Namibia 2010 - Rundreise mit dem Allradcamper

104 Antworten · 73,3k Aufrufe · gestartet 30. Mai 2010 von katja999
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Themenstarter387 Beiträge · seit 200930. Mai 2010 · #1
– Wüste und wilde Tiere –

Das Südwesterlied
Hart wie Kameldornholz ist unser Land und trocken sind seine Riviere. Die Klippen, sie sind von der Sonne verbrannt, und scheu sind im Busche die Tiere. Und sollte man uns fragen: Was hält euch denn hier fest? Wir könnten nur sagen: Wir lieben Südwest! Doch uns're Liebe ist teuer bezahlt, trotz allem, wir lassen dich nicht, Weil unsere Sorgen überstrahlt der Sonne hell leuchtendes Licht. Und sollte man uns fragen: Was hält euch denn hier fest? Wir könnten nur sagen: Wir lieben Südwest! Und kommst du selber in unser Land und hast seine Weiten geseh'n, Und hat uns're Sonne ins Herz dir gebrannt, dann kannst du nicht wieder gehn. Und sollte man dich fragen: Was hält dich denn hier fest? Du könntest nur sagen: Ich liebe Südwest!
von Heinz A. Klein-Werner


Wer kommt mit in die Wüste zu den wilden Tieren?
Zu Kopf stehenden Elefanten und grinsenden Rock Dassies...
Reiseroute:
09.4. Abflug
10.4. Ankunft Windhoek, Camperübernahme, Bagatelle Kalahari Game Ranch
11.4. Bagatelle Kalahari Game Ranch, Köcherbaumwald, Mesosaurus Bush Camp
12.4. Köcherbaumwald, Garub-Wildpferde, Lüderitz
13.4. Geisterstadt Kolmanskop, Garub-Wildpferde, Klein-Aus Vista
14.4. Tiras-Berge, Farm Koiimasis
15.4. Tiras-Berge, Sesriem Canyon, Sossusvlei
16.4. Sossusvlei
17.4. Naukluft Berge (Olive Trail)
18.4. Solitaire, Blutkuppe (Rock Sculpture Trail)
19.4. Blutkuppe (Tinkas Nature Walk, Rock Arch)
20.4. Moon Valley, Swakopmund
21.4. Ameib Ranch (Phillip’s Cave, Bull’s Party)
22.4. Ameib Ranch (Elephants Head, Klettersteig), Spitzkoppe
23.4. Cape Cross, Skeleton Coast, Aabadi Mountain Camp
24.4. Twyfelfontein, Gepardenfarm Otjitotongwe
25.4. Etosha N.P., Camp Okaukuejo
26.4. Etosha N.P., Camp Okaukuejo
27.4. Etosha N.P., Camp Halali
28.4. Etosha N.P., Camp Namutoni
29.4. Etosha N.P., Camp Namutoni
30.4. Etosha N.P., Waterberg (Rock Dassie Trail)
01.5. Waterberg, Windhoek, Camperrückgabe
02.5. Rückkehr nach Düsseldorf

Viel Spaß!
Katja & Volker
zuletzt bearbeitet 30. Mai 2010
3'491 Beiträge · seit 200630. Mai 2010 · #2
Hallo Katja, hallo Volker,
den Spaß wünsche ich Euch auch. Aber warum diese Hetze ? - Die ersten 14 Tage geht es wirklich rund bei Euch.
Ihr kommt am frühen Morgen in Windhoek an - richtig schön übernächtigt - wollt das Auto übernehmen, Einkäufe erledigen und am gleichen Tag noch bis Bagatelle. Ich halte das für sehr grenzwertig - und auch unnötig. Was wollt Ihr in Bagatelle ? - Ihr kommt zum Sonnenuntergang an, seid jetzt wirklich am Ende, fallt in die Betten und fahrt am nächsten Morgen früh wieder los. Bleibt doch die erste Nacht in Windhoek, macht in aller Ruhe Eure Einkäufe, lernt das Auto kennen und ruht Euch aus. Am nächsten Tag fahrt Ihr bis Keetmanshoop. Das nenne ich einen guten Start !
Was wollt Ihr in Lüderitz außer Übernachtung? - Bleibt doch gleich in Aus, aber dann dort für 2 Nächte. Kolmanskuppe und die Wildpferde könnt Ihr sehr bequem von Aus aus ansteuern. Das bringt sehr viel mehr Ruhe in die Reise, ohne dass Ihr etwas verpasst.
Gruß Joli
33,1k Beiträge · seit 200630. Mai 2010 · #3
Hi Joli,

ich glaube Katja war gerade in Namibia, denn die Daten sind ja in der Vergangenheit. Da können sie jetzt nichts mehr an "Hetze" und so ändern 😉

