Botswana - anders als geplant - und Caprivi

17 Antworten · 3'615 Aufrufe · gestartet 04. Jan. 2024 von pezzi1704
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Themenstarter11 Beiträge · seit 201404. Jan. 2024 · #1
Wir haben unsere Reise Botswana, Namibia im November beendet und möchten ein kurzes Update geben.
Musste erst ein bisschen mit mir Ringen, ob ich es tatsächlich hier ins Forum stellen soll und habe mich jetzt für „dafür“ entschieden.
Bilder wird es hier keine geben – ich finde davon gibt es schon genug – und mit der Qualität, die hier einige reinstellen kann ich nicht konkurrieren.

Wir hatten vorab schon unsere Bedenken bezüglich der extremen 4x4 Strecken im Moremi und Chobe in die Runde gestellt.
Bisher (drittes Mal Namibia) sind wir nur kurze 4x4 Strecken gefahren und hatten gehörigen Respekt vor den langen Strecken.

Nach den regen Zusprüchen und natürlich den tollen Reiseberichten, Erlebnissen und Fotos aus dem Forum wollten wir dies jetzt selbst erleben und uns trauen, Moremi und Chobe zu durchfahren. Camps in Khwai und Savuti waren gebucht.
Voller Euphorie wurden in Maun direkt alle NP Eintrittsgebühren für die folgenden Tage bezahlt.

Auch auf die Gefahr hin, dass sich gleich alle über uns lustig machen….. aber es klappt halt nicht immer so, wie man sich das vorstellt.
Wir geben offen zu: wir haben es nicht geschafft und sind an den Wegen im NP bzw. der Angst das Auto zu Schrotten, gescheitert.

Am ersten Tag sind wir vom Raintree Camp zum South Gate gestartet – die Tiefsandstrecke ab Shorobe hat einen ersten Eindruck zum Allradfahren gegeben – war aber kein Problem für unseren Hilux. Der Plan war, uns auf den „Hauptwegen“ (haha) von Camp zu Camp zu hangeln – aus anderen NP kennen wir das so, dass diese ganz gut befahrbar sind. Nicht so im Moremi….. Nach den ersten 300 Metern hätten wir unseren Bushcamper fast in der ersten Pfütze versenkt und sind mit letzter Kraft aus dem Schlammloch rausgekommen. Die Wege waren extrem eng, zugewuchert, ausgefahren, matschig, tiefsandig, …. Das volle Programm !
Andere Fahrzeuge haben wir nicht getroffen, kein Satellitentelefon dabei und versichert war ja auch nix mehr. Das alles hat uns einen sehr angespannten Tag beschert. Wir hatten keinerlei Freude im Park und auch wenig Tiere gesehen. Was aber auch daran liegen kann, dass wir hauptsächlich auf den Weg konzentriert waren. Vielleicht ist auch ein Bushcamper für die Wege im Moremi einfach nicht geeignet und zu groß, unförmig….. Zumindest haben wir diesen ordentlich von vorne bis hinten verkratzt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Moremi in einer anderen Jahreszeit besser zu befahren wäre – da an den Wegen ja offensichtlich nichts verändert/ausgebessert wird. Klar - es soll ja schließlich auch alles natürlich wachsen und nicht wie eine Autobahn sein – das macht das Abenteuer ja aus. Und das diese immer enger und zugewucherter werden hat ja nix mit der Jahreszeit zu tun. Uns hat es einfach überfordert.
Zum Chobe können wir jetzt nichts sagen…. Keine Ahnung, was uns da erwartet hätte.

