TinochikaThemenstarter1'651 Beiträge · seit 201412. März 2024 · #81
Immer noch 16.11.23
Mating Lions“ und ein Sandsturm
Nach dem Essen setzt sich nicht die obligatorische Müdigkeit durch, nein im Gegenteil, wir sind voller Tatendrang. Die drei Tage zuvor in Gharagab haben wohl "Fotografierentzugserscheinungen" bei uns ausgelöst. Von unserer Terrasse von Chalet 11 haben wir den gewünschten direkten Blick auf das Nossob Wasserloch. Jetzt, am frühen Nachmittag, bewegt sich dort allerdings nichts. Also genau die richtige Zeit, um unser Auto mal wieder zu füttern. Wir spülen kurz das Geschirr und hängen alle leeren Akkus ans Stromnetz, dann vergessen wir das heute Abend nicht. Um 22:00 Uhr geht in Nossob das Licht aus. Alle elektronischen Geräte schalten sich ab.
Bei einer späten Ankunft in Nossob ist es daher jedem (Camper ausgenommen 🙂 ) zu empfehlen, sofort sein Gefriergut und alle verderblichen Waren in den Kühlschrank zu packen. Diesen dann auf die höchste Kältestufe zu stellen, damit nachts von 10:00 Uhr bis morgens 05:00 Uhr nicht alles auftaut. Um Punkt fünf Uhr wird der Strom wieder eingeschaltet.
Von der Tankstelle fahren wir gleich weiter. Wieder verlassen wir das Camp nordwärts. Wir hoffen, dass sich die Löwen noch bei Kwang aufhalten. Die Zeitplanung passt genau, das Licht wird immer besser. Unterwegs haben wir keine nennenswerten Sichtungen. Nach 23 Kilometern kommen wir an die Wasserstelle von Kwang.
Unsere Erwartungen erfüllen sich. Anscheinend macht Liebe in der Mittagshitze durstig. Die Löwinnen von heute Morgen sind verschwunden, dafür genießen jetzt der schöne Mähnenlöwe und seine Braut in einträchtiger Zweisamkeit das lauschige Plätzchen am Wasserloch.
Wir freuen uns über diese wunderbare Sichtung und beobachten das Löwenpaar eine längere Zeit.
Ganz so harmonisch verläuft der Löwen-Nachmittag zwischen den beiden dann doch nicht. Wie es bei Löwen üblich ist, fauchen die Weibchen die Männchen nach der Paarung an und verteilen dabei auch ordentlich Hiebe. So mancher Löwenmann trägt diese Blessuren ein Leben lang.
Vielleicht sehen Konni und Silke (Daxiang) im KTP gerade das Ergebnis dieses Liebesspiels. Der Nachwuchs müsste jetzt auf der Welt sein. Löwenbabys im KTP sind ein Sichtungs - Highligt. leider hatten wir auf dieser Reise nicht das Glück.
Da es gegen 18:00 Uhr immer dunkler wird, brechen wir auf und fahren zurück. Wir haben Glück und kommen nicht in den starken Sandsturm, der kurze Zeit später heftig losbricht.
Am nächsten Tag sprechen wir mit Dirk und Daniela, die wir zufällig bei Kwang getroffen hatten. Die beiden Kölner kennen wir seit unserem Aufenthalt 2021. Ein Zwangsstopp war für sie notwendig, denn die Sicht war gleich null und losfahren konnte so niemand. Mit den beiden halten wir immer ein Schwätzchen und tauschen uns über die Erlebnisse im Park aus. Meistens gibt es viel zu erzählen und alles sprudelt im Gespräch nur so heraus. Jedenfalls erzählten sie, dass sie gerade noch rechtzeitig zu Torschluss gestern zurückgekommen waren.
Auch heute bleibt die Küche kalt. Das Grillen verschieben wir, schließlich haben wir ab morgen in Urikaruus sechs Aufenthaltstage am Stück, also genug Zeit für die Zubereitung eines leckeren Abendessens.
Zum Abschluss des wunderbaren und ausgefüllten Tags setzen wir uns auf die Terrasse und genießen ein kühles Tafel. Das Wasserloch haben wir von hier gut im Blick. Plötzlich erscheint wie aus dem Nichts eine Braune Hyäne. Sie läuft direkt am Zaun unserer Terrasse entlang. So nah sind wir einer Braunen noch nie gewesen. Es ist sehr beeindruckend wie groß und mächtig diese Tiere sind.
