Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201019. Okt. 2011 · #101
29. Juni 2011
Um 5.30 klingelt der Wecker. Unter den Bettdecken war es mollig warm, den Kopf musste ich wieder mit dem Stirnband schützen. Abwechselnd wurde ich von den heulenden Schakalen und meiner laufenden Nase geweckt. Also raus aus den Federn und auf ins Abenteuer. Heute ist wieder Katzenwäsche dran. Wir holen uns unser Frühstückspaket im Restaurant ab und fahren um 6.10 bei 7° los. Unterwegs sind es dann um 6.25 nur noch 0°. Brrrrr!
Die Dünen sehen schon wieder ganz anders aus, das blasslila Licht ist wunderschön. Zum Sonnenaufgang erreichen wir die Düne 45. Hier steppt der Bär - was für Menschenmassen!
Wir fahren weiter bis zum ersten Parkplatz, hier ist es mit 1° kaum wärmer... Und hier haben wir die zweifelhafte Ehre, die Toiletten zu benutzen. Wenn es hier bei diesen Temperaturen schon kaum ohne Gasmaske zu ertragen ist - wie stinkt es dann im Hochsommer?!
Mein Schatz hat beschlossen, dass unser SUV die Strecke zum 4x4 parking schafft. Ich bin da ja skeptisch und versuche, es ihm auszureden: Das ist Tiefsand... Ach, das geht! Na gut, du fährst... Gesagt, getan. Nach wenigen hundert Metern ist aber Schluss für uns - wir stecken fest. 😵 Noch ohne Kontakt zwischen Bodenblech und Sand, aber das kann jetzt schnell kommen. Großes Fluchen setzt ein und es kommt die Erkenntnis auf: Da brauchen wir wohl Hilfe... Jaaaaa, du läufst zurück, ich warte hier. Während einige andere Wagen an mir vorbei schlittern kühlt meine Stimmung merklich ab. Wäre dies nicht eine gut frequentierte Strecke und wären die Jungs vom Shuttle nicht da - ich hätte sehr viel vehementer widersprochen. Aber so: Manche Dinge muss Mann wohl „erfahren“ - oder auch nicht... 😗 Die Jungs vom shuttle feixen natürlich und haben auch einige Mühe, unseren Wagen zu drehen und wieder in eine fahrbare Spur zu ziehen. Diese Erfahrung kostet uns hauptsächlich Zeit und das ärgert mich am Meisten. Für den Service wollen die Fahrer kein Geld von uns haben, wenn wir mit ihrem shuttle jetzt ins Vlei fahren. Klar, geht ja nicht anders! So berappen wir also jeder 100NAM$ für den shuttle und geben ihnen ein gutes Trinkgeld obendrauf.
Schnell noch Jacken, Kameras, Hüte und Wasserflaschen greifen und los geht‘s! Die Fahrt ins Vlei ist ein ziemlicher Ritt - durch ganz tiefen Sand, heftige Löcher und eine unübersehbare Auswahl an Spuren holpern wir die letzten 5km. Meinem Schatz dämmert: Das hätten wir nicht geschafft! Das Übelste an dieser Fahrt aber sind 5 junge Deutsche, die ununterbrochen labern. Laut und unsensibel bekommen sie von der Landschaft überhaupt nichts mit. Wir würden sie gerne schon unterwegs ausladen... 😠 Dagegen waren ja unsere Asiaten im Camp Kipwe harmlos!
Um 8.00 kommen wir endlich im Sossusvlei an. Es steht noch Wasser im Vlei, das Licht ist wunderschön und es ist immer noch kalt. Die 5 quasseln weiter, so dass wir erst einmal Distanz schaffen müssen. Wo ist der Knopf zum Abschalten?! Leider hört man sie in der Stille überall...
Wir besteigen dann die Düne und staunen über Farben und Formen.
Nach einiger Zeit tut mein Knie wieder weh, so dass ich umkehre. 2 der Quasselstrippen geben auch auf, die anderen begleiten meinen Schatz - deutlich hörbar - bis hoch hinauf...
Unten angekommen suche ich mir ein stilles Eckchen und fotografiere die Blumen.
Mittlerweile füllt es sich hier und als dann auch noch 3 Jeeps voll beladen mit jugendlichen Sandboardern ankommen reicht es uns. Der Lärm ist jetzt nicht mehr auszuhalten. 🤢
Wir müssen nur einige Minuten auf unseren shuttle warten und starten um 9.45 zum Dead Vlei. Im letzten Moment steigen die 5 Nervensägen noch zu. Himmel, Hilfe!!!!! Nichts gegen Gespräche - aber bei „Wo sind wir eigentlich? Wie heisst das hier? Hier gibt‘s ja nur Sand... Kreisch, halt mich fest, mach ein Foto... “ ist irgendwann Schluss mit lustig! 😮 Am Parkplatz zum Dead Vlei angekommen entschliessen sich 3 der 5 zu ihrem Auto weiter zu fahren: „Ach nee, nicht noch ne Düne, ich mag nicht mehr!“ Gott sei Dank, denn ich mag schon lange nicht mehr! 😐
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201019. Okt. 2011 · #102
29. Juni 2011 Fortsetzung
Am Dead Vlei ist es jetzt richtig voll. Der Kamm der Düne ist voller Menschen, und auf dem Weg ins Vlei ziehen die Karawanen. Schnell stellen wir fest: Es sind ganz viele südafrikanische Familien hier und die gehören in der Regel auch nicht zu den leisen Vertretern. Wieder sind wir erstaunt und entsetzt, wie schwierig es für viele Menschen scheinbar ist Stille zu ertragen.
