Sonntag, 11.10.2009 - janet wird desillusioniertWir wachen früh auf und packen unsere Koffer. Durch den Autowechsel vorgestern haben wir das Ausräumen ja schon vorgezogen und so ist wenig zu tun, bevor wir heute nachmittag in Windhoek unser Auto abgeben.
Aber erstmal gibts Frühstück, und zwar nicht in der Lapa sondern auf dem wunderschönen riesigen Balkon des alten Herrenhauses. Angerichtet ist es im Speisesaal mit Kamin.


Der Ausblick ist wunderschön, man überblickt das Flussbett.

Auch das Frühstück ist gut, es gibt alles was das Herz begehrt. Herr Vaatz sitzt wieder bei uns und macht Smalltalk. Auch unsere beiden fotografierenden Sympathiebolzen von gestern gesellen sich irgendwann an den Nebentisch, den Blicken und Kommentaren der anderen Gäste an unserem Tisch zufolge sind wir nicht die einzigen die die beiden mehr als merkwürdig finden 😄
Wir albern noch etwas mit den anderen Leuten rum und brechen dann auf. Auf der Farmpad zur B1 sehen wir noch eine Nilgans.

Windhoek ist schnell erreicht und unser Weg führt uns zuerst ins Craftcenter. Hier bummeln wir stundenlang und erstehen wunderschöne bunte handbestickte Tischwäsche und ein paar andere schöne Sachen. In der ersten Etage links hinten beim Schmuck hätte ich noch ein Vermögen lassen können ....
Dann fahren wir zum NICE, in der Hoffnung was Leckeres zum Essen zu bekommen - leider hat es zu. Naja schade. Von aussen sieht es aber toll aus!!
Als Ausklang dieses wunderschönen Urlaubs entscheiden wir uns dorthin zurückzukehren, wo der Urlaub für uns begonnen hat: auf die Terrasse der Heinitzburg.

Auch heute entdecken wir wieder farbenfrohe Echsen.



Windhoek hat sich in den drei Wochen sehr verändert: vor uns liegt ein violetter Tupfenteppich, die Jacarandas blühen um die Wette!

Auch die Berge sind heute schöner zu erkennen, da es nicht so diesig ist.

Die Sachertorte schmeckt feinst, genau wie Heikos Eis. Irgendwie können wir uns gar nicht vorstellen gleich unser Auto abzugeben und morgen früh ins sicherlich nasskalte Deutschland zurückzufliegen, und ich bin traurig, dass diese wunderschönen drei Wochen nun vorbei sein sollen. Viel zu schnell ist die Zeit vergangen und ich würde jetzt gerne gleich nochmal eine Runde drehen.



Wir verabschieden uns vom netten Parkwächter, der sich noch an uns erinnert hat und dem sogar aufgefallen ist dass wir ein neues Auto haben. Unterwegs zu unserem Vermieter mache ich noch ein paar Bilder von Windhoek.




