Australien -12000 km, oder einmal um den Südosten!

Reisebericht 110 Antworten · 9'410 Aufrufe · gestartet 16. Okt. 2023 von busko
1'543 Beiträge · seit 201329. Okt. 2023 · #21
Hallo Busko,
einen Bericht wird es von uns nicht geben. Absolut keine Zeit gerade, und ob sich das in absehbarer Zeit bessern wird, das wage ich zu bezweifeln.
In Noosa Head waren wir 3 Nächte, es waren unsere letzten 3 Tage vor unserem Abflug ab Brisbane nach Deutschland. Das Umland bietet einige tolle Nationalparks, wo wir fast auf jedem Eukalyptus einen dieser putzigen Koalas gesichtet haben.
Rainbow Beach habt ihr ja leider wohl verpasst. Sehr schade, denn die Sonnenuntergänge am Beach oder auf der Düne sind sensationell. So etwas sieht man nur ganz selten.
Rockhampton ist tatsächlich sehr unattraktiv. Die Gegend um Agnes Water dagegen ist wunderschön. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal.
Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
Themenstarter807 Beiträge · seit 201805. Nov. 2023 · #22
Am nächsten Morgen geht es weiter, auf der „Barkly Highway“ bis zum „Barkly Homestead“, ein schöner Ort der total einsam in der Unendlichkeit liegt, aber durchaus zum Verbleiben einlädt! Es gibt eine Tankstelle, ein liebevoll gestaltetes Restaurant/Lädchen, ein Paar Campingplätze und schöne Häuschen für eine Übernachtung falls man nicht bzw. nicht immer campen möchte! Das war´s!
Wir merken uns diesen Ort für einen zukünftigen Zwischenstopp.

Die Gegend ist typischer, flacher, australischer Busch aber mit erstaunlich viel Flora und Fauna für diejenigen die sich die Zeit nehmen mal zu halten und nachzuschauen!

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(Typische, australische Buschlandschaft.....ich liebe sie, wie sie in ihrer pastellfarbenen Schönheit daher kommt!)

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(Bussard großer Greif 1)

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(Bussard großer Greif 2)

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(Keilschwanz Adler.....der größte Greif Australiens! Leider sehr entfernt!)

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(Australien eben......und wie Eben.....!)

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(In typisch "Crocodile Dundee" Sprache....."Das war kein Road Train.....DIES ist ein Road Train!")

.....und dann gibt es Flora.....in allen Formen und Farben.....

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("Ferricrete", ein sehr Eisenhaltiges, rezentes Konglomerat)

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(Road Train Nummer 3, diesmal mit 4 Anhängern die Erz zum Exporthafen Rockhampton bringen)

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(Barkly Homestead.....sehr gepflegt und einladend!
Können wir sehr empfehlen als Zwischenstopp!)

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(Es gibt in der Barkly Homestead schöne, gepflegte Gärten.....offensichtlich ist hier jemand mit Liebe und gärtnerischem Geschick dabei!)

Wir halten kurz, schauen uns die Anlage etwas an, essen und trinken eine Kleinigkeit und fahren weiter, in Richtung "Karlu Karlu" (Devils Marbles).
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 05. Nov. 2023
Themenstarter807 Beiträge · seit 201806. Nov. 2023 · #23
Wir fahren weiter; westlich zum Three Ways Roadhouse, das so heißt, weil hier die nach Westen führende Barkly Highway in einem T-Anschluss in die Nord-Süd (geht von Darwin im Norden nach Adelaide im Süden) verlaufende Stuart Highway mündet. Das Roadhouse ist eher lieblos; kein Vergleich zur Barkly Homestead!

Noch an der Barkly Highway sind ganze Landstriche mit Termitenhügel bepflastert…..soweit das Auge reicht…..
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Einige (mit typisch australischem Humor) haben hieraus wahre Kunstwerke geschaffen…..
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Wir fahren auf der Stuart Highway nach Süden weiter, durch das Dorf Tennant Creek, welches sich in keiner Weise besonders hervor hebt, und kommen am Nachmittag nach Karlu Karlu (früher Devils Marbles) wo wir im kleinen aber sehr schön gelegenen Campingplatz übernachten.