Also schlagen wir schnell einen Bogen und versuchen Abstand zu gewinnen. Das ist nicht einfach, denn die Luft trägt den Schall hier sehr weit.
Aber Licht, Formen und Farben entschädigen uns wieder. Wir können uns kaum satt sehen an Dünen, Gräsern, dem trockenen Vlei und den skurrilen Bäumen.
Nachdem der shuttle hierher noch sehr kalt war, wird mir nun endlich warm und ich fange an, mich Stück für Stück von Stirnband, Halstuch, 2 Fleecejacken und Wollpullover zu trennen.
Auf dem Rückweg durch den Sand wird uns sehr warm. Es ist beschwerlich und ich bin fix und fertig, als wir wieder am Parkplatz ankommen. Hier müssen wir nun eine Zeit lang auf einen freien shuttle warten. Bis wir die rettende Idee haben und erst noch einmal Richtung Sossusvlei fahren. Denn in der Richtung gibt es jede Menge freier Plätze.
Gestern Nachmittag fanden wir es sehr schön hier. Heute Vormittag finden wir es grenzwertig. Und in der Hochsaison wäre es hier wohl Nichts für uns. Leider dauert der Weg ins Vlei ja eine ganze Zeit, so dass man für mehrere Fahrten sehr viel Zeit einplanen müsste.
Gegen 11.30 sind wir wieder bei unserem Auto und machen uns über unser Frühstück her. Das ist ein bisschen mager: 1 Miniaturbrötchen, 1 Ei, 1 Apfel, 1 Müsliriegel, 1 kleiner Saft, 1 kleiner Joghurt. Da hätten sie sich bei der Preisklasse der Lodge etwas mehr Mühe geben dürfen. 🙁 Zum Glück haben wir genügend Getränke und noch Kekse dabei. Ich bin groggy und habe Kopfschmerzen. Kurz vor 12.00 fahren wir bei 18° zurück zur Lodge. In der Ebene haben wir nur noch 14°. Leider kann ich unterwegs die Augen nicht offen halten und schlafe immer wieder ein. Schade, denn ich hätte so gerne die Landschaft noch einmal genossen.
Auf einem geraden Stück der Straße stehen dann an der rechten Seite einige Autos komisch in der Gegend rum - speed control! Vor uns werden 2 Wagen einer Lodge angehalten, die sind zu schnell gefahren. Wir dürfen passieren.
Um 12.50 kommen wir wieder in der Sossus Dune Lodge an und gehen gleich zum Lunch. Es gibt Sandwich mit Chips und Salat und als Nachtisch Orangenkuchen. Das tut gut!
Danach geht es sofort ins Bett und bis 15.15 schlafen wir tief und fest. Beim Aufstehen ist mir ganz komisch - Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel... Was kommt jetzt schon wieder? Ich befürchte, dass ich mich bei den Temperaturunterschieden wieder erkältet habe und greife tief in die Reiseapotheke. Die Dusche weckt dann einige Lebensgeister. Kaffee und Kekse steuern ihren Teil bei.
Dann machen wir uns auf den Weg zum Sesriem Canon. Den hatte ich mir etwas imposanter vorgestellt. Da ich mich heute nicht trittsicher fühle bleibe ich lieber oben, obwohl der Weg hinunter nicht schwierig aussieht. Mein Schatz geht also allein hinunter und ab und zu können wir uns zu winken. Ich laufe oben herum und bin zufrieden, als es mir langsam besser geht. Durch den tiefen Stand der Sonne ist es mit Fotos leider schwierig.
Lange sehe ich einer Sattelschrecke zu, die mit dem Bauch nach oben an einem Busch hängt. Mal eine andere Perspektive!
Im Abendlicht sieht Alles wieder so weich aus, auf der anderen Seite des Canons grasen Springböcke, Raubvögel ziehen ihre Kreise.
Mit dem Sonnenuntergang fahren wir zurück und werfen beide erst mal ein Kopfschmerzmittel ein. Zum Dinner gibt es heute Samoosas, die sind OK. Die Erbsensuppe ist leider nur grünes Wasser - mph. 🙁 Mein Gamesteak ist gut, Schatzi hat mal wieder das Teil voller Sehnen erwischt. 🙁 Das Ganze kommt wieder lauwarm auf den Tisch. Als Dessert gibt es einen undefinierbaren Kuchen - na ja. Zum Kaffee gibt es heute auch nur kalte Milch - in kalten Tassen. Dies Essen fällt leider auch durch. 😠
Immerhin gibt es heute Wärmflaschen vom Haus. Wir nehmen 2 mit, zusammen mit unseren beiden sollen die Betten wohl warm werden...
