Tinochika1'651 Beiträge · seit 201427. Juni 2023 · #61
Champagner schrieb:
Das mit dem Falken und den Webervögeln irritiert mich: ich hätte jetzt spontan aus dem gesunden Menschenverstand raus gedacht, dass er eher vor seinem Büffet sitzt..
Hallo liebe panthers,
vielleicht können wir ja zur Aufklärung beitragen.
Fünf Jahre nachdem wir 2018 dieses Phänomen in Mesosaurus auch beobachten konnten erhielten wir die Aufklärung im Museum von Twee Rivieren dieses Jahr ( also Bele, es lohnt sich doch dorthin zu fahren )
Liebe Grüße Ingrid und Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
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pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200728. Juni 2023 · #62
Schneewie schrieb: Und die fahrt zum Mesosaurus Camp über die Dünen, wir dachten schon, das wir nie ankommen. 🙂
So was ähnliches haben wir uns auch gedacht 😎
@Bele Du weißt doch, Jammern gehört zum "Geschäft" 😗 😄 Wird aber sicherlich noch 😉
@Tinochika Danke für die Erklärung, so hat uns das der Guide auf dem Tok Tokkie Trail auch erklärt.
Vereinfacht gesagt ist der Deal behagliche "Wohnung" gegen Sicherheit. Die kleinen Falken bekommen eine "Wohnung" und im Gegenzug werden die Jäger, uns wurden hauptsächlich Schlangen genannt, von den Nestern ferngehalten. Die Eingänge der Falken-Wohnungen sind tatsächlich ganz weiß vom Kot (warum haben wir da eigentlich kein Foto 😐 ). Uns wurde allerdings auch erzählt das ab und zu doch mal ein Webervogeljunges in den Fängen bzw. im Magen des Falken landet. Das wurde als Kollateralschaden bezeichnet 😗 Vielleicht auch eine Art "Bezahlung". Man lernt nie aus. Aber dafür sind wir ja alle auf Reisen 🙂
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200728. Juni 2023 · #63
Freitag, 05.05.2023 Klein Aus Vista
Wir haben recht gut im Zelt geschlafen, so langsam gewöhnen wir uns wieder ein. Wir frühstückten gemütlich und die Webervögel leisteten uns Gesellschaft. Gerne hätten sie ein paar Krümel abgehabt, aber da sind wir relativ eisern 😈 Auch heute Morgen musste die Sonne erst einmal die Wolken vertreiben.
Zum Kassieren war niemand hier gewesen, also hinterließen wir unseren Obolus am Büro, wo gerade jemand vom Personal putzte. Eigentlich ist eine Reservierung hier nutzlos, da bei späterer Ankunft alle Plätze mit Feuerstelle belegt sein könnten. Wir fuhren nach Keetmanshop um unsere Vorräte aufzustocken und zu tanken. Die sog. Parkwächter waren hier auch wieder unterwegs und passten auf das Auto auf um dann hartnäckig nach Geld, Getränken, Brot usw. zu fragen bzw. zu betteln. Dann ging es auf guter Teerstraße weiter nach Klein Aus Vista.
Hier hatten wir für die nächsten beiden Nächte ein Chalet im Eagles Nest gebucht. Hierhin wollte ich unbedingt noch einmal, ich finde die Aussicht und die Landschaft einfach toll. Wir wurden freundlich begrüßt und bekamen das erste Chalet „Mountain View“ zugeteilt. Vorsichtig fragten wir nach Eagles View, das war aber leider belegt. Irgendwie hatten wir nicht auf dem Schirm, dass die Unterkunft mit Frühstück gebucht war, daher orderten wir noch schnell einen Frühstückskorb. Wir erstanden noch ein Permit für eine Wanderung und warteten dann auf der Terrasse bei einem Malawi Shandy auf unseren Korb. Im Schatten wehte hier ein kühler Wind. Wir fuhren dann zu unserem Häuschen und waren ganz angetan von der Ausstattung 😘 Wir kennen es ja, trotzdem waren wir ganz begeistert.
