inspizierten vorsichtig die Campsite und machten uns erst einmal einen kleinen Snack zum Mittag. Ich glaube, es gab so etwas Furchtbares wie aufgekochte zwei Minuten Asia Nudeln. Gut, dann sofort los zum Gamdedrive.
Ich hatte so viel über die Tierwelt des KTP gelesen, so viele Bilder gesehen, aber wie es genau funktionieren würde war mir irgendwie unklar oder ich hatte es nicht sehen wollen in den Berichten. Es gibt tatsächlich nur eine große Hauptstrasse durch den Park auf der alle Besucher ihre Gamedrives machen. Das Tierleben spielt sich hauptsächlich in den Flussebenen ab. Also gut und gerne 500-1000 Meter von der Strasse entfernt. Es gibt alle 10 – 20 km künstliche Wasserlöcher, an denen man auf die Tiere warten kann. Mehr nicht! Keine Querwege, keine größeren Loops, nichts! Alles wird von der Hauptstrasse aus erlebt. Im Gegensatz zur botswanischen Seite. Eine krasse Umstellung!
Auf unserem ersten Gamedrive sahen wir, außer den üblichen Verdächtigen, eine Tüpfelhyäne am Wasserloch. Eine erste, erfolgreiche Sichtung für uns.
Alles in allem wirkte der Park jedoch an diesem Tag sehr tierleer und wir fuhren, etwas unsicher, ob wir alles richtig machen würden, zurück zur Campsite. Dort kamen wir schon fast in der Dunkelheit an und so galt es, schnell das Zelt aufzubauen und Dinner zu kochen. Dinner kam natürlich wieder aus der Dose und hieß Chakalaka „extra hot“. Wir essen gerne scharf, aber das war denn doch zu viel des Guten und so gab es, so zu sagen als zweiten Gang, noch einmal Nudeln mit Tomatensauce hinterher, um das ganze Dosenrepertoire abzurunden!
Wir saßen an diesem Abend noch lange draußen, lauschten den Geräuschen der Nacht und wunderten uns über diesen Teil des KTP. Wir besprachen, am nächsten Tag vielleicht doch schon einmal nach Nossob zu fahren. Vielleicht würden weiter südlich mehr Tiere zu finden sein. Einmal einkaufen wäre auch toll, damit wir nicht im Taschenlampenlicht, sondern auch einmal bei Lagerfeuer sitzen könnten. Es schien uns ein guter Plan. Ich wusste zwar, dass mir Nossob als Nachtlager nicht gefallen würde, aber sollte es dort wirklich vor Großkatzen nur so wimmeln würde ich auch damit klar kommen. Ansonsten können wir ja auch die 50 km nach Polentswa mühelos zurück fahren, dachte ich mir...
Irgendwie war es mir nun doch ein wenig unheimlich geworden und wir kletterten ins Zelt. Es war sehr ruhig draußen und so schliefen wir sehr schnell ein. Wach wurden wir nachts durch Löwengebrüll. Sicher noch etwas entfernt, aber es ging mir, dem unerschrockenen, allwissenden Traveller durch Mark und Bein. Meine Frau war ganz ruhig und genoss es fast, während ich wirklich zu kämpfen hatte, Herz und Atmung bei einander zu halten. Und ich dachte mir insgeheim, was ich nicht doch für ein jämmerlicher Waschlappen bin.
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201319. Dez. 2013 · #23
Ein sehr unterhaltsamer Bericht! Bei der Beschreibung deiner Plane musste ich lauthals lachen! 😄
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
GunnarThemenstarter44 Beiträge · seit 201319. Dez. 2013 · #24
@ Fleur und Bergeule, vielen Dank ihr zwei. Das war schon echt komisch, eigentlich sind wir doch recht reise- und auch abenteuer erfahren, aber in Afrika kam einfach alles anders als gewohnt 🙂 Ansich ist ja auch nichts schlimmes schief gegangen, aber nach einem gefühlten Master-Studium hier im Forum, dachte ich halt mich könne dort nichts mehr überraschen, wie man sich täuschen kann 🤩
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201319. Dez. 2013 · #25
Ich finde es toll, dass du es uns erzählst und dass du drüber lachen kannst - und die Ehe hat auch gehalten, scheint mir. Sowas kann die Beziehung nur festigen! 😄
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
GunnarThemenstarter44 Beiträge · seit 201319. Dez. 2013 · #26
TAG 5: Polentswa – und huch Bitterpan?