Schade, dass sie meist nur nachts zu sehen sind. Gerne hätten wir bei gutem Licht am Tag Fotos von ihr gemacht. Aber so müssen wir uns mit den Nachtaufnahmen begnügen.
Gefahrene Kilometer: 170
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Champagner8'701 Beiträge · seit 201012. März 2024 · #82
So, meine Lieben, ich hänge bei Reiseberichten gerade etwas hinterher, zumindest was das Kommentieren betrifft. Heißt aber nicht, dass ich nicht lese und kucke. Bin nur bisschen schreibfaul 🙄 . Jetzt hab ich aber gerade meine aktiven 5 Minuten 🤪 !
Euer Barkin Gecko von zwei oder drei Seiten vorher geht mir nicht aus dem Kopf, und ich vermute immer noch, dass Ihr den mit eurem braunen Gesöff bestochen habt 🤩 ! Wieso sonst sollte er so lange aus dem Loch gekuckt haben für euch? Ich sehe uns (Matte, die Muckels und mich) immer noch des abends auf den Giribes Plains bei Signal Hill vor mir, wie wir da chancenlos auf das kleinste Fizzelchen Gecko im Gras herumgeirrt sind 😕 . Jetzt weiß ich wenigstens, wie sie aussehen - danke! Auch wenn mein Neid grenzenlos ist 🤢 .
Und dann schiebt Ihr noch schnell einen Fleckenuhu nach 🤩 . Ich gestehe, dass ich nach unserer letzten Tour etwas auf Greif-Entzug bin (ich weiß, selber schuld, warum fahr ich nicht in den KTP!?) und daher habe ich die auf der nächsten Seite folgende Bilderflut von den Gauklern sehr genossen - auch dafür danke 😘 !
Euer Barkin Gecko von zwei oder drei Seiten vorher geht mir nicht aus dem Kopf, und ich vermute immer noch, dass Ihr den mit eurem braunen Gesöff bestochen habt 🤩 ! Wieso sonst sollte er so lange aus dem Loch gekuckt haben für euch?
Guten Morgen, liebe Bele, das also ist des Rätsels Lösung! Du bist genial! Hartwig und Ingrid haben das klebrige Zeug einfach in die Löcher gekippt und die Geckos mit Alkohol gefügig gemacht! 😄 Liebe Grüße, auch an die Tinochikas Friederike
Kornado323 Beiträge · seit 202012. März 2024 · #84
schade, dass wir uns nicht erkannt haben. Dein Foto ist ja fast aus der gleichen Perspektive entstanden. Da müssen wir ja ganz nah zusammen gestanden haben. Ein Treffen mit anderen Fomis im KTP hätte uns sehr gefreut. Auf jeden Fall sind wir jetzt auf deinen Reisebericht sehr gespannt. Wann startest du damit?
Liebe Tinochicas, ja, das war schade. Ich hoffe wir haben Euch nicht blockiert. Ich werde mit dem Bericht in ca. 2 Wochen beginnen können. Anbei noch ein Foto von unserem Wagen in Nossob. Liebe Grüße Peter
TinochikaThemenstarter1'651 Beiträge · seit 201424. März 2024 · #86
Champagner schrieb:
Ich gestehe, dass ich nach unserer letzten Tour etwas auf Greif-Entzug bin (ich weiß, selber schuld, warum fahr ich nicht in den KTP!?) und daher habe ich die auf der nächsten Seite folgende Bilderflut von den Gauklern sehr genossen - auch dafür danke
Hallo Bele,
danke für dein Fotolob. Wir möchten nicht in deiner Haut stecken. In unserem Reisebericht kommen noch einige Highlights. Durch die hoffentlich vielen zu erwartenden Reiseberichte aus dem KTP anderer Fomis wird sich deine Sehnsucht nach diesem schönen Reiseziel noch steigern.
CuF schrieb:
Guten Morgen, liebe Bele, das also ist des Rätsels Lösung! Du bist genial! Hartwig und Ingrid haben das klebrige Zeug einfach in die Löcher gekippt und die Geckos mit Alkohol gefügig gemacht!
Hallo Friedericke,
du hattest dir doch auch diese klebrige Brühe gekauft und die Chance auf gute Sichtungen.
