Mit ROTEL 9000 km durch das südliche Afrika

Reisebericht 198 Antworten · 89,3k Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2013 von Australienfan
761 Beiträge · seit 201004. Mai 2014 · #181
Hallo,

danke für's Weiterschreiben.! 🙂 Ich lese gern wieder mit.

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
120 Beiträge · seit 201404. Mai 2014 · #182
Hallo!

Vielen Dank für Deinen tollen Reisebericht! Mich würde auch interessieren, wier es Dir mit Deinen Mitreisenden, auf so engem Raum und auf einer so langen Reise, so ergangen ist.
So eine Reise mit Fremden aller Altersstufen und auf so engem Raum kann ja sehr lehrreich sein...

LG, Michi
"If you can dream it, you can do it!"
zuletzt bearbeitet 04. Mai 2014
1'933 Beiträge · seit 200904. Mai 2014 · #183
blohappat schrieb:
... Mich würde auch interessieren, wier es Dir mit Deinen Mitreisenden, auf so engem Raum und auf einer so langen Reise, so ergangen ist.
So eine reise mit Fremden aller Altersstufen und auf so engem Raum kann ja sehr lehrreich sein...
Das würde mich auch interessieren 😗
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
Themenstarter265 Beiträge · seit 200804. Mai 2014 · #184
Ja, das mit den Mitreisenden auf engem Raum hatte ich etwas unterschätzt. Es war eine recht alte Reisegruppe, das Durchschnittsalter lag weit über 60 und ich war mit Abstand am jüngsten. Das ist auch einer der Gründe, weswegen ich für meine nächste Afrika-Reise in 6 Wochen einen anderen Veranstalter gewählt habe, dessen Reiseteilnehmer mehr meiner Altersklasse entsprechen.

Man kann auch sagen, es war ein interessantes (aber anstrengendes) soziales Experiment. Seit dieser Reise weiss ich, dass viele Menschen im Alter offenbar sehr komisch und für meine Empfindungen befremdlich werden. Beispielsweise gab es Mitreisende die praktisch ununterbrochen Selbstgespräche geführt haben und unentwegt irgendwelches Zeug (negativ) kommentiert haben. In der ersten Woche wundert man sich darüber und denkt: "Was für ein Problem hat denn der?". In der zweiten Woche nervt es einen dann schon ziemlich und ab der dritten Woche bekommt man Aggressionen, wenn man den nur anschaut... Andere Mitreisende waren geradezu ekelhaft geizig, da wird lieber im Rotel auf dem Parkplatz eine dreiviertel Stunde gewartet als 4 Euro für den Besuch eines Strandes voller Pinguine auszugeben. Jeder Euro, der ausgegeben wird, wird da von einigen kommentiert und gegengerechnet, ob es jetzt wirklich notwendig ist, das auszugeben. Es gab auch Mitreisende, die zumindest zeitweise geistig verwirrt erschienen und andere, die cholerische Anfälle hatten (z.B. weil ein Fahrzeug für den Gamedrive nicht mit Sicherheitsgurten ausgestattet war) und all das ist nicht so toll für das Gruppenklima. Ich habe schon viele Gruppenreisen gemacht (Nordamerika, Mittelamerika, Südamerika, Afrika, Europa und Asien) - aber DAS war mit ganz grossem Abstand, die anstrengendste Gruppe, die ich je erlebt habe.

Ich bin sehr gespannt auf meinen nächsten Afrika-Urlaub in 6 Wochen (Kenia, Uganda Tansania, Sansibar, Malawi, Sambia, Simbabwe, Botswana und Südafrika) - ebenfalls eine Gruppenreise und auf ebenfalls sehr engem Raum (Zeltübernachtungen, bei Rotel hatte ich ja wenigstens meinen eigenen "Schlaf-Sarg"). Die nächste Tour wird noch deutlich länger gehen als die Rotelreise - aber das Durchschnittsalter wird deutlich tiefer sein.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
120 Beiträge · seit 201405. Mai 2014 · #185
Das "Danke" war gerade, weil ich mich köstlich amüsiert habe....