Nachdem wir am morgen alles nach Tierspuren abgesucht haben, waren wir beruhigt. Keine Katzen im Camp, alles ganz still geblieben. Wir machten uns sofort wieder zu einem Gamedrive auf. Unser Frühstück war nun auf Ouma Breakfast Rusks, gestippt in Milch, zusammengeschrumpft, was aber irgendwie cool und lecker war. Wir fuhren nun alle Wasserlöcher auf dem Weg nach Nossob an und wieder erlebten wir das gleiche Spiel wie am Vortag – keine Löwen, keine Leoparden, keine Geparden und auch nichts, was auf deren Anwesenheit schließen ließe. Ungefähr zwanzig Kilometer vor Nossob ging es dann los, überall auf dem weichen Sand der Hauptstrasse waren Löwenspuren zu sehen. Es gibt sie hier also wirklich, nur wie würden wir sie finden? Dann schrie meine Frau plötzlich: Löwen! Löwen! Und tatsächlich, direkt neben uns im Gebüsch gingen vier Löwen. Ich bremste und bemerkte, dass wir kurz vor dem Wasserloch Cubitje Quab waren.
Ich positionierte schnell unseren Toyota am Wasserloch und da kamen sie auch schon. Eine Mutter mit drei Jungtieren von ca. 1 Jahr (würde ich so schätzen). Wir konnten zusammen mit noch einem anderen Fahrzeug die Löwenfamilie für ca. eine halbe Stunde beobachten, bevor sie Richtung Nossob Ebene im Gebüsch verschwanden. Wir strahlten nun und freuten uns über viele tolle Fotos, die wir von den Löwen machen konnten. Was für ein tolles Erlebnis! Aufgeregt und glücklich über die Sichtung fuhren wir nach Nossob. Nun wollten wir erst einmal unsere Vorräte auffüllen, endlich Feuerholz besorgen und ich wusste, nun würde endlich alles so, wie ich es mir erhofft hatte.
In Nossob warfen wir einen Blick auf das Sighting Board und stellten fest, dass überall südlich von Polentswa Löwen gesichtet wurden. Nossob, Bitterpan, Urikaruus und bei Mata Mata. Wir fingen an zu überlegen, ob wir nicht doch unsere Route ein wenig anpassen sollten und zugunsten von vermeintlichen Tiersichtungen schneller richtung Süden zu reisen. Wir erklärten also unseren Wunsch dem Camp Manager und fragten ihn, was er uns raten würde und ob es überhaupt möglich sei, etwas umzubuchen. Es war möglich! Er zählte verschiedenste Alternativen auf und merkte sofort, dass wir aufgrund der sich auftuenden Möglichkeiten nur noch mehr verwirrt waren. Bitterpan sagte er, do Bitterpan tonight. Ich wusste, was er meinte und erinnerte mich an viele tolle Berichte über die Wildernesscamps. Ich erklärte meiner Frau kurz, was uns erwarten würde und irgendwie schien diese Option genau das Richtige für uns „wanna be Adventurers“ zu sein. Hey, wir sind immer noch unfenced und mitten unter wilden Tieren, aber wir haben einen Ranger und brauchen nicht ganz so große Sorgen haben. Und ein bisschen mehr convenient wird es auch sein. Wir buchten also und waren sehr erleichtert. Der Camp Manager riet uns dazu, den Luftdruck zu reduzieren und ich dachte mir, na endlich kann ich das auch noch mal in Ruhe ausprobieren. Auf dem Weg durch das Camp zur Ausfahrt auf die 4x4 Anfahrt stoppte uns ein Südafrikaner und fragte uns, ob es für uns nach Bitterpan geht. Als wir dies bejahten, kam er überhaupt nicht mehr aus dem Schwärmen über diesen „absolute magnificent and wonderful place“. Und Löwen wären seit einigen Tagen Dauergäste im Camp und würden jede Nacht ein lautstarkes Brüllkonzert geben. Ok, ist ja gut, mehr schien jetzt nicht mehr zu gehen! Der Camp Manager entließ uns auf die Piste und wow, mit gesenktem Reifendruck fuhr es sich fast wie auf Teer. Es war eine unglaublich schöne Anfahrt durch ein Meer von roten Dünen. So hatte ich mir den Park vorgestellt. Unsere Vorfreude stieg, als ungefähr fünf Kilometer vor dem Camp frische Löwenspuren direkt auf dem Weg auftauchten und geradewegs bis zwanzig Meter vor das Camp verliefen. Der im Camp ansässige Ranger erklärte uns kurz die Spielregeln des Camps und teilte uns mit, dass heute nur noch ein weiteres Pärchen im Camp sei. Es war toll, das Camp war wirklich wunderschön hergerichtet, der Ausblick auf die Salzpfanne einzigartig und das kleine Zimmer mit den beiden Einzelbetten (ok, Abzug in der B-Note) war urgemütlich.
