Mit ROTEL 9000 km durch das südliche Afrika

Reisebericht 198 Antworten · 89,3k Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2013 von Australienfan
123 Beiträge · seit 201311. Okt. 2013 · #121
Hallo Australienfan,
vielen Dank auch für diesen Teil Deines Berichts; hatte schon Bedenken, dass dich der eine oder andere Kommentar von der Fortführung abhalten könnte.
Ich sehe das absolut nicht als Rotel Werbung, wenn dann eher als negativ Werbung.
Und allen denen es nicht gefällt, es ist doch niemand gezwungen diesen zu lesen... Kleine Anmerkung, ist wie beim Fernsehprogramm, man kann es Ausschalten 😎

Gruß

Peter

NB: Da auch meine Frau und ich im Urlaub immer unterwegs sind, und Einzelgänger, finden sich auf unseren Bildern auch jeweils jede Menge Fotos mit Fahrzeug. 😉
468 Beiträge · seit 200711. Okt. 2013 · #122
Hallo Australienfan!

Deine Pflanzen waren
1) Die Wasserspendende: Taler- oder Dollarbusch (Zygophyllum stapffii), umgeben von einem Psilocaulon
2) Die Rote: Mesembryanthemum barklyi, eine Mittagsblumenart mit auffälligen Blasenzellen
3) Die Stachelige: Acanthosicyos horridus (Nara) aus der Familie der Kürbisgewächse

Liebe Grüße von Barbara
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Themenstarter265 Beiträge · seit 200811. Okt. 2013 · #123
@Chrigu
Schön von Dir zu lesen. Freut mich, dass Du auch in diesen Reisebericht hineinschaust. Ich erinnere mich übrigens immer wieder gerne an die beiden winterlichen Namibia-Weekends in Spiez.

@Berg-Eule und Barbara
Ja genau, Talerbusch hatte der Guide zu der ersten Pflanze gesagt. Ich dachte noch, den Namen könne man sich gut merken hatte ihn aber trotzdem wieder vergessen. Und zu dem Stacheligen hat er glaube ich "Wüstenkürbis" gesagt.

@RT-Treiber
Ich hatte auch kurz überlegt, ob ich den Bericht weiter führen soll nach einigen Kommentaren - aber auf der anderen Seite gibt es ja auch immer wieder positive Kommentare, die mir zeigen, dass doch einige an dem Bericht interessiert sind. Und es ist wie Du sagst: Es wird ja niemand gezwungen den Bericht zu lesen, wenn man keine Bilder vom roten Rotel sehen möchte gibt es ja genug andere Reiseberichte, die "rotelfrei" sind.

Ich verstehe den Bericht selbst weder als Werbung noch als Negativ-Werbung, sondern in erster Linie als Information, damit man erfährt wie es auf der Reise abgeht. Ob einen das dann dazu animiert auch mal so eine Reise mitzumachen oder ob man total abgeschreckt ist, hängt von den jeweiligen Erwartungen und dem persönlichen Reisecharakter ab. Wenn man individuell mehrere Stunden am Fish-River-Canyon entlang laufen will ist es definitiv die falsche Reiseform. Aber zweifelsohne konnte man auf der Reise sehr viel sehen. Auf der gleichen Route Oudtshoorn an der Gardenroute, den Tafelberg in Kapstadt sowie den Cape Point, den Fish River Canyon in Namiba, Sossusvlei, eine Wüstentour bei Swakopmund, Etosha, die Victoria Falls in Zimbabwe, die Great Zimbabwe Ruins und den Krüger Park abzudecken ist schon nicht schlecht. Klar, es ist schon irgendwie im Japaner-Stil mit Fotostopps und so. Nach meiner Einschätzung waren für 90% aus unserer Gruppe die Stopps und Fotomöglichkeiten absolut ausreichend. Dass ich mir hier und dort (z.B. im Köcherbaumwald oder im Deadvlei) ein paar Minuten mehr gewünscht hätte liegt einfach daran, dass ich nicht nur mit einer Point-and-Shoot-Kamera ein Erinnerungsbild machen möchte sondern gerne richtig fotografiere und das braucht halt manchmal etwas mehr Zeit.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
761 Beiträge · seit 201011. Okt. 2013 · #124
Hallo, Australienfan,