Anscheinend hast du sie getrunken 😄 Jetzt ist es raus. Wir tun doch nur so, als ob wir dieses Zeug trinken. In Wahrheit locken wir damit alle Tiere und Vögel an, dann bleiben sie für uns in guten Positionen auf dem Boden oder im Baum kleben und wir haben genügend Zeit, sie zu beobachten.
Kornado schrieb:
ja, das war schade. Ich hoffe wir haben Euch nicht blockiert
Hallo Peter,
wir hatten nicht das Gefühl, dass jemand uns in der Sicht blockiert hätte. Das ist das schöne am Park, wer zuerst an einer Sichtung ankommt kann sich seine Position aussuchen und dort solange stehen wie er will.
Liebe Grüße Ingrid und Hartwig
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TinochikaThemenstarter1'651 Beiträge · seit 201425. März 2024 · #87
17.11.23
Nossob - Urikaruus
Löwen en Masse - und dazu ein paar Eulen
Wir stehen im Schein unserer Taschenlampen auf. Duschen und packen die Koffer. Während Hartwig für das Grobe zuständig ist und unsere Koffer und alles Schwere schon einmal im Auto verstaut, räumt Ingrid den Inhalt des Kühlschrankes in die Kühltaschen. Darauf legen wir Eiswürfel aus dem Shop, damit die Vorräte für einen langen Fahrtag nicht ganz auftauen und verderben. An der Rezeption zur Abholung des Laufzettels haben wir es auf Platz drei geschafft. Es gibt halt immer wieder Leute, die schneller sind als wir. Am Tor sieht Ingrid eine platt gefahrene und schon eingetrocknete kleine Puffotter liegen. Sie hat wahrscheinlich gestern Abend die Rückkehr der letzten Heimkehrer nicht überlebt. Wir denken, die junge Schlange war beim Öffnen des Tores sicher noch am Leben.. Der oder diejenige, die das Tor öffneten und schlossen hatten jedenfalls mehr Glück dabei als die auf der Einfahrt liegende Schlange. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass es nicht die Letzte dieser gefährlichen Art für heute sein sollte. Leider haben wir von der platten Mini-Puffy kein Foto gemacht.
Uns folgt auf der Straße nach Norden nur noch ein weiteres Fahrzeug. Heute ist ein wundervoller Sonnenaufgang. Wir stoppen kurz und machen ein Foto von diesem magischen Moment.
In Cubitje Quap liegt ein einzelner Mähnenlöwe auf der Anhöhe und beobachtet das Nossob Tal.
Wir haben zwar die zwei vor uns fahrenden Autos mittlerweile eingeholt, weil sie auch beim Löwen stoppen, fahren dann aber erneut als Dritte wieder weiter. Hier wäre es einfach gewesen, die erste Position auf der Strecke einzunehmen, aber der Löwe im frühen Morgenlicht bildete ein zu schönes Motiv, um achtlos an ihm vorbeizufahren.
Zehn Minuten später kurz vor Kwang liegt der nächste, vielleicht noch schönere Mähnenlöwe direkt auf der Pad. Es ist der liebestolle Löwenmann von gestern Abend.
Mit geöffnetem Fenster nähern wir uns langsam um ihn fotografieren zu können.
Der Löwe beobachtet uns friedlich. Plötzlich springt er mit gefletschten Zähnen auf und bewegt seinen Kopf in unsere Richtung. Wir ergreifen die Flucht und fahren rasch ein Stück weiter. Für diesen kurzen Moment schlagen unsere Herzen einen Takt schneller. Wir unterhalten uns über diese prekäre Situation mit den anderen vor uns gefahrenen Leuten. Sie erzählen uns, dass dieser Löwe schon seit Tagen etwas aggressiv sei und schon öfter solche Drohgebärden gezeigt hätte. Wir wollen ihn auf jeden Fall nicht mehr weiter reizen und halten einen gebührenden Abstand zu ihm ein. Ein anderes Ehepaar lässt sich aber davon nicht abschrecken. Die Fahrerin fährt direkt vor den Löwen und wartet mit geschlossener Autoscheibe, was passiert. Der Löwe macht ein paar Scheinangriffe, bis er schließlich mit seiner Tatze gegen die Fahrertür schlägt. Das Verhalten dieser Leute können wir nun überhaupt nicht verstehen und auch nicht tolerieren. Hätten wir vorher von der Gereiztheit des Löwen etwas gewusst, wären wir sicher einfach erst einmal ein Stück an ihm vorbeigefahren. Die uns folgenden Personen hatten aber zuvor beobachtet wie das Tier auf uns reagiert hatte. Jede weitere Provokation ist wirklich fehl am Platz und könnte letztendlich dem Tier das Leben kosten, wenn es zu einem ernsteren Vorfall kommen würde. Er würde sicher zum Problemtier eingestuft. Der Löwe fühlt sich einfach nur gestört und die Autos auf der Straße erzeugen bei ihm Stress. Glücklicherweise hat er nun die Strasse verlassen und die Autos interessieren ihn nicht mehr.