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
842 Beiträge · seit 201030. Mai 2010 · #4
Hallo Katja & Volker!
Ich freu' mich schon auf Euren Bericht – Wüste und wilde Tiere – ! Der kommt doch, oder ?
Beste Grüße von Namibiafieber
Themenstarter387 Beiträge · seit 200930. Mai 2010 · #5
namibiafieber schrieb:
Ich freu' mich schon auf Euren Bericht – Wüste und wilde Tiere – ! Der kommt doch, oder ?
Ja, genau! Schön, dass ihr dabei seid!

@ Joli: Die Route sind wir im April so gefahren wie beschrieben, und zu stressig fanden wir es nicht. Bis auf den ersten Tag. Warum dieser Tag tatsächlich grenzwertig war, werdet ihr im Bericht lesen!

Bald geht's los...
Viele Grüße
Katja
Themenstarter387 Beiträge · seit 200931. Mai 2010 · #6
Hier noch ein Bild als Überblick (wer sich nicht so auskennt):
Freitag, 9.4.2010: Abflug nach Windhoek
Um 15.21 Uhr ging unser ICE von Düsseldorf nach Frankfurt. Wir hatten Rail & Fly Tickets, die Sitzplätze waren reserviert. Mit nur ein paar Minuten Verspätung kamen wir gegen 16.30 Uhr am Flughafenbahnhof Frankfurt an. Wir nahmen den Bus zum Terminal 2, und an der Haltestelle trafen wir Dirk aus dem Namibiaforum mit seiner Frau. Da wir den Online-Check-in genutzt hatten, kamen wir sofort dran. Dirk und Karin mussten sich in der Warteschlange einreihen. Wir gingen dann erst mal hoch Richtung Besucherterrasse, wo man bei Kaffee und Kuchen oder einem Menü von McD die Flugzeuge beobachten kann. Da unser Flug erst um 20.10 Uhr starten sollte, hatten wir noch reichlich Zeit. Schließlich machten wir uns dann zum Gate. Die Security dort ging fix. Der Flug dauerte 9,5 Stunden, der Sitzabstand und das Essen waren OK.
Samstag, 10.4.2010, Wetter: sonnig, ca. 30 °C: Windhoek – Bagatelle Kalahari Game Ranch
Um 5.15 Uhr kamen wir pünktlich in Windhoek an.
Die Einreise war problemlos. Uns wurden noch 10 Tage über das Abflugdatum hinaus in den Pass gestempelt, und nach knapp einer Stunde standen wir in der Ankunftshalle. Als erstes holten wir Bargeld aus dem ATM, dann gesellten wir uns zu den anderen Passagieren, die auf den Autovermieter Asco warteten, u.a. auch Simone mit Mann aus dem Namibiaforum. Laut unserer Information vom Reisebüro sollten wir spätestens 60 Minuten nach Ankunft vom Autovermieter abgeholt werden, laut der Information, die ein Reisender aus Norwegen erhalten hatte, sollte erst um 7 Uhr jemand von Asco aus losfahren. Wir stellten uns also erst mal auf eine längere Wartezeit ein. Um kurz nach 7 Uhr kam dann doch „schon“ der Asco-Mitarbeiter, und es konnte losgehen. Bis nach Windhoek waren es 45 Kilometer.

Kurz vor 8 Uhr kamen wir bei Asco Car Hire in der Mandume Ndemufayo Avenue an. Insgesamt mussten ca. 6 Parteien abgefertigt und eingewiesen werden, was dauerte. Um 10.30 Uhr kamen wir dann endlich vom Hof. Der Wagen, ein Nissan Patrol Discoverer X, d.h. ein Allradfahrzeug mit Wohnkabine, war ein Jahr alt und hatte 61.724 km auf dem Tacho. Der Wagen hatte eine kleine Sitzecke, eine Spüle, zwei Gaskochplatten, einen Kühlschrank und ein ausziehbares Bett von 1,60m Breite, außerdem zwei separate 90-Liter-Benzintanks, einen 90-Liter-Wassertank (für Spüle und Außendusche), zwei Reservereifen und einen eingebauten Kompressor zur Verminderung bzw. Erhöhung des Reifendrucks für die Fahrt auf Schotter- bzw. Teerstraßen. Ein kleiner Campingtisch und zwei bequeme Campingstühle gehörten auch zur Ausstattung sowie eine Chemietoilette, die bei uns wegen einer kleinen Stufe aber leider nicht ins Fahrzeug passte.