Wir bauen unser Camp auf und sehen uns ein wenig in der schönen, mit riesigen Felskugeln bestückten Welt um…..

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(Unser Camp. Wir stehen rechts vom Waschraum unter dem Baum)

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Abends kommen wir dann mit unseren Camp Nachbarn (Im großen WoMo mit Anhänger, rechts von uns), die freundlich, gesprächig und, wie viele Australier(!), einem alkoholischen Getränk (oder 2…3…) nicht abgeneigt sind, ins Gespräch, trinken unser GaT zusammen und bekommen noch von denen den Tipp im Camping Platz des National Road Transport Museums (auch Ghan Museum genannt) ca. 10 km südlich von Alice Springs zu übernachten.

Am nächsten Morgen schauen wir uns die Gegend noch einmal im schönen Licht des frühen Morgens an und fahren anschließend Richtung Alice Springs weiter.

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(Eine wieder mal typisch australische, pragmatische Lösung.....der ansonsten fehlende Mobilfunkempfang wird hier durch eine "Satellitenschüssel" hergestellt, wobei das Mobil Telefon genau auf einen kleinen Tisch gelegt werden muss der sich genau im Fokalpunkt des Parabolspiegels befindet.....einfach genial!)

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(Das kann nur Australien sein.....)
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(Südlicher Wendekreis zwischen Tennant Creek und Alice Springs)
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Es ist sehr heiß (42 Grad!) so, dass wir uns kurzerhand entscheiden nicht zu campen und stattdessen eine feste Unterkunft mit Air Conditioning zu suchen. Wir werden im Wintersun Camp, welches sowohl Hütten wie auch Campingplätze anbietet, fündig und verbringen den Nachmittag/Abend in der angenehm kühlen Hütte.

Am nächsten Tag ist es deutlich angenehmer und wir starten früh zu einer langen Runde durch die West McDonnell Ranges (vor 350 Mio Jahren entstanden) wobei wir an der nördlichen Straße nach Westen rausfahren, dann kurz nach Süden und wieder auf der südlichen Straße nach Alice Springs zurück. Wir machen immer wieder kurze Abstecher zu den verschiedenen Gorges, Wasserlöcher und anderen Sehenswürdigkeiten.

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(Wand aus härterem Gestein das der Verwitterung getrotzt hat und schön die Richtung der Gesteinsschichten anzeigt)

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("Versteinerte" Wellen aus einem urzeitlichen Ozean.....)

[Die McDonnell Ranges sind schon sehr sehenswert und beeindruckend!
Die höchsten Berge sind mit Mt. Zeil (1531 m), Mt. Liebig (1524 m) und Mt. Edward (1423 m) schon sehr imposant und stellen die höchsten Berge der Northern Territories dar.
Der sehr bekannte und viel begangene Larapinta Trail (225 km!) der am Kamm der Bergkette entlang führt ist schon was besonderes; Weiterhin bekannt sind Simpsons Gap, Stanley Chasm, Ellery Creek Big Hole, Serpentine Gorge, Ochre Pits, Orniston Gorge und Glen Helen Gorge.]
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 06. Nov. 2023
Themenstarter807 Beiträge · seit 201806. Nov. 2023 · #24
@ANNICK;
Liebe Annick, wie ich dich kenne wirst du schon bald in Australien sein und ich sag nur; "Es lohnt sich unbedingt"!

@Old Women;
Liebe Beate, wir haben uns Rainbow Beach und Agnes Water gemerkt.....und.....das "nächste Mal" wird schon sehr bald stattfinden! Allerdings haben wir großes vor so, dass ich nicht weiß ob es auch noch für diese Destinationen reicht!?

Liebe Grüße,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
896 Beiträge · seit 201706. Nov. 2023 · #25
Sooooo schöne Fotos - ich bin begeistert !

