Reisebericht

A coldfront is coming... Namibia im Winter 2011

von Beate2 · begonnen 16. Juli 2011 · 55 Teile

Teil 116. Juli 2011
03.Juni 2011 - endlich war es soweit: Wir sind wir für 5 Wochen nach Namibia gefahren!!!
Nach langer Vorbereitung mit Fragen über Fragen - auf die ich hier im Forum geduldige und hilfreiche Antworten bekam... 😁
Dem Sammeln von Informationen von allen Seiten... 🤪
Dem Lesen von unzähligen Reiseberichten - wie oft bin ich in den letzten Monaten schon in Namibia unterwegs gewesen... 😁 😁

Vorweg noch mal ein ganz herzliches Dankeschön an alle Fomis, die uns und anderen mit ihrem Input die Möglichkeiten und auch Unmöglichkeiten eines Namibiaurlaubs nahebringen! 😘

Unser Auto hat uns 7184 km brav und ohne Pannen oder Platten über pads sämtlicher „Güte“ geschaukelt. Wir brauchten weder Kabelbinder noch Klebeband - nur eine sehr intensive Reinigung nach unserer Rückkehr.

Was wir nicht ahnten: Es sollte einer der kältesten Winter in Namibia seit vielen Jahren werden. Immer wieder hiess es „a coldfront is coming...“, „so kalt war es hier seit 6, 10 oder 20 Jahren nicht mehr...“ 😮
Und dafür sind die meisten Unterkünfte in Namibia nun mal nicht ausgelegt. Im Sommer freut man sich über den kühlen Luftzug, der nachts vielleicht durchs Zelt oder Cottage weht - im Winter sieht das bei Nachtfrost anders aus. Unser Bedarf an natürlichen Lüftungen und Außenduschen ist jedenfalls erst einmal gedeckt. 😵

Daher fällt unsere Bewertung mancher Unterkunft, die ihr in guter Erinnerung habt, sicher anders aus. So wird es aber vielleicht ein runderes Jahreszeitenbild - und zukünftige Winterreisende können diese Aspekte mit berücksichtigen.

Auch war unsere Freude und Entspannung auf Grund diverser Unpässlichkeiten zeitweise arg limitiert und ich habe mehrmals gedacht „ich will sofort nach Hause...“ 🤢 Das beeinflusst natürlich auch die Wahrnehmung und unter normalen Umständen hätten wir manche Situation wohl auch anders verarbeitet.

Wir hatten aber auch tolle Tage mit schönen Erlebnissen. 🙂 🙂
Die Landschaften haben uns beeindruckt. Wir haben immer wieder versucht uns vorzustellen, wie es unter normalen Umständen, sprich ohne all die Gräser und das Grün, wohl aussieht. Und irgendwann fahren wir sicher auch noch mal hin.
Aber wir wissen auch, dass das Namibia-Virus gegen das Südafrika-Virus bei uns keine Chance hat. 😗

Ok, los geht‘s!

03. Juni 2011
Vom Kap führt uns unsere erste Etappe bis nach Springbok. Nach 7 Stunden und 611km kommen wir gegen 16.00 bei angenehmen 19° dort an. Die Fahrt verläuft unspektakulär, es ist wie üblich wenig Verkehr auf der N7. Lediglich am Piekenierskloofpass südlich von Citrusdal gibt es eine 11km lange Baustelle. Wir kommen mit 2 kurzen Wartezeiten aber zügig durch. Nähere Infos dazu hier:
http://www.namibia-forum.ch/forum/27-routen/195037-n7-piekenierskloofpass-baustelle.html#195037

Die Orangenbäume zwischen Citrusdal und Clanwilliam hängen voller Früchte, die ersten Wildblumen blühen bereits, die Sonne lacht - was will man mehr!
Am Clanwilliam Damm machen wir Mittagspause. Der Damm ist nur zu 31% gefüllt. Heute vor einem Jahr war er zu 78% gefüllt. Da muss es also noch ordentlich regnen, um für den nächsten Sommer genügend Wasser zu haben.

Wir übernachten im „Mountainview Guesthouse“, im Africa Room. Der ist für 1 Nacht ok. Toll sind die beiden Katzen Maya und Boris, zwei Perser-Chinchilla Mischlinge. Was für Fellbündel! Ganz majestätisch halten sie Nachmittags Hof und hoffen auf ganz viele Streicheleinheiten der Gäste...

Wir machen noch einen kurzen Spaziergang durch die „Metropole des Nordens“ - nachdem wir im letzten Jahr schon dort waren wissen wir, was uns erwartet. Aber für ein bisschen Bewegung tut es gut.

Zum Dinner gehen wir wieder ins beste Restaurant des Ortes, das „Tauren“. Letztes Jahr war ich sehr enttäuscht, aber sie sollen eine zweite Chance bekommen. Und unsere heutige Auswahl ist gut! Da wir in den nächsten Wochen wohl noch genügend Steak & Co bekommen werden, bestellt mein Schatz eine Pizza Mexicana - ein Wagenrad, kross, gut belegt und scharf. Eint Teil davon geht ins doggy bag als lunch für Morgen. Ich entscheide mich für Kalamari und bitte die Bedienung, sie ohne die üblichen Gemüsebeilagen zu bringen. Dafür bestelle ich einen Greek Salad extra. Aus der Portion Kalamari machen andere Restaurants glatt zwei - sie ist riesig! Zudem knusprig und zart - sehr lecker! Der Salat ist gut gemischt, nicht nur Eisbergsalat und die Sauce kommt separat. Dazu ein Bier und wir sind rundum zufrieden. Angenehm überrascht bin ich, dass mein Salat nicht extra berechnet wird. Eine nette Geste und nicht selbstverständlich. 🙂
Der Weg den Berg hoch sorgt noch mal für Bewegung und es heißt „Augen auf“, denn nur die Hälfte der Straßenbeleuchtung funktioniert und die Straßen selbst haben ihre guten Zeiten schon lange hinter sich. Den complementary Port nehmen wir als Gute Nacht Schluck und fallen früh ins Bett.

04. Juni 2011
Die erste Nacht im fremden Bett ist immer ungewohnt und wir wachen recht früh auf. Das Frühstück ist ok, aber nicht besonders. In Annie‘s Cottage ist die Auswahl um einiges größer (die Zimmer sind dort aber auch einiges teurer).
Um 09.15 Uhr fahren wir bei 8° ab. Die Landschaft in Richtung Grenze ist karg, lediglich auf den Masten am Straßenrand sitzen viele kleine Raubvögel in der Sonne.
Die Grenze erreichen wir um 10.30. In Südafrika durchlaufen wir 4 Stationen, an jeder muss ein Papierschnipsel abgestempelt werden. Das Einreiseformular für Namibia haben wir zu Hause schon mal geübt. Das war hilfreich, denn zeitgleich mit uns trifft in dem office eine Truppe Namibier auf Heimreise ein, die ein lautstarkes Durcheinander verursacht. Unsere Autopapiere will keiner sehen, wir müssen nur etliche Angaben zum Wagen machen. Alle sind sehr freundlich und noch vor 11.00 sind wir in Namibia.
Die Berge am Orange River beeindrucken uns, der schmale Grünstreifen am Fluss entlang und die Weinfelder von Aussenkehr. Danach wird die Landschaft sehr karg, nur die Gräser, die im Wind wehen, bringen etwas Abwechslung.

Um 13.45 erreichen wir nach 484 km Keetmanshoop. Angenehme 23° begrüßen uns. Die „Pension Gessert“ finden wir nach kurzem Suchen. Hendrik öffnet uns, heißt uns willkommen, aber irgendwie haben wir das Gefühl, dass er unsere Buchung nicht so richtig auf dem Schirm hat und/oder wir gerade stören... Haus und Garten sind sehr verwinkelt und für unseren Geschmack zu voll mit Diesem und Jenem. Wir bringen unsere Sachen in unser Zimmer Nr 4 - und kriegen knapp die Tür noch zu. Zimmer und Bad sind sehr klein und auch ohne uns und unser Gepäck schon eng. Also nur das Wichtigste auspacken und den Rest geschickt stapeln. Dafür ist es eine günstige Unterkunft und für eine Nacht wird es gehen. Bevor wir zum Giant‘s Playground aufbrechen noch einmal kurz ins Kopfkissen lauschen und dann kann Namibia beginnen.
Um 15.00 holen wir uns unser ticket für die Besichtigungen und freuen uns, dass wir am Giant‘s Playground die einzigen Besucher sind. Was für eine Stille, es ist angenehm warm, ein leichter Wind weht und lässt die Gräser wunderschön leuchten. Und die gestapelten Bauklötze sind natürlich genial! Da haben die Riesen wohl wirklich ihren Spass gehabt!

01GiantsPlayground.jpg


02GiantsPlayground.jpg


03GiantsPlayground.jpg


Wir machen unzählige Fotos aus allen Perspektiven, freuen uns wie die Kinder und bestaunen die Dassie Familien mit ihrem Nachwuchs, die sich auf den warmen Felsen sonnen.

04GiantsPlayground.jpg


Aber was macht der der Himmel??? Die bisher leichten Schleierwolken werden dichter.
Wir müssen uns sputen, um zum Sonnenuntergang beim Köcherbaumwald zu sein. Die Wintertage sind halt kurz und das Licht ist anfangs gar nicht schön für Fotos! Aber um16.40 klart es wieder auf und es wird ein phantastischer Sonnenuntergang. 17.10 ist die Sonne dann weg. Auch hier ist wenig los, wir paar Besucher stehen uns nicht im Weg.

01Kcherbaumwald.jpg



02Kcherbaumwald.jpg



03Kcherbaumwald.jpg



04Kcherbaumwald.jpg



05Kcherbaumwald.jpg


Die Fahrt im Dunkeln nach Keetmanshoop geht problemlos. Kurz machen wir einige Tagebuchnotizen, dann fahren wir ins viel gelobte „Schützenhaus“ zum Dinner. Wow, was für eine Atmosphäre, was für ein Abend!!! Der Saal erinnert uns an eine Mischung aus Landgasthof in den 60ern und Bahnhofsrestaurant derselben Ära. Aber das Essen soll gut sein und das Restaurant ist ziemlich voll. Hendrik wollte für uns reservieren, aber die Bedienung gut uns doch etwas zweifelnd an, wo sie uns denn wohl platzieren soll. Darüber gibt es unter den Kolleginnen auch eine Diskussion mit Fingerzeigen hierhin und dorthin, aber das soll nicht unser Problem sein. Wir sitzen also zu zweit an einem 6er Tisch, ok. Während wir auf die Speisekarte warten, werfen wir schon mal einen Blick in die Runde - das Vereinsleben der Stadt scheint sehr wichtig zu sein. Ich entscheide mich für Rouladen, mein Schatz möchte in diesem urdeutschen Ambiente ein Eisbein, sprich: gegrillte Haxe. Nein, die solle er nicht nehmen, die wäre zu klein... Dann möchte er Schnitzel. Nein, das wäre nichts für einen Mann... Er solle doch XYZ nehmen. Will er aber nicht, er will jetzt Schnitzel. Nein, kein Schnitzel für ihn! Dieses Hickhack geht einige Male hin und her, bis er sich genervt 😠 für Kasslerkotelett entscheidet. Ok, das wird von der Bedienung endlich akzeptiert, mittlerweile ist sicher eine Viertelstunde vergangen und ich bin von meinem Bier schon müde.
Während wir ewig auf unser Essen warten, machen wir Restaurant-TV. Sehr interessant, was da abgeht!
Einige Vereinsbrüder kommen aus der Bar rüber und finden keinen freien Tisch mehr. Ihre Blicke, die uns zwei an dem großen Tisch treffen, sprechen Bände... 😣 Ich sehe, dass an mehreren Tischen insgesamt 6 oder 7 Essen zurück in die Küche gehen - oh,oh... 🤩 Als musikalische Untermalung ertönen in der Endlosschleife „Ein Bett im Kornfeld“ & Co. Ein Einheimischer feiert Geburtstag mit 10 Gästen. Sie benehmen sich wie die Axt im Walde und schlagen jede 30er Busgruppe um Längen!!! Der Gipfel aber ist, dass das Geburtstagskind im Restaurant rauchen muss. Dafür muss die Tür weit geöffnet werden und wir sitzen mitten im Durchzug. 😈 Einen Aschenbecher gibt es auf dem Tisch nicht - ist in Namibia in Restaurants nicht eigentlich auch Rauchverbot? - also nimmt er den großen: Mit ausgestrecktem Arm wird auf den Fussboden geascht. Ich frage mich wirklich, wo wir hier gelandet sind?! Die Bedienung fragt zwischendrin, ob alles ok ist - nein, wir haben Hunger, warten seit fast einer Stunde auf unser Essen und es ist kalt. Sie schliesst die Tür, eine andere Bedienung macht sie wieder auf: „Sorry, but he wants to smoke.“ Hallo, geht‘s noch?? 😈 😈 Nach meiner dritten Beschwerde fruchten die Blicke, die ich Richtung Bedienung und Geburtstagskind schicke, endlich und die Tür wird geschlossen. Zwischendrin kommt unser Essen. Hätten wir nicht so lange gewartet und hätten wir die Wahrscheinlichkeit, an einem späten Samstagabend in diesem Kaff noch etwas anderes zu finden, höher eingeschätzt - wir wären sofort gegangen! Vom gelobten zarten namibischen Rindfleisch ist die Roulade Lichtjahre entfernt. Die wenige Millimeter dicken Kasslerkoteletts können nur mühsam mit dem Steakmesser in Happen zersägt werden, es ist knochentrocken. Dafür kommt die Rechnung dann schon, während mein Schatz sich noch mit seinem Fleisch abmüht. Auf das Wechselgeld warten wir dann noch mal gut 10 Minuten. Es kommt erst auf Nachfrage - das hatte man doch glatt vergessen... Ihr kriegt von uns aber nichts geschenkt! 😠
Eine klitzekleine Genugtuung gibt es für mich dann aber doch noch: Auch das Geburtstagskind schickt sein Steak zurück in die Küche... 😗
Abgenervt fahren wir in unsere Unterkunft, schmeissen die Heizung an und gehen ins Bett. Wir sind noch ganz am Anfang unserer Reise und es kann eigentlich nur besser werden...
Teil 216. Juli 2011
05. Juni 2011
Wir haben beide recht gut geschlafen und sind schon vor der verabredeten Zeit beim Frühstück. Und das ist wirklich so gut, reichhaltig und liebevoll bereitet, wie es überall beschrieben wird. Wir lassen es uns schmecken und schwatzen nebenbei mit 2 anderen Gästen, die gestern Abend auch im Schützenhaus waren. Sie können noch einige ähnliche Geschichten beisteuern und fanden die Raucheraktion genau so daneben wir wir. Insgesamt gingen wohl ein Dutzend Essen zurück... Hendrik berichtet von etlichen schlechten Erfahrungen dort in letzter Zeit. Das Canyon Hotel soll derzeit aber auch nicht besser sein. Wer also ein gutes Restaurant eröffnen will - in Keetmanshoop ist derzeit scheinbar Bedarf!!! 😄

Um 09.15 fahren wir bei 9° los in Richtung „Kalahari Anib Lodge“. Die C17 bis Koes ist recht eben, streckenweise liegt obenauf viel loser Sand und Gravel. Aber insgesamt ist sie gut zu fahren. Die weite, flache Ebene ist ziemlich eintönig, auf den Masten sitzen viele Pale Chanting Goshawk (leider alle gar nicht fotogen). Die Strecke zwischen Koes und Wegdraai gefällt mir dann aber - Achterbahnfahren quer zu den Dünen, klasse! Das Gras wird dichter, die Farben sanft pastellig, dazwischen das Rot der Dünen. Super!

01Kalahari.jpg


02Kalahari.jpg


Hier treffen wir erstmals auf sehr viele der beliebt - berüchtigten Sattelschrecken, die auf der pad unterwegs sind. Bilder gibt es später, da haben wir sie noch besser vor die Linse bekommen. Die C15 am Auob River entlang ist dann ja wieder ganz anders: Ein breites Tal, sanfte Hänge, das Gras steht hoch und schillert in gelb-silber-grün.

03Kalahari.jpg


04Kalahari.jpg


Begeistert sind wir von den riesigen Webervogelnestern in den Bäumen. Sie sehen aus, als ob man Decken in die Bäume gehängt hätte.

05Kalahari.jpg


Erschreckt sind wir allerdings über die vielen überfahrenen Tiere auf dieser Strecke: 2 Schakale, 1 Fuchs, 1 Stachelschwein, Mangusten, Squirrel, und 1 Hund...

Das Stück auf der geteerten C20 genießen wir und um 14.45 kommen wir endlich nach 399 km auf der „Kalahari Anib Lodge“ an. Wir werden sehr freundlich mit einem leckeren Saft empfangen und auf dem Weg zu unserem Zimmer wird uns die Anlage gezeigt und alles erklärt. Dafür ist genügend Zeit, denn wir sind in der hintersten Reihe untergebracht, ich glaube in Nr 37, mit Blick in die Kalahari.