Nach den ersten Versuchen im Moremi mussten wir abends wieder zurück zum Raintree Camp, da im Park an diesem Tag nichts mehr frei war. Also noch die 1,5 Stunden zurück, brav weiter bis Maun und nochmal vollgetankt für die nächsten Tage. Immer noch optimistisch….
Auf dem Camp mussten wir dann feststellen, dass es ein Massaker in unserem Kühlschrank gab. Durch die extremen Bodenwellen, Schlaglöcher etc. hat es das Marmeladenglas durch zwei Tupperdosen (mit vorgekochten Nudeln) geschlagen, diese sowie sich selbst total zerstört und eine matschige Nudel-Glas-Mehrfrucht-Plastik-Masse zurückgelassen. Ebenso sind unsere Bierdosen geplatzt (großes Drama) und haben alles andere in Biersauce getunkt. Somit waren also auch unsere Vorräte vor die nächsten Tage etwas dezimiert – hätten wir doch bloß in Maun beim Tanken mal hinten rein gesehen…. Zu allem Überfluss hat es – während wir unseren Kühlschrank einer Grundreinigung unterzogen haben – auch noch kräftig geregnet.
Somit war klar, dass am nächsten Tag die Pfützen im Moremi noch tiefer sein würden.
Nach einer relativ schlaflosen Nacht, in der wir unser Auto schon in irgendwelchen Wasserpfützen verschwinden sahen, haben wir am Morgen entschieden, unsere Moremi/Chobe Tour abzubrechen und über Nata außen rum nach Kasane zu fahren.
Nachdem die Entscheidung getroffen war, waren wir beide sehr erleichtert und nicht mehr so angespannt. Für uns hat es sich richtig angefühlt abzubrechen – da hätten wir mal besser gleich auf unser Bauchgefühl gehört ! – und haben die bezahlten Permits und Camps unter „Spende für den Tierschutz“ verbucht.

Also sind wir fix "außen rum" nach Kasane. Unsere in Maun bezahlten Permits konnten wir für die Chobe Sunset-Criuse und die Chobe Riverfront noch nutzen (Schadensminimierung). Allerdings war uns das Glück weiterhin nicht holt….. wir hatten bei der Sunset Cruise keinen einigen Elefanten – also Null ! – gesichtet. Highlight war hier ein Rudel Löwen, dass gemütlich am Ufer lag sowie unzählige Wasserbüffel.
Am nächsten Morgen sind wir – ganz mutig – die Riverfront selbst gefahren und haben dort endlich die Elefanten am Chobe getroffen – sowie nochmal ein paar Löwen neben dem Weg gesichtet. Das lief also gut. Nach Ilhaha waren die Tiersichtungen leider sehr spärlich. Die letzten Kilometer vor dem Ngoma Gate waren wieder sehr Tief-Tiefsandig. Das haben wir ohne steckenbleiben gemeistert. Geht doch !

Glücklicherweise hat asco uns einen Automatik Hilux gegeben (obwohl manuell gebucht) der uns mehrfach vorm steckenbleiben gerettet hat. Automatik können wir definitiv für Sandfahrten empfehlen.

Nach einem kurzen Abstecher an die Vic-Falls (puh, ist das teuer geworden) sind wir wieder rüber nach Namibia.
Grundsätzlich fanden wir die langen Strecken durch Botswana sehr eintönig und langweilig – außer es sind mal ein paar Elefanten über die Straße.
Die Landschaft ändert sich nicht und Aussicht gibt es auch keine.
Mit den Grenzübertritten und Vet-Fence hatten wir keine Probleme – es hat nie jemanden interessiert, was wir hinten drin hatten. Auch die Beamten an der Grenze fanden wir sehr freundlich – jetzt war zu unserer Zeit auch nix los, das macht es vielleicht einfacher.
So richtig von Hocker gehauen hat uns Botswana jetzt nicht – OK, uns fehlt ja auch das Highlight im Moremi/Chobe – wir sind ja eigentlich nur quer durchgefahren.

Wir haben übrigens beim Grenzübertritt Namibia/Botswana nur 60 Pula Straßengebühr für den Bushcamper bezahlt – wieso, keine Ahnung. Das Auto stand direkt vor dem Fenster, so dass man gesehen hat, dass es kein kleines Fahrzeug ist. Wie auch immer….

.... Fortsetzung Namibia folgt....
405 Beiträge · seit 202104. Jan. 2024 · #2
Hallo Pezzi,

vielen Dank für deine ehrliche Beschreibung eures Botswana Teils der Reise!
Das hilft mir bei unserer Entscheidung ob Moremi oder nicht schon weiter. Bisher war mein Plan vom Khwai über Savuti nach Kasane zu fahren nach etlichen Forumsberichten schon gestrichen, aber vielleicht ginge ja von Mababe hoch zum Khwai und dort ein bisschen herumfahren...Hm hm, das muss ich also auch überdenken.
Allerdings würde ich dann nicht den Bushcamper nehmen, obwohl wir das auch überlegt hatten und die Vermietung sagte, es sei erlaubt im Moremi und Chobe zu fahren. Aber ob das schwere Durchkommen nur am Fahrzeugtyp scheiterte oder ob das den anderen Autos auch so gegangen wäre..
Jedenfalls freue ich mich auf die Fortsetzung!