In der Gemeinschaftsküche traf ich dann auf unsere beiden Mitbewohner. Nicky und Mickey aus Kapstadt. Entgegen meiner norddeutschen, unterkühlten Art, stellte ich mich höflich vor und wir kamen sofort ins Gespräch. Sie, passionierte Wildlifefotografin (lebt aber von Gelegenheitsjobs wie Fingernägel lackieren, Stickwaren verkaufen und lauter anderem wirren Zeug), er, erfolgreicher Bauunternehmer. Als wir erzählten, wie es uns bislang im Urlaub so ergangen ist, weckten wir die Elterninstinkte der beiden. Sie kamen seit über zehn Jahren jedes Jahr in den KTP für mindestens drei Wochen und fühlten sich nun berufen, uns zu zeigen, wie Urlaub denn hier richtig geht. Als erstes wurde geklärt, dass wir heute natürlich zu einem gemeinsamen Braii eingeladen sind und sie uns gern zeigen würden, wie im Bush gekocht wird. Dann berichteten sie von den nächtlichen Löwenbesuchen der letzten vier Tage und zeigten uns die entsprechenden Fotos. Unglaublich liebe und gastfreundliche Menschen die zwei. Nachdem wir den ganzen Nachmittag mit den beiden im Camp verbrachten und dabei zusahen, wie sehr sie in ihrem Element waren und ihre Zeit genossen, stieg meine Bewunderung für die zwei. Mickey kümmerte sich erst einmal um unser leibliches Wohl und servierte nach einiger Vorbereitungszeit die besten Dolmadakia (ich wusste vorher auch nicht, was es war; mit Reis gefüllte Weinblätter) die ich je gegessen hatte. Er nahm sich bei der Speisenzubereitung alle Zeit der Welt, fing an, ein Brot für den Folgetag am Lagerfeuer zuzubereiten und stellte schon einmal die ersten paar Sachen für das Dinner zum Garen bereit. Es sollte gefüllten Butternutkürbis, Sweet Corn und Frikadellen geben. Um es vorweg zu nehmen, alles war der absolute Hammer und wir verstanden nun endlich auch die Ratschläge der Fomis, immer zwei Tage an einer Stelle zu bleiben. So kann man mit Sicherheit die Ruhe der Umgebung viel besser genießen! Wir tranken Windhoek Lager zum Dinner und warteten angespannt auf die Löwen, die nach Nickis Meinung auf jeden Fall noch kommen würden, das versprach sie. Ich tauschte mich mit Mickey über die Einstellung der Südafrikaner zur Arbeit aus und erblasste vor Lebensweisheiten, die der sympathische Endfünfziger so aussprudelte. Er war so cool und relaxed und ich wollte mir diese Einstellung zum Leben ein wenig konservieren. Es war ein herrlicher Abend, der uns noch lange in Erinnerung bleiben sollte. Löwen kamen keine mehr. Wir gingen ins Bett und verabredeten mit den beiden, dass wenn jemand etwas von den Löwen hören sollte, er den anderen auf jeden Fall wecken würde. Wir schliefen so glücklich und friedlich in dieser Nacht, dass ich nicht weiß, ob uns jemand hätte wecken können.
