Nashorn-Wilderei nun auch in Namibia?

513 Antworten · 91,5k Aufrufe · gestartet 07. Okt. 2013 von sekanzler
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Themenstarter20 Beiträge · seit 201307. Okt. 2013 · #1
Auf einer Farm zwischen Wilhelmstal und Karibib sind vergangene Woche zwei Nashörner gewildert worden. Das war heute morgen auf Hitradio Namibia zu hören. Die Allgemeine Zeitung berichtet von einem gewilderten Breitmaul-Nashorn in der Gegend, dem das Horn abgetrennt worden sei. Dem Save the Rhino Trust zufolge, so die AZ, ist dies das vierte gewilderte Nashorn in Namibia seit Beginn des Jahres. Im Falle von zwei gewilderten Nashörnern beträgt die Gesamtzahl in diesem Jahr also fünf...

Kein Vergleich bisher zu Südafrika, wo in diesem Jahr bis Ende September 704 Nashörner gewildert wurden. Aber auch dort hatte das Problem klein angefangen. Und sie kriegen es einfach nicht in den Griff...
Sven www.bush-telegraph-namibia.net
3'700 Beiträge · seit 200907. Okt. 2013 · #2
Hallo,

ich hatte auch nicht wirklich erwartet, dass Namibia in dieser Beziehung die Insel der Seeligen bildet. 🙁

Hier noch ein aktueller Artikel zum Thema Wilderei:

Nashorn-Wilderei: Um 5'000 Prozent hochgeschnellt
Quelle: www.onlinereports.ch

Gruß
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter20 Beiträge · seit 201308. Okt. 2013 · #3
Schon richtig, jedes Land, in dem es Nashörner gibt, ist in Gefahr. Andererseits werden die meisten Nashörner im Kruger Nationalpark gewildert, wegen der relativ hohen Zahl auf relativ kleinem Gebiet und wegen der Grenze zu Mosambik, wenn ich das richtig verstehe. Im Nordwesten Südafrikas ist es kaum ein Problem. Und in Namibia sind die Verhältnisse schon schwieriger für Wilderer. Ein Hubschrauber würde sofort auffallen und wäre nicht mal eben über die Grenze verschwunden...
Sven www.bush-telegraph-namibia.net
2'664 Beiträge · seit 201208. Okt. 2013 · #4
Im Krüger Nationalpark sind die Zäune zu Mosambik teilweise entfernt, und die Wilderer haben freien Zugang von der Seite Mosambiks aus. Erschwerend für die Verfolgung ist zum Teil noch der dichte Busch. Aber im Krüger Park selbst sind Militäreinheiten im Einsatz, da dieses Formen eines Krieges angenommen hat, nur werden die privaten Reservate rundherum nicht von diesen Einheiten unterstützt.
33,1k Beiträge · seit 200608. Okt. 2013 · #5
Hallo zusammen,

aus gegebenem Anlass poste ich mal dieses Poster - hier können ja auch Touristen mithelfen.

Viele Grüße
Christian

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33,1k Beiträge · seit 200609. Okt. 2013 · #6
Hallo zusammen,

passt irgendwie auch (fast) zum Thema.
"Im Mangetti Nationalpark im Nordosten Namibias hat ein Trophäenjäger eine trächtige Spitzmaul-Nashorn-Kuh erlegt. Das berichtet die Tageszeitung Republikein in ihrer heutigen Ausgabe. Die Kuh habe den Jäger angeblich angegriffen. Laut Republikein versicherte der Direktor für Parks und Wildhege im Umweltministerium, Sikopo, der Vorfall werde eingehend untersucht. In der Gegend waren einige Spitzmaul-Nashorn-Bullen zu Problemtieren erklärt worden. - Indessen war dem Republikein zufolge unter den beiden Nashörnern, die auf der Farm Vogelsang nahe Wilhelmstal gewildert worden waren, ebenfalls eine trächtige Kuh."
(Quelle: Hitradio Namibia - www.hitradio.com.na)

Viele Grüße
Christian
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2'664 Beiträge · seit 201209. Okt. 2013 · #7
Danke Christian!

Ich würde mal vermuten, Sikopo lügt!

Genau wie der Löwe, hat die Nashornkuh wohl gerade auf den Trophäenjäger gewartet, um ihn angreifen zu können um von ihm abgeknallt zu werden. Welch ein Zufall!