H G Claudia
248 Beiträge · seit 201504. Jan. 2024 · #3
Hallo Pezzi,
du schreibst...
Auch auf die Gefahr hin, dass sich gleich alle über uns lustig machen….. aber es klappt halt nicht immer so, wie man sich das vorstellt.
Wir geben offen zu: wir haben es nicht geschafft und sind an den Wegen im NP bzw. der Angst das Auto zu Schrotten, gescheitert.
Ich finde das ok, denn ihr habt es wenigstens versucht.
Demnach gibt es keinen Grund sich über euch lustig zu machen.


Beste Grüße
Oliver
der Weg ist das Ziel..... 2000 Januar Namibia (Anfängerroute ohne Forum) https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299399-zurueck-in-die-zukunft-namibiareise-2000.html?start=0 // 2015 Februar Solotour (abseits der Änfängertour)- https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285792-4x4hilux-meine-fotoausruestung-und-ich.html // 2017 Februar Solotour ( der Süden, Kalahari und KTP)- https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291851-der-sueden-ein-hilux-kameraequipment-und-ich.html?limitstart=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300049-ausblick-nein-leider-nur-rueckblick.html // 2019 März Solotour (Damaraland und Kaokoveld) https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300049-ausblick-nein-leider-nur-rueckblick.html// 2023 April Altes und Neues (Kalahari -Namib- Damaraland- Etosha- Waterberg)..... to be continued
1'003 Beiträge · seit 200804. Jan. 2024 · #4
Hallo Pezzi,

Ich glaube, das lag an der Reisezeit. Wir waren oft in der Trockenzeit im Moremi und letztes Jahr zum ersten Mal in der Regenzeit. Ich fand den Unterschied sehr extrem. Pisten die sonst nur Schotter waren, waren übersät mit unzähligen Wasserpfützen, teilweise richtig tief. Das fand ich auch stressig, man musste immer überlegen, wo man durchfährt und man kam sehr langsam vorwärts. Im Moremi, gleich ab Southgate gab es noch viel größere Wasserdurchfahrten, so dass wir auch unsere Route änderten. Es war auch so wenig los, dass wir uns oft auch nicht trauten, abseits der Piste zu fahren, trotz Satelitentelefon. Unter Umständen hätte man sehr lange auf Hilfe warten müssen.
Ich finde, Ihr habt das richtig entschieden, wenn man so angespannt ist, macht das ja auch keinen Spaß mehr.
Dann lieber außen rum fahren. Moremi ist in der Regenzeit nicht einfach. Ihr hattet wahrscheinlich auch Pech, dass der Regen recht früh eingesetzt hat. Vielleicht einfach nochmals im August versuchen?
Bei der Bootsfahrt am Chobe hatten wir auch kaum Elefanten, im Etosha übrigens auch nicht. Wenn überall das Wasser steht, müssen die halt nicht zum Fluss gehen.
Ich hoffe aber trotzdem, dass der Urlaub insgesamt noch schön war und Ihr den Caprivi genießen konntet?
Viele Grüße
Doro
zuletzt bearbeitet 04. Jan. 2024
Themenstarter11 Beiträge · seit 201406. Jan. 2024 · #5
Eigentlich war ich vorher noch ganz entspannt, zumal Kate vom Raintree Camp auch meinte es wäre nicht so schlimm zu fahren und es wäre - für November - echt "viel" los, so dass wir nicht alleine wären. Ich fahre total gerne im Schnee und hatte eigentlich keine große Angst vor Sand. Ich finde das fährt sich ähnlich.... Wir waren ja auch noch Anfang November und es hatte noch nicht soooo viel geregnet. Es fing dann schon damit an, dass sich am Gate noch niemand an dem Tag eingetragen hatte - wir waren also die Ersten. Naja und dann gleich dieses blöde tiefe Pfütze. Wir hatten natürlich auch schön die Fenster offen - das war vielleicht eine Sauerei.
Mein Freund musste an dem Tag alles alleine fahren obwohl wir uns sonst abwechseln. Erst auf dem Rückweg nach Shorobe bin ich die Sandstrecke gefahren, weil er meinte ich muss spüren, was das Auto leisten kann um die Angst zu verlieren. Das war auch echt hilfreich und hat am Ende sogar Spaß gemacht. Zumal wir ja auf dem Weg Richtung Zivilisation.
Wir hatten uns vorher versprochen, wenn sich einer von uns unwohl fühlt, dass wir die Tour dann abbrechen und außen rum fahren. Das sollte man sich dann eingestehen. Ich denke, ein Plan B schadet nicht....

