Hi Cheetah13,
schade schade dass man uns dort erkennt, aber nicht anspricht 🙁 hatten eigentlich mehr von den Aufklebern erhofft.... naja erzwingen kann man ja nichts.
Weiter gehts ^^
(Vorwarnung: heute gibt’s sehr viele Bilder!)
Dienstag, 29.09.2009 - Operation Desert Storm!Die Nacht war der Wahnsinn. Nicht nur das Zelt hat die ganze Nacht gewackelt (und zwar nicht wegen uns!!! 😛 ), sondern auch das Auto, so stark war der Wind.
Der Wecker piepst unbarmherzig um 5 Uhr, es ist stockfinstere Nacht und wir quälen uns raus. Aber wir befinden uns schliesslich im Urlaub und nicht auf einer Erholungsreise und schon gar nicht im Wunschkonzert^^
Die Katzenwäsche besteht aus einem schnellen Zähneputzen, auf Frühstück und ähnliche Spirenzchen verzichten wir heute. Zügig bauen wir das Zelt zusammen und packen, wir sind nicht die einzigen die wach sind, ringsum blitzen immer wieder Lichter von Taschenlampen auf.
Unsere Hektik wird mit der Pole Position der heutigen Rallye Sesriem - Sossusvlei belohnt! Wir stehen um 5:45 am Start, der nette Mann der das Tor öffnet ist auch schon da und notiert in einer Seelenruhe unsere Autonummer und sichtet das Permit. Um 5:49 öffnet er das Tor! Los geht´s .... werden wir unsere Führungsposition verteidigen können? Wir brettern durch die Nacht, und haben erstmal keine Verfolger, der Mann am Tor hat die Ruhe weg, vielleicht schläft er aber einfach auch noch halb 😄
In der Morgendämmerung tauchen die ersten Dünen links und rechts der Strasse auf, noch wirken sie sehr dunkel. Irgendwann sehen wir im Rückspiegel Lichter, wir sind nicht mehr alleine im Park. Vor uns erhebt sich Düne 45 im Morgengrauen, ein Auto ist schon da, sicherlich Gäste der Lodge die im Park liegt. Die Insassen sind schon auf dem Weg nach oben, immer am akkuraten Dünenkamm entlang. Wir fahren weiter, es wird heller, und Oryxe werden durch unser Auto aufgeschreckt. Der 2x4 Parkplatz liegt verlassen da, und wir wühlen uns immer weiter durch den Tiefsand. Auf den letzten Metern werden wir noch überholt, da macht sich dann doch die fehlende Offroaderfahrung bemerkbar, aber wir bleiben zumindest nicht stecken^^
Die Silbermedaille für uns, JUHUUU *g* .... irgendwie fehlt der Champagner mit dem man rumspritzen kann, egal, wir haben eh keine Zeit ^^

Am Parkplatz zum Deadvlei stellen wir unser Auto ab und schnappen uns die Kamera. Just in Time, die Sonne leckt gerade über die ersten Dünenkämme. Es ist angenehm kühl, und so machen wir uns auf den Weg ins Deadvlei, unserem Ziel.
Wir stapfen durch den kühlen Sand, "Deadvlei follow markers", Markers erkennen wir zwar erst nicht, aber wir folgen einfach den vielen Fussabdrücken im Sand, die der Wind noch nicht weggefegt hat die letzten Tage. Der Himmel färbt sich rosarot, und die Dünen glühen in der aufgehenden Sonne.




Die weissgrauen Salzkrusten am Boden bilden einen eindruckvollen Kontrast zum roten Sand,und der Wind hat interessante Reliefs in die Dünenwände gemeisselt.




Die Dünen selber sind wunderschön im Licht der aufgehenden Sonne. Die Kontraste sind phänomenal.





Noch eine kleine Düne, und dann liegt das Deadvlei verlassen vor uns. Noch liegt alles im Schatten, die Sonne färbt erst die gegenüberliegende Dünenspitze rot. Die toten Baumstümpfe stehen düster vor den dunklen Dünenwänden.

Wir setzen uns hin, geniessen diese magische Atmosphäre dieses Ortes und die Stille, die wir ganz für uns alleine haben.
Dann kommt die Sonne über den Dünenkamm hinter uns und bringt den vom Wind aufgewirbelten Sand zum Brennen.






Tiefer und tiefer fällt das Grau der gegenüberliegenden Dünenwand, wird verdrängt von einem leuchtenden Goldrot. Scharf zeichnen sich die Schatten der akkuraten Dünenkämme ab. Die toten Bäume stehen jetzt tiefschwarz im Schatten vor der glühendroten Düne auf der weissen Salzfläche. Der absolute Wahnsinn, ich knipse und knipse und knipse, die Farben und die ganze Atmosphäre könnten surrealer nicht sein .....


















