Ich versuch es mal mit einem Bericht 🤨
Katrin und Michael haben einen Traum: Tansania! Logo, dass sie mich löchern, obwohl mein Urlaub schon 1991 war. Sehr viele Tiere hatten wir damals, besonders im Krater alles ganz nah, die großen Herden in der Serengeti und ganz wenig andere Touristen. Ach ja, damals war es mit eigenem Fahrzeug, Fahrer und in Lodges. Sie träumen erst recht und ich würde auch gern noch mal hin, wenn ich so darüber berichte.
Also beginnen wir mal zum Spaß, uns ein wenig umzuhören. Nicht gerade ein günstiges Reiseland. Da wir drei jetzt nicht gerade die absoluten Campingfreaks sind, die Zwanziger liegen auch schon gefühlte Lichtjahre hinter uns, würden wir ja am liebsten in richtigen Betten liegen. Aber wir wollen auf gar keinen Fall eine Gruppenreise mit nervenden nicht ausgesuchten Mitreisenden. Und wir wollen Natur pur, alle Tierstimmen auch in der Nacht, und dann den Sternenhimmel. Katrin stellt sich ein Permanent-Zelt vor mit Bad natürlich. Mal so richtig Jenseits-von-Afrika fühlen.
Auf einer Messe werden wir dann fündig, ein kleiner Veranstalter präsentiert so in etwa das, was wir uns vorstellen können, alles individuell anzupassen. Schock nach dem Angebot, das Budget reicht so nicht. Ok, dann vielleicht doch wieder ab und an ins Zelt? Wenn wir manchmal ein Bett haben, wird das schon gehen. Wir haben die Campingtour im Okavangodelta ja auch hingekriegt. Und wir haben unseren Fahrer und den Koch dabei, brauchen die Zelte nicht selbst aufzubauen, also Luxus sozusagen. Wir buchen also Folgendes:
Reisezeitraum 29.2.12 bis 14.3.12
Reiseziele Unterkünfte
Arusha-NP 2 ÜN Rivertree Lodge, Mainhouse
Tarangire NP 3 ÜN Spezial Campsite (irgendwas mit M, hat was
mit Baobabs zu tun – hab ich vergessen)
Lake Manyara NP 2 ÜN Plantation Lodge, Forresthouse
Ngorongoro Krater 2 ÜN Simbacampsite (public)
Serengeti 1 ÜN Ndutu Safari Lodge
3 ÜN Spezial Campsite (sero 2)
Landcruiser mit aufklappbarem Dach, Campingausrüstung, Fahrer und Koch für uns drei.
Tag 29.02.12 Anreise
Nach monatelanger Vorfreude und Bangen, weil Michael noch eine übel große OP durchmachen muss, bei der alles auf der Kippe steht, ist Endspurt. Oma und Opa zum Einhüten angekommen, letzte Anweisungen gegeben, nicht schlafen können, mitten in der Nacht vom Sohn zum Flieger gebracht worden durch dickstes Nebelwetter. Gepäckaufkleber vergessen, also schnell ausfüllen, die Tussi am Gepäckschalter will den nicht dranmachen, obwohl meine Tasche schon drauf liegt. Also schmeiß ich mich zur Freude meiner Mitreisenden längs auf die Tasche – ja, ich bin kurz – um das Dings ranzumachen und hoffe, dass die Waage nicht die Grätsche macht. Aber da die Tasche nur 15 Kilo wiegt, geht alles glatt. Die anderen Kofferabgeber in der Schlange haben so ein Grinsen im Gesicht, ich versteh das gar nicht.
Gepäck weg, Rucksack durchwühlen lassen, 04:40 Uhr am Hamburger Flughafen, es duftet nach frischen Croissants und Kaffee. Am Gate nach Amsterdam trudeln langsam die Mitreisenden ein. Das hat ein bisschen was von damals im Ohnsorgtheater (die Omas mit dem Bonbonpapier), es knistert hier, es raschelt Butterbrotpapier da. Ich lese im Airport-Magazin, welche Freude, das Bild kommt mir aber bekannt vor – ja, das ist Palmwag! Gutes Zeichen, genauso sollte Urlaub beginnen, lass sie knistern, ich bin schon in Afrika!
Happy landing in Shippol pünktlich um 07:25 Uhr, schreibe noch schnell meinen Lieben daheim einen holländischen Gruß (mir doch egal, dass ich Ihnen damit peinlich bin). Sogar die SMS vom Junior ist schon da: „Bin zuhause“. Ja, ich weiß, aus dem Alter ist er längst raus, aber mich beruhigt das trotzdem, gerade wenn ich so weit weg will.