Da wir so unerfahren im Allradfahren waren, wäre es für uns wohl gleich besser gewesen, nur reinzuschuppern und erst mit mehr Erfahrung die Durchquerung (Moremi/Chobe bis Kasane) zu wagen. Die Reisenden, die wir später getroffen haben (meist Südafrikaner) haben alle gesagt, es wäre besser mit zwei Autos unterwegs zu sein, Das gibt mehr Gefühl von Sicherheit.

Auf die geführten Safari-Touren haben wir so gar keine Lust und die Preise sind echt knackig. Wenn man allerdings bedenkt, was wir an NP-Gebühren und bezahlten Camps verloren haben, hätten wir auch eine geführte Tour machen können. Hinterher ist man immer schlauer. Zu bedenken ist hier allerdings, dass man von Maun zum South-Gate gut 2 Stunden benötigt - das ist dann entweder ein sehr langer Tag oder wenig Zeit die man tatsächlich im NP verbringt.

Fazit: reingeschnuppert haben wir jetzt. Wissen was uns erwartet und würden es etwas anders angehen.
Wir waren einfach etwas geblendet von den tollen Reiseberichten im Forum - oder sagt man besser naiv ? - und wollten diese Erlebnisse in freier Wildbahn auch sooooo gerne hautnah erleben. Trotzdem hatten wir einen schönen Urlaub, wenn auch etwas anders als geplant.
405 Beiträge · seit 202106. Jan. 2024 · #6
Dann hoffe ich jetzt auf eine Fortsetzung eures Berichtes im Caprivi.......
Wie war dort die Lage??
1'835 Beiträge · seit 201506. Jan. 2024 · #7
Schade dass ihr nicht während der Trockenheit im Moremi unterwegs wart. Es hat wohl seine Gründe dass ihr nicht zwischen Juli und October gereist seit?
Bei unserm Moremi Besuch im September waren die meisten Gegenden sehr ausgetrocknet und wir hatten das Problem Wasser zu finden!
Ich glaube als allgemeine Regel gilt dass man als Ersttäter die einfachste Reisezeit wählt. Ich würde nie wählen bei Regenwetter in Afrika unterwegs sein, auch als 13. Täter. Es ist schon schwierig genug bei den “normalen” Bedingungen, imM.
Es tut mir wirklich leid dass ihr so eine “hard lesson” hattet und soviel Geld für nicht viel ausgegeben habt. Better luck next time?
Liebe Grüsse Von Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
Themenstarter11 Beiträge · seit 201408. Jan. 2024 · #8
Nun weiter in Namibia.