Wir genossen die Aussicht und die Stille bei einem Kaffee und süßem Gebäck, bevor wir unsere Wanderschuhe schnürten. Um kurz nach 16:00 Uhr liefen wir zur Geisterschlucht.
Am Wrack des ausgebrannten Autos ging es vorbei und dann auf den Berg hinauf. Der Weg lag schon im Schatten, da war es gleich viel angenehmer zu laufen.
Oben hatten wir eine wunderbare Aussicht ins Tal und auch unser Chalet war gut zu erkennen.
Beim Abstieg mussten wir etwas auf den Weg aufpassen, da steinig und uneben.
Wir kamen an unserem Chalet nach ungefähr zwei Stunden wieder an. Heute gab es das letzte Fleisch aus Windhoek und frisches Gemüse. Ein Kapfuchs besuchte uns mit Abstand. Ein sehr netter Geselle 🙂
Wir genossen unser Essen und unser Lagerfeuer, es war sehr angenehm hier zu sitzen.
Der Sonnenuntergang war nicht so schön, wieder waren viele Wolken am Himmel 😗 Wir spülten ab, sprangen unter die Dusche und schon war es Zeit fürs Bett wo uns auch bald die Augen zufielen.
Morgen gehts wieder mal nach Lüderitz. Gibts da noch was Neues für uns? Ja, gibt es... 🙂
Champagner8'681 Beiträge · seit 201028. Juni 2023 · #64
Danke allerseits (ich habe auch noch von Tanja ganz privat eine Erklärung bekommen) für die Informationen - frau lernt nie aus!
panther schrieb: Uns wurde allerdings auch erzählt das ab und zu doch mal ein Webervogeljunges in den Fängen bzw. im Magen des Falken landet. Das wurde als Kollateralschaden bezeichnet 😗 Vielleicht auch eine Art "Bezahlung".
Mietkaution vielleicht 😐 ? Wobei ja dann eher der Falke etwas zahlen müsste 😎 ! Einfach schlechtes Benehmen vom Greif, würde ich mal sagen 😛 !
Es darf übrigens gerne weitergehen, das mit der WG ist ja nun geklärt 😉 !
Liebe Grüße von Bele
Edit: da kam doch tatsächlich ein neues Kapitel, während ich getippt habe 😄 - danke!
Danke für den tollen Bericht! Als bekennender "Landschaftsmensch" hat es mich Heute bei eurem Abstieg erwischt..... Insbesondere das Bild mit den dekorativen Wölkchen am blauen Himmel und warm angeleuchteter "Steinlandschaft" ist besonders gelungen, wie ich finde!
Besten Dank und liebe Grüße, busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Schneewie725 Beiträge · seit 201728. Juni 2023 · #66
Wir waren ja auch in den Chalets und total begeistert. Die Wanderung wollten wir auch machen, da wir aber relativ spät angekommen sind und es recht heiß war, haben wir darauf verzichtet. Gut so, denn wir hätten nicht gewusst, das man ein Permit benötigte.
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200729. Juni 2023 · #67
@Bele Nur net hetzen 😉
@busko Danke, das Licht war wirklich was besonderes. Manchmal auch unwirklich 🙄
@Schneewie Das mit dem Permit erfährt man auch nur wenn man nach einer Karte für die Wanderung fragt. Aber letztendlich interessiert hat das niemanden. Wäre auch ohne gegangen 😉
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200729. Juni 2023 · #68
Samstag, 06.05.2023 Klein Aus Vista
Wieder tröpfelte es kurz in der Früh, gut zu hören auf unserem Blechdach. Wir zauberten ein tolles Frühstück mit den guten Dingen aus unserem Korb. Speck und Eier, Käse und Wurst ließen wir uns schmecken, sogar Lachs war dabei. Das war alles gar nicht zu schaffen, daher packten wir uns noch etwas Proviant für unseren Ausflug nach Lüderitz ein.