Ich habe lange nicht mehr so viele Holzgloggs gesehen und probiere die Dinger mal an. Wie kann damit bloß einer laufen? Kann nicht widerstehen und kaufe ein wenig Käse ein, für alle Fälle, man weiß ja nie bei einem Campingurlaub.
Der Flieger aus Berlin ist laut Anzeigetafel schon da, ich renne ein bisschen rum, sitzen werden wir noch genug. Dann endlich das große Treffen, Wiedersehens- und Vorfreude. „Fast hätten wir uns doch nicht gesehen“ Häh? Wieso sagt sie das? Dann der Schock: Katrin ist voll auf Drogen, hat eine fette Entzündung im Rücken, der ist nun voller Tape und sie hat ne Reiseapotheke wie ein Schrankkoffer, damit sie ein bisschen sitzen kann. „Ich hab´s dir lieber vorher nicht gesagt, aber ob ich fliegen kann, war gar nicht sicher. Aber ich wollte doch unbedingt!“ Der Rücken soll uns noch beschäftigen, …wir machen ja camping. Mit Verspätung geht´s los, aber die Sitzreihen sind bequem, das Essen richtig gut und das Personal absolut freundlich und aufmerksam. Dank unserer Quatscherei vergeht die Zeit flott bis Kilimanjaro-Airport.
Nun ja, der winzige Flughafen und die afrikanische Gelassenheit werden diesem Touristenstrom nur mit Mühe gerecht und so dauert das Prozedere mit der Einreise enorm. Die ausgefüllte Zettel und unsere Dollars genügen nicht, wir brauchen noch ne zusätzliche Einreisekarte, da steht zwar exakt das drauf, was schon auf dem Zettel steht, aber da verstehen die hier keinen Spaß – war wohl mal ne deutsche Kolonie hier, was? Beneidenswert die Leute, die sich vorher um ein Einreisevisum gekümmert haben und nun gut gelaunt an uns vorbei ziehen. Immer wieder ziehen Gruppenreisende an uns vorbei, weil ein Obergruppenhansel mit den gesammelten Pässe wedelt. Hätte ich das geahnt…! Einer dieser Obergruppenmenschen versucht mit einer nicht unbeträchtlichen Anzahl um uns rum zu schleichen und sich gekonnt vor uns einzureihen. Da wir zu dritt sind und inzwischen geschickt unser Gepäck in voller Breite drapieren, hat er keine Chance. Das sind wir Katrins Rücken schuldig, ihr geht es richtig übel trotz aller Medikamente. Endlich sind wir dran, gehen durch die Kontrolle, am Gepäckschalter ist es auch schon übersichtlich geworden, die meisten sind schon draußen. Nur eine Schlange hat sich gebildet… vor dem lost-baggage-Schalter. Meine Tasche und der Anhänger sind da, die beiden Taschen von Katrin auch. Wo ist der Rucksack von Michael? Verdammt! Wieder einreihen… ob der Guide trotzdem auf uns wartet? Ich geh mal schauen, während die beiden den Platz in der Warteschlange verteidigen, denn auch die Hanselgruppe hat offensichtlich Gepäckverluste und steht wieder an. Nee, da hält keiner mehr ein Schild hoch mit meinem Namen. Ok, dann wieder in die Reihe.
Oberhansel meckert mich von der Seite an. Er dachte echt, er hätte es geschafft, an uns vorbeizukommen. Der Beamte liest den Gepäckaufkleber sorgfältig und erklärt, dass dieses Gepäckstück nicht verloren gegangen sein kann. Wieso? Weil es nicht auf der Liste steht. Wie? Er hat schon ne Liste mit liegen gebliebenem Gepäck aus Amsterdam bekommen. Hilft ihm und uns aber nix, der Rucksack ist weg und er muss noch ein Formular ausfüllen. Nun will er die Anschrift des Reiseveranstalters in Arusha haben. Wir haben nur die deutsche Adresse. Klasse gelaufen. Verlasse den Schalter, Michael bleibt, die Hinterleute grummeln. Nachdem ich nun dem afrikanischen Beamten am Ausgang erklärt habe, dass ich nur mal unseren Guide suchen muss, aber dann wieder zurück in die Ankunftshalle komme, ist das Chaos perfekt. Immerhin lässt er mich durch. Draußen sind kaum noch Leute, Abholer, die nur noch mühsam ihre Pappschilder heben, allerdings mit anderen Namen. Einer tut´s nicht, und das ist unser Steven. Der ist irritiert, weil ja nur eine auf ihn zugestürzt kommt, er erwartet immerhin drei Leute. Kurz erklärt, Zettel gefunden, Stift geborgt, er hat keinen, meiner ist im Rucksack, der zu unserer Verteidigungslinie gehört, alles aufgeschrieben und nun zurück.