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201002. Nov. 2011 · #103
30. Juni 2011
Die Nacht war besser als die vorherige, es war windstill. Ganz in der Nähe haben die Schakale ausdauernd um die Wette geheult. Um 6.30 stehen wir auf und nehmen eine gute, heiße Dusche. Die Farben des Sonnenaufgangs sind wieder sehr schön, in der Ferne steigt ein Heißluftballon auf. Um 7.40 sind wir beim Frühstück. Im Restaurant stehen wieder alle Türen offen. Brrrr! Einer der Angestellten erzählt, dass das Thermometer vorhin 1° gezeigt habe. 🤨 Die Auswahl am Buffet ist mittelmäßig, da bot das viel gescholtene Okaukuejo deutlich mehr! Dekoration und Aufbau des Buffets passend zum Restaurant - lieblos. Schade, das Restaurant ist einer Lodge dieser Preisklasse nicht angemessen. 🙁 Heute stellen wir einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf: Frühstücken, auschecken, bezahlen, mit dem shuttle zum Parkplatz, Gepäck einladen und abfahren - alles in 20 Minuten! 🤩
Unser Fazit zur Sossus Dune Lodge: Die Lage der Lodge ist toll, und früher bzw. länger im Park sein zu können ist ein Vorteil. Man wollte offensichtlich etwas Besonderes bauen - das ist ansatzweise auch geglückt. Leider liegt der Wohlfühlfaktor noch in weiter Ferne... Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier für uns überhaupt nicht. 🙁 Ab November 2011 wird der Preis ja um 700 NAM$ pp reduziert und das Mittagessen ist nicht mehr enthalten. Dennoch würden wir wohl nicht noch einmal hier übernachten wollen.
Um 8.00 fahren wir bei 8° los. Schon bevor wir die C27 erreichen, sehen wir die dortige traffic control vor der Tankstelle. Die Dame, die uns kontrolliert, ist ausgesprochen unlustig. Ihr Kaugummi erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit. 😵 Auto, Führerschein und Fahrer werden sehr argwöhnisch gemustert. Ist das auch der Typ auf dem Foto? 😕 Das ganze noch mal von vorne. Die Frau ist so abweisend, dass uns nicht mal etwas für einen small talk einfällt... Ich mache dann den Fehler, sie zu fragen „Is this the road to Aus?“ „Don‘t you have a map?!?!“ Aaaaaah, sorry!!! 😣 „You can drive.“ Na, das lassen wir uns nicht zwei mal sagen. 🤩
Die Jungs an der Tankstelle sind auch noch nicht richtig wach. Die Scheiben werden nicht gewaschen. Also gibt es auch kein Trinkgeld. Ein anderer fragt dann doch noch nach dem Reifendruck. Ja, bitte checken. Ich frage noch mal nach der Straße - ja, das ist die C27. Wir sollen langsam und vorsichtig fahren, da die pad in einem sehr schlechten Zustand mit vielen losen Steinen sei. Freude kommt auf!!! 😕
Auf der C27 erwartet uns dann das pure Grauen: 🤢 Tiefgravel auf Wellstein. Der schiere Wahnsinn! 🤢 Zwischen den Reifenspuren sind die losen Steine teilweise so hoch geschoben, dass normale PKW‘s Gefahr laufen aufzusetzen. Aus dem Boden gucken ganz viele mittlere, große und sehr große Steine heraus, die zur Hälfte noch im Boden stecken. Reifenfresser! 😈 Gas zu geben und darüber hinweg zu fliegen trauen wir uns nicht. Auf dem losen Untergrund bekommen wir nie wieder eine gescheite Bodenhaftung. Und wir wollen den Urlaub dann doch nicht im Farmzaun beenden. 😗 Also schleichen wir dahin und fluchen. 😈 Eine entspannte Kieferhaltung führt heute unweigerlich zu heftigem Zähne klappern... Wir sind satt und bekommen von der schönen Landschaft kaum etwas mit.
Es duftet nach Rapshonig und im Namib Rand NR sehen wir viele Springböcke, Zebras, Hartebeest, Schakale und Raubvögel.
Für die ersten 110km brauchen wir 2,5 Std. 🤢 Der Abschnitt zwischen Betta und Spes-Betta ist etwas besser. Die D707 ist wieder übles Wellblech bis zum Abzweig Kanaan. 🤢
Um 13.50 erreichen wir endlich das Farmgate zu unserer heutigen Unterkunft „Koiimasis“. Für die knapp 25 km bis zum „Fest Inn Fels“ brauchen wir noch einmal 40 Minuten. Die Zufahrt zur Farm ist wunderschön, auch hier steht das Gras sehr hoch. Der Wind weht kräftig und durch das sich bewegende Gras sieht es aus, als ob Nebelschwaden zwischen den Bergen hängen. Es verleiht der Landschaft etwas Märchenhaftes.
Wir wollen im Moment aber in erster Linie ankommen und verschieben Fotostops auf die Rückfahrt.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201002. Nov. 2011 · #104
30. Juni 2011 Fortsetzung
Nach gut 5,5 Stunden Fahrzeit für 246km erreichen wir um 14.40 bei 22° die Farm. Hier gefällt es uns auf Anhieb. 🙂
Die Häuser sind zwischen die Granithügel gebaut und ziehen sich den Berg entlang. Johanna begrüßt uns herzlich, sie muss jedoch unsere Buchung heraus suchen. Wir haben das Gefühl, dass man uns nicht erwartet... Während Johanna unser Zimmer checkt sehen wir uns ein wenig um. Und es gefällt uns ausnehmend gut hier! 😁 Alles wurde mit viel Liebe zum Detail entworfen: Lichteinfall, Ablagen, Regale, Kleinigkeiten. An der Tür zum Restaurant wurde die Schwelle passend zum Versatz in der Tür gearbeitet, so dass die Tür wirklich schliesst und es nicht die üblichen dicken Spalten gibt. Hut ab! 🙂
Unser Zimmer Nr. 2 ist sehr groß, hell und gut ausgestattet. Schade, das wir nur 1 Nacht bleiben! Ich hatte es ja nach dem Lob hier im Forum fast befürchtet...
Wir packen schnell aus und gehen dann hoch zum Restaurant.