Der Himmel war heute zweigeteilt, auf der einen Seite war es schön und blauer Himmel 🙂 , auf der anderen Seite stark bewölkt 🙁 Die Wildpferde standen schon weit vor der Wasserstelle an der Straße. An der Wasserstelle, die wir gar nicht so weit weg von der Straße in Erinnerung hatten, selbst war es fast leer, nur ein paar Strauße waren da. Aber dann kamen doch vier Pferde, immer schneller wurden sie bei der Aussicht auf das kühle Nass. Sie tranken und entfernten sich dann auch gleich wieder.
Wir fuhren weiter zur Garub Bahnstation und wollten ein paar Bilder machen. Auf den Gleisen stand ein Zug, rund rum umgekippte Waggons 🤩 Arbeiter waren vor Ort und einige Fahrzeuge. Mein erster Gedanke war, das sieht wie ein Drehort zu einem Katastrophenfilm aus. Es war aber leider echt, wie wir bald erfuhren 🙁 Vor ca. 3 Wochen ereignete sich hier das Unglück, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen (am 21.04. Artikel im Namibian ). Einige Kilometer weiter standen die verunfallten Loks auf den Gleisen.
Ein paar Fotos vom Garub Bahnhof, die Schmierereien wurden Gott sei Dank entfernt, mussten natürlich noch sein bevor wir unseren Weg nach Lüderitz fortsetzten.
Wir erreichten Lüderitz, bogen zuerst aber zum Diaz Point ab. Dort waren wir noch nie und es wurde Zeit mal einen Ausflug dorthin zu machen. Es wehte ein starker, vor allem aber kalter Wind, brrrr 😮 Da holten wir gleich mal die Jacken raus. Leider war noch zu viel Wasser, so dass wir das Kreuz nicht erreichen konnten. Wir liefen etwas herum, machten Fotos und verspeisten unsere mitgebrachten Brote. Ein einsamer Fleck war das hier.
Eine Robbe konnten wir auf einem Felsen entdecken und auf dem Rückweg einige Flamingos. Ein bescheuerter Einheimischer kam uns mit seinem Wagen entgegen und geriet in einer Kurve ins Schleudern. Gut, dass wir noch nicht auf gleicher Höhe waren, vermutlich hätte er uns erwischt – sehen konnte er uns vorher nicht. Was für ein Idiot 😈
Wir fuhren durchs Städtchen, dass wie ausgestorben wirkte. Kaum Autos, noch weniger Fußgänger. Wir fuhren bis Shark Island. Dort befindet sich ein Campingplatz, was für ein windiges Eck. Außerdem ist hier die Gedenkstätte der Nama, die erst im April eingeweiht wurde. Der Schrankenwärter klärte uns hier über die Gräueltaten der Deutschen auf und fragte dann woher wir kommen. Ich fand das sehr beklemmend. Da wir nicht übernachten wollten, mussten wir 20 Nam$ Eintritt bezahlen.
Später tranken wir Kaffee und Tee in Cosys Cafe, naja eher Pommesbude. Aber wir saßen draußen, beobachteten die wenigen Leute und lernten Red Velvet Kuchen kennen, nie vorher davon gehört, aber durchaus lecker 🙂 Ein Besuch an der Felsenkirche und bei den bunten Häusern rundete unseren Besuch in Lüderitz ab. Aus einem Fenster erklang Englands Nationalhymne, ach ja Charles wurde heute zum König gekrönt, das geht ja komplett an uns vorbei.
Kolmanskuppe haben wir bewusst ausgelassen, da waren wir ja schon zweimal. Wir machten uns auf den Rückweg. Mittlerweile hatten die grauen Wolken die Oberhand und es tröpfelte immer wieder mal. Wir schauten nochmal an der Wasserstelle vorbei, aber nur weit entfernt konnten wir ein paar Tiere entdecken. Wie heute Morgen schon, stand eine kleine Gruppe wieder an der Straße oder mitten darauf. Einige Tiere zeigten keine Scheu und kamen sogar ans Fenster. Vermutlich werden sie gefüttert 🙁 – so unsere Idee dazu.