GunnarThemenstarter44 Beiträge · seit 201322. Dez. 2013 · #28
Tag 6 Bitterpan – Nossob – nee - Twee Revieren – ach quatsch, Two Rivers
Wir wurden erst von wunderbarem Kaffeegeruch wach. Es war 4:30 Uhr und als wir auf die Terrasse blinzelten, saß Mickey schon am Feuer, brühte einen frischen Kaffee auf und lud mich auf eine Tasse ein. Dann zeigte er auf das Wasserloch und flüsterte „Brown Hyenas – two of them, very rare sighting“. Tatsächlich befanden sich am Wasserloch zwei braune Hyänen, die sich von Zeit zu Zeit anfauchten. Natürlich waren unsere Akkus alle und so konnten wir keine Bilder machen, was uns zwar ärgerte, aber in dieser unglaublichen Atmosphäre auch irgendwie banal und egal war. Es war eh äußerst peinlich, mit unserer Lumix Kompaktkamera und unserem Videocamcorder neben Nicky und ihren gefühlt drei Meter langen Objektiven, Stativen und Kameras Bilder zu machen ☺
Das Highlight sollte für mich jedoch noch folgen. Sowohl wir, als auch Nicky und Mickey mussten heute wieder abreisen und ich verfolgte gespannt, was für Adventure-Geräte er in seinen Wagen schleppte. Solarpanels für den Kühlschrank im KFZ, eine riesige Kühltruhe, von der ich dachte, sie sei eher Campeigentum, ein riesiges Batterie Power Pack, usw. Ich erblasste vor Neid und Mickey erklärte mir, dass man solche Gerätschaften eben für solche Art von Reisen braucht. Die Einkäufe, die sie bereits vor mehr als zwei Wochen noch in Südafrika getätigt hatten, waren noch frisch und sie hatten nicht vor, für die verbleibende Woche noch etwas anderes, als Getränke zu kaufen. Ich war baff und musste an unseren kleinen Camping Kühlschrank im Toyota ohne double Batterie denken, dessen Boden stets mit fünf Zentimetern Schmelzwasser von den Eiswürfeln bedeckt war und in dem einige lauwarme, aufgeweichte Getränkekartons nebst einigen Dosen Bier dümpelten. So konnte es nun nicht mehr bleiben, nun wussten wir, wie Afrika Urlaub wirklich geht und machten uns beflügelt auf den Weg.
Nur wohin? Eigentlich waren wir heute für Nossob eingebucht. Auf diese, eher unpersönliche Campsite, wollten wir nach diesem tollen Erlebnis nun nicht mehr. Also fuhren wir runter nach Twee Revieren und wollten unser Glück entweder bei Kilie Kranke oder Urikaruus versuchen. Auch unsere restliche Reiseplanung im KTP sollten wir noch einmal umstellen. Wir wollten nun unbedingt die letzte Nacht in Mata Mata verbringen, da wir sonst von Rooiputs direkt nach Mesosaurus hätten durchfahren müssen. In Twee Revieren angekommen stellten wir enttäuscht fest, dass kein Wildernesscamp mehr frei war. Auch ein Chalet in Twee Revieren gab es nicht mehr und da wir unbedingt das Auobtal erkunden wollten (nachdem Nicky von so vielen Löwen dort berichtet hatte), entschlossen wir uns, dann eben in Twee Revieren auf dem unpersönlichen Camping Platz zu nächtigen. Wir beide wussten, es war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten, taten jedoch so, als ob es ok gewesen wäre. Dann stempelten wir uns noch in Botswana aus, um bei Mata Mata wieder in Namibia einreisen zu können. Wir fuhren schon mal auf die Campsite, um uns ein Plätzchen auszusuchen und merkten, wie der Frust über die gewählte Übernachtungsmöglichkeit in uns stieg. Ich konnte meinen Ärger über die verloren gegangene Nacht in der Wildnis in Rooiputs nicht verbergen und konnte mich so gar nicht mit diesem Platz in Twee Revieren anfreunden. Als dann noch ein großer Overlander Bus eine vierzigköpfige Reisegruppe auskippte, war es vorbei! Meine Frau bemerkte meine Missstimmung und auch ihr standen fast die Tränen in den Augen. Wir entschlossen uns schließlich zurück zur Botswanischen Rezeption zu gehen, um zu erfragen, ob wir doch noch einmal die Stornierung in Rooiputs rückgängig machen könnten. Die freundliche Dame lachte mitleidig und fragte, was uns denn nicht gefiele. Wir erklärten ihr unser Dilemma und lachend sagte sie uns, dass auf der botswanischen Seite von Twee Revieren der Campingplatz Two Rivers liegt und wir einfach dort übernachten dürfen, auch wenn wir bereits ausgestempelt waren und nun auch keine Buchung hätten. Was für ein Glück!