Als erstes fuhren wir zum Super Spar Markt an der Maeruea Mall. Der Einkauf dauerte etwa 75 Minuten. Für ca. 120 Euro waren wir für die nächste Woche eingedeckt. Um 12.30 Uhr kamen wir dann endgültig los. Auf der B1 ging es nach Süden Richtung Rehoboth.
Wir waren kaum 60 Kilometer gefahren, da fing es an, nach Gummi zu riechen, und die Kühlwassertemperaturanzeige bewegte sich in Richtung rot. Uns blieb nichts anderes übrig als anzuhalten und nachzuschauen, der nächste Rastplatz war nicht weit. Kaum waren wir darauf abgebogen, zischte Dampf aus der Motorhaube und der Motor ging aus.
Leider hatten wir es versäumt, schon in Windhoek eine lokale Handykarte zu kaufen, was wir eigentlich machen wollten. Auf dem Rastplatz stand bereits ein LKW mit mehreren Leuten drumrum. Eigentlich lautet die Empfehlung, an den Überlandstraßen nicht anzuhalten, vor allem nicht, wenn schon jemand dort steht!

Wir holten schnell unser Handy raus. Die deutsche Handykarte hatte Empfang! Wir riefen die 24-Stunden-Notfallnummer von Asco an. Wir bekamen eine Verbindung, wenn auch manchmal aufgrund des Verkehrs schlecht zu verstehen. Sie wollten wissen, was passiert war, wo wir standen und müssten erst mal gucken, wann sie einen Fahrer schicken könnten. Sie würden noch mal anrufen. Schließlich klingelte tatsächlich das Telefon. Asco teilte uns mit, dass sie ein Ersatzfahrzeug schicken können. Es müsste aber erst noch fertig gemacht werden, was etwa 1,5 Stunden dauern würde. Sie würden noch mal anrufen, sobald der Fahrer losfährt. Währenddessen erlebten wir ein Kommen und Gehen auf dem Rastplatz und hofften, dass niemand anhielt, der Böses im Schilde führte...
Nach langem Warten kam der ersehnte Anruf. Dann noch mal eine Stunde, bis das Fahrzeug auftauchte. Schnell alles Umgeladen, und wir konnten nach vier Stunden Wartezeit endlich weiterfahren! Das Ersatzfahrzeug war erst vor einem Monat zugelassen und hatte nur 5555 km auf dem Buckel. Damit sollte es jetzt hoffentlich keine Probleme mehr geben!

Es war 17.30 Uhr. Wir hatten die erste Übernachtung auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch vorgebucht. Alternativ hätten wir auch am Lake Oanob übernachten können, ca. 90 km südlich von Windhoek. Aber dort würden wir auch nicht mehr im Hellen ankommen, und der Tag war sowieso gelaufen. Um in unserem Zeitplan zu bleiben hätten wir dann am nächsten Tag ca. 500 km fahren oder Lüderitz ausfallen lassen müssen (Lüderitz stand ursprünglich gar nicht auf dem Reiseplan, aber nachdem es doch einige sehr positive Stimmen gab, und nachdem wir einige sehr schöne Bilder von der Stadt und von Kolmanskop gesehen hatten, wollten wir dort auch unbedingt noch hin). Und auf Bagatelle hatten wir zumindest einen Übernachtungsplatz sicher. Also beschlossen wir doch noch bis dorthin zu fahren. Um 17.45 Uhr war Sonnenuntergang. Kurz darauf war es stockdunkel. Ca. 40 km hinter Rehoboth bereuten wir es, doch noch weitergefahren zu sein. Von Dämmerungs- und Nachtfahrten wurde sowieso abgeraten, insbesondere aufgrund von Unfällen mit Tieren. Außerdem waren wir nach der Nacht im Flieger inzwischen ziemlich müde. Die Strecke zog sich länger als gedacht. Bei Mariental ging es noch die letzten 28 km über gute Schotterpiste. Schließlich erreichten wir gegen 20 Uhr das Farmtor. Zum Glück war es nicht verschlossen. An der Rezeption war auch noch jemand, der uns zu unserer Campsite Nr. 4 führte. Nach einem Apfel bzw. Brötchen, einer schnellen Aufräumaktion, da alle unsere Einkaufstüten noch lose im Camper lagen und einer kurze Dusche (wir hatten hier immerhin unser eigenes Sanitärhäuschen) fielen wir nur noch ins Bett.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 295 km
Camping Bagatelle Kalahari Game Ranch: N$250 (ca. 25 Euro)

