Der Schwerpunkt unserer diesjährigen Afrika-Reise lag auf Wüste und Landschaft im südlichen Namibia und Northern Cape Südafrika. Selbstverständlich freuten wir uns auch über jedes Tier und jede Pflanze, doch die Weite der Landschaft hatte es uns besonders angetan.
Die besten Fotos findet ihr auf der Flickr-Galerie von Markus. Im Reisebericht werde ich ergänzend ein paar dokumentarische Aufnahmen einstellen.
Am Donnerstagabend, 15.08.13, flogen wir pünktlich um 22.45 Uhr mit Swiss nach Johannesburg. Obwohl wir dort nur Transit-Passagiere waren, nahmen die Pass- und Sicherheitskontrollen kein Ende. Wir hatten mind. zwei Stunden, bis wir durch waren. Der Weiterflug nach Windhoek verlief dann ebenfalls planmässig und nach weiteren 45 Minuten Anstehen bei der Einwanderungskontrolle waren wir in der Ankunftshalle, wo wir vom Beauftragten des Autovermieters abgeholt wurden. Wir fuhren zum Vermieter, wo die Wagenübernahme problemlos über die Bühne ging. Wir erhielten ein Auto, das er selbst zugemietet hatte, da ihm innert kurzer Zeit 10 Wagen wegen Unfällen ausgefallen waren. Wir mieteten einen Hilux Doublecab 4x4 mit Campingausrüstung, allerdings ohne Dachzelt, da wir unser kleines Bodenzelt mitgebracht hatten. Unsere erste Nacht verbrachten wir im Chameleon Guesthouse, das gut gelegen und günstig ist. Ich war bereits bei früheren Reisen hier abgestiegen und fand es dort immer sympathisch und unkompliziert. Am Abend fuhren wir per Taxi ins Nice und genossen den aufmerksamen Service und ein ausgezeichnetes Oryx-Steak, perfekt gebraten und so zart, dass es fast auf der Zunge verging.
Am nächsten Morgen machten wir einen Grosseinkauf und fuhren anschliessend über Okahandja (Biltong-Einkauf!) nach Ameib am Fusse des Erongo-Massivs. Kurz nach dem Tor sprangen uns bereits ein Oryx vor dem Auto durch. Nach dem Einchecken mussten wir uns zuerst auf dem Campingplatz etwas organisieren und das Zelt aufstellen, bevor wir zu Phillip’s Cave wanderten. Es tat gut, nach der langen Flugreise und Autofahrt die Beine zu vertreten. Die kurze Wanderung war schön, die Felszeichnungen okay, allerdings sind wir diesbezüglich etwas verwöhnt, seit wir den „Louvre der Sahara“, die Felsmalereien in den Tassili N’Ajjer in Algerien gesehen hatten.
Anschliessend fuhren wir zu Bull’s Party, wo wir im perfekten Abendlicht rumliefen und viele Bilder machten. Auf der Rückfahrt sprangen uns Kudus knapp vor dem Auto durch und wir sahen die ersten Giraffen im perfekten Abendlicht. Zurück am Campingplatz spazierten wir noch zum nahen Weiher, wo wir in der Dämmerung ein Savannah als Sundowner genossen. Die erste Campingnacht verlief ereignislos und am nächsten Morgen kurz nach Sonnenaufgang liefen wir ohne Frühstück los Richtung Rhino View, einem Hügel ca. 1.5 Std. Marschzeit von Campground und Lodge. Leider sahen wir die Rhinos nicht, dafür Giraffen, Springboks, Oryx, Baboons und einige Vögel. Tiere auf Wanderungen zu sehen finden wir immer besonders schön. Die Tiere zeigen ein natürlicheres Verhalten als aus dem Auto heraus, indem sie fliehen. Leider kriegt man so nicht die Super-Fotos, aber mit einem guten Feldstecher kann man die Tiere allemal beobachten. Zurück beim Campingplatz frühstückten wir erst einmal, duschten und packten unsere Siebensachen zusammen.
Von Ameib fuhren wir zu Spitzkoppe, was ca. 1.5 Studen dauerte. Wir bezogen Campsite Nr. 6, die in der Nähe des Felsbogens liegt und in der Nähe der Gruppenplätze 1 – 5. Der Vorteil ist, dass man das ganze Massiv der Spitzkoppe im Morgen- und Abendlicht sieht und auch selbst lange Sonne hat, da die Felsen dort nicht so hoch sind. Wir spazierten rum, machten Fotos und genossen die Umgebung. Am anderen Morgen fuhren wir zum Bushman’s Paradise. Die dortigen Felszeichnungen sind leider kaum mehr zu erkennen, da zu viele Touristen sie kaputt gemacht haben. Das versteckte kleine Tal und die Felskugeln auf der Krete machen den Aufstieg dennoch lohnenswert.
Liebe Grüsse Daniela
Teil 212. Okt. 2013
Hallo liebe Fomis
Endlich komme ich dazu weiterzuschreiben.
Von der Spitzkoppe fuhren wir über eine öde Piste Richtung Hentjesbay. Kurz vor der Küste fuhren wir dann in den Nebel. Das passiert an dieser Stelle wohl fast allen. Weiter nördlich der Küste entlang erreichten wir die Robbenkolonie am Cape Cross. Wir beobachteten die Tiere ca. eine Stunde lang, amüsierten uns dabei bestens und fuhren dann wieder nach Süden nach Swakopmund.
"Fliegerstaffel" am Cape Cross
Dort bezogen wir unser Appartement (Sandcastle) und machten einen weiteren Grosseinkauf, im Spar und in der benachbarten Metzgerei. Das dort erworbene Wildfleisch stellte sich als wirklich ausgezeichnet heraus. Ausserdem besorgten wir das Permit für den nächsten Tag für die Blutkuppe. Am Abend gingen wir in „The Tug“ zum Nachtessen. Das Essen war lecker, Muscheln und Fisch, aber für unseren Geschmack eher deftig gekocht. Swakopmund hatten wir überhaupt nur angesteuert, weil wir die Living-Desert-Tour“ machen wollten, da wir begeisterte Kommentare darüber gelesen hatten. Der Ort selbst interessierte uns nicht besonders, zumal ich bereits zweimal da war. Wir wurden rel. pünktlich von Tommy abgeholt. Ausserhalb von Swakopmund trafen wir dann die übrigen 3 Wagen voller Touristen. Total waren wir ca. 25 Personen, was sich als viel zu viel erwies. Die Tour wurde dadurch wenig persönlich und sehr schwerfällig. Wir erhielten nicht viele Informationen, die wir nicht bereits in einem Reiseführer gelesen hatten und wir waren sehr enttäuscht. Die Tour war sicher mal gut, aber jetzt hat es schlicht viel zu viele Teilnehmer. Die Konkurrenz war übrigens mit 2 Wagen unterwegs, dh. ca. 10 – 12 Personen. Hätten wir das gewusst, wären wir von der Spitzkoppe wohl über Wüstenquell gefahren und hätten die Küste ganz ausgelassen. Es war auch die ganze Zeit an der Küste stark neblig und dadurch unangenehm frisch.