Ich hatte Johanna um Kaffee und Kekse gebeten. Wir hoffen, die Lebensgeister damit für heute noch einmal beleben zu können. Das wird ein voller Erfolg: Auf uns wartet eine große Kanne guter Kaffee und frische Pfannkuchen mit Erdbeer- und Vanillesauce! Oh, wie lecker!!! 😁 Danach geht es uns deutlich besser und wir gehen mit Kameras und Tagebüchern hoch zum pool und genießen die Aussicht.
Es ist eine sehr friedliche Stimmung hier. Bis auf dem Campingplatz einige lärmende Familien ankommen, die quer durch das ganze Tal schreien: „Dad give me... Mike, don‘t do that...“
Der Sonnenuntergang bietet wieder ein Schauspiel an Farbenpracht
Es wird schnell kalt hier und ich ziehe mir gleich das ganze Equipment an. Lecker warm ist es jetzt! Beim Dinner sind wir mit einem weiteren Paar die einzigen Gäste. Es gibt Tomatensalat auf Toast mit hausgemachtem Biltong, Oryx-Geschnetzeltes mit gemischtem Gemüse und Reis und „Butterfly Fruits“. Gute Portionen aus frischen Zutaten, die lecker schmecken. Hier gibt es Nichts zu meckern, wir sind zufrieden! 😁 Und Johanna und ihren Kolleginnen macht es ganz offensichtlich Spass, uns zu verwöhnen. Sie strahlen um die Wette. 🙂
Auf dem Rückweg bewundern wir noch den tollen Sternenhimmel. Es herrscht absolute Stille draußen. Nach dem harten Tag fallen wir wieder früh in die Betten. Die sind lang und gut.
01.Juli 2011
Um 6.45 wachen wir nach einer sehr guten und ruhigen Nacht auf. Die Sonne kommt gerade über die Berge und taucht unser Zimmer in ein warmes Licht. Die Dusche ist gut und heiss. Auf dem Weg zum Frühstück machen wir noch einmal Fotos im Morgenlicht
Für uns ist ein ganz liebevoller Frühstückstisch gedeckt. Außer Müsli und Obst ist alles vorhanden und schmeckt wieder sehr gut. Und Johanna strahlt... 🙂
Nach einiger Zeit kommt Roland, der Betreiber der Lodge, zu uns und wir unterhalten uns angeregt. Er entschuldigt sich, dass er gestern Abend nicht hier sein konnte. Sie wären doch überrascht gewesen, als wir gestern vor der Tür standen... Aber da Platz war und die Küche auch bestückt war, hat ja Alles geklappt. Kein Problem!
Das „Fest Inn Fels“ gehört für uns zu den schönsten Unterkünften auf unserer Reise. 🙂 Wir bedauern es wirklich, dass wir hier nur 1 Nacht gebucht haben. Dies wäre genau das richtige Fleckchen um einen ruhigen Tag einzuschieben. Nächstes Mal... 😗
Beim Begleichen der Rechnung gibt es dann doch noch einen Wermutstropfen: Außer eine Kanne kalten Rooibos-Tee gibt es keine Getränke mit im Übernachtungspreis. Unser Kaffee gestern Nachmittag war ja sehr gut - aber extra zu zahlen. Und Kaffee & Pfannkuchen schlagen dann mit 45 NAM$ pp zu Buche. Es wäre einfach schön gewesen, das vorher zu wissen.
Um 9.20 kommen wir endlich los und holen die Fotostopps nach.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201002. Nov. 2011 · #105
Hallo liebe Mitleser,
ich bin aber auch ein Stoffel - ich habe mich so lange nicht bei euch für eure Geduld mit meinem langen Bericht bedankt 😊 Sorry! Also nochmals: Danke 😘 und hoffentlich helfen euch einige unserer Erfahrungen und Bewertungen bei euren zukünftigen Reisen.
Ich will versuchen, die letzten Stationen in den nächsten Tagen fertig zu bekommen.
danke für die o.a. Beschreibung. Diese Unterkunft ist auch in den Favoriten-Ordner gewandert.
Herzliche Grüße Marina
P.S.: In genau einer Woche befinden wir uns um diese Uhrzeit im Landeanflug auf Kapstadt. 🤪 😁 🤪
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201002. Nov. 2011 · #107
Hi Marina,
gern geschehen 😉 Ich glaube, die Zeit des Fröstelns ist jetzt doch erst einmal vorbei 😉
Wir freuen uns auf euch 😁
Liebe Grüße Beate
Bernd1'182 Beiträge · seit 200603. Nov. 2011 · #108
Hallo Beate,
Deine Bemerkung, dass es schön gewesen wäre, den Preis für die Pfannkuchen vorher zu wissen, kann ich gut nachempfinden. Ich zahle gern für gute Leistung, aber das sollte schon vorher bekannt sein.
Ich wollte ´mal vor einiger Zeit Koiimasis buchen. Nach Einigung per E-Mail wurde der Preis plötzlich höher. Das hat mir nicht gefallen. Deshalb sind wir nach nebenan zu den Kochs gegangen. Kann es sein, dass Johanna & Co etwas gierig sind?
Aber das alles ist nicht so wichtig, viel wichtiger ist, dass Dein Bericht ganz großartig ist. Du hast einen sehr lockeren und humorvollen, aber auch sehr treffenden Schreibstil, den ich sehr mag.
Ich warte auf die Fortsetzung.