Hier noch ein paar Bilder von unserer Behausung für die nächsten drei Wochen:
842 Beiträge · seit 201001. Juni 2010 · #7
Na das ging ja prima los ... 😉
Hoffe, der Rest Eurer Reise verlief problemloser !!!
Freue mich chon auf die Fortsetzung ! Bitte weiter so !!! 😄
Liebe Grüße
Antje
761 Beiträge · seit 201001. Juni 2010 · #8
Bin gespannt. wie es weitergeht 🙂, zumal wir ab September auch einen Discoverer X gemietet haben. Allerdings ist die Raumaufteilung wohl anders - bei unserem Grundriss ist die Küche beim Ausgang. (nicht von Asco)
~ Africa is a feeling ~
Themenstarter387 Beiträge · seit 200902. Juni 2010 · #9
Ja, der Anfang war nicht so toll. Aber letztendlich waren wir dann froh, dass wir in relativ kurzer Zeit ein passendes Ersatzfahrzeug bekommen konnten.

@Flori: Freut mich, dass du auch noch zugestiegen bist!

Heute abend geht's dann weiter!
Viele Grüße
Katja
Themenstarter387 Beiträge · seit 200902. Juni 2010 · #10
Sonntag, 11.4.2010, Wetter: sonnig, ca. 30 °C
Bagatelle Kalahari Game Ranch – Köcherbaumwald


Mit Sonnenaufgang um 6 Uhr wachten wir auf. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich als erstes eine Springbock-Antilope. Jetzt sahen wir erst mal, wo wir waren, da wir ja angekommen waren, als alles schon finster war.
Wir frühstückten Müsli und Cornflakes mit Kaffee, räumten alles wieder zusammen, und fuhren gegen 7.45 Uhr zurück zur Rezeption.
Nun liefen wir noch etwa eine Stunde über das Farmgelände, sahen dabei ein paar Mangusten, und warfen einen Blick auf die Dune Lodges und das Wasserloch, an dem gerade zwei Springböcke tranken. Wir liefen bis hoch zum braunen Wassertank auf den Dünen. Den Rest des 6,5km langen Hiking Trails machten wir dann aber nicht mehr. Es war auch schon ganz schön warm.
Wieder an der Rezeption fragten wir, ob wir noch Frühstück bekommen könnten, was uns zuvor schon angeboten worden war. Wir konnten. Es gab Büffet, und wir entschieden uns noch für Rührei mit Speck. Vor dem Frühstücksraum konnte man draußen sitzen. Dort befand sich auch der kleine Pool. Wir zahlten 230 N$ für 2x Frühstück, und kurz vor 9.30 Uhr machten wir uns auf die Weiterfahrt.