Zuviele, wohl provisionsträchtige?, Zufälle in zu kurzer Zeit.

Überall wo Sikopo großmündig angekündigt hat, es würden Ermittlungen laufen, hörte man nie wieder etwas. Haben sich die Untersuchungen alle im Nirwana möglicher Korruption verlaufen ?
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2013
Gast09. Okt. 2013 · #8
Hallo,

man darf nicht voreilig urteilen und es ist nicht ganz auszuschließen, dass es so war, wie der Trophäenjäger berichtet. Aber ein bisschen auffällig ist es schon. Viele tausend Touristen sind jedes Jahr in Namibia in Gebieten unterwegs, in denen es Nashörner gibt. Man hört dabei nichts von tödlichen Zusammenstößen. Ausgerechnet ein Jäger, der im Umgang mit Wildtieren und der Vermeidung derartiger Zusammenstöße besonders viel Wissen haben sollte, ausgerechnet der wird von einem Nashorn angegriffen und muss es in Notwehr erschießen?

Wenn sich solche Vorfälle häufen, dann dürfen sich NAPHA und die Jägerschaft nicht wundern, wenn die Leute nicht mehr zwischen dem Fehlverhalten einzelner Jäger und der Jagd im Allgemeinen differenzieren.

Davon abgesehen dachte ich, dass der Mangetti ein kleiner, eingezäunter Nationalpark ist, der bisher noch keinen Besucherverkehr hat und in dem es auch keine Dörfer o.ä. gibt? Wie kann ein Nashorn da ein Problemtier sein? Was hat ein Trophäenjäger samt Waffe in diesem Nationalpark zu suchen?

Beste Grüße

Guido
33,1k Beiträge · seit 200609. Okt. 2013 · #9
Hi Guido,
Wie kann ein Nashorn da ein Problemtier sein? Was hat ein Trophäenjäger samt Waffe in diesem Nationalpark zu suchen?
ich vermute (aber wirklich reine Vermutung), dass es nicht um den Mangetti-Nationalpark sondern das sogenannte Mangetti-Gebiet geht. Da ist der Nationalpark ein winzig kleiner Teil von. Die Namensgleichheit kann da ja schonmal den ein oder anderen Direktor im Umweltministerium, Journalisten etc. verwirren 😉

Viele Grüße
Christian
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392 Beiträge · seit 200815. Okt. 2013 · #11
Bei sowas fehlen mir die Worte, so viel Abscheu und fast schon Hass empfinde ich für diese Leute.

Man hat bei Nashörnern wie bei Elefanten fast immer die Möglichkeit, zu fliehen und dem Tier das Feld zu überlassen. Wenn das Tier sieht, dass man den Rückzug antritt, kommt noch mal Gepose, aber sonst nichts mehr!

Es ist einfach widerwärtig wie Lügen gesponnen werden.

Der Schutz der Tiere scheint einigen Leuten überhaupt nichts wert zu sein...
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
Themenstarter20 Beiträge · seit 201315. Okt. 2013 · #12
Schlechte Nachrichten: Die beiden Nashörner, deren Nasenhorn-lose Kadaver vor zwei Wochen auf Farm Vogelsang nahe Wilhelmstal entdeckt worden waren, sind aus der Luft bejagt worden. Wurde heute in der Allgemeinen Zeitung berichtet. Gleiche Methode wie in Südafrika. Ist Namibia auf Profi-Wilderei gerüstet? Die Nashorn-Hotline für die Öffentlichkeit dürfte die High-Tech-Guys wohl kaum abschrecken...
Sven www.bush-telegraph-namibia.net
2'664 Beiträge · seit 201215. Okt. 2013 · #14
Ich glaube diese Version so ohne weiteres nicht, andernfalls wären die Täter sehr schnell zu ermitteln gewesen:

1. In Namibia gibt es relativ wenige Hubschrauber.
2. Einen Hubschrauber hört man über fast 10 km
3. Hubschrauber müssen sich bei Start bei der Luftüberwachung melden
(was sie bei der spärlichen Kontrolle natürlich auch vermeiden können)
4. Hubschrauber haben einen geringen Radius, und benötigen Nachschub an Kerosin, das zumeist in 200 liter Fässern herbeigeschafft werden muß.
5. Irgendwo müßten in der Umgebung, auch bei benachbarten Farmen, Flugbewegungen am Wochenende festgestellt worden sein.