01AnibLodge.jpg


Das Zimmer ist nett und zweckmäßig, hat aber etwas zu wenig Ablagemöglichkeiten und zu wenig Beleuchtung.
Wir haben gerade noch Zeit um unser Gepäck ins Zimmer zu bringen, denn um 15.30 startet der sundowner drive. Wir sind zu neunt auf dem Wagen, ich sitze in der Mitte, was für Fotos immer ein unglücklicher Platz ist. Leider sind die Tiere auch alle weit weg. Die 5 Giraffen hatten wir schon auf dem Hinweg am äußersten Ende des Lodgegeländes am Zaun gesehen, das war‘s hier zum Thema Giraffen. Ansonsten begegnen wir u.a. Wildebeest, Oryx, Springböcken, Zebras, Yellow Mongoose und einer Spotted Eagle Owl. Fotos dazu schenke ich mir jetzt mal.

OK, fangen wir also heute beim sundowner mit der Malariaprophylaxe an: Gin-Tonic. Ist nicht unbedingt mein Lieblingsgetränk, es wirkt aber. Auf die Frage, ob ich noch einen zweiten Drink möchte lautet meine Antwort: „Yes, please - just a little bit of Tonic and lots of Gin...“ Oh, wie peinlich 😊 😊 Michelle, unsere guide, nimmt‘s mit Humor...

Der Sonnenuntergang über den roten Dünen ist dann herrlich kitschig. Die Wolken am Himmel schaffen eine besondere Stimmung. Sie zaubern ein wunderschönes Licht.

02AnibLodge.jpg


03AnibLodge.jpg


04AnibLodge.jpg


05AnibLodge.jpg


Bei unserer Pause erzählt Michelle, im vergangenen Sommer hätte es auf der Anib Lodge 900mm Regen gegeben, normal wären 150mm. Und für die nächsten Tage wäre ein Kaltfront angekündigt, mit „Kalahari Snow“. 🤩 Nachdem die Sonne weg ist, wird es auch schnell sehr kalt. Gut dass wir entsprechend ausgerüstet sind. Auf der Rückfahrt freue ich mich dann über meinen Platz in der Mitte: Von recht und links werde ich etwas gewärmt und ich kann meine Hände mit unter die Decke stecken und mich einfach anlehnen.

18.30 gibt es Dinner. Es wird uns in der Klicklautsprache, auf Englisch und Deutsch vorgestellt: Kalahari Truffles, Pumpkin Soup, Oryx Stroganoff mit Reis und Gemüse. Als Dessert Appletart mit Vanillesauce. Alles ausgesprochen lecker und liebevoll serviert. Der Service ist überhaupt sehr angenehm und aufmerksam. Auch die Atmosphäre im Restaurant gefällt uns an diesem Abend gut: 2 Busgruppen mit 12 bzw. 16 Personen und 3 einzelne Paare. Alle genießen, es wird gelacht und erzählt - in moderater Lautstärke. Ein Paradies im Gegensatz zu gestern.
Im Zimmer machen wir mal wieder die Heizung an, denn es ist empfindlich kalt dort. Das Geschepper der air con lässt uns aber nicht sonderlich gut schlafen.
Teil 317. Juli 2011
06. Juni 2011
Das Bett war etwas zu kurz für uns, insgesamt war die Nacht aber OK. Duschen, Auto beladen, auschecken und um 08.15 kommen wir als Letzte beim Frühstück an, die Gruppen sind schon weg. Von allen werden wir wieder sehr freundlich begrüßt. Erstaunlich: Das umfangreiche Buffet ist noch vollständig und komplett aufgebaut. Oft sieht es nach dem großen run ja ziemlich abgefressen aus, aber hier fehlt nichts! Ein dickes Kompliment! 😁 Wir langen richtig zu und lassen uns Zeit. Wir werden umsorgt, es wird noch mal frischer Kaffee für uns gekocht, alle sind gut drauf. Wissend, dass wir schöne Landschaften auslassen, haben wir beschlossen, heute die faule Variante über die B1 zu fahren. Also haben wir genügend Zeit. Nach dem Frühstück machen wir noch einen Gang durch die Anlage, die uns ganz gut gefällt. Die Gelegenheit für Fotos, da alle Gäste bereits weg sind... aber der Wind ist uns zu kalt, also husch, husch.

06AnibLodge.jpg


07AnibLodge.jpg


Die Anib Lodge wird hier im Forum ja sehr kontrovers diskutiert. Ich kann gut mir vorstellen, dass es laut wird, wenn es voll ist. Wir waren mit der Lodge und dem Preis-Leistungs-Verhältnis aber sehr zufrieden. Bei den Angestellten hatten wir den Eindruck, dass sie gut angelernt sind und es auch eine funktionierende Kommunikation zwischen den Ebenen gibt. Das Essen war mit eins der Besten auf unserer Reise. Auch auf die Gefahr hin, dass es voll und laut werden kann - wir würden wiederkommen!

09.15 sind wir auf der pad. Unser Thermometer zeigt 05°, kein Wunder, dass ich in meinen Sandalen kalte Füsse habe! 😐
Die B1 ist in der Tat langweilig, erst hinter Rehoboth wird es mit den Bergen interessanter. Leider ist es diesig, kein schönes Licht für Fotos. Und es ziehen etliche Wolken auf, die wir in Deutschland als Schönwetterwolken einstufen würden. Um 11.00 haben wir mollige 23°.
Unterwegs treffen wir wieder auf viele Mastenbewohner - ich hoffe, dass ich mit meiner Identifizierung als Pale Chanting Goshawk richtig liege?

08Goshawk.jpg


Um 12.30 erreichen wir nach 283 km entspannter Fahrt unser Ziel, die „Casa Piccolo“ in Windhoek. Claudia begrüßt uns und bittet uns um etwas Geduld, denn unser Zimmer ist noch nicht fertig. Wir sehen uns solange um und sind ganz zufrieden: Schlicht aber neu und sauber. Die Nr 15 ist schön groß, hell, neu eingerichtet, mit vielen Ablagemöglichkeiten. Das Zimmer gefällt uns, wir machen uns breit und nehmen eine kurze Siesta (die Betten sind lang und gut, die Decken mollig).

Danach fahren wir um die Ecke in ein Café, das mitten in einer Gärtnerei liegt. Der Kuchen ist OK, der Cappucino gut und auf geht es in die Stadt. Auf dem Parkplatz vor der Touri-Info stehen wir aber unentschlossen wie „Pik 7“ rum und wissen nicht so recht, was wir eigentlich machen wollen. 😕 Wir stellen gerade fest, dass wir gar nicht in der Stimmung auf Stadt sind. Ups! Ein bisschen ziellos laufen wir durch die Gegend und außer den wenigen typisch deutschen Häusern ist Windhoek für uns recht nichts sagend. Es weht ein kalter Wind. Wir gehen zum Craft Market - der bietet für uns aber wenig Neues. Salatbesteck, Giraffen, Straußeneier... haben wir schon zu Hause. Die meisten der Geschäfte gibt es auch in Südafrika. Ich habe keine Lust, Fotos zu machen. Und es wird kälter...

Schlag 17.00 leeren sich die Straßen und da wir nicht noch viel fahren wollen, gehen wir schon auf einen Aperitif ins „Restaurant Gathemann“. Hm, Campari-Orange, lecker! Wir sind so früh die einzigen Gäste, sehen uns im schön dekorierten Restaurant um, studieren Reiseführer und Speisekarte und sind jetzt ganz zufrieden. Mein Schatz entscheidet sich für ein Wildschnitzel, für mich Fischfan gibt es Seezunge mit Prawns. Oh, wie fein!!! 🙂 2 riesige, zarte Schnitzel munden vorzüglich. Und meine Seezunge ist groß, saftig, und fleischig. Nur die Sauce zu den Prawns ist mir zu salzig. Dazu Bier und Weißwein... Sehr gute und feine Küche, angenehmes Ambiente - aber auch teuer!
Zurück in unserem Zimmer untersuchen wir die Lüftung in der Decke und versuchen, ihr Wärme zu entlocken. Ein Anruf bei Claudia schafft Klarheit: Es ist nur eine Kühlung für den Sommer. Na denn: Noch einen heißen Tee kochen, die Wärmflaschen füllen und schnell ab unter die doppelten Decken. Im Zimmer ist es mittlerweile unangenehm kalt.
Claudia sagte vorher noch, dass Wolken in Windhoek im Winter kein gutes Zeichen wären. Das bedeute Kälte! 🤨
Teil 421. Juli 2011
07. Juni 2011
Gut ausgeschlafen wachen wir auf und während ich mich noch mal in die Decke kuschle überlege ich, ob wir nicht die Betten auf‘s Auto schnallen und für den Rest des Urlaubs mitnehmen könnten? 😗 Wer weiss, wann es wieder so gute Betten geben wird?! Im Zimmer ist es temperaturmäßig wie zu Hause, winterlich kühl. Das Thermometer draußen zeigt 05°. Na, es ist ja noch früh, da ist noch Potential drin...

Das Frühstück ist Durchschnitt, nicht eines der üppigsten und die junge Angestellte steht meist etwas verloren in der Ecke rum. Sie fragt nicht, ob wir Eier möchten, auch sonst isst niemand Eier... Egal, wir wollten eh einen Ei-freien Tag machen. Am nächsten Tag bekommen wir mit, dass es Eier scheinbar nur auf ausdrückliche Bestellung gibt.
Um 9.00 brechen wir auf in die Stadt. Bei immer noch 05°. Wir fahren hoch zur Heinitzburg. Der Besuch dort fällt leider sehr kurz aus, da ein eisig kalter Wind um den Turm pfeift. Im Sommer ist das zum sundowner sicher ein genialer Platz. Uns tun die Angestellten leid, die dort oben in Hemd und Weste stehen und die Gäste begrüßen sollen, denn sie klappern mit den Zähnen. Jacken gehören scheinbar nicht zum Outfit. 🙁
Da es uns draußen zu kalt ist und wir keine Lust auf Shopping Malls haben, entschließen wir uns für Bildung: Wir steuern das Nationalmuseum in der Alten Feste an. Und sind ziemlich entsetzt, denn beides ist in einem katastrophalen Zustand. 😮 Die Alte Feste kann man nicht mehr „fest“ nennen: Überall bröckelt der Putz, man muss auf Stolperfallen achten, die Fenster fallen auseinander. Das Haus wirkt extrem ungepflegt. Die Vitrinen sind eingestaubt, Texte umgekippt und nicht mehr zu lesen. Alles ist irgendwie chaotisch, wir finden keinen roten Faden und geben schnell entnervt auf. Hinzu kommt, dass wir für viele Exponate auf die Knie gehen müssen, weil sie so tief ausgestellt sind. Der Bereich der Bushmen Paintings wird dann ganz absurd. Er ist einer Höhle nachempfunden, in der es aber so stockdunkel ist, dass man sich wirklich an den Wänden entlang tasten muss. Erkennen, geschweige denn lesen, können wir nichts. Ich suche nach einem Lichtschalter - es würde ja Sinn machen, wenn hier nicht den ganzen Tag das Licht brennt. Den finde ich aber nicht. Und bei einem Blick an die Decke des Raumes stelle ich fest, dass es zwar Deckenlampen gibt - aber ohne Glühlampen drin... 😵 Tja, das wird dann hier wohl nichts mit der Geschichte und Kultur der Ureinwohner... Später erfahren wir, dass der ultramoderne Klotz, der nebenan gerade gebaut wird, das neue Museum beherbergen soll. Na, da müssen sie aber auch die Ausstellung noch heftig aufpolieren. So geht das auf keinen Fall zusammen.
Draußen ist es noch immer bitter kalt. Am Auto tausche ich Sandalen gegen Wanderschuhe und nehme ein dickere Jacke. Die Stadt macht bei dem eisigen Wind aber absolut keinen Spass und wir versuchen immer mal wieder, uns in einer windgeschützten Ecke in der Sonne aufzuwärmen.
Die permit für den Welwitschia Drive bekommen wir recht schnell. Damit ist das „must do program“ eigentlich abgehakt, denn Souvenirs brauchen wir nicht. Da mir mittlerweile Hals und Ohren weh tun biegen wir bei Pick‘n‘Pay ein und kaufen uns ein paar Kleinigkeiten zum lunch. Im Laufschritt geht es zurück zum Auto: "Nein Schatz, ich will keine Fotos machen, ich will mich in der Casa Piccolo erst mal aufwärmen..." Es ist nun 12.00 und das Thermometer zeigt immer noch 05°!!! 🤩 Nun ist klar, warum wir so frieren. Ich sage nur: The coldfront is there!!! 🤩 🤩
In der Unterkunft organisiere ich einen extra Vorrat an Hot Chocolate und Milch, dazu gibt es Sandwich und Kuchen. Die Stühle werden an die große Tür gerückt und in der Sonne sitzend tauen wir langsam wieder auf. Allerdings läuft meine Nase und Hals und Ohren tun immer noch weh. Oh,oh...

Claudia kommt und verteilt Wärmflaschen. Sie berichtet von Durchsagen, dass die Farmer auf ihre Schafe und das Federvieh aufpassen sollen - es könne so kalt werden, dass die Tiere auf den Weiden einfach umkippen können. Na, das ist aber auch eine Aufgabe. Und heute morgen sein ein Gast um 04.30 bei -02° gejoggt... Jedem das Seine! 😐
Wir wollen nicht noch mal raus in die Kälte und entschliessen uns zu einer Siesta mit Wärmflasche und Erkältungstropfen. Das tut gut. Danach ist es empfindlich kalt im Zimmer, denn die Sonne ist hinter dem Haus verschwunden. Wir versuchen dem mit langen Unterhosen, 2 Paar Socken und viel Tee zu begegnen. Das klappt nur begrenzt. Claudia ruft an und fragt, ob bei uns Alles in Ordnung ist. Abgesehen von der Kälte - ja, danke. In der Hoffnung auf ein geheiztes Restaurant entschliessen wir uns, wieder früh zum Essen zu fahren. Mittlerweile sind es noch 03°. „The Gourmet“ ist unser Ziel. Und ja, dort steht ein großer Gasheizer und glüht. Die Bedienung will uns in eine Ecke des Raumes setzten. Wir fragen, ob der Tisch in der Mitte noch frei sei, denn der steht direkt unter dem Heizer. Ja, Glück gehabt - endlich können wir uns wärmen.
Die Pizzen klingen verlockend und so bestellen wir beide eine. Ich weiss nicht mehr, für welche wir uns entscheiden. Aber dies sind mit Abstand die besten Pizzen, die wir seit Jahren gegessen haben. 🙂 🙂 Sie sind sehr lecker, saftig, mit dünnem Boden und krossem Rand. Und das Beste ist, dass sie sehr lange warm bleiben. Köstlich! Dazu ein Glas Rotwein, ein Espresso hinterher - jetzt geht es uns wieder gut! Den Pizzabäcker würde ich neben den Betten auch gerne mitnehmen... 😗
Draußen und im Zimmer ist es, wie zu erwarten, noch ungemütlicher. Und so gehen wir gleich mit 2 Wärmflaschen und Erkältungstropfen ins Bett und gucken noch bis kurz vor 21.00 TV. Dann fallen uns die Augen zu.
Teil 521. Juli 2011
08. Juni 2011
Wir haben wieder gut geschlafen. In der Nacht muss es ziemlich gefroren haben. Das Dach ist weiss und aus den Regenrinnen hängen die Eiszapfen. 😵 Beim Frühstück ist es kalt, da auch der Raum nicht geheizt ist. Ansonsten ist das Frühstück wie gehabt, aber heute mit Eiern. Dazu gibt es Erkältungstropfen.

Erst zu Hause fällt mir auf, dass ich weder von unserer Unterkunft noch von Windhoek Fotos gemacht habe. Die Meisten von euch kennen es aber ja auch...

Windhoek als Stadt haut uns nicht vom Hocker. Rückblickend hätte uns eine Nacht dort gereicht.
Die Casa Piccolo empfanden wir als nichts Besonderes aber OK. Ruhig und gut gelegen, gute Betten, sauber, große Zimmer. Durchaus empfehlenswert.

Um 08.45 fahren wir los, bei 02°! 🤩 Das Thermometer im Auto blinkt, was soll uns das jetzt sagen? Das hatten wir noch nicht und wir hoffen, dass es bitte nicht den Geist aufgeben möge. Später kommt uns die Idee: Das war die Warnung vor Bodenfrost, denn bei 05° hört es auf zu blinken. Wieder was gelernt!
Und noch etwas lernen wir in diesem Urlaub an unserem Auto sehr schätzen: Die Sitzheizung! 😛 Bisher habe ich mich ja immer gefragt, warum ein Auto, dass in Südafrika ausgeliefert wird, eine Sitzheizung braucht?! Jetzt weiss ich es und finde das ein sehr nützliches Zubehör...