Eigentlich kein Wunder, denn zwischen ihm und seiner Angebeteten liegen nur ein paar Meter Sandstraße. Wir und alle Anwesenden stören jetzt extrem.
Zu dieser Einsicht kommen wir schnell und uns wird das hier jetzt alles zu bunt. Wir fahren weiter und treffen auf ein zweites Löwenweibchen. Sie läuft ein Stück an der Straße entlang. Dabei können wir ein paar schöne Fotos von ihr machen.
Die anderen Fahrzeuge bleiben zurück und wir fahren nun als erste in Richtung Bedinkt. Dort am Wasserloch erwartet uns die nächste Überraschung. Ein noch sehr junger Löwe mit seiner schon beträchtlichen Familie liegt im Schatten eines Baumes.
Ganz alleine und völlig ungestört genießen wir diese Sichtung. Die Löwen sind glücklicherweise noch nicht im „Schlafmodus“. Einer nach dem anderen marschiert zum Wasserloch.
Alles ist völlig entspannt und wir genießen es für eine lange Zeit die Tiere beobachten zu können.
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TinochikaThemenstarter1'651 Beiträge · seit 201425. März 2024 · #88
Nach einer Weile steht eine Löwin auf und geht eine kleine Anhöhe hinauf. Nach und nach folgen ihr auch die anderen. Wir drehen, glücklicherweise befindet sich die Straße genau in der Richtung, wohin die Löwen laufen. Bevor sie oben ankommen, sind wir schon da und können Fotos von den uns entgegenkommenden Löwen machen.
Eine junge Löwin bleibt noch etwas zurück und geht erneut zum Wasserloch. Wir vermuten, dass das Jungtier schon der Nachwuchs vom zukünftigen „König des Nossobtals“ ist. Derweil geht auch der stolze junge Mähnenlöwe in unserer Richtung die Anhöhe hinauf.
Wir sind überrascht und zugleich begeistert von seinem Verhalten. Als er oben ankommt, begrüßt er der Reihe nach alle drei Löwinnen, die sich hier hingelegt haben. Die Tiere schmusen miteinander. Keine der Löwinnen wird bevorzugt. Er behandelt alle drei gleich.
So ein aus menschlicher Sicht gesehenes liebevolles Verhalten haben wir bei männlichen Löwen noch nie zuvor gesehen. Es wird schon einen guten Grund haben, warum er schon so jung mit Frauen gesegnet ist. Jetzt gesellt sich auch der kleine Löwe zur Gruppe.
Von hier aus läßt sich das Wasserloch gut beobachten.
Jetzt wagen sich auch die ersten Gnus und Gemsböcke ans Wasser.
Wir können uns kaum von der Löwengruppe trennen. So entspannt und doch so nah kann man nicht oft die schönen Katzen fotografieren.
Nach diesem tollen Erlebnis wird es langsam Zeit, zurück nach Nossob zu fahren. In Kwang liegt jetzt der Mähnenlöwe mit seiner Löwin im Schatten eines Baumes.
Hier hat er wohl etwas mehr Ruhe und diese gönnen wir ihm auch. Bei einem kurzen Stopp sehen wir einen Mahaliweber wie er geschickt Insekten und Raupen aus einer Baumrinde zieht.
Ein stattlicher Kudubulle überquert die Straße. Ihm folgen einige weibliche Tiere.
Zum Abschluss des erlebnisreichen Vormittags treffen wir bei Cubitje Quap noch einmal auf Kudus.
Sie sind die Stärkeren am Wasserloch und behaupten ihren Platz, während eine kleine Herde Gnus sich gedulden muss. Immer wieder wagt sich ein starkes Gnu näher, wird aber sofort von den Kudus wieder verdrängt.
Wir beobachten das Treiben am Wasserloch noch eine Weile und fahren dann weiter.