Palmato Gecko
Zurück in Swakopmund fuhren wir dann gleich weiter Richtung Mondlandschaft und Blutkuppe. Wir schliefen diese Nacht ohne Zelt, allerdings nicht sehr gut, da der Lärm der Lastwagen der nahen Uranmine die ganze Nacht zu hören war. Ich hatte früher schon an der Blutkuppe gecampt und es war eine der schönsten Nächte gewesen. Mit der Mine kann es aber nicht mehr bedingungslos empfohlen werden. Am nächsten Morgen fuhren wir das kurze Stück bis zum Rock Sculpture Trail, auf dem wir mit vielen Fotostopps bis zum Aussichtspunkt wanderten. Dort verloren wir den Weg und peilten den Parkplatz mit dem GPS an. Dies war das einzige Mal, wo wir wirklich froh waren um das GPS (Garmin 62). Wir hatten zwar vorgängig alles programmiert, aber eigentlich wäre es nicht nötig gewesen, es ist immer alles gut ausgeschildert resp. die Wanderwege sind gut markiert.
Quiver Trees mit Blutkuppe
Weiter ging es an einem Wasserloch vorbei zur Hauptstrasse und über den Kuisebpass nach Solitaire. Beim letzten Besuch dort 2005 war es eine verschlafene Tankstelle mit Tante-Emma-Laden und Apfelkuchen. Jetzt verspeisen dort Busladungen voller Touristen Apfelkuchen im neu gebauten Café-Restaurant, zu viel Trubel für uns. Wir kauften 2 Stück Kuchen für den Abend und fuhren gleich weiter. Wir umrundeten das Naukluft-Gebirge auf der nördlichen Strecke und fuhren bis zum Tsauchab-River-Camp. Dort erhielten wir das exklusive Camp „Oerwald“ in einem Wäldchen direkt am Fluss nur für uns zwei. Der Haken daran: es war 12 km vom Camp, davon 5 km über eine sehr holprige Farmpad. Der Besitzer des Camps ist sehr phantasievoll, was sich in unzähligen Metall-Skulpturen zeigt, einerseits beim Haus, aber auch als Wegweiser auf den Wanderwegeen. Er ist auch ausgesprochen hilfsbereit bei Schwierigkeiten. Ursprünglich hatten wir geplant am nächsten Tag im Naukluftpark den Waterklooftrail zu wandern, aber auf dem Gelände des Tsauchab-River-Camps, in den Tsarisbergen gibt es einen gut angelegten Wanderweg, der ähnliches zu bieten hat und uns erlaubte ohne zu fahren am nächsten Tag die Wanderung zu unternehmen. Für die gut ausgeschilderten 21 km über Stock und Stein brauchten wir ca. 7 Stunden. Ein Merkblatt mit Beschreibungen war interessant und hilfreich. Wir sahen ausser den verschiedenen Geländetypen und typischer Flora Klipspringer und Hartmann’s Bergzebras, allerdings zu weit weg zum Fotografieren. Der Campground ist unbedingt zu empfehlen und eine gute Alternative zum Naukluft NP, ohne allzu aufdringliche Baboons.
Liebe Grüsse Daniela
Teil 315. Okt. 2013
Liebe Petra
Schön, dass du dich meldest. Ich komme leider erst am Wochenende dazu weiterzuschreiben.
Hier wenigstens noch ein paar Bilder.
bei der Campsite an der Blutkuppe
Skulptur beim Tsauchab River Camp
Klipspringer in den Tsarisbergen
Soviel zu heute
Liebe Grüsse Daniela
Teil 420. Okt. 2013
Hallo zusammen Nachdem ich gestern noch wandern "musste" 😗 komme ich heute endlich dazu, weiterzuschreiben. Zur gestrigen Wanderung: Das Herbstlicht mit Föhneinfluss hat mich an das Licht in Namibia erinnert - wunderschön.
@Bele: Ausser Krokodilen gab es ganz viele andere Tiere, auch Insekten, und sonstige Merkwürdigkeiten im Tsauchab River Camp. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort mal anzuhalten und die Skulpturen anzusehen.
Am anderen Tag fuhren wir nach einem gemütlichen Frühstück nach Sesriem. Dort bezogen wir unseren Campground, Nr. 23, den wir nach Insistieren, dass wir nicht gleich beim Eingang/Restaurant sein wollten, erhielten. Dieser liegt am Rande des Camps und bietet etwas mehr Ruhe und Naturfeeling.
Sesriem, Campsite Nr. 23
Anschliessend machten wir uns ins Sossusvlei auf. Die 4x4-Strecke war zwar holprig aber machbar. Da Mittag war, setzten wir uns zuerst an den Schatten und assen etwas, bevor wir uns zu Fuss auf Entdeckungstour begaben. Je später der Nachmittag, desto schöner das Licht und desto weniger Touristen waren vor Ort. Ca. um 16 Uhr marschierten wir zum Dead Vlei, das wir ganz für uns hatten. Nach einiger Zeit wurde mir langsam mulmig, da wir die letzten waren auf der 4x4 Strecke. Was sollten wir tun, falls wir eine Panne hätten oder stecken blieben? Ca. um 17.15 Uhr hatten waren wir dann wieder auf Asphalt und ab Düne 45 hatte es noch diverse andere Leute. Mit einigen Foto- und Tierbeobachtungsstopps fuhren wir zurück nach Sesriem. Um 18.15 Uhr, sogar 15 Minuten vor Torschluss, waren wir zurück. Zum Nachtessen genossen wir das Buffet der benachbarten Sossuslodge. Wir ernährten uns etwas Protein-lastig, da wir vorwiegend Wildfleisch von allen 8-10 angebotenen Sorten assen – lecker!
Panorama Sossusvlei und weitere Vleis
Deadvlei
Wir fuhren am frühen Morgen nicht nochmals ins Sossusvlei, da wir uns die Hektik mit allen anderen Autos ersparen wollten und das schöne Licht am Morgen sowieso sehr kurz ist im Gegensatz zum Nachmittag/Abend. Wir fuhren dafür kurz vor Sonnenaufgang zur Elim’s Düne. Es war extrem kalt (um die 0°) und wir waren sehr froh um unsere Dauenjacken und Mützen. Danach gingen wir frühstücken, packten zusammen und besuchten vor unserer Weiterfahrt Richtung Süden noch den Sesriem-Canyon. Dass in dem Rest Wasser am oberen Ende des Canyons Fische überleben konnten, erstaunte uns doch ein wenig.