Also, besagte Sitzheizung auf Stufe 2 und schnell raus aus Windhoek. Wir sind nur wenige Kilometer auf der B1 gefahren, als wir den ersten roadblock erreichen. Da habe ich ja einige Geschichten gelesen - nette und weniger ermutigende. Ich sammele schon mal unsere Autopapiere zusammen. „Good morning officer!“ begrüßen wir den jungen Mann fröhlich und freundlich. Seine Antwort kommt sehr leise durch zusammen gebissene Zähne zurück. Schreiben wir das mal der Kälte draußen zu. 😕 Er wirft erst einmal einen ausführlichen Blick in unser Auto. Ansonsten: Schweigen... „Where do you come from?“.„Windhoek“. „Where do you go to?“. „Waterberg“. „Hmmm.“ Noch ein Blick ins Auto. „Ok, you can pass. But drive carefully!“ „Yes, Sir, we will. Thanks and enjoy your day“. Das war‘s. Ich kann alle Papiere unbesehen wieder einpacken. 🙂

Die Sonne lacht, es gibt einige dicke weisse Wolken am Himmel und das Thermometer klettert langsam bis auf 15°. Auf der B1 ist kaum -nein, eigentlich kein - Verkehr und wir kommen gut voran. In Okanhandja machen wir einen Tankstop und ich gehe in den Supermarkt, um noch ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Leider finde ich nirgends eine öffentliche Toilette. Also gehe ich noch mal in den Supermarkt zurück und frage, wo ich denn fündig werden könnte. Die junge Kassiererin überlegt angestrengt - oh, offensichtlich habe ich da eine schwierige Frage gestellt. 🤨 Dann bedeutet sei mir, ihr zu folgen, quer durch den ganzen Supermarkt. Hinten gehen wir durch den Vorhang in den für Besucher gesperrten Bereich. Und immer weiter gehen wir... Wir begegnen etlichen Angestellten, die mich alle freundlich grüßen und erreichen schließlich den Aufenthaltsraum und die Toilette für die Mitarbeiterinnen. „Please, Ma‘am. Will you find the way back?“ „Yes, thanks, of course!“
Mit einem fröhlichen „Bye, bye, have a nice trip“ werde ich dann noch von allen verabschiedet. Na, wenn das kein Service ist! 😉

Unser nächstes Ziel ist die „WABI Game Lodge“ am Waterberg. Die C22 und D2512 sind gut zu fahren und auf den Masten und Leitungen sitzen wieder viele Vögel: Pale Chanting Goshawk, Lilac-breasted Roller, Glossy Starling, Grey Lourie sowie Yellow-billed und Bradfield‘s Hornbill. Die Fotoausbeute ist nicht der Rede wert, gerade die Hornbill weigern sich hartnäckig... Dann kreuzt noch eine dicke grünliche Puffotter den Weg. Bis wir die Kamera gezückt haben und in Position stehen, ist aber nur noch ihr Schwanz zu sehen. Die hat es aber eilig... Leider ist es ziemlich diesig, so dass auch die Fotos vom Waterberg wenig hergeben. Aber es ist schon ein imposantes Massiv, das da aus der Ebene ragt.
Um 13.50 erreichen wir das gate der „WABI Game Lodge“. Das gate ist geschlossen und ein Schild weist mehrsprachig darauf hin, dass von 12.00 bis 14.00 Mittagsruhe sei. Dies sei ja auf der Buchungsbestätigung bereits angekündigt worden und man möge sich doch bitte gedulden. 😵 Daran kann ich mich zwar nicht erinnern, die 10 Minuten werden wir aber sicher schaffen. Ich habe zu Hause dann noch mal alle Unterlagen durchgesehen - die Schließung wurde nirgends erwähnt...:( Hätten wir dort 1 oder 2 Stunden vor verschlossenem Tor gestanden, wären wir wahrscheinlich gleich zu Beginn stinksauer gewesen.
Um uns herum flattern einige Crimson-breasted Shrike und über uns ziehen 3 Cape Vulture ihre Kreise. Es gibt also genug zu gucken. Pünktlich wird das gate geöffnet und wir fahren durch zur Rezeption. Juliana begrüßt uns sehr freundlich mit Saft und kalten Tüchern und zeigt uns dann die Lodge. Das Kaminzimmer mit all den ausgestopften Trophäen ist ja nicht so unser Ding.

01Wabi.jpg


Die Gartenanlage ist nett gemacht und es gibt einen schönen pool, den der Rottweiler ausgiebig für sich nutzt. Wir sind für die 2 gebuchten Nächte die einzigen Gäste und sind in Bungalow Nr 6 untergebracht. Je 2 Bungalows teilen sich einen gemeinsamen Eingangsbereich, der ist schon größer als die meisten Zimmer, in denen wir je sein werden. WABI war bis vor 5 oder 6 Jahren eine Jagdfarm und in den Bungalows ließen es sich die Jagdgesellschaften gut gehen. Unsere Nr 6 ist jedenfalls riesig. Es besteht aus einer großen Lounge mit einem Einzelbett und einem Etagenbett.

02Wabi.jpg


Bei meiner ersten Anfrage hatte ich nach der Länge der Betten gefragt und Christine, die Besitzerin, hatte angeboten, uns eine Verlängerung zu basteln, wenn die Betten zu kurz sein sollten. Das hatten sie auch gemacht und das fanden wir sehr aufmerksam.

03Wabi.jpg


Und das Bad ist ein Saal...

04Wabi.jpg


05Wabi.jpg


Wir machen es uns mit Tee und Keksen auf unserer Terrasse gemütlich, schreiben Tagebuch, gucken den Vögeln zu und genießen die Sonne. Urlaub! Mit meiner aufziehenden Erkältung wird es besser, es scheint, dass ich glimpflich davon kommen werde.
Bei einem weiteren Rundgang über die Lodge begegnen wir Christine. Wir schwatzen nur kurz, denn sie packt die Koffer für den Urlaub und wird morgen früh abfahren. Aber Juliana würde für uns da sein. Sie gibt dann noch einen für unseren Geschmack ziemlich unpassenden Spruch zum Besten und verabschiedet sich.

Beim Dinner ist der Tisch liebevoll für uns gedeckt und wir sind gespannt auf das Essen. Macarius, der Koch, heißt uns ebenfalls willkommen und serviert die Vorspeise: Tuna-Cocktail. Sehr lecker, das fängt gut an. Allerdings riecht die Butter zum Toast ranzig, die lassen wir mal lieber weg.
Als Hauptgericht gibt es Hausmannskost: Schweinesteak, Spätzle, Blumenkohl und Rote Beete. Leider ist das Essen völlig versalzen (ist er so doll in seine Juliana verliebt???) und die Sauce ist ein eindeutiges geschmacksverstärktes Tütenprodukt. Das Fleisch ist knochentrocken und über alles ist eine zu intensive Gewürz-Kräuter-Mischung gestreut. Auf Macarius‘ Frage, ob es uns schmeckt, bekommt er eine ehrliche Antwort: Nein... 🙁 Wir bitten ihn, am nächsten Tag weniger zu salzen und die Sauce und Kräutermischung ganz weg zu lassen. Er stutzt zwar, will es aber machen.
Als Dessert gibt es eine Vanillecreme. Die schmeckt leider nur nach saurer Milch und Tüte. Auch nicht lecker. Unterm Strich bleibt eine ernüchternde Bilanz und wir sind auf das für morgen bestellte Game-Fondue gespannt. 😕 Das kostet immerhin den stolzen Preis von 365 NAM$ pro Person... 🤩 Ich gebe zu, ich habe nicht nach dem Preis gefragt, als ich es bestellte. Mit 250-270$ hatte ich gerechnet, aber nun sind wir doch perplex.

Auf unserem Zimmer machen wir die air con noch mal an, kniffeln eine Runde und liegen um 21.00 im verlängerten Bett. Und das ist nett!
Teil 623. Juli 2011
09. Juni2011
Die Betten sind gut, die Decken warm und bis zum Morgengrauen habe ich gut geschlafen. Dann wache ich auf und mein Abendessen steht mir Oberkante Unterlippe. 🙁 Die Sauce fährt Fahrstuhl und beim Gedanken an ein Frühstück wird mir übel... 🙁 🙁 Beim Geschmack der Sauce wird mir ganz übel... 🙁 🙁 🙁 Was soll denn das jetzt?!? Ich habe keine Lust aufzustehen, drehe mich um und versuche noch mal einzuschlafen. Das klappt aber nicht richtig. Mir ist übel und mein Gedärm rumort... 😮
Um 7.00 klingelt der Wecker, denn wir hatten für 8.15 einen „Extended scenic and game drive to the Waterberg Plateau“ gebucht. Bingo! Ich kann mich nicht richtig entscheiden, was ich will: Eigentlich im Bett bleiben; Eigentlich losfahren, denn wir sind ja im Urlaub und wollen was sehen... Wir beschliessen erst mal zum Frühstück zu gehen und dann zu sehen. OK.
Für uns war ein ganz liebevolles, kleines aber feines Frühstücksbuffet gedeckt. Es fehlt soweit an nichts. Aber dass die Eier extra zu zahlen sind finden wir ziemlich daneben, zumal auf der Farm etliche Hühner herum laufen. 😵
Mein Schatz lässt es sich schmecken. Da er der Müsli-Mann ist, kann er gut auf die extra Ausgabe für Eier verzichten. Ich nehme nur Tee und trockenen Toast. Nicht mal mein geliebter Morgenkaffee hat eine Chance. 🙁
Wir erzählen Juliana und Macarius, dass es mir nicht gut geht und ich mir das Fondue am Abend gerade gar nicht vorstellen könne und es absagen möchte. Ich wäre ja nicht mal sicher, ob ich überhaupt den drive machen könne. Wir werden beruhigt: Erst einmal sollen wir frühstücken und dann würden wir weiter sehen. Da wir die einzigen Gäste seien wäre das gar kein Problem. Das hört sich gut an. Mir geht es nach Tee & Toast nicht besser, aber wir beschliessen, den drive zu machen. Zur Not kehren wir halt um.

Vor der Rezeption wartet unser Fahrer auf uns und das Auto finde ich etwas merkwürdig. Es gibt eine geschlossene Fahrerkabine und oben die offenen Sitze für die Gäste. Wie kommuniziert man da miteinander während der Fahrt?!? 😕 Das übernimmt Juliana, die uns begleitet. Aha, öfter mal was Neues. Bevor es richtig los geht halten wir noch am Schuppen und Juliana holt Decken für uns. Wie mir erst später richtig klar wird, war meine Decke offensichtlich das Nachtlager von einem Teil der 47 Hauskatzen, die zur Farm gehören. Echt Naturhaar... 😗 So lange sie Floh und Laus frei ist - na ja, nicht gerade prickelnd, aber wir sind nun schon unterwegs.

Die Fahrt geht erst einmal durch die Ebene und dann hinauf auf das Plateau der WABI Concession. Juliana erklärt uns so gut und viel sie kann an Flora und Fauna. Unser Fahrer fährt - er ist offensichtlich Fahrer und kein Guide oder Ranger, denn von ihm hören wir kein Wort. 😵 Und wenn er fährt, dann hält er von sich aus auch nicht an. Wir sagen Stop, wenn wir einen Vogel sehen, fotografieren oder etwas wissen möchten. Juliana klopft dann auf‘s Dach. Bis er anhält sind wir natürlich dran vorbei. Also zurück - und der Vogel ist weg. Meinem Schatz schwillt der Kragen, so sauer wird er. 😠
Die Fahrt auf das Plateau dauert ca. 90 Minuten, in denen es nicht viel zu sehen gibt. Das Buschwerk steht hoch und dicht direkt neben dem schmalen Weg, da drin ist nichts zu erkennen. Es ist ein ziemliches Gerumpel. Mir ist übel und ich habe immer noch das Gefühl, das Abendessen gerade zu mir genommen zu haben, so voll bin ich. Und die Sauce... 🙁 Aber mein Magen hält sich wacker.
Ab und zu gibt es einen kurzen Ausblick auf den Waterberg und die weite Ebene. An einem Wasserloch stehen etliche Oryx und Kudu. Sie laufen aber weg, als wir noch gut 100 Meter entfernt sind. Die Tiere sind ausgesprochen scheu hier. Wir halten an (unser Fahrer hält von sich aus an!!! 🙂 ) und klettern auf den hide in der Nähe des Wasserlochs. Ganz leise sind wir, nicht laut niesen, nur flüstern und warten... Nach einiger Zeit kommt ein Kudu vorsichtig um die Ecke und guckt zu uns herüber. Psssssst!

06Wabi.jpg


Und was macht unser Fahrer: Er schnappt sich einen Zweig und schlägt lautstark den Staub vom Kühlergrill. 🤩 Das Tier dreht sich auf dem Huf um und ist weg. Ihr erinnert euch an das HB-Männchen??? Mein lieber Mann ist ja ein sehr zurückhaltender, aber wenn er wütend wird... 😈 🤢 😈
Wir stapfen, nun auch nicht mehr leise, die Leiter wieder herunter, und er muss seinen Frust erst einmal loswerden: Was ist das für ein drive auf dem nicht angehalten wird und was soll der Lärm??? 😈 Juliana entschuldigt sich und will mit dem Fahrer reden.

Der Rückweg geht für eine weitere Stunde durch dichtes Gestrüpp, Tiere sind nicht zu sehen. Wir sind sauer, mir ist schlecht. 🙁 Möchtet ihr was trinken? Nein, danke. Denn: Getränke auf den drives, inklusive Wasser, sind extra zu zahlen... 😠
Unten in der Ebene angekommen sehen wir endlich Tiere. Von Weitem. Sowie sie unser Auto wahrnehmen machen sie sich aus dem Staub. Juliana muss immer wieder auf‘s Dach klopfen... Mit dem Fernglas erkenne ich Blesbok, Black und Blue Wildebeest, Waterbuck, Springbok, Impala, Warthog. Alle vieeeel zu weit weg für Fotos. Wir sehen die durch den Regen zerstörte Mauer des großen Hippo-Dams. Darin klafft ein riesiges Loch, der dam ist ausgelaufen.
Lediglich eine Gruppe Waterbuck ist nahe genug für einige Fotos.

07Wabi.jpg


08Wabi.jpg


An einem kleineren Dam in der Nähe entdeckt Juliana etwas auf der hinteren Böschung. Unser Fahrer hat mal wieder nichts mitgekriegt, steigt aus, erkennt immer noch nichts 😐 - und fragt uns, ob wir ein Fernglas haben. 😵 Haben wir, aber erst mal gucke ich 😛
Selber Schuld, wenn du kein Fernglas dabei hast! 😗
Da hat Juliana in der Tat ein Hippo auf der anderen Seite des dams entdeckt. Respekt! Dem schauen wir ein ganze Weile zu. Durch das Fernglas sieht es so aus, als ob dem Hippo eine Träne übers Gesicht läuft.

09Wabi.jpg


Ich könnte auch heulen. 🙁 🙁
Kurz bevor wir die Lodge wieder erreichen begegnen wir noch 3 Giraffen am Weg.

10Wabi.jpg


Um 12.00 sind wir zurück an der Lodge. Ein irrer drive! 🤩 🤩 Fast 4 Stunden waren wir unterwegs, haben kaum etwas gesehen und zahlen dafür jeder satte 450 NAM$ 😈 🤢
Juliana entschuldigt sich später noch für den Fahrer: Ihm sei nicht klar gewesen, dass wir Fotos machen wollten. Er mache ja sonst nur die game drives mit den Gästen... 😣
Darauf fällt uns nichts ein. 😵

Zum lunch hatten wir einen Greek Salad bestellt, der ist mittelmäßig. Juliana und Macarius erkundigen sich noch mal, wie es mir geht: Nach wie vor nicht besser und das Fondue am Abend kann ich mir nicht vorstellen. Und mein Schatz möchte alleine auch kein Fondue essen. Wir sollen ihnen bis 16.00 Nachricht geben, was wir essen möchten, das würde reichen. OK, wenn sie meinen...