Wir fuhren noch einmal auf einen kurzen Gamedrive und kehrten dann in Two Rivers ein. Es war tatsächlich so, wie wir es uns vorgestellt haben. A-Shelter mit Feuerstelle und wir waren die einzigen Gäste!
Natürlich gab es heute Essen deluxe: Oryx Filet mit gefülltem Butternut und Sweet Corn! Wie herrlich, wenn man nun weiß, was man tut! Dass wir das immer noch nicht so ganz richtig wussten, zeigte sich kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Hinter einer Düne am Horizont tauchte ein rötliches Licht auf, das mit der Zeit immer heller wurde. Wir rätselten woher dieses Licht kommen könnte. Zunächst dachten wir an einen sich nähernden LKW, später war es ganz klar die helle Beleuchtung der Rooiputs Lodge und als das Licht sich immer heller und größer entwickelte, wurde uns fast unheimlich. Dann erschloss sich uns die unheimliche Lichtquelle – der Mond ist aufgegangen... Oh man, wie peinlich! Wir sind auch solche Deppen! Das gute an der Einsamkeit ist, dass diese Momente keiner mitbekommt ☺!!!
Hanne6'152 Beiträge · seit 200622. Dez. 2013 · #29
hallo Gunnar,
muss einfach mal ein grosses Lob Dir senden, deinen Reisebericht kann man nicht ohne laut zu lachen oder zu schmunzeln lesen , glaube mir, bei uns läuft auch nicht immer alles zu 100%, zuhause würden diese Situationen einem auf die Nerven drücken, aber in Afrika nimmt man es viel gelassener. Bitte mach keine lange Schreibpause 😎 Wünsche Dir ein frohes Weihnachtsfest liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
take off1'674 Beiträge · seit 201222. Dez. 2013 · #30
Hallo Gunnar,
ich finde deine feine selbstironische Schreibweise einfach nur köstlich. , 😄
Es ist genau die richtige Lektüre für dieses Wetter. Ich denke ihr habt eure Reise trotz oder auch gerade wegen dieser Irrungen und Wirrungen genossen. Nobody is perfect - nur die Wenigsten geben es auch zu.
Susi651'127 Beiträge · seit 201122. Dez. 2013 · #31
Hallo Gunnar,
ich kann mich Hanna und Dagmar nur anschließen. Ich steht auf Deinen (trockenen norddeutschen) Humor und finde Deine selbstironische Schreibweise einfach klasse. Man kann sich in die jeweiligen Situationen die ihr erlebt habt wirklich gut reinfühlen...und manche Situation kommt mir auch irgendwie verdächtig bekannt vor 😗.
Ich hoffe auch, dass es bald weitergeht , wünsche aber nichts desto trotz schon einmal schöne Weihnachtstage.
GunnarThemenstarter44 Beiträge · seit 201322. Dez. 2013 · #32
@Hanne: Du bringst es auf den Punkt, in Afrika geht und darf irgendwie alles so wie es will, ohne, dass man cholerische Anfälle von sich selbst befürchten muss 🙂
@takeoff und Susi65, vielen Dank Ihr zwei! Freut mich dass Ihr mitreist und ich versuche trotz allem weihnachtlichen Wahnsinns schnell weiter zu schreiben!
GunnarThemenstarter44 Beiträge · seit 201322. Dez. 2013 · #33
Tag 7: Two Rivers – Mata Mata
Wir brachen früh morgens auf, um die besten Chancen auf Katzen zu wahren, aber auch heute hatten wir nicht viel Glück. Zwar konnten wir einige tolle Bilder von Schakalen, Kapfüchsen und Erdhörnchen machen, aber natürlich befriedigten diese Motive kaum unsere Sensationslust.
Wir machten ausgiebige Pausen in Auchterlonie und Kamqua, bevor wir das letzte Teilstück nach Mata Mata in Angriff nahmen. Tatsächlich schien sich im Auobtal mehr abzuspielen. Wir sahen große Herden Springböcke und Wilderbeests und entdeckten die ersten Giraffen.