Habt ihr euch eigentlich das Auto gekauft ? Es sieht nicht nach Mietwagen aus....
Liebe Grüße Makra
1'543 Beiträge · seit 201307. Nov. 2023 · #26
Hallo Busko,

da bin ich aber gespannt wo es hin geht. Australien ist riesig, Tasmanien wäre noch einmal etwas und dann die Westküste hoch bis zum Top End, aber dafür braucht man mindestens 6 Wochen wenn man es einigermaßen entspannt angehen möchte.
Die West Mac Donnells, einfach nur wunderbar. Standley Chasm, einmalig schön, wenn gegen Mittag die enge Schlucht ein wenig von der Sonne beleuchtet wird. Am Ormiston Gorge spiegelten sich die roten Felsen im Wasser. Das war magisch, und wir haben dort 2 sehr entspannte Stunden am See verbracht. Es hatte wohl gut geregnet, und so mussten wir uns den Weg zu den Felsenzeichnungen erschwimmen.

Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
Themenstarter807 Beiträge · seit 201807. Nov. 2023 · #27
Weiter geht es auf der Larapinta loop, wie der Rundweg von Alice durch die West McDonnell Ranges heißt. Wir kommen zu den Ochre Pits, in denen die Ureinwohner ihre Farbpigmente für die schönen Malereien und Stofffärbung gewonnen haben…..

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Wir staunen ob der großen Palette von, ja, eben „Ocker“ Farbtöne die hier dicht an dicht aufgeschichtet, in der Form weicher, wenig konsolidierter Protogesteine, vorkommen. Es handelt sich um eine Farbpalette die von fast Weiß, über Creme, Gelb, Orange, Rot und alle Schattierungen von Braun geht…..sehr beeindruckend!

Wir fahren bei bestem Licht durch typischer australischer Buschlandschaft…..die Erde ist Rot, gespickt mit gelbem Gras, grüne Bäumchen (es hatte offensichtlich vor Kurzem geregnet!); der Himmel ist blau, mit dekorativen Wölkchen…..

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(Soooo typisch Australien.....eines meiner Lieblings fotos!)

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…..WAS???.....wir sind in die Süd Heide gebeamt worden…..

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Hermannsburg wurde tatsächlich von Missionaren aus dem gleichnamigen Ort in der Südheide gegründet und diente als Stützpunkt zur Missionierung und Unterstützung der Urbevölkerung. Heute macht das Dorf leider einen recht runtergekommenen Eindruck wobei man schon, bei Betrachtung der Kirche und umliegenden Gebäuden, merkt, dass hier sehr viel Herzblut seitens der Missionare rein geflossen ist!

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Es geht zurück nach Alice Springs; dunkle Wolken kommen im Osten auf und bilden einen wunderschönen Kontrapunkt zu den magisch von der Nachmittagssonne angeleuchteten Rücken der McDonnell Range…..

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( Larapinta Loop; Blick nach Osten, Richtung Alice Springs)

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Wir kommen nach Alice Springs, kaufen kurz für die nächsten Tage ein und suchen verzweifelt nach Stoffe mit „australischen“ Mustern…..in Alice soll es die beste Auswahl geben….und werden fündig. Wir kaufen einige Meter verschiedener Stoffe, die inzwischen bereits zum großen Teil zu Kleidern und Tischdecken verarbeitet worden sind!
Weiterhin suchen wir typisch australische Gemälde aus der „Traumzeit“. Wir steuern wohl gut 6-8 Läden an, teilweise von Ureinwohner betrieben. Die Bilder sind entweder zu klein, nicht ansprechend oder zu teuer!.....wir finden leider nichts was passt!

Also fahren wir, etwas enttäuscht, zu dem uns von unseren Camping-Nachbarn bei Karlu Karlu empfohlenen „Road Transport and Ghan Museum“.
Das Museum ist geschlossen, es ist absolut keiner vor Ort. Überall stehen, auf einem riesigen Gelände, Fahrzeuge aller Art (Lastwagen, Schienenfahrzeuge, Landwirtschaftsmaschinen usw.) herum; rosten und gammeln leise vor sich hin. Es ist ein wirklich surrealer Platz!
Wir sehen am Tor eine Telefonnummer, rufen an und werden ca. 20 Minuten später von einer Mitarbeiterin, die aus Alice Springs nur zu diesem Zweck gekommen war, rein gelassen und dürfen dort, total allein, (für 7 AUD) die Nacht verbringen…..wunderbar!