Beste Grüße, Bernd
0
Hanne6'152 Beiträge · seit 200603. Nov. 2011 · #109
Hallo Beate, hallo Bernd,
zum Thema Berechnung von Kaffee und Pfannkuchen: bei sehr vielen Gästefarmen gehört Kaffee und Kuchen am nachmittag dazu ohne Berechnung. Dann gibt es Lodges da ist Kaffee, Kuchen Salziges im Preis enthalten - aber auch bei vielen wird dieser Service extra berechnet . Steht meistens in der Bestätigung der Buchung drin, was im Preis enthalten.
Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201003. Nov. 2011 · #110
Guten Morgen Hanne, guten Morgen Bernd
ja, mit klaren Ankündigungen ist es manchmal nicht so einfach. Da Kaffee & Pfannkuchen wirklich sehr lecker und reichlich waren ist der Preis an sich schon ok.
Ich habe mir noch mal die website von Koiimasis angeguckt und die ist insgesamt recht sparsam mit Auskünften. Da steht unter den Preisen für B&B und Dinner zwar "Kaffee & Kuchen, täglich frisch gebacken, wie bei Muttern zu Hause" - aber nicht, ob es im Preis enthalten ist oder nicht. Das kann man nun in beide Richtungen auslegen. In der Bestätigung ist nur die Rede von Dinner, B&B.
Und im Zimmer gab es keinerlei Möglichkeit Tee oder Nescafe zu machen.
Aus allen anderen Lodges davor kannte ich es so, wenn Tee & Kaffee auf dem Zimmer steht, dann ist das frei - im Restaurant des Hauses muss man zahlen. Gibt es nichts auf dem Zimmer dann ist es im Restaurant frei.
Das war offensichtlich ein Trugschluss und wir haben wieder etwas gelernt. Trotzdem schade, wie es gelaufen ist und nicht ganz "die feine Art". Johanna hat mit der Preispolitik dort sicher nichts zu tun, solche Entscheidungen und Mitteilungen an die Gäste trifft das Management.
Zu den nachträglichen Preiserhöhungen: Sie sind bis zur letztendlichen Buchungsbestätigung zwar möglich - wenn zwischen der ersten Preisangabe und der Buchung mit Bestätigung nicht Monate liegen, dann mag ich das auch nicht. Ich frage dann noch mal nach, wieso der Preis höher sein soll als zuerst angegeben und entscheide dann, ob ich mich darauf einlassen will. Manchmal wird die Erhöhung dann als Missverständnis revidiert.
Dennoch: Koiimasis ist ein sehr schönes Fleckchen dieser Erde!
Und schön, dass mein Bericht gefällt. Ich hatte ja gedacht, ich wäre schon läääääängt fertig damit. Aber in Afrika geht halt alles etwas langsamer…
Liebe Grüße Beate
TanjaH956 Beiträge · seit 200903. Nov. 2011 · #111
Hallo Beate!
Hurra, es geht weiter! Freut mich voll, hab schon gewartet. Leider lief es ja durchwachsen bei euch, aber trotzdem freue ich mich über die schönen Fotos und die gesammelte Ladung an Infos.
LG, Tanja
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201003. Nov. 2011 · #112
ich war längere Zeit nicht im Forum, habe jetzt erst deinen Bericht entdeckt und in einem Zug durchgelesen. Oh Mann, ihr Armen. Der Titel macht seinem Namen aber wirklich alle Ehre. Und zu der Kälte noch eure Wehwechchen. Ich kann mir gut vorstellen dass Ihr euch öfters nach Hause zurückgewünscht habt. schade 🙁
Aber dein Bericht ist klasse geschrieben und mir gefällt dass du unheimlich ins Detail gehst. Ich musste schmunzeln dass du nicht nur die verschiedenen Lodges so toll beschreibst sondern auch noch auf die Mahlzeiten in den Lodges ganz genau eingehst. Gefällt mir 🙂 🙂 🙂 (hat wahrscheinlich damit zu tun dass es öfters nicht wirklich lecker war) 🙁 .
Weisst du, wir sind vor gut einem Jahr aus der Erongo Lodge geflüchet weil uns die Hitze zu schaffen gemacht hat. Ich weiss nicht was hier schlimmer ist. Eises-Kälte oder Affenhitze. Aber im Gegenteil zu euch war das die einzige Lodge wo wir die ganze Nacht kein Auge zugetan haben. Etosha war auch heiss aber hier hatten wir Klimaanlagen.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201006. Nov. 2011 · #114
Hallo Lil,
schön, dass dir mein Bericht gefällt! Ich habe neben vielen anderen Berichten deinen damals auch als Vorbereitung gelesen. Als ich nachts auf Erongo zitternd fluchte fiel mir wieder ein, dass bei einem Fomi im Hochsommer der Reißverschluss des Moskito-Zeltes kaputt war, gleichzeitig das Licht nicht ausging und alle Insekten der Gegend sich in dem Zelt trafen…. 🤩 Ich weiss nicht mehr genau - war das bei euch? Ich konnte mich jedenfalls nicht entscheiden was ich schlimmer fand… 😵
Bei manchen Lodges haben wir uns gefragt, ob wir im Klon gelandet sind, und die echte Lodge, von der alle schwärmen, hinter dem nächsten Berg liegt… 😗 Irgendwann fahren wir sicher noch mal nach Namibia… 😕
Wir sind auf jeden Fall um viele Erfahrungen reicher!