Irgendwie befanden wir, dass uns das Auobtal doch mehr zusagen würde, als das des Nossob. Als wir zwei haltende Fahrzeuge sahen, wussten wir, es würde etwas Spannendes zu sehen geben. Langsam rollten wir heran und platzierten uns in der Nähe. Unter einem etwa 500 Meter entfernten Baum sah ich dann einen männlichen Löwen liegen und wir waren ganz aus dem Häuschen.
Als ich die Gegend mit unserem Werbegeschenk-Fernglas meiner Frau absuchte, entdeckte ich irgendetwas, was aussah wie zwei Ohren hinter einem Hügel. Wir fuhren in eine andere Position und da lag ein Löwe zusammen mit einer Löwin im Schatten.
Gerade als wir uns noch mehr über die Sichtung freuen wollten erhob sich der Löwe und schritt mit seiner Dame zum Liebesakt. Ein lautes Knurren und Fauchen durchzog die Luft und unser Tag war gerettet. Die Löwen wiederholten ihr Schauspiel noch 5 – 6 Mal und meine Frau quietschte vor Freude, ich möge mir doch daran ein Beispiel nehmen. Ich dachte, woran denn nur? An der Länge des Aktes, kein Problem ☺...
Mit gefühlten 200 Bildern auf unseren Winzkameras reicher fuhren wir nach Mata Mata. Es war gar nicht so leicht, ein halbwegs schattiges Plätzchen zu ergattern, aber eine Ansammlung vollständig ausgerüsteter Südafrikaner mit Offroad Wohnwagen, Vorzeltlandschaften und allem Schnick Schnack hatte Erbarmen mit uns und rangierte kurzerhand ein paar Fahrzeuge durch die Gegend, so dass wir tatsächlich noch mit unter den großen Baum passten. Geschafft! Mickey hatte uns berichtet, in Mata Mata können wir zu Fuß zu der nächstgelegenen Farm gehen und Game Meat kaufen. Da unser Kühlschrank ja bekanntermaßen ca. 1 Stunde lang kalt hielt, brauchten wir täglich frisches Fleisch und waren für den Tipp sehr dankbar. Nach kurzem Fußmarsch bei gefühlten 46° Grad Celsius erreichten wir die Farm und erhielten wunderbares Springbockfilet für heute Abend.
Wir erholten uns etwas und sahen abermals eine Windhose, diesmal kam sie direkt auf uns zu. Etwas unsicher, was zu tun ist, schauten wir uns um, was die augenscheinlich erfahrenen Südafrikaner so machen würden. Sie kümmerten sich überhaupt nicht um dieses Phänomen. Die Windhose kam näher und näher und streifte ca. 10 Meter an uns vorbei – unglaublich. Als wir ihr nachblickten, konnten wir uns vor Lachen kaum halten, denn die etwa 20 Meter lange, voll mit frischer, weißer Wäsche behängte Wäscheleine der Südafrikaner wurde kurz in ein sandfarbenes Khaki getaucht und der Aufschrei ließ auch nicht lange auf sich warten – herrlich!
Wir entschlossen uns, zurück zu den Löwen zu fahren und trafen diese tatsächlich noch am gleichen Ort bei der selben Beschäftigung an. Na gut, ich ziehe respektvoll meinen Hut vor dieser Fähigkeit! Wir beobachteten die Löwen für ungefähr zwei Stunden, bevor wir noch ein wenig weiter fuhren. Auf dem Rückweg das gleiche Bild der Löwen, unglaublich!
Die Nacht im gesicherten Camp von Mata Mata sollte eigentlich recht entspannt verlaufen, doch nachts um 3:00 Uhr wurde ich geweckt. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich nicht doch im Halbschlaf Löwengebrüll gehört hatte. Und das vermeintliche Gebrüll, bzw. jetzt Geknurre sollte sich auch nicht legen... Ich war wirklich schlaftrunken und murmelte vor mich hin, dass ja nichts passieren könne wegen des Zauns. Aber irgendwie war dieses Geräusch sehr nah am Zelt und was auch immer es war, musste in unmittelbarer Nähe zum Auto sein. Ich wurde nun schnell wach und realisierte, dass unsere südafrikanischen Nachbarn ein unvorstellbar lautes Schnarchkonzert angestimmt hatten. Ich musste laut lachen und auch meine Frau bemerkte den Schwindel. Wir fragten uns, da wir wussten, dass sie in Polentswa campen wollten, wie lange sie ohne neugierige Tierbesuche bleiben würden.