Wir bauen unser Camp schnell auf und streifen bestimmt 1-2 Stunden bis zum Sonnenuntergang verzaubert durch das Gelände…..diese Vielfalt, diese Schmuckstücke die leise vor sich hin gammeln, irgendwann wohl wieder zu einem Häufchen Eisenoxid zurück verwandelt werden; genau das Material aus der sie auch ursprünglich entstanden sind!

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(Unser Landcruiser steht hinten, rechts vom Eisenbahnwagon.....herrliche Gewitterstimmung kurz vor Sonnenuntergang)

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[P.S.: Zum Thema „Dreamlines“ kann ich das wunderbare, mystische Buch; „Songlines“ von Bruce Chatwin stärkstens empfehlen…..und zwar nicht nur für Australien-Reisende!]
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 07. Nov. 2023
Themenstarter807 Beiträge · seit 201808. Nov. 2023 · #28
@Makra;
Hallo Makra, erstmal danke für die netten Zeilen.....ja, das motiviert schon!
Du hast recht.....den Cruiser haben wir nicht gemietet. Der ist aus einer Generation die Heute zur Rubrik "definitiv unvermietbar" gehört!
Wir haben den Wagen privat ausgeliehen, Dachzelt (gebraucht) und "awning" (von XLT - sehr empfehlenswert!) dazu gekauft.....und fertig war die Laube!

@Old Women;
Hallo Beate, deine Vermutungen zur zukünftigen Tour sind schon sicherlich sinnvoll und naheliegend......aber.....falsch!
Ich möchte die Antwort noch ein wenig im Dunkeln lassen, werde mich aber im Laufe des Berichtes noch dazu äussern.
Ich merke, dass unsere Reise bei dir schöne Erinnerungen weckt.....das freut mich ganz besonders!
Ein Bericht (meine zumindest) hat nämlich viele Zielrichtungen; Tipps geben, ästhetisch anspruchsvoll sein, Erinnerungen wecken und nicht zuletzt, den Berichteschreiber erlauben das erlebte zu ordnen und nochmal zu erleben.
Ja, die McDonnells sind schon sehr sehenswert! Deine Erinnerungen decken sich gut mit den Meinigen!

Liebe Grüße,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 08. Nov. 2023
3'883 Beiträge · seit 201108. Nov. 2023 · #29
busko schrieb:
Ein Bericht (meine zumindest) hat nämlich viele Zielrichtungen; Tipps geben, ästhetisch anspruchsvoll sein, Erinnerungen wecken und nicht zuletzt, den Berichteschreiber erlauben das erlebte zu ordnen und nochmal zu erleben.

Sehr treffend, so hat das hier noch niemand definiert. Mich hat der RB veranlasst, das passende Fotobuch hervorzukramen und nachzulesen, wie wir das 2009 erlebt haben: Die Farben!, die Landschaften wie z.B. die McDonnell Ranges! usw. ...

Herzlichen Dank sagt
freshy
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Themenstarter807 Beiträge · seit 201808. Nov. 2023 · #30
Am nächsten Morgen fahren wir auf der Stuart Highway weiter nach Süden, bis zum Erldunda Roadhouse, wo wir kurz einkehren und uns ein wenig umschauen. Die Anlage sieht ganz gut aus, es gibt Zimmer zu vermieten aber keinen Campingplatz.

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Es geht auf der Lasseter Highway (A4) weiter nach Westen. Wir sehen Emus und eine schöne Blütenpracht…..

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Was sieht sie dann da gerade.....

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Was ist das? Wir stoppen an einem Aussichtspunkt an der Seite der Straße und fragen uns; „Sind wir bereits am Uluru?“.....

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…..Nein, es ist der Mt. Connor, ein imposantes Plateau südlich der A4 und, nicht genug des Guten, steigen wir auf eine kleine Anhöhe auf der anderen Straßenseite und sehen einen schönen, trockenen Salzsee der nicht von der Straße aus zu sehen ist…..

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.....und viel "typisch Australien!".....

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Wir fahren weiter und dann sehen wir ihn…..DAS sehnsuchtsziel schlechthin eines jeden Australien-Reisenden…..den Uluru…..