Der Beamte erinnert sich erst, als ich mit dem Zettel vor seinem Gesicht wedele. Es ist ja auch schon spät. Immerhin, Michael hat die Position verteidigt, der Oberhansel ist inzwischen am Nachbarschalter in vorderster Front und wirft mir einen giftigen Blick zu. Katrin liegt mehr auf unserem Gepäck und hält sich kaum aufrecht vor Schmerzen. Der Schaltermensch befragt jetzt seine Kollegen, alle halten inne, um unseren Fall zu beratschlagen. Oberhansel scharrt mit den Füßen, seine um sich stehende Meute entwirft offensichtlich Pläne zu unserer Ermordung. Egal.
Der Schalterfuzzi will nun die Telefonnummer von Reisebüro in Arusha haben, nicht die von unserem Guide, die ich ihm mitgebracht habe. Wir sind auf Safari, im Reisebüro nutzt uns das Gepäck recht wenig! Diese Erklärung überzeugt nun eine Flughafendame in der Gruppe, die noch immer unseren Fall diskutiert. Endlich gibt sich unser Beamter geschlagen, stempelt das Papier und unterschreibt. Die anderen wenden sich wieder dem Gruppenhansel zu. Zettel geschnappt, Katrin eingesammelt und schnell die Gruppe umschlichen, um dann zu Steven zu gehen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass mein Rücken mit Pfeilen durchbohrt wird. Der Beamte am Halleneingang hat schon aufgegeben und Feierabend gemacht. Jetzt wäre ein hin- und herlaufen problemlos.
Steven erwacht aus seiner Lethargie, als er uns drei sieht, strahlt uns an und begrüßt uns wie alte Freunde. Ja, die Warterei kann auch zusammenschweißen! Schnell ist das Gepäck verladen und wir unterwegs, die letzten 40 km bis zum Rivertrees. Unser Gepäck wird aufs Zimmer gebracht, den Willkommensdrink kippen wir runter, verabreden eine Frühstückszeit und mit Steven eine Abholzeit für morgen. Wir wollen nur noch in die Waagerechte.
Katrin und Michael haben einen Traum: Tansania! Logo, dass sie mich löchern, obwohl mein Urlaub schon 1991 war. Sehr viele Tiere hatten wir damals, besonders im Krater alles ganz nah, die großen Herden in der Serengeti und ganz wenig andere Touristen. Ach ja, damals war es mit eigenem Fahrzeug, Fahrer und in Lodges. Sie träumen erst recht und ich würde auch gern noch mal hin, wenn ich so darüber berichte.
Also beginnen wir mal zum Spaß, uns ein wenig umzuhören. Nicht gerade ein günstiges Reiseland. Da wir drei jetzt nicht gerade die absoluten Campingfreaks sind, die Zwanziger liegen auch schon gefühlte Lichtjahre hinter uns, würden wir ja am liebsten in richtigen Betten liegen. Aber wir wollen auf gar keinen Fall eine Gruppenreise mit nervenden nicht ausgesuchten Mitreisenden. Und wir wollen Natur pur, alle Tierstimmen auch in der Nacht, und dann den Sternenhimmel. Katrin stellt sich ein Permanent-Zelt vor mit Bad natürlich. Mal so richtig Jenseits-von-Afrika fühlen.
Auf einer Messe werden wir dann fündig, ein kleiner Veranstalter präsentiert so in etwa das, was wir uns vorstellen können, alles individuell anzupassen. Schock nach dem Angebot, das Budget reicht so nicht. Ok, dann vielleicht doch wieder ab und an ins Zelt? Wenn wir manchmal ein Bett haben, wird das schon gehen. Wir haben die Campingtour im Okavangodelta ja auch hingekriegt. Und wir haben unseren Fahrer und den Koch dabei, brauchen die Zelte nicht selbst aufzubauen, also Luxus sozusagen. Wir buchen also Folgendes:
Reisezeitraum 29.2.12 bis 14.3.12
Reiseziele Unterkünfte
Arusha-NP 2 ÜN Rivertree Lodge, Mainhouse
Tarangire NP 3 ÜN Spezial Campsite (irgendwas mit M, hat was
mit Baobabs zu tun – hab ich vergessen)
Lake Manyara NP 2 ÜN Plantation Lodge, Forresthouse
Ngorongoro Krater 2 ÜN Simbacampsite (public)
Serengeti 1 ÜN Ndutu Safari Lodge
3 ÜN Spezial Campsite (sero 2)
Landcruiser mit aufklappbarem Dach, Campingausrüstung, Fahrer und Koch für uns drei.