An eine eigene Fahrt zum Waterberg Park ist nicht zu denken. Wir legen uns erst einmal hin und versuchen zu schlafen, was bei dem Lärm im Gedärm nicht leicht ist. Und ich esse immer noch die Sauce von gestern Abend. Jetzt kommt die ganz Magen-Darm-Palette der Reiseapotheke zum Zuge.
Gegen 14.30 ist klar: Kein Fondue, der Bauch krampft, ich bin randvoll und habe null Appetit. 🙁 Ich mache mich dann auf die Suche nach Juliana und gehe über unsere Terrasse in Richtung Rezeption. Nach dem kühlen Zimmer ist es schön warm in der Sonne. Im alleräußersten Augenwinkel nehme ich irgendetwas wahr und friere automatisch ein. Als ich in die Richtung blicke sackt mir das Herz in die Hose: 🤩 🤩 Da liegt eine Kobra in der Sonne und fühlt sich offensichtlich gestört. Vielleicht 2 m von mir entfernt richtet sie sich züngelnd auf und breitet ihren Schild aus. 😮 😮 Ganz ruhig, Mädchen, keine Panik - aaaaaahhhhh, Nichts leichter als das!!!!!!! 😗
Nicht bewegen, Lage checken - sie hat zu beiden Seiten und nach hinten ausreichend Platz. Wenn ich gaaaaaaaaaanz vorsichtig und gaaaaaaanz langsam zurück gehe, dann sollte das hoffentlich gut ausgehen?!? Ok, einen winzigen Schritt zurück. Sie bleibt, wo sie ist. Noch einen winzigen Schritt zurück. Sie bleibt, wo sie ist und warnt mich weiterhin. Noch ein Schritt und noch ein Schritt. Nach ich weiss nicht wie vielen Schritten drehen wir uns dann beide um. Ich flitze in unser Zimmer, schreie „Kobra“ - und jetzt mir ist richtig schlecht. Mein Herz schlägt Purzelbäume, mein Kreislauf rotiert. 🤪 🤪 Und mein Schatz fragt ruhig: „Kobra? Was ist mit einer Kobra...?“ „Na da, auf unserer Terrasse...“.„Wo???“. „Mann, da!“ „Wo?“ Mittlerweile ist nur noch ihr Schwanz zu sehen, sie kriecht bereits die Böschung hinab.
Leute, die war so gut getarnt: Auf einem Bodenbelag aus unregelmäßigen Fliesen in unterschiedlichen Farbtönen, mit unregelmäßig breiten Fugen und die schon recht tief stehende Sonne wirft zusätzlich noch den Schatten vom Terrassengeländer darauf. Sie muss sich bewegt haben und wurde damit von einer Fuge zu „da ist was im Augenwinkel“. Sie war noch recht klein, vielleicht 60 cm lang und in dem Licht kaum zu sehen. Und ehrlich gesagt - ich habe zu dem Zeitpunkt nicht mit einer Schlange dort gerechnet, weil den ganzen Nachmittag die 3 Esel mit viel Getrampel um unser Haus herum den Rasen gemäht haben. Nachdem ich den Schrecken halbwegs verdaut habe, suche ich - ALLES GENAU SCANNEND - wieder nach Juliana. Auf ihre Frage, wie es mir geht, erzähle ich ihr von meiner Begegnung. „Oh, they often come onto the terrasse in winter to warm up. You should close the door to the terrasse, that they cannot come into your room.“ Wow, danke, gut dass wir darüber sprechen! Den Hinweis hätte ich gerne schon ein bisschen eher bekommen, wenn die Situation so deutlich ist. 😐
Ich bestelle nun also endgültig unser Fondue ab. „Oh, but Macarius already prepared a lot and the meat is thawed...“ Hm, können wir nun bis 16.00 absagen oder nicht? Ich finde die Situation gerade ziemlich blöde. Wir einigen uns darauf, dass für den Mann das Fleisch irgendwie anders zubereitet wird. Das sollte bei Fonduefleisch ja kein Problem sein. Und ich möchte nur Kartoffeln und Gemüse - „plain, without anything, even without salt“.
Bis zum Sonnenuntergang sitzen wir dann doch noch auf unserer Terrasse, da wir aber ständig in alle Richtungen schielen, ist das auch nicht so entspannend. Ich lege mich noch einmal hin, der Schatz schreibt Tagebuch und um 18.30 gehen wir zum dinner.
Unser Tisch ist wieder liebevoll gedeckt und wir sind gespannt, was heute serviert wird. Ich bestelle mir erst mal einen Kräutertee. Als Vorspeise serviert Macarius Tomatensuppe. Die mag ich ja eigentlich sehr gerne und teste eine Löffelspitze voll. Oh, das geht völlig daneben - direkt aus der Tüte, Geschmacksverstärker und wieder diese Kräuter-Gewürz-Mischung obenauf. 😠 Eine totale Aversion gegen Essen macht sich bei mir breit. Mein Schatz mag sie auch nicht, löffelt sie aber tapfer weg. Zum Brot gibt es wieder ranzig riechende Butter. Als Hauptgang bekomme ich mein Gemüse - ohne Salz aber mit der Kräuter-Gewürz-Mischung. 😠 😠 Eine baby potato und eine baby carrot schaffe ich mir Mühe, dann gebe ich auf. Mein Schatz bekommt 4 undefinierbare Fleischscheibchen - wo ist das ganze Fonduefleisch? 😵 - Kartoffeln und Gemüse. Genau so salzig und mit derselben Sauce wie gestern. 😠 😠
Da ist wohl einiges nicht angekommen. 😈
Als dessert gibt es dann ein Stückchen Fertigkuchen. Das auf der website gepriesene Schlaraffenland ist es nun nicht gerade. Wir sind schnell fertig mit diesem dinner und verschwinden in unser Zimmer.
Um 19.45 liege ich mit Konzert und Krämpfen im Bauch im Bett. 🙁 🙁

10. Juni 2011
Kurz vor 7.00 stehen wir auf, es geht mir noch nicht besser. Das Frühstück ist, wie gehabt, lieb angerichtet. Für mich gibt es wieder nur Tee & trockenen Toast.
Beim Auschecken bekommen wir dann die Rechnung: Mark, der Besitzer, hätte gesagt, dass wir den Aufschlag für das Fondue zahlen müssten. Denn wir hätten es bestellt, er hätte die ganzen Vorbereitungen im Kühlschrank gesehen und wir hätten es zu spät abgesagt. Und das Fleisch müsse ja schon am Vorabend aufgetaut werden. Das widerspricht nun den gestrigen Angaben - es sei alles kein Problem, wir könnten uns bis 16.00 Zeit lassen etc. - völlig und zeigt für uns ein ziemliches Kommunikationsdefizit zwischen Management und Angestellten. 🤢 😠
Juliana entschuldigt sich, sie führe ja nur die Anweisungen aus...
Was uns hierbei am meisten ärgert ist, dass der Besitzer der Lodge offensichtlich anwesend war, und diese Anweisung ausgab, ohne sich bei uns vorzustellen oder das Verfahren mit uns zu besprechen: "Sorry, tut mir leid, aber...". 😈
Und wenn er sie schon bezahlen soll, dann hätte wenigstens mein Mann etwas von all den vorbereiteten Dingen serviert bekommen sollen. Mein Teebeutel in einem Becher Wasser zum dinner schlug auch mit satten 8NAM$ zu Buche. (Die Teebeutel auf unserem Zimmer hatten ein MHD bis März 2010... 😗 )

Unser Fazit kurz und knapp:
Gesamteindruck: Einmal und nie wieder.
Und von einem Lodgebesitzer erwarten wir da ein anderes Verhalten, zumal wenn von den beiden einzigen Gästen einer krank ist. 🤢 🤢
Teil 726. Juli 2011
10. Juni 2011 Fortsetzung
Um 9.00 sind wir auf der pad, das Thermometer zeigt 07°. Die D2512 ist wunderbar glatt und so rollen wir in der Morgensonne dahin. An die Umgebung kann ich mich nicht mehr genau erinnern, dichtes Buschwerk steht zu beiden Seiten, wir sehen einige Hornbill, Roller und Shrike und diesen hübschen jungen Pale Chanting Goshawk

01Goshawk.jpg


Wir passieren einige kleine Farm- und Wohnhäuser, Rinder stehen auf und neben der pad, Farmtore sind zu öffnen und zu schliessen.
Mir ist immer noch übel, ich huste und die Knochen tun mir weh. Ist wohl noch keine Besserung in Sicht. 🙁

Unser Abstecher zum Hoba Meteoriten fällt recht kurz aus. Wir drehen nur eine Runde und fahren dann Richtung Grootfontein. Hier machen wir nur den nötigen Tankstop und weiter geht es zum heutigen Ziel „Roy‘s Camp“. Um 12.30 kommen wir nach 291 km dort an, das Thermometer zeigt angenehme 23°. Unsere Hütte Nummer 2 ist ja etwas ganz Anderes als die bisherigen Unterkünfte. Eine witzige Konstruktion und Zusammenstellung, sehr rustikal. Aber leider auch sehr dunkel innen.

01RoysCampNo2.jpg


02RoysCamp.jpg


03RoysCamp.jpg


Wir richten uns nur kurz ein. Die Koffer bleiben zu, denn wir sind uns nicht sicher, wer noch in den dunklen Ecken sitzt und durch all die Spalten schlüpfen kann. Ich greife tief in die Reiseapotheke und schlafe für eine Stunde tief und fest. Das tut gut und etwas erholt machen wir einen Gang durch das Camp. Außer uns scheinen bisher nur Gäste auf 2 Campsites zu sein. Wir trinken Tee in der urigen Lounge und klären das Dinner: Für mich bitte nur Tee & Toast. Ich habe weder Hunger noch Appetit.

Nach dem Sonnenuntergang wird es sehr schnell kalt, zu kalt um draußen zu sitzen. Ich höre etwas von „a coldfront is coming...“. Na, das kommt uns doch bekannt vor. 😗 Und das Lagerfeuer ist bereits von einer Gruppe Motorradfahrer belegt. So kleiden wir uns im Zwiebelprinzip und stehen Gongschlag 18.00 im Restaurant. Das Buffet sieht lecker aus: Verschiedene Salate, Kudusteak, Hähnchenteile, Gemüse, Reis, Dessert. Christine scheint eine gute Köchin zu sein. Meinem Schatz schmeckt es, ich probiere eine Gabel Reis und bleibe beim Toast.
19.45 liege ich mit Wärmflasche und Kräutertee im Bett. Der Bauch rumort und krampft. Wärme und Medikamente helfen aber und ich schlafe recht früh ein.

11. Juni 2011
Die Nacht ist so weit OK und bis zum frühen Morgen ist es auch warm genug in unserer Hütte. Dann wird es ungemütlich, denn es zieht kalt durch alle Ritzen. Und um 3.15! fangen die Hähne wie blöd an zu krähen und kriegen sich nicht wieder ein. Schnabel halten 😠! 6.45 wachen wir auf. Mir geht es na ja und ich huste nun auch heftig. 🙁 Wir finden es viel zu kalt, um zu duschen. Da ich aber das Feuer rieche und unser donkey wohl schon ordentlich geheizt hat, sollten wir die Gunst der Stunde nutzen. Eine weise Entscheidung - die Dusche weckt doch einige Lebensgeister.

04RoysCamp.jpg


Das Frühstücksbuffet sieht wieder gut aus, ich bleibe bei Tee & Toast. Jeder Gedanke an Essen kommt nicht gut an bei mir.
Und der für heute geplante Ausflug ins San Village fällt aus. 🙁 🙁 Ich mag nicht über die pad rumpeln und den ganzen Tag unterwegs sein. Klasse, was tun an so einem Tag im Busch?! Wir entschließen uns später, einen der walks auf dem Campgelände zu machen und da wir manchmal nach dem Weg suchen müssen und nur langsam voran kommen, sind wir fast 90 Minuten unterwegs. Der Gang durch den Busch tut jedoch gut. Wir sehen einige Schmetterlinge, Kudu und Grey Lourie

05GreyLourie.jpg


Dieser Baum mit der interessanten Borke ist wohl ein Feuerdorn (Commiphora pyracanthoides)

06PaperbarkTree.jpg


Das hohe Gras beschert uns eine ausgiebige Beschäftigung im Nachhinein: Socken und Schuhe sind voll mit Grannen, die uns schon unterwegs gepiesackt haben. Wir haben dann irgendwann aufgegeben und pulen nun eine gute Stunde lang alles heraus. Wir haben ja Zeit heute... 😗
Den Nachmittag vertrödeln wir mit diesem und jenem. Ich wünsche mir einen bequemen Sessel oder eine Liege - da besteht hier im Camp eindeutig Verbesserungsbedarf. Und ich bin gefrustet, denn krank auf Roy‘s Camp zu sitzen finde ich nicht Hit verdächtig. 😵
An der Bar bitte ich Leon noch mal um Tee & Toast. Tee schmeckt, Toast nicht. Wir schwatzen ein bisschen, anfangs ganz angenehm, aber dann schwenkt Leon um auf Bibelauslegungen, Genesis, den kommenden Weltuntergang und die Richtigkeit von Darwins‘ Lehre... Danke, meine kleine Welt steht bereits kurz vor dem Untergang. 🤢 Das ist nun wirklich kein Thema, das ich krank an einer Bar in der namibischen Wüste mit jemandem diskutieren will, den ich kaum kenne. Zum Glück reisen weitere Gäste an und ich verkrümele mich erst einmal.

Um 18.00 liege ich im Bett, der Bauch gluckert und krampft. Mir ist zum Heulen. Ich bekomme wieder eine Wärmflasche, Kräutertee und diverse Pillen. Der Mann geht alleine zum Essen, er hat aber auch keinen rechten Appetit und ist bald zurück. Mir geht es ein bisschen besser.
Wir versuchen halb im Liegen, halb im Sitzen zu kniffeln. Plötzlich fängt mein Schatz an, neben mir zu zittern: Ihm sei kalt... Zieh dir noch eine Jacke an... Gesagt, getan. Aber kurz danach liegt er mit Schüttelfrost und heißem Kopf im Bett. Was kommt denn jetzt noch? 😮 🤨 😮 19.45 machen wir das Licht aus und hoffen auf eine passable Nacht...

Daraus wird aber nichts, denn wenig später geht es los: Akuter Brech-Durchfall. 🤩 🤩 Die ganze Nacht über rennt der Ärmste und gibt Alles, was er hat. Wir sind nur froh, dass es im Bad einen altmodischen Blecheimer gibt, und kein geflochtenes Körbchen... Es ist der pure Horror. Ich bin hellwach, lausche auf die Geräusche aus dem Nachbarbett, versuche zu helfen (Hey, was geht es mir doch gut! 😐 ) und spiele alle möglichen Szenarien für den nächsten Tag durch: Natürlich ist Sonntag! Arzt, Apotheke, Krankenhaus in Grootfontein - was, wenn er dort bleiben muss? Was wird aus unserer nächsten Station - wir haben ab morgen 4 Nächte Etosha gebucht?! Alternativen? Nach Hause fahren? Ich will sofort nach Hause, ich will in mein Bett!!! 🙁 🙁 🙁 Das ist aber viel zu weit weg... 🙁 🙁 🙁 Zwischendrin sagt er dann „Alles Gute zum Geburtstag, mein Schatz“... Ach, der findet heute ja auch noch statt, das passt mir irgendwie aber gerade gar nicht... 😵
Als es bei uns etwas ruhiger wird, gibt es draußen bei den Vögeln Alarm, da ist wohl jemand auf Beutefang. Kurz nach 3.00 fangen diese blöden Hähne wieder an zu krähen. Ihr seid gleich fällig 😠 ! Irgendwann schlafen wir erschöpft ein.
Teil 826. Juli 2011
12. Juni 2011
Ein Tag für die Hartgesottenen...
Um 7.30 wachen wir total erschlagen auf. Dem Armen geht es überhaupt nicht gut. Er bittet mich, ihn für eine Infusion ins Krankenhaus zu fahren. Nichts lieber als das, mein Schatz! Ich dusche fix um halbwegs in den Tag zu kommen und während ich unsere Sachen in die Koffer packe - mittlerweile kenne ich unser Packsystem zum Glück, so dass es ziemlich schnell geht - schiele ich immer wieder zu meinem Schatz, dass er mir im Bad nicht umkippt. 😵
Leon und Christine gucken erschrocken, als ich ihnen von der Nacht berichte und ich frage sie nach einem Arzt - nicht am Sonntag. Ein Krankenhaus - ja das gibt es in Grootfontein. Ich lasse mir den Weg erklären, und bezahle die Rechnung. Als Leon mir zum Abschied sagt, wenn wir noch mal nach Namibia kommen, dann sollten wir uns aber besser vorbereiten, knalle ich ihm meine frostige Antwort „Wir sind gut vorbereitet“ 😠 entgegen und gehe.
Schnell das Gepäck ins Auto wuchten und dann den Mann über die Rumpelpiste schaukeln. Oh je, wie kriege ich ihn hier bloss weg????? 😕 Allein die wenigen Meter von unserer Hütte zur Rezeption werden von endlosem Stöhnen begleitet. Immerhin verabschiedet Leon sich noch und wünscht uns Alles Gute. Das können wir gebrauchen!
Der Kilometer bis zur Straße ist eine Tortur, auf der Teerstraße wird es besser. Das gleichmäßige Fahren ist ansatzweise erträglich. Ich bin froh, dass mal wieder kein Verkehr auf der Straße ist, so geht es mit speed control und 120 nach Grootfontein. Irgendwie funktioniere ich, an meinen Bauch und meine Erkältung denke ich nicht.