Wir fuhren zurück zur B1, und dann weiter Richtung Süden bis nach Keetmanshoop. Diese Strecke war ziemlich eintönig.
Etwa 20 km vor Keetmanshoop fuhren wir rechterhand am Garaspark Köcherbaumwald vorbei. In Keetmanshoop tankten wir noch, was entgegen manch anderer Erfahrungsberichte völlig problemlos war, die befürchteten Belästigungen durch Verkäufer etc. blieb aus. Aber vielleicht ist dort sonntags auch weniger los als sonst.
Nun ging es auf Pad, d.h. ungeteerte Straße, zu den Köcherbaumwäldern, noch 40 km bis zu unserem Ziel. Kurz vor dem Abzweig auf die C17 tauchte links das Quivertree Forest Camp auf (mit dem offiziellen Nationalmonument). Bald darauf fuhren wir am Giants Playground vorbei (der zum Quivertree Forest Camp gehört). Und kurz vor 14 Uhr erreichten wir das Mesosaurus Fossil Bushcamp, die letzten 3 km auf schlechterer Wegstrecke. Hier soll man meist ganz alleine sein, aber als wir ankamen, stand dort schon ein Discoverer X. Es stellte sich heraus, dass Ulrike und Jürgen ihn auch bei Asco gemietet hatten. Ulrike, selbst auch im Namibiaforum, war die Freundin von meiner Forumsbekanntschaft Heidi, die mir noch sehr viele Tipps zu Namibia gegeben hatte. Eigentlich hätten wir uns nicht treffen sollen, doch sie hatten ein Problem mit dem Schloss ihrer Campertür, so dass sie einen Tag auf die Ersatzteile warten mussten (denn dummerweise war Sonntag). Später kamen dann noch zwei deutsche Camper (Auswanderer). Wir unterhielten uns noch ein wenig mit Ulrike und Jürgen, nutzten die Buschdusche und machten uns gegen 15.30 Uhr auf eine kleine Erkundungstour durch den Köcherbaumwald rund ums Camp.
Um 17.15 Uhr ging es dann noch mal los, um Bilder vom Sonnenuntergang zu schießen. Eine halbe Stunde später war die Sonne hinter den Hügeln verschwunden.
Inzwischen waren die kleinen Webervögel in ihr großes Nest zurückgekehrt, das sich direkt über unserem Stellplatz befand.
Nun setzten wir uns mit Ulrike und Jürgen zum Grillen zusammen. Wir hatten eine Boerewors und eingeschweißte, marinierte Steaks, dazu einen gemischten Salat. Ulrike und Jürgen grillten auch noch einen großen Butternut-Kürbis, den wir probierten. Es dauerte eine Weile, bis er durch war. Ich fand, dass er Ähnlichkeit mit Süßkartoffeln hatte. Der nächtliche Sternenhimmel war fantastisch.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 321 km
Übernachtung: Quivertree Forest Bushcamp 140 N$ (ca. 14 Euro)
761 Beiträge · seit 201003. Juni 2010 · #11
Hallo, Katja,

tolle Fotos! 🙂 Köcherbäume sind wunderbar!

Lieben Gruß

Doro ( so heiß ich bei Ingrid) 😉
~ Africa is a feeling ~
842 Beiträge · seit 201003. Juni 2010 · #12
Hallo Katja!

Schöner Bericht mit tollen Fotos! Ich bin schon ungeduldig, mehr von Eurer Reise zu lesen 😉

Aber ich habe auch zwei Frage:
Du schreibst "... Quivertree Forest Camp auf (mit dem offiziellen Nationalmonument). Bald darauf fuhren wir am Giants Playground vorbei (der zum Quivertree Forest Camp gehört). Und kurz vor 14 Uhr erreichten wir das Mesosaurus Fossil Bushcamp, die letzten 3 km auf schlechterer Wegstrecke."

Warum habt Ihr Euch gegen das Nationalmonument und Giant's Playground entschieden ? Falls Ihr doch da gewesen seid: Welche Bäume haben Wuch besser gefallen ?
Was heißt "schlechtere Wegstrecke" ? Kann man das trotzdem mit einem normalen PKW fahren ? Oder ist ein höheres KFZ oder 4x4 unerlässlich ?

Beste Grüße
Antje
115 Beiträge · seit 200903. Juni 2010 · #13
Hallo Katja,
ich bin sehr gespannt auf euren Reisebericht nachdem wir durch unsere Zwangspause auf Mesosaurus Camp Site euch kennen gelernt haben. Es war einen wirklich schönen Abend an einem tollen Platz, den wir mit euch verbrachten. Mesosaurus war es Wert einen Tag länger zu verbringen!!!So hatte unser Pech auch eine gute Seite! 🙂

Freue mich drauf wenn´s weiter geht. Bin sehr gespannt!!

LG

Ulrike
Themenstarter387 Beiträge · seit 200903. Juni 2010 · #14
Hi Ulrike,
schön, von euch zu hören! Hat uns auch sehr gefreut, dass wir so einen netten Abend im Mesosaurus Camp hatten!