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[Bei unserer ersten Australien Reise in 1994 war ich noch vor Sonnenaufgang auf den (damals noch als Ayers Rock bekannten) Monolithen gegangen und hatte von dort einen wunderschönen Sonnenaufgang in Richtung Kata Tjuta, (damals die Olgas) sehen dürfen.
Ein Paar Wochen vorher während der gleichen Reise, in einer in einem ausgemusterten Zug gebauten Lodge auf dem Atherton Tableland, hatte mich ein auf Crocodile Dundee getrimmter Australier (Khaki Kleidung, Buschstiefel, Lederhut und, natürlich, ein großes Messer am Gürtel!), der deutlich über seinen Durst getankt hatte, auf die Schulter geklopft und bedeutungsvoll gelallt; „You haven`t been in Australia until you`ve put your hand on the Rock!“ Damals lachen wir herzlich über diese Episode, aber im Nachhinein merken wir, dass er doch ein wenig Recht gehabt hat! Es ist genau so…..man muss dieses einmalige Phänomen gesehen haben!]


Wir fahren am späten Nachmittag zum Aussichtspunkt, parken und machen es uns auf unseren Campingstühlen bequem.
Plötzlich hält ein uralter amerikanischer „Straßenkreutzer“ neben uns. Drei Ureinwohner (1 Mann und 2 Frauen) steigen aus, begrüßen uns freundlich und sprechen uns an in einer Mischung von Zeichensprache und einer Sprache die uns völlig fremd ist (offensichtlich sprechen sie nur ganz rudimentär Englisch!). Sie rollen einige Gemälde vor uns aus und wir verstehen, dass sie uns ein Gemälde verkaufen wollen. Eines hat eine ideale Größe und gefällt uns besonders gut. Kurz entschlossen kaufen wir es und es hängt Heute schön bei uns an einer Wand…..

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jetzt sind wir froh, dass wir nicht in Alice Springs ein "unter-Druck-Verlegenheitskauf" getätigt haben!

Wir schauen gebannt zu wie sich die Stimmung kontinuierlich ändert.

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Irgendwo brennt ein Buschfeuer…..die Rauchschwaden sind deutlich zu sehen.

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Der Rauch reicht bis ans Nordwestende des Uluru.....

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Die Sonne geht unter und es wird empfindlich kühl, also fahren zum zum Camp zurück und verbringen eine windige und laute (ein nerviger Generator läuft ständig) Nacht im Dachzelt.
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 08. Nov. 2023
Themenstarter807 Beiträge · seit 201809. Nov. 2023 · #31
Wir „schlafen schnell!“ denn wir wollen am nächsten Morgen bereits 1 Stunde vor dem Sonnenaufgang auf der Straße zum Kata Tjuta sein.
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 12. Nov. 2023
Themenstarter807 Beiträge · seit 201809. Nov. 2023 · #32
Die ca. 80 km sind schnell geschafft und wir kommen noch vor Sonnenaufgang zum gut ausgebauten Aussichtspunkt. Von hier aus können wir den Sonnenaufgang, sowohl in Richtung des fernen Uluru als auch des nahen Kata Tjuta förmlich in uns aufsaugen…..es ist wunderbar stimmungsvoll!

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(Blick in Richtung Uluru.....es ist einfach riesig!)
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[Obwohl es teilbewölkt ist, sehen wir auch viele Sterne und ich fange an zu grübeln: Unsere Galaxie hat ein Durchmesser von ca. 100 000 Lichtjahren so, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass viele der Sterne die man heute sieht vielleicht gar nicht mehr existieren. Wir sehen ja das was vor ca. 100 000 Jahren dort war…..ein Gedanke der mich schon umtreibt….. Sterne aus anderen Galaxien sind noch viel, viel weiter entfernt, also sehen wir einen Sternenhimmel den es in weiten Teilen schon gar nicht mehr gibt!]

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(Kata Tjuta (die Olgas) im zarten Morgenlicht.....)
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Nachdem der Zauber in den Tag übergeht entscheiden wir uns eine lange Wanderung durch das Labyrinth der riesigen Felskuppeln zu unternehmen.

Diese Tour lohnt sich wirklich sehr. Man wandert durch die Felsschluchten die hier hauptsächlich aus einem sehr groben, warm roten Konglomerat bestehen. Die Landschaft ist riesig und erinnert ein wenig an den Westen der USA (Utah, Arizona….).