Blick von Elim's Dune am frühen Morgen
Liebe Grüsse Daniela
Teil 520. Okt. 2013
... und es geht weiter Richtung Süden
Unser heutiges Ziel war der Campground des Family Hideouts im Namib Rand NR. Dies ist die einzige erschwingliche Unterkunft im Park und wunderschön. Da wir auch an diesem Tag und eigentlich während der ganzen Reise für unseren Geschmack genug lange im Auto sassen, verzichteten wir auf den 4x4-Trail und liefen ca. 2-3 Stunden in den Dünen neben dem Campground rum. Das Farbenspiel der roten Dünen mit dem gelben Gras, den grünen Akazien und den fahl-grünen Sträuchern ist einmalig. Besonders der späte Nachmittag und frühe Abend bringen das "glühende Licht". Am Morgen ist die schöne Zeit vergleichsweise kurz. Nach einem weiteren Braai mit leckeren Springbok-Steaks schliefen wir auch diese Nacht ohne Zelt, allerdings wieder nicht besonders gut, da mitten in der Nacht starker Wind einsetzte und uns ziemlich einsandete. Am anderen Morgen früh stapften wir wieder in den Dünen rum und genossen dann den Platz bis ca. 11 Uhr. Hier wäre es auch gut noch länger aushaltbar gewesen.
Auf der Piste entlang dem Namib Rand NR
Namib Rand im Abendlicht
Sociable Weaver Birds im Namib Rand NR
Anschliessend fuhren wir weiter Richtung Süden. Unterwegs überholten wir zwei Radfahrer, die wir schon am Vortag überholt und völlig eingestaubt hatten. Nach einem Abstecher zum Duwisib Castle, das in dieser Umgebung wirklich absurd wirkt, trafen wir die beiden dann im Café in Betta. Es waren zwei junge Engländer, die in 10 Wochen von Nairobi nach Kapstadt radelten. Sie machten etwa 80 km pro Tag und luden jeweils je 20 l Wasser auf, was ihnen 2 – 3 Tage lange Etappen ohne Siedlung erlaubte. Die beiden wirkten sehr zufrieden und wir waren sehr beeindruckt von ihrem Abenteuer. Allerdings entging ihnen wohl einiges, wenn sie nur auf den Pisten blieben und keine Abstecher machen konnten mit Ihren Rädern.
Wir fuhren die D 707, berühmt als schönste Nebenstrasse Namibias. Kurz nach Einfahrt in die Piste stand am Strassenrand ein ausgebranntes Autowrack. Es erinnerte uns wieder einmal, gut aufzupassen und nicht zu schnell zu fahren auf den Schotterpisten. Je südlicher wir kamen, desto karger wurde die Landschaft. Im Namib Rand-Gebiet gab es noch viele Akazien am Fusse der Dünen, hier gab es nur noch Bäume am Fusse der Berge. Am Nachmittag trafen wir in Gunsbewys ein, wo wir eine 3-tägige Trekkingtour in den Tirasbergen gebucht hatten. Gertrud Gräbner, die Besitzerin, begrüsste uns und erklärte uns, wie das ganze im Detail ablaufen sollte. Sidney, ihr langjähriger Angestellter war für die Logistik und Organisation zuständig. Am Abend fuhren wir aber noch zu einem Aussichtspunkt zusammen mit anderen Gästen und genossen den Sonnenuntergang bei einem Sundowner in netter Gesellschaft.
Am anderen Morgen früh machten wir zuerst eine Dünentour mit Gertrud, auf der sie uns einiges erklärte und wir bei Sonnenaufgang Kaffee tranken.
Sonnenaufgang in den Dünen bei Gunsbewys
Tok Tokkie auf Gunsbewys
Danach fuhren wir auf der Farm Weissenborn bis an den Fuss der Berge. Dort stiegen wir zu Fuss auf Richtung zentrale Tirasberge, begleitet vom jüngeren Bruder von Sidney . Sidney fuhr in der Zwischenzeit rund um die Berge, um uns am Abend beim vorgesehenen Camp wieder zu treffen. Wir marschierten bis zum Farmhaus von Landsberg und von dort durch einen Canyon bis zu einem Hochplateau auf gut 2000 m. Dort stellten die beiden jungen Männer das Camp auf und verwöhnten uns mit leckerem Abendessen (Kudu, nachdem wir auch lebendige auf dem Weg gesehen hatten). Am anderen Tag machten wir eine ausgedehnte Wanderung in den höchsten Bergen der Tiras Mountains und gingen zurück ins gleiche Camp. Die weiten Blicke, die Felsblöcke und vor allem die Flora waren interessant. Lithops, Pflanzen, die sich als Steine tarnen, waren ausserhalb der Blütezeit schwer zu finden. Ich war ganz stolz, dass ich sie sogar vor den Einheimischen entdeckte 🤩 . Am dritten Tag liessen wir die beiden jungen Männer das Camp abbauen und wir marschierten los vom Plateau runter. Unten luden sie uns auf und wir fuhren zurück nach Gunsbewys. Bevor wir zurück zum Haus fuhren besichtigten wir noch die Felszeichnungen und übrigen Artefakte der San auf Farmgebiet. Am Abend ging es nochmals in die Dünen, diesmal auf dem Gebiet des Namib-Naukluft NP. Seit einiger Zeit hat Gertrud die Erlaubnis, zu Fuss das Gebiet des Nationalparks mit Gästen zu betreten. Sie und einige Nachbarn streben allerdings eine engere Zusammenarbeit untereinander und mit der Nationalparkbehörde an, um bessere Trekkingrouten anbieten zu können. Nach einer ausgiebigen Dusche nach 2 Nächten im Camp verbrachten wir noch eine Nacht in Gunsbewys in einem der Gästezimmer.
Kudus in den Tirasbergen, auf dem Weg zum Camp
Lithops in den Tirasbergen
Frühstück im Camp
Am nächsten Tag konnten wir es kaum glauben. Es nieselte und alles war eingenebelt. Wir fuhren eine relativ kurze Strecke bis Aus. Mittlerweile regnete es ziemlich fest und wir kauften im Laden grosse stabile Plasticsäcke als Regenmantelersatz, da wir nur unsere Daunenjacken und Windstopper dabei hatten und keine Regenjacken. Wir beschlossen, bei dem Wetter nicht wie geplant in Klein Aus Vista zu campen, sondern buchten ein Zimmer im Bahnhofshotel Aus. Wir fuhren aber dennoch die kurze Strecke nach Klein Aus Vista und machten mit einem Day-Permit eine schöne ca. 4-stündige Wanderung. Zum Glück nieselte es nur noch eine kurze Zeit, aber es war kalt und unfreundlich. Dennoch genossen wir die Wanderung und wir trafen unterwegs keinen Menschen. Von den im Jahr 2013 bis jetzt hier gefallenen 17 mm Niederschlag, haben wir ca. 5 mm erwischt. Für die Einheimischen war es sicher sehr gut, wir hätten es nicht gebraucht. Im Hotel in Aus wurden uns übrigens Wärmeflaschen ins Bett gelegt, während wir am Nachtessen waren, so feucht-klamm war es.