Tag 29.02.12 Anreise
Nach monatelanger Vorfreude und Bangen, weil Michael noch eine übel große OP durchmachen muss, bei der alles auf der Kippe steht, ist Endspurt. Oma und Opa zum Einhüten angekommen, letzte Anweisungen gegeben, nicht schlafen können, mitten in der Nacht vom Sohn zum Flieger gebracht worden durch dickstes Nebelwetter. Gepäckaufkleber vergessen, also schnell ausfüllen, die Tussi am Gepäckschalter will den nicht dranmachen, obwohl meine Tasche schon drauf liegt. Also schmeiß ich mich zur Freude meiner Mitreisenden längs auf die Tasche – ja, ich bin kurz – um das Dings ranzumachen und hoffe, dass die Waage nicht die Grätsche macht. Aber da die Tasche nur 15 Kilo wiegt, geht alles glatt. Die anderen Kofferabgeber in der Schlange haben so ein Grinsen im Gesicht, ich versteh das gar nicht.
Gepäck weg, Rucksack durchwühlen lassen, 04:40 Uhr am Hamburger Flughafen, es duftet nach frischen Croissants und Kaffee. Am Gate nach Amsterdam trudeln langsam die Mitreisenden ein. Das hat ein bisschen was von damals im Ohnsorgtheater (die Omas mit dem Bonbonpapier), es knistert hier, es raschelt Butterbrotpapier da. Ich lese im Airport-Magazin, welche Freude, das Bild kommt mir aber bekannt vor – ja, das ist Palmwag! Gutes Zeichen, genauso sollte Urlaub beginnen, lass sie knistern, ich bin schon in Afrika!
Happy landing in Shippol pünktlich um 07:25 Uhr, schreibe noch schnell meinen Lieben daheim einen holländischen Gruß (mir doch egal, dass ich Ihnen damit peinlich bin). Sogar die SMS vom Junior ist schon da: „Bin zuhause“. Ja, ich weiß, aus dem Alter ist er längst raus, aber mich beruhigt das trotzdem, gerade wenn ich so weit weg will.
Ich habe lange nicht mehr so viele Holzgloggs gesehen und probiere die Dinger mal an. Wie kann damit bloß einer laufen? Kann nicht widerstehen und kaufe ein wenig Käse ein, für alle Fälle, man weiß ja nie bei einem Campingurlaub.
Der Flieger aus Berlin ist laut Anzeigetafel schon da, ich renne ein bisschen rum, sitzen werden wir noch genug. Dann endlich das große Treffen, Wiedersehens- und Vorfreude. „Fast hätten wir uns doch nicht gesehen“ Häh? Wieso sagt sie das? Dann der Schock: Katrin ist voll auf Drogen, hat eine fette Entzündung im Rücken, der ist nun voller Tape und sie hat ne Reiseapotheke wie ein Schrankkoffer, damit sie ein bisschen sitzen kann. „Ich hab´s dir lieber vorher nicht gesagt, aber ob ich fliegen kann, war gar nicht sicher. Aber ich wollte doch unbedingt!“ Der Rücken soll uns noch beschäftigen, …wir machen ja camping. Mit Verspätung geht´s los, aber die Sitzreihen sind bequem, das Essen richtig gut und das Personal absolut freundlich und aufmerksam. Dank unserer Quatscherei vergeht die Zeit flott bis Kilimanjaro-Airport.
Nun ja, der winzige Flughafen und die afrikanische Gelassenheit werden diesem Touristenstrom nur mit Mühe gerecht und so dauert das Prozedere mit der Einreise enorm. Die ausgefüllte Zettel und unsere Dollars genügen nicht, wir brauchen noch ne zusätzliche Einreisekarte, da steht zwar exakt das drauf, was schon auf dem Zettel steht, aber da verstehen die hier keinen Spaß – war wohl mal ne deutsche Kolonie hier, was? Beneidenswert die Leute, die sich vorher um ein Einreisevisum gekümmert haben und nun gut gelaunt an uns vorbei ziehen. Immer wieder ziehen Gruppenreisende an uns vorbei, weil ein Obergruppenhansel mit den gesammelten Pässe wedelt. Hätte ich das geahnt…! Einer dieser Obergruppenmenschen versucht mit einer nicht unbeträchtlichen Anzahl um uns rum zu schleichen und sich gekonnt vor uns einzureihen. Da wir zu dritt sind und inzwischen geschickt unser Gepäck in voller Breite drapieren, hat er keine Chance. Das sind wir Katrins Rücken schuldig, ihr geht es richtig übel trotz aller Medikamente. Endlich sind wir dran, gehen durch die Kontrolle, am Gepäckschalter ist es auch schon übersichtlich geworden, die meisten sind schon draußen. Nur eine Schlange hat sich gebildet… vor dem lost-baggage-Schalter. Meine Tasche und der Anhänger sind da, die beiden Taschen von Katrin auch. Wo ist der Rucksack von Michael? Verdammt! Wieder einreihen… ob der Guide trotzdem auf uns wartet? Ich geh mal schauen, während die beiden den Platz in der Warteschlange verteidigen, denn auch die Hanselgruppe hat offensichtlich Gepäckverluste und steht wieder an. Nee, da hält keiner mehr ein Schild hoch mit meinem Namen. Ok, dann wieder in die Reihe.