Um 11:50 Uhr sind wir wieder in Nossob. Eigentlich wollten wir schon viel früher hier sein, um das Camp in südlicher Richtung wieder zu verlassen. Aber der Vormittag war einfach zu kurzweilig und von Löwen können wir nie genug bekommen. In der Nähe der Tankstelle beobachtet Ingrid eine Frau. Sie läuft unter einem Baum herum und schaut immer wieder nach oben. Neugierig geworden halten wir an und fragen, was es dort zu beobachten gibt. Die freundliche Südafrikanerin deutet auf eine Eule. Für uns heißt das, Auto noch einmal kurz parken und auf Eulenjagd gehen. Leider dreht die schöne Weißgesicht-Ohreule den Kopf in die falsche Richtung und so sind ihre typischen orangefarbenen Augen nicht zu sehen.
Die nette Südafrikanerin erzählt uns, dass auf einem anderen Baum ein Fleckenuhu Nest wäre. Der Vogel hätte ein Jungtier. Wir sollen ihr folgen und sie will uns den Uhu zeigen. Auf dem Weg dorthin, sehen wir noch einen Rotschulterglanzstar, der beim Material sammeln für ein weiches Vogelnest ist.
Jetzt haben wir großes Glück. Die Eule beobachtet ihre Umgebung trotz Tageslicht ganz genau.
Wahrscheinlich ist sie zum Schutz ihres Nachwuchses ständig in Alarmbereitschaft. So gelingen uns ein paar tolle Bilder von den beiden Vögeln.
Schweren Herzens müssen wir uns von den Motiven trennen. Es liegt noch eine weite Strecke bis Urikaruus vor uns und die Kühltaschen sind auch schon seit fünf Uhr im Canopy.
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franzicke2'085 Beiträge · seit 201225. März 2024 · #90
Hallo ihr zwei beiden, wie schön, dass es hier weitergeht ... und das Löwenherz hüpft ja bereits am Morgen. Inzwischen waren wir ja auf euren Spuren unterwegs, hatten eine sehr schöne Zeit im KTP und sind wieder zurück in Kapstadt. In Gharagab hab ich sehr an euch gedacht, fast wäre dort nämlich auch nichts gewesen, aber nur fast ... Jetzt freu ich mich aber erst mal auf Urikaruus mit euch, gerne auch schon in den nächsten Tagen 😎 Viele Grüße Ingrid
Das ist ja ein super Bild mit den beiden Eulen! Auch sonst habt ihr wunderbare Sichtungen gehabt! Danke wieder einmal für die schönen Fotos (und tollen Texte) von eurer KTP Reise!
TinochikaThemenstarter1'651 Beiträge · seit 201431. März 2024 · #93
CuF schrieb:
Was für ein toller Tag!
Hallo Friederike,
das ist nur der Vormittag gewesen. Der Nachmittag folgt gleich.
Da hat sich das Opfern des braunen Zaubertranks mehr als gelohnt.
Gut dass das Zeug so klebrig ist. Wie du später sehen wirst, kann die Brühe Leben retten. 😄
franzicke schrieb:
In Gharagab hab ich sehr an euch gedacht, fast wäre dort nämlich auch nichts gewesen, aber nur fast …
Hallo Ingrid,
jetzt hast du uns aber ganz schön neugierig gemacht. Wir hoffen du klärst uns noch auf und würden uns über einen Reisebericht von dir sehr freuen.
Sue.ch schrieb:
Das ist ja ein super Bild mit den beiden Eulen! Auch sonst habt ihr wunderbare Sichtungen gehabt! Danke wieder einmal für die schönen Fotos (und tollen Texte) von eurer KTP Reise!
Hallo Sue,
leider sind im November kaum Eulen zu sehen gewesen. Umso mehr haben wir uns über diese tolle Eulen-Begegnung mit dem Nachwuchs gefreut. Dein Lob über unsere Fotos und Texte geht runter hier Öl.
ANNICK schrieb:
Die Löwen sind schon einmal ein Geschenk Gottes aber die Eulen, Mensch ihr Glückspilze!
Hallo Annick,
zum Glück steht der Eulenbaum im Nossob Camp. Wir konnten bis auf wenige Meter an das Eulennest herankommen und so tolle Fotos machen.