9.30 erreichen wir die Notaufnahme des Private Hospital Grootfontein. Wir sitzen kaum, da kommt schon eine Krankenschwester und fragt auf deutsch nach unserem Problem. Obwohl wir das sicher auch auf Englisch hingekriegt hätten, erleichtert es die Kommunikation gerade noch mal sehr. Sie nimmt uns mit in einen Behandlungsraum, stellt jede Menge Fragen und erklärt uns das geplante Vorgehen. Diverse Untersuchungen, inklusive Malariatest stünden an und der Arzt sei informiert. „Wissen Sie, hier in Namibia gehen unsere Ärzte sonntags ja noch in die Kirche. Aber er weiss Bescheid, die Kirche ist gleich aus und dann kommt er.“ Heute ist nicht nur Sonntag, es ist auch noch Pfingsten. Wir nehmen scheinbar mit, was wir kriegen können! 😵
10.10 kommt der Arzt bereits. Er lässt sich noch mal alles erklären, untersucht uns und entscheidet die Behandlung: Infusion für den Mann und diverse Medikamente für uns beide sofort. Auf meine Frage, ob und wie wir wohl 4 Tage Etosha schaffen könnten, guckt er erst mal und überlegt. Der Schatz will da hin und nirgends sonst. Alle Untersuchungsergebnisse sind negativ.😁 OK, unter der Vorraussetzung XY und mit genügend Medikamenten gibt der Arzt grünes Licht. Wir beschliessen, dass wir das wohl hinkriegen können. Er stellt uns eine Tüte mit Medikamenten zusammen, mit genauen Instruktionen, auch bezüglich essen, trinken etc. Die Ursache dieser Attacke bleibt ungeklärt.

Von den Krankenschwestern werden wir sehr aufmerksam versorgt und bekommen Tee. Ich hole mir jetzt Kekse und einen Apfel aus dem Auto - ich fühle mich recht klapperig und brauche nun doch was in den Magen. Und er beschwert sich auch nicht. 😉
Während die Infusion vor sich hin tröpfelt fahre ich in die Stadt: Tanken, Geld holen. Alles easy und überall werde ich freundlich gegrüßt. Einkaufen im Supermarkt: Einen Wagen voll Wasser, Salzcräcker, Äpfel, Cola. Das Helferlein auf dem Parkplatz guckt mich irritiert an, denn ich habe wohl nicht den typischen Touristeneinkauf dabei.

Am Krankenlager hat sich die Situation etwas entspannt, wir scherzen mit der Schwester und ich bekomme wieder Hoffnung doch noch in die Etosha fahren zu können. Ansonsten ist mein Plan B: Wir bleiben erst mal in einer Lodge vor dem Lindequist Gate. Die werden jetzt im Winter schon noch ein freies Zimmer haben.

Die Aufstellung der Rechnung erfordert dann einige Zeit, denn in der Buchhaltung ist heute niemand. Die Schwester muss alle Posten handschriftlich addieren, etwas Spielraum dazu rechnen und ich bezahle per Karte. Ein eventuelles Guthaben soll dann auf unser Konto überwiesen werden. Mir ist Alles recht, denn meinem Schatz geht es deutlich besser 🙂 , er muss nicht im Krankenhaus bleiben 🙂 🙂 und der Urlaub scheint nicht ganz verloren. 🙂 Und für den Betrag hätten wir in einem deutschen Krankenhaus an einem Sonntag nicht viel mehr als einen feuchten Händedruck bekommen.
Um 13.00 beenden wir die Infusion, sonst schaffen wir den Weg in das gebuchte Halali definitiv nicht mehr. Wir sind unendlich froh über diese schnelle, freundliche und kompetente Betreuung. 😁 😁

Die C42 und B1 sind leer und gut zu fahren, mit speed control und 120 kmh kommen wir gut voran. Ich gucke immer wieder, wie es meinem Passagier geht, der mal mehr und mal weniger stöhnt. 😵 😵
Unter einem Baum auf einem Picknickplatz stehen die Herren in Uniform und machen nette Fotos. Da ich vom Gegenverkehr bereits angeblinkt wurde, ahne ich was da kommen wird.
Um 14.30 erreichen wir nach nur einem Nothalt die Abzweigung zur Etosha und wir klären noch mal, ob wir heute außerhalb bleiben oder noch in den Park fahren. Wir fahren hinein und wollen in Namutoni weiter sehen.

Am Von Lindequist Gate gibt es eine kleine Verzögerung, denn wir stören die Dame bei ihrer Lektüre und sie kann keinen funktionierenden Kugelschreiber finden. Dann sind wir im Park.
Und obwohl wir beide nur eingeschränkt aufnahmefähig sind, sind wir sofort begeistert: Was für ein Empfang! 😁 😁 Am Wegrand und in den Büschen stehen ganz viele Giraffen, Impala, Kudu, Springbok. Wir fahren langsam an ihnen vorbei und werden aufmerksam beäugt. Aber alle gehen entspannt ihrer Beschäftigung nach - Fressen... Auf dem kurzen Stück zwischen dem gate und Namutoni sehen wir sicher 30 Giraffen in allen Größen. Leider wird dies ein Nachmittag ohne Fotos: 🙁 Ich traue mich nicht, mehr als unbedingt nötig anzuhalten, denn bremsen und Gas geben gefällt dem Magen nicht. Und der Mann ist nicht in der Lage zu fotografieren. Schade, es ist eine so schöne Strecke: Landschaftlich mit all den Bäumen und Büschen und die Anzahl der Tiere haben wir nicht erwartet!

15.10 erreichen wir Namutoni und ich versuche mein Glück an der Rezeption: „Will it be possible to change our first booked night from Halali to Namutoni?“ „??Why??“ Es folgt ein Erklärung, wieso wir so spät dran sind... Das Gesicht der Dame verändert seine Züge in eine wenig vorteilhafte Richtung. 😣 „You first have to go to Halali and then come back“. „No, we want to stay here today and go to Halali tomorrow“. „No, that would be VERY complicated!“. Ihrem Gesicht lese ich ihre Gedanken ab: „WORK!!!“ 🤢 😠 😈
OK, neuer Versuch. „Will ist be possible to reach Halali in time, before they close the gate?“ „YES! No problem. It‘s 75k‘s.“. „How long will it take us to get there?“ „May be 30 minutes, may be one and a half hour“. 🤩 🤪 😣 Diese afrikanische Logik und Zeitplanung will ich nun nicht weiter diskutieren, hier verschwende ich kostbare Zeit. Also schnell bei der Kollegin die permit bezahlen, im shop eine Karte vom Park kaufen und am Auto die Lage checken. Wir haben 2 Stunden Zeit um Halali zu erreichen und im Gedärm ist Ruhe eingekehrt. Also noch mal auf die Toilette und los.

Die Strecke von Namutoni nach Halali ist toll: Es gibt viel Abwechslung in der Landschaft, Bäume, Büsche, offene Grasflächen. Und Giraffen ohne Ende!!! An diesem Nachmittag sehen wir insgesamt vielleicht 80 Giraffen. 😁 Wo kommen die alle her? Dazu weiterhin Impala, Kudu, Springbok, Elefanten... Wenn wir es schaffen, sollten wir in den nächsten Tagen noch mal zurück kommen. Wir kommen gut voran, nur wenige Tiere kreuzen in sicherem Abstand die pad.

Und dann kommt ER. Es ist 16.40 und wir haben noch etwas mehr als 10 km bis nach Halali vor uns. Auf einer leichten Anhöhe kommt uns ein riesiger Elefant entgegen. Wir stehen unten, er kommt von oben. Mitten auf der pad, mit federnden Schritten und locker im Hüftgelenk. Die Ohren schlagen und der Rüssel rotiert. Die Zeichen sind klar: 😠 DIES IST MEIN WEG! 😠
Ich halte an und schlucke schwer. 😮 Man, ist der groß!!! Wir sind ihm eindeutig zu nah, also müssen wir zurück. Ihn vorne im Auge behaltend und langsam rückwärts fahrend versuche ich, Abstand zu gewinnen. Der Mann stöhnt. Er wird schneller. Wir auch. Ups, es geht nicht nur bergab, da ist auch noch eine Kurve. Jetzt nicht noch rückwärts in die Botanik fahren... 😗 Neben uns macht sich ein zweiter Wagen davon. Wir gucken uns an und zucken mit den Schultern. Als der Abstand groß genug ist wende ich erst mal, fahre noch ein Stück weiter und warte. Hinter uns ist niemand zu sehen. Doch, da kommt er und ist nicht erfreut, dass wir immer noch auf seinem Weg stehen. 😠 Gut, dann also noch weiter zurück. Jetzt kommt uns ein Golf entgegen und ich gebe ein Handzeichen. Als der Wagen anhält erkenne ich, dass der Fahrer ein Park Ranger ist. Dich schickt der Himmel! Nachdem ich ihm erzählt habe, wer da kommt, meint er trocken: 😐 „Oh, I know him. That will take a while... We can only go back and hope he‘ll take the shortcut to Goas. There will be no way to pass him...“ 😐
Nach einigen Minuten kommt der Dicke dann und scheucht uns noch weiter vor sich her. Am Abzweig nach Goas sind wir nun wieder vorbei. Und wir warten... Und warten... Und die Zeit rennt uns davon... 😗 Mittlerweile warten 4 Wagen auf einen Elefanten. Aha, da sehen wir den Kopf.
Es ist 17.00 und ich bin froh, dass wir hier nicht alleine stehen. Und wir warten... Er frisst genüsslich ein wenig hier und ein wenig da. Er geht ein paar Schritte weiter und frisst. Als wir ihn wieder in ganzer Pracht sehen können stellt er sich mitten auf den Weg - und frisst... Am Abzweig nach Goas kommt er dann noch mal mit aufgestellten Ohren und hoch erhobenem Rüssel drohend auf uns zu. 😠 Dann biegt er endlich ab in Richtung Goas.
Es ist 17.12 und der Elefant ist weg. OK, Motoren an und los. In Kolonne, der Ranger vorweg, brettern wir in einer unglaublichen Staubwolke durch den Park. Ich hoffe nur, dass die Wagen vor uns alle potentiellen Versuche, die pad zu kreuzen, bereits im Keim erstickt haben. Denn wir sehen Nichts - außer Staub! Und die Abendsonne steht rot und tief direkt vor uns. Ich ertappe mich dabei, wie ich mit gespitzten Lippen versuche, den Staub vor meinem Gesicht weg zu blasen. Nein, es hilft nicht wirklich... 😗 Irgendwie läuft das alles wie im Film ab, ich denke das ist der helle Wahnsinn und funktioniere einfach.
Um 17.22 rollen wir durch das gate von Halali. Ein lautes Aufatmen und Stöhnen ist in unserem Auto zu hören, wir sind völlig fertig. Der Ranger kommt vorbei, grinst und mein trocken: 😉 „Just in time!“ Denn um 17.25 ist Toresschluss... 320 km haben wir an diesem Ausnahmetag geschafft.

Ich flitze zur Rezeption, das Einchecken geht zum Glück schnell und wir fahren zu unserem Bush Chalet No 60. Es liegt ganz am Ende der Anlage, das gefällt uns auf Anhieb. Wir schleppen das Gepäck rein, der Mann duscht, fällt ins Bett und schläft für 2 Stunden. In der Zwischenzeit packe ich aus und um, rücke die Möbel zurecht, wasche Wäsche, dusche...

Um 20.00 erwacht mein Schatz und es geht ihm deutlich besser als heute Morgen. Ich bereite eine Kleinigkeit zu essen vor, denn mein Magen meldet Bedarf an. Wir sinken in die riesigen Sessel und lassen diesen exquisiten Tag noch einmal Revue passieren. Dazu gibt es einen Medikamenten-Cocktail, Cräcker, einen Apfel und mit einem Glas abgestandener Cola stoßen wir doch noch auf meinen Geburtstag an. 😘 HAPPY BIRTHDAY! 😘
Noch vor 21.00 liegen wir im Bett.
Teil 901. Aug. 2011
13. Juni 2011 Teil 1
Um 7.30 wachen wir nach einer recht ruhigen und guten Nacht auf. Wir gehen es langsam an, die letzten Tage stecken uns doch noch in den Knochen.

Mit unserem Bush Chalet sind wir ganz zufrieden. Es ist geräumig, allerdings ist die Lounge etwas eigenwillig möbliert: In den beiden riesigen Sesseln versinkt man, als Tisch gibt es einen kleinen Holzwürfel. Das Ganze passt irgendwie nicht richtig zusammen. Die Küchenzeile ist groß genug, aber wir haben ja eh nicht viel dabei. Die Betten sind genial, groß und gut. Und das Moskitonetz begeistert uns. Endlich mal eines, das groß genug ist und nicht so ein Sparstrumpf, in dem man sich bei jedem Umdrehen verheddert. 🙂 Nur der riesige Sessel im Schlafzimmer wirkt etwas deplatziert und nimmt einfach zu viel Raum. Im Bad stört uns die Anbringung des Duschkopfes in der kleinen Dusche. Denn das ganze Bad schwimmt nach dem Duschen unweigerlich. Draußen gibt es einen schattigen Grillplatz mit Tisch und Stühlen.
Das warme Frühstücksbuffet lassen wir links liegen. Wir knabbern wie gehabt am Toast und versuchen etwas Müsli mit Obst und dazu Tee. Na ja... Es war wohl alles im Angebot auf diesem Buffet - aber zur Qualität können wir nichts sagen, da unser Appetit noch nicht wieder erwacht war. 🙁

Um 9.30 fühlt mein Schatz sich so fit, dass wir eine Fahrt in den Park wagen. Unser erstes Ziel ist Rietfontein. Unterwegs sitzt direkt neben dem Weg und in bester Position ein Lilac-breasted Roller auf einem Strauch

01L-BRoller.jpg


Das Gras steht sehr hoch hier und am Wasserloch tummeln sich einige Giraffen, Zebras und Springböcke. Wir bleiben eine ganze Weile stehen und freuen uns, im Park zu sein. Da alle mit fressen und saufen beschäftigt sind, sehen wir leider hauptsächlich die Rücken der Tiere. Real ist das ja noch ganz schön, auf den Fotos aber nicht mehr so ergiebig. Am Besten gefällt mir dieses elegante Duett

02GiraffenRietfontein.jpg


Weiter geht es nach Salvadora. Dort sehen wir wieder Springböcke am Wasserloch. Auf der weiten Grasfläche stehen Zebras und Springböcke.

03ZebraSalvadora.jpg


04AkazieSalvadora.jpg


Dann taucht am Horizont ein einzelner Elefant auf, noch ganz weit weg. Gemächlich kommt er in unsere Richtung. Die spannende Frage ist nun, zu welchem Wasserloch will er?

05ElefantCharitsaub.jpg


Wir wetten auf Charitsaub und fahren dorthin. Mit langen Hälsen scannen wir die Gegend und gerade, als wir aufgeben wollen um nach Salvadora zu fahren, sehen wir ihn kommen.

06ElefantCharitsaub.jpg


07ElefantCharitsaub.jpg


Mittlerweile kommen aus allen Richtungen etliche weitere Wagen angebrettert. Wir haben eine ganz gute Position oberhalb des Wasserlochs und warten. Der Herr ist über all die Zuschauer gar nicht erfreut und kommt mit Drohgebärden auf das Wasserloch zu. 😵 Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es nicht vielleicht angesagt sein könnte, etwas mehr Abstand zu ihm zu schaffen. Das geht aber leider nicht, da uns einige andere Wagen umzingeln und natürlich keiner sich auch nur noch einen Zentimeter bewegen will. 🤩 Die Lektion des Tages: Immer darauf achten, dass es einen Fluchtweg gibt! Würde der Elefant jetzt zum Angriff übergehen, kämen wir so schnell nicht weg. Der Preis für den Platz in der ersten Reihe... 😐

08ElefantCharitsaub.jpg


09ElefantCharitsaub.jpg


Irgendwann ist dann Platz hinter uns und wir fahren weiter nach Sueda. Da ist tote Hose, das Wasserloch ist trocken und Tiere sind nicht zu sehen. Aber wir sind fasziniert von der weiten Ebene. Überall gucken Köpfe oder zumindest Hörnchen aus dem hohen Gras: Springböcke en masse, Zebras, 1 Schakal und Kori Bustard. Und sehr windig ist es hier.

Wir machen Halt an der Toilette, zu deren Benutzung man ruhig eine Gasmaske bereit halten sollte. Wie stinkt es hier wohl im Hochsommer? 😣
Ansonsten ist bei uns alles im grünen Bereich. 🙂

Auf dem Weg nach Homob steht weit weg im Gebüsch ein Rhino. Am Wasserloch selbst - natürlich Springböcke.

10SpringbckeHomob.jpg


Bei Homob gibt es eine freche Krähe, die wohl von Touristen gefüttert wird. Sie landet zielstrebig zuerst auf dem Dachzelt eines 4x4 und fährt ein Stück mit dem Wagen mit, dann kommt sie zu uns und setzt sich auf die Motorhaube. Ihr auffordernder Blick sagt alles...

Wir fahren zurück in Richtung Halali über die Detour und den westlichen Teil des Rhinodrive.
An der Detour steht eine Gruppe Elefanten nah am Weg und lässt es sich schmecken. Nach der vorhin gemachten Erfahrung halten wir an der gegenüber liegenden Seite des Weges und haben eine wunderbare Sicht...