@ Antje:
Wir haben uns gegen Quivertree Forest entschieden, weil es erstens zeitlich etwas eng geworden wäre, beides zu machen, und zweitens weil es dort wohl touristischer zugeht.
Und im Mesosaurus Camp hat man die Köcherbäume und Felsen direkt zusammen.
Ich denke, schöne Fotostellen findet man in beiden Camps, aber im Quivertree könnte es voller sein?
Soo schlecht war die Wegstrecke ins Bush Camp nicht, aber ob die sich jetzt mit einem normalen PKW halbwegs gut fahren lässt, kann ich schwer einschätzen. Es gab sicher die ein oder andere Fahrt durch einen Trockenfluss.

Gruß
Katja
Themenstarter387 Beiträge · seit 200904. Juni 2010 · #15
Montag, 12.4.2010, Wetter: vormittags sonnig, nachmittags bewölkt, ca. 19 °C, nachts ca. 16 °C
Köcherbaumwald – Wildpferde bei Garub - Lüderitz


Um 5 Uhr klingelte bereits der Wecker, um Sonnenaufgangsbilder von den Köcherbäumen machen zu können. Bewaffnet mit Stirnlampen und dem Stativ über der Schulter liefen wir noch im Dunkeln los. 5.20 Uhr war die beste Zeit, um Fotos zu machen. Der Horizont leuchtete rötlich und langsam wurde es heller. Um 6 Uhr ging die Sonne auf.
Nach dem Frühstück fuhren wir um kurz vor 8 Uhr los. Wir hielten noch an der Rezeption, um zu bezahlen. Giel führte uns dann noch zum zahmen Erdmännchen (Meerkat auf Afrikaans) Kurri. Wir waren begeistert.
Dann machten wir uns auf den Weg nach Lüderitz. Es ging zurück zur B1, dann bei Keetmanshoop auf die B4. Um 11.30 Uhr tankten wir in Aus, wo nicht viel los war. Kurz vor 12 Uhr erreichten wir nach weiteren 20 Kilometern die Beobachtungsstelle am Wasserloch bei den Garub Wild Horses. Es war gerade nur eine Handvoll Pferde dort, aber auch ein paar Oryx-Antilopen.
Entlang der Straße sahen wir auch noch Strauße. Wir hielten noch an der alten Bahnstation Garub, fuhren an Kolmanskop vorbei und erreichten gegen 14 Uhr Lüderitz.
Zunächst steuerten wir den Campingplatz auf Shark Island an und duschten erst mal.
Gegen 15.30 Uhr fuhren wir wieder nach Lüderitz rein, parkten neben dem Spar-Markt, wo wir unser Auto in die Obhut eines Parkwächters gaben, dann wurden wir gleich von einem Nussverkäufer und zwei kleinen Kinder belagert. Es gelang uns schließlich, diese abzuschütteln. In einem MTC-Shop kauften wir nun erstmal eine Handykarte für ca. 5 Euro einschließlich Guthaben (7 N$ für die Karte). In der Post nebenan erstanden wir noch Briefmarken. Dann liefen wir hoch zur Felsenkirche an ein paar schönen bunten Häusern vorbei, und zum Goerke-Haus, anschließend noch zur alten deutschen Turnhalle. Wir holten Geld an einem ATM der Windhoek-Bank (die Postbanksparcard wollte er nicht, aber die DKB Kreditkarte funktionierte) und kauften noch kurz im Spar ein.
Dann beschlossen wir, noch zum Diaz Point zu fahren, 22 Kilometer auf guter ungeteerter Straße durch eine Mondlandschaft. Unterwegs sahen wir ein paar Flamingos. 30 Minuten brauchten wir bis zum Aussichtspunkt mit der vorgelagerten Robbeninsel, es war 17 Uhr. Leider war es gerade bewölkt und kein schönes Licht.
Zurück in Lüderitz fuhren wir zur Waterfront, fanden das Restaurant Ritzi's und bekamen kurz vor 18 Uhr noch einen der vier Parkplätze davor. Kurze Zeit später war alles belegt. Wir bestellten beide frischen, gegrillten Kingclip, dazu je ein Glas Weißwein, alles für 170 N$ (ca. 17 Euro) plus Trinkgeld. Während wir im Restaurant saßen leuchtete der Himmel noch einmal feuerrot auf, als die Wolken von der untergehenden Sonne angestrahlt wurden. Wir fuhren zurück nach Shark Island. Hier waren wir ganz alleine. Es war kaum windig und nicht kalt, aber doch etwas kühl, so dass wir den restlichen Abend gemütlich im Camper verbrachten.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 426 km
Übernachtung: NWR Campsite Shark Island 180 N$ (ca. 18 Euro)
842 Beiträge · seit 201004. Juni 2010 · #16
Weiter so, Katja !!! Tolle Bilder !
LG Antje
Themenstarter387 Beiträge · seit 200904. Juni 2010 · #17
Danke!! 🙂