Fotos folgen im nächsten Abschnitt...
Teil 620. Okt. 2013
hier noch ein paar Fotos:
Dünen bei Gunsbewys im Abendlicht
Blume nach dem Regen
improvisiertes Regencape in den Aus-Bergen
Regenwetter in den Aus-Bergen
Liebe Grüsse Daniela
Teil 722. Okt. 2013
Hallo ihr Lieben, danke für das Feedback!
Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Fish River Lodge. Es hatte immer noch Wolken und vereinzelt sah man auch noch Wolkenbrüche, es klarte aber zusehends auf. Die Wolken erwiesen sich als Glücksfall für den Fish River. Das Licht und die Bilder waren viel schöner als diejenigen am nächsten Tag, der wolkenlos war. Allerdings war es immer noch bitter kalt und die exponierte Lage der Lodge an der Abbruchkante liess den Wind besonders stark blasen. Nach dem Bezug unseres Bungalows machten wir uns auf, dem Rim entlang zu laufen. Wegen einer Krankheit sind einige Köcherbäume abgestorben, was zum Teil eine etwas morbide Stimmung erzeugte. Wir kehrten nach einigen Kilometern um und liefen dann zum Sonnenuntergang auf den nächsten Felsvorsprung auf der anderen Seite der Lodge. Wir waren hier ganz allein, da die Sundowner-Fahrt auf die andere Seite führte. Hier gab es nur einen Fussweg und keine Piste. Wir tranken zwar ein Savannah, aber eigentlich wäre Glühwein angebrachter gewesen 😉 Im Halbdunkeln ging’s zurück zur Lodge und zum leckeren Nachtessen. Während des Essens pfiff es durch das Restaurant, da die Fenster nicht dicht waren. Zum Glück wurde ein wärmendes Feuer angezündet, sonst wäre es schon ungemütlich gewesen.
Dauenjacke und Mütze waren sehr willkommen
"Quiver Tree Ridge"
Lodge im Abendlicht vom "Quiver Tree Ridge" aus gesehen
obligates Sonnenuntergangsbild
Für den nächsten Tag hatten wir die Ganztageswanderung in den Canyon gebucht. Diese war der Grund, warum wir auf diese Seite des Canyons fuhren und in der teuren Lodge abstiegen. Vom Nationalpark aus ist ein Abstieg in den Canyon ja nur noch möglich, wenn man die fünftägige Canyon-Wanderung macht. Diese Saison war es sogar gar nicht möglich, da es zu wenig Wasser im Fluss hatte. Nach einem frühen Morgenessen ging es ca. 10 Min. mit dem offenen Lodge-Geländewagen bis zum Sundowner-Aussichtspunkt. Auf den ersten Blick schien hier ein Abstieg in den Canyon unmöglich und tatsächlich war der Weg auch für uns erfahrene Wanderer recht mühsam. Es war rutschig und sehr steil und zum Teil ging’s auch auf dem Hosenboden über kleine Felsvorsprünge. Nach ca. 500 m steilem Abstieg und dementsprechend lotterigen Knien ging es dann in flottem Schritt auf Wildwechseln und querfeldein über weite Ebenen und mehrere Stufen bis zum tatsächlichen Fluss. Dort pfiffen und kreisten zwei Fish-Eagles und ihre potentielle Beute schwamm in grosser Zahl in den Rock Pools. Zum Schwimmen war das Wasser und die Luft zu kalt, aber die Füsse wurden doch gebadet. Etwa eine halbe Stunde nach uns traf auch das Lodgeauto mit 3 weiteren Gästen am Fluss ein. Nach einer ausgiebigen Rast und einem Imbiss machten wir uns auf den Rückweg. Der Rückweg ging zuerst wieder über die flachen Stufen am Canyon-Grund und anschliessend weglos in der Falllinie drei Steilstufen hoch. Die erste war zuoberst so steil, dass es eigentlich keine Wanderung sondern Kletterei war. Für Personen mit Höhenangst mehr als grenzwertig. Dank Beschwörungsformeln ja nicht runter zu schauen, schafften wir auch diese und stiegen langsam aber stetig bis zum Canyonrand auf. Dort wurden wir wieder vom Wagen abgeholt. Die sogenannte Ganztagestour dauerte von ca. 7 Uhr bis ca. 14 Uhr. Nach der Rückkehr duschten wir erst einmal ausgiebig und gingen am späten Nachmittag nochmals spazieren im Abendlicht. Der Wind hatte nachgelassen und es war wesentlich angenehmer als am Tag zuvor.
Beweisfoto African Fish Eagles
Cape Bunting
Fazit zur Lodge: Sie liegt einmalig direkt am Rim, die Bungalows haben uns in ihrer Schlichtheit sehr gefallen und das Essen war gut. Preis/Leistung für Unterkunft und Essen okay, der Ausflug dagegen war reine Abzocke. Wenn man weiss, was die Leute so verdienen, ist 850 $ pro Person für einen Guide und ein Lunchpaket mit einem Sandwich, einer Chipstüte, einem Apfel und einem Saft schon heftig. Der Guide erwartete zudem natürlich auch noch ein Trinkgeld, das er auch erhielt, da er uns recht engagiert Informationen gegeben hat. Wenn Fish River würde ich es wieder machen. Grand Canyon war aber um einiges eindrücklicher und die Wanderung runter auch interessanter (aber auch viel anstrengender).
Liebe Grüsse Daniela
Teil 824. Okt. 2013
Hallo zusammen
Am nächsten Morgen fuhren wir über sehr einsame Pisten Richtung Rosh Pinah. Bis zur Hauptstrasse begegnete uns nur ein einziges Auto, dafür Kudus, Zebras, Vögel zuhauf. Weiter ging es nach Sendelingsdrift und wunderschön dem Oranje entlang bis zum Norotshamma River Resort. Der dortige Campground und die Anlage war eine Enttäuschung. Unfreundlicher, unpersönlicher Empfang und man hat die Bungalows vor der Nase und kommt kaum zum Fluss runter. Im Bungalow mit Flusssicht wäre es vielleicht netter gewesen, für Camper hätte es aber sicher bessere Möglichkeiten gegeben. Es war auch sehr lärmig, am Abend 5 südafrikanische Männer auf dem jährlichen Männerausflug und am Morgen eine Stunde vor Sonnenaufgang fingen die Arbeiter in den Rebbergen an mit Maschinen zu arbeiten. Wir hätten besser auf dem Campground Bo-Plaas vor dem Stormberg-Pass übernachtet.