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(Die Steinkuppeln sind riesig und zum großen Teil aus Konglomerat-Gestein, ein Art Sandstein, der aber auch große Gesteinsbrocken einschließt)
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(Am höchsten Punkt des Rundwegs angekommen.....welch eine Aussicht!)

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(Symphonie in Stein!)

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(Jede kleine, etwas ebene Stelle sammelt Wasser und Staub an und bildet die Basis für Flora aller Art)

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(Einfach nur Stein, Farbe und Kontrast.....so einfach kanns sein.....!)
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Abschließend machen wir auch noch die andere, kleinere Wanderung, die sich aber nicht lohnt wenn man die längere Tour gemacht hat.

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Dann essen wir kurz eine Kleinigkeit und fahren wieder in Richtung Uluru zurück.
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zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2023
896 Beiträge · seit 201709. Nov. 2023 · #33
Wahnsinns Aufnahmen - ich liebe das Zentrum mit all seinen Stimmungen
Liebe Grüße Makra
Themenstarter807 Beiträge · seit 201811. Nov. 2023 · #34
@freshy;
Liebe freshy, danke für dein weiteres Interesse an diesem Bericht!
Ich merke, dass ich mit dem Bericht bei dir schon 2 meiner Ziele erreicht habe.....
- er weckt offensichtlich schöne Erinnerungen bei dir und,
- ich darf meine Reise nochmal Revue passieren lassen und merke, dass meine Empfindungen sich doch mit denen anderer gut decken.

@Makra;
Liebe Makra, danke für die Blumen!
Ja, als bekennender "Landschaftsmensch" passte diese Reise so richtig genau in mein "Beuteschema"!
(Ich persönlich brauche nicht noch die 20. Aufnahme von sich faul rekelnden Löwen oder riesige Elefantenansammlungen, obwohl ich doch gestehen muss, das mich letztere, vielleicht wegen ihrer Intelligenz, sehr interessieren.)

[Busko-pädia: Zwei sehr interessante Fakten zum letzteren, zum Elefanten;
- Lediglich der Rüssel eines Elefanten enthält wohl eine ähnliche Anzahl Muskeln wie der ganze menschliche Körper! Kein Wunder, dass die kleinen Elefanten so putzig ziellos mit diesen "herumschlenkern"....es wird sicherlich viel Zeit brauchen bis sie ihren Rüssel perfekt beherrschen!
- Elefanten bestehen, zumindest öfters, den "Spiegeltest"; gehören somit zu einer kleinen Tiergruppe die eine so hohe Intelligenz aufweist!]


Liebe Grüße,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 11. Nov. 2023
Themenstarter807 Beiträge · seit 201811. Nov. 2023 · #35
Wir möchten diesen ganz besonderen Tag in vollen Zügen genießen, fahren also zum Uluru und merken, dass wir einen großen Fehler gemacht haben! Wir glaubten im Vorfeld erfahren zu haben, dass man nicht nur nicht mehr den Uluru besteigen darf, sondern, dass es auch nicht mehr möglich ist den Berg zu Fuß zu umrunden. Ersteres stimmt, letzteres ist falsch; man darf noch auf einen gut begehbaren Weg den Berg umrunden (er hat einen Umfang von 9,4 km, also realistisch ca. 10-12 km Fußweg) und die verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus nächster Nähe betrachten.

Da es mittlerweile bereits Nachmittag ist und die (steile, Sommer-) Sonne schon arg den Bewegungsdrang abbremst, entscheiden wir uns für eine „Umfahrung“ des Bergs mit gezielten Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten.

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(Der ("Tweespoor-") Pfad der über Jahrzehnte von den Besteigern des Uluru in den Fels gezeichnet wurde ist immer noch gut zu sehen. Damals gab es eine im Fels verankerte Kette an der man sich, Kette zwischen den Beinen, breitbeinig hochgezogen hat; daher die zwei Parallelspuren)

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(Interessante Erosionserscheinungen die (mich zumindest) immer etwas an ein Hirn erinnern!)
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(Heilige Wasserstelle der Ureinwohner)

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Wir fahren die kurze Strecke zurück ins Camp, machen uns frisch, essen etwas und…..O JÉ….. der Himmel zieht sich zu und es fängt tatsächlich an, hier in der Halbwüste und ausgerechnet Heute, zu regnen! Wir sind enttäuscht und wissen nicht so richtig was wir machen sollen; im Camp bleiben und im Restaurant unseren Frust mit australischem Bier und Wein „dämpfen“?.....oder doch zum Aussichtspunkt fahren und hoffen, dass sich doch noch, zumindest eine kleine, Wolkenlücke auftut?