Liebe Grüße Beate
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201006. Nov. 2011 · #115
01. Juli 2011 Fortsetzung, 1. Teil
Der heutige Teil der D707 ist relativ gut zu fahren, auf jeden Fall besser als gestern. Die Farben der Landschaft gefallen uns wieder ausnehmend gut, leider ist es für gute Fotos zu diesig. Viele kleine Raubvögel sitzen auf den Masten: Falken, Goshawk, ein Jakkal Bussard fliegt über uns hinweg. Und dann sehe wir zwei riesige Vögel hoch über uns kreisen. Geier? Wir halten an und verrenken uns die Hälse. Man fliegen die hoch! Es ist gar nicht einfach, sie mit dem Fernglas oder der Kamera einzufangen. Schließlich gelingt uns eine verwackelte Videoaufnahme und mit Hilfe unseres Vogelbuches wissen wir dann definitiv, dass es sich um zwei Secretary Birds handelt.
Wir können ihre Flughöhe nicht schätzen, aber sie sind sehr hoch und immer noch riesig. Am Boden haben wir sie ja schon oft gesehen, aber noch nie im Flug. Wir sind begeistert! 😁
Die C13 ist anfangs auch recht gut zu fahren, sie wird dann aber ruppiger. Alles in Allem aber kein Vergleich zu gestern. Zum Glück! 🙂
Um 12.30 erreichen wir die Tankstelle in Aus. Dort herrscht Hochbetrieb und wir warten eine gefühlte Ewigkeit, bis wir an der Reihe sind. Die Touri-Info ist wegen Mittagspause geschlossen, also fahren wir weiter nach „Klein Aus Vista“, unserer Unterkunft für die nächsten beiden Nächte. Um 13.00 kommen wir dort nach 158km und bei angenehmen 21° an.
Wir werden sehr freundlich begrüßt und das Einchecken geht zügig. Es ist kein Problem, dass ich vor einigen Tagen per email den Sundowner Drive abgesagt habe. Die fröhliche Mitarbeiterin versteht, dass es uns zu kalt ist. Auf die Frage „is there anything you don‘t eat?“ erwähne ich wieder die Geschmacksverstärker. Sie kennt sich damit nicht aus, will meinen Wunsch aber an die Küche weiter geben.
Unser Chalet Nr. 8 liegt im hinteren Teil der Anlage und wir richten uns ein. Das Zimmer ist schlicht aber ok, groß und „solide“ gebaut.
Die Doppel-Chalets liegen an einem leichten Hang mit gerade genug Abstand zueinander. Die Anlage macht einen netten Eindruck, um die Häuser herum blühen viele Blumen. Und das Rot des Sandes wird sehr schön in der Farbe der Häuser reflektiert.
Als erstes gönnen wir uns eine Hot Chocolate mit Keksen auf unserer Terrasse und genießen die Aussicht und die Wärme. Danach folgt die geliebte Siesta. Leider wird diese frühzeitig von lärmenden Neuankömmlingen beendet. So können wir aber um 15.00 zu den Wildpferden fahren und haben ungeahntes Glück: Schon von der Straße aus sehen wir etliche Pferde. Sie stehen direkt neben dem Weg, dann auf dem Weg. Sie fressen entspannt und beäugen uns ganz gelassen. Wow! 😁
Es gibt eine kleine Kabbelei
Als wir weiter zum hide fahren, sehen wir hinten in der Ebene eine riesige Gruppe Pferde, die gerade auf dem Weg zu den Wasserlöchern sind.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201006. Nov. 2011 · #116
01. Juli 2011 Fortsetzung, 2. Teil
Vom hide aus haben wir eine hervorragende Sicht in die Ebene und die Pferde lassen sich durch uns überhaupt nicht stören. Außer uns ist nur 1 Familie im hide. Die drei kleinen Jungs bestaunen ehrfürchtig die so viel größeren Pferde. Die Insassen eines weiteren Wagens fahren wieder weg, ohne auszusteigen. Auch gut... Die Pferde sind heute eindeutig in der Überzahl. Sie stehen direkt an der Mauer, gucken uns mit großen Augen an und es stellt sich die Frage: Wer beobachtet wen? 😐
Oder sie zeigen uns die Kehrseite.
In den Trögen, die neben dem hide aufgestellt werden, sind offensichtlich noch Reste eines Leckerchens. Denn überall wird heftig darin geleckt. Es ist ein Kommen und Gehen am hide. Mütter mit ihren Fohlen sind da.
Die Herren tragen Schaukämpfe aus.
Alles in Allem ist es eine wunderschöne Atmosphäre, ruhig und friedlich. Und es sind so schöne Tiere! Ich versuche die Pferde zu zählen und schätze, dass es ca. 150 Tiere heute sind. Über eine Stunde genießen wir dieses Schauspiel und sind danach völlig entspannt. Was für ein Genuss! 😁 Erst als die Tiere wieder weiter ziehen machen wir uns auch auf den Rückweg nach Klein Aus Vista.
Unterwegs färbt sich schon Alles im Abendlicht. Das Rot wird noch viel intensiver. Wir erreichen unsere Terrasse rechtzeitig zum Sonnenuntergang.