Auf dem Weg vom Fish River Richtung Norotshamma
"Schilderwald" auf der Piste entlang dem Orange River
Unsere Campsite in Norotshamma mit dem Auto der Südafrikaner
Wir liessen Norothsamma baldmöglichst hinter uns und fuhren Richtung Grenze. Nach den obligatorischen bürokratischen Hürden am Grenzübergang fuhren wir in Südafrika weiter Richtung Springbok. Diese Saison gab es ja sehr früh Regen und nachfolgend Frühlingsblumen und wir wussten nicht, ob überhaupt noch Blumen zu finden sein würden. Doch bereits nördlich entlang der Strasse gab es einige Blumen und in Okiep, kurz vor Springbok war der ganze Ort in orange Blüten getaucht. In Springbok bezogen wir unsere Self-Catering-Unterkunft der Springbok-Lodge und erkundigten uns, wo es noch Blumen gäbe. Bald machten wir uns auf Richtung Nababeep, wo die Blumensaison laut Auskunft auf ihrem Höhepunkt war. Entlang der Strasse machten wir mehrere Abstecher in die eindrücklichen Blumenfelder. Es gab noch mehr als genug zu sehen.
Ambitioniertes Fotografieren verlangt vollen Einsatz 😎
Am nächsten Tag fuhren wir ins Goegap NR, in dem wir ursprünglich campen wollten. Leider war es in dieser Saison nicht möglich, da die Unterkünfte und Gebäude renoviert wurden. Nach der Besichtigung des botanischen Gartens beim Headquarter machten wir die längere ausgeschilderte Wanderung. Auch auf den Bergen blühten Blumen und die Wanderung gab einen guten Einblick in die Flora der Region. Anschliessend fuhren wir einen Grossteil der 4x4-Trails des Reserves ab und sahen ausser Blumen auch einige Tiere, unter anderem auch viele Oryx mit Jungen. Das Goegap NR hat uns gut gefallen, bietet es doch auf relativ kleinem Raum eine abwechslungsreiche Landschaft, Flora und Fauna. Schade konnten wir nicht hier übernachten, zumal wir uns (zu Recht) sehr unsicher fühlten in Springbok.
Liebe Grüsse Daniela
Teil 927. Okt. 2013
Guten Morgen
Es geht nun endlich wieder weiter. Sorry, dass sich das Ganze so in die Länge zieht, aber im Alltag findet sich nicht immer ein Zeitfenster und das Verkleinern der Fotos sowie das Schreiben des Berichts dauert doch ein wenig.
Zuerst mal noch etwas zu Markus' Flickr-Fotos: Er fotografiert mit einer Sony Nex7 und seinen "alten" Leica-R-Linsen. Diese haben eine phantastische Optik, im Zusammenspiel mit Nex7 funktioniert dafür der Autofokus nicht. Allerdings bietet die Nex7 ein super System für die manuelle Fokusierung. Wenn ihr nun die Vogel- und anderen Tierbilder anschaut (z.B. Black Eagle und Rock Dassie in Augrabies NP), bedenkt, dass diese alle mit manueller Fokusierung aufgenommen wurden. Mein Autofokus hatte dagegen keine Chance!
Nun aber weiter:
Nach einer weiteren Nacht in Springbok machten wir uns auf die lange Fahrt Richtung Osten bis zum Augrabies Falls NP. Dort hatten wir zwei Nächte auf dem Campground gebucht. Zuerst sahen wir uns die Fälle von den verschiedenen Aussichtspunkten an fuhren anschliessend noch ein Stück in den Park hinein zu weiteren Aussichtspunkten. Wir hatten das Glück, zwei Black Eagles im Flug beobachten zu können, ein eindrückliches Erlebnis. Im letzten Sonnenlicht bestiegen wir noch den Moonrock bevor wir zurück zum Camp fuhren. Nach dem Braai ging’s noch zu den mit Scheinwerfern beleuchteten Fällen – eine surreale Impression.
Augrabies Flat Lizard
African Darter
Am nächsten Morgen früh nahmen wir den Rock Dassie Trail unter die Füsse. Zuerst dem Fluss entlang zu den Twin Falls, dann über mehrere Nebenflüsse über Stock und Stein auf einem Rundweg zurück zum Camp. Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Wanderung, die ca. 3 Stunden dauerte. Ein paar knifflige Bachüberquerungen wegen der rutschigen Steine waren auch dabei. Wir sahen wieder Klipspringer und Dutzende Rock Dassies sowie Giraffenspuren, von den Giraffen allerdings sahen wir zu der Zeit nichts. Auch wenn man nicht der grosse Wanderer ist, dem Fluss entlang bis zu den Twin Falls sollte man auf jeden Fall gehen, am besten früh morgens. Anschliessend fuhren wir in die Game Viewing Area bis zum Picknickplatz am entferntesten Ende des Circles, wo wir eine längere Mittagsrast einlegten, um auf dem Rückweg bessere Chancen für Tiersichtungen zu haben. Tatsächlich sahen wir auch einige Tiere: Strausse, Kudus, Zebras, Hartebeest und zu guter letzt doch noch Giraffen kurz vor dem Camp. Zudem war die Landschaft im Nachmittags- und Abendlicht sehr eindrücklich.
rutschige Steine bei Bachüberquerungen
Klipspringer - auf jeder längeren Wanderung gesichtet
Augrabies Landschaft im Nachmittagslicht
Campsite im Augrabies NP
In Augrabies lohnen sich unserer Ansicht nach 2 Nächte, um mehr als nur die Fälle mitzukriegen. Den Gamedrive hätten wir aber sicher nicht mehr so spannend gefunden, wenn wir Augrabies nach Kgalagadi besucht hätten. Die Landschaft ist aber sowieso sehr schön.
Liebe Grüsse Daniela
Teil 1004. Nov. 2013
Liebe Fomis
Endlich geht es in den KTP, ein Beitrag, auf den einige lange warten mussten.
Am anderen Morgen starteten wir früh, da wir reichlich Strecke vor uns hatten. Nach einem Einkaufs- und Tank-Zwischenstopp in Upington kamen wir ca. um 14 Uhr beim Gate in Twee Rivieren an. Die verschiedenen Kontrollen und Check-ins waren sehr speditiv und nach maximal 15 Minuten fuhren wir in den Park ein. Wir senkten noch den Luftdruck an der Tankstelle und begaben uns wegen der immer noch hohen Sonne ohne allzu viele Erwartungen auf Gamedrive im Nossob-Tal. Da wir auf dieser Reise noch nicht so verwöhnt waren mit Tiersichtungen, hielten wir für jedes kleine und grosse Tier an. So entdeckten wir auch die ersten Suricates. Eigentlich beobachteten wir kleine Vögel und aus dem Augenwinkel nahm ich die Suricates wahr, die sich eilig davon machten. Wir konnten sie ca. 300 m verfolgen, bevor sie sich in ihren Bau retteten. Die Neugier oder der Hunger trieb sie jedoch nach einiger Zeit wieder aus dem Bau und nach mehrmaligem Rein und Raus hatten wir sie dann im Bild. Ein vielversprechender Anfang, da Suricates unbedingt auf unserer Wunschliste standen.
Ausser den üblichen Verdächtigen begegnete uns an diesem Abend auch noch eine African Wildcat. Diese erste Nacht hatten wir in Rooiputs gebucht. Wir hatten Campsite 4, die zuhinterst liegt und freien Blick über die Sanddünen dahinter bietet. Allerdings ist das Plumpsklo etwas weit entfernt und am Abend zogen wir für das kleine Geschäft den Sand neben dem Zelt dem Klo vor. Auf dieser Campsite bekommt man eigentlich nichts mit von der neuen Lodge, das Wildnis-Feeling besteht nach wie vor. Die Dusche war übrigens nicht in Betrieb, allerdings gab es Wasser beim Spülbecken hinter Klo und Dusche. Hinter uns in den Dünen zogen Gnus vorbei und uns war sehr bewusst, dass diese bestes Löwenfutter waren. Wir sahen und hörten aber nichts von Löwen.
Campsite Nr. 4 in Rooiputs
Am nächsten Morgen standen wir wieder sehr früh auf, packten zusammen und verliessen das Camp ca. 5 Minuten später als die erlaubte Zeit. Wir fuhren nördlich und freuten uns über die vielen Oryxe und Springböcke, die ihre Kräfte im Morgenlicht massen. Überall stiegen Staubwolken auf, wo zwei Tiere kämpften oder die Springböcke „prunkten“. Ausser den Oryx und Springböcken sahen wir viele der weiteren Tiere, die man in dieser Gegend häufig sieht: Strausse, Wildebeests, Hartebeests, Erdhörnchen, Doves. Nach dem Frühstück auf dem Picknickplatz Melkvlei wies uns ein entgegenkommendes Fahrzeug auf Löwen hin, die 5 km nördlich auf der Strasse liefen. Wir fuhren etwas schneller und sahen auch bald die Spuren der Löwen. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, bevor sich der Mähnenlöwe für sein ausgedehntes Nickerchen ca. 10 m von der Piste in den Staub legte. Das übrige Rudel lag etwas weiter im Schatten zwischen Büschen versteckt. Bei dieser Sichtung war sonst nur noch ein Auto. Der Tag war gerettet mit unserem ersten Löwenrudel und ohne Menschen-/Autoauflauf.
Bald darauf passierten wir ein Wasserloch, wo gerade ein Caracal am Trinken war. Gegen Mittag kamen wir in Nossob an, wo wir duschten, die Erdhörnchen und Yellow Mongooses beobachteten und schliesslich auch noch im Hide Ausschau hielten. Leider gab es nichts Aufregendes zu sehen in der Mittagszeit. Danach fuhren wir weiter Richtung Polentswa, wo wir 2 Nächte gebucht hatten. Wir hatten die Campsite Nr. 1 mit Blick über das ganze Tal. Nach dem Aufstellen des Zeltes ergriffen wir die Flucht, da es einen aufdringlichen Bienenschwarm auf der Suche nach Wasser auf der Campsite gab. Wir fuhren zum nahen Wasserloch Polentswa, wo zwei Wagen an einer merkwürdigen Stelle parkten. Wir konnten aus 3. Position nicht erkennen, was sie sahen. Unsere Nachfrage ergab, dass sich im Dreieck zwischen Piste, Zu- und Wegfahrt ein junger Leopard versteckt hielt. Diesen hatten unsere Campnachbarn entdeckt, als er mit seiner Mutter am Nachmittag zum Trinken ans Wasserloch kam. Danach hat ihn die Mutter dort zurückgelassen. Die Nachbarn liessen uns dann auch mal ran, sodass wir wenigstens das gefleckte Felle erkennen konnten im Gebüsch. Die einen hatten dann genug und fuhren zurück zum Camp. Der andere Wagen und wir hatten Glück und konnten den Leoparden dann doch noch richtig sehen. Allerdings war es schon ziemlich dunkel und die Qualität des Bildes reicht höchstens noch als Beweisfoto. Zum Glück waren die Bienen nach Sonnenuntergang weg und wir genossen den schönen Abend. Wir bekamen noch Besuch von einem Schakal, sonst war alles ruhig und wir krochen nach einem leckeren Braai und einem Glas Rotwein zeitig ins Zelt.
Caracal nach dem Trinken
Yellow Mongoose am Mittagessen in Nossob
"Beweisbild" Leopard
Polentswa Campsite Nr. 1
Das nächste Mal geht es weiter mit dem sehr ergiebigen Polentswa-Wasserloch.
Liebe Grüsse Daniela
Teil 1109. Nov. 2013
Liebe Fomis
Danke für euer Feedback. Ich hoffe, ich kriege nun endlich noch den Rest der Reise hin.
Am nächsten Morgen früh fuhren wir gleich wieder zum Polentswa Wasserloch, um zu sehen ob evt. der Leopard noch dort sei. Dies war nicht der Fall, dafür trafen wir einen männlichen Löwen mit zwei Löwinnen beim Trinken, alle drei noch relativ jung. Auch diesmal war das Licht nicht optimal, da die Sonne noch nicht aufgegangen war. Die drei tranken und eine der Löwinnen lief in Richtung Campsite davon. Kurz darauf hörte man plötzlich Löwengebrüll, die typischen Reviermarkiergeräusche. Man konnte förmlich sehen, wie sich beim Mähnenlöwen die Nackenhaare aufrichteten. Sie horchten ein paar Minuten, bevor sie in die andere Richtung über die Piste davonliefen. Wir warteten am Wasserloch und nach einiger Zeit kam die Löwin, die in die andere Richtung als ihre Familie gelaufen war, zurück zum Wasserloch, wo sie ein paar Tauben jagte, bevor sie den anderen beiden nachlief.
Löwe in "Achtungstellung"
Dieser Tag fing gut an. Wir blieben einige Zeit am Wasserloch sitzen und beobachteten Cape Doves, nervöse Namaqa Sandgrouses, Wildebeests, ein Hartebeest und ein Schakal, die alle zum Trinken kamen. Der Schakal versuchte ohne Erfolg, Tauben zu fangen. Interessant war, dass auch Wildebeests und Hartebeests vor dem Schakal Angst hatten. Was kann ein einzelner Schakal einem so viel grösseren Tier antun? Die Instinkte sind aber scheinbar so programmiert. Nach ca. zwei Stunden fuhren wir noch ein bisschen nördlich bis zum nächsten oder übernächsten Wasserloch, wo nichts los war und anschliessend für eine kurze Verpflegungs- und Pinkelpause ins Camp. Am Mittag waren wir wieder am Wasserloch, da dieses bekannt ist für die vielen trinkenden Raubvögel am Mittag. Es windete ziemlich stark, sodass immer wieder Staubwolken über die Ebene geblasen wurden. Wir befürchteten schon, dass darum die Raubvögel nicht kämen, aber zum Glück war das nicht so. Zuerst kam aber ein Warthog. Diese sind im KTP ja nicht so häufig wie anderswo. Wir mussten nicht lange warten, da kamen die ersten zwei Bateleurs, die sich zuerst auf einem sicheren Baum niederliessen. Plötzlich flog ein riesiger Vogel heran, ein Lapped Faced Vulture, ein eindrücklicher Aasfresser. Nach seinem Abflug trauten sich die Bateleurs erst nach einer gefühlten Ewigkeit endlich zum Wasserloch. Es war nicht nur das Paar, sondern auch ein Jungtier und ein weiteres adultes Tier. Nach den Bateleurs kam ein Secretary Bird und immer wieder auch die üblichen Verdächtigen. Wir fuhren nochmals für eine kurze Siesta ins Camp, bevor wir uns am Abend nochmals ans Polentswa Wasserloch setzten. Diese Wasserloch ist wirklich super, den ganzen Tag lief immer etwas und es hat nie viele Leute, da es ausser für die vier Campsites zu weit weg ist für die gute Fotozeit. Hier war aber auch die Mittagszeit ergiebig, was die vorbei fahrenden Autos gar nicht realisierten. Oft machten sie nur einen kurzen Abstecher zum Wasserloch – nix interessantes und schon waren sie wieder weg.
Termitenhügel nördlich von Polentswa
Secretary Bird
Bateleurs auf einer Akazie
Die folgende Nacht war sehr spannend. Die ganze Nacht hörte man das Reviergebrüll der Löwen. Wir stellten uns vor, dass „unser“ junges Männchen versuchte sein Revier zu erorbern oder zu erhalten und der andere Löwe seines zu verteidigen. Zum Glück war das Gebrüll, wenn auch sehr gut hörbar, immer etwa gleich weit weg. Direkt neben dem Zelt hätte es uns wohl ziemlich Angst gemacht. Am nächsten Morgen früh brachen wir das Camp ab und verräumten alles, mittlerweile dauerte das inkl. Vorbereitung für das frugale Frühstück ca. 20 Minuten. Wir fuhren wieder die 2 km über die Holperpiste zum Wasserloch, wo wir dann unser Müesli im Auto assen und auf die Löwen warteten. Leider kamen diese nicht und nach ca. einer Stunde fuhren wir südlich. Wir sahen zwar frische Löwenspuren auf der Piste, die dazugehörigen Tiere waren aber über die Dünen verschwunden. In Nossob konnten wir uns ein wenig die Füsse vertreten und wir gingen auch noch in den Hide. Es herrschte Aufregung, da jemand sagte, er habe Cheetahs gesehen. Das interessanteste, was wir in der nächsten Stunde sahen, war ein Crimson breasted Shrike. Wir fuhren weiter nach Süden. Wenig weiter südlich standen Dutzende Autos am Strassenrand. Es gab tatsächlich Cheetahs zu sehen, drei Brüder, allerdings weit weg auf einer kleinen Düne liegend und höchstens ein Beweisfoto wert. Nach einiger Zeit fuhren wir weiter und machten eine kleine Pause beim Picknickplatz Dikbaardskolk bevor fuhren wir über die Upper Dune Road ins Auobtal wechselten. Uns gefiel es, zur Abwechslung mal aus dem Tal zu kommen und in stetem Auf und Ab die Dünen zu befahren. An Tieren waren vor allem einige Black Korhaans und Kori Bustards zu sehen. Ausserdem ein paar Oryx und Steenboks, die aber Reissaus nahmen, wenn man anhielt.
Upper Dune Road
Liebe Grüsse und Fortsetzung folgt Daniela
Teil 1209. Nov. 2013
...und ich fahre gleich noch weiter mit KTP
Das Auobtal hat einen ganz anderen Charakter als das Nossobtal. Es ist viel enger und hat zum Teil Kalkkrusten als Uferböschung. Landschaftlich gefiel es uns sehr, aber ausser Vögeln gabe es nicht viel zu sehen. Die Vögel waren dafür interessant. Ein Paar Martial Eagles auf einem Baum, Yellow Billed und Grey Hornbills, Crimson Breasted Shrikes und Lilac Breasted Rollers sowie ein paar weitere waren die Ausbeute des heutigen Nachmittags. Wir hatten in Kieliekrankie gebucht, das einzige Wildernesscamp, das noch Platz hatte und fuhren bald dahin, da wir die Unterkunft geniessen wollten. Die Cabins liegen wirklich sehr schön und wir konnten ein Paar Steenboks beobachten vor dem Eindunkeln. Das Wasserloch ist zwar weit weg, aber die Stimmung ist schon sehr schön. Am nächsten Morgen gingen wir es etwas gemütlicher an und frühstückten auf der Terrasse, am Wasserloch zeigte sich jedoch nichts.
Blick über die Dünen von Kieliekrankie
Terrasse Kieliekrankie
Nach dem Auschecken fuhren wir zurück ins Tal und langsam nordwärts. Ausser einer Herde Giraffen und vielen White Backed Vultures mit Jungen in ihren Nestern sahen wir nicht viel Spannendes. Am frühen Nachmittag kamen wir in Mata-Mata an und bezogen unser River View Chalet. Zum Glück hatten wir hier nicht Camping gebucht. Der Platz war voller südafrikanischer Clans mit Kleinkindern, die rumschrien. Wir fanden das für die Kleinen eher Quälerei. Die viele Fahrerei oder das Rumsitzen an Wasserlöchern, wo nicht viel geschieht, ist ja nicht wirklich spannend für Kinder. Wir fuhren dann nochmals raus für den Abend-Gamedrive, aber ausser den Geiern war wieder nichts los. Was auf unserer Wunschliste unter anderem noch fehlte, war eine Verreaux’ Eagle Owl. Wir schauten schon seit wir im Auobtal waren in praktisch jeden Baum und hatten bis jetzt noch keinen Erfolg. Auf dem Rückweg suchten wir wieder die Bäume ab und plötzlich sah ich eine Eule aus dem Augenwinkel. Wir hatten ein gute Sicht auf sie und sie putzte sich sogar für uns und schaute uns mit verschlafenem Blick an.
Verreaux' Eagle Owl bei der Federpflege
Terrasse River View Chalet Mata-Mata
Anschliessend fuhren wir zurück ins Camp und warfen den Braai an. Dies war unsere letzte Nacht im KTP und am anderen Morgen früh checkten wir aus, bevor wir nochmals südlich in den Park fuhren. Leider waren wir wieder nicht besonders erfolgreich und zudem war die Piste südlich von Mata-Mata sehr schlecht und wir hatten die Nase voll davon, immer im Auto zu sitzen. Wir fuhren Mitte morgen aus dem Park raus und nach dem üblichen Formularkrieg in Namibia ein. Es gibt ja Leute, die 2 Wochen im KTP bleiben. Uns haben die 6 Tage/5 Nächte gereicht. Klar kommt man ins „Jagdfieber“ und hofft auf die ultimative Sichtung, aber so lange ohne Möglichkeit, sich richtig zu bewegen, ist nichts für uns.