Wir sind hin und her gerissen, mal heißt es hü, mal hott! Am Ende setzen wir uns ins Auto und fahren, mit wenig Hoffnung, in den Regen hinaus!

Am Aussichtspunkt angekommen sieht es genauso aus wie wir es uns vorgestellt haben…..trüb und grau, überall Wolken und ein Uluru im nebligen Regen verschleiert…..

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Wir sitzen im Auto, trinken unseren GaT und…..was ist denn das??? Es scheint ein wenig aufzuklären…..

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…..und dann kommt die Sicht/ Stimmung die man, wenn man Glück hat, wahrscheinlich nur einmal im Leben erlebt! Die Farben, die Stimmung, die Größe des ganzen Geschehens ist einfach überwältigend. Es ist ein Sonnenuntergang, der auch ohne „Rock“ zu den schönsten gehören würde. Ich denke mir, dass ist schon was sehr besonderes, wenn der Uluru, der sonst jeder Postkarte als zentralen Fokuspunkt schmückt, hier fast zum „Beiwerk“ einer noch viel größeren, imposanteren Erscheinung degradiert wird!.....einfach bombastisch…..

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(Das ist selbstverständlich einer meiner Lieblingsbilder der Reise!)

Es kommt noch ein dekorativer Regenbogen dazu und spätestens jetzt bin ich froh, dass ich mich doch dazu durchgerungen hatte das, nicht ganz leichte, 14 mm Objektiv mit zu nehmen…..

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Das dramatische Wolkenbild zieht sich immer mehr auf und geht dann in eine friedliche, „als ob nichts gewesen wäre“, blaue Stunde über…..

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Wir fahren total (auf Neudeutsch!) "geflasht" zum Camp zurück und lassen einer der schönsten Tage der Reise bei einer guten Flasche Wein und Snacks Revue passieren.....so viel sieht man sonst nur in einer Woche!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 12. Nov. 2023
608 Beiträge · seit 202011. Nov. 2023 · #36
Einfach nur: genial!!!
243 Beiträge · seit 202111. Nov. 2023 · #37
Aber wirklich, Australien kommt auf meine Wunschliste!
896 Beiträge · seit 201711. Nov. 2023 · #38
Lieber Busko,

Schönwetter kann jeder, aber deine Aufnahmen sind etwas ganz besonders ! Wir hatten den Uluru auch im Regen erlebt, die ganze Umgebung stand unter Wasser. Das war nicht das, was wir vom Outback erwartet hatten, aber die Wasserpfützen in der roten Erde mit dem intensiv grünen Spinifex Gras hatten durchaus ihren Charme 🙂
Liebe Grüße Makra
6'369 Beiträge · seit 201112. Nov. 2023 · #39
Hoi Busko
busko schrieb:Interessante Erosionserscheinungen die (mich zumindest) immer etwas an ein Hirn erinnern!
Ja, eins mit Alzheimer... 🙄 😵 😉
busko schrieb:
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(Das ist selbstverständlich einer meiner Lieblingsbilder der Reise!)
Wau!!! Das ist definitiv ein Wahnsinnsbild! Gratulliere!!!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'425 Beiträge · seit 201312. Nov. 2023 · #40
Ich lese hier auch mal mit, weil es so viele Erinnerungen weckt. Wir waren 2008, 2010 und 2013 jeweils für 3 bis 4 Monate in Australien, wobei wir uns vor allem in den Westen verliebt haben. Dort waren wir teilweise 3 Tage unterwegs, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Das war dann nur blöd, als ich mir eine Blutvergiftung mit über 40 Grad Fieber eingefangen hatte und wir bis zum nächsten Krankenhaus noch 550km fahren mussten, aber das sind halt die Entfernungen im Westen. Ich freu mich auf weitere Bilder, auch wenn wir selbst rund 30000 haben. Gruss Matthias
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/