Wir erreichten wieder unser Chalet und oh Wunder die Wolken verzogen sich so gut wie ganz und es gab einen wunderbaren Sonnenuntergang in den prächtigsten Farben.
Auch der Kapfuchs sah wieder nach dem rechten. Heute gab es Schinkennudeln zu Abend. Wir saßen schön am Feuer und über uns stand das Kreuz des Südens.
Morgen gibt's wieder was Neues. Es geht nach Namtib 🙂
Dandelion547 Beiträge · seit 201729. Juni 2023 · #69
Hallo liebe Panthers,
"wild" sind die Wildpferde leider wirklich nicht mehr. Ihr liegt richtig mit eurer Vermutung, dass sie von manchen Besuchern angefüttert werden. Bei unserem letzten Besuch dort vor einigen Jahren, stieg eine junge Frau sogar aus und umarmte eins der Pferde, während sie es fütterte. Ihr Begleiter machte derweil fleißig "schöne" Fotos von den beiden 😈 Als wir sie ansprachen, gaben sie vor, kein Englisch zu verstehen. Unfassbar, das Verhalten mancher Zeitgenossen. Das Wort "ignorant" ist da noch viel zu positiv.
Liebe Grüße Kordula 🙂
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201429. Juni 2023 · #70
Hallo Panthers,
sieht aus wie ein Spiegel. Tolle Idee.
Liebe Grüße Ingrid und Hartwig
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Schneewie725 Beiträge · seit 201729. Juni 2023 · #71
Unser Tag sah (fast) genauso aus. Shark Island fehlte, sowie der Kuchen. 😉 Haben aber noch die Kolmannskuppe auf der Hinfahrt mitgenommen.
Die Bilder von der Bahnstation Garub sind klasse (nicht die der Zugentgleisung). Wir sind gar nicht auf die Idee gekommen, dort auszusteigen (dachten wohl, das es nicht erlaubt sei) um Bilder vor Ort zu machen. Seit Ihr mit dem Auto bis fast zur Station gefahren oder auf dem kleinen Stück Teer stehen geblieben?
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200730. Juni 2023 · #73
Sonntag, 07.05.2023 Namtib
Heute hatte Ralf Geburtstag, den er mal wieder in Namibia feiern durfte 🙂 Wie es sich für den Ehrentag gehörte, gab es einen strahlend blauen Himmel ohne eine einzige Wolke.
Wir packten zusammen und verließen unsere schöne Unterkunft. Zur Feier des Tages gingen wir in der Lodge frühstücken. Was uns hier nicht so gut gefiel waren die Spatzen, die ungehindert rein und raus fliegen konnten und sich an den Resten auf den Tischen bedienten 🙁 Insgesamt hat uns der Frühstückskorb deutlich besser gefallen als das Buffet im Haupthaus. Wir beglichen unsere Rechnung, nahmen noch Holz mit. An einer Palme naschten die Mousebirds von den Früchten und die Streifenmäuse wuselten herum.
Wir fuhren nach Aus um noch aufzutanken und Wasser zu kaufen. Weit war es heute nicht zu fahren, Namtib war unser Ziel für die nächsten beiden Nächte. An der D707 hielten wir einige Male für Fotostopps und schon war das heutige Ziel erreicht.
Wir wurden freundlich empfangen und konnten uns eine freie Campsite aussuchen. Es wehte wieder ein kühler Wind und im Schatten war ich froh um eine Jacke. Jeder der sechs Plätze hatte einen Schattenbaum und eine große Grillstelle. Ein Platz war schon belegt, es wäre auch alles ausgebucht, hatte uns die Managerin erzählt. Wir suchten uns ein nettes Plätzchen, inspizierten die sehr sauberen sanitären Einrichtungen. Dann gab es Kaffee und Geburtstagskuchen.