11ElefantDetour.jpg


12ElefantDetour.jpg


13ElefantDetour.jpg


... bis... ja bis ein Wagen einer außerhalb des Parks liegenden Lodge angebraust kommt. Mit Speed und in einer riesigen Staubwolke kommt er zum Stehen. Und das genau zwischen uns und dem Elefanten. Wir sehen, nachdem sich der Staub gesetzt hat, nur noch khakifarbenes Blech 🤢
Kerl, hast du ein Glück, dass es im Park verboten ist auszusteigen und dass frau auch keinen Lärm machen soll 😈
Wir sind so wütend auf diese Rücksichtslosigkeit des Fahrers, dass wir uns nur schwer wieder beruhigen können. Ein Blick auf die Passagiere dieses Rüpels spricht dann Bände: Dick vermummt scheinen sie auf den Sitzen fest gefroren zu sein. Bleichgesichtig, mit einer weißen Schicht feinsten Etoshastaubes bedeckt, gucken sie missmutig in die Gegend. Einige zücken nicht mal mehr die Kamera. Diese Fahrt gehört wohl nicht zu den Highlights einiger Gäste. 🙁

Der Rhinodrive ist dann eine ziemliche Enttäuschung. Um so mehr, als er uns von einem Ranger auf Halali empfohlen wurde. Die Büsche stehen dicht und hoch bis an den Wegrand, dazwischen hohes Gras. Es ist nichts zu sehen. Dazu kommt, dass die pad in einem erbärmlichen Zustand ist. Viele dicke Steine auf der Oberfläche, dazwischen riesige Löcher. Fluchend rumpeln wir dahin. Dieses Stück ist die Herausforderung für den Magen, der sich bisher freundlicherweise ruhig verhielt. Wir hoffen, hier ohne Komplikationen durch zu kommen... 🤨

An Vögeln sehen wir unterwegs u.a viele Lilac-breasted Roller, Kori Bustard, Black Korhaan, Fork-tailed Drongo Pale Chanting Goshawk und einige Cape Vulture.

14KorhaanRhinodrive.jpg
Teil 1001. Aug. 2011
Fortsetzung 13. Juni

Heute ist es viel windiger als gestern. Bei nur 20° sind wir um 13.00 zurück in unserem Chalet und machen Mittagspause mit Cräckern, Cola und unserem Medikamentencocktail. Ein kurzes Nickerchen tut gut. Aufruhr im Gedärm verschiebt dann die Abfahrt auf 15.00. 🙁

Wir nehmen den Weg nach Goas, in der Hoffnung den Rückweg dann vor dem Nachmittagsgang des uns schon bekannten Elefanten antreten zu können. Am Wasserloch sehen wir nur einige Impalas und Giraffen. Ich bin immer wieder erstaunt über die Gelenkigkeit der Giraffen. Aber wirklich bequem sieht es nicht aus...

15ImpalaGoas.jpg


16ImpalaGoas.jpg


17GiraffeGoas.jpg


18GiraffeGoas.jpg


Hier zeigt das Thermometer 28°, es ist windstill und wir sind die einzigen Zuschauer. So gefällt uns das! 🙂

Da ja schon um ca. 17.15 Sonnenuntergang ist, entschließen wir uns zurück zu fahren. Wir ziehen uns schnell um, dieseln uns dick mit Peacefull Sleep ein und begeben uns zum Moringa Wasserloch. Oh, hier zwischen den Steinen ist es ja viel wärmer als unten im Camp. Es sind bereits einige Gäste dort, wir finden aber noch einen guten Platz auf einer kleinen Mauer und richten uns ein. Unser Dinner haben wir dabei: Cräcker, Apfel, Wasser und Cola. Die Vorstellung kann beginnen. 😛
Was für ein schönes Fleckchen. Im Abendlicht sind viele Vögel mit lautem Gezwitscher auf Beutefang. Ansonsten sind erst einmal keine Tiere am Wasserloch. Es werden im Laufe des Abends auch nicht sehr viele. Zuerst kommt ein Impala ans Wasser

19ImpalaMoringa.jpg


17.30 kommt ein Black Rhino und trinkt genüsslich.

20BlackRhinoMoringa.jpg


21SunsetMoringa.jpg


Um 18.20 hören wir es im Gebüsch krachen und nach einer Weile kommt ein Elefant. Durch das Fernglas erkenne ich, dass er im rechten Ohr ein großes Loch hat. Und als wir gerade gehen wollen kommt noch ein Leopard. 🤩
Eine kleine aber feine Ausbeute! Wir sind groggy, ganz glücklich und ziehen uns früh ins Bett zurück.
Teil 1102. Aug. 2011
Ich muss den Bericht mal in kleineren Happen einstellen. Unser schmalbrüstiges Internet braucht ewig und verschluckt sich immer, wenn zu viele Bilder dabei sind 😵

14. Juni 2011 Teil1
Um 5.00 klingelt der Wecker und wir fühlen uns nach einer störungsfreien Nacht beide gut ausgeschlafen und halbwegs fit. 🙂 Da wir am Vorabend noch die Koffer gepackt haben, sind wir bereits um 5.40 beim Frühstück.
Nur das Frühstück ist noch nicht richtig da. Überall gibt es Lücken: Brown Toast, Müsli, Obst fehlen und werden auch nicht hereingebracht. Das ist eine ziemliche Pleite, denn die dunklen Cornflakes mit dünnem Saft sind auch nur was zum Abgewöhnen. 🙁 Dann müssen wir uns eben für unterwegs noch Muffins vom Buffet mitnehmen.
Gestern war ich mal kurz im shop, um zu gucken, ob ich denn unsere Diät mit irgendetwas aufpeppen könnte. Die Regale waren zur Hälfte leer und im Angebot waren eigentlich nur Konserven. Das Ganze wirkte schmuddelig und wenig einladend. Da war ja die „Bude“ in unserer alten Heimat besser ausgestattet. 😗

Um 6.25 sind wir der zweite Wagen, der das Camp verlässt. Es sind 9° und neben den Helio Hills geht die Sonne auf.

21asunriseHelioHills.jpg


Dort scheuchen wir eine Gruppe von ca. 50 Guineafowls auf, die noch auf der pad schlafen. Sie sind ja unter normalen Umständen schon immer ein kopfloser Haufen, aber jetzt herrscht das pure Chaos. Laut schreiend rennen sie durcheinander, immer wieder zurück auf und über die pad. Wir kommen kaum an ihnen vorbei.

Unser erstes Ziel heute in Nuamses. Auf dem Weg dorthin sehen wir Unmengen frischen Elefantendung. Hier muss heute Nacht was los gewesen sein! Wir spähen zwischen alle die Büsche, aber es ist keiner mehr da. 🙁 Auch am Wasserloch sind wir mit vielen Vögeln alleine. Es ist eine schöne Stimmung und wir geniessen sie eine Zeit lang. Im Busch brüllt ein Löwe, aber auch er kommt nicht.
Um 7.30 fahren wir weiter in Richtung Etoshapfanne. Das Wasser steht noch sehr hoch, der Weg zum lookout verliert sich in der Ferne im Wasser und es gucken nur noch die Begrenzungshölzer heraus.
Hier sind viele Wasservögel, leider alle zu weit weg für Fotos.
Weiter geht es in Richtung Westen. In der Ferne sehen wir auf dem Wasser und in der Luft rosa Wolken - Flamingos! Sehr schön!
Dann liegt linker Hand etwas in der weiten Ebene. 3 Löwinnen schauen gebannt nach Osten

23Lwinnen.jpg


Wenn sie liegen, dann sieht man nur noch die Spitzen der Ohren

22Lwinnen.jpg


Ein Schakal streift auch durch das Gras.

24Schakal.jpg
Teil 1202. Aug. 2011
14. Juni 2011 Fortsetzung
In Rietfontein ist heute morgen auch nichts los. Aber vor Salvadora ziehen in der Ferne Zebras in 6 Gruppen über die Ebene. Zusammen sind das sicher 200 Tiere, ein phantastischer Anblick!
Neben der pad steht eine kleine Gruppe und wir können ausgiebig Mutter und Kind beobachten

27ZebrasSalvadora.jpg


28ZebrasSalvadora.jpg


29ZabrasSalvadora.jpg


30ZebrasSalvadora.jpg


Und dann gibt es diese Mutationen:
Dieses Tier hat runde Beine

31ZebrasSalvadora.jpg


Hier teilen sich 2 Tiere einen Kopf

33ZebrasSalvadora.jpg


Ein Abstecher nach Charitsaub ist auch unergiebig. Also steuern wir wieder die bereits bekannte Toilette an. Heute sind wir vorgewarnt und es ist ja auch noch nicht so warm wie gestern. Dort frage ich 3 Franzosen, die mit ihrem Fahrer unterwegs sind, ob sie etwas Interessantes gesehen hätten. „Yes, this toilet...“ 😣 Ansonsten sei auf dem Weg von Okaukuejo her auch nicht viel los gewesen.

Weiter geht es nach Aus. Hier wird die Landschaft wieder abwechslungsreicher und gefällt uns besser. Dort trinken 3 Impala und 3 Kudu ganz entspannt am Wasserloch und wir schauen ihnen eine Weile zu.

34KuduAus.jpg


Olifantsbad liegt ebenfalls verlassen. Aber bei Gemsbokvlakte tummeln sich Oryx, Springböcke und eine recht große Zebraherde. Die Zebras und Oryx sind sehr vorsichtig und nähern sich nur zögerlich dem Wasser. Im sighting book auf Okaukuejo lese ich später, dass hier Löwen gestern einen kill hatten. Daher die Vorsicht.

36OryxGemsbokvlakte.jpg


Einige Kori Bustard streifen auch durch das Gras. Aber es steht hier so hoch und der Wind bewegt es so stark, dass Fotos mal wieder nicht lohnen.
Schade, denn schon vorher haben das hohe Gras und der Wind mehrmals Fotos von Secretary Birds verhindert.

Ansonsten haben wir heute morgen Adler, Geier, Pale Chanting Goshawk, Lilac-breasted Roller, Yellow Hornbill, Black Korhaan, Schakale, Hartebeest und Wildebeest gesehen.
Teil 1304. Aug. 2011
14. Juni 2011 Fortsetzung

Um 11.50 erreichen wir nach 132 km Okaukuejo. Da unser Zimmer noch nicht fertig ist, drehen wir eine Runde um den pool, gehen auf den Turm und sehen uns das Ganze von oben an. Unser Auto parken wir schon mal vor der Tür und gehen die wenigen Schritte zum Wasserloch. Hier ist was los!!!
Jede Menge Zebras und Springböcke sind auf dem Weg zum Wasserloch, ziehen schon wieder weg oder stehen bis zum Bauch im Wasser. Man könnte meinen, es sei Badetag. Wir sind begeistert und verbringen eine ganze Weile hier.

01ZebrasOkaukuejo.jpg


02Zebraokaukuejo.jpg


03SpringbckeOkaukuejo.jpg


Unser Bush Chalet no 73 ist nah am Wasserloch gelegen. Im Wohnbereich gibt es ein kleines Sofa mit 2 Sesseln und Tisch und eine kleine Küchenzeile mit Kühlschrank. Das Schlafzimmer bietet genügend Platz für Koffer und Taschen. Das Bett und Moskitonetz sind wieder schön groß. Nur das Bad ist etwas eng. Vor dem Haus gibt es Tisch und Bänke und einen Grillplatz. Insgesamt gefällt es uns gut. Wir richten uns schnell ein, dann ruft die Siesta meinen Schatz. Ich bin nicht müde, einen Wecker brauchen wir nicht. Sagt sie und schnarcht bis 14.30... 😗
In meinem Magen macht sich nun ein klitzekleines Hungergefühl breit und ich gucke mal in den shop. Das Angebot ist hier sehr viel besser als in Halali, aber für uns ist außer Cräckern und Cola nichts dabei.

Wir setzen uns vor unsere Tür, schreiben Tagebuch und futtern wie gehabt unsere „special diet“. So langsam sind wir sie leid, aber Appetit auf großes Essen ist auch noch nicht da. Mir wird beim Gedanken an Saucen immer noch übel... 😵 Der Vorteil ist, dass wir wegen eines Dinners Abends am Wasserloch nichts verpassen werden. 😉 Das Ganze muss man ja auch mal so sehen.
Bei der späteren Sichtung des Videomaterials fällt mir auf, wie oft ein herzhaftes Hatschi oder ein kräftiges Schnäuzen zu hören ist. Die Mischung aus Schnupfen, trockener Luft und Staub erhöht den Taschentuchverbrauch gewaltig.

Um 16.15 machen wir uns, gut ausgerüstet für den Abend, auf zum Wasserloch. Dort zieht gerade ein Elefant von dannen, leider sehen wir nur noch sein Hinterteil. Wir suchen uns einen guten Platz unter der lapa, auf einer der oberen Bänke. Dies ist im Winter eine gute Wahl, denn hier bleibt es viel länger warm als draußen.
Ansonsten sind wieder viele Zebras hier. Etliche Schakale laufen herum und versuchen, Namaqua Sandgrouse und Blacksmith Plover zu fangen. Die Vögel sind natürlich aufgeregt und machen einen entsprechenden Lärm. Ich sitze einfach nur da und genieße das Schauspiel vor mir. An Fotos denke ich gar nicht.
Schließlich kommen im Zeitlupentempo 3 Giraffen näher. Sie bleiben immer wieder stehen und beäugen die Umgebung misstrauisch. 2 Impala nähern sich ebenfalls sehr vorsichtig. Nach einer ganzen Weile traut sich dann die erste Giraffe, zu trinken.

04GiraffenOkaukuejo.jpg


05GiraffenOkaukuejo.jpg


Die anderen drehen immer noch die Hälse in alle Richtungen.
Eine der Giraffen macht immer wenn sie sich wieder aufrichten will einen Schlusssprung und knallt dabei die Hufe zusammen. Das hört sich total witzig an.
Im Baum auf der anderen Seite des Wasserlochs landet ein Spotted Eagle-Owl.

06Okaukuejo.jpg


Lange Zeit passiert nichts Neues. Aber als wir gerade gehen wollen, da kommt ein Black Rhino. Aus dem Nichts ist es plötzlich da. Kurz danach kommt ein zweites. Beide nähern sich vorsichtig an, beschnuppern sich, reiben die Hörner aneinander und umkreisen sich. Dann bieten sie uns einen Schaukampf vom Feinsten: 🙂 An der rechten Seite des Wasserlochs beginnen sie und bewegen sich (so lange wir da sind) halb um das Wasserloch herum. Das dauert über 1 Stunde! Sie versuchen, sich gegenseitig weg zu drücken, schlagen ihre Köpfe aneinander, machen Luftsprünge - ja, das geht! - und tänzeln umeinander herum. Genial!!! Zwischendrin muss Mann ja wieder zu Kräften kommen - es gibt also genügend Fress- und Saufpausen. Dann kommt die nächste Runde.
Als sie vor uns sind, kommen von rechts Mama und Kind Black Rhino auch noch dazu. Die beiden bleiben aber rechts und gehen direkt auf das Wasser zu. Sie haben Durst und die Angeber interessieren Mama offensichtlich nicht.
Die Herren müssen sich aber immer vergewissern, ob die Dame nicht vielleicht doch zu ihnen herüber sieht und geben, was sie können. Dazwischen laufen immer noch Schakale herum. Direkt an der Mauer vor dem Unterstand taucht plötzlich ein Small-spotted Genet auf und schaut zu uns hoch. In der Ferne brüllt dazu noch ein Löwe...
Wow! Was für ein Abend!
Kurz nach 20.00 folgen wir dem Ruf unseres Bettes.
Teil 1404. Aug. 2011
15. Juni 2011 Teil 1

Es wird wieder eine gute Nacht, bis um 5.20 - da muss mein Schatz schnell um die Ecke... 🙁 Er will aber trotz Grummeln im Bauch losfahren, also machen wir uns schnell fertig und inspizieren das Frühstück. Das sieht hier um ein Vielfaches besser aus als auf Halali. Es wird viel Liebevoller dargeboten und ist auch reichhaltiger. Der Koch ist gut drauf und begrüßt alle Gäste mit fröhlichem Hallo. Dennoch halten wir uns zurück und bleiben bei Tee, Toast und etwas Müsli mit Obst.

Um 6.40 rollen wir bei 9° durch das Camptor und biegen ab in Richtung Okondeka. Gleich hinter dem Camp streiten sich 2 Schakale um eine Fleischverpackung, die sie wohl von der Campsite stibitzt haben. Schmeckt das Plastik noch so intensiv nach Fleisch, dass sie unablässig versuchen, davon abzubeissen?

07SchakaleOkaukuejo.jpg


08SchakaleOkaukuejo.jpg


Was für eine weite Ebene ist das hier! Wir genießen das weiche Morgenlicht, die Stille und Menschenleere. Außer uns ist nur ein weiterer Wagen hier unterwegs. In der Ferne ziehen wieder große Zebraherden vorbei. Schakale, eine Eule, ein Adler, die allgegenwärtigen Springböcke, Secretary Birds und einige Kori Bustard sind auch unterwegs. In der Nähe haben wir heute Glück mit Vögeln
Endlich mal ein Kori Bustard im richtigen Licht und niedrigem Gras!