Irgendwann nach ungefähr einer Stunde kommen die ersten beiden anderen Besucher ins Deadvlei, huch, andere Menschen, wir sind also doch noch auf diesem Planeten! *g*

Zeit für uns wieder aufzubrechen, zumal der Wind plötzlich stark zugenommen hat. Wir stapfen zurück zum Parkplatz, jetzt kommen uns sehr viele Menschen entgegen. Was hatten wir für ein Glück, diese Atmosphäre alleine geniessen zu dürfen ...!









Bis wir am Auto sind, hat sich der starke Wind zu einem ausgewachsenen Sandsturm gemausert. Die Dünen sieht man praktisch gar nicht mehr, obwohl wir mitten drin stehen. Das intensive Blau des Himmels ist einem Rosa gewichen, der aufgewirbelte Sand färbt die Luft.


Wir flüchten ins Auto. Es wackelt und vibriert wie verrückt 🤩
Nach einer dreiviertel Stunde ist der gröbste Spuk vorbei, man kann wieder Dünen sehen. Oryxe stehen unter Bäumen, suchen Schutz vor Sand und Sonne.




Wir fahren weiter ins Sossusvlei, hier ist einiges los, auch einige Reisegruppen sind da. Viele Leute sind auf den Dünen unterwegs oder rasten unter Bäumen.

Wir fahren etwas abseits und suchen uns den letzten Rastplatz unter einen grossen Akazie aus, denn der Magen grummelt, er vermisst sein Frühstück. Hier ist nix los, man sieht keine anderen Menschen, dafür steht unter dem Baum ein Oryx wie bestellt und nicht abgeholt. Er hat wohl ein Leckerli gefunden und lässt sich auch durch uns nicht aus der Ruhe bringen.


So, Kühlschrank auf, Milch raus, und erstmal Kaffee und Kakao gekocht! Wir braten uns Spiegeleier und Baked Beans, es ist jetzt heiss geworden, die Sonne steht hoch und so nehmen wir unter dem Baum Platz und leisten dem Oryxbock Gesellschaft.
Die grandiose Kulisse der umliegenden roten hohen Dünen macht unser verspätetes Frühstück zu einem wahren Festessen. Die Stimmung ist hier wieder ganz anders als im Deadvlei, aber auch wunderschön und einzigartig.


(jaaaaaa ich weiss, ich bin ungeschminkt, ungekämmt, zauselig, sonnenbrandig aber sooooo glücklich *g*)


Es wird immer heisser und heisser, der Wind ist jetzt auch ganz weg. Wir grübeln, sollen wir auf die Düne rauf oder nicht? Sie lacht uns schon irgendwie an ..... Je länger wir warten desto wärmer wirds...... also aufgerafft, schnell Geschirr abgebraust (die Spatzen findens toll und versammeln sich gleich alle beim Wasser), Auto abgeschlossen und auf gehts!

Der Sand ist glühend heiss, wir quälen uns Schritt für Schritt voran. Die Füsse werden mit jedem Schritt ein paar Hundert Gramm Sand schwerer und die Kameras um den Hals auch. Es lohnt sich aber, unsere Strapazen werden mit einem fantastischen Blick ins Sossusvlei belohnt. Um uns herum erheben sich die Dünen. Ist das heiss! Unser Auto sieht aus wie eine winzige Fata Morgana. Die kühlen Getränke im Kühlschrank machen sich gerade sicher über uns lustig^^


Runter gehts dann viel schneller, leider funktioniert das Rutschen aber nicht so toll wie geplant, ich schlage eine breite Schneise in den heissen Sand^^
Sand Sand Sand überall, in den Haaren, in der Hose und die Schuhe sind gefühlte 5kg schwerer, wir fühlen uns schon selber wie Sand!^^


Am Auto angekommen plündern wir erstmal den Kühlschrank und drehen die Klimaanlage auf. Im Sossusvlei ist es jetzt sehr voll, viel zu voll für unseren Geschmack. Ich will jetzt sofort mit dem Kopf unter kühles Wasser, und so ist der Pool das nächste Ziel, da alle Leute jetzt im Park sind ist er sicher leer.
Meine Wünsche werden erfüllt, wir ergattern sogar eine der wenigen Liegen im Schatten. Wir tauchen unter, kühlen uns ab nach diesem langen, heissen Tag, spülen den vielen Sand ab. Dann dösen wir auf den Liegen ein und holen etwas Schlaf nach.
Am späten Nachmittag machen wir uns wieder auf die Socken in den Park. Düne 45 ist unser Ziel für den Sonnenuntergang, unterwegs sehen wir Springböcke und schöne Dünen im Abendlicht.




Die Dünen glühen wieder knallrot, man kann diese Farben eigentlich nicht beschreiben.




In der Dunkelheit fahren wir zurück. Wir sehen noch eine Hyäne und Schakale, leider reicht das Licht nicht mehr zum Fotografieren. Wir sind vollkommen erschöpft und überwältigt von den heutigen Eindrücken. Wir grillen unser letztes Steak und sinken platt in die Federn. Gute Nacht !!! Morgen geht’s wieder ans Meer ....