MAmartin6154 Beiträge · seit 201521. Apr. 2015 · #141Guten Tag,
Die Dinge gehen in Namibia immer steiler den Bach runter. Das zuständige Ministry for Environment & Tourism hat seit Jahren zu wenig fähiges Personal und ist seit Jahren unterfinanziert.
Spätestens angesichts der eskalierenden Wilderei wären nun mehr Mittel dringend erforderlich. Was wird statt dessen gemacht: Die Mittel für das MET wurden im neuen Staatshaushalt gerade effektiv noch mal um gut 15% gekürzt!
Das ist eine eindeutige politische Aussage. Naturschutz und Tourismus haben keine Priorität (mehr). Alles andere sind substanzfreie Lippenbekenntnisse - substanzfrei, weil nicht gegenfinanziert. Jeder der da an eine Verbesserung der Situation glaubt, ist naiv. Die Zustände in einigen Conservancies sind mittlerweile verheerend und es wird in den nächsten Jahren nicht besser werden.
Gruß, Martin
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200622. Apr. 2015 · #142Moin zusammen,
zum Thema:
"Der Etosha Nationalpark im Norden Namibias soll künftig auch per Hubschrauber patrouilliert werden, um die Wilderei zu stoppen. Das habe Umweltminister Pohamba Shifeta angekündigt, berichtet der Namibian. Zudem sollten die Park-Ranger besser ausgebildet werden. Damit reagierte Shifeta auf die Entdeckung von 38 Nashorn-Kadavern in Etosha seit Beginn des Jahres. Noch immer ist unklar, wieviele der Nashörner auf das Konto von Wilderern gehen. Einige Tiere hatten noch ihre Hörner." (Quelle: Hitradio Namibia)
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Logi16,9k Beiträge · seit 201228. Apr. 2015 · #143Heute schon die Suchfunktion genutzt? 🤪
Friese114 Beiträge · seit 200928. Apr. 2015 · #144mmmh, das macht einen sprachlos.
Das sind dann wie viel % der Population im Etosha? 25%
Wenn das in dem Tempo weiter geht, dann Gute Nacht.
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200628. Apr. 2015 · #145Hi Friese,
laut nationalen und internationalen Schutzorganisationen gibt es in Namibia etwa 1800 Nashörner (20 % Breit-, 80 % Spitzmaulnashorn). Davon die Meisten in Etosha. Wenn weiterhin 10 pro Monat in Namibia gewildert werden, sind wir am Ende bei gut 6 % der Population (in Südafrika werden etwa 12 % der Population pro Jahr gewildert). Das ist natürlich alles andere als gut!
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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Swakop19522'664 Beiträge · seit 201228. Apr. 2015 · #146Ich habe diese Woche mit Himbas in Purros und woanders im Kaokoland über dieses Thema gesprochen:
Sie bestehen eindeutig darauf, das diese Verbrechen von Chinesen und ihren geldgierigen Helfern, den Ovambo ausgehen. Die Himba hätten nicht diesen gierigen Bezug zu Geld.
Erstere sind zur Zeit ja auch aktiv mit Strassenbau auf der Strecke nördlich Sesfontein Richtung Opuwo.
Davon abgesehen braut sich eine schlimme Katastrophe an aufgrund der Trockenheit von Purros nordwärts: Trockenheit und fehlender Regen. Man sieht über lange Strecken keinen einzigen Grashalm. Hier muss der Staat wirklich einschreiten und den Menschen helfen.
Das nördliche Damaraland, u.a. Twyfelfontein mit grünem Gras sieht dagegen aus wie ein Paradies. Unglaublich, dieser Unterschied!
Logi16,9k Beiträge · seit 201230. Apr. 2015 · #147Heute schon die Suchfunktion genutzt? 🤪
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200630. Apr. 2015 · #148Hi Logi,
die Enthornungen haben bereits vor 6 Monaten begonnen und sind im Kaokoveld weitestgehend abgeschlossen. Es hilft bisher aber leider nur bedingt. Es handelt sich um streng geheime Aktionen, die gemeinsam vom MET und Tierärzten durchgeführt werden.
Viele Grüße aus dem kalten Windhoek
Christian
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travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200605. Mai 2015 · #149Moin zusammen,
sehr traurige Neuigkeiten, wenn es denn stimmt. Bestätigung des MET steht noch aus.
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
"Preliminary and unconfirmed information out of Etosha indicates as many as 85 carcasses may have been found since the last update. Not clear yet if this includes previously reported 43 cases. Most recent one appear to be five fresh carcasses, all in western Etosha.