Im Zimmer ist es kalt. Und hellhörig - wir haben Nachbarn. Schnell duschen, solange es noch heißes Wasser gibt und hinein in die warmen Klamotten. Aus soll ja der Kältepol Namibias sein - na, abwarten und Tee trinken... 😗
Im Restaurant ist es mollig warm, große Gazheizer glühen. Können wir nicht hier übernachten, wir sind auch rechtzeitig vor dem Frühstück wieder weg?! Die Lodge scheint heute recht gut besucht zu sein: 3 mittlere Reisegruppen und einige Einzelreisende füllen das Restaurant. Die Lautstärke ist absolut OK, die Gruppen halten sich sehr zurück. Das Essen ist als Buffet aufgebaut: Linsensuppe, 3 Salate in ungewöhnlichen Zusammenstellungen, gebratene Hähnchenteile, Oryx Stir Fry, 5 Sorten frisches Gemüse, Malay Rice, Käsesauce. Und als Dessert pochierte Birnen in Rotwein. Wir sind schon mal sehr angetan von der Auswahl. 🙂 Und die Teller sind so heiss, dass wir aufpassen müssen uns daran nicht die Finger zu verbrennen. Aus der Küche kommt dann der Hinweis für mich, dass ich bitte den Reis, die Sauce und das Stir Fry nicht essen solle! Ich würde von diesen Gerichten eine extra Portion bekommen. Da bin aber platt!!! 😁 Hier kennt man offensichtlich Geschmacksverstärker! Die Küche und der Service bekommen von uns ein ganz dickes Lob - sie sind an Aufmerksamkeit und Freundlichkeit ein echtes Highlight. 😘 Es ist ein klasse Team, in dem die Arbeitsteilung sehr gut klappt. Und das Essen schmeckt sehr gut!!! Schön finde ich auch, dass es überhaupt kein Problem ist meine halbe Flasche Weißwein für morgen Abend hier in den Kühlschrank zu stellen. Bei der Größe der Lodge hatte ich dies nicht erwartet. Dieser Abend ist ein voller Erfolg. Davon hätten wir gerne mehr gehabt.
In unserem Zimmer erwartet uns dann der Kältepol. 😵 Schnell die Wärmflaschen fertig machen und hinein in die kalten Betten. Die sind außerdem im wahrsten Sinne des Wortes bretthart, denn die Matratzen liegen auf Spanplatten. Gute Nacht! 😉
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201008. Nov. 2011 · #117
02. Juli 2011
Um 6.40 stehen wir auf, nachdem wir schon vorher oft wach waren. Im Zimmer ist es kalt, die Nacht war „na ja“ und eine Katzenwäsche muss wieder reichen, da das Wasser nur noch lauwarm ist. Im Restaurant sorgen die Gasheizer für eine angenehme Wärme und die Auswahl am Buffet ist sehr gut und reichlich. Wir lassen es uns schmecken und machen uns um 8.00 auf den Weg nach Kolmanskop.
Die Sonne lacht von einem makellos blauen Himmel, es ist ein schönes sanftes Licht und das Thermometer zeigt 5°. Nichts Neues... Auf den Masten am Straßenrand sitzen viele Greater Kestrel und Rock Kestrel in der Sonne. Westlich von Aus wird das Gras schon spärlicher. Westlich des Wildpferdegebietes gibt es kaum noch Gras. Dafür blühen hier Teppiche winziger gelber und lila Blumen. Es bläst ein heftiger Südwestwind und wir fahren zügig weiter. Etliche Kilometer vor Kolmanskop wird die Landschaft dann ziemlich trostlos. Für keine Diamanten der Welt möchte ich hier leben! 😵
Wir kommen rechtzeitig für eine der geführten Touren an. Dank der Busgruppen findet die in Deutsch statt. Das ist ok, die Teilnehmer unserer Tour sind gut drauf und interessiert. Und im Vergleich zur englischen Gruppe sind wir ein Grüppchen.
Wir sehen alle aus, als ob wir zum Südpol wollen - dick vermummt mit Mützen, Schals und Handschuhen. Bei 12°, eisigem Wind und Sandsturm geht es dann los. Gisela, unsere Führerin, erklärt sehr interessant und anschaulich die Geschichte und Entwicklung der Stadt. Nach der Führung können wir überall noch einmal allein herumlaufen und Fotos machen. Da sind die Busse alle schon wieder weg und wir haben freie Bahn... 🙂
Es ist schon beeindruckend, was man hier damals alles in die Wüste gebaut hat. Den Häusern können wir trotz ihres reichlich verfallenen Zustandes ansehen, dass sie früher schmucke Heime für Arzt, Lehrer, Minenverwalter und Ladenbesitzer waren.
Bis 12.30 stapfen wir durch den Sand, dann sind die Schuhe voll davon und wir sind froh, wieder im warmen Auto zu sitzen. Bei immer noch 12° fahren wir weiter nach Lüderitz. Fanden wir die Landschaft bisher ziemlich trostlos, so finden wir sie kurz vor Lüderitz ganz trostlos.