Liebe Grüße Ingrid und Hartwig
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TinochikaThemenstarter1'651 Beiträge · seit 201401. Apr. 2024 · #94
Immer noch der 17.11.23
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Wir tanken unser Auto noch voll und verlassen Nossob Richtung Urikaruus kurz vor halb eins. Mit weiteren Sichtungen rechnen wir auf der Weiterfahrt nicht, denn es ist heiß und dass zu dieser ungemütlichen Zeit noch Tiere unterwegs sind, können wir uns nicht vorstellen. Wieder zeigt das Autothermometer über 40 Grad Außentemperatur. Vor uns liegt das völlig ausgetrocknete Nossob-Tal. Kaum ein grüner Grashalm ist zu sehen.
Wir kommen an eine Stelle, wo einige Büsche weiße Blüten tragen. Diese werden genüsslich von Springböcken abgegrast. In diesem Landstrich ist es anscheinend zu lokalen Niederschlägen gekommen. Wir haben vom Regen bisher nichts gesehen und das Grün auf den folgenden Fotos täuscht über die wahre vorherrschende Dürre hinweg.
In Cheleka treffen wir wider Erwarten in der Mittagshitze auf eine Tüpfelhyäne. Sie läuft vom Wasserloch herkommend direkt auf uns zu.
Hinter Dikbaardskolk biegen wir auf die obere Dünenstraße ab und fahren ins Auobtal
An der Abzweigung Richtung Urikaruus werden wir erneut überrascht. Es ist mittlerweile schon spätnachmittags und bei Kamqua angekommen, entdecken wir zu unserer Freude einen Geparden im Tal.
Er läuft direkt auf die Hauptverbindungsstraße zu.
Wir biegen also vorerst nicht nach Urikaruus ab, sondern folgen dem Geparden in Richtung Rooibrak. Heute ist einfach der perfekte Tag. Wie schon am Vormittag die Löwen und in der Mittagszeit die Hyäne, so läuft auch der Gepard direkt auf uns zu. Wir bleiben stehen und können von vorne und im Vorbeigehen schöne Bilder von ihm machen.
Dann quert er direkt vor unserem Auto die Straße und bleibt am Rand unter einem Baum liegen.
Zum Abschied macht er noch eine Rolle für uns.
Ohne weitere Stopps erreichen wir um 17:00 Uhr Urikaruus.
Genau zur richtigen Zeit, denn wir wollen heute Abend endlich wieder einmal grillen, in aller Ruhe auf unserem Balkon Vorbereitungen für ein Festmahl treffen und mit einem Kaltgetränk auf den wundervollen Tag anstoßen. Die Schließungszeit ist zwar erst um 19:30 Uhr, aber zu einem späten Abend Drive wollen wir heute nach so viel Sichtungsglück und der langen Strecke nicht mehr aufbrechen. Wir sind aber gespannt, was sich in Uri heute Abend am Wasserloch noch abspielt.
Wie immer werden wir von Eric freundlich begrüßt und nach einem kurzen Gespräch fahren wir weiter von seinem Office zum Honeymoon Chalet. Hartwig fährt hier immer rückwärts in den Carport. Es ist das einzige Chalet in Uri, wo man selbst bei einer Löwenbelagerung noch an und ins Auto kann. Von hier haben wir schon bei früheren Besuchen Fotos von Löwen gemacht und waren sozusagen mit den Tieren auf Augenhöhe. Durch die Konstruktion aus Stahlmatten und Holzträgern bildet der Carport eine Art Käfig, nur sind wir diejenigen die darin hocken.
Jetzt freuen wir uns erst einmal richtig auf sechs Tage Urikaruus am Stück.
Hartwig parkt den Ranger so, dass wir später gut ans Canopy zum Ausladen herankommen. Ingrid, die wie immer hier im Park auf der Rückbank des Autos ihr Domizil hat, öffnet als erste ihre Tür, um auf der Seite hinter dem Fahrersitz auszusteigen. Mindestens doppelt so schnell wie sie ihren Fuß auf den Boden setzt, ist sie auch wieder mit beiden Beinen zurück im Auto und knallt heftig die Türe zu. Etwas irritiert dreht Hartwig sich um und schaut in ihr entsetztes und mittlerweile blass gewordenes Gesicht. Am Pfosten entlang der Holzverkleidung liegt gut getarnt in einer kleinen Mulde eine fette Schlange. Ingrids Fuß war kurz vorher vielleicht 20 cm von dieser Stelle entfernt auf dem Boden. Gut, dass sie immer die Augen offen hält und meist beim Aussteigen auf den Boden schaut. Zu Ingrids Glück gehörte sicher, dass diese Schlangenart eher träge ist und sich nicht so schnell von der Stelle bewegt. Die Augen dieser Puffotter schauen jedoch genau in unsere Richtung. Sicher und geschützt im Auto, betrachten wir die Puffotter, die sich kaum von der Umgebung abhebt. Nachdem wir einige Minuten zur Beruhigung brauchen, machen wir ein erstes Foto von ihr.