Für die Rückfahrt durch Caprivi/Sambesi-Streifen hatten wir gemütliche 12 Tage Zeit. Statt der B8 sind wir die C49 gefahren. Mudumu und Nkasa haben wir direkt ausgelassen, da im Reiseführer stand, man soll mit mindestens zwei Autos dort reinfahren.
Die Strecke Horseshoe war zwar zeitlich eingeplant – aber am Gate hat man uns vorgewarnt, vor den schlechten, tiefsandigen Strecken und uns direkt eine Telefonnummer von einem „Bergungsteam“ an die Hand gegeben. Super, das war ja wieder was für uns. Also haben wir auch hier dankend verzichtet. Irgendwie hat sich das zu unserem Motto entwickelt….
Aber – den Mahangu NP haben wir tatsächlich erkundet und mutig auch direkt den Buffalo Core angehängt. Elefanten wieder keine gesehen, aber Löwen gefunden. Sowie nassen Tiefsand gemeistert. Immerhin. Viele Tiere haben wir dort allerdings nicht gefunden. Aber auch dass zog sich ja schon durch den kompletten Urlaub.
Am Kwando bei Niedrigwasser noch eine Bootstour gemacht und außer einer Kolonie Hippos nichts Besonderes gesehen. Klar.
Die B8 zwischen Kongola und Divundu hat sich ewig gezogen und war auch landschaftlich nicht schön, da große Flächen abgebrannt waren – aber da muss man durch. Wir sind die D3402 weiter bis Rundu gefahren, die uns Landschaftlich besser gefallen hat, da man immer wieder mal am Okawango vorbeikommt bzw. auf diesen blickt. Über Waterberg ging´s dann Richtung Windhoek. Also eigentlcih nichts spekatuläres mehr.

Im Gegensatz zum klassischen Namibia hat uns der Caprivi-Streifen nicht so gut gefallen. Irgendwie sitzt man immer am Fluss, unter Bäumen, in zugewachsenen Camps mit meist wenig Aussicht. Machen kann man auf eigene Faust nicht groß etwas (in den Camps). Dazu kommen die NP´s, die so ziemlich alle gute Allrad-Kenntnisse erfordern. Wird im November durch den Regen natürlich nicht besser. Das schränkt es doch ein - zumindest für uns.
Dadurch, dass wir genug Zeit hatten, wollten wir spontan auch mal zwei Nächte irgendwo bleiben – aber es hat uns tatsächlich nirgendwo gut genug gefallen. Wir sind einfach, mit wenig Kilometer, von Camp zu Camp. Waren entsprechend früh am neuen Ort und hatten genug Zeit die Gegend zu erkunden. So dass ein zweiter Tag keinen Sinn machte.
Wir fanden es bei den anderen Reisen immer schön, auf den Farmen oder Lodges die Wanderwege zu nutzen und in die dortige Landschaft einzutauchen. Das hat uns hier irgendwie gefehlt. Auch die abwechslungsreichen Landschaften, die Weite und der freie Blick in den tollen Sternenhimmel haben wir vermisst.

Wenn man nicht das Glück hat auf Tiere zu treffen ist es recht eintönig.
Klar, wir sind nicht im Zoo und Tiere laufen einen nicht automatisch vors Auto. Man muss auch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein ..... Neben den Tieren lieben wir auch grandiosen Landschaften – es müssen nicht immer Tiere sein, tolle Landschaft reicht auch.
Aber wir hatten irgendwie größere Erwartungen und der WOW-Effekt hat sich nicht eingestellt. Natürlich wird es auch immer schwieriger, tolle Erlebnisse zu toppen. Und dann noch unsere ständigen Bedenken, so dass wir an vielem einfach vorbeigefahren sind – anstatt tief einzutauchen. Wir hatten immer das Gefühl, nicht so richtig „da“ zu sein.
On top kam noch, dass wir meist sonntags in Städten waren und alle Metzger geschlossen hatten - oder, die google anzeigte, gab es nicht mehr. Unser Bedarf an Wildfleisch wurde also auch nicht gedeckt. In den Supermärkten (wo sind die tollen Superspar geblieben?) wurde keines mehr angeboten – wir haben nur einmal Game-Würstchen gefunden. Dabei hatten wir uns vorher so auf Game gefreut. Irgendwie lief alles nicht so richtig rund.

Vorgebucht hatten wir übrigens nur vier Camps und trotzdem immer einen Platz gefunden. Aus unserer Sicht ist diese Panikmache mit dem „mindestens ein Jahr im Voraus buchen“ etwas übertrieben. Wir hatten bei all unserer Reisen nicht vorgebucht (außer in den NP – da sollte man schon, um sicher zu gehen). Dadurch ist man auch flexibler, wenn man seine Tour ändert oder irgendwo festhängt. Zumal in Botswana gerne eine Vorauszahlung gefordert wird. Die haben wir mit Xe Money Transfer gemacht, da meine Hausbank über 30 € Gebühren pro Überweisung verlangt hat.