10KoriBustardOkaukuejo.jpg


Dann entdecken wir Familie Black Korhaan mit zwei kleinen Federbällen

11BlackKorhaanOkaukuejo.jpg


Und auf dem Wegweiser nach Leeubron lässt sich dieser Pale Chanting Goshawk rundum ablichten

12GoshawkOkaukuejo.jpg


13GoshawkOkaukuejo.jpg


Weit weg sehen wir, wie sich eine riesige Staubwolke aufbaut - da muss ein Bus kommen! 🤩 Wir beeilen uns mit den Fotos beim Goshawk, denn ein Stück weiter geht ein einzelnes Blue Wildebeest gemächlich in Richtung pad. Das möchten wir gerne noch in Ruhe ohne den Bus aufnehmen

14BlueWildebeestOkaukuejo.jpg


Uns schwant Übles, als wir die Wolke kommen sehen. Sie rast heran, das Gefährt kommt heftig neben uns zum Stehen - und wie Sie sehen, sehen Sie Nichts mehr, nur noch Staub! 😠 Das Wildebeest macht sich natürlich sofort vom Acker bei solch einem Angriff des Blechmonsters. Das ist mal wieder einer der guides, die nach der „Wir müssen heute noch XYZ abhaken“ Methode unterwegs ist. Seine Gäste hätten von dem WIldebeest sehr viel mehr gehabt, wenn er nicht so heran gerast wäre. Aber so - ätsch, Pech gehabt. 😛 Wir sehen auch zu, dass wir Land gewinnen...

Bei Okondeka mag sich aber niemand zeigen, so fahren wir weiter nach Leeubron. Auf dem Weg dorthin sehe ich in den hohen Bäumen ganz viele Geier. Allein auf einem Baum zähle ich 13! Insgesamt sitzen dort sicher 30 Geier. Leider sind sie sehr weit weg. Und die Bäume sind entweder die Schlafplätze oder dort gibt es Frühstück... Aber wir kommen leider nicht ran. Der Weg nach Leeubron ist gesperrt, es liegen Steine und große Äste quer. Na, dann nicht.

Auf dem Rückweg nach Okaukuejo sehen wir noch mehr Zebras, Wildebeest, Schakale, Springböcke, Kori Bustard, Secretary Birds. Die meisten leider auch alle weit weg in der großen Grasfläche.

15ZebrasOkaukuejo.jpg


16ZebrasOkaukuejo.jpg


17SpringbckeOkaukuejo.jpg


Wir wissen nicht, wie viele Hundert Zebras wir in diesen Tagen in der Etosha gesehen haben. Das hätten wir nie erwartet.

Mal wieder weit weg sehe ich dann im hohen Gras zwei rote Flecken. Das Fernglas offenbart zwei Lappet-faced Vulture, die auch frühstücken.
An einem Waldstück geben sich dann noch 5 Giraffen die Ehre.

18GiraffenOkaukuejo.jpg


Eine bückt sich um etwas auf zu heben und darauf herum zu kauen. Wir denken, es ist ein Ast. Am Rechner sehen wir hinterher, dass sie auf einem Antilopenbein herum lutscht. Guten Appetit bei der „Knabberstange“

19GiraffenOkaukuejo.jpg
Teil 1510. Aug. 2011
15. Juni 2011 Fortsetzung

Im Camp machen wir nur einen kurzen Boxenstop und schauen am Wasserloch vorbei. Da ist aber nichts los. Also fahren wir weiter nach Nebrowni - und haben wieder einmal Glück: Zebras, Springböcke, Wildebeest und Oryx löschen ihren Durst.

21OryxSpringbockNebrowni.jpg


22ZebraNebrowni.jpg


23OryxZebraNebrowni.jpg


Einige der Oryx sind auf Kampf gebürstet. Sie behakeln sich mit ihren Hörnern, der Staub wirbelt auf und wir sind wie immer erstaunt, dass sie sich dabei nicht mehr verletzen. Die Zebras und Springböcke kommen nur sehr zögerlich ans Wasserloch. Es ist eine sehr friedliche Stimmung hier, wir sind die meiste Zeit alleine und geniessen den Augenblick.

Bei Kapupuhedi trollt sich ein Löwe gerade, als wir ankommen. Schade, wir sehen ihn nur noch in der Ferne. Das Licht auf der Salzpfanne ist wunderschön.

24LweKapupuhedi.jpg


Ondongab ist trocken und rundum ist niemand zu sehen. Also fahren wir zurück ins Camp und sehen unterwegs noch mal Schakale, Warthog und einige andere. Und kriegen endlich noch mal Secretary Birds vor die Linse.

25SecretaryNebrowni.jpg


Um 11.40 sind wir nach 103 km wieder im Camp und gehen dort gleich wieder zum Wasserloch.
Hier ist schon wieder Betrieb: Wie könnte es anders sein - Zebras! Dazu Springböcke und heute auch etliche Blue Wildebeest.

26WildebeestOkaukuejo.jpg


27WildebeestOkaukuejo.jpg
Teil 1610. Aug. 2011
Außerdem sind jetzt große Vogelschwärme in dunklen Wellen und Wolken unterwegs, die immer kurz zum Wasser hinunter fliegen, trinken und schon sind sie wieder weg... Ein Rauschen und Zwitschern liegt in der Luft. Wir können leider nicht auszumachen, welche Art es ist, wahrscheinlich Common waxbill.

Im meinem Magen macht sich ein Hungergefühl breit - ganz was Neues! - und ich beschließe mal zu gucken, was die Köche denn zu bieten haben. Das Angebot im Kiosk ist durchweg fettig: Burger, Sandwich und Chips. 🙁 Im Restaurant jedoch bin ich angenehm überrascht über die kleine aber gute Auswahl: Greek Salad, Gemüsesuppe, Fischfilet und Game Steak. Der Fisch lacht mich sofort an - gebratenes Hakefilet mit Reis und frischem Gemüse. 😁 Leute - ein geschmacklicher Hochgenuss!!! 😁 😁 Saftiger Fisch, Reis mit frischen Kräutern dazu knackige Möhren, Blumenkohl und Brokkoli. Da bleibt nicht ein Reiskorn übrig. Dies ist seit 1 Woche meine erste Mahlzeit und sie schmeckt ausgezeichnet! Da mir bisher schon beim Gedanken an Essen übel wurde, finde ich das einen enormen Fortschritt. Ich bin ja so glücklich!!! 🙂 🙂 🙂 Dann geht es jetzt wohl endlich bergauf mit mir. Und 70$ finde ich einen total akzeptablen Preis dafür.

Frau kann nicht alles haben - während ich beim Essen war, kam ein Elefant zum Trinken und Duschen. 😵 Er hat sich sehr gekonnt von oben bis unten mit Matsch eingesprüht und ist sah ihn gerade noch abwandern.

28ElefantOkaukuejo.jpg


Einige Oryx kommen dazu. Ein kleines hat ein verkümmertes Horn, das wird ihm bald Schwierigkeiten bereiten.

29OryxOkaukuejo.jpg


30OryxOkaukuejo.jpg


Die meisten Tiere gehen und wir entschließen uns zu einem Schönheitsschlaf. 😉 Gegen 16.00 bin ich wieder zurück, die Tiere sind aber noch unterwegs. Dafür landet eine Busgruppe. Eine der Frauen ist so begeistert von den 3 Zebras vor ihr am Wasserloch, dass sie laut in die Hände klatscht, um den Rest ihrer Truppe darauf aufmerksam zu machen. Die kriegen aber Nichts mit, also klatscht sie noch mal. Dann dreht sie sich zum Wasserloch um und „.... oh, 😵 die Tiere sind ja weg...“ Tja, dumm gelaufen. Wieso niemand mehr da ist, will sich ihr nicht erschließen... 😗

Da wenig los ist sinniere ich über unsere Tage im Etosha. Ich bin froh, dass wir hinein gefahren sind und nicht irgendwo draußen auf einer Lodge abgewartet haben. Dafür, dass wir so angeschlagen und fertig waren, haben wir uns sehr gut gehalten und viel unternehmen können. In den letzten Tagen war es für mich oft eine Gratwanderung zwischen „ich will noch mehr, nein alles sehen“ und „toll, dass wir so viel sehen“. Ich musste mich manchmal schon selbst in die Seite knuffen um nicht zu viel zu verlangen. Aber so ist es wohl, wenn man sich so lange auf etwas so Besonderes freut, und dann zurückstecken muss. Dennoch, wir waren in den Tagen hier alles Andere als entspannt.
Wir sind sehr angetan von den großen Tiergruppen, insbesondere den Zebras. Es ist wunderschön, sie in der Ferne über die weiten Flächen ziehen zu sehen. Unsere Begegnungen mit den Elefanten waren imponierend. 😗 Auch wenn es nicht die erhofften großen Gruppen waren. Leider kamen die Raubkatzen viel zu kurz. 🙁 Aber wir haben auch viele Tiere gesehen, die sonst unter „ferner liefen“ rangieren, und die möchte ich nicht missen. 🙂

Insgesamt ist es heute ruhiger als gestern, nur wenige Zebras sind da, einige Schakale versuchen wieder ihr Glück beim Vogelfang. Zwei Impala kommen dazu.

31ImpalaOkaukuejo.jpg


Mit dem Sonnenuntergang kommt dann noch ein Elefant und löscht den Durst.

32ElefantOkaukuejo.jpg


Er trinkt am Zufluss zum Wasserloch und bläst Luft in das Wasser hinein. Das blubbert ganz laut und hört sich an, als ob man Luft in einen Strohhalm in sein Getränk bläst. Das habe ich als Kind gerne gemacht...
Aber ob hier wirklich Wasser eingeleitet wird, wage ich bei seiner Schlagseite doch zu bezweifeln. 🤩 🤩

33ElefantOkaukuejo.jpg


Ihm schmeckt es jedenfalls und er lässt sich richtig Zeit.

Schließlich kommen noch zwei Giraffen. Sie nähern sich wieder nur sehr vorsichtig. Der Schatz geht zurück und will Tagebuch schreiben und dann die anstehende Mondfinsternis aufnehmen.
Im Lauf der Zeit kommen noch zwei Elefanten, ein Black Rhino und wieder etliche Schakale. Die Schakale ärgern das Rhino. Aber nur so lange, bis dies heftig mit dem Fuss aufstampft. Dann ist Ruhe! Ein Small-spotted Genet guckt auch noch vorbei. Im Baum landen zwei Reiher und zwei Eulen. Es tut sich lange nichts, aber gerade als ich gehen will, kommen Mama und Kind Black Rhino zum Trinken. Ich bin ganz zufrieden soweit.

Ätzend an diesem Abend ist fürchterlich laute Musik, die aus der Ferne bis ans Wasserloch dringt. 🤢 Die Bässe wummern im Bauch. Wir vermuten, dass deswegen so wenig Tiere da sind. Als ich um 20.30 gehe muss ich doch mal nachsehen, wo die Musik eigentlich herkommt. Am Wasserloch waren wir alle ziemlich sauer über den Lärm. Ich gehe Richtung Campsite und es wird immer lauter. Dann stehe ich aber vor dem Zaun des Camps und stelle fest, der Lärm kommt von außerhalb: Die Quelle liegt im ja doch etliche hundert Meter entfernten Angestelltencamp! 🤢 Nichts gegen einen netten Abend mit Mucke - aber da schießen sie doch übers Ziel hinaus. Ich beschließe, mich am nächsten Tag darüber zu beschweren. An der Rezeption ist jetzt eh niemand mehr zu erreichen.

Mein Schatz ist sauer, als er feststellt, dass die Zeitangaben im Internet für die Mondfinsternis nicht stimmen. 😠 Es gibt mindestens 1 Stunde Differenz und der Mond ist schon zu zwei Dritteln im Schatten, als er rausgeht. So ein Mist!!! Dennoch ist es ein schönes Bild. So wie der Sternenhimmel überhaupt grandios ist.

Im Osten hören wir einen Löwen brüllen und gehen noch mal schnell ans Wasserloch. Alle Besucher sind eingefroren und mucksmäuschenstill: Am Wasser sind ein Black Rhino und zwei Löwinnen mit zwei Jungen. Entfernt steht eine Giraffe und wartet ab. Als die Löwinnen gehen kommt sie langsam näher.

Wir gehen auch, schreiben Tagebuch, essen mal wieder Cräcker (heute schmecken sie dem Mann zum ersten Mal, 😁 es geht auch ihm besser!) und planen die morgige Fahrt. Um 22.00 liegen wir im Bett.
Teil 1713. Aug. 2011
16. Juni 2011

Noch vor dem Wecker werden wir wach. Wir haben gut geschlafen und fühlen uns recht fit. Um 5.15 sehen wir noch einmal beim Wasserloch im Camp vorbei, aber es ist niemand da. Den Sonnenaufgang wollen wir auf dem Turm erleben und wir sind auch rechtzeitig oben. Oh, ist das ein kalter Wind hier oben!!! Ich ziehe über die Fleece Jacke noch die Goretex Jacke, zum Stirnband kommt noch die Kapuze dazu - und ich zittere trotzdem wie Espenlaub. Aber der Blick ist wunderschön: Im Westen hängt noch der Vollmond am Himmel.

36VollmondOkaukuejo.jpg


Im Osten geht die Sonne über der Ebene auf.

35SonnenaufgangOkaukuejo.jpg


Wir checken aus, das geht völlig unproblematisch und ohne Check des Bungalows bekommen wir unsere Kaution zurück. Im Restaurant ist es schön warm und das Buffet sieht wieder gut aus, nichts fehlt. Mein Schatz gönnt sich leckeres frisches Obst und Müsli. Ich nehme zum Toast erstmals Wurst und ein gekochtes Ei. Lecker! Aber der Kaffee schmeckt nicht, das ist eine dünne Brühe. Also noch mal Tee...

Um 7.30 fahren wir bei 8° los in Richtung Andersson Gate. Gelobt sei die Sitzheizung... Es ist wenig Verkehr, nur einige Tourwagen von außerhalb verbreiten Hektik. Das sanfte Morgenlicht ist wieder sehr schön und wir sehen nochmals Zebras, Springböcke und Giraffen.
Wieder mal ein Tier mit vielen Beinen und zwei Köpfen

37GiraffenOkaukuejo.jpg


Und dann: Im Gleichschritt - Marsch! Na, das üben wir noch mit rechts und links...

38GiraffenOkaukuejo.jpg


Die C38 nach Outjo finden wir beide sehr eintönig. Mir fallen fast die Augen zu. Unterwegs können wir noch nicht einordnen, warum die Mopanebäume fast durchgängig so viele braune Blätter haben. Damit sehen sie im oberen Teil ziemlich trostlos und vertrocknet aus. Der untere Teil der Blätter ist noch grün. Später erfahren wir, dass es in den Nächten zuvor starken Frost gab und die Blätter erfroren sind. Die Bäume würden sich aber wieder erholen.

Kurz vor 9.00 erreichen wir Outjo, tanken und kaufen beim Bäcker einige Blätterteigteilchen für unterwegs.
Unser heutige Ziel ist die "Huab Lodge & Bush Spa". Also geht es einige Kilometer zurück und auf die C40, die auch recht langweilig ist. Die D3236 ist wunderbar glatt und gut zu fahren. Es ist kein Verkehr, nur 1 Oryx kreuzt die pad. Leider ist es auch heute wieder sehr diesig. Kurz vor der C35 wird die Landschaft abwechslungsreicher, es kommen Berge dazu und wir lassen uns den Kuchen schmecken. Nicht schlecht!

D3236-Huab.jpg


Die D2670 zieht sich dann noch mal 35 km durch die Berge bis ans Ende der Welt...

D2670-Huab.jpg


Sie ist anfangs gut zu fahren, später kommen recht steinige, steile und holperige Abschnitte. Für diese 35 km brauchen wir 45 Minuten. Aber wir halten auch oft wegen der tollen Ausblicke an. Leider lassen die sich im Foto nicht so gut einfangen - da müsst ihr selbst mal hinfahren...
Teil 1813. Aug. 2011
16. Juni.2011 Fortsetzung

Um 12.00 erreichen wir unsere Unterkunft für die nächsten 3 Tage, die Huab Lodge. Jaap und Cathy heissen uns willkommen, wir bekommen einen kalten Saft und haben Zeit, die ersten Eindrücke zu verarbeiten. Und die gefallen uns ausgesprochen gut!
Die Lodge liegt eingebettet zwischen vielen Bäumen und Büschen am Ufer des Huab. Zwischen den Gebäuden gibt es viel Platz, so dass man immer nur einen Ausschnitt der Anlage sieht. Meist ist nur ein Teil des Daches aus der Ferne zu sehen.
Die Lounge mit Essbereich und Bar ist ein riesiger offener Raum, dessen Dach von enormen Eukalyptusstämmen aus Tzaneen getragen wird.