Eulenmuckel2'097 Beiträge · seit 200622. Dez. 2013 · #34
Hallo Gunnar,
vielen Dank für deinen besonderen Reisebericht. Da du uns an eurem Gefühlsleben teilhaben lässt, können wir uns sehr gut in euch hineinversetzen. Es kommt immer wieder vor, dass man das Gefühl hat, alle anderen machen alles richtig, nur man selbst hat wieder mal die falsche Übernachtungsmöglichkeit, das falsche Essen, den falschen Abzweig erwischt oder ist generell schlecht vorbereitet. Eine andere Entscheidung wäre bestimmt besser gewesen. Wir hätten gerne ohne zu Zögern eine Handvoll Löwen gegen euren Kapfuchs und die braunen Hyänen eingetauscht. Aber das ist ja nun nicht mehr nötig. Wir freuen uns mit euch über diese tolle Sichtung. Sind schon gespannt, wie am Ende des Urlaubs das Fazit deiner Frau aussieht (und wann ihr die nächste Reise plant). Vielen Dank für die Info mit dem Wildfleisch bei Mata Mata. Meint ihr dem Farmstall?
THthomasdo8 Beiträge · seit 201323. Dez. 2013 · #36
Hallo Gunnar
Ein besonderer Reisebericht- du verstehst es mich mit deinen Worten zu fesseln, gratuliere! Ehrlich, authentisch und unterhaltsam Von den Bildern gefällt mir das Aktfoto von den Löwen, trotz minderwertiger Kamern bzw. Objektiven sehr! Gruss Thomas
Topobär5'479 Beiträge · seit 200923. Dez. 2013 · #37
Hallo Gunnar,
das mit dem Mond ist sicher schon vielen Afrika-Reisenden passiert. Die meisten geben es nur nicht zu. Bei unserer letzten Reise durch Tansania dachte ich im Selous auch erst, hinter den Büschen das Licht einer benachbarten Campsite zu sehen. Erst als sich das Licht über die Büsche erhob, erkannte ich, dass es der Mond war.
DANKE Gunnar! You made my day. Bzw. our day. Wir sind mittlerweile schon ganz frustriert, wenn wir beim Frühstück mal kein Kapitel aus deinem wunderbaren Reisebericht finden: spannend, witzig und vor allem mit der nötigen Portion Selbstironie – eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft auf diesen Reisen und überhaupt im Leben. Weißt du, was das Erschreckende (oder auch Beruhigende) ist? Auch nach der 10. oder 15. Reise wirst du immer denken, dass die Tiere immer genau da sind, wo du nicht bist. Du wirst dich unglaublich sicher fühlen, alles schon mal irgendwie mitgemacht zu haben – also top vorbereitet zu sein – und dann kommt es doch komplett anders und du guckst blöd aus der Wäsche.. Kurzum: Kaum ein Urlaub, bei dem du dich nicht regelmäßig fragst, warum du nicht besser auf der Tchibo-Rundreise „Kreuz des Südens“ eingecheckt hast. Jedenfalls geht es uns so. Also: Keine Hoffnung auf Besserung. Bitte unbedingt weitermachen! Das würde uns das Fest sehr versüßen!
vielen herzlichen Dank für den unterhaltsamen und vor allem sehr witzigen Reisebericht. Man kann sich so richtig in euren Urlaub hinein versetzen, so detailliert beschreibst du alles 🤪 🤩 🤪 .
Ich freue mich auf mehr Abenteuer von euch 😉 .
Ganz liebe Grüsse und ein frohes Weihnachtsfest 😄 😄 😄 .
GunnarThemenstarter44 Beiträge · seit 201323. Dez. 2013 · #40
@Topobär: dass muss ich sofort meiner Frau erzählen, dass Dir so etwas auch schon passiert ist 🤩 Denn wir bewundern Deine Trips und Deinen Abenteurersinn in Deinen Berichten immer sehr!
@Atomic_Betty: ich gebe alles, aber ob ich morgen noch was zu stande bekomme weiss ich noch nicht ganz 😗