ich bin erst kürzlich auf Deinen Bericht gestoßen. Macht Spaß ihn zu lesen, das Rotel ist aber auch echt so ein schöner roter Farbfleck im Photo. 😉 Ich kann das nachvollziehen.

Vor Jahren hatten wir auch mal angedacht, mit Rotel von Nord nach Süd durch die Sahara zu reisen, sind aber wieder davon abgekommen.
Interessanterweise hatten wir bei unserer allerersten Afrikareise 1997 die Route von Roteltours, die Du gemacht hast, als Anhaltspunkt für unsere Planung übernommen, weil wir uns gedacht hatten, was Rotel kann, schafft ein Wohnmobil auch. 😄
Wir haben die Reise in umgekehrter Richtung unternommen, also mit Zimbabwe begonnen, und auch sonst einiges geändert.
In den Jahren danach sind wir mit Allradcamper in Namibia, Botswana , Sambia unterwegs gewesen. Momentan sind wir grad bei der Planung für September 2014, es wird nach Südafrika, Hwange, Botswana gehen. 🙂

Bin gespannt auf Deine Fortsetzung!



Gruß
Doro
~ Africa is a feeling ~
Themenstarter265 Beiträge · seit 200812. Okt. 2013 · #125
17. Tag: Von Swakopmund nach Khorixas


Wir verliessen den Campingplatz in Swakopmund und fuhren als erstes zum Supermarkt in der Innenstadt. Mindestens jeden 2. Tag gab es einen Supermarkt-Stopp auf der Reise.


Im Supermarkt traute ich meinen Augen kaum als ich am Weinregal vorbei ging.


Da stand doch tatsächlich ein Blauer Bock aus dem 5000-Einwohnerdorf Hochstadt (Maintal) im Regal. Hochstadt war mein letzter Wohnort, bevor ich in die Schweiz ausgewandert bin.


Natürlich wurde auch der Biervorrat für das Rotel wieder aufgefüllt.


Die Fahrt führte erstmal nach Norden, vorbei an einigen Slums.


Um 10.30 Uhr erreichten wir das 120 km nördlich von Swakopmund gelegene Cape Cross. Das ist eine der grössten öffentlich zugänglichen Robbenkolonien der Welt. Angeblich leben hier rund 250'000 Robben!


Auch hier stieg ein Teil der Gruppe zuvor aus dem Rotel aus und sah sich dieses vom Umweltministerium zum Naturreservat erklärte Highlight der Reise nicht an. Und das obwohl es der einzige Besichtigungspunkt des Tages gewesen ist.


Das letzte Mal als ich hier war (Ende Mai) hatte ich kaum Jungtiere gesehen. Diesmal wimmelte es nur so von Heulern. Die Jungtiere werden im Oktober/November geboren und waren dementsprechend jetzt ca. 10 Wochen alt.


Jungtier des Südafrikanischen Seebären (Ohrenrobbe)


Aufgrund der immensen Anzahl der Robben sehen sich viele Fischer gefährdet, da Robben täglich 8% ihres Eigengewichts an Fisch fressen. Deswegen werden hier jährlich Quoten für die Robbenjagd erlassen, um den Bestand zu dezimieren. In den letzten Jahren wurden jährlich 86'000 Tiere (ausschliesslich junge Männchen) geschlachtet. Von den Tieren wird das Fell, das Fleisch und das Fett verarbeitet.




Ohrenrobbe am Kreuzkap




Zum Schutz der Tiere (und vermutlich auch der Besucher) kann man sich am Strand nicht frei bewegen. Es gibt aber einen langen Holzsteg, auf dem man sehr dicht an die Robben heran kommt. Es gibt nicht nur viel zu sehen sondern das ganze ist auch ein unvergessliches Geruchs- und Geräuschserlebnis, da die Robben einen ziemlichen Lärm machen (jetzt weiss ich wieso kleine Robben Heuler genannt werden). Und da zwischen den Robben natürlich auch Exkremente sowie tote Tiere liegen stinkt es auch etwas.


Robbenjungtier am Kreuzkap


Was mich wieder ziemlich ärgerte war, dass wir nur 30 Minuten hier verbringen durften. Eine Stunde wäre angemessen gewesen und hätte von der Tagesplanung auch durchaus drin gelegen. Insbesondere, da sich genau zum Zeitpunkt unserer Abfahrt der Nebel legte und die Robben im Sonnenlicht gewesen wären. Es war auch keine Zeit zum Steinkreuz und Gedenkstein der portugiesischen Seefahrer zu gehen (okay, das hatte ich bereits 4 Jahre zuvor gesehen und fotografiert). Es sind wirklich nur ein paar Kleinigkeiten, die man auf dieser Tour anders organisieren müsste und schon würde sie auch Fotografen zufrieden stellen...






Das Rotel umgeben von Robben am Cape Cross


Wir verliessen das Robbenreservat um 11.00 Uhr. Von Cape Cross hatten wir noch 290 km bis zum Tagesziel, einem Campingplatz in Khorixas, vor uns. Zuerst führte unsere Route über eine Salzstrasse entlang der Küste.


Unser Reiseleiter wollte uns zeigen was das für Tonnen mit Kristallen sind und liess den Bus auf der Salzstrasse anhalten.


Regelmässig standen neben der Strasse provisorische Tische mit (wenn ich es richtig in Erinnerung habe) Salzkristallen. Daneben eine Dose, in die man Geld zum Bezahlen werfen konnte, wenn man einen Kristall mitnimmt.




Ich hab ja schon gesagt, dass ich gerne Autos fotografiere. Dabei versuche ich immer wieder mit neuen Perspektiven zu experimentieren. Für das Bild legte ich mich komplett auf den Boden und versuchte den dunklen Stein im goldenen Schnitt zu platzieren.


Nach einiger Zeit sahen wir schätzungsweise 30 km Entfernung das gewaltige Brandbergmassiv. Im Brandbergmassiv liegt auch der Königstein, der mit 2573 m höchste Berg Namibias. Am Strassenrand versuchten Einheimische den Touristen Steine zu verkaufen, die sie hier in der Gegend gesammelt haben.


Steinauslage am Strassenrand




Zwei Steinverkäufer. Das Zeichen, was sie mit der rechten Hand machen soll übrigens Namibia darstellen. Die ulnare Handkante stellt dabei die Atlantikküste dar, der Daumen symbolisiert den Caprivizipfel, der eingezogene Zeigefinger die Grenze zu Botswana und der ausgestreckte Mittelfinger und die Fingerspitzen die Grenze zu Südafrika.


Ein Stein gefällig...?


Ich hatte den Eindruck dass viele dieser Steinsammler in solchen zusammengebastelten Hütten aus Wellblech leben.


Um 13:45 Uhr erreichten wir Uis, eine 30 km vom Brandbergmassiv entfernte Siedlung, welche für die Arbeiter der nahe gelegenen Zinn- und Wolframmine erbaut wurde. In ihrer Blütezeit Anfang der 80er Jahre war Uis die grösste Zinnmine der Welt. Damals wurden 140 Tonnen Zinn in der Stunde gefördert - rund um die Uhr an 7 Tagen in der Woche. 1991 wurde die Mine aufgrund gefallener Zinnpreise stillgelegt und Uis wurde fast über Nacht zur Geisterstadt. Heute ist es nur noch ein Dorf, was aber die Funktion eines Versorgungszentrums (Supermarkt, Restaurant, Tankstelle) übernimmt.


In Uis machten wir eine Stunde Mittagspause


Ich verbrachte die ganze Stunde am Supermarkt und versuchte eine dort gekaufte namibianische Telefonkarte zum Laufen zu bringen, weil ich dringend ins Internet musste.


Uis machte auf mich ein wenig den Eindruck einer Oase - ringsum liegt praktisch nur halbwüstenartiges Gebiet und hier in der Stadt gab es eine ganze Menge Blüten.


Hererofrauen fallen oft auf: Sie tragen bunte Kleider und einen sehr speziellen Hut. Obwohl die Tracht den Herero von den deutschen Kolonialisten auferlegt wurde, wird sie auch heute noch getragen. Die Tracht wurde von den Frauen der Kolonialisten entworfen, da sie den Anblick der halb nackten Stammesmitglieder nicht ertragen haben.


Herero-Frau an einem Verkaufsstand am Strassenrand




Der bekannteste "einheimische" Stamm in Namibia sind die Himba, die auch heute noch traditionell in ihren kleinen Holziglus leben und sich traditionell kleiden. Die Himba leben im Nordwesten Namibias. Bei meinem letzten Besuch habe ich zwei Himbadörfer im Kaokoveld besucht. Bei dieser Dame könnte es sich theoretisch auch um eine Hererofrau handeln, die sich als "Himba" verkleidet hat, um von Touristen Geld als Fotomotiv zu erhalten.






Diese Gefährte nannte unser Reiseleiter "Kalahari-Ferrari"


Den Campingplatz in Khorixas erreichten wir gegen 17:15 Uhr. Unser Reiseleiter war sehr rigoros was das Verlassen des Campingplatzes anging. Genau auf der gegenüberliegenden Strassenseite (!) befand sich eine Tankstelle mit angegliedertem Supermarkt. Als ich dem Reiseleiter mitteilte, dass ich dort hingehen würde, um Getränke zu verkaufen schaute er völlig geschockt und meinte, dass ich auf keinen Fall alleine gehen dürfe.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
Themenstarter265 Beiträge · seit 200812. Okt. 2013 · #126
@Doro
Danke für Deinen Kommentar. Ich hab auch scon Busreisen als Grundlage für Selbstfahrertouren genommen. Wir hatten bei unserer ersten Namibiatour auch ein ganz schönes Tempo drauf - aber Rotel toppte das noch. Wofür sich andere aus dem Forum 5 Tage Zeit nahmen, das machte ich in 3 Tagen - und Rotel in 2 Tagen. Die Sahara Tour mit Rotel würde mich auch interessieren. Gut möglich, dass ich die irgendwann nochmal mache. Nach Botswana fahre ich im Juli wieder, hab mich da aber für Overlandingafrica als Tourveranstalter entschieden. Einerseits gefiehl mir ihre Route (50 Tage!) andererseits haben die jüngeres Publikum.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
33,1k Beiträge · seit 200612. Okt. 2013 · #127
Hi Australienfan,

ich lese übrigens auch mit.
Nur eine Info zu "Bei dieser Dame könnte es sich theoretisch auch um eine Hererofrau handeln, die sich als "Himba" verkleidet hat.". Die Himba sind Hereros und unterscheiden sich nur in ihrer Lebensweise von diesen.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter265 Beiträge · seit 200813. Okt. 2013 · #128
18. Tag: Von Khorixas nach Etosha (Okaukuejo)

Heute hatten wir 280 km vor uns. Die Route führte von Khorixas mit einem Abstecher zum Vingerklip über Outjo bis zum Okaukuejo Camp im Etosha Park. Wie üblich verliessen wir um 8.00 Uhr den Campingplatz.


Nach knapp 50 km bogen wir auf die nicht asphaltierte D 2743 ab. Diese bietet einen imposanten Ausblick in das Tal der Ugab-Terrassen.


Unser Rotel hinterliess eine mehrere Hundert Meter lange Staubwolke


Der erste kurze Fotostopp erfolgte spontan als unser Reiseleiter einen Termitenhügel entdeckte


Termitenhügel können sehr groß werden und mehrere Millionen Termiten beherbergen. Vor allem in Afrika prägen sie oft das Bild von Steppenlandschaften. Bei Bauten der afrikanischen Termiten wurden Höhen von bis zu sieben Metern und ein Basis-Durchmesser von bis zu 28 Metern gemessen. Das Baumaterial der Termitenhügel setzt sich aus Erde und zerkautem Pflanzenmaterial (Zellulose) zusammen, als Bindemittel dienen Kot und Speichel der Termiten. Diese Mischung erreicht eine enorme Festigkeit und Härte, die etwa jener von Sandstein entspricht. Das Zentrum eines Termitenhügels bildet die Kammer mit der Termitenkönigin, dem einzigen fruchtbaren Weibchen, das sämtliche Eier des Insektenvolkes produziert. Um die Kammer der Königin herum erstreckt sich der meist konzentrisch angelegte Bau.



Auch unser Fahrer Reinhard nutzt die eine oder andere Gelegenheit Fotos zu machen und steigt dafür schon mal auf das Dach des Rotels...



Unser erstes Tagesziel erreichten wir gegen 9:30 Uhr: Die 35 m hohe Vingerklip (Fingerklippe) ist auch als Kalkkegel bekannt und erhebt sich rund 75 km östlich von Khorixas. Sie wurde aus einem Kalksteinplateau herauserodiert, das vor über 15 Mio. Jahren entstanden ist.


Wer Lust hatte konnte die Vingerklip besteigen. Ein nicht allzulanger Pfad führte hinauf. Die Vingerklip liegt im Zentrum eines Tals, das an den amerikanischen Wilden Westen erinnert und deshalb auch das "Arizona von Namibia" genannt wird.


Von der Vingerklip aus hat man einen guten Ausblick über die Landschaft und einige andere Ugab Terrassen. Trotzdem zogen es übrigens einige Mitreisende vor, lieber unten beim Rotel zu bleiben. Und das obwohl der Aufstieg keineswegs sonderlich lang oder sehr anstrengend gewesen wäre.


Nach rund 40 Minuten setzten wir die Fahrt Richtung Outjo fort.


Outjo erreichte wir gegen 11:30 Uhr und es gab eine Möglichkeit die Vorräte im Supermarkt aufzufrischen und zum Mittagessen wurde eine Bäckerei empfohlen. Was mir hier ziemlich gegen den Strich ging war die extrem lange Mittagspause: Erst um 14:00 Uhr ging es weiter - eine Stunde Mittagspause hätte längstens gelangt und wir hätten am Abend noch etwas mehr Zeit im Etosha Park gehabt.


Die 2,5stündige Mittagspause erscheint noch absurder, wenn als Lokal für die Mittagspause eine deutsche Bäckerei empfohlen wird - alle Gerichte hier waren binnen maximal 5 Minuten zubereitet und nach weiteren maximal 10 Minuten verzehrt.


Die knapp 100 km von Outjo bis zum Etosha Park schafften wir in einer Stunde.


Der Etosha-Park ist einer der bekanntesten Tierparks der Welt.


Im Etosha Park darf nur maximal 60 km/h gefahren werden - Tiere haben immer "Vorfahrt". Eigentlich hatte ich erwartet, dass wir den ganzen Nachmittag mit Pirschfahrten im Park verbringen - stattdessen fuhren wir nur die 15 km bis zum Camp Okaukuejo.


Zebras sahen wir zuhauf...


Zebra im Etosha Park


Für Springböcke wurde gar nicht mehr angehalten... so viele hatten wir davon gesehen.


Oft versammelten sich die Tiere unter einem Baum im Schatten


Kudubulle


Um 16:00 Uhr erreichten wir unser Tagesziel, Okaukuejo - das Camp im Park mit dem schönsten Wasserloch!


Direkt neben unserem Rotel war ein Webervogelnest




Mich zog es in Okaukuejo natürlich zum Wasserloch, was rund 250 Meter von unserem Rotel entfernt war. Hier war den ganzen Nachmittag noch etwas los.


Natürlich hoffte ich auf was Spektakuläres... einen Löwen, der einen Springbock erlegt oder so etwas... aber es blieb friedlich.




Weisshand Nashornvogel




Gnu umgeben von zig Springböcken


Da mir ein tschechischer Fotograf, der ebenfalls hier am Wasserloch wartete sagte, er hätte gestern Abend einen Löwen hier gesehen, traute ich mich gar nicht mehr das Wasserloch zu verlassen - nicht dass ich genau in den paar Minuten weg wäre, wenn der Löwe käme. Daher verzichtete ich auch auf das Abendessen und verbrachte den ganzen Abend am Wasserloch - der Löwe liess sich leider nicht blicken.


Oryx


Das Land hier war in früherer Zeit äusserst wildreich. Es enthielt einige der grössten Elefanten- und Nashornpopulationen der Welt. Die Nachrichten vom Wildreichtum lockten jedoch Freibeuter an. Elfenbein brauchte man für Klaviertasten und Billardkugeln, Straussenfedern für die Hüte der Damen und das Horn der Nashörner wurde von reichen Chinesen als Jugendelixier gekauft.


Die Eingeborenen hatten nichts gegen die Wilderer, denn sie brauchten diesen nur zu folgen, um genügend Fleisch zu haben. So endete die Massenjagd auf Elefanten mit ihrer völligen Ausrottung. Selbst in der Etosha-Pfanne war um 1880 kein einziger Elefant mehr vorhanden. Als in der deutschen Kolonialzeit Schutztruppen hierher kamen, reichte das Antilopenfleisch nicht mehr aus, um die wenigen Menschen zu ernähren.


1907 erklärte der Gouverneur von Lindequist ca. ein Viertel der Fläche von Namibia zum Naturschutzgebiet. Die Etosha-Pfanne mit ihrer Umgebung gehörte auch dazu. Schnell konnte sich die TIerwelt wieder regenerieren.


Damals war die Parkgrösse auf rund 93'000 km2 festgelegt. Ab 1947 wurde das Naturschutzgebiet sukzessive verkleinert, um der wachsenden einheimischen Bevölkerung mehr Lebensraum zu verschaffen. 1970 wurde die heutige Grösse von gut 22'000 km2 festgelegt.


Heute findet man im Etosha National Park nahezu alle Grosstierarten des südlichen Afrika sowie eine beeindruckende Anzahl verschiedener Vogelarten.


Sonnenuntergangsstimmung am Wasserloch von Okaukuejo. Übrigens gibt es hier mobiles Internet - ich konnte meinem Mann live vom Wasserloch hier draussen per Handy ein paar Bilder nach Hause schicken 😉


Mit der Abenddämmerung liessen sich auch einige Elefanten blicken.


Im Etosha Park leben 1500 - 2000 Elefanten.




Elefanten leben in Familien, bestehend aus einer älteren Kuh und ihren verschiedenaltrigen Nachkommen. Diese schließen sich oft zu Sippenverbänden zusammen und manchmal zu großen Herden von bis zu 100 Tieren. Erwachsene Bullen bewegen sich unabhängig zwischen den Familien.


Sehr schöne Stimmung abends gegen 20.00 Uhr am Wasserloch. Zu sehen ist ein Elefant und ein Nashorn.


Ich war von 16:00 - 0.00 Uhr durchgehend am Wasserloch.


Irgend ein Tier war eigentlich immer da... mal kam ein Elefant, dann ein paar Giraffen, dann ein Schakal... aber alle schienen sich irgendwie in Zeitlupe zu bewegen.


Nashorn am Wasserloch von Okaukuejo


Hier zu fotografieren ist übrigens gar nicht so leicht. Das Wasserloch ist zwar beleuchtet, aber es verlangt doch einiges von der Kamera noch halbwegs brauchbare Bilder zu machen. Dieses Foto ist beispielsweise mit einem ISO-Wert von 6400 aufgenommen.


Nashornmutter mit Jungtier


Dieses Nashorn badete erst eine Zeitlang im Wasser und beschloss dann ganz neugierig auf mich zuzukommen...


Hier ist es nur noch wenige Meter von mir entfernt. Da war mir dann schon ein wenig mulmig... es gab an dieser Stelle keine Absperrung zwischen mir und dem Tier, die ein Nashorn hätte aufhalten können. Mitlerweile war es Mitternacht und ich war ganz allein am Wasserloch. Greifen die Tiere eigentlich manchmal harmlose Fotografen an....?


Als das Nashorn nur noch 3 Meter von mir entfernt war, beschloss ich sicherheitshalber das Feld zu räumen und machte mich auf den Weg zurück zum Rotel.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 13. Okt. 2013
709 Beiträge · seit 201113. Okt. 2013 · #129
Hi,

wie immer sehr schöne Bilder. Wenn ich überlege wie unsere mit der Pentax Optio W90 sind! 🙁 🤨 🙄 😵

Und Ihr seid wirklich bis auf den Vingerklip hoch geklettert? So bergersteigermäßig? 😉
Oder doch nur bis zum Sockel des Vingerklip? 😗

2,5h in Outjo sind natürlich etwas viel. Außer einfachen Läden und Einkaufszentren sowie Bäcker gibt's da nicht viel. Aber vielleicht durfte oder wollte Rotel ja nicht so früh in Okaukuejo sein. Nicht daß einer noch fragt, was man mit dem freien Nachmittag in Okaukuejo machen kann... 🤩

Gruß

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 13. Okt. 2013
1'483 Beiträge · seit 200914. Okt. 2013 · #130
Hi, kurze Anmerkung: Der mit dem gelben Schnabel ist ein Gelbschnabeltoko.

Gruß Piscator
Themenstarter265 Beiträge · seit 200814. Okt. 2013 · #131
@Rocky
Du musst bedenken, dass die Bilder den "Preis" haben, dass ich z.B. die meiste Zeit mit über 5 kg Gewicht um den Hals herumlaufe. In der Regel hatte ich zwei sehr schwere Spiegelreflexkameras umhängen. Das ist nicht jedermanns Sache. Und das war wg. Rotel natürlich eine abgespeckte Kameraausrüstung. In den anderen Urlauben wiegt mein Fotorucksack über 10 kg...

Und mit dem Vingerklip hast Du natürlich Recht: Wir sind selbstverständlich nur bis zum Sockel gelaufen 😉
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 14. Okt. 2013
709 Beiträge · seit 201114. Okt. 2013 · #132
Australienfan schrieb: ...dass die Bilder den "Preis" haben, dass ich z.B. die meiste Zeit mit über 5 kg Gewicht um den Hals herumlaufe. In der Regel hatte ich zwei sehr schwere Spiegelreflexkameras umhängen...
Dafür unsere Hochachtung.

Hast Du auch Bilder vom Lagerleben rund ums Rotel? Und vom Okaukuejo Camp?

Gruß

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 14. Okt. 2013
Gast14. Okt. 2013 · #133
Hallo,
Rocky1964 schrieb:Aber vielleicht durfte oder wollte Rotel ja nicht so früh in Okaukuejo sein. Nicht daß einer noch fragt, was man mit dem freien Nachmittag in Okaukuejo machen kann... 🤩
Oder man wollte Eintrittsgeld sparen? Bei Übernachtung im Park gilt der Eintritt ja für 24 Stunden. Reist man am Anreisetag früh an, dann muss man am Abreisetag auch entsprechend früh aus dem Park sein oder eben für einen weiteren Tag zahlen.

Beste Grüße

Guido
Themenstarter265 Beiträge · seit 200814. Okt. 2013 · #134
@Rocky
Lagerleben? Muss meine Fotosammlung mal durchgehen und kann dann evtl. entsprechendes posten.

Im Camp Okaukuejo habe ich fast nur am Wasserloch fotografiert, wo ich mich ja von 16.00 Uhr bis Mitternacht aufgehalten habe.
Im Nachhinein bereue ich nicht noch auf den Turm gestiegen zu sein. 4 Jahre zuvor habe ich im Restaurant von Okaukuejo das Büffet zu Abend gegessen und hab davon noch Fotos.

@Guido
Das mit dem Eintrittsgeld wäre eine Erklärung, hab aber gerade mal nachgerechnet und daran kann es nicht gelegen haben, da wir den Park am übernächsten Morgen ja direkt nach dem Frühstück gegen 8.30 Uhr verlassen haben. Insofern wäre es eintrittstechnisch gesehen nicht teurer gewesen, wenn wir noch den kompletten Nachmittag gehabt hätten.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 14. Okt. 2013
98 Beiträge · seit 201321. Okt. 2013 · #135
Hallo Australienfan,

hat man dich nun etwa doch verschreckt? 😠 Wäre wirklich schade. Ich kann mir so eine Reiseart zwar auch nicht vorstellen, würde aber trotzdem gern mehr über deine Erlebnisse erfahren.

Wäre schön, wenn du weiter schreiben würdest.

LG
Sabine
439 Beiträge · seit 200922. Okt. 2013 · #136
Sabsilein schrieb:Hallo Australienfan,

hat man dich nun etwa doch verschreckt? 😠 Wäre wirklich schade. Ich kann mir so eine Reiseart zwar auch nicht vorstellen, würde aber trotzdem gern mehr über deine Erlebnisse erfahren.

Wäre schön, wenn du weiter schreiben würdest.

LG
Sabine
Sie ist jetzt eingeschnappt, weil sie keine hundertprozentige Zustimmung und Bewunderung bekommt. Deswegen straft sie uns mit Schreibverweigerung und Missachtung.
98 Beiträge · seit 201322. Okt. 2013 · #137
Weißt du das oder vermutest du es nur? Sie hatte ja eigentlich auch viel Zuspruch bekommen am Ende.
439 Beiträge · seit 200922. Okt. 2013 · #138
Sabsilein schrieb:Weißt du das oder vermutest du es nur? Sie hatte ja eigentlich auch viel Zuspruch bekommen am Ende.
Sorry, war so nicht korrekt von mir.
Deswegen die neue Fassung: Ich vermute, sie ist jetzt eingeschnappt, weil sie keine hundertprozentige Zustimmung und Bewunderung bekommt. Ich befürchte, sie straft uns deswegen mit Schreibverweigerung und Missachtung.
4'129 Beiträge · seit 200822. Okt. 2013 · #139
„Sie hat doch eigentlich sehr viel Zuspruch bekommen“ – eben. Deshalb erübrigt sich auch eine Vermutung, sie sei „verschreckt“ oder gar „eingeschnappt“.

Die gute Frau hat zufällig auch noch einen Beruf und arbeitet sehr viel, sodass ein derart aufwändiger Reisebericht auch mal hinten anstehen muss – außerdem ist sie sehr reiselustig und ihre Chinareise steht kurz bevor (ihr erinnert? die Reiseticker auf S.11). Da hat man doch sicher auch noch was anderes als das Namibia Forum im Kopf.
Nur Geduld.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
98 Beiträge · seit 201322. Okt. 2013 · #140
Na dann warten wirs mal ab. Vielleicht düst sie ja schon wieder irgendwo anders durch die Welt.