Michi
"If you can dream it, you can do it!"
761 Beiträge · seit 201005. Mai 2014 · #186
Hallo, Australienfan,

die Befürchtungen hatten wir auch - daher hatten wir seinerzeit Abstand genommen von Rotel Tours.
Die Routenplanung an sich ist für uns aber weiterhin ein Anhaltspunkt dafür, was man mit an Strecke bewältigen kann. 🙂 Nicht muss. 😉

Wobei ich das ~geizig~ etc nicht altersbedingt sehe.^^

LG Doro
~ Africa is a feeling ~
1'523 Beiträge · seit 201105. Mai 2014 · #187
........moechte gerne wissen, was die uebrige Reisegruppe

Von Dir gedacht hat....werden wohl nicht alle nur trottelige

senile 60 plus gewesen sein......etwas nachdenklich.........

BMW
1'933 Beiträge · seit 200905. Mai 2014 · #188
Hallo Australienfan,
danke für deine Ausführungen zur Gruppe.

Ich stelle mir das sehr schwierig vor, wochenlang mit Unbekannten jeden Tag auf engsten Raum Tag für Nacht zusammen zu sein (da kann einem ja schon der eigene Partner manchmal zu viel werden… 😗 , weil es ungewohnt ist 24 Std. zusammen zu sein). Die Schlafboxen vermitteln ja auch keinen Rückzugsort und bieten nicht wirklich Privatsphäre. Und wenn man dann nach 1-2 Wochen einige Mitreisende nicht mehr riechen kann und trotzdem neben ihn essen/fahren muss, ist das nur noch Stress und kein Urlaub mehr. Für uns käme so eine Art zu reisen nie in Frage. Dafür ist der Urlaub zu kostbar. Und ein „Schnäppchen“ ist auch eine Rotel Reise nicht.

Ich hoffe, du hast bei deiner nächsten Rotel Reise für dich passende Mitreisende.
Dies möchte ich aber nicht am Alter fest machen. Es gibt nämlich genug „junge“ Leute, die schon ziemlich alt und komisch sind.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2014
120 Beiträge · seit 201405. Mai 2014 · #189
Lotusblume schrieb:
Dies möchte ich aber nicht am Alter fest machen. Es gibt nämlich genug „junge“ Leute, die schon ziemlich alt und komisch sind.

Ich stimme Dir da vollkommen zu, dies hängt weder vom Alter, noch vom gesellschaftlichen Hintergrund, oder von der Bildung ab.
Bin vor 15 Jahren mit 45, bis dato mir unbekannten, Menschen drei Wochen über den Atlantik gesegelt. Die Jüngste war 19, der Älteste knapp 70 Jahre alt, gesegelt wurde in drei Schichten und geschlafen in 4er-Kojen auf ENGSTEM RAUM!!
In all diesen Tagen, welche ich zu den schönsten meines Lebens zähle, gab es nie ein böses Wort, nie ein "Gemurmel" hinter dem Rücken eines Mitreisenden - es war eine perfekte Zeit und auch, wenn sich die Teilnehmer wieder aus denAugen verloren haben, fiel der Abschied damals schwer.
....denn jeder der Mitreisenden hat in diesen Wochen etwas für sich mitgenommen...

LG, Michi
"If you can dream it, you can do it!"
Themenstarter265 Beiträge · seit 200805. Mai 2014 · #190
Den Altersdurchschnitt der Gruppe kannte ich bereits vor der Tour und ich hatte das ursprünglich nicht so heftig eingeschätzt, wie es sich hinterher erwiesen hat. Ich komme normalerweise sehr gut mit älteren Leuten zurecht. Bei meinen beiden 2 Fernreisen (China / Indien) im letzten Winter habe ich zum Beispiel meinen Schwiegervater (70) mitgenommen und der Reiseleiter, mit dem ich den letzten 10 Jahren am meisten gereist bin, wird nächstes Jahr 80. Aber in der Südafrika-Gruppe waren echt sehr, sehr komische Leute dabei. Gab natürlich auch ein paar, die mir sympathisch waren, mit denen bin ich teilweise jetzt in Facebook befreundet. Und natürlich können auch junge Mitreisende anstrengend sein, hatte auf anderen Reisen auch schon Mitreisende, die in den Zwanzigern waren und sich auch grenzwertig benommen haben (Hitlergruss, lautstarkes Rezitieren von Hitlerreden in original Intonation, Beschimpfen der einheimischen Bevölkerung...).