Den Nachmittag verbrachten wir faul bei Lesen und Schreiben. Nach und nach trudelten weitere Gäste ein.
Wir starteten die Vorbereitungen für unser Abendessen, Salat musste geschnibbelt werden und Feuer gemacht. Heute lagen mal Käsegriller auf dem Rost. Die Sonne ging hinter dem Berg unter, anschließend leuchtete der Himmel in wunderschönen Farben, die von den Bildern nur unzureichend wiedergegeben werden.
Auch ging der Mond heute später auf, so dass Ralf noch einige Sternenaufnahmen machen konnte.
Einziger Nachteil hier ist, dass die sanitären Einrichtungen doch ein Stück entfernt sind, also machten wir noch einen kleinen Spaziergang.
Morgen passiert nicht viel, wir "trainieren" für den Tok Tokkie und faulenzen ein bisschen....
ich habe jetzt, total verspätet, erst so richtig in euren Reisebericht geschaut. Genau so eine Tour, oder zumindest eine sehr ähnliche, schwebt mir für mächstes Jahr vor. Es wird beim Lesen immer klarer. 😄 KTP, Namtib, Lüderitz, da muss ich unbedingt noch mal hin, ist schon viel zu lange her.
Eure Bilder sind wunderschön und der Bericht kurzweilig und sehr informativ. Danke.
Liebe Grüße und bis Büsnau. Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland
Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200701. Juli 2023 · #75
@Karin Schön dass du noch aufgesprungen bist. Vielleicht haben wir ja noch die ein oder andere Anregung für nächstes Jahr 🙂
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200701. Juli 2023 · #76
Montag, 08.05.2023 Namtib
Die Nacht war bescheiden. Irgendwann nahm der Wind sehr stark zu und blöderweise standen wir mit unserem aufgeklappten Dach so, dass noch einige Äste vom Baum an dem Solarpanel kratzten 😐 Das verursachte ein nerviges Quietschgeräusch 🙄 Was tun? Umparken bzw. ein Stück vorfahren, wollten wir auch nicht. Wir fanden eine andere Abhilfe: Wir steckten uns die Kopfhörer in die Ohren und versuchten mit Simply Red in den Schlaf zu finden. Das gelang dann auch irgendwann 🙂 Auch das Quietschen hörte auf – nur der starke Wind blieb. Wir lagen daher etwas länger im Bett, Eile hatten wir ja keine. Der Tag war ohnehin zur Erholung gedacht, weil wir morgen auf den Tok Tokkie Trail starten. Wenigstens versagte der Gaskocher seinen Dienst nicht, so dass es Kaffee zum Frühstück gab 🙂 Wir überlegten kurz ob wir uns wegen des Windes einen anderen Stellplatz auf einer anderen Farm suchen sollten, gaben das Vorhaben aber auf.
Stattdessen schnürten wir die Wanderschuhe und liefen zwei Stunden auf dem Gelände. Der Wind hatte mittlerweile nachgelassen. Als wir zurückkamen gab es Obst, Joghurt und Cornflakes, danach eine schöne Dusche.
Den Nachmittag verbrachten wir wieder gemütlich beim Lesen. Zu Abend gab es Nudeln mit Tomaten-Thunfischsauce, das geht immer bei uns. Wir saßen noch am Feuer und beobachteten einen neugierigen Kapfuchs, der um unseren Tisch herumschlich.
Ralf machte noch etwas in Sternenfotografie und dann wurde es Zeit fürs Bett.