Information is most of them were shot in close vicinity of the warden service roads, and 93x62mm casings have been recovered. Those 9mm Mausers were standard issue to game wardens since the days of Roché, and for obvious reasons.
I suggest it is time the MET invites Etosha's deputy director Boas Erckie and Chief Control Warden Rehabeam Erckie to Windhoek for a press conference, and that the MET management also be present.
Please bring us the gun register for Etosha along, as well as all receipts for ammunition purchases of the past two years. Please also bring us a list of all MET and NWR employees currently employed in Etosha. We'd ask for a list of their dependents and long-term guests as well, but we doubt it is possible to get all that together in the limited time we have available.
Please also invite the other ENP divisional head Laimi Erckie along - we have some questions to ask of the PS in your presence, like why three out of four divisional heads in Etosha are family members. Or if it is true that the deputy director's wife is the MET stock clerk in charge of purchasing Etosha's stocks in Windhoek.
And please, above all, bring us an explanation of how any of was at all possible without the involvement of the park management itself being deeply involved. Poaching by staff - chasing lion off their kills and stealing the meat to sell in Outjo or Okahao - has been going on since the mid-90s and is an open secret.
How come no-one heard any shots or saw any vehicles - ever? No-one saw tracks where they were not supposed to be - unless those were in fact official vehicles' tracks on those service roads?
The world is demanding answers from you, gentlemen. You have not been looking after our heritage very well."
(Quelle: John Grobler, Facebook)
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Erika2'338 Beiträge · seit 200705. Mai 2015 · #150BRAVO JOHN GROBLER !!!
Mutige Journalisten wie dich sollte es viel mehr geben!!!
John bringt es endlich auf den Punkt. Es sind die eigenen Leute, die in Etosha ihr Unwesen treiben. Der Blitz soll sie erschlagen.
Wir hatten mal die Ehre, John persönlich kennen zu lernen. Der Mann hat schon vieles aufgedeckt. Hut ab und Respekt.
Erika
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200606. Mai 2015 · #151Moin zusammen,
Update zum Thema:
"Mindestens 54 Nashörner sind Wilderern im Etosha-Nationalpark in diesem Jahr zum Opfer gefallen. Diese bestätigte Zahl nennt der Freie Journalist John Grobler unter Berufung auf Romeo Muyunda vom Umweltministerium MET. Im April hatte das Ministerium den Fund von 43 Nashornkadavern bestätigt. Das MET habe die Polizei mit Ermittlungen, zu einer möglichen Involvierung von Ministeriumsmitarbeitern, beauftragt. Nachfragen von Hitradio Namibia beim Umweltministerium blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet." (Quelle: www.hitradio.com.na)
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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Elchontherun1'250 Beiträge · seit 200906. Mai 2015 · #152MAmartin6154 Beiträge · seit 201507. Mai 2015 · #153John Grobler ist einer der wenigen investigativen Journalisten im südlichen Afrika. Dummerweise verdient er sein Geld auch mit Journalismus, aber kaum jemand von der Presse da unten ist bereit, für seine Recherchen und Artikel zu bezahlen. Wird auf Dauer auch nicht funktionieren.
Es wird eh alles noch viel schlimmer kommen. Das MET bekommt wenig auf die Reihe, in den regionalen MET-Büros sitzen viele korrupte Vollpfosten und politisch hat Naturschutz in Namibia keine Priorität mehr. Dem MET wurden gerade die Mittel zusammen gestrichen. Für Haushaltsposten wie "Protection and management of key species" steht immer weniger Geld zur Verfügung und das angesichts eines stark wachsenden Wildereiproblems? Für das NTB gibt es übrigens auch weniger Geld. Tourismus ist für die neue Regierung auch nicht mehr wichtig.
Für Namibia ist alles angerichtet, damit es dort ein ausuferndes Nashornschlachten gibt. Es dürfte sich bei der organisierten Kriminalität herum sprechen, dass man in Namibia viel einfacher und unbehelligter als zum Beispiel in Botswana Nashörner wildern kann. Bevor Namibia mal aufwacht und nicht nur Lippenbekenntnisse sondern wirklich effektive Abwehrmaßnahmen am Start hat, ist wahrscheinlich ein Großteil der Nashörner schon gewildert.