Falls aus der Luft, dann höchstens mit Ultralights.

Oder mit Armee- oder Polizeihubschrauber. Letzteres könnte man dann aber sehr schnell an den Geschossen in den Kadavern feststellen. Von Osona reichte der Radius, falls dort ein Gerät stationiert sein sollte. Oder Okahandja?
zuletzt bearbeitet 15. Okt. 2013
Gast15. Okt. 2013 · #15
Hallo,
Swakop1952 schrieb:4. Hubschrauber haben einen geringen Radius, und benötigen Nachschub an Kerosin, das zumeist in 200 liter Fässern herbeigeschafft werden muß.
Es gibt heute nicht allzu große zivile Hubschraubern mit 600-700km Reichweite und somit einem Einsatzradius von 300km. Theoretisch reicht das, um z.B. von einem Schiff vor der Küste und außerhalb der Hoheitsgewässer Namibias zu starten und bis Vogelsang und zurück zu fliegen. Wäre allerdings sehr erschreckend, sollte Nashornwilderei in Namibia schon mit solchem Aufwand angegangen werden.
Swakop1952 schrieb:5. Irgendwo müßten in der Umgebung, auch bei benachbarten Farmen, Flugbewegungen am Wochenende festgestellt worden sein.
Vielleicht melden sich ja jetzt noch Zeugen? Wenn ein Hubschrauber irgendwo an einem vorbei knattert, denkt man ja erst einmal nichts Schlechtes. Ich erinnere mich daran, dass 2011 beim Frühstücken im Sawurogab plötzlich 3 Hubschrauber über uns hinwegknatterten. Das ist wirklich am "Arsch der Welt" und da erwartet man vieles, aber keine 3 Hubschrauber. Ich habe auf Luxustouristen getippt (So war es in dem Fall auch, wie ich später durch Zufall heraus fand. In 2 Helis wurden Luxustouris für einen Tagesausflug vom Palmwag Rhino Camp zu den Epupa Falls gehubschraubt. Der 3. Heli hat den Ausflug gefilmt... ).

So oder so großer Mist. Der Nashornschutz war alles in Allem bisher eine große Erfolgsgeschichte in Namibia.

Beste Grüße

Guido
2'664 Beiträge · seit 201218. Dez. 2013 · #16
Swakop1952 schrieb:Ein Bericht über die zwei gewilderten Nashörner auf der Farm Vogelsang steht im Republikein.
Wer Afrikaans lesen kann:
http://www.republikein.com.na/plaaslike-nuus/renosters-okahandja-gestroop.212721

Es waren eine Kuh und ein Bulle. Es wird vermutet, daß die Wilderer von Farmarbeitern mit Informationen über Standort etc. versorgt wurden.
Die Vermutung mit den Farmarbeitern lag wohl eher richtig, die These mit den Hubschraubern wohl eher ein Bluff.
Endlich mal eine gute Leistung der Polizei!

http://az.com.na/polizei-gericht/kaution-f-r-nashorn-wilderer.414954

Beim Preis von 1 Mio. N$ für ein Nasenhorn ist die Kaution doch wohl eher ein Witz.
Wenn ortsansässige Chinesen die Hehler waren, ist das Horn wohl schon längst in Ostasien.
zuletzt bearbeitet 18. Dez. 2013
497 Beiträge · seit 201218. Dez. 2013 · #17
Endlich ein gutes Zeichen. Ich denke im Raum Karibib werden einige Farmer aufatmen, nicht nur die Besitzer und Verwalter von Vogelsang, die jetzt dort immerhin noch 2 Breitmaulnashörner haben. Ilona Krafft von Farm Vogelsang bestätigte übrigens, dass eines der gewilderten Nashörner eine hochträchtige Kuh war. Laut Frau Krafft geht die Polizei davon aus, dass neben den beiden Tätern mindestens noch ein Chinese und ein Mosambikaner in den Fall verwickelt sind.
Info-Namibia www.info-namibia.com
Gast15. Okt. 2014 · #18
Hallo,
Guido. schrieb:Davon abgesehen dachte ich, dass der Mangetti ein kleiner, eingezäunter Nationalpark ist, der bisher noch keinen Besucherverkehr hat und in dem es auch keine Dörfer o.ä. gibt? Wie kann ein Nashorn da ein Problemtier sein? Was hat ein Trophäenjäger samt Waffe in diesem Nationalpark zu suchen?
Heute liefert die AZ Details dazu. Es wurde die einzige Nashornkuh des Nationalparks erschossen und die war auch noch tragend. Schlimmer geht es nicht. Und es ist relativ naheliegend, dass die Trophäenjäger Fehler gemacht haben. Statt das die Jäger nun eine Strafe zahlen müssen, fordern die jetzt noch 3,2 Millionen Namibia-Dollar Schadensersatz von Namibia und das obwohl sie nicht mal die Hälfte dieser Summe für die Trophäe gezahlt haben.
http://az.com.na/lokales/falsches-nashorn-geschossen.421031

Ich verteufele die Trophäenjagd nicht pauschal. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie an einigen Orten einen Beitrag zum Naturschutz leisten. Aber mit der Trophäenjagd auf so hochgradig gefährdete Arten wie Nashörner und auch auf Wüstenlöwen und Wüstenelefanten habe ich schon große Bauchmschmerzen. Und Black Empowerment ist ja gut und schön, aber hier geht es um Naturschutz und bedrohten Tieren ist die Hautfarbe der Menschen herzlich egal. Wieso bekommt so ein Trophäenjäger über 500.000 NAD Rabatt, nur wenn er (mutmaßlich nur pro forma) einen schwarzen Minderheitsanteilseigner und einen schwarzen Angestellten hat? Das ist völlig absurd.

Unter dem Strich: Ich weiß nicht, wie die Gesetze und das Urteil im Einzelnen aussehen. Statt Einnahmen für den Naturschutz zu haben, muss das MET dem Jäger nun eventuell noch Millionen zahlen. Und genau solche Unfälle, Verwechselungen, Fehler sind bei Trophäenjagden auf besonders seltene Tiere eben nicht die große Ausnahme sondern anscheinend fast die Regel. "Huch wir haben gar nicht mitbekommen, das wir schon außerhalb des zulässigen Jagdgebietes waren". "Wir haben das Tier 2 Stunden beobachtet, aber das es ein Halsband trägt, haben wir gaaar nicht gesehen". "Ach das Tier war männlich und wir durften nur ein weibliches Tier jagen?" Es wäre interessant, welche Argumente die Befürworter solcher Jagden da noch haben (Hallo Christian)? Die Antwort auf die vor einem Jahr gestellte Frage, wie ein Nashorn in einem Nationalpark ohne Besucherverkehr überhaupt zum Problemtier werden kann, würde mich auch weiter interessieren.

Namibia und insbesondere das MET haben in den letzten Jahrzehnten eine hervorragende Bilanz gerade in Sachen Nashornpopulation vorzuweisen und man kann da jetzt auch nicht alles in Grund und Boden kritisieren. Was es in letzter Zeit vom MET zu hören gab - auch zu Wüstenelefanten etc. - war allerdings alles sehr großer Mist. Haben die gerade nur eine große Pechsträhne oder laufen die Dinge da jetzt aus dem Ruder?

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 15. Okt. 2014
1'324 Beiträge · seit 201315. Okt. 2014 · #19
So etwas macht einen vollkommen fassungslos.

Ist es Blödheit, Gier oder Geltungssucht?
ich kann weder das Verhalten der Regierung, des Unternhemens und des Jägers tolerieren und verstehen.

Eigentlich müssten alle Beteiligten (incl. der Behörde) eine Strafe wegen Dummheit bezahlen.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
852 Beiträge · seit 200615. Okt. 2014 · #20
Hallo!

Habe gerade eben mit Abscheu den Artikel in der Az gelesen. Unter den PH ist Peter Thormälen für mich einer der Schlimmeren. Es hat bereits einige Vorfälle gegeben. Um einen Einblick in die Jagdetik dieser Person zu bekommen empfehle ich den Besuch seiner HP. Inbesondere diese Videos hier:

http://www.iebackend.com/ath/de/videos/

Er würde wohl am liebsten mit Hunden die Leoparden jagen!

Ein Artikel über einige Vorgänge in diesem Unternehmen findet sich hier:

http://mg.co.za/article/2012-06-28-questions-over-namibian-rhino-hunt

Christian
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zuletzt bearbeitet 23. Okt. 2014