Wir bleiben natürlich im Auto und fahren wieder zum Office zurück.
Eric hat es sich gerade gemütlich gemacht und wundert sich, warum wir so schnell wieder bei ihm erscheinen. Wir schildern ihm von der gefährlichen Schlange und fahren wieder zum Chalet, um im Auto auf ihn zu warten. Er hat sich nun ganz offiziell seine Rangerklamotten angezogen und erscheint mit einer Schlangenzange beim Carport. Wir steigen aus und warten in ein paar Meter Entfernung zur Puffotter. Mit dem Tele machen wir Fotos von der „Schlangenfang-Aktion“. Nach ein paar Versuchen gelingt es Eric, die Schlange zu packen und mit der Zange festzuhalten.
Die Puffotter wehrt sich mit allen Kräften und wirbelt ihren Körper hin und her und um den Stiel der Zange.
Gut, dass er diese hat und nicht nur einen Schlangen-Hakenstock, wie er in Grootkolk und im KTC zu der Ausstattung der Chalets gehört. Das wäre bei diesem Brocken von Schlange wohl sehr gefährlich geworden, bzw. hätte wahrscheinlich überhaupt nicht funktioniert.
Erich transportiert das Tier jetzt den kleinen Hang hinauf und lässt sie dort wieder frei.
Wir hoffen, sie besucht uns nie wieder. Nach dieser Aktion räumen wir unsere Lebensmittel in den Kühlschrank, atmen tief durch und setzen uns erst einmal auf den Balkon. Uns ist die Lust auf das Grillen vergangen. So eine gefährliche Situation hatten wir noch nie zuvor mit einem Wildtier.
All das ist aber jetzt vorbei. Während der ganzen Begebenheit sind wir beide ruhig geblieben und haben uns mit dem Fotografieren beschäftigt. Jetzt, wo die Gefahr vorbei ist, zittern Ingrid die Knie. Erst jetzt machen wir uns Gedanken, wie gefährlich, ja lebensgefährlich die Situation war.
Hätte Ingrid ihren Fuß ohne zu schauen, ein paar Zentimeter weiter auf den Boden gesetzt, wäre sie auf die Schlange getreten. Einen Biss hätte sie in Urikaruus sicher nicht überlebt. Weit und breit gibt es keine medizinische Versorgung und die Chancen, einen Biss von einer Puffotter hier zu überleben, sind eher gering.
Wäre Hartwig nur 20 cm weiter zurückgefahren, hätte er beim Aussteigen die Schlange genau vor seiner Tür gehabt. Er hätte sicher beim Ausräumen der Fotoausrüstung einige Schritte nach hinten gemacht. Eines ist sicher, er hätte die Schlange auf keinen Fall gesehen, weil er beim Aussteigen nie auf den Boden schaut.
Also wäre hier für einen von uns die Reise zu Ende gewesen.
Zu allem Überfluss beschäftigen wir uns auch noch im Internet mit der Schlange und erfahren, dass Puffottern oft gut getarnt irgendwo liegen, so dass man einfach auf sie tritt. Sie zeigen kein Fluchtverhalten, sondern beißen dann natürlich sofort zu. Dabei kommt es zu den meisten tödlichen Unfällen mit dieser Schlangenart.
Zu Anfang unseres Berichtes haben wir davon erzählt, dass wir am Flughafen ein Schlangenbuch gekauft haben; ob das schon ein Omen war, können wir nicht sagen, aber dieser Gedanke kommt uns schon.
Ingrid liebäugelte auch noch mit einem Skorpion-Bestimmungsbuch. Auf unserer nächsten Reise werden wir das auf jeden Fall frühestens beim Rückflug kaufen. Unser zweites auf der Hinreise erstandenes Mitbringsel, der Schlüsselanhänger-Spinner, wird auch noch seine Bestimmung finden, allerdings eher im positiven Sinn.
Letztendlich hatten wir einen Schutzengel, der uns das Auto richtig parken ließ.
