Wir meldeten uns für einen Night Drive am gleichen Abend an, und um 14.45 Uhr brachen wir noch einmal auf. Wir nahmen den Rundweg um die Fisher’s Pan. Hier sahen wir jede Menge Giraffen aus nächster Nähe, hinter jedem zweiten Busch stand eine, und wenn man sie von so nah sieht, wird man sich erst mal bewusst, wie groß sie sind. Auch rund um das Wasserloch Twee Palms standen Giraffen, Zebras und Gnus.
Der Abstecher zum Wasserloch Aroe lohnte sich dagegen nicht. Auf dem letzten Abschnitt der Rundstrecke sahen wir noch eine Löwin von weitem! In der Ferne erschien ein blasser Regenbogen.
Von der Hauptstrecke gen Norden fuhren wir zum Wasserloch Klein Okevi, aber da tat sich nichts. Doch kaum waren wir von dort wieder weggefahren, sahen wir von weitem einen grauen Termitenhügel, der sich bewegte! Ein Elefant! Er lief auf direktem Weg Richtung Wasserloch, also wieder zurück!
Wir stellten uns strategisch günstig hin (hoffentlich hat er kein Interesse an Autos!) und konnten ihn so gut beim Trinken beobachten! Toll!
Schließlich setzte er seinen Weg in die andere Richtung fort. Und kaum waren wir wieder weggefahren, sahen wir von weitem den nächsten Elefantenbullen kommen! Also noch mal zurück. Da kommt er!
Wir sahen ihm auch noch kurz beim Trinken zu, aber so langsam mussten wir uns nun auf den Rückweg ins Camp machen, denn die Tore schließen zum Sonnenuntergang. Wir schafften es noch etwa 15 Minuten vor Gate-Schließung um 17.45 Uhr.


Wir wählten uns einen Stellplatz (die Nr. 7, glaube ich). Nun noch schnell unter die Dusche und ein paar Nudeln mit Sauce gekocht, um rechtzeitig zum Night Drive um 19 Uhr fertig zu sein. Die Fahrt kostete 600 N$ pro Person und sollte drei Stunden dauern. Da wir so eine Fahrt noch nicht gemacht hatten (im Krügerpark war damals alles ausgebucht) und in der Hoffnung, auch einmal ein paar nachtaktive Tiere zu Gesicht bekommen, wollten wir das mal ausprobieren. Typisch deutsch waren wir bereits 10 Minuten vor Abfahrt zur Stelle. Es sollten noch vier weitere Gäste mitfahren (maximal neun Gäste passten in das Fahrzeug). Der Fahrer George ließ uns schon einsteigen. Wir warteten. Niemand kam. Schließlich ging der Fahrer mal im Restaurant gucken. Dann kamen sie und ließen sich alle Zeit der Welt. Beim Einsteigen kein Hallo und kein Wort der Entschuldigung. Südafrikaner. Um 19.25 Uhr konnten wir dann endlich losfahren.
Jetzt wissen wir auch, wie man die Tiere bei Nacht findet. George schwenkte eine große Infrarot-Lampe, die die Augen der Tiere im Gebüsch leuchten ließ! Wir fuhren zum Wasserloch Klein-Namutoni südlich vom Camp. Schon bald hörten wir Löwengebrüll. Weiter hinten am Wasserloch lag tatsächlich ein Löwe und schlief! Und auch ein Nashorn war da. Wieder hörten wir Löwengebrüll. Laut George sind es Brüder. Wir fuhren weiter Richtung Dik Dik Drive, und dort lag er dann direkt neben der Straße: ein wunderschönes Löwenmännchen! Und er brüllte noch einmal direkt neben uns, das war beeindruckend! George sagte, wir könnten Blitzlichtaufnahmen machen, aber nicht von Löwen, denn sie können unberechenbar sein. Die Frau hinter uns versuchte Aufnahmen zu machen. Der Autofokus surrte vergebens. Dann Schwups – Blitzlicht! Und gleich noch einmal! Aber zum Glück ließ sich der Löwe nicht davon beirren. Wenn er ins Auto gesprungen wäre, hätten wir ihm gesagt, er soll die Frau hinter uns fressen!
Schließlich fuhren wir weiter. Rechts und links war nicht viel zu sehen im Busch, außer ein paar Zebras, Gnus, Giraffen und Antilopen. Der nächste Stop war Chudop. Fünf Nashörner standen am Wasserloch. Und zwei weitere kamen gerade mit einem Jungtier! George sagte, wir sollen leise sein, damit sie auch bis zum Wasserloch kommen. Die Frau hinter uns fing an zu brabbeln und Fragen zu stellen. Die drei Nashörner kamen natürlich nicht mehr zum Wasserloch! Das Verhalten der Südafrikaner hat uns wieder einmal bestätigt, warum wir keine geführten Touren mögen. George bot allen kostenlose Getränke an (Wasser, Saft, Bier). Auf der Weiterfahrt sahen wir noch ein Dik Dik, Bush Babies, Springhasen (spring hare) und eine Ginsterkatze (genet). Um uns herum am Horizont zuckten Blitze, aber es blieb trocken. Um 22 Uhr waren wir pünktlich wieder im Camp. Auf dem Weg zum Sanitärhaus sahen wir an diesem Abend noch ein paar Schakale auf dem Platz. Fast alle anderen Camper schliefen schon.
Zurückgelegte Fahrstrecke: 153 km
Übernachtung: Namutoni Campsite 400 N$ (ca. 40 Euro)