Wir sind mit OsmAnd Routenplaner und google wieder sehr gut zurechtgekommen.

Vielen Dank ans Forum für den Tipp mit dem „Rotlicht“ dass die Moskitos und Käfer tatsächlich nicht anzieht. Wir haben unsere LED-Lampe mit einer roten Pergamentfolie (wie sie zum Basteln von Kinder-Laternen benutzt wird) abgedeckt und hatten Ruhe vor den Moskitos und lästigen riesen Käfern.

Der Bushcamper (Budgetvariante Bj 2019 – 185.000km) von asco war super gewartet mit nagelneuen, dicken Reifen – keinerlei Pannen. Auch die von uns sehr verkratzen Außenseiten des Bushcampers hat asco nicht gestört. Allerdings haben wir die veraltete Ausstattung, die uralten, unbequemen Stühle und vor allem die durchgelegene Matratze bemängelt. Wäre toll, wenn sich hier auch mal etwas tut und vor allen die Matratzen zwischenzeitlich erneuert würden.
Komisch fanden wir, dass unsere Tankanzeige nach unten ging, obwohl der zweite (also der original-) Tank noch voll war - eigentlich sollte die Anzeige erst funktionieren, wenn der erste Tank leer ist. Das hat uns auch manchmal etwas verunsichert.

Nichts desto trotz hatten wir einen tollen Urlaub und wären gerne noch länger unterwegs gewesen.
Also nicht falsch verstehen….. wir kommen natürlich wieder und versuchen das ein oder andere besser zu machen bzw. besser vorbereitet zu sein (was das 4x4 fahren angeht, haben wir ja jetzt geübt und wissen, was ein Hilux leisten kann). Wir sind nach wie infiziert vom Namibia-Virus.

Wenn ich aktuell Reiseberichte lese oder auf Youtube Videos sehe, blutet mir das Herz, dass wir nicht so tief in den Moremi und Chobe vordringen konnten – es sieht bei allen sooooo einfach und problemlos aus.
Wir sind leider an unserer Angst um das Auto gescheitert – immer mit dem Hintergedanken, wie teuer so ein komplett geschrottetes Auto, Bergungskosten etc. werden kann. Steckengeblieben sind wir letztendlich nie.

Das einzig Positive: uns bleibt weiterhin eine weiße Stelle auf der Weltkarte, die wir noch bereisen dürfen.

LG Pezzi
Themenstarter11 Beiträge · seit 201408. Jan. 2024 · #9
Sadie schrieb:Schade dass ihr nicht während der Trockenheit im Moremi unterwegs wart. Es hat wohl seine Gründe dass ihr nicht zwischen Juli und October gereist seit?
Bei unserm Moremi Besuch im September waren die meisten Gegenden sehr ausgetrocknet und wir hatten das Problem Wasser zu finden!
Ich glaube als allgemeine Regel gilt dass man als Ersttäter die einfachste Reisezeit wählt. Ich würde nie wählen bei Regenwetter in Afrika unterwegs sein, auch als 13. Täter. Es ist schon schwierig genug bei den “normalen” Bedingungen, imM.
Es tut mir wirklich leid dass ihr so eine “hard lesson” hattet und soviel Geld für nicht viel ausgegeben habt. Better luck next time?
Liebe Grüsse Von Katrin
Hallo Katrin,
wir sind immer erst Ende Oktober, Anfang November unterwegs. Wir lieben die Wärme (oder muss man sagen: hitze) wenn es in Deutschland schmuddelig kalt ist. Das stehe ich sonst nicht durch bis Mai..... Afrikanischer "Winter" ist für uns keine Option. Das Risiko mit der Regenzeit ist uns dabei bewusst. Wobei in Namibia bisher nie Probleme - es war eigentlich immer zu trocken. Auch in Südafrika sind wir schon in schlechtes Wetter geraten und haben das Beste daraus gemacht. Es hat bei uns auch noch garnicht so viel geregnet, dass die Tour völlig unrealistisch gewesen wäre. Wir haben uns wohl mehr selbst im Weg gestanden. Seit meiner Planung im Juni hatte ich ein schlechte Bauchgefühl.
Wie du schreibst, dass war wirklich viel Geld für nicht viel.
LG Pezzi
405 Beiträge · seit 202108. Jan. 2024 · #10
Hallo Pezzi,