Am Montag gehts dann weiter zum Tok Tokkie Trail. Wir waren ziemlich gespannt was uns erwartet.
wo fange ich an? Ja, beim KTP, meinem Herzenspark. Freut mich, dass ihr doch Katzen gesehen habt! Ihr wart natürlich nicht sooo lange dort, da kann die Ausbeute insgesamt auch etwas bescheidener ausfallen. Ich hoffe, ihr habt es als würdigen Ersatz für den Richtersveld empfunden. Dann die wunderbare Dünenstraße auf und ab Richtung Keetmans - herrlich. Und im Moer Toe Café haben wir vor Jahren auch schon leckeren Kuchen und ein Sandwich genossen. Es freut mich, dass es das Café noch gibt! 🙂 Mesosaurus liebe ich, und euer Sonnenuntergang war, wie Bele schon schrieb, doch durchaus idyllisch. Wir haben dort übrigens auch einen Pygmy Falcon beim Webervogelnest beobachtet . Die Lage direkt bei den Köcherbäumen und auch die 4x4-Strecke finde ich toll.
Mit Klein Aus Vista habt ihr dann das nächste Ziel angesteuert, wo es mich immer wieder hinzieht. Eure Fotos von der Wanderung über den Berg sind wundervoll, die Landschaft und Ausblicke wecken direkt wieder Sehnsucht. Und dann die Farben zum Sonnenuntergang - schmacht! Schön, dass ihr die Pferde gesehen habt, die ja leider wirklich von dummen Touristen gefüttert werden und denen ihr Aufenthalt an und auf der Straße zum Teil schon das Leben durch Unfälle gekostet hat 😠 Und zum Glück ist das Gebäude in Garub wieder neu gestrichen, über die Graffiti-Schmierereien habe ich mich so sehr geärgert. Es waren ja anscheinend französische Touris, die auch andere Dinge beschmiert haben.
Und dann Namtib - das gefällt uns auch, und auch wenn man keine eigenen Ablutions hat, und es je nachdem ein etwas weiterer Weg ist zum Gemeinschaftshaus, ist es doch immer wieder einen Besuch wert, denn die Blicke vom Campground in die Weite und die Berge sind doch so stimmungsvoll. Und der Weg dorthin über die D707 ist ja auch so herrlich. Zum Wandern war es uns dort im Dezember bisher zu warm - das ist der Vorteil eurer Reisezeit.
Nun bin ich natürlich gespannt, wie es weitergeht und freue mich auf weitere schöne Bilder!
Liebe Grüße und bis bald in Büsnau 😘 Tanja
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200703. Juli 2023 · #78
Hallo Tanja, danke für dein Feedback 🙂
Tanja schrieb: Ich hoffe, ihr habt es als würdigen Ersatz für den Richtersveld empfunden
KTP geht ja immer 🙂 , aber irgendwann wollen wir schon noch in den Richtersveld. Mal sehen ob wir das noch schaffen 😉 Es freut uns dass unsere Reisestationen doch bei dem ein oder anderen schöne Erinnerungen oder auch Vorfreude auslösen.
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200703. Juli 2023 · #79
Dienstag, 09.05.2023 Tok Tokkie Trail
Schlafen konnten wir, trotz des Windes, ganz gut. Nach dem zugigen Frühstück packten wir einen Koffer, damit waren wir für den Tok Tokkie Trail gerüstet 🙂 Ich schmierte noch ein paar Brote, die es vor dem Start geben soll. Wir hatten die Möglichkeit, einen Light Lunch zu buchen nicht genutzt. Dann verließen wir das windige, aber schöne Eck und fuhren auf der D707 weiter.
Nach dem Abzweig zu Kanaan wurde die Piste tiefsandig und sehr ruppig. Fahren war hier kein Vergnügen, es klapperte und schepperte 😠 Wir machten einen kurzen Stopp, 3 Löffelhunde tummelten sich auf der weiten Fläche. Erst als Ralf ausstieg, liefen sie davon.