Oberhansel meckert mich von der Seite an. Er dachte echt, er hätte es geschafft, an uns vorbeizukommen. Der Beamte liest den Gepäckaufkleber sorgfältig und erklärt, dass dieses Gepäckstück nicht verloren gegangen sein kann. Wieso? Weil es nicht auf der Liste steht. Wie? Er hat schon ne Liste mit liegen gebliebenem Gepäck aus Amsterdam bekommen. Hilft ihm und uns aber nix, der Rucksack ist weg und er muss noch ein Formular ausfüllen. Nun will er die Anschrift des Reiseveranstalters in Arusha haben. Wir haben nur die deutsche Adresse. Klasse gelaufen. Verlasse den Schalter, Michael bleibt, die Hinterleute grummeln. Nachdem ich nun dem afrikanischen Beamten am Ausgang erklärt habe, dass ich nur mal unseren Guide suchen muss, aber dann wieder zurück in die Ankunftshalle komme, ist das Chaos perfekt. Immerhin lässt er mich durch. Draußen sind kaum noch Leute, Abholer, die nur noch mühsam ihre Pappschilder heben, allerdings mit anderen Namen. Einer tut´s nicht, und das ist unser Steven. Der ist irritiert, weil ja nur eine auf ihn zugestürzt kommt, er erwartet immerhin drei Leute. Kurz erklärt, Zettel gefunden, Stift geborgt, er hat keinen, meiner ist im Rucksack, der zu unserer Verteidigungslinie gehört, alles aufgeschrieben und nun zurück.
Der Beamte erinnert sich erst, als ich mit dem Zettel vor seinem Gesicht wedele. Es ist ja auch schon spät. Immerhin, Michael hat die Position verteidigt, der Oberhansel ist inzwischen am Nachbarschalter in vorderster Front und wirft mir einen giftigen Blick zu. Katrin liegt mehr auf unserem Gepäck und hält sich kaum aufrecht vor Schmerzen. Der Schaltermensch befragt jetzt seine Kollegen, alle halten inne, um unseren Fall zu beratschlagen. Oberhansel scharrt mit den Füßen, seine um sich stehende Meute entwirft offensichtlich Pläne zu unserer Ermordung. Egal.
Der Schalterfuzzi will nun die Telefonnummer von Reisebüro in Arusha haben, nicht die von unserem Guide, die ich ihm mitgebracht habe. Wir sind auf Safari, im Reisebüro nutzt uns das Gepäck recht wenig! Diese Erklärung überzeugt nun eine Flughafendame in der Gruppe, die noch immer unseren Fall diskutiert. Endlich gibt sich unser Beamter geschlagen, stempelt das Papier und unterschreibt. Die anderen wenden sich wieder dem Gruppenhansel zu. Zettel geschnappt, Katrin eingesammelt und schnell die Gruppe umschlichen, um dann zu Steven zu gehen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass mein Rücken mit Pfeilen durchbohrt wird. Der Beamte am Halleneingang hat schon aufgegeben und Feierabend gemacht. Jetzt wäre ein hin- und herlaufen problemlos.
Steven erwacht aus seiner Lethargie, als er uns drei sieht, strahlt uns an und begrüßt uns wie alte Freunde. Ja, die Warterei kann auch zusammenschweißen! Schnell ist das Gepäck verladen und wir unterwegs, die letzten 40 km bis zum Rivertrees. Unser Gepäck wird aufs Zimmer gebracht, den Willkommensdrink kippen wir runter, verabreden eine Frühstückszeit und mit Steven eine Abholzeit für morgen. Wir wollen nur noch in die Waagerechte.






