danke für die realistische Beschreibung des Caprivi Teils eurer Reise, hatte ich doch gehofft, dass ihr dort bessere Bedingungen und schöne Sichtungen vorfinden würdet. So sollte es nun nicht sein.
Einige Hinweise von euch werde ich mir merken und in unsere Überlegungen einfließen lassen.
Und ja, auch die Reisezeit überdenken, denn Anfang November hatten wir auch auf dem Plan. Genau aus demselben Grund wie bei euch, dass es warm sein muss! Auch nachts, sonst habe ich Frostköttel nichts vom Urlaub 😉. Vielleicht ist es Anfang Oktober ja noch warm genug.
Ich wünsche euch auf den nächsten Reisen das passende Wetter zu tollen Sichtungen und Landschaften!

Viele Grüße Claudia
68 Beiträge · seit 202308. Jan. 2024 · #11
Hallo 🙂

Sehr schade, dass ihr weniger gute Erfahrungen gemacht habt.

Zwei Bemerkungen unsererseits:
- Aus unserer Sicht ist ein Bushcamper (in unserem Fall Landcruiser von Bushlore) das perfekte Fahrzeug für Botswana, trotz seines höheren Gewichts.

- Die Temperaturen waren bei unserer Reise im September durchgängig tagsüber 30 Grad und auch nachts nicht kalt. Dementsprechend gelten die Bedenken vor Kälte zwar in Zentral-Namibia, aber eigentlich nicht für den Caprivi.

Das soll nicht schmälern, wie gut es ist, dass ihr es versucht habt, und wie schade, dass es nicht eurer Erwartung entsprochen hat. Wir hatten auch Bedenken vor unserer Reise, würden aber (im Gegensatz zu deiner Schilderung) jeden mit etwas Erfahrung und Abenteuerlust motivieren wollen eine solche Reise anzugehen.

Viele Grüße, Reiseeuphorie
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2024
925 Beiträge · seit 201608. Jan. 2024 · #12
Hallo,

danke für deinen Bericht. Auch wir haben im Januar 2020 unseren ersten Moremi-Besuch wegen des Straßenzustands schweren Herzens abgebrochen. Du bist also durchaus nicht alleine.

Man muss einfach abwägen zwischen dem, was man noch als Spaß im Urlaub bezeichnen kann und dem, was an nur noch Qual ist. Wir hatten keine Lust, uns mehrere Tage lang primär um das Vorwärtskommen zu kümmern und Landschaft/Tiere nicht genießen zu können. Wir hatten alle paar Meter tiefe Pfützen, z.T. war der Weg über 10-20 Meter unter Wasser und es gab überall matschige Umfahrungen. Das entsprach schlicht nicht unserer Vorstellung von Urlaub. Auch wenn es landschaftlich und so grün traumhaft war. Ich würde allein wegen des Grüns immer wieder zur Regenzeit dort hin, dann halt ggf. mit geführter Campingtour. Wir sind dann in 1,5 Tagen vom South Gate zum Etosha gefahren (mit durchgehend strömendem Regen) und hatten dafür ein paar sehr schöne Tage im grünen und nassen Etosha - war also definitiv die richtige Entscheidung.

Viele Grüße
fidel
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter11 Beiträge · seit 201409. Jan. 2024 · #13
Hallo an die Reiseeuphorie,
ich folge euch gerade auf Youtube, weil Ihr genau das gemacht habt, was wir auch vor hatten (nur anders herum) . Da kann ich bei euch zusehen, wie es gewesen wäre. Lustig.
Der Bushcamper ist für uns auch das perfekte Auto, da wir das gekraksel mit dem Dachzelt nicht mögen - und - wenn es den mal regnet (in der Regenzeit...) - uns auch mal ganz gut im Auto aufhalten bzw. essen können.
Wir möchten auch niemanden abhalten das Abenteuer zu erleben. Nur der Hinweis, sich einen Plan B offen zu halten - der ja auch nicht schlecht sein muss und viele Erlebnisse bereit hält.
VG, Pezzi
Themenstarter11 Beiträge · seit 201409. Jan. 2024 · #14
quote="fidel" post=680068]Hallo,[

Man muss einfach abwägen zwischen dem, was man noch als Spaß im Urlaub bezeichnen kann und dem, was an nur noch Qual ist. Wir hatten keine Lust, uns mehrere Tage lang primär um das Vorwärtskommen zu kümmern und Landschaft/Tiere nicht genießen zu können.