Wir waren allein auf weiter Flur unterwegs, Autos begegneten uns so gut wie keine. Erst in Betta an der Tankstelle trafen sich alle Reisenden wieder. Wir mussten zwar nicht tanken, vertraten uns aber noch etwas die Beine, außerdem war es noch etwas Zeit, bis wir am Treffpunkt unserer Wanderung sein mussten. Wir unterhielten uns mit einem deutschen Pärchen, die mit einem giftgrünen Jimny von Namibia to Go unterwegs waren. Dann nahmen wir das letzte Stück Wegstrecke in Angriff. Beim sogenannten Abdreh (was für ein schönes Wort) zum Namib Rand Nature Reserve bogen wir ab um nach ca. 10 km den Treffpunkt zu erreichen.
Wir wurden von Sebastian unserem Guide begrüßt – mit uns waren noch zwei französische Paare unterwegs, sowie Philemon, ein Guide in Ausbildung. Nach dem Erledigen des nötigen Schriftkrams gings los, zunächst fuhren wir zu NADEET, einer Organisation die Interessierte aber vor allem Schulklassen schulte, Wasser und Energie zu sparen, im Großen und Ganzen einfach ressourcenschonender zu leben. Geführt von einer netten Mitarbeiterin, sahen wir uns die Küche an, wo mit Parabolspiegeln gekocht wurde oder das Essen warm gehalten wurde. Es gab auch einen Pizzaofen, allerdings dauert hier die Pizza schon einmal bis zu 2,5 Stunden. Es gab Komposttoiletten und gute Vorschläge, wie sich Wasser sparen lässt. Gute Sache, der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden.
Danach fuhren wir noch ca. 20 Minuten, bis wir den Startpunkt unserer Wanderung erreichten. Wir liefen ca. 1,5 Stunden die Dünen rauf und runter. Das war schon etwas anstrengend, da es hier doch gefühlt um einiges wärmer war 😕 Allerdings wurde die Wanderung auch in einem gemütlichen Tempo abgehalten, immer wieder unterbrochen von Sebastians Erklärungen zu Tieren und Pflanzen.
Sebastian
Dann hatten wir die erste Etappe mit knapp 3 km geschafft und wir erreichten die Bleibe für die erste Nacht unterm Sternenhimmel. Die Bettlager für uns waren mit Abstand in den Dünen aufgebaut, jeweils zwei Feldbetten mit einer Bettrolle, so einer Art Schlafsack nur mit richtigem Bettzeug drin. Dazu gab es eine Ablage für das Gepäck, welches schon bereit stand, ein Nachttischchen und eine Ablage für die Schuhe. Sicher ist sicher. Ein kleines Waschbecken mit Wasser gab es auch. Das WC war in gebührendem Abstand vom Lager, aber bequem für alle erreichbar – eine etwas wackelige Angelegenheit mit Ausblick.
Wir gönnten uns erst mal ein Bier an der Bar und waren die letzten, die erfrischt aus der Eimerdusche kamen 🙂 Wir haben gleich mit dem Wassersparen angefangen uns beiden reichte zusammen ein Eimer, das Wasser wurde für jeden Gast perfekt temperiert gemixt. Es wurde langsam dunkel und somit auch etwas kühler, aber insgesamt blieb es sehr angenehm.
Zu Abend gab eine Tomatensuppe mit Knoblauchbrot, Oryxgulasch mit Pap und Gemüse und Salat. Zum Nachtisch einen warmen Brownie. Alles war sehr lecker und reichlich 😘 Den für uns schon fast obligatorischen Kapfuchs gab es noch obendrein. Sebastian erklärte uns dann noch sehr ausführlich den Sternenhimmel, der wunderschön war, da der Mond nun immer später aufging. Wenn mann/frau sich die Sternenbilder nur immer merken könnte 😗 Ralf und ich waren hundemüde, wir waren auch die ersten, die sich verabschiedeten. Die Mitwanderer folgten aber auch bald. Nach der Katzenwäsche kuschelten wir uns in unser Bett und genossen noch kurz die Sterne bis uns sehr bald die Augen zufielen.