05aLounge1Huab.jpg


05LoungeHuab.jpg


06DiningHuab.jpg


Wir bekommen Bungalow Nr 2 und sind begeistert. Das große, helle Zimmer ist sehr liebevoll eingerichtet, mit allem was man braucht. Im Bad gibt es mal wieder Waschlappen - das ist in Namibia ja nicht selbstverständlich. Und die große Terrasse liegt in Richtung Flussbett - ein schöner Platz.

02BungalowHuab.jpg


01BadHuab.jpg


Wir fühlen uns sofort sehr wohl hier und ich glaube, dies ist in unserer Verfassung der richtige Ort, um gesund zu werden. Wir packen schnell einige Dinge aus den Koffern in die Schränke. Meinen teile ich mit einer Agame, die dort an der Wand sitzt. Die Koffer selbst bleiben mal wieder zu.
Um 13.00 gibt es Lunch. Meinem Schatz hat das Geholper über die Pisten ziemlich zugesetzt. Er bekam Magenschmerzen und sagte unterwegs, sein Magen fühle sich an, als ob er nicht verankert sei, sondern frei im Bauchraum schwebe.:S Das wird heute wohl noch mal schmale Kost für ihn.

Beim Lunch treffen wir dann Jan, den Besitzer und die fünf anderen Gäste. Jaap, Cathy und Thomas, die auf Huab arbeiten, essen auch mit uns. Es ist eine schöne entspannte Atmosphäre. Und obwohl alle anderen sich seit Jahren kennen, fühlen wir uns nicht einen Moment fremd in der Runde. Suzie, Jan‘s Frau ist leider krank, wir werden sie in den nächsten Tagen kaum sehen.
Die Küche hat einen Greek Salad, gegrillte Hähnchenflügel und Nudelauflauf bereitet. Als Dessert gibt es Eiscreme. Es schmeckt sehr gut und ich habe richtig Appetit. Der Mann hält sich noch zurück.

Nach dem Essen gucken wir kurz zum pool

04PoolHuab.jpg


und zur heißen Quelle

03ThermalSpringHuab.jpg


Hier gibt es ein Thermalbecken mit 40° heißem Wasser und ein Abkühlbecken mit 20° kaltem Wasser. Das müssen wir später unbedingt testen!

Als wir in unser Zimmer zurück kommen sehen wir, dass ein Besucher einen Apfel angeknabbert hat, der auf dem Tisch liegt. Saubere Abdrücke langer Nagezähne zeichnen sich im Fruchtfleisch ab. Ok, also nichts herum liegen lassen- der Apfel wird entsorgt. Später erfahren wir, dass es eines dieser kleinen Kerlchen war, die mit unglaublicher Geschicklichkeit am Haus hochklettern und irgendwo in der Dachkonstruktion den Besuchereingang haben.

TreesquirrelHuab.jpg


Wir entscheiden uns für einen faulen Nachmittag, machen erst mal ein Nickerchen und setzen uns dann in die Lapa, schreiben Tagebuch, trinken Kaffee und erledigen Post. Thomas repariert noch das W-LAN, das beim letzten Gewitter beschädigt wurde, dann haben wir mal wieder Verbindung zu unseren Lieben und ich kann meine Geburtstagspost lesen.
Die anderen Gäste sind beim Nachmittagsdrive. So teilen wir uns die Lounge mit Vögeln, Eidechsen und Libellen. Herrlich!

Bei der Rückkehr in unser Zimmer muss ich lachen. Dort, wo vorhin der Apfel lag, liegt nun ein Buch. Und in der Zwischenzeit hatten wir wieder Besuch. Der war offensichtlich über das fehlende Leckerchen verärgert und hinterliess eine deutliche Nachricht: Das Buch wurde mit einem Köttel dekoriert... 😗

Um 19.00 gibt es Dinner, vorher trifft man sich zum Aperitif und Schwatz an der Bar. Alle essen wieder zusammen an einer langen Tafel und Jan stellt die Weine, die er für heute ausgesucht hat, vor. Es gibt einen leckeren Starter. Die Atmosphäre ist sehr angenehm.
Das Menü wird von Massia, der Köchin, auf Damara-Nama vorgetragen und ihre Assistentin Ingrid übersetzt es für uns ins Deutsche: gemischter Salat, Kingklipfilet, Rindergulasch, Kürbisgemüse, gefüllte Rote Beete und Reis. Als Dessert gibt es Apfelkuchen. Alles ist frisch, das Gemüse knackig und es schmeckt sehr gut. Ich genieße die Auswahl und die gute Zubereitung und freue mich auf unseren Aufenthalt hier.
Leichte Gespräche vertreiben die Zeit und wir sind satt und zufrieden. Um 21.00 gehen alle auf ihre Bungalows. Gut ausgestattet mit Taschenlampen und einer Thermosflasche mit heißem Wasser für den späten oder frühen Kaffee.
Teil 1913. Aug. 2011
17. Juni 2011

Um 5.40 klingelt nach einer kühlen, aber guten, Nacht der Wecker. Für 6.15 ist das Treffen für den Early Morning Walk angesetzt. Wir genehmigen uns einen starken Kaffee und hausgebackene Kekse. Die Morgenstimmung ist mal wieder wunderschön.

VollmondmorgenHuab.jpg


Zu dritt gehen wir mit Jan und drei Hunden im Flussbett lang. Es ist noch kühl und Jan erzählt, dass es vor einigen Nächten mit -6° die kälteste Nacht der letzten 20 Jahre gegeben habe. Bei der Kaltfront haben auch die Mopanebäume, die wir unterwegs gesehen haben, ihre Frostschäden abbekommen.
Jan ist ein wandelndes Lexikon und kann sehr gut und anschaulich erklären.

EarlyMorningWalkHuab.jpg


Flora, Fauna, politische Entwicklung, Erdgeschichte - keine Frage bleibt unbeantwortet. Wir kommen an der Seilbahn vorbei, die bei Hochwasser die Verbindung zur Außenwelt bildet. Überall im Flussbett gibt es Wildspuren - Oryx, Zebras, Kudus, Paviane waren in der Nacht unterwegs. An manchen Stellen haben Oryx nach Wasser gegraben, das hier dicht unter der Erdoberfläche zu finden ist. Die Pfützen, in die wir hinein fassen, haben alle eine unterschiedliche Temperatur: Von kalt über lauwarm bis hin zu heiss. Das warme Wasser für die Mitarbeiter, die in den Häusern der alten Farm auf der anderen Flussseite wohnen, kommt mit 60° direkt aus der Erde.

Kurz vor 8.00 sind wir zurück zum Frühstück. Dies gibt es auf der Terrasse in der Morgensonne - wunderbar! Wie schon Lunch und Dinner ist das Frühstück ausgezeichnet: 😁 Jeden Tag gibt es 4 Sorten selbst gebackenes Brot, frisches Obst, Müsli, leckere Wurst und guten Käse, Eierspeisen, Tomaten, Gurke, Avocado, Marmeladen, Kaffee, Tee, Saft... Ein guter Start in den Tag!

Wir gehen nur kurz auf unser Zimmer, das schon aufgeräumt ist, und treffen uns um 10.00 zum Morning Drive. Jan zeigt uns die alten Farmgebäude, wir passieren „Huab International Airport“ und fahren wieder ins Flussbett. Heute umfasst die dreiteilige Farm 8000 ha. Innerhalb dieses Gebietes gibt es keine Zäune mehr und auch für die Wüstenelefanten wurde ein Korridor geschaffen, durch den sie wandern können. Als Jan 1992 die Farm gekauft hat „war hier kein Schwanz mehr zu sehen. Alle Tiere wurden abgeschossen.“ Seitdem haben sich wieder Oryx, Kudus, Bergzebras, Warzenschweine, Klippschliefer angesiedelt. Leider sind die Wüstenelefanten in diesem Jahr, bedingt durch die guten Regenfälle, erst zwei mal auf der Farm gewesen. Wir werden sie hier leider nicht sehen. 🙁
Dafür steht die Flora auf dem Programm:
Blutfruchtbaum

BlutfruchtbaumHuab.jpg


Anabaum

AnabaumHuab.jpg


Bergkastanie

BergkastanieHuab.jpg


Unter einem gewaltigen Ahnenbaum / Leadwood - oder auch Omumborombonga. Was für eine Name! - gibt es einen cooldrink. Die Struktur des verwitterten Holzes finde ich sehr interessant.

AhnenbaumHuab.jpg


Durch den vielen Regen steht auch hier das Gras sehr hoch und die Vegetation ist üppig. In der Ferne sehen wir eine Gruppe Oryx vorbei ziehen

MorningDriveHuab.jpg


Auf der Spitze einer Bergkastanie entdecke ich einen Vogel - einen Black Eagle! Wow! Er fliegt vor uns über den Hügel und landet ein Stück weiter auf den Felsen. Durch das Fernglas können wir ihn gut beobachten. Jan führt akribisch Buch darüber, wo er wann welche Tiere sieht.
An Vögeln haben wir heute Vormittag noch Go Away Birds, Crimson-breasted Shrike, Drongo, Violet Woodhoopoe, Pearl spotted Owl, Damara Hornbill, Yellow Hornbill, Buffalo Weaver, Red-billed Quelea, Glossy Starling und sicher noch etliche mehr gesehen.

Pünktlich zum Lunch sind wir zurück. Heute gibt es gemischten Salat, Bohnensalat, Kürbis-Orangen-Mandel-Salat, Spinatquiche und Mett im Blätterteig. Als Dessert: Kuchen. Alles ist wieder ausgesprochen schmackhaft und wir lassen es uns gut gehen. 🙂 Selbst mein Schatz hat Appetit, obwohl ihm die Fahrt vorhin nicht so gut bekommen ist.

Danach müssen wir uns von den Anstrengungen des Tages erholen. Der Schatz ruht. Ich gehe ins Spa - ich bin alleine dort und es tut gut! Aber lange halte ich es in dem warmen Wasser nicht aus. Das kalte Becken daneben ist dann sehr erfrischend.

Schnell einen Kaffee trinken (warme und kalte Getränke sind im Preis inbegriffen und stehen den ganzen Tag zur Verfügung), dazu wieder leckere selbst gebackene Kekse. Heute gibt es sie als Ausstechplätzchen in Hippoform - süss! 😘
Um 15.30 geht es dann zum Afternoon Drive. Wir sind wieder nur zu viert, denn die Krankenfraktion hütet mit Magen, Rücken und Erkältung die Betten. (Wir haben die Lodge schon in „Huab Sanatorium“ umgetauft. Trotz der Zipperlein sind alle aber gut drauf.)
Es geht ins Flussbett und dann in Richtung Bergkette. Wir sehen etliche Oryx, 3 mal treffen wir auf Warzenschweine und dann entdecken wir auch noch Bergzebras.

Bergzebras1Huab.jpg


Sie spielen verstecken hinter den Bäumen, aber immerhin können wir sie eine ganze Zeit lang beobachten.

Den sundowner gibt es mit einem interessanten Gespräch im Flussbett

SonnenuntergangHuab.jpg


Wir verzichten heute auf den Aperitif und sind erst kurz vor der Essenszeit in der Lapa. Neue Gäste sind angekommen und es werden wieder die abendlichen Rituale zelebriert: Zum Starter werden die Weine vorgestellt (je 1 Weißwein, Rosé und Rotwein) und das Menü wird uns zweisprachig erklärt. Heute gibt es gemischten Salat, Huhn in Erdnusssauce, gefüllte Oryxsteaks, Kartoffeln auf 2 Arten zubereitet und Kürbisgemüse. Als Dessert: Lemon Meringue, 🙂 ! Alles ist wieder sehr lecker, die Weine schmecken gut, die Gespräche sind locker und vielfältig und die Bettschwere macht sich bald bemerkbar.
Um 21.15 liegen wir schon wieder im Bett.
Teil 2013. Aug. 2011
18. Juni 2011

Um 6.15 treffen wir uns wieder zum Spaziergang. Der Kaffee weckt die Lebensgeister. Durch die Teleskope bewundern wir noch mal den klaren Mond mit seinen Kratern. Auf der anderen Seite ist Jupiter mit einigen seiner Monde zu sehen. Das ist sehr beeindruckend.
Die Nacht empfanden wir wärmer als die zuvor, jetzt finden wir es jedoch durch eine hohe Luftfeuchtigkeit kühl. Aber beim Gehen wird uns warm und die Nasen fangen an zu laufen. Die Morgenröte im Flussbett ist wieder sehr schön.

EarlyMorningWalk3Huab.jpg


Wir besteigen den Kanonenhügel und haben von dort einen tollen Blick auf die umliegenden Bergketten. In einigen Bereichen des Flussbettes gibt es tiefe Auswaschungen. Die Seitenwände sind hier bis zu 4 m hoch. Wir treffen wieder auf Oryx und auf einem Baum sonnt sich eine Gruppe Rosy-faced Lovebird.

Auf dem Rückweg kommen wir an der Solarstation vorbei, die seit 1993 die Lodge mit Strom versorgt. Der Generator muss nur bei bedecktem Himmel kurzfristig zugeschaltet werden.

Solaranlage2Huab.jpg


Solaranlage3Huab.jpg


Das Frühstück gibt es wieder gut und ausgiebig in der Morgensonne. Danach fahren wir beide mit Jan ins Gelände. Es macht Spass zu erleben, wie sehr Jan seine Farm liebt und wie zufrieden er hier ist. Wir unterhalten uns angeregt, bekommen jede Menge Erklärungen und genießen die Umgebung.
Vögel kommen auch heute wieder nicht zu kurz: Cape Turtle Dove, Laughing Dove, Namaqua Dove, Drongo, Short-toed Rock Thrush, Brown Snake Eagle, Lilac-breasted Roller, Palm-Swift und Purple Roller

PurpleRoller2Huab.jpg


Wir passieren etliche Wasserstellen und sehen nach, ob dort alles in Ordnung ist. Jan macht uns auf dem Berg zu unseren linken Seite auf eine Reihe Mopanebäume aufmerksam, die eine Wasserader anzeigt. Während er uns dies erklärt, schnauft es direkt rechts neben uns. Bergzebras stehen keine 10 m von uns entfernt im Gebüsch! Wir sind mal wieder begeistert!

Bergzebra3Huab.jpg


Leider sind wir nicht den erhofften Kudus begegnet. Aber - man kann nicht alles haben... 😉

Ohne auf die Uhr zu gucken sind wir rechtzeitig zum Lunch zurück auf der Lodge. Die Kranken fühlen sich besser und wir lassen uns einmal mehr mit Greek Salad, Spaghetti Bolognaise und Kuchen verwöhnen.

Die Nachmittagsfahrt lassen heute alle ausfallen, jeder macht es sich irgendwo bequem. Wir halten die geliebte Siesta und gehen dann zur heißen Quelle. Das heiße Wasser ist sehr schön entspannend. Aber bei 30° Außentemperatur wird es doch schnell zu heiß. Es ist ein schöner, ruhiger Ort hier.
Auf dem Rückweg haben wir am Pool wieder eine dieser Begegnungen: In einem Grasbüschel, das im Kiesbett direkt neben dem Weg steht, raschelt es als wir daran vorbei gehen. Ich denke noch, na das ist für eine Eidechse aber ziemlich laut... 😕 Als ich den Kopf zur Seite drehe, sehe ich gerade noch, wie eine Schlange aus dem Grasbüschel die dahinter liegende Mauer hoch schnellt und im Gebüsch verschwindet. 🤩 Himmel, ich schon wieder!!! 🤩 Diese Schlange war vollkommen in ihrem Versteck eingerollt, damit unsichtbar und nur gut einen Meter von mir entfernt. Wie nahe kommen wir uns denn noch?! 😐 Auf Grund der Schnelligkeit, Größe und Färbung vermuten wir, dass es eine Whip Snake war.

Wir lassen den Nachmittag in der Lapa mit Kaffee, Keksen, Tagebuch schreiben und schwatzen ausklingen. Ich beobachte dabei die Eidechsen und Agamen, die sich in der Sonne wärmen.

Eidechse1Huab.jpg


Eidechse7Huab.jpg


Agame2Huab.jpg


Agame3Huab.jpg


Heute treffen wir uns alle zu einem frühen sundowner: Camelthorn Bockbier vom Fass! Oh, ist das lecker. 😄 Dazu Nüsse, Biltong, Droewors, gute Gespräche und viel Gelächter. Was für ein Leben! 😛

Und auch das Dinner ist wieder fein: Nach den bekannten Ritualen gibt es gemischten Salat, Rinderfilet mit Rotweinsauce, Schweinekotelett, Kartoffelbrei, Erbsen, Möhren, Bohnen, Blumenkohl - und natürlich Kuchen. Der Wind frischt auf, wir lassen die Rollos herunter, ziehen noch eine Jacke an und sitzen noch bis 21.45 zusammen. Der Sternenhimmel ist wieder mal gigantisch. Aber es ist zu kalt, um noch lange draußen herum zu stehen.

Zur Diskussion mit allen 161 Beiträgen