Katja
Themenstarter387 Beiträge · seit 200905. Juni 2010 · #18
Dienstag, 13.4.2010, Wetter: sonnig, ca. 30 °C
Lüderitz – Kolmanskop – Wildpferde bei Garub – Klein-Aus Vista


Der Tag begrüßte uns wieder sonnig, und das Meer schimmerte blau. Wir frühstückten gemütlich vor dem Camper. Um 8.20 Uhr brachen wir auf. Nach einem kurzen Einkauf bei OK Groceries (Grillkohle und -holz hatten wir noch vergessen), fuhren wir noch mal kurz bei den bunten Häusern in der Bergstraße vorbei, die jetzt besser im Licht lagen:
Dann fuhren wir zur Geisterstadt Kolmanskuppe, die wir eine halbe Stunde vor der ersten Führung (9.30 Uhr) erreichten. Am Eingang bekamen wir die Tickets. Man konnte solange alleine auf dem Gelände rumlaufen, wie man wollte. Die einstündige, optionale Führung war auf Deutsch (alternativ auf Englisch). Am Ende unserer Besichtungstour gönnten wir uns im Café in der alten Messe ein Milchshake.
Um 11.30 Uhr fuhren wir weiter, auf der B4 zurück nach Aus. Die Strecke ist zwar wenig abwechslungsreich, aber wir fanden sie trotzdem interessant. Nach einer Stunde Fahrt waren wir wieder bei den Wildpferden, wo wir uns eine knappe Stunde aufhielten. Diesmal waren mehr Pferde dort, und auch ein paar Oryxe und Strauße.
Wir tankten noch einmal in Aus, bevor wir zur Rezeption von Klein-Aus Vista fuhren, um unsere vorreservierte Campsite zu bezahlen. Wir bekamen die Nr. 6 zugewiesen, von insgesamt 10 Stellplätzen, die bis zum Abend alle belegt waren. Der Campingplatz liegt sehr schön zwischen einigen Hügeln. Wir machten uns erst einmal einen Kaffee und aßen ein paar Kekse.
Um 15.20 Uhr liefen wir los auf dem Sunset-Trail, der direkt neben dem (sehr sauberen) Sanitärhäuschen startet. 1 Stunde 45 Minuten waren für den Rundweg angegeben (immer den weißen Fußabdrücken mit rotem Pfeil folgen). Nach 35 Minuten sanften Bergauflaufens mit ein bisschen Kraxeln am Schluss erreichten wir einen Aussichtspunkt mit tollem Blick über die Ebene. Hier verweilten wir ein wenig und genossen die Aussicht.
Auch ein paar Klippspringer-Antilopen haben wir gesehen. Dann folgten wir dem Rundweg zurück (der hier nicht immer ganz eindeutig war) bis zum Abzweig auf dem Hauptweg. Der restliche Weg dauerte noch mal etwa einen Stunde. Unterwegs kommt man am Abzweig zum Schutztruppentrail vorbei, an einer alten Wasserpumpe, die mit Öl betrieben wird und einem großen Webervogelnest. Nach insgesamt knapp zwei Stunden waren wir wieder am Camp und erlebten einen schönen Sonnenuntergang.
Nach einer heißen Dusche grillten wir uns zwei Spieße (die wir uns beim Spar-Markt in Windhoek hatten einschweißen lassen) und zwei Kräuter-Steaks, sowie ein paar Kartoffeln. Dazu gab es Salat und Savannah Dry Cider bzw. Windhoek Lager.

Zurückgelegte Fahrstrecke: 135 km
Übernachtung: Campsite Klein-Aus Vista 160 N$ (ca. 16 Euro)
842 Beiträge · seit 201006. Juni 2010 · #19
Katja: bitte schnell weiterschreiben ! Ist sooooooooo schön ! 😉
Und ich will auch endlich los ;-))
Liebe Grüße & schönen Sonntag noch!
Antje
171 Beiträge · seit 200606. Juni 2010 · #20
Hallo Katja,

vielen Dank - es macht Riesenspaß deinen Bericht zu lesen!

Grüße Moni