Auf meiner letzten Rotelreise (Marokko) Anfang des Jahres hatte ich eine "normale" Reisegruppe, die altersmässig gut durchmischt war (13 - ca. 80). Da gab es nur ca. eine handvoll Leute, bei denen ich mir gewünscht hätte, dass sie lieber nicht in der Gruppe gewesen wären (und die waren nicht 60+ und hatten sich bei allen Mitreisenden unbeliebt gemacht). Im Moment plane ich keine neue Rotelreise, denn wie Lotusblume schreibt, sind die Reisen kein Schnäppchen. Ich fliege Ende des Jahres zusammen mit meinem Mann nach Myanmar. Hätten wir das bei Rotel gebucht, hätte die Reise für uns beide zusammen über 7500 EUR gekostet. Ich hab jetzt eine Privatreise mit eigenem Chauffeur gebucht, der sich voll nach unserer Tagesplanung richtet und bin günstiger weggekommen als bei Rotel.

Was mich unter dem Aspekt der Gruppe wirklich interessiert ist meine nächste Afrikatour diesen Sommer. Die Tour geht wie gesagt deutlich länger als die 30tägige Rotelreise und ich bin gespannt, was das für Leute in der Gruppe sind. Bislang weiss ich nur, dass ausser mir alle Briten, Iren oder Australier sind. Werde also als einziges mutterspachlich nicht Englisch sprechen.

Aber die Südafrika-Tour fand ich preislich okay (wenn man ohne Partner bucht) und mich hat die Tour durch 4 Länder einfach angesprochen. Und mit der Bildausbeute bin ich absolut zufrieden 🙂
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2014
1'933 Beiträge · seit 200905. Mai 2014 · #191
Vielen Dank für deine weiteren Erläuterungen.

Durch dein Eingangsposting nahm ich an, dass die nächste Reise schon gebucht ist…
Australienfan schrieb:
.......und ich werde in drei Monaten wieder mit Rotel unterwegs sein (dann in Nordafrika).
Dann ist diese Reise mit Rotels schon gewesen?

Nun freue ich mich aber auf deine Fortsetzung im Reisebericht. 🙂
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2014
2'612 Beiträge · seit 200705. Mai 2014 · #192
Hallo Tatjana,

vielen Dank für den informativen Reisebericht.

Das Geschäftsmodell von Rotel muss brilliant für den Veranstalter sein, hohe Einnahmen bei vergleichsweise geringen Kosten.

Mich wundert es ein wenig, dass Du Dir als Fotografin keine kleinere Gruppe suchst mit ähnlich interessierten Leuten - es muss ja keine hochpreisige als Fototour deklarierte Reise sein. Von der anderen Seite betrachtet sind Fotografen i.d.R. alles Andere als gruppenkompatibel, da sie bei gutem Fotolicht bzw. lohnenden Motiven ggf. dazu neigen könnten, sich den Gruppenaufgaben zu entziehen.

Mich interessiert Deine nächste Tour durch Afrika, magst Du dazu noch etwas schreiben?

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2014
Themenstarter265 Beiträge · seit 200806. Mai 2014 · #193
@Lotusblume: Ja, ich war mit Rotel über Weihnachten / Neujahr in Marokko. Da war die Gruppe wesentlich durchmischter und angenehmer.

@Volker
Wenn ich die Preise betrachte muss ich schon sagen, dass ich Rotel für das Gebotene vergleichsweise teuer empfinde. Trotzdem würde ich nicht ausschliessen, dass ich wieder mal eine Tour mit denen mache. Kommt auf das Reiseziel an. Den Monat südliches Afrika fand ich jetzt preislich absolut ok (3200 EUR). Wie gesagt, zu zweit wäre ich nicht gefahren, dann hätte ich Mietwagen und Hotels favorisiert, aber wenn man allein ist und sich mit dem Mangel an Komfort begnügen kann absolut empfehlenswert. Ich bereue die Reise jedenfalls kein bisschen.

Wieso ich mich für Rotel entschieden habe: Im Preis-Leistungs-Verhältnis fand ich sie für DIE Tour gut, mich hat die Route angesprochen und letztendlich war auch ein bisschen Neugier dabei, wie das so ist. Ich kenne die roten Rotelbusse seit 30 Jahren, weil ich in den 80ern viel im Wohnmobil durch Europa gereist bin und sie mir da immer begegnet sind. Da hat es mich schon gereizt mir mal meine eigene Meinung über diese Art zu reisen zu bilden.

Fotografentouren mit kleinen Gruppen fand ich immer zu teuer. Da ich mehrere längere Fern-Reisen pro Jahr mache muss ich bei den einzelnen Reisen schon auf's Budget schauen. Dieses Jahr war ich schon in Marokko, 16 Tage auf Indienreise, 16 Tage in Norwegen und nach den 7 Wochen Afrika diesen Sommer stehen Ende des Jahres 3 Wochen Myanmar auf dem Programm.

Zu der nächsten Tour: In Afrika sind mir immer wieder auch andere Busse begegnet, die neben dem Rotel auf dem Campingplatz standen, das waren Firmen wie Africa Travel Co. Die haben nicht im Anhänger übernachtet wie wir sondern jeden Abend Zelte aufgebaut und hatten deutlich jüngeres Publikum. Ausserdem sind sie morgens immer vor uns aufgebrochen. Wenn wir das Frühstück aufgebaut haben sind die bereits losgefahren. Daher dachte ich, ich probiere mal so einen Veranstalter aus. Wobei ich sagen muss, dass mir die Übernachtung in einer Rotel-Kabine, die man sich selber einrichten kann, auf einer echten Matratze grundsätzlich sympathischer ist als in einem Zelt, das jeden Tag neu auf- und abgebaut werden muss (auch bei Regen). Bin mal gespannt, in diesem Jahrtausend habe ich noch nicht in einem Zelt übernachtet...

Die Tour wird international (in meiner Gruppe bin ich der einzige, der nicht Englisch als Muttersprache hat), alle anderen sind Briten, Iren oder Australier. Ist für mich auch sowas wie ein Sprachaufenthalt, ich lerne schon seit 2 Monaten als Vorbereitung Englisch Vokabeln 😉

Die Tour exakte steht hier:
http://www.africatravelco.com/hGetFile.ashx?id=2001&pdf=true
Ich verlängere anschliessend noch ein paar Tage rund um Johannesburg.

Bin SEHR gespannt wie das z.B. im Vergleich zu Rotel sein wird.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
Themenstarter265 Beiträge · seit 200827. Mai 2014 · #194
26. Tag: Zvishavane und Great Zimbabwe


Heute fuhren wir weiter durch Zimbabwe Richtung Zvishavane


Am Strassenrand verkaufen Einheimische Sachen zu Essen, z.B. Maiskolben




Um die Mittagszeit erreichen wir Zvishavane. Zvishavane ist eine 75'000 Einwohner-Stadt in Zimbabwe. Auffallend in den hiesigen Städten sind die unglaublich breiten Strassen. Hier machen wir Mittagspause.


Die meisten Menschen die mir begegnen sind sehr freundlich


Für mich ist natürlich klar, dass ich das Mittagessen wegfallen lasse und lieber einen Stadtrundgang mache, der mir die Möglichkeit gibt, einige Personen zu fotografieren


Dieser Herr hat einen typisch afrikanischen Laden, der aus einer Decke, die am Strassenrand liegt, besteht. Darauf befinden sich zahlreiche Elektronikartikel, Handyakkus, Batterien




Solange man mit der Gruppe unterwegs ist, sind solche Aufnahmen nur schwer möglich, da ich es vorziehe immer einen kurzen Smalltalk mit demjenigen, den ich fotografiere, zu machen.




Mit meinen beiden grossen Kameras um den Hals falle ich als allein herumlaufende Frau in dem Ort wohl auf wie ein bunter Hund.






Die Architektur der Gebäude am Strassenrand ist eher zweckmässig als ästhetisch ansprechend


Nach einer knapp einstündigen Pause geht es weiter Richtung Great Zimbabwe


Ausserhalb der Städte sind die Behausungen der Landbevölkerung sehr einfach und spartanisch


Die Strasse ist in einem überraschend guten Zustand - kaum Schlaglöcher!


Durch die nächste grössere Stadt, Masvingo (ca. 70.000 Einwohner), fahren wir nur durch ohne zu halten.




Am Nachmittag erreichen wir das Nationalheiligtum dieses Landes: Great Zimbabwe. Die Ruinenlandschaft eines untergegangenen Reiches. Eine aus aufeinandergelegten Granitblöcken erbaute Stadt, 722 Hektar gross, ummauert und befestigt. Man sagt, sie sei neben den Pyramiden das grösste steinerne Bauwerk in Afrika .


Die Ruinenstätte war für mich einer der Hauptgründe diese Reise zu machen. Ich habe den Grossteil der archäologischen Ruinenstätten der Welt besucht - Great Zimbabwe fehlte mir noch.


In seiner Blütezeit, vom 11. bis zum 15. Jahrhundert, reichte Zimbabwes Einfluss vermutlich bis Botswana im Süden, Mosambik im Osten. «Dzimba dza mabwe» ist der Name der einheimischen Shona für dieses Reich: steinernes Haus. Von diesem erhielt das Land nach seiner Unabhängigkeit seinen Namen: Aus Rhodesien wurde Zimbabwe.


Seit 1986 ist «Great Zimbabwe» Teil des Weltkulturerbes. Während der Rest der Reisegruppe am Eingang noch den Erläuterungen des Reiseleiters lauschte, begab ich mich schon mal allein in die Ruinen, um ungestört fotografieren zu können.


Great Enclosure, The Hill Complex und The Valley Complex heißen die drei Gebiete, die für Touristen hergerichtet wurden. Von allen dreien sind nur noch die umfriedenden Mauern übrig, hinter denen die Bewohner in Hütten lebten. Dieser Bereich hier nennt sich «Great Enclosure»


Ein Grund, warum ausgerechnet in dieser Pampa ein Grossreich entstand waren die fruchtbaren Böden. Mehr noch führte das Gold, das man im Umkreis schürfte, zu der Bedeutung der Region. Dies und Elfenbein wurden getauscht gegen Perlen, Stoffe und Glaswaren, die Händler aus dem arabischen, indischen, sogar chinesischen Raum an die Ostküste Afrikas brachten und die von dort von Einheimischen weiter transportiert wurden.


Ich hatte schon als Jugendlicher durch Erich von Dänikens Bücher von dieser Ruinenstädte erfahren. Er hielt die Anlage für eine codierte Darstellung des Sirius-Sternsystems, wobei dieser Turm Sirius A darstellt und die Umfassungsmauer die Umlaufbahn von Sirius B, der für das menschliche Auge nicht sichtbar ist.

....wird fortgesetzt...
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
2'612 Beiträge · seit 200728. Mai 2014 · #195
Hi,

Mir gefallen die Portraitaufnahmen, sehr schön eingefangen.

Und das grüne nachmittägliche Great Zimbabwe wirkt ganz anders als morgens im Oktober - ich werde wohl noch ein drittes Mal dort vorbei schauen - sehr schön die Licht- und Schattenspiele. In welchem Monat warst Du dort?

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
Themenstarter265 Beiträge · seit 200828. Mai 2014 · #196
Danke für das Kompliment zu den Porträts.

Die Aufnahmen in Zimbabwe sind alle im Februar gemacht. November bis Februar gelten als die niederschlagreichsten Monate, wahrscheinlich ist es deshalb so grün. Der Blick auf's Klimadiagramm hat mir vor der Reise noch ziemlich Bauchweh bereitet, weil ich dachte, uns würde wegen der Regenzeit, täglich Regen erwarten. Im Endeffekt hat es aber während der ganzen Reise nur sehr selten geregnet. Wenn ich spontan nachdenke kann ich mich jedenfalls nur an einen Regen erinnern und der war bei den Victoria Falls (und genau da wäre ich auch ohne Regen nass geworden, denn die Victoria Falls hatten reichlich Wasser und die Gischt liess mich keine vernünftigen Bilder machen). Ich denke wir hatte ziemliches Glück mit den Wetter auf der Tour. Nächsten Monat starte ich ja meine neue Afrika-Tour und ich bin gespannt wie die im Vergleich sein wird.
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
171 Beiträge · seit 201228. Mai 2014 · #197
Hallo Australienfan,

Vorweg, so eine Fahrt wäre für meinen Mann und mich auch nichts, aber ich finde es super interessant einmal einen Einblick in dieses rollende rote Ungetüm zu bekommen.
Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob ich als Selbstfahrer so happy wäre, wenn so ein Ding neben mir auf dem Campingplatz zB im MZNP stehen würde.
Schade aber, dass die meisten Mitfahrer so desinteressiert waren an dem ganzen Drumherum.
Danke aber für diesen "Insider" Bericht!!
Deine Fotos finde ich wirklich klasse- über die Farben kann man ja wie gesagt streiten, aber ab und ab finde ich eine gewisse Überzeichnung auch wirklich gut und es gibt dem Bild den gewissen WOW Faktor. Besonders gefallen mir deine Portraits, da springt wirklich etwas auf den Betrachter über...


Viele Grüße,

Helsinki
Südafrika, Swaziland 2010 Südafrika und Botswana 22.06.-14.07.2012 Südafrika, Swaziland 18.12.14-05.01.2015 Südafrika und Botswana 27.12.- 14.01.16 Südafrika, just Kruger 24.06. 16- 10.07.16 http://www.TickerFactory.com/
Themenstarter265 Beiträge · seit 200829. Mai 2014 · #198
@ Helsinki
Freut mich, dass Dir die Bilder gefallen. Ja, eine gewisse Überzeichnung was die Farben angeht ist durchaus gewollt. Nach meiner Erfahrung löst das eben bei vielen den von Dir angesprochenen "Wow-Effekt" aus. Aber es polarisiert auch - sie sind, wie man aus früheren Kommentaren im Thread sieht nicht jedermanns Sache. Aber in erster Linie müssen mir meine Bilder selbst gefallen - und das tun sie 🙂
Meistens stand das Rotel auf den Campingplätzen separiert von den anderen Individualcampern - wir hatten nur ganz selten andere Camper in unmittelbarer Nähe.

So, jetzt zur angekündigten Fortsetzung:


Im unteren Teil der Ellipse, noch innerhalb der Mauer, steht der 10 Meter hohe und 6 Meter breite Turm. Dieser verfügt über keinen Eingang oder Fenster.


Im Jahr 1868 entdeckte der deutsche Abenteurer und Elfenbeinhändler Adam Renders im südafrikanischen Urwald die Ruinenstätte Zimbabwe, die vermutlich im 12. Jahrhundert von den direkten Vorfahren der in dieser Region ansässigen Shona erbaut wurde und dem heutigen Staat Zimbabwe (früheres Rhodesien) seinen Namen gab. Die gesamte Anlage wurde aus sorgfältig gemeißelten, ohne Mörtel übereinandergefügten Granit quadern angefertigt.


Wikipedia schreibt über die Anlage: Groß-Simbabwe hatte in seiner Blütephase vom 11. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts bis zu 18 000 Einwohner, wurde von den Monarchen Simbabwes als königlicher Palast benutzt und war das politische Machtzentrum. Der Reichtum der Metropole beruhte auf Rinderzucht, Goldgewinnung und Fernhandel.


Die 20.000 Quadratmeter große Innenfläche wird von einer hundert Meter langen elliptischen Mauer umschlossen, die zehn Meter hoch und etwa viereinhalb Meter breit ist. Innerhalb der großen Ellipse gibt es kreisförmige Mauern und weitere kleinere Ellipsen, von denen eine zunächst parallel zum großen Wall verläuft, so dass zwischen den beiden Mauern ein schmaler Gang entsteht, der sich schließlich in einer Kurve auflöst. Nirgendwo gibt es einen Aufstieg oder einen Eingang, auch existieren auch keine Schiessscharten, die zur Verteidigung der Anlage hätten dienen können.


Die Anlage ist der größte vorkoloniale Steinbau im Afrika südlich der Sahara und einer der ältesten.


Die Stadt war bereits verlassen und dem Verfall preisgegeben, als erstmals Europäer im 16. Jahrhundert auf sie aufmerksam wurden. Irrtümlicherweise wurde sie lange Zeit als Heimat der Königin von Saba gedeutet. Die Ergebnisse der archäologischen Forschung widerlegen diese These jedoch; als Entstehungszeit der Anlage wird die späte Eisenzeit angenommen, was in dieser Region dem 11. Jahrhundert entspricht.


Nachdem Adam Renders (1822–nach 1871) die Ruinen 1868 bei der Jagd wiederentdeckt hatte und behauptete, dass „sie niemals von Schwarzen erbaut worden sein könnten“,[22] zeigte er sie 1871 Karl Mauch (1837–1875) bei dessen vierter Reise im südlichen Afrika. Dieser setzte sie in der Folgezeit mit dem biblischen Goldland Ophir gleich, also 2000 Jahre früher als die heutige Radiokarbondatierung.


Ende der 1990er Jahre wurde die Ruinenstädte von vergleichsweise vielen Touristen besucht: über 150'000 Besucher stapften hier 1998 durch die Gemäuer. Aufgrund der politischen Situation gingen die Besucherzahlen in den Folgejahren drastisch zurück, so waren es 10 Jahre später, 2008, gerade mal rund 15'000 Touristen.


Panorama von der Anlage "Great Enclosure".






Dass ich die europäischen, ägyptischen und mesoamerikanischen Ruinenstätten aufsuchen würde, war mir immer klar - aber dass ich eines Tages auch vor diesem Turm in Zimbabwe stehen würde hätte ich wenige Jahre zuvor nicht erwartet.


Unterwegs in der Ruinenanlage von Great Zimbabwe




Ein kleines Show-Dorf der Shona mit Show-Tanz befindet sich ebenfalls auf dem Gelände.


Das Volk der Shona lebt schon seit langer Zeit im östlichen Bereich Zimbabwes und dem angrenzenden Teil von Mozambique. Zur Zeit verfügt dieser Bantu-Volksstamm über etwa 9 Mio Menschen.








Eine weitere gemauerte Anlage befindet sich auf dem Berg, sie wird als "Hill Complex" bezeichnet. Leider hatten wir zu wenig Zeit, um auch dort noch hinaufzugehen (wobei ehrlich gesagt durchaus genug Zeit gewesen wäre, denn wir hatten später noch einige Freizeit auf dem Campingplatz).




Ein Rundgang durch das Lake View Resort, auf dessen Campingplatz wir übernachteten, lässt mich erneut daran zweifeln, ob die Übernachtung im Rotel wirklich empfehlenswert ist... das hier sieht viel gemütlicher aus. Da ich abends noch arbeiten musste und ich im Resort im Gegensatz zum Campingplatz Internetempfang hatte, nahm ich mir für eine Nacht ein Zimmer für 15 USD.


Blick von unserem Campingplatz auf den Mutirikwi Stausee


Sonnenuntergangsstimmung in Zimbabwe
Grosser Reisebericht meiner 1. Namibia-Tour mit vielen Fotos: http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/104170-ein-monat-durch-namibia-ausfuehrliches-feedback.html266-mit-rotel-9000-km-durch-das-suedliche-afrika.html
2'167 Beiträge · seit 200929. Mai 2014 · #199
Hallo Australienfan,

Vielen Dank fuer deinen hoechst interessanten Bericht!

Eine Antwort zu deiner Feststellung, dass die Strassen in Zimbabwe so breit sind:
Das kommt von frueher aus den Voortrekker Zeiten: Sie sind breit genug, dass man einen 10-spaennigen Ochsenwagen wenden konnte!

Gruss aus Sodwana
Maddy
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