- wieder Echsen vor der Kirche -


Die Autoabgabe selbst entpuppt sich als recht unspektakulär und kurz. Die Chefin selbst ist da und entschuldigt sich nochmals für die Panne mit dem ersten Auto. Nach wenigen Minuten ist auch schon unser Taxi da, das uns zu unserer letzten Unterkunft dieser Reise fährt: der Airportfarm.
Direkt nach dem Flughafen geht links die Farmpad ab und wir werden sehr herzlich von Rotraud, Irmchen und Max Trümper begrüsst. Die drei haben uns schon erwartet. Uwe ist geschäftlich in Windhoek. Wir setzen uns zusammen, trinken Kaffee, Bier und mampfen Kuchen und erzählen von unserer Reise, es kommt mir vor als wären wir bei Freunden und würden uns schon ewig kennen. Dann zeigen Max und Rotraud uns das Farmgelände und den riesigen Autounterstand mit all den Schätzen, die hier untergestellt sind. Ach, jetzt hier ein Auto aussuchen und morgen wieder los, das wär was!
So ein eigenes Auto hat natürlich schon was. Man könnte es hier unterstellen und wüsste was man hat und würde Gepäck sparen, da man ja was drinnen lassen kann. Ausserdem könnte man bei günstigen Flügen direkt zuschlagen, sofern man Urlaub bekommt ..... *grml*
Ich erzähle Max dass ich ja schon immer einen Defender wollte, mein jahrelanger Traum. Max lacht mich aus und meint wenn ich mal in einem gesessen hätte würde ich diesem Traum nicht so nachhängen - kurzerhand setzt er mich auf den Fahrersitz in einen, der in der anderen Halle steht, knallt die Türe zu und amüsiert sich über mein erschrockenes Gesicht. Dann meint er grinsend: "und nun kurbel mal das Fenster runter!"
Mein linker Arm klemmt schon an der Türe und mit meinen Knien stosse ich gegen das Lenkrad. Ich versuche mich zu verrenken und schaffe es halbwegs, unter dem Gelächter der Aussenstehenden das Fenster runterzukurbeln. Toll! *g* .... Goodbye Defendertraum und herzlichen Dank Max fürs Desillusionieren! ..... 😄
Gefrustet quäle ich mich wieder raus. Max meint nur "und nun komm mal mit" und zeigt auf den Landcruiser, der wenige Meter weiter steht. Auch schick!
Ich nehme innen Platz und freue mich über das nette Platzangebot und die bequemen Sitze 😄
Ich beschliesse dass der besser zu meiner Körpergrösse passt und möchte jetzt also einen Landcruiser! 😛 Heiko verdreht dezent die Augen *g*
Nach einer Führung durch Haus und über den Hof machen wir uns kurz fürs Abendessen frisch und packen die letzten Sachen in die Koffer.
Irmchen erfüllt mir unbewusst noch einen Wunsch: ich komme doch noch an mein Oryx Stroganoff! 😄
Lecker lecker lecker .... als Nachtisch gibts dann noch Guavencreme. Wir sind in dieser Nacht die einzigen Gäste und unterhalten uns noch lange an diesem Abend. Irgendwann müssen wir aber dann doch ins Bett, denn morgen um 7 Uhr gehts ab zum Flughafen .....
Montag, 12.10.2009 - wenn Katzen sich freuen!Nach einem leckeren Frühstück mit selbstgemachtem fantastischem Kudu-Rauchfleisch (kann mir da mal evtl. wer der mal dort ist was mitbringen?) fährt uns Max zum Flughafen. Unterwegs sehen wir noch ein paar Kuhantilopen. Am Airport treffen wir noch Uwe und quatschen noch ein bisschen, bis wir in die Boardingarea gehen.
Im DutyFree verbraten wir unsere letzten Dollar für eine Flasche Amarula und etwas Biltong. Dann dürfen wir auch schon an Board. Ich bin ziemlich traurig, freue mich aber auch schon auf meine Raubkatzen zuhause 🙂
Der Flug verläuft ereignislos und wir landen abends in MUC. Es regnet und hat 7 Grad ... ich will gar nicht raus! *g*
In der SBahn kriege ich meinen ersten Anfall von Zivilisationskoller .... und kriege kaum Luft. Die UBahn gibt mir dann den Rest, ich will nur noch raus. Tausende Menschen, es stinkt, es ist laut, es ist GRAUSAM.
Bei meiner Schwester die nächste Überraschung: sie ist nicht da, in der Kinderkrippe ihrer Tochter grassiert die Oink-Grippe und so ist sie mit ihr zu meinen Eltern nach Franken geflüchet. Zum Glück hat die Nachbarin den Wohnungsschlüssel, und so kippen den Inhalt unseres Koffers und der Reisetasche einfach in den Kofferraum meines kleinen Audis, weil da ja wieder kein Koffer und nix reinpasst. Ich nehme mir ein Reisebier mit und Heiko fährt uns auf ungewohnt rechter Strassenseite heil nach Hause.
Es ist 23 Uhr als wir daheim ankommen, und dann geschieht das grosse Wunder: kein einziger meiner Microtiger ist beleidigt! Normalerweise dauert es nach Urlauben 1-2 Wochen, bis sie sich wieder einkriegen und mich beachten, aber diesmal ist alles anders. Sie sind einfach nur glücklich uns wieder zu haben ... und so steht mir noch eine schlaflose Nacht bevor, eine Nacht in der ich von zwei glücklichen, schmusigen Katzen belagert werde. Nur meine Kunni .... die spielt mal wieder die ganz coole 😉
- ENDE -
Kurzes Resumee .... das war einer der schönsten Urlaube die ich je gemacht habe und mein erster grosser Urlaub mit Heiko.
Folgende Erkenntnisse haben wir dabei gewonnen:
- das Land ist ein absoluter Traum, die Menschen sehr nett und das Reisen auf eigene Faust supereinfach und angenehm
- wir haben uns super verstanden, auch in manchmal stressigeren Situationen und viel gemeinsam gelacht
- wenn man sucht, findet man meist, ausser es ist Bautzener Senf
- wir mögen das Campen sehr, allerdings nicht auf engen, vollen Campingplätzen ... wir lieben aber auch schöne, kleine Lodges
- das Essen unten ist ein Traum^^.
- und last but not least:
WIR KOMMEN WIEDER! *g*
.... und ein liebes DANKE an alle die diesen Urlaubsbericht verfolgt haben. Ich hoffe er war trotz vieler Bilder und ausführlicher Beschreibungen nicht zu langatmig und hat euch ein bisschen Spass gemacht. 🙂