Es ist Samstagmittag kurz vor 13.00 und die Stadt rüstet sich für das Wochenende. Nach einem Blick auf den Hafen haben wir Lust auf Kaffee & Kuchen, finden aber kein offenes Café. Also entscheiden wir uns für ein Restaurant an der „Waterfront“. Was für eine Übertreibung! Das Essen ist nicht der Rede wert. Da der Wind immer mehr zunimmt schenken wir uns den Stadtspaziergang und fahren nur kurz hoch zur Felsenkirche. Hier weht der Wind uns fast um. Na, dann eben nicht, dann fahren wir halt zurück. Auf der B4 werden wir ordentlich durchgerüttelt und die Fahrbahn verschwindet teilweise im Sand. Was für ein unwirtlicher Ort! 🙁
Bei den Wildpferden ist der Wind zum Glück viel schwächer und da wir von der Straße aus schon wieder einige Pferde sehen können, biegen wir ab. Heute ist hier mehr Betrieb, 4 Autos stehen am hide. Unsere Freude ist groß, denn es sind wieder so viele Pferde da wie gestern! Aber was ist das? 🤨 Es herrscht eine enorme Unruhe heute bei den Pferden. Und dann sehen wir es: Die Leute müssen doch wirklich zwischen die Pferde gehen! Nein, nicht nur dazwischen, sondern so dicht heran, dass sie ihnen die Nüstern streicheln können! 😠 Sie knien neben ihnen, sitzen auf dem Rand des Wasserloches und lassen die Speicherkarten glühen. Bin ich ein toller Typ, kann ich klasse Fotos machen... 🤢 Wir sind stinksauer und finden es einfach respektlos. 😈 Zeitweise tummeln sich 8 Leute zwischen den Pferden, die heute ganz aufgeregt herum rennen, beissen, ausschlagen und sich kabbeln. Ich sehe schon die Schlagzeile „Tourist vom wilden Pferd getreten“. 🤩 Sorry, aber da könnte ich nur sagen „selber Schuld“. Die steigen bestimmt auch in der Etosha für das ultimative Foto aus dem Auto aus. Ein Vater ist mit seiner ca 12jährigen Tochter immer mittendrin. Die Mutter des Mädchens steht im hide kurz vor dem Herzinfarkt und schreit immer wieder „come back, come back...“ 😵 Unsere Laune ist weit unter dem Nullpunkt und wir beeilen uns, hier weg zu kommen, bevor uns der Kragen platzt. Bei der Durchsicht unserer Fotos stellen wir dann fest, dass auf mehr als der Hälfte immer ein Zweibeiner mit drauf ist. Grrrrrr. 😠 Daher gibt es von heute nur dies Bild
Um 16.30 kommen wir bei 11° wieder in Klein Aus Vista an und gönnen uns eine heiße Dusche und einen Tee. Bis zum Dinner sichten wir die Fotos des Tages, schaffen Platz auf den Speicherkarten und schreiben Tagebuch. Vor dem Essen erkundigen wir uns noch nach unserer Etappe für morgen: Die C13 am Orange River war vor unserer Abfahrt noch eine Baustelle... Ja, sie sei wieder hergestellt, es seien gerade Wohnmobile dort entlang gefahren. Super, das spart uns den Umweg über Seeheim und Grünau! 🙂 Im Restaurant ist es heute voller und lauter, 2 große Gruppen sind da. Aber das Essen ist wieder lecker: Onion Tortelet, 3 Salate, Oryx-Kebab, Lamb-Braai-Vleis, Mielie Pap, Butternut, Green Bean Stir Fry und Apple Crumble mit Custard. Ich bekomme heute für alle Gerichte grünes Licht aus der Küche und das lasse ich mir nicht zweimal sagen... Lecker! 😁 Angenehm überrascht bin ich auch, als ich unserem waiter sage, dass ich noch einen Rest Weißwein im Kühlschrank habe. „I know, Madam! I‘ll bring it right now.“ Wow, von soviel Umsicht ist man auf manch anderer Lodge meilenweit entfernt! 😁
Den Weg zu unserem Zimmer legen wir im Laufschritt zurück - der Wind ist eisig. Der Kältepol Namibias... Drinnen ist es frisch und bald zittern wir uns in den Betten warm.
wunderschöne Fotos hast du wieder gemacht, vor allem deine Pferdebilder 🙂 🙂 🙂 (natürlich die vom 1. Tag). Seid froh dass ihr die tolle Stimmung mit den Pferden wenigstens da geniessen konntet.
Du hast recht mit deiner Aussage "Schlagzeile : Tourist vom Pferd getreten". Da kann man nur den Kopf schütteln.
Champagner8'674 Beiträge · seit 201008. Nov. 2011 · #119
Hallo Beate,
danke für die Fortsetzungen - menno, bei uns waren gerade mal 3 (in Worten DREI) Pferde zu sehen! Die haben wir aber gebührend mit Gin Tonic gefeiert 😉 Wenigstens gab es keinerlei störende Touris (außer uns 😉 - aber wir haben uns ja immer gut benommen!)
Das Essen in Klein Aus Vista fanden meine Schwester (die übrigens auch Beate heißt!) und ich auch klasse, eigentlich mit das Beste auf der Reise - vorallem in Verbindung mit dem netten Service!
Die Landschaft vor und in Lüderitz konnte mich auch nicht in ihren Bann ziehen - da geht es mir so wie dir. Wenn ich von deiner ganze Friererei so lese, muss ich glaub mal die Heizung andrehen - ist das etwa ansteckend? 😉
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201008. Nov. 2011 · #120
Hallo Bele, hallo Lil,
wir waren live ja schon froh über unser Glück am ersten Tag dort mit den Pferden. Im Nachhinein sind wir es noch mehr! 😁 Entsetzt hat uns die Gleichgültigkeit der Holländer, Italiener und Südafrikaner, auch als wir sie auf ihr Eindringen in den Bereich der Pferde angesprochen haben: "They won't kick…" 🤢
Von Klein Aus Vista waren wir wirklich angenehm überrascht, gerade auch vom Service. Da hatten wir den Eindruck dass es eine gute Atmosphäre und Anleitung für die Angestellten gibt. Sehr angenehm! 🙂
Aber Bele dein Wunsch des schönen Abends in die Wärme hat leider nicht geklappt. Ich sage nur: A coldfront is here…😗 Die gibt es auch am Kap und auch jetzt noch! 😠 Wir wollen endlich Wärme!!! 🤩 🤩 Heißer Tee und Wolldecke helfen hoffentlich… Und im Schlafzimmer zieht es nicht, ha! 😉