Auf den nächsten ca. 100 km begegneten wir niemandem. Dann kamen langsam die Autos auf dem Weg in den KTP. Unterwegs sahen wir auch noch eine grössere Kolonie Suricates und einen Black Eagle auf einem Telefonmast sitzend. Leider flog er davon, bevor wir ihn fotografieren konnten.
Suricates an der C15
Wir hatten die Campsite „Adlerhorst“ auf Wildmoor gebucht. Diese erwies sich für unsere letzte Campingnacht als Glückstreffer. Es ist eine Cattlefarm im Auobtal und die Besitzer haben direkt an die Felswand eine Terrasse gebaut mit Spülbecken und Braai und flachem Platz zum Zelten. 20 m daneben gibt es neben einem Fels eine mit Donkeyboiler beheizte Dusche und ein WC. Zuerst kletterten wir aufs Plateau oberhalb der Campsite und wanderten dann einige Zeit der Kante entlang. Es war richtig schön, sich wieder mal die Füsse zu vertreten. Dabei scheuchten wir zwei Spotted Eagle Owls auf, die bei einem Fels sassen. Sie flogen davon, aber die eine konnten wir wenigstens noch von Weitem fotografieren. Ausserdem gab es viele Rock Dassies, deren Bauten sich in den Gängen des Kalkfelses befanden. Wir stellten diese Nacht kein Zelt auf, da es laut Besitzer weder Hyänen noch sonst etwas gefährliches gäbe und die Schlangen noch nicht aktiv seien, da es erst ein paar Tage warm war. Von der Terrasse sah und hörte man zwar die Strasse (C15), aber es kam höchstens alle halbe Stunde mal ein Wagen und nach Einbruch der Dunkelheit fährt ja niemand mehr rum. Uns hat der Platz gut gefallen, ist ein guter Zwischenhalt auf dem Weg vom KTP Richtung Norden. Es gibt dort zur Abwechslung Kalkfelsen statt Sanddünen.
Campsite Adlerhorst in Wildmoor mit Openair-Bad links bei den Felsen
gut getarnte Spotted Eagle Owl
Canpsite Adlerhost Wildmoor
Lieber Gruss Daniela
Teil 1309. Nov. 2013
Liebe Fomis
Hier noch der letzte Teil des Reiseberichts.
Unser nächstes Ziel war die Okambara Elefant Lodge. Wir wollten uns noch etwas Gutes tun vor der Rückreise und noch Elefanten sehen, da es diese ja im Süden sonst nicht gibt und Elefanten einfach so toll sind.
Die Lodge ist sehr schön, der Bungalow, den wir hatten war auch sehr geschmackvoll und das Essen okay. Die zahmen Katzen haben uns eher etwas beelendet als beeindruckt und der Gamedrive war leider nicht sehr gut. Das Ziel des Fahrers war einzig, die Elefanten zu finden, die einen Sender tragen. Er hielt z.B. zuerst nicht mal bei einem Rudel Elands an, erst als ich stopp rief. Er schaltete dabei nicht einmal den Motor aus. Wir fanden zwar die Elefanten noch, aber schon fast zu spät mit wenig Licht. Ausserdem litt die Gegend unter extremer Trockenheit und war wohl früher extrem überweidet gewesen und darum jetzt total verbuscht. Uns hat der Drive und das Gelände jedenfalls nicht so gefallen und wir verzichteten auf einen weiteren Gamdrive am nächsten Morgen. Am Abend wurden auf der Terrasse die Küchenabfälle ausgeleert, was 8 Stachelschweine anlockte. Wir sind ja dagegen, dass Wildtiere gefüttert werden, aber die Stachelschweine aus der Nähe zu sehen, fanden wir dann doch cool.
Cheetah in Okambara
Blühende Akazien-Büsche auf Okambara
Okambara Elefant
Haupthaus Okambara Elefant Lodge
Bungalow von aussen
Bungalow Innenansicht
"Mixed Grill" am Wasserloch hinter dem Okambara-Haupthaus
Am anderen Morgen sassen wir noch ein paar Stunden am Wasserloch hinter dem Haus bevor wir uns auf denWeg nach Windhoek machten. Dort luden wir unser Gepäck im Chameleon Guesthouse aus und gaben anschliessend unseren Wagen ab. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit Organisieren unseres Gepäcks und ein paar friedlichen Stunden am Pool im Chameleon. Am Abend fuhren wir ins „Am Weinberg“ zum Abschieds-Nachtessen. Ein ausgezeichnetes Essen mit schönem Blick über die Stadt von der Terrasse aus, allerdings für namibische Verhältnisse recht teuer und für unseren Geschmack etwas zu deutsch.
Am nächsten Morgen gingen wir noch zu Fuss in die Stadt, machten einen kleinen Rundgang zu den üblichen zentralen Sehenswürdigkeiten bevor wir im Craft Center Café einen leckeren Salat assen und zurück zum Chameleon gingen. Wir wurden pünktlich um 13 Uhr vom Fahrer unseres Vermieters abgeholt und zum Flughafen gefahren. Check-in war schnell erledigt und wir standen noch ein Weilchen vor dem Flughafengebäude an der Sonne und flogen pünktlich nach 16 Uhr nach Johannesburg. Diesmal beeilten wir uns nach dem Aussteigen und überholten viele Mitreisende aus dem Flugzeug in den langen Gängen zur Immigration. Daher mussten wir nicht so lange anstehen und erwischten unseren Weiterflug mit Swiss nach Zürich problemlos, obwohl wir nur 1 1/4 Std. zwischen den Flügen hatten.
Fazit der Reise: Es hat uns wieder sehr gut gefallen. Die Weiten, Farben und Formen und vor allem Ruhe im südlichen Namibia, die Blumenpracht im Namaqualand und der Kgalagadi Transfrontier NP boten eine abwechslungsreiche Reise. Wir sind zwar viel gefahren und hatten manchmal auch nur eine Nacht am selben Ort. Dies hat uns aber nicht gestresst, da Camping in dieser Region der Welt unglaublich schön ist, aber eben nur Mittel zum Zweck,um der Natur näher zu sein. Wir haben uns so wenig wie möglich mit dem Alltagskram befasst und Auf- und Abbau, Einkauf etc. auf ein Minimum beschränkt. Wir sind immer vor oder spätestens mit der ersten Dämmerung aufgestanden und haben oft erst im Dunkeln angefangen zu kochen. So blieb uns genug Zeit für Wanderungen, Fahrten und Fotografieren. Nun überlegen wir uns, wo die nächste Afrikareise hingehen soll: Nordnamibia, Botswana, Uganda/Ruanda, östliches Südafrika? Die nächste Reise 2014 wird aber wahrscheinlich wieder in die USA gehen.
Allen vielen Dank fürs Mitlesen und liebe Grüsse Daniela
PS: Falls ihr noch irgend etwas genauer wissen wollt, schreibt ruhig.