(Anmerkung: wir mussten unsere Reise in 2022 kurzfristig absagen und damit natürlich auch den gebuchten Tok Tokkie Trail. Der Kontakt mit Kerstin, der Besitzerin des Unternehmens, war immer sehr herzlich und für 2023 fanden wir auch eine für beide Seiten gute Lösung. Wir haben sie dann noch am Ende der Reise persönlich getroffen. Liebe Grüße )
Morgen kommt dann die längste Etappe. Für uns eine kleine Herausforderung 😐
pantherThemenstarter1'296 Beiträge · seit 200704. Juli 2023 · #80
Mittwoch, 10.05.2023 Tok Tokkie Trail
Die Nacht unterm Sternenzelt war sehr schön. Eingemummelt ins Bettzeug ließ es sich sehr gut aushalten. Ab und an wehte ein kühler Wind über mein Gesicht. Kein Laut war zu hören, nur der Mond erleuchtete hell die Umgebung. Sebastian weckte uns um 06:30 Uhr mit einem Kaffee 🙂 Kurz blieben wir noch liegen. Auch gab es warmes Wasser für unser Waschbecken. Langsam wurde es hell, nur der Jupiter blinkte noch vom Himmel. Was für eine schöne Stimmung.
Ein bisschen Unordnung 😗
Wir machten uns fertig fürs Frühstück, welches wieder an der langen Tafel serviert wurde. Dann wurden die Wasserflaschen aufgefüllt und gegen 08:30 Uhr ging es wieder los.
In gemütlichem Tempo liefen wir die Dünen hinauf und hinunter, mit etlichen Stopps entweder um die schöne Aussicht zu genießen oder Sebastians Erklärungen zu lauschen. Dann überquerten wir die sog. Hufeisenberge an einer niedrigen Stelle, nun ging es steinig weiter bis wir einen schönen Ausblick in das grandiose Nichts hatten 😘
Hier erklärt Sebastian das Zusammenleben von Falken und Webervögeln
Magnetisches Mineral in den Dünen
...und was man damit machen kann
Nach einem Päuschen begannen wir den Abstieg, der geraume Zeit in Anspruch nahm. Jetzt gab es keinen Schatten mehr; auf der steinigen Ebene liefen wir noch ein ganz schönes Stück bei der Mittagshitze und unser Lager für die Mittagspause war nicht in Sicht. Die Hitze, 35 Grad im Schatten nur ohne Schatten, machte uns schon etwas zu schaffen 🙄 , aber irgendwann war es auch geschafft und wir erreichten unseren schattigen Unterstand nach der ca. 8,5 km langen Etappe, in einer Senke.
Kühle Getränke, belegte Sandwiches, Quiche und Obst warteten auf uns. Erschöpft fielen wir in die Liegestühle, Coladosen kühlten unsere erhitzten Gesichter 😵 Dann war Siesta angesagt, Essen und Trinken, etwas Lesen und Schreiben. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, heute auch nur noch einen Meter zu laufen 😕 Die Franzosen waren da scheinbar doch deutlich fitter. Sie liefen nach einer kurzen Pause schon wieder fleißig ums Lager. Apropo Mitwanderer: die Franzosen waren definitiv von der netten Sorte und alle konnten auch perfekt Englisch, so dass einer Unterhaltung nichts im Wege stand. Aber so gegen 16:00 Uhr schnürten wir wieder die Wanderschuhe und wir konnten wieder frisch und erholt angreifen. Bis zu unserem nächsten Nachtlager liefen wir nochmal etwas über eine Stunde (ca. 3,5 km). Die Landschaft war wirklich grandios.
Sebastian fand Spuren von einem Chamäleon und tatsächlich entdeckte es Philemon dann zwischen einigen Halmen. Der kleine Geselle war von unserer Gesellschaft nicht gerade begeistert 🙄
Wir liefen weiter zum Schafbergcamp wo wir die nