Mit ROTEL 9000 km durch das südliche Afrika

Reisebericht 198 Antworten · 89,3k Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2013 von Australienfan
Themenstarter265 Beiträge · seit 200824. Sept. 2013 · #1
Vor einem Jahr habe ich hier die Frage nach Erfahrung mit Rotel gestellt und praktisch alle haben von der Reise abgeraten. Ich werde hier Stück für Stück ein paar Bilder einstellen und über Vor- und Nachteile der Reise berichten. Ich habe so manchen Kritikpunkt an der Reise, den ich auch im Reiseverlauf nennen werde - dennoch war es eine gute Reise - und ich werde in drei Monaten wieder mit Rotel unterwegs sein (dann in Nordafrika).

HINWEIS: Wer nur den Bilder-Reisebericht ohne Kommentare lesen will, kann dies tun, indem er oben rechts auf die kleine Sonne klickt.


Hier schon mal als ersten Eindruck die Route durch das südliche Afrika:



1. Tag: Abflug von Frankfurt nach Johannesburg


2. Tag: Johannesburg bis Pretoria

Direkt nach der Ankunft in Johannesburg fuhren wir zum Voortrekker Monument am Stadtrand von der Hauptstadt Pretoria.


Das Denkmal wurde 1949 eröffnet und erzählt die Geschichte der Voortrekker (Buren der Kapregion, die nach der britischen Machtergreifung der Kapregion ab 1835 in einem grossen Treck nach Norden zogen)


27 Marmorfriese im Denkmal zeigen die Geschichte des Grossen Trecks


Im Untergeschoss des Denkmals liegt ein symbolischer Sarkophag. Am alljährlichen Jahrestag der Schlacht am Blood River scheint um Punkt 12:00 Uhr mittags die Sonne durch eine Öffnung des Doms der Heldenhalle auf die Aufschrift des Sarkophags: „Ons vir jou Suid-Afrika“ (afrikaans; deutsch: „Wir für Dich, Südafrika“).


Die Kenotaph-Halle (Scheingrab) mit dem symbolischen Sarkophag


Mit einem Fahrstuhl kann man auch auf das Dach des Denkmals fahren.


Vom Dach aus hat man eine herrliche Aussicht bis zur Hauptstadt Pretoria


Blick auf das Parlamentsgebäude in Pretoria (vom Dach des Voortrekker Monuments aus)


Abends Übernachtung auf dem Campingplatz in Pretoria. Ich beziehe zum ersten Mal in meinem Leben eine Rotelkabine. Die Kabine ist so breit, dass wenn ich beide Hände mit der komplett flachen Handfläche aneinanderlege die beiden Ellbogen genau die Wand rechts und links streifen. Das ist erstmal schon gewöhnungsbedürftig... ich schlief in der Nacht sehr wenig, wobei ich dafür mehr meinen schweren Husten verantwortlich machte als die Rotelkabine (in der Tat sollte ich im Rotel ab der 3. Nacht sogar besser schlafen als zuhause!)
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2013
Themenstarter265 Beiträge · seit 200824. Sept. 2013 · #2
3. Tag: Von Pretoria nach Ficksburg

Am nächsten Tag (offiziell 3. Reisetag) ging es von Pretoria nach Zastron. Die Strassen haben eindeutig mitteleuropäisches Niveau.


Wenn irgendwo in Südafrika besonders grosse Bäume stehen (egal ob Palmen oder andere) dann sind es ziemlich sicher getarnte Handymasten


Ich sass in der ersten Reihe und konnte so (wenn auch durch drei Scheiben) vorne heraus schauen.


In diesem Lokal machten wir Mittagspause - allerdings war ich krank, hatte Fieber und mir war gar nicht nach Essen zumute.


Rotel mit Anhänger




Am Nachmittag erreichten wir den Golden Gate National Park


Um ehrlich zu sein: Bis auf zwei ca. 10minütige Fotostopps gab der Park nicht wirklich viel her.


Im Golden Gate Highlands Park


Die Tagesetappe von Pretoria bis zum Tagesziel in Ficksburg betrug gut 500 km. Und ausser im Bus zu sitzen (und der Mittagspause in einem Restaurant) haben wir an dem Tag gar nichts gemacht. Da ich krank war, störte mich das allerdings nicht.


Um 17.30 Uhr war das Tagesziel, ein Campingplatz bei Ficksburg erreicht. Wir waren die einzigen Gäste. Es gab auch keinen Laden oder so etwas. Das Abendessen liess ich (wie auch am Tag zuvor) ausfallen. Einzig, um die schöne Wolkenstimmung am Abend zu fotografieren verliess ich noch einmal meine Kabine.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2013
Themenstarter265 Beiträge · seit 200824. Sept. 2013 · #3
4. Tag: Von Ficksburg nach Zastron

Ausnahmsweise frühstückten wir erst um 8.00 Uhr (sonst 7.00 Uhr). Das Rotel-Frühstück ist zwar einfach - aber jeder wird satt.


In einer Fernsehsendung hiess es, dass das Essen rationiert sei - das war zumindest auf unserer Reise nicht der Fall.


Es gab täglich Marmelade, Honig, Schokoladenaufstrich, Butter, Scheiblettenkäse, Wurst und Müesli.


Rund um unseren Campingplatz war so eine Art Ausstellung von alten Eisenbahnen


Wenn ich nicht krank gewesen wäre, hätte ich da ausführlicher fotografiert


Quer durch ein Sonnenblumenfeld fuhren wir nach Ficksburg


Unser erster Halt nach der Abfahrt um 9.00 Uhr war in Ficksburg am Spar-Markt. Schnell merkte ich, dass eine Stadtbesichtigung (die über einen Supermarktstopp hinaus ging) nicht geplant war.


Daher nutzte ich die Zeit, in der die meisten im Supermarkt waren, um wenigstens 15 Minuten durch Ficksburg zu laufen.


Die Stadt machte einen sehr sauberen Eindruck. Sie liegt auf 1600 m Höhe, hat rund 8000 Einwohner und ist das Zentrum der südafrikanischen Kirschenproduktion.


Auf den ersten Blick wirkte die Gegend sehr amerikanisch auf mich


Unsere heutige Tagesstrecke betrug gerade mal 230 km - lächerlich wenig im Vergleich zum Vortag.


Unser Tagesziel, Zastron, erreichten wir um 13.30 Uhr. Der Ort hat gerade mal gut 1000 Einwohner. Wir fuhren auf direktem Weg zum Campingplatz... dort waren wir die einzigen Gäste und hatten den Rest des Tages zur freien Verfügung.


Die Männer bauten das Rotel auf. Es war ein eingespieltes Team - der Aufbau dauerte keine 10 Minuten. Hinter den Vorhängen mit den Zahlen waren die Kabinen. Ich nannte sie angesichts der Grösse (und der Tatsache, dass alle in der Reisegruppe mindestens eine Generation älter als ich waren) "Särge". Es gibt hinter jedem Vorhang drei "Särge" übereinander. Meiner war Nr. 9 / Mitte


Nach dem Aufbau des Hotels wurden wir vom Guide noch über die fakultativen Ausflüge im Laufe der Tour orientiert. Da die Ausflüge ohnehin immer erst zwei Tage vorher gebucht wurden (und sich viele bis dahin umentschieden) war die Diskussion hier meines Erachtens überflüssig. Ein völlig verlorener Tag!


Unser Fahrer grillte am Abend. Das Vorurteil, dass es bei Rotel jeden Abend nur Suppe gäbe traf zumindest für unsere Reise nicht zu.


Am (offiziell) 4. Reisetag ass ich mein erstes Abendessen. Der Kürbis (heisst Butternut oder so ähnlich) war ausgesprochen lecker.


Weil es der erste Abend auf der Reise war, an dem es mir wieder etwas besser ging, experimentierte ich am Abend mit Nachtaufnahmen.


Eine Reiseteilnehmerin fragte mich, was ich im Dunkeln ohne Blitz fotografiere. Um ihr zu zeigen, dass man (mit entsprechend guter Kamera) auch im Dunkeln fotografieren kann, machte ich dieses Bild. Die rote Bergkette im Hintergrund war vom Auge praktisch nicht mehr zu erkennen. Der Himmel war völlig schwarz (kein Mond). Alles nur eine Frage der Einstellungen beim Fotografieren 😉



So, das war jetzt der Start der Reise... soll ich den Reisebericht weiter führen?
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2013
1'362 Beiträge · seit 201124. Sept. 2013 · #4
Hallo Australienfan,

Ich würde zwar niemals mit einem ROTEL- Bus fahren wollen, find's aber super interessant!!! Und Deine Fotos sind einfach nur Klasse 😁 😁 !!
Als ich wäre gerne die restlichen ca. 8000 km mit dabei, auf jeden Fall !! 🤩
LG, Nane 🙂
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
41 Beiträge · seit 201224. Sept. 2013 · #5
Hallo,
ich auch! Auf alle Fälle wahrscheinlich eine
außergewöhnliche Erfahrung, die Du dort gemacht hast.
Allein die Strecke ist ja der Wahnsinn!!!
Und... Kompliment! Supertolle Fotos, die Du schießt 🙂
Da bin ich ich total neugierig, was alles noch so passiert.
Schreib schnell weiter, in 7 Tagen geht's bei uns auch wieder los:-), bis dahin ist Dein Bericht gut zur Einstimmung, wobei wir
wieder " nur" Namibia besuchen werden. Aber unsere Anspannung steigt schon so langsam.
Grüße Monika
778 Beiträge · seit 200624. Sept. 2013 · #6
Hallo,

ich bin auch dabei! Sehr interessant, auf welche Art man Urlaub machen kann in Afrika!
Gruß
Tanja
521 Beiträge · seit 201124. Sept. 2013 · #7
Ja, bitte, schreib gerne weiter! Ich finde es spannend und interessant zu lesen, wie so eine Reise verläuft.
Obwohl Du mich wohl nie in so einen Sarg bekommen würdest, viiiiel zu eng und viel zu viele Menschen um mich...

Aber das ist bestimmt auch eine gute Möglichkeit, ein Land/Länder zu bereisen.

Vielen Dank, dass Du uns Deine Erfahrungen erzählst,

Gruß,
Nunanani
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
1'324 Beiträge · seit 201324. Sept. 2013 · #9
Sicher nicht meine Art Urlaub zu machen, aber ich kenne inzwischen etliche Leute, die 2-3x pro Jahr so eine Tour machen. Es muss also durchaus seine Reize haben.

Bitte schreib weiter!
Das was ich selber wohl nicht tun werde, finde ich am spannendsten.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
97 Beiträge · seit 200624. Sept. 2013 · #10
Hallo Australienfan,

mach auf jeden Fall weiter !!

Kurz zu unseren Geschichte, meine Frau und ich haben uns auf einer Rotel-Jugend-Tour Namibia 2001 kennengelernt, und 5 Jahre später auf Wolvedans geheiratet.
d.h. wir haben Rotel schon einiges zu verdanken;-)
Wir haben noch einige tolle Jugendtouren mitgemacht, sind aber etwas weg von Rotel weil uns das Publikum dann doch teilweise zu alt ist.
Aber immer wieder schön Rotelbilder zu sehen!!

Gruß potti
123 Beiträge · seit 201324. Sept. 2013 · #11
Hallo Australienfan,

ich bitte um "Weiterführung" deines Berichts. Liest sich spannend, mal was ganz anderes, und Deine Fotos sind von erster Qualität
Gtuß

Peter
60 Beiträge · seit 201324. Sept. 2013 · #12
Hallo Australienfan,

eine völlig andere Reiseart, aber wenn man Glück mit der Gruppe hat, kann es toll werden. Sicher auch eine Möglichkeit ein Land zu bereisen, wenn man alleine ist. Ich weiss nur nicht, ob ich in der Schlafkabine nicht Platzangst hätte und nachts beim drehen nicht in Panik geraten würde.

Schreib auf jeden Fall weiter. Ist sehr schön geschrieben und die Fotos sind super. Danke!!!

LG
Moosy
1'483 Beiträge · seit 200924. Sept. 2013 · #13
Guten Morgen, Australienfan,
ich werde nicht jedes Mal den Button drücken, lese aber mit! Freunde von uns haben mit Rotel alle Kontinente bereist. Auch damals schon hieß es"Särge" oder (schlimmer) für den Anhänger "Columbarium".

Gruß Piscator
709 Beiträge · seit 201124. Sept. 2013 · #14
Hi,

sehr schöne Bilder!

Aber für mich wäre Rotel keine Option!
Das Konzept ist zwar originell. Aber die Schlafkisten sind mir zu eng. Und das Gruppenkonzept ist mir auch Nichts, ist was für nen "kleinen Kreis". Da 10% bei Allem immer Schwund ist, sind bei 42 Leuten ja dann mindesten 4 Deppen dabei. Bei 42 Leuten gibt es dazu noch schwere Schnarcher, Leute mit einem besonderen Körpergeruch, Flatulenz, Langschläfer, Frühaufsteher, Leute die 3x in der Nacht raus müssen, Faule, Sensibelchen, Leute die sich in den Vordergrund spielen und das Sagen haben wollen. Usw, usf...

Unterwegs auf unseren Reisen haben wir Rotel schon öfter getroffen, z.B. im Baltikum, RUS, RO. Das Lagerleben der Rotelgruppe konnten wir so öfter beobachten. Aufbau, Essen zubereiten, Abwasch, Aufräumen, Abfahrten zu Tagesausflügen mit regionalen Reiseunternehmen, Abendgestaltung ums Rotel, Zusammenpacken usw. in so einer Gruppe.

Nee, nee, nee... ich möchte das so nicht!

Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
Themenstarter265 Beiträge · seit 200824. Sept. 2013 · #15
Erstmal Danke für das Feedback. Das ermutigt noch weiter zu machen und mehr einzustellen.
Auch danke für die Komplimente zu den Bildern - dabei gab es bis zu dem Zeitpunkt eigentlich noch kaum Fotosujets (das wird sich aber noch ändern).

Noch ein paar Worte zu mir: Ich bin eigentlich der Individualist was Reisen angeht und eigentlich kein Fan von Gruppenreisen. Das mit Rotel war ein Kompromiss, weil ich ganz allein diese Tour nicht machen wollte. Namibia habe ich ein paar Jahre zuvor schon mal 4 Wochen individuell mit Camper bereist. Hab da annähernd das ganze Land gesehen: vom Fishriver-Canyon bis zum Kaokoveld.

Zur Reisegruppe: 10% Deppen wäre gut gewesen 😉
Auf mindestens 50% (!) der Gruppe hätte ich definitiv verzichten könnnen... hab von den Leuten noch nie eine so schlimme Reisegruppe erlebt. Aber das lag eventuell auch an der Länge der Reise. Da waren halt ausser mir (fast) nur Rentner dabei, weil 5 Wochen frei nehmen nicht in jedermanns Ferienplanung passt. In den Weihnachtsferien mache ich 14 Tage Marokko mit Rotel, da habe ich Chancen dass auch Jüngere dabei sind und bin sehr gespannt wie sich die Gruppe dann von unserer Südafrika-Tour-Gruppe unterscheiden wird.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
324 Beiträge · seit 200924. Sept. 2013 · #16
Hi Australienfan,

echt interessante Schilderung, werde gerne mitlesen. Aber wie zuvor schon hier erwähnt, ist man echt seeeehr dicht beisammen..... allein nur die nächtliche "menschliche" Geräuschkulisse würde mir schon den Schlaf rauben... 🙁 😣

Werde dann nach unserer Rückkehr den Bericht im Ganzen lesen.

Viele Grüße
Melanie
Die Strasse gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie beginnt, weit überland, von Ort zu Ort. Ich folge ihr, so gut ich kann. Ihr lauf ich raschen Fusses nach, bis sie sich gross und weit verflicht mit Weg und Wagnis tausendfach. Und wohin dann? Ich weiss es nicht. J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
Themenstarter265 Beiträge · seit 200824. Sept. 2013 · #17
5. Tag: Von Zastron nach Port Elizabeth

Unsere heutige Tagesetappe ging gut 500 km bis nach Port Elizabeth. Die Landschaft sah recht unspektakulär, um nicht zu sagen langweilig aus.


Nach 200 km (die wir in nur 2 Stunden gefahren sind!) erreichen wir den 700-Einwohner-Ort Steynsburg. Dort machen wir eine kurze Pause. Die meisten Reiseteilnehmer stürmen ein Restaurant mit Toiletten, während ich die Zeit nutze, um kurz durch die Stadt zu laufen.


Impressionen von Steynsburg




An vielen Dorfrändern entstehen solche "Mandela-Häuschen" (so nannte sie unser Guide). Diese entstehen offenbar im Rahmen staatlicher Wohnungsprogramme und werden zu zahlbaren Preisen (ich meinte ich hätte was von 5000 USD gehört) an die Bevölkerung verkauft.




Weiter geht's über die immer noch sehr eintönige Landschaft...


Mittagspause machen wir nachdem wir die ersten 300 km der Tagesetappe geschafft haben, in Cradock, einem 30'000-Einwohner-Städtchen


Sobald unser Rotel am Strassenrand parkte, kam ein Herr auf unseren Fahrer zu und sagte, er würde auf den Bus "aufpassen". Dafür bekam er natürlich ein Trinkgeld.


Während der Grossteil der Reisegruppe in einem Restaurant verschwand nutzte ich die Stunde Aufenthalt für einen Spaziergang durch die Stadt. Ich lege überhaupt keinen Wert auf Mittagessen.


Cradock wurde im Jahr 1816 gegründet. Früher war das Land von den einheimischen Khoi bewohnt.




Cradock ist in Südafrika bekannt für seine Thermalquellen, denn 5 km nördlich des Ortes gibt es ein 38°C warmes Thermalbad mit heissen Schwefelquellen, das viele Rheumakranke anzieht.




Nach der Mittagspause setzten wir unsere Fahrt Richtung Port Elizabeth fort. Ich hatte vorne zwei Sitze für mich allein und so relativ gute Möglichkeiten zu fotografieren. Einerseits links aus dem Seitenfenster heraus, andererseits vorne (durch 3 Scheiben) durch das Fahrerhaus hindurch.


Die Landschaft war vergleichsweise eintönig. Es gab praktisch keine Abwechslung auf der Strecke. Das Foto zeigt einen Blick aus dem Seitenfenster.


Gegen 16:00 Uhr sahen wir die ersten Teile des Hafens von Port Elizabeth.


Irgendwie hatte ich erwartet wir würden so eine Art Stadtrundfahrt machen - wir fuhren allerdings auf direktem Weg zum Campingplatz. Trotzdem nutzte ich die Fahrt für ein paar Impressionen aus dem fahrenden Bus. Der Bus hatte keine Klimaanlage - dafür konnte man die Seitenfenster öffnen - das war für mich eine Bedingung für die Buchung der Reise gewesen. Kliamaanlage war mir egal (auch im südafrikanischen Hochsommer) - aber ich wollte aus dem Fenster (ohne Scheibe) fotografieren können.



Port Elizabeth ist die fünftgrösste Stadt Südafrikas. In der Agglomeration der Stadt leben rund 1,3 Millionen Einwohner. Der Hafen ist der drittgrösste Südafrikas.


Die Region um Port Elizabeth ist auch Schwerpunkt der südafrikanischen Autoindustrie und wird auch das „Detroit Südafrikas“ genannt. Hier bauen VW, General Motors, Ford, Continental und andere Hersteller Autos.








Unser Campingplatz lag direkt am Meer


Indischer Ozean


Campingplatz bei Port Elizabeth. Der Campingplatz lag etwas ausserhalb... ein Spaziergang am Abend in die Stadt war nicht möglich.


Erste Begegnung mit dem Meer auf dieser Reise. Einige Reiseteilnehmer gingen Baden.


Sonnenuntergangsstimmung


Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean bei Port Elizabeth


Ich muss sagen, dass ich an diesem Abend doch etwas unzufrieden war. Ich hatte ja die Reiseausschreibung gelesen und da stand u.a. "Port Elizabeth" drin... dass das nur bedeutet, dass wir auf direktem Weg auf den Campingplatz fahren und von der Stadt eigentlich nichts sehen (keine Stadtbesichtigung, kein abendlicher Spaziergang...) hat mich enttäuscht. Auf einer USA-Reise, die ich mit einer Gruppe in den 90ern gemacht hatte sind wir jeden Abend nach dem Essen machen auf dem Campingplatz noch in die Stadt gegangen. Okay, das war eine Reisegruppe damals, bei der alle zwischen 20 und 35 waren... jetzt waren fast alle älter als 55... vielleicht macht das einen Unterschied. Auch dieses Campingkonzept mit dem Essen zubereiten etc. fand ich etwas, was in solchen Städten nicht angebracht ist. Hier gab es sicher massig Restaurants... ich wäre viel lieber irgendwo auswärts Essen gegangen, wenn wir schon in einer Stadt sind. Aber das ist eben das Rotel-Konzept und ich wusste ja vorher auf was ich mich einlasse. Trotzdem wäre das jetzt definitiv was, was ich bei einer individuellen Tour anders machen würde.

Heute war der offiziell 5. Reisetag und wir hatten im Grunde genommen noch nichts besichtigt (ausser dem Voortrekker Monument direkt nach der Ankunft). Morgen beginnt unsere Fahrt auf der legendären "Garden Route". Mal schauen, was die verspricht...
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2013
960 Beiträge · seit 201324. Sept. 2013 · #18
Hallo Australienfan,
schön mal einen Bericht aus einer ganz anderen Perspektive zu lesen.
Ich bin dabei!
Ach ja, tolle Foto`s, du scheinst ein wenig Ahnung vom fotografieren zu haben. 😄
Schreib doch mal bitte einen Satz zu deiner Ausrüstung.

Gruß Graskop
SA/BW März 2013, SA November 2013, SA Dez/Jan 2014/15, SA/BW/SIM/RU/UG Okt 2015, SA Dez/Jan 2016/17, SA/NA/BW Mrz/Apr/Mai 2018,NA JAN 2022,SA März 2023
4 Beiträge · seit 201224. Sept. 2013 · #19
Hallo Australienfan!

Bei Deiner Anfrage hier habe ich erstmals etwas von Rotel gehört und freue mich jetzt sehr, dass Du einen Bericht schreibst. Noch mehr freue ich mich über Deinen humorig-informativen Schreibstil! 😁

Die Krönung sind dann die Fotos. Die sind nicht nur sehr schön, Du hast auch scheinbar einen tollen Blick für interessante Motive. 🙂

Für mich wäre solch eine Reise sicher nichts. Abgesehen von der Enge im Sarg (da werde ich noch genug Zeit verbringen) und der Gebundenheit an eine Gruppe, ist dieses der Hauptgrund:
Australienfan schrieb:
Am Nachmittag erreichten wir den Golden Gate National Park

Um ehrlich zu sein: Bis auf zwei ca. 10minütige Fotostopps gab der Park nicht wirklich viel her.
Ihr seid durch den Golden Gate durch gefahren. Dieser super schöne Park erschließt sich am besten auf Wanderungen. Die schönsten Formationen und Landschaftsdetails kann man von der Straße aus nicht sehen.
Danach seid Ihr in Cradock und scheint den Mountain Zebra NP gar nicht besucht zu haben. Ich hoffe für Dich, dass es nicht so weiter gegangen ist. Ihr seid in der Nähe von echten Schönheiten und geht/fahrt nicht hin.

Liebe Grüße von LIRA, die diesen Bericht sehr aufmerksam und mit viel Interesse verfolgen wird.
74 Beiträge · seit 201324. Sept. 2013 · #20
Hallo!
Ich finde den Bericht total spannend. Hatte mal davon gehört aber so richtig vorstellen konnte ich mir darunter nichts. Wie lange ward ihr denn insgesamt unterwegs? Oder stand das bei der Einleitung und ich habe es übersehen? 😣
Die Bilder sind der Hammer! Hast du einen Filter benutzt? Die Farben sind so intensiv! Werde gespannt weiter mitfahren! Gruppenreise kenne ich ja auch, aber das ROTEL ist ja nochmal ne andere Nummer 😄
http://www.flugstatistik.de Reisebericht: Ein bisschen Hummeldumm und viel Hufgetrappel http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280229-ein-bisschen-hummeldumm-und-viel-hufgetrappel.html