Gruß, Martin
Logi16,9k Beiträge · seit 201207. Mai 2015 · #154Heute schon die Suchfunktion genutzt? 🤪
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200607. Mai 2015 · #155Hi Martin,
ist ja ein bisschen wie beim Fußball... jeder weiß es besser als der Trainer 😉
Aber Du hast Recht, das Budget des MET für 2015/16 liegt etwa 80 Millionen unter dem von 2014/15, insgesamt bei etwa 640 Millionen. Das ist aber immer noch doppelt so viel wie vor 4 Jahren... und das geht vor allem in den Naturschutz und Expenditure Projects (wie ein neuer Zaun um Etosha).
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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MAmartin6154 Beiträge · seit 201508. Mai 2015 · #156travelNAMIBIA schrieb:ist ja ein bisschen wie beim Fußball... jeder weiß es besser als der Trainer 😉
Tut mir leid, aber ich kann keinen Zusammenhang zwischen der platten Phase und dem Thema finden? Bei der Beurteilung halte ich mich einfach an die Fakten und nicht an subjektive Meinungen, wie es sie beim Fussball gibt..
Die Fakten wären: Im Haushaltsjahr 2012/13 hatte das MET für den Posten "Protection and management of key species
and natural habitat" 55,7 Mio. zur Verfügung. Damals gab es keine große Wildereiplage im Land. Im Haushaltsjahr 2015/16 hat das MET für den gleichen Posten noch 40,5 Mio. zur Verfügung. Für einen Vergleich der Zahlen muss noch die Inflation berücksichtigt werden. Ergebnis: Das ist fast eine Halbierung der Mittel (minus 41%). Das kannst Du irgendwie schön reden wollen. Es ist und bleibt eine Katastrophe. Besonders angesichts der aktuellen Umstände.
Der olle löchrige Zaun des Etosha muss dringend erneuert werden. Heute kann jeder im Park ein- und ausgehen, ohne Spuren am Zaun zu hinterlassen. Gilt für Wilderer wie für Tiere. Der Zaun ist 800 km lang. 100km sind bereits erneuert. Mit den aktuellen Mitteln kann das MET jedes Jahr 20 km erneuern. Dann ist man in 35 Jahren mal fertig. In der Zeit ist die Hälfte des neu errichteten Zaunes auch schon wieder marode.
Solche Fakten lassen sich in den letzten Jahren endlos aufzählen. Namibia brüstet sich immer noch mit Naturschutzerfolgen aus den 80ern und 90ern. Die gab es, die sind 2015 aber nichts mehr wert. Aktuell gehen Naturschutz und Tourismuspotential steil den Bach runter.
Gruß Martin
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200608. Mai 2015 · #157Hi Martin,
Der Zaun ist 800 km lang. 100km sind bereits erneuert. Mit den aktuellen Mitteln kann das MET jedes Jahr 20 km erneuern. Dann ist man in 35 Jahren mal fertig. In der Zeit ist die Hälfte des neu errichteten Zaunes auch schon wieder marode.
das liegt daran, dass der Minister falsch gerechnet hat. Er hat 40 Mio pro Jahr für den Zaun - der Kilometer kostet aber nicht 2 Millionen sondern 20.000 Namibia Dollar. 10.000 Dollar kostet der Kilometer für einen normalen wildsicheren Zaun, das doppelte für einen Elephant Proof. Haben gerade einen solchen Zaun ziehen lassen, deshalb weiß ich es zufällig so genau. Aber ich würde als Zaunzieher natürlich auch das MET abzocken. Wieso auch nicht, wenn es dort keiner besser weiß 🙂
Solche Fakten lassen sich in den letzten Jahren endlos aufzählen. Namibia brüstet sich immer noch mit Naturschutzerfolgen aus den 80ern und 90ern. Die gab es, die sind 2015 aber nichts mehr wert. Aktuell gehen Naturschutz und Tourismuspotential steil den Bach runter.
na ja, dafür gewinnt Namibia noch jedes Jahr anerkannte internationale Umweltschutzpreise. Das was aktuell mit den Nashörner passiert ist alles andere als schön und auch nicht dem Naturschutz und Tourismus förderlich, aber Südafrika, Kenia etc., wo auch viel (noch mehr) gewildert wird, schadet es auch nicht sooo sehr. Übrigens gab es eine Nashorn-Wilderer-Welle auch in den 80er Jahren - erst danach hat sich der Bestand auf das heutige Maß erholt.
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200608. Mai 2015 · #158Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
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travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200611. Mai 2015 · #160Hi Logi,
das Ministerium hat es ja schon vor einer Woche bestätigt...
Heute gibt es eine große Pressekonferenz des Umweltministers wo es nur um die Nashornwilderei geht. Mal sehen, was dort vorgestellt wird. Werde Euch auf dem Laufenden halten.
Viele Grüße aus dem a****kalten Windhoek,
Christian
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