.... wohl wahr.... so ging es uns auch.
121 Beiträge · seit 200831. Mai 2024 · #15
Danke für deinen ausführlichen und ehrlichen Bericht - ich möchte seit Jahren durch Botswana (Moremi/Savuti) und hatte/habe Bedenken dass es nicht zu schaffen ist.

Jetzt haben sich Freunde angeschlossen und da fühle ich mich mit 2 Autos etwas sicherer, ein Offroad-Fahrtraining werde ich vorher auch noch machen.

Da wir ab Kasane auch noch einen Abstecher zu den Victoria Falls machen möchten habe ich jetzt Mai (2026) als Reisezeit ins Auge gefasst da bei den Fällen im September dort wenig Wasser ist - haltet ihr Mai für machbar oder stehen dann noch zu viele Pfützen?

Ich möchte dass der Urlaub Spaß macht und nicht zur Qual wird wegen des Fahrens und evtl. dann lieber die Victoria Fälle weg lassen und im September fahren - was meint ihr?
Themenstarter11 Beiträge · seit 201401. Juni 2024 · #16
Wir können zur Reisezeit Mai nichts sagen. Wir waren bisher immer im Oktober/November in Namibia weil uns die Wärme (vor allem auch nachts) so gut gefällt. Im Mai kann es nachts ja schon recht kühl im Camper werden....
Dank des klimawandels kann man sich auch nicht mehr auf die klassischen Zeiträume (Regenzeit/Trockenzeit) verlassen. So wie ich gelesen habe, ist der Regen dieses Jahr wieder ausgefallen.
Wenn ihr mit zwei Autos unterwegs seid, hätte ich keine Bedenken und würde Moremi nochmal wagen. Alleine würde ich nicht nochmal durch Moremi und Chobe. Dafür wünsche ich euch tolle Erlebnisse und viele Tiersichtungen.

Für uns ist aufgrund der extremen Preissteigerungen bei den Campern leider erstmal Namibia-Pause....
221 Beiträge · seit 202402. Juni 2024 · #17

Da wir ab Kasane auch noch einen Abstecher zu den Victoria Falls machen möchten habe ich jetzt Mai (2026) als Reisezeit ins Auge gefasst da bei den Fällen im September dort wenig Wasser ist - haltet ihr Mai für machbar oder stehen dann noch zu viele Pfützen?
Wir waren jetzt im Mai da, und es war sehr trocken, wobei es dieses Jahr wohl auch wegen El Niño außergewöhnlich trocken ist. Wie außergewöhnlich das in Hinblick auf den Klimawandel bleiben wird, wird sich zeigen.
Wir hatten im Moremi eine mini Wasserdurchfahrt (es gibt auch eine trockene Route) und in Khwai eine größere, aber sonst war es wirklich nirgendwo auch nur ansatzweise matschig.
982 Beiträge · seit 202303. Juni 2024 · #18
Liebe Pezzi,
hab vielen herzlichen Dank für deinen ehrlichen Reisebericht. Natürlich würden wir alle immer gerne von einer grandiosen Reiseerfahrung berichten und mit anderen beeindruckenden Reisen mithalten können. Aber als unerfahrener Reiseland- Träumer sind solche ehrlichen Schilderungen enorm wertvoll.
Es ist echt schwierig die passende Reisezeit zu wählen wenn man unter Kälte leidet und deshalb zwischen optimalen Fahrwetter und Wohlfühltemperatur wählen muss.

Nochmals vielen Dank dafür, dass du uns deine Erfahrungen so ehrlich geschildert hast und für euren zweiten Versuch wünsche ich euch ein gutes Gespür für die richtige Reisezeit.
Liebe Grüße, Silvia
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