Gefahrene Kilometer: 249
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freshy3'883 Beiträge · seit 201101. Apr. 2024 · #95
G'schwind hab ich Schnappatmung bekommen! Fühlt euch ganz fest gedrückt, denn auf eure Fotos würde ich künftig nicht gerne verzichten wollen. Aber toll, dass ihr fürs Forum die Gelegenheit genutzt habt, uns am Schlangenfangen teilhaben zu lassen. Nun ist klar, woher euer Bericht seinen Titel hat.
Ihr wisst, dass Ihr ein unglaubliches Glück mit Eueren Tiersichtungen habt. Das ist sensationell, was Ihr alles vor die Linse bekommt. Da können andere Fomis (u.a. der bayern schorsch) nur davon träumen.
Total krass und vom Glück noch viel mehr gesegnet wart Ihr jedoch bei der Begegnung mit der Puffotter. Dass Euch da der Appetit abhanden gekommen ist, lässt sich denken. Und so richtig bewusst wird einem die Angelegenheit ja eh immer erst im Nachhinein, wenn alles überstanden ist. Conny und ich haben über das Thema Schlangen auch diskutiert, denn wir hatten auf der Straße einmal ne Puttotter und einmal ne Kapkobra. Beide Male aus sicherer Position vom Auto aus. Beide Begegnungen recht fotogen. Und wir waren eigentlich der Meinung, dass auch in den Wildernesscamps bestimmt ein gewisser Vorrat an Gegenserum bei Schlangenbissen vorhanden ist. Das ist anscheinend nicht der Fall, oder wie seht Ihr das?
Wir haben uns bei unserem Aufenthalt von Jacques (Eric war off) das honeymoonerchalet zeigen lassen. Wir sind an der Stelle, wo die Puffi lag, vorbeigegangen. Da wussten wir natürlich nicht, was das für ein besonderer Platz war. Zum honeymoonerchalet würde uns Euere Meinung interessieren. Jacques hat uns nämlich erzählt, dass die meisten Besucher von Urikaruus das honeymoonerchalet gar nicht unbedingt bevorzugen, da Küche und Schlafen alles in einem Raum stattfindet. Ihr kennt ja nun beide Varianten, einmal das honeymooner, viermal die "normalen" Bungis, wo Küche/Wohnen/Terrasse getrennt vom Schlafen ist. Wir würden ehrlich gesagt (obwohl wir absolute Liebhaber von Kuschelbetten sind), die "normalen" Unterkünfte bevorzugen. Wie seht Ihr das bei Euerer Erfahrung?
Jetzt freuen wir uns wieder auf die Fortsetzung Eueres Berichtes, den wir mit Hochspannung verfolgen.
sphinx1'624 Beiträge · seit 201501. Apr. 2024 · #97
anlässig Eurer Puffotterbegegnung oute ich mich als Mitleser. Mir ging es wie freshy, ich bekam Schnappatmung. Eure anderen Tierfotos genieße ich dagegen in vollen Zügen. Euer Sichtungsglück ist ja fast schon legendär. Da wir momentan einfach nicht die Zeit für eine afrikanische Tiersafari haben, freue ich mich sehr auf diese Weise von Löwen und Co träumen zu können. Schreibt bitte schnell weiter. Herzliche Grüße, Elisabeth
casimodo4'529 Beiträge · seit 200701. Apr. 2024 · #98
Liebe Tinochikas,
da Ihr uns diese Geschichte schon vorher erzählt hattet, sind wir selbst im KTP vorsichtiger als sonst gewesen. Gerade deswegen noch einmal Danke für Eure Schilderungen. SO etwas ist wichtig, um seine Sinne weiterhin zu schärfen.
Tolle Sichtungen und wie immer starke Bilder sieht man in Eurem Bericht! 😎 Vielen Dank, ich bin weiter gerne dabei!
Meine Güte, da habt Ihr aber Glück gehabt! Hartwig, Du bist ein zweifacher Glückspilz mit dieser vorausschauenden, umsichtigen Frau!!! Schöne Grüße Friederike
Puh, was für ein Erlebnis! Zum Glück ist alles gut gegangen. Manchmal vergisst man schon, wie gefährlich das Leben im Busch sein kann 😉 Dass ein Biss dieser Schlange tödlich geendet hätte, macht schon nachdenklich. Ich hätte schon gehofft, dass ein Gegengift organisierbar wäre…
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)