Südnamibia und KTP August-September 2013

Reisebericht 29 Antworten · 14,2k Aufrufe · gestartet 06. Okt. 2013 von D und M
Themenstarter435 Beiträge · seit 201206. Okt. 2013 · #1
Hallo

Der Schwerpunkt unserer diesjährigen Afrika-Reise lag auf Wüste und Landschaft im südlichen Namibia und Northern Cape Südafrika. Selbstverständlich freuten wir uns auch über jedes Tier und jede Pflanze, doch die Weite der Landschaft hatte es uns besonders angetan.

Die besten Fotos findet ihr auf der Flickr-Galerie von Markus. Im Reisebericht werde ich ergänzend ein paar dokumentarische Aufnahmen einstellen.

Am Donnerstagabend, 15.08.13, flogen wir pünktlich um 22.45 Uhr mit Swiss nach Johannesburg. Obwohl wir dort nur Transit-Passagiere waren, nahmen die Pass- und Sicherheitskontrollen kein Ende. Wir hatten mind. zwei Stunden, bis wir durch waren. Der Weiterflug nach Windhoek verlief dann ebenfalls planmässig und nach weiteren 45 Minuten Anstehen bei der Einwanderungskontrolle waren wir in der Ankunftshalle, wo wir vom Beauftragten des Autovermieters abgeholt wurden. Wir fuhren zum Vermieter, wo die Wagenübernahme problemlos über die Bühne ging. Wir erhielten ein Auto, das er selbst zugemietet hatte, da ihm innert kurzer Zeit 10 Wagen wegen Unfällen ausgefallen waren. Wir mieteten einen Hilux Doublecab 4x4 mit Campingausrüstung, allerdings ohne Dachzelt, da wir unser kleines Bodenzelt mitgebracht hatten.
Unsere erste Nacht verbrachten wir im Chameleon Guesthouse, das gut gelegen und günstig ist. Ich war bereits bei früheren Reisen hier abgestiegen und fand es dort immer sympathisch und unkompliziert. Am Abend fuhren wir per Taxi ins Nice und genossen den aufmerksamen Service und ein ausgezeichnetes Oryx-Steak, perfekt gebraten und so zart, dass es fast auf der Zunge verging.

Am nächsten Morgen machten wir einen Grosseinkauf und fuhren anschliessend über Okahandja (Biltong-Einkauf!) nach Ameib am Fusse des Erongo-Massivs. Kurz nach dem Tor sprangen uns bereits ein Oryx vor dem Auto durch. Nach dem Einchecken mussten wir uns zuerst auf dem Campingplatz etwas organisieren und das Zelt aufstellen, bevor wir zu Phillip’s Cave wanderten. Es tat gut, nach der langen Flugreise und Autofahrt die Beine zu vertreten. Die kurze Wanderung war schön, die Felszeichnungen okay, allerdings sind wir diesbezüglich etwas verwöhnt, seit wir den „Louvre der Sahara“, die Felsmalereien in den Tassili N’Ajjer in Algerien gesehen hatten.

h71b2de0.jpg


Anschliessend fuhren wir zu Bull’s Party, wo wir im perfekten Abendlicht rumliefen und viele Bilder machten. Auf der Rückfahrt sprangen uns Kudus knapp vor dem Auto durch und wir sahen die ersten Giraffen im perfekten Abendlicht. Zurück am Campingplatz spazierten wir noch zum nahen Weiher, wo wir in der Dämmerung ein Savannah als Sundowner genossen. Die erste Campingnacht verlief ereignislos und am nächsten Morgen kurz nach Sonnenaufgang liefen wir ohne Frühstück los Richtung Rhino View, einem Hügel ca. 1.5 Std. Marschzeit von Campground und Lodge. Leider sahen wir die Rhinos nicht, dafür Giraffen, Springboks, Oryx, Baboons und einige Vögel. Tiere auf Wanderungen zu sehen finden wir immer besonders schön. Die Tiere zeigen ein natürlicheres Verhalten als aus dem Auto heraus, indem sie fliehen. Leider kriegt man so nicht die Super-Fotos, aber mit einem guten Feldstecher kann man die Tiere allemal beobachten. Zurück beim Campingplatz frühstückten wir erst einmal, duschten und packten unsere Siebensachen zusammen.

Von Ameib fuhren wir zu Spitzkoppe, was ca. 1.5 Studen dauerte. Wir bezogen Campsite Nr. 6, die in der Nähe des Felsbogens liegt und in der Nähe der Gruppenplätze 1 – 5. Der Vorteil ist, dass man das ganze Massiv der Spitzkoppe im Morgen- und Abendlicht sieht und auch selbst lange Sonne hat, da die Felsen dort nicht so hoch sind. Wir spazierten rum, machten Fotos und genossen die Umgebung. Am anderen Morgen fuhren wir zum Bushman’s Paradise. Die dortigen Felszeichnungen sind leider kaum mehr zu erkennen, da zu viele Touristen sie kaputt gemacht haben. Das versteckte kleine Tal und die Felskugeln auf der Krete machen den Aufstieg dennoch lohnenswert.

h69aeb9b.jpg


Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2013
100 Beiträge · seit 201206. Okt. 2013 · #2
Ich bin dabei!
Ganz besonders freue ich mich auf den KTP, denn dort waren wir kurz vor euch (8-16.8) selbst. Ich bin gespannt, was ihr dort zu dieser Jahreszeit alles erlebt bzw. gesehen habt! 🤪
Gruß
Annika
Reisebericht KTP und KNP 2013
Themenstarter435 Beiträge · seit 201212. Okt. 2013 · #3
Hallo liebe Fomis

Endlich komme ich dazu weiterzuschreiben.

Von der Spitzkoppe fuhren wir über eine öde Piste Richtung Hentjesbay. Kurz vor der Küste fuhren wir dann in den Nebel. Das passiert an dieser Stelle wohl fast allen. Weiter nördlich der Küste entlang erreichten wir die Robbenkolonie am Cape Cross. Wir beobachteten die Tiere ca. eine Stunde lang, amüsierten uns dabei bestens und fuhren dann wieder nach Süden nach Swakopmund.

h2f7f7b8.jpg

"Fliegerstaffel" am Cape Cross

Dort bezogen wir unser Appartement (Sandcastle) und machten einen weiteren Grosseinkauf, im Spar und in der benachbarten Metzgerei. Das dort erworbene Wildfleisch stellte sich als wirklich ausgezeichnet heraus. Ausserdem besorgten wir das Permit für den nächsten Tag für die Blutkuppe. Am Abend gingen wir in „The Tug“ zum Nachtessen. Das Essen war lecker, Muscheln und Fisch, aber für unseren Geschmack eher deftig gekocht. Swakopmund hatten wir überhaupt nur angesteuert, weil wir die Living-Desert-Tour“ machen wollten, da wir begeisterte Kommentare darüber gelesen hatten. Der Ort selbst interessierte uns nicht besonders, zumal ich bereits zweimal da war. Wir wurden rel. pünktlich von Tommy abgeholt. Ausserhalb von Swakopmund trafen wir dann die übrigen 3 Wagen voller Touristen. Total waren wir ca. 25 Personen, was sich als viel zu viel erwies. Die Tour wurde dadurch wenig persönlich und sehr schwerfällig. Wir erhielten nicht viele Informationen, die wir nicht bereits in einem Reiseführer gelesen hatten und wir waren sehr enttäuscht. Die Tour war sicher mal gut, aber jetzt hat es schlicht viel zu viele Teilnehmer. Die Konkurrenz war übrigens mit 2 Wagen unterwegs, dh. ca. 10 – 12 Personen. Hätten wir das gewusst, wären wir von der Spitzkoppe wohl über Wüstenquell gefahren und hätten die Küste ganz ausgelassen. Es war auch die ganze Zeit an der Küste stark neblig und dadurch unangenehm frisch.

h2a33145.jpg

Palmato Gecko

Zurück in Swakopmund fuhren wir dann gleich weiter Richtung Mondlandschaft und Blutkuppe. Wir schliefen diese Nacht ohne Zelt, allerdings nicht sehr gut, da der Lärm der Lastwagen der nahen Uranmine die ganze Nacht zu hören war. Ich hatte früher schon an der Blutkuppe gecampt und es war eine der schönsten Nächte gewesen. Mit der Mine kann es aber nicht mehr bedingungslos empfohlen werden. Am nächsten Morgen fuhren wir das kurze Stück bis zum Rock Sculpture Trail, auf dem wir mit vielen Fotostopps bis zum Aussichtspunkt wanderten. Dort verloren wir den Weg und peilten den Parkplatz mit dem GPS an. Dies war das einzige Mal, wo wir wirklich froh waren um das GPS (Garmin 62). Wir hatten zwar vorgängig alles programmiert, aber eigentlich wäre es nicht nötig gewesen, es ist immer alles gut ausgeschildert resp. die Wanderwege sind gut markiert.

h2e3a154.jpg

Quiver Trees mit Blutkuppe

hc2dd416.jpg


Weiter ging es an einem Wasserloch vorbei zur Hauptstrasse und über den Kuisebpass nach Solitaire. Beim letzten Besuch dort 2005 war es eine verschlafene Tankstelle mit Tante-Emma-Laden und Apfelkuchen. Jetzt verspeisen dort Busladungen voller Touristen Apfelkuchen im neu gebauten Café-Restaurant, zu viel Trubel für uns. Wir kauften 2 Stück Kuchen für den Abend und fuhren gleich weiter. Wir umrundeten das Naukluft-Gebirge auf der nördlichen Strecke und fuhren bis zum Tsauchab-River-Camp. Dort erhielten wir das exklusive Camp „Oerwald“ in einem Wäldchen direkt am Fluss nur für uns zwei. Der Haken daran: es war 12 km vom Camp, davon 5 km über eine sehr holprige Farmpad. Der Besitzer des Camps ist sehr phantasievoll, was sich in unzähligen Metall-Skulpturen zeigt, einerseits beim Haus, aber auch als Wegweiser auf den Wanderwegeen. Er ist auch ausgesprochen hilfsbereit bei Schwierigkeiten. Ursprünglich hatten wir geplant am nächsten Tag im Naukluftpark den Waterklooftrail zu wandern, aber auf dem Gelände des Tsauchab-River-Camps, in den Tsarisbergen gibt es einen gut angelegten Wanderweg, der ähnliches zu bieten hat und uns erlaubte ohne zu fahren am nächsten Tag die Wanderung zu unternehmen. Für die gut ausgeschilderten 21 km über Stock und Stein brauchten wir ca. 7 Stunden. Ein Merkblatt mit Beschreibungen war interessant und hilfreich. Wir sahen ausser den verschiedenen Geländetypen und typischer Flora Klipspringer und Hartmann’s Bergzebras, allerdings zu weit weg zum Fotografieren. Der Campground ist unbedingt zu empfehlen und eine gute Alternative zum Naukluft NP, ohne allzu aufdringliche Baboons.

h4156045.jpg




Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
Themenstarter435 Beiträge · seit 201215. Okt. 2013 · #5
Liebe Petra

Schön, dass du dich meldest. Ich komme leider erst am Wochenende dazu weiterzuschreiben.

Hier wenigstens noch ein paar Bilder.

hcf5018d.jpg

bei der Campsite an der Blutkuppe

hc51bb19.jpg

Skulptur beim Tsauchab River Camp

h545db81.jpg

Klipspringer in den Tsarisbergen

Soviel zu heute

Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
4'528 Beiträge · seit 200715. Okt. 2013 · #6
Hallo Daniela,

also ich bin dabei, netter Beginn !

Deine Erfahrungen mit Living Desert kann ich auch bestätigen. Wir waren vor ca. einer Woche mit insgesamt 3 Autos unterwegs. Chris Nel macht das schon super, aber die Anzahl der Teilnehmer war uns viel zu hoch. Wir hatten noch 2 Erwachsene Vordrängler und 9 Kinder dabei.

Viele Grüße
Casimodo
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
8'672 Beiträge · seit 201016. Okt. 2013 · #7
casimodo schrieb:
also ich bin dabei, netter Beginn !


Viele Grüße
Casimodo
Ähm, Casimodo, du hast da irgendwas falsch verstanden - du bist selber mit Schreiben dran, nicht mit Lesen 😛 ! Welcome back auch (off topic!)...

@ Daniela: nette Tiersichtungen hattet Ihr - vorallem das Krokodil finde ich klasse 🙂 !

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 27. Okt. 2013
1'674 Beiträge · seit 201216. Okt. 2013 · #8
Hallo Daniela,

Ich bin auch noch schnell aufgesprungen.
Dein Bericht interessiert mich um so mehr, da wir nächstes Jahr im Februar /März eine ähnliche Tour fahren werden.
Ich freue mich auf die Fortsetzung .

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572
Themenstarter435 Beiträge · seit 201220. Okt. 2013 · #9
Hallo zusammen
Nachdem ich gestern noch wandern "musste" 😗 komme ich heute endlich dazu, weiterzuschreiben. Zur gestrigen Wanderung: Das Herbstlicht mit Föhneinfluss hat mich an das Licht in Namibia erinnert - wunderschön.

@Bele: Ausser Krokodilen gab es ganz viele andere Tiere, auch Insekten, und sonstige Merkwürdigkeiten im Tsauchab River Camp. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort mal anzuhalten und die Skulpturen anzusehen.

h7c00e84.jpg


Am anderen Tag fuhren wir nach einem gemütlichen Frühstück nach Sesriem. Dort bezogen wir unseren Campground, Nr. 23, den wir nach Insistieren, dass wir nicht gleich beim Eingang/Restaurant sein wollten, erhielten. Dieser liegt am Rande des Camps und bietet etwas mehr Ruhe und Naturfeeling.

h7fc77de.jpg

Sesriem, Campsite Nr. 23

Anschliessend machten wir uns ins Sossusvlei auf. Die 4x4-Strecke war zwar holprig aber machbar. Da Mittag war, setzten wir uns zuerst an den Schatten und assen etwas, bevor wir uns zu Fuss auf Entdeckungstour begaben. Je später der Nachmittag, desto schöner das Licht und desto weniger Touristen waren vor Ort. Ca. um 16 Uhr marschierten wir zum Dead Vlei, das wir ganz für uns hatten. Nach einiger Zeit wurde mir langsam mulmig, da wir die letzten waren auf der 4x4 Strecke. Was sollten wir tun, falls wir eine Panne hätten oder stecken blieben? Ca. um 17.15 Uhr hatten waren wir dann wieder auf Asphalt und ab Düne 45 hatte es noch diverse andere Leute. Mit einigen Foto- und Tierbeobachtungsstopps fuhren wir zurück nach Sesriem. Um 18.15 Uhr, sogar 15 Minuten vor Torschluss, waren wir zurück. Zum Nachtessen genossen wir das Buffet der benachbarten Sossuslodge. Wir ernährten uns etwas Protein-lastig, da wir vorwiegend Wildfleisch von allen 8-10 angebotenen Sorten assen – lecker!

hd6ccf62.jpg

Panorama Sossusvlei und weitere Vleis

h057bb6a.jpg

Deadvlei

ha64107c.jpg


Wir fuhren am frühen Morgen nicht nochmals ins Sossusvlei, da wir uns die Hektik mit allen anderen Autos ersparen wollten und das schöne Licht am Morgen sowieso sehr kurz ist im Gegensatz zum Nachmittag/Abend. Wir fuhren dafür kurz vor Sonnenaufgang zur Elim’s Düne. Es war extrem kalt (um die 0°) und wir waren sehr froh um unsere Dauenjacken und Mützen. Danach gingen wir frühstücken, packten zusammen und besuchten vor unserer Weiterfahrt Richtung Süden noch den Sesriem-Canyon. Dass in dem Rest Wasser am oberen Ende des Canyons Fische überleben konnten, erstaunte uns doch ein wenig.

hcba52d6.jpg

Blick von Elim's Dune am frühen Morgen

Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
Themenstarter435 Beiträge · seit 201220. Okt. 2013 · #10
... und es geht weiter Richtung Süden

Unser heutiges Ziel war der Campground des Family Hideouts im Namib Rand NR. Dies ist die einzige erschwingliche Unterkunft im Park und wunderschön. Da wir auch an diesem Tag und eigentlich während der ganzen Reise für unseren Geschmack genug lange im Auto sassen, verzichteten wir auf den 4x4-Trail und liefen ca. 2-3 Stunden in den Dünen neben dem Campground rum. Das Farbenspiel der roten Dünen mit dem gelben Gras, den grünen Akazien und den fahl-grünen Sträuchern ist einmalig. Besonders der späte Nachmittag und frühe Abend bringen das "glühende Licht". Am Morgen ist die schöne Zeit vergleichsweise kurz. Nach einem weiteren Braai mit leckeren Springbok-Steaks schliefen wir auch diese Nacht ohne Zelt, allerdings wieder nicht besonders gut, da mitten in der Nacht starker Wind einsetzte und uns ziemlich einsandete. Am anderen Morgen früh stapften wir wieder in den Dünen rum und genossen dann den Platz bis ca. 11 Uhr. Hier wäre es auch gut noch länger aushaltbar gewesen.


hb3969c6.jpg

Auf der Piste entlang dem Namib Rand NR

hd7f8cd6.jpg

Namib Rand im Abendlicht

hd174cb8.jpg

Sociable Weaver Birds im Namib Rand NR

Anschliessend fuhren wir weiter Richtung Süden. Unterwegs überholten wir zwei Radfahrer, die wir schon am Vortag überholt und völlig eingestaubt hatten. Nach einem Abstecher zum Duwisib Castle, das in dieser Umgebung wirklich absurd wirkt, trafen wir die beiden dann im Café in Betta. Es waren zwei junge Engländer, die in 10 Wochen von Nairobi nach Kapstadt radelten. Sie machten etwa 80 km pro Tag und luden jeweils je 20 l Wasser auf, was ihnen 2 – 3 Tage lange Etappen ohne Siedlung erlaubte. Die beiden wirkten sehr zufrieden und wir waren sehr beeindruckt von ihrem Abenteuer. Allerdings entging ihnen wohl einiges, wenn sie nur auf den Pisten blieben und keine Abstecher machen konnten mit Ihren Rädern.

Wir fuhren die D 707, berühmt als schönste Nebenstrasse Namibias. Kurz nach Einfahrt in die Piste stand am Strassenrand ein ausgebranntes Autowrack. Es erinnerte uns wieder einmal, gut aufzupassen und nicht zu schnell zu fahren auf den Schotterpisten. Je südlicher wir kamen, desto karger wurde die Landschaft. Im Namib Rand-Gebiet gab es noch viele Akazien am Fusse der Dünen, hier gab es nur noch Bäume am Fusse der Berge. Am Nachmittag trafen wir in Gunsbewys ein, wo wir eine 3-tägige Trekkingtour in den Tirasbergen gebucht hatten. Gertrud Gräbner, die Besitzerin, begrüsste uns und erklärte uns, wie das ganze im Detail ablaufen sollte. Sidney, ihr langjähriger Angestellter war für die Logistik und Organisation zuständig. Am Abend fuhren wir aber noch zu einem Aussichtspunkt zusammen mit anderen Gästen und genossen den Sonnenuntergang bei einem Sundowner in netter Gesellschaft.

Am anderen Morgen früh machten wir zuerst eine Dünentour mit Gertrud, auf der sie uns einiges erklärte und wir bei Sonnenaufgang Kaffee tranken.

hdb25d14.jpg

Sonnenaufgang in den Dünen bei Gunsbewys

hf71c95b.jpg

Tok Tokkie auf Gunsbewys

Danach fuhren wir auf der Farm Weissenborn bis an den Fuss der Berge. Dort stiegen wir zu Fuss auf Richtung zentrale Tirasberge, begleitet vom jüngeren Bruder von Sidney . Sidney fuhr in der Zwischenzeit rund um die Berge, um uns am Abend beim vorgesehenen Camp wieder zu treffen. Wir marschierten bis zum Farmhaus von Landsberg und von dort durch einen Canyon bis zu einem Hochplateau auf gut 2000 m. Dort stellten die beiden jungen Männer das Camp auf und verwöhnten uns mit leckerem Abendessen (Kudu, nachdem wir auch lebendige auf dem Weg gesehen hatten). Am anderen Tag machten wir eine ausgedehnte Wanderung in den höchsten Bergen der Tiras Mountains und gingen zurück ins gleiche Camp. Die weiten Blicke, die Felsblöcke und vor allem die Flora waren interessant. Lithops, Pflanzen, die sich als Steine tarnen, waren ausserhalb der Blütezeit schwer zu finden. Ich war ganz stolz, dass ich sie sogar vor den Einheimischen entdeckte 🤩 . Am dritten Tag liessen wir die beiden jungen Männer das Camp abbauen und wir marschierten los vom Plateau runter. Unten luden sie uns auf und wir fuhren zurück nach Gunsbewys. Bevor wir zurück zum Haus fuhren besichtigten wir noch die Felszeichnungen und übrigen Artefakte der San auf Farmgebiet. Am Abend ging es nochmals in die Dünen, diesmal auf dem Gebiet des Namib-Naukluft NP. Seit einiger Zeit hat Gertrud die Erlaubnis, zu Fuss das Gebiet des Nationalparks mit Gästen zu betreten. Sie und einige Nachbarn streben allerdings eine engere Zusammenarbeit untereinander und mit der Nationalparkbehörde an, um bessere Trekkingrouten anbieten zu können. Nach einer ausgiebigen Dusche nach 2 Nächten im Camp verbrachten wir noch eine Nacht in Gunsbewys in einem der Gästezimmer.

hfc52617.jpg

Kudus in den Tirasbergen, auf dem Weg zum Camp

h4a78532.jpg

Lithops in den Tirasbergen

hf8d0564_2013-10-20.jpg

Frühstück im Camp

Am nächsten Tag konnten wir es kaum glauben. Es nieselte und alles war eingenebelt. Wir fuhren eine relativ kurze Strecke bis Aus. Mittlerweile regnete es ziemlich fest und wir kauften im Laden grosse stabile Plasticsäcke als Regenmantelersatz, da wir nur unsere Daunenjacken und Windstopper dabei hatten und keine Regenjacken. Wir beschlossen, bei dem Wetter nicht wie geplant in Klein Aus Vista zu campen, sondern buchten ein Zimmer im Bahnhofshotel Aus. Wir fuhren aber dennoch die kurze Strecke nach Klein Aus Vista und machten mit einem Day-Permit eine schöne ca. 4-stündige Wanderung. Zum Glück nieselte es nur noch eine kurze Zeit, aber es war kalt und unfreundlich. Dennoch genossen wir die Wanderung und wir trafen unterwegs keinen Menschen. Von den im Jahr 2013 bis jetzt hier gefallenen 17 mm Niederschlag, haben wir ca. 5 mm erwischt. Für die Einheimischen war es sicher sehr gut, wir hätten es nicht gebraucht. Im Hotel in Aus wurden uns übrigens Wärmeflaschen ins Bett gelegt, während wir am Nachtessen waren, so feucht-klamm war es.

Fotos folgen im nächsten Abschnitt...
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
zuletzt bearbeitet 20. Okt. 2013
Themenstarter435 Beiträge · seit 201220. Okt. 2013 · #11
hier noch ein paar Fotos:

h5f360e4.jpg

Dünen bei Gunsbewys im Abendlicht

h2a1d79c.jpg

Blume nach dem Regen

h00fccbb.jpg

improvisiertes Regencape in den Aus-Bergen

h7b21dc2.jpg

Regenwetter in den Aus-Bergen

Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
6'152 Beiträge · seit 200621. Okt. 2013 · #12
hallo Daniela,

ich sitz schon drin im Auto , fahre gerne mit und geniesse Deinen Reisebericht.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
zuletzt bearbeitet 21. Okt. 2013
1'127 Beiträge · seit 201121. Okt. 2013 · #13
Hallo Daniela,

lese Euren Reisebericht mit großem Interesse. Einmal weil wir nächstes Jahr (irgendwann zwischen Ende August und Ende Oktober - abhängig davon wann wir Urlaub bekommen) eine kombinierte Lodge und Campingtour durch Südnamibia (ohne KTP, da sind wir ja schon im März 🙂 ) machen wollen und zum anderen weil ihr ganz offensichtlich ein paar schöne Wanderungen in Eure Tour mit eingebaut habt, und das würden wir auch gerne.
Ich habe eben erst einmal die von Euch beschriebene Trecking Tour durch die Tirasberge gegoogelt. Klingt wirklich nett. Bisher hatten wir eher den Tok Tokkie Trail auf der Rechnung. Seid Ihr den vielleicht auch schon einmal gewandert und habt Ihr da evtl. einen Vergleich?
Wenn das okay ist, würde ich, wenn die Planungen bei uns konkret werden, bzgl. der Trecking Tour durch die Tirasberge noch einmal auf Euch zukommen.

LG Susi
Reisebericht SA 2013 Viel Krüger und noch'n bisschen was anderes Reisebericht SA 2014
Themenstarter435 Beiträge · seit 201221. Okt. 2013 · #14
Hallo Susi

Ich habe den Tok Tokkie Trail 2005 gemacht, damals noch mit dem Initianten Mark Durr. Es war ein einmaliges Erlebnis und der leider mittlerweile verstorbene Mark zeigte eine unglaubliche Leidenschaft für die Wüste und die darin lebende Flora und Fauna. Das ganze hatte aber auch seinen Preis (und ist jetzt noch teurer). Tok Tokkie ist halt mehr "stylish", mit einem weiss gedeckten Tisch zum Sundowner, wenn man zum Camp kommt, heissem Wasser und Early-morning-tea ans Bett. Es sind fixe Rastplätze unterwegs mit Plumpsklo und openair-Dusche.

h7f8f056.jpg

Übernachtungsplatz 1. Nacht

h325607c.jpg

Plumpsklo mit Spülbecken

h4e15bea.JPG

"Schlafzimmer" 2. Nacht

hfad741e.JPG

Tok Tokkie Bergstrecke

Tirasberge war viel ursprünglicher. Zum Sundowner gab's Bier oder Savannah aus der Flasche (ok. wollten wir so, wir haben die Flasche auf einen Fels mitgenommen 😎 ) und keinen Gin Tonic mit Zitronenschnitz und Eiswürfeln im polierten Glas. Die Daten und Dauer der Wanderung sind frei wählbar und auch die zurückzulegende Strecke ist steuerbar. Wir sind eher ausdauernde Wanderer, uns war es etwas zu wenig zu gehen. Wir sind dann halt noch rund ums Lager rumgeklettert. Facilities gab es natürlich keine ausser dem Zelt und Feldbetten darin. Das Klo war hinter dem Fels und gewaschen haben wir uns nicht grossartig. Es war aber so kühl, dass uns das nicht gestört hat. Uns stört das nicht, wir haben schon einige 2 - 3 wöchige Kameltrekkings in der Sahara gemacht, und da gab's mal 19 Tage keine Dusche 😊 . Was ein bisschen schade war ist, dass es nicht alles am Stück zu Fuss möglich war - Dünen und Berge. Dazwischen gab es am 1. und 3. Tag einen Transfer im Auto. Gertrud plant jetzt aber, mit Namtib und weiteren Nachbarfarmen ein Trekking anzubieten, das in den Dünen startet und dann in die Berge geht, entweder zu Fuss oder allenfalls auch mit Eselswagen von den Dünen bis an den Fuss der Berge. Wie weit das Projekt bis im August gediehen sein wird, weiss ich natürlich nicht. Du kannst ja mal anfragen mit einem herzlichen Gruss von mir.

Preislich war das Trekking in den Tirasbergen inkl. je einer Übernachtung im Gästezimmer Gunsbewys vor und nach dem Trekking, dh. total 5 Übernachtungen mit Vollpension und Getränken (inkl. Alkoholika) sowie 3 ganzen Tagen Trekking/Aktivität etwa halb so teuer wie Tok Tokkie zur Zeit. Dieses startet ja am 1. Tag am frühen Nachmittag und endet am 3. bereits am Mittag.

Man kann die beiden Angebote nicht wirklich vergleichen - Tok Tokkie war damals unglaublich eindrücklich, aber ich wollte den so guten Eindruck nicht verderben, falls es jetzt keinen Guide mehr mit derselben Leidenschaft wie Mark gibt. Tirasberge war viel ursprünglicher, aber wir konnten es mitgestalten, z.B. auch den Übernachtungsplatz auswählen und das Programm adaptieren. Die Logistik hat bestens geklappt, aber von den Begleitern kam nicht viel Information, dafür umso mehr von Gertrud in den Dünen und auf der Farm beim Essen und Schwatzen.

Falls du noch mehr Informationen für die Entscheidung brauchst, melde dich.

Lieber Gruss
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
1'127 Beiträge · seit 201122. Okt. 2013 · #15
Hallo Daniela,

vielen Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort!!!

Das klingt auf jeden Fall nach einer wirklichen Alternative zum Tok Tokkie Trail 🙂 . Einen weiß eingedeckten Tisch brauchen wir nicht wirklich, auch wenn es im roten Sand wirklich schick aussieht. Flaschenbier und Savanna zum Sundowner gehen auch absolut in Ordnung. 19 Tage ohne Dusche fände ich persönlich jetzt nicht ganz so klasse 😉 😁 , aber so zwei, drei Tage haben wir in Australien auch schon überstanden 😎 . Ich weiß jetzt nicht, ob man uns ausdauernde Wanderer nennen kann, aber wir wandern gerne und gerne auch mal länger.
Schade finde ich allerdings, wie Du ja auch schon geschrieben hast, dass nicht alles zu Fuss in einem Stück möglich ist und alles zusammen 5 Nächte ist mir bei nur 20 Tagen, die wir voraussichtlich zum verplanen haben, ein bisschen viel.
Mal schauen was bei der endgültigen Planung nachher so rauskommt. Ich werde dann aber bestimmt noch einmal mit ein paar Fragen auf Dich/Euch zu kommen (auch was evtl. Tipss für ein paar andere Wanderungen angeht).

Liebe Grüße

Susi
Reisebericht SA 2013 Viel Krüger und noch'n bisschen was anderes Reisebericht SA 2014
Themenstarter435 Beiträge · seit 201222. Okt. 2013 · #16
ooops, rechnen ist Glückssache: Es waren 4 Nächte, je eine vor und nach dem Trekking und zwei während dem Trekking. Für Wander-Tipps kannst du dich gerne später nochmals melden.

Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
Themenstarter435 Beiträge · seit 201222. Okt. 2013 · #17
Hallo ihr Lieben, danke für das Feedback!

Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Fish River Lodge. Es hatte immer noch Wolken und vereinzelt sah man auch noch Wolkenbrüche, es klarte aber zusehends auf. Die Wolken erwiesen sich als Glücksfall für den Fish River. Das Licht und die Bilder waren viel schöner als diejenigen am nächsten Tag, der wolkenlos war. Allerdings war es immer noch bitter kalt und die exponierte Lage der Lodge an der Abbruchkante liess den Wind besonders stark blasen. Nach dem Bezug unseres Bungalows machten wir uns auf, dem Rim entlang zu laufen. Wegen einer Krankheit sind einige Köcherbäume abgestorben, was zum Teil eine etwas morbide Stimmung erzeugte. Wir kehrten nach einigen Kilometern um und liefen dann zum Sonnenuntergang auf den nächsten Felsvorsprung auf der anderen Seite der Lodge. Wir waren hier ganz allein, da die Sundowner-Fahrt auf die andere Seite führte. Hier gab es nur einen Fussweg und keine Piste. Wir tranken zwar ein Savannah, aber eigentlich wäre Glühwein angebrachter gewesen 😉 Im Halbdunkeln ging’s zurück zur Lodge und zum leckeren Nachtessen. Während des Essens pfiff es durch das Restaurant, da die Fenster nicht dicht waren. Zum Glück wurde ein wärmendes Feuer angezündet, sonst wäre es schon ungemütlich gewesen.

hb2986bd.jpg

Dauenjacke und Mütze waren sehr willkommen

h89c5038.jpg

"Quiver Tree Ridge"

h018c00d.jpg

Lodge im Abendlicht vom "Quiver Tree Ridge" aus gesehen

h3e5d976.jpg

obligates Sonnenuntergangsbild

Für den nächsten Tag hatten wir die Ganztageswanderung in den Canyon gebucht. Diese war der Grund, warum wir auf diese Seite des Canyons fuhren und in der teuren Lodge abstiegen. Vom Nationalpark aus ist ein Abstieg in den Canyon ja nur noch möglich, wenn man die fünftägige Canyon-Wanderung macht. Diese Saison war es sogar gar nicht möglich, da es zu wenig Wasser im Fluss hatte. Nach einem frühen Morgenessen ging es ca. 10 Min. mit dem offenen Lodge-Geländewagen bis zum Sundowner-Aussichtspunkt. Auf den ersten Blick schien hier ein Abstieg in den Canyon unmöglich und tatsächlich war der Weg auch für uns erfahrene Wanderer recht mühsam. Es war rutschig und sehr steil und zum Teil ging’s auch auf dem Hosenboden über kleine Felsvorsprünge. Nach ca. 500 m steilem Abstieg und dementsprechend lotterigen Knien ging es dann in flottem Schritt auf Wildwechseln und querfeldein über weite Ebenen und mehrere Stufen bis zum tatsächlichen Fluss. Dort pfiffen und kreisten zwei Fish-Eagles und ihre potentielle Beute schwamm in grosser Zahl in den Rock Pools. Zum Schwimmen war das Wasser und die Luft zu kalt, aber die Füsse wurden doch gebadet. Etwa eine halbe Stunde nach uns traf auch das Lodgeauto mit 3 weiteren Gästen am Fluss ein. Nach einer ausgiebigen Rast und einem Imbiss machten wir uns auf den Rückweg. Der Rückweg ging zuerst wieder über die flachen Stufen am Canyon-Grund und anschliessend weglos in der Falllinie drei Steilstufen hoch. Die erste war zuoberst so steil, dass es eigentlich keine Wanderung sondern Kletterei war. Für Personen mit Höhenangst mehr als grenzwertig. Dank Beschwörungsformeln ja nicht runter zu schauen, schafften wir auch diese und stiegen langsam aber stetig bis zum Canyonrand auf. Dort wurden wir wieder vom Wagen abgeholt. Die sogenannte Ganztagestour dauerte von ca. 7 Uhr bis ca. 14 Uhr. Nach der Rückkehr duschten wir erst einmal ausgiebig und gingen am späten Nachmittag nochmals spazieren im Abendlicht. Der Wind hatte nachgelassen und es war wesentlich angenehmer als am Tag zuvor.

hb413a4c.jpg

Beweisfoto African Fish Eagles

h0b46262.jpg

Cape Bunting

Fazit zur Lodge: Sie liegt einmalig direkt am Rim, die Bungalows haben uns in ihrer Schlichtheit sehr gefallen und das Essen war gut. Preis/Leistung für Unterkunft und Essen okay, der Ausflug dagegen war reine Abzocke. Wenn man weiss, was die Leute so verdienen, ist 850 $ pro Person für einen Guide und ein Lunchpaket mit einem Sandwich, einer Chipstüte, einem Apfel und einem Saft schon heftig. Der Guide erwartete zudem natürlich auch noch ein Trinkgeld, das er auch erhielt, da er uns recht engagiert Informationen gegeben hat. Wenn Fish River würde ich es wieder machen. Grand Canyon war aber um einiges eindrücklicher und die Wanderung runter auch interessanter (aber auch viel anstrengender).

Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
Themenstarter435 Beiträge · seit 201224. Okt. 2013 · #18
Hallo zusammen

Am nächsten Morgen fuhren wir über sehr einsame Pisten Richtung Rosh Pinah. Bis zur Hauptstrasse begegnete uns nur ein einziges Auto, dafür Kudus, Zebras, Vögel zuhauf. Weiter ging es nach Sendelingsdrift und wunderschön dem Oranje entlang bis zum Norotshamma River Resort. Der dortige Campground und die Anlage war eine Enttäuschung. Unfreundlicher, unpersönlicher Empfang und man hat die Bungalows vor der Nase und kommt kaum zum Fluss runter. Im Bungalow mit Flusssicht wäre es vielleicht netter gewesen, für Camper hätte es aber sicher bessere Möglichkeiten gegeben. Es war auch sehr lärmig, am Abend 5 südafrikanische Männer auf dem jährlichen Männerausflug und am Morgen eine Stunde vor Sonnenaufgang fingen die Arbeiter in den Rebbergen an mit Maschinen zu arbeiten. Wir hätten besser auf dem Campground Bo-Plaas vor dem Stormberg-Pass übernachtet.

h5676df6.jpg


h8f4eb8f.jpg


Auf dem Weg vom Fish River Richtung Norotshamma

h3de5ae8.jpg

"Schilderwald" auf der Piste entlang dem Orange River

h4d8ce55.jpg

Unsere Campsite in Norotshamma mit dem Auto der Südafrikaner

Wir liessen Norothsamma baldmöglichst hinter uns und fuhren Richtung Grenze. Nach den obligatorischen bürokratischen Hürden am Grenzübergang fuhren wir in Südafrika weiter Richtung Springbok. Diese Saison gab es ja sehr früh Regen und nachfolgend Frühlingsblumen und wir wussten nicht, ob überhaupt noch Blumen zu finden sein würden. Doch bereits nördlich entlang der Strasse gab es einige Blumen und in Okiep, kurz vor Springbok war der ganze Ort in orange Blüten getaucht. In Springbok bezogen wir unsere Self-Catering-Unterkunft der Springbok-Lodge und erkundigten uns, wo es noch Blumen gäbe. Bald machten wir uns auf Richtung Nababeep, wo die Blumensaison laut Auskunft auf ihrem Höhepunkt war. Entlang der Strasse machten wir mehrere Abstecher in die eindrücklichen Blumenfelder. Es gab noch mehr als genug zu sehen.

h1ac73d1.jpg


h1f2bba2.jpg

Ambitioniertes Fotografieren verlangt vollen Einsatz 😎

Am nächsten Tag fuhren wir ins Goegap NR, in dem wir ursprünglich campen wollten. Leider war es in dieser Saison nicht möglich, da die Unterkünfte und Gebäude renoviert wurden. Nach der Besichtigung des botanischen Gartens beim Headquarter machten wir die längere ausgeschilderte Wanderung. Auch auf den Bergen blühten Blumen und die Wanderung gab einen guten Einblick in die Flora der Region. Anschliessend fuhren wir einen Grossteil der 4x4-Trails des Reserves ab und sahen ausser Blumen auch einige Tiere, unter anderem auch viele Oryx mit Jungen. Das Goegap NR hat uns gut gefallen, bietet es doch auf relativ kleinem Raum eine abwechslungsreiche Landschaft, Flora und Fauna. Schade konnten wir nicht hier übernachten, zumal wir uns (zu Recht) sehr unsicher fühlten in Springbok.

hbb4c2a9.jpg


hd5f437e.jpg


Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
Themenstarter435 Beiträge · seit 201227. Okt. 2013 · #19
Guten Morgen

Es geht nun endlich wieder weiter. Sorry, dass sich das Ganze so in die Länge zieht, aber im Alltag findet sich nicht immer ein Zeitfenster und das Verkleinern der Fotos sowie das Schreiben des Berichts dauert doch ein wenig.

Zuerst mal noch etwas zu Markus' Flickr-Fotos: Er fotografiert mit einer Sony Nex7 und seinen "alten" Leica-R-Linsen. Diese haben eine phantastische Optik, im Zusammenspiel mit Nex7 funktioniert dafür der Autofokus nicht. Allerdings bietet die Nex7 ein super System für die manuelle Fokusierung. Wenn ihr nun die Vogel- und anderen Tierbilder anschaut (z.B. Black Eagle und Rock Dassie in Augrabies NP), bedenkt, dass diese alle mit manueller Fokusierung aufgenommen wurden. Mein Autofokus hatte dagegen keine Chance!

Nun aber weiter:

Nach einer weiteren Nacht in Springbok machten wir uns auf die lange Fahrt Richtung Osten bis zum Augrabies Falls NP. Dort hatten wir zwei Nächte auf dem Campground gebucht. Zuerst sahen wir uns die Fälle von den verschiedenen Aussichtspunkten an fuhren anschliessend noch ein Stück in den Park hinein zu weiteren Aussichtspunkten. Wir hatten das Glück, zwei Black Eagles im Flug beobachten zu können, ein eindrückliches Erlebnis. Im letzten Sonnenlicht bestiegen wir noch den Moonrock bevor wir zurück zum Camp fuhren. Nach dem Braai ging’s noch zu den mit Scheinwerfern beleuchteten Fällen – eine surreale Impression.

hdefcf3e.jpg

Augrabies Flat Lizard

h483ad47.jpg


h6486f50.jpg

African Darter

Am nächsten Morgen früh nahmen wir den Rock Dassie Trail unter die Füsse. Zuerst dem Fluss entlang zu den Twin Falls, dann über mehrere Nebenflüsse über Stock und Stein auf einem Rundweg zurück zum Camp. Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Wanderung, die ca. 3 Stunden dauerte. Ein paar knifflige Bachüberquerungen wegen der rutschigen Steine waren auch dabei. Wir sahen wieder Klipspringer und Dutzende Rock Dassies sowie Giraffenspuren, von den Giraffen allerdings sahen wir zu der Zeit nichts. Auch wenn man nicht der grosse Wanderer ist, dem Fluss entlang bis zu den Twin Falls sollte man auf jeden Fall gehen, am besten früh morgens. Anschliessend fuhren wir in die Game Viewing Area bis zum Picknickplatz am entferntesten Ende des Circles, wo wir eine längere Mittagsrast einlegten, um auf dem Rückweg bessere Chancen für Tiersichtungen zu haben. Tatsächlich sahen wir auch einige Tiere: Strausse, Kudus, Zebras, Hartebeest und zu guter letzt doch noch Giraffen kurz vor dem Camp. Zudem war die Landschaft im Nachmittags- und Abendlicht sehr eindrücklich.

h93c057c.jpg

rutschige Steine bei Bachüberquerungen

hac7f6ff.jpg

Klipspringer - auf jeder längeren Wanderung gesichtet

hedc9c1c.jpg

Augrabies Landschaft im Nachmittagslicht

h2f3ed48.jpg

Campsite im Augrabies NP

In Augrabies lohnen sich unserer Ansicht nach 2 Nächte, um mehr als nur die Fälle mitzukriegen. Den Gamedrive hätten wir aber sicher nicht mehr so spannend gefunden, wenn wir Augrabies nach Kgalagadi besucht hätten. Die Landschaft ist aber sowieso sehr schön.

Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
Themenstarter435 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #20
Liebe Fomis

Endlich geht es in den KTP, ein Beitrag, auf den einige lange warten mussten.

Am anderen Morgen starteten wir früh, da wir reichlich Strecke vor uns hatten. Nach einem Einkaufs- und Tank-Zwischenstopp in Upington kamen wir ca. um 14 Uhr beim Gate in Twee Rivieren an. Die verschiedenen Kontrollen und Check-ins waren sehr speditiv und nach maximal 15 Minuten fuhren wir in den Park ein. Wir senkten noch den Luftdruck an der Tankstelle und begaben uns wegen der immer noch hohen Sonne ohne allzu viele Erwartungen auf Gamedrive im Nossob-Tal. Da wir auf dieser Reise noch nicht so verwöhnt waren mit Tiersichtungen, hielten wir für jedes kleine und grosse Tier an. So entdeckten wir auch die ersten Suricates. Eigentlich beobachteten wir kleine Vögel und aus dem Augenwinkel nahm ich die Suricates wahr, die sich eilig davon machten. Wir konnten sie ca. 300 m verfolgen, bevor sie sich in ihren Bau retteten. Die Neugier oder der Hunger trieb sie jedoch nach einiger Zeit wieder aus dem Bau und nach mehrmaligem Rein und Raus hatten wir sie dann im Bild. Ein vielversprechender Anfang, da Suricates unbedingt auf unserer Wunschliste standen.

h83e8c94.jpg


Ausser den üblichen Verdächtigen begegnete uns an diesem Abend auch noch eine African Wildcat. Diese erste Nacht hatten wir in Rooiputs gebucht. Wir hatten Campsite 4, die zuhinterst liegt und freien Blick über die Sanddünen dahinter bietet. Allerdings ist das Plumpsklo etwas weit entfernt und am Abend zogen wir für das kleine Geschäft den Sand neben dem Zelt dem Klo vor. Auf dieser Campsite bekommt man eigentlich nichts mit von der neuen Lodge, das Wildnis-Feeling besteht nach wie vor. Die Dusche war übrigens nicht in Betrieb, allerdings gab es Wasser beim Spülbecken hinter Klo und Dusche. Hinter uns in den Dünen zogen Gnus vorbei und uns war sehr bewusst, dass diese bestes Löwenfutter waren. Wir sahen und hörten aber nichts von Löwen.

hca0e934.jpg

Campsite Nr. 4 in Rooiputs

Am nächsten Morgen standen wir wieder sehr früh auf, packten zusammen und verliessen das Camp ca. 5 Minuten später als die erlaubte Zeit. Wir fuhren nördlich und freuten uns über die vielen Oryxe und Springböcke, die ihre Kräfte im Morgenlicht massen. Überall stiegen Staubwolken auf, wo zwei Tiere kämpften oder die Springböcke „prunkten“. Ausser den Oryx und Springböcken sahen wir viele der weiteren Tiere, die man in dieser Gegend häufig sieht: Strausse, Wildebeests, Hartebeests, Erdhörnchen, Doves. Nach dem Frühstück auf dem Picknickplatz Melkvlei wies uns ein entgegenkommendes Fahrzeug auf Löwen hin, die 5 km nördlich auf der Strasse liefen. Wir fuhren etwas schneller und sahen auch bald die Spuren der Löwen. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, bevor sich der Mähnenlöwe für sein ausgedehntes Nickerchen ca. 10 m von der Piste in den Staub legte. Das übrige Rudel lag etwas weiter im Schatten zwischen Büschen versteckt. Bei dieser Sichtung war sonst nur noch ein Auto. Der Tag war gerettet mit unserem ersten Löwenrudel und ohne Menschen-/Autoauflauf.

hbe19ae4.jpg


Bald darauf passierten wir ein Wasserloch, wo gerade ein Caracal am Trinken war. Gegen Mittag kamen wir in Nossob an, wo wir duschten, die Erdhörnchen und Yellow Mongooses beobachteten und schliesslich auch noch im Hide Ausschau hielten. Leider gab es nichts Aufregendes zu sehen in der Mittagszeit. Danach fuhren wir weiter Richtung Polentswa, wo wir 2 Nächte gebucht hatten. Wir hatten die Campsite Nr. 1 mit Blick über das ganze Tal. Nach dem Aufstellen des Zeltes ergriffen wir die Flucht, da es einen aufdringlichen Bienenschwarm auf der Suche nach Wasser auf der Campsite gab. Wir fuhren zum nahen Wasserloch Polentswa, wo zwei Wagen an einer merkwürdigen Stelle parkten. Wir konnten aus 3. Position nicht erkennen, was sie sahen. Unsere Nachfrage ergab, dass sich im Dreieck zwischen Piste, Zu- und Wegfahrt ein junger Leopard versteckt hielt. Diesen hatten unsere Campnachbarn entdeckt, als er mit seiner Mutter am Nachmittag zum Trinken ans Wasserloch kam. Danach hat ihn die Mutter dort zurückgelassen. Die Nachbarn liessen uns dann auch mal ran, sodass wir wenigstens das gefleckte Felle erkennen konnten im Gebüsch. Die einen hatten dann genug und fuhren zurück zum Camp. Der andere Wagen und wir hatten Glück und konnten den Leoparden dann doch noch richtig sehen. Allerdings war es schon ziemlich dunkel und die Qualität des Bildes reicht höchstens noch als Beweisfoto. Zum Glück waren die Bienen nach Sonnenuntergang weg und wir genossen den schönen Abend. Wir bekamen noch Besuch von einem Schakal, sonst war alles ruhig und wir krochen nach einem leckeren Braai und einem Glas Rotwein zeitig ins Zelt.

h93c2c7c.jpg

Caracal nach dem Trinken

h6454006.jpg

Yellow Mongoose am Mittagessen in Nossob

h1614e6e.jpg

"Beweisbild" Leopard

h217e0a6.jpg

Polentswa Campsite Nr. 1

Das nächste Mal geht es weiter mit dem sehr ergiebigen Polentswa-Wasserloch.

Liebe Grüsse
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
zuletzt bearbeitet 04. Nov. 2013