GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201230. Sept. 2013 · #103
Tag 20: Waterberg
Um 6.20 h geht mein Wecker. Muss das sein? Es ist kalt und macht keinen Spass aufzustehen. Aber wir wollen um 8 bei der Waterberg Wilderness Lodge bereit stehen für eine geführte Wanderung aufs Plateau. Also, da müssen wir durch... Raus aus dem warmen Schlafsack. Um 8.15 haben wir es dann auch geschafft. Wir sind nicht allein, es kommen noch sieben andere mit. Fabian hat gar keine Freude daran. Ihn sch... an, dass noch Fremde mitkommen. Demonstrativ gehen er und Nils am Schluss der Gruppe, während Alexa und ich streberhaft zuvorderst beginnen.
Der Guide führt uns aufs Plateau. Oben haben wir einen schönen Blick übers Tal mit der Lodge.
Dann geht die Wanderung etwa vier Kilometer übers Plateau. Alexa und mir gefällt es sehr; es ist so grün, man bewegt sich aktiv, der Guide zeigt Spuren und erklärt was. An Tieren sehen wir nur Klippis, d.h. Klippschleifer und Klippspringer. Gegen Ende kommen wir zum Viewpoint; wir stehen am Rande des Plateaus, das senkrecht abfällt und vor uns breiten sich die Weiten der Kalahari aus.
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201230. Sept. 2013 · #104
Fortsetzung Tag 20: Waterberg
Nachmittags gehen wir, nach dem Zusammenräumen, an die Rezeption, um diesmal für die Plateau Lodge einzuchecken. Dort werden wir sehr freundlich empfangen. Die Aussicht von jedem Bungalow aus ist, wie der Name der Lodge vermuten lässt, grandios. Fast wie vorhin auf am Plateaurand.
Hinweis Waterberg Plaeau Lodge: Es gibt hier zwei Lodges; unten im Tal die Wilderness Lodge, wo man mit dem Auto fast bis zum Bungalow fahren kann und alles gut zu Fuss erreicht und die Plateau Lodge, die man nur über eine extrem steile Strasse erreicht und wo man zu Fuss zu den Bungalows und zum etwas auf der Anhöhe gelegenen Restaurant gehen muss (eher für Honeymooner uns sonst wie jung gebliebene). Die Bungalows sind sehr schön und grosszügig, jedes hat einen eigenen Mini-Pool und eine tolle Aussicht. Das Essen ist gut.
Heute Nachmittagkönnen wir wieder einmal richtig Entspannen. Nils und ich spielen mit einem Ball auf dem Parkplatz. Bald gibt’s schon Kaffee und Kuchen. Und jetzt ist es doch tatsächlich Zeit für das erste Mittagschläfchen seit wir in Namibia sind. Kaum zu glauben, ist aber so.
Morgen werden wir, wenn wir Glück haben, Leoparden sehen.
ich habe soeben Deinen supertoll geschriebenen Reisebericht in einem Rutsch durchgelesen und freue mich schon auf die Fortsetzung. 🙂 🙂 🙂
Wir sind gerade in den Planungen für eine fast identische Route im Oktober 2014 mit einigen Überschneidungen der Unterkünfte ( wir wollen einen 4x4 Minicamper mieten und grundsätzlich campen aber auch einige feste Unterkünfte, z. B. in Swakopmund). Es ist echt nicht einfach sich zu entscheiden .....
Vielen Dank für Deine ausführlichen Beschreibungen der Unterkünfte und der Aktivitäten.
Gruß Marion
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201201. Okt. 2013 · #106
Vielen Dank Marion! Das freut den Schreibenden... 😄
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201201. Okt. 2013 · #107
Tag 21: Waterberg – Okonjima
Ahh, herrlich, diese Aussicht beim Sonnenaufgang.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir schon Okonjima. Uns gefallen wieder einmal die Hinweisschilder. Und auch die Dik-diks
Auf Okonjima erhalten wir den Campplatz Candy. Da die Lodge mehrere Kilometer von der Campsite entfernt ist, werden wir freundlicherweise für die Leopardenfahrt dann abgeholt. Vorher haben wir aber noch Zeit den Campsite-eigenen Pool zu benutzen.
Hinweis Okonjima: Auf Okonjima gibt’s mehrere Camps und eine Campsite mit vier Stellplätzen, die alle recht weit auseinander sind. Momentan ist ein neues Camp im Bau. Das Main Camp (und vermutlich auch die anderen Camps) ist sehr schön mit Strohdächern etc. Die Übernachtungen sind teuer, beinhalten aber schon Aktivitäten. Auch als Camper kann man sich für die Leoparden- oder Geparden-Tracks anmelden. Essen sehr gut. Kinder unter 12 in einigen Camps nicht erlaubt.
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201201. Okt. 2013 · #108
Fortsetzung Tag 21: Waterberg – Okonjima
Um halb drei kommt Norman, der dann später auch unser Guide ist, uns abholen. In der Lodge gibt’s nun aber zuerst Kaffee und Kuchen. Um halb vier starten wir. Norman weist uns auf die möglichen Gefahren durch die wilden Tiere hin und erklärt uns, dass wir auf dem Sitz im Safariauto Nils in die Mitte nehmen sollen und er dürfe nicht laut sprechen, wenn wir tatsächlich in der Nähe von Leoparden sein sollten. Allerdings hätte er in den letzten drei Tagen kein Glück gehabt.
Schnell wird ein Leopard mit dem Peilsender geortet und nach kurzer Fahrt z.T. mitten durchs Dornengebüsch (-> keine schönen Kleider anziehen! 🙄 ) sind wir ganz nah. UND DANN kommt ein junger Leopard, der neugierig aber aus sicherer Entfernung unser Auto beäugt. Er ist erst etwa drei Monate alt. Hei, ist der herzig. Was für ein Erlebnis! Die Mutter ist nur ein paar Schritte entfernt. Sie frisst gerade an einem erlegten Tier, putzt sich und legt sich dann entspannt hin. Norman erklärt, dass das Muttertier schon 14 Jahre alt sei und sich durch die Safariautos nicht mehr stören lässt.
Weil wir die Leoparden ja sofort fanden, haben wir nun noch relativ viel Zeit zur Verfügung. Norman hat über Funk gehört, wo Geparden gesichtet wurden und dahin fahren wir jetzt in der Abendsonne. Und wieder haben wir Glück; wieder ein Muttertier mit einem Jungen. Gemäss Norman sei dies auf Okonjima die erste Geburt in Freiheit eines ausgewilderten Gepards. Anfangs seien es frei Jungtiere gewesen, zwei davon wurden aber von Leoparden getötet.
Die ganze Tour hat uns wirklich extrem gut gefallen – das war ein riesen Highlight! Anschliessend wärmen wir uns am Feuer im Main Camp und geniessen danach das sehr feine Abendessen. Wieder treffen wir das junge Schweizerpaar von Twyfelfontein. Nach dem Essen fährt uns Norman zur Campsite zurück und wir kriechen zum letzten Mal in unsere Dachzelte. Diesmal Nils mit Alexa und Fabian mit mir.
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201203. Okt. 2013 · #109
Tag 22: Okonjima – Düsternbrook
Ah schön, die Sonne scheint (als hätte sie das nie…). Wir geniessen eine warme Dusche, essen und packen dann ein letztes Mal die Zelte zusammen. Heute ganz friedlich…
Die rund 170 km bis Düsternbrook haben wir ziemlich schnell hinter uns. Auf der Zufahrt zur Gästefarm muss man doch tatsächlich ein paar Mal durch einen Fluss fahren. Mit Wasser, notabene! Auch das ist eine neue Erfahrung. Wir haben das Hippo-Chalet reserviert. Obwohl wir es eigentlich gar nicht vor hatten und der gestrige Tag in Okonjima kaum übertroffen werden kann, melden wir uns doch noch kurzerhand für die Leoparden- und Gepardenfütterung an.
Hinweis Düsternbrook: Farm ca. 60 km von Windhoek entfernt. Altes Farmhaus schön auf einer Anhöhe. Bietet Zimmer, Safarizelte, Campsite und das Hippo-Chalet; ein kleines Häuschen, ein paar Kilometer von der Farm entfernt, direkt an einem kleinen Stausee, mit vier Betten.
Der See ist leider fast ausgetrocknet. Auf Fotos, die ich hier im Forum gesehen habe, stand das Wasser gut drei Meter höher. Nur noch auf einer Seite hat es Wasser. Da aber immerhin noch tief genug. Aber zum Glück ist die Hippo-Familie noch da; 1 Bulle, 2 Weibchen und 1 Junges. Faul liegen sie da.
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201203. Okt. 2013 · #110
Fortsetzung Tag 22: Okonjima – Düsternbrook
Um 14.00 h beginnt die Fütterungsfahrt. Zuerst bei einem der Leoparden. Der Guide legt ein paar Fleischstücke auf einen Baum und bringt sich dann selber im Auto in Sicherheit. Der Leo springt hinauf. Das gibt natürlich ein schönes Fotomotiv. Dann kommt er runter und erhält immer wieder Stücke zugeworfen. Zwischendurch kommt er, nach unserem Gefühl, beängstigend nahe ans offene Auto und mustert auch uns, die am Rand sitzen, mit wildem, unfreundlichen Blick. Ganz geheuer ist uns das nicht und wir rutschen ein bisschen zurück.
Dann folgt dasselbe noch bei zwei Gepardenweibchen, wobei die den schwarzen Guide sehr gut kennen und er sogar aussteigen kann.
Alles in allen war es sehr spannend. So nahe kommt man diesen Tieren sonst nie. Und es gibt ganz schöne Fotos. Ist halt eher wie in einem grossen Zoo. Die gestrige Fahrt auf Okonjima gefiel uns insgesamt besser. Wir trinken noch was auf der Farm und beobachten Elen-Antilopen im Flussbett unten.
Hallole, tolle bilder von düsternbrook 😉 das mit dem see wundert mich sehr waren vor 2,5 jahren dort und der see war rieeesig! hat das mit dem wenigen regen zu tun? noch eine frage, bei uns waren es noch 3 geparden (mutter mit 2 kindern), ist der eine wohl verstorben? LG, Antje
Ich tupper für mein leben gern :-)
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201204. Okt. 2013 · #112
Hallo Antje
Vielen Dank! Ja, das hat leider mit der Dürre zu tun. Die Hippos werden auch mit Gras aus Südafrika zugefüttert, weil sie sonst zuwenig finden. Und es könnte auch sein, dass sie an einen anderen See etwas weiter weg abwandern... 😕
Bei den Geparden waren das zwei jüngere Weibchen. Von einer Mutter haben wir nichts gehört. Aber die zwei Weibchen hat gerade bevor wir dort war ein Warzenschwein welches sich ins Gehege verirrt hat selber erlegt! 🤨
Susi651'127 Beiträge · seit 201104. Okt. 2013 · #113
Hallo Gnu,
frisch aus Südafrika zurück, habe ich eben Deinen Reisebericht in einem verschlungen. Klasse Schreibstil und Deine Fotos sind wirklich genial. Ich liebe diese Farben. Wir haben vor drei Jahren im September eine Lodgetour durch Namibia gemacht, aber da war der Himmel irgendwie nie so klar, vorallem nicht im Etosha-Park, da hing immer so ein Schleier von Staub in der Luft. Super hilfreich finde ich übrigens Deine Beschreibungen der Unterkünfte und Campsites. Wir wollen nächstes Jahr das zweite Mal nach Namibia und dieses mal voraussichtlich eine Mischung aus Lodge- und Campingtour machen. Bagatelle, Koiismasis, Wüstenquell und das Mowani Mountain Camp habe ich mir mal auf jeden Fall vorgemerkt.
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201204. Okt. 2013 · #114
Hallo Susi Vielen Dank! Das freut den Schreibenden und den Fotografen (beides derselbe, hehehe 😄 ). Freue mich natürlich auch, dass ich so bei der Planung etwas mithelfen konnte. Ja, bei uns war es häufig recht blau. Wobei der Ostwind auch manchmal recht viel Sand mit sich brachte und es dann etwas neblig aussah. Gruss vom Gnu
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201205. Okt. 2013 · #115
Fortsetzung Tag 22: Okonjima – Düsternbrook
Zurück beim Hippo-Chalet sehen wir gerade, wie die Hippos ins Wasser gehen. Etwas später kommt der Guide und füttert die Tiere mit Heu, das sofort aufgefressen wird. In diesem Winter ist es so trocken, dass die Hippos nicht genügend Gras finden.
Anschliessend braaien wir ein letztes Mal inklusive leckerer Boerewurst. Diese Nacht wird nochmals so richtig kalt.
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201205. Okt. 2013 · #116
Tag 23: Düsternbrook – Windhoek – Abflug
Der letzte Tag ist schnell erzählt. Einmal am Morgen früh macht eins der Hippos das wunderbar grunzende Geräusch, das wir von früher kennen. Duschen kann man im Hippo-Chalet nicht. Es hat zwar einen Donkey, allerdings ist der so klein, dass das warme Wasser eigentlich nur für 1x Händewaschen reicht. Also packen wir zusammen und duschen auf der Campsite.
Die Strecke nach Windhoek ist schnell zurück gelegt. Wir peilen noch schnell ein Craft Centre an, wo ich eine Giraffe kaufen möchte (natürlich aus Holz), finden aber nichts Passendes. Die Autoabgabe bei Savanna ist völlig problemlos. Wir haben 3‘700 km hinter uns, glücklicherweise ohne eine Panne. Aus den staubigen Taschen und Säcken packen wir wieder alles in die Koffer. Etwas wehmütig werden wir an den Flughafen gefahren.
Nach dem Einchecken hat es zum Glück im zollfreien Bereich noch einen kleinen Craft Shop, der gerade auch noch Giraffen hat und erst noch schöne. Die grösste ist 1.60 m gross. Natürlich muss es die sein. Der Verkäufer packt sie gut in Schutzfolie ein und versichert mir, dass man sie so ins Handgepäck nehmen kann. Das geht tatsächlich gut.
Jeder schaut wieder einen Film. Da ich ja nun weiss, dass bei mir eine normale Menge Schlaftropfen nichts nützt, nehme ich die doppelte Anzahl. Und etwas später schlafe ich, bereichert mit sehr vielen unglaublich schönen Erinnerungen, ein.
GnuThemenstarter203 Beiträge · seit 201205. Okt. 2013 · #117
Epilog
Nicht nur viele Erinnerungen auch viele Fotos haben wir mitgenommen, 2500 an der Zahl. Davon konnte ich rund 700 sofort löschen, weil unscharf etc. Von den Restlichen konnte ich mit Müh und Not 320 Bilder als Album (auch zum Vorzeigen) auswählen und 170 sind Zweitwahl-Albumbilder. Und viele musste ich weglassen, obwohl es gute Fotos sind, aber es wären sonst einfach zuviele m.M.n. Dieser Prozess dauerte aber auch seine Zeit.
Wir sind froh, dass auf der Reise wirklich alles gut geklappt hat und wie eingangs erwähnt, können wir auch die Route (mit den kleinen Einschränkungen) empfehlen. Für uns als Familie war das auch eine wunderbare Zeit. Man (ich meine damit v.a. unsere beiden Jungs) musste nicht irgendeine Rolle spielen, sondern konnte einfach sich selbst sein. Jetzt sind wir schon lange wieder im Alltag gefangen. Und die Jungs, v.a. der ältere, haben wieder ihre Pubertätsrolle voll drauf. Das ist nicht immer einfach, gibt Reibereien. Das ist halt das Leben.
Ich hoffe, ich konnte mit meinem RB den einen einen Tipp und den anderen schöne Erinnerungen geben. Ich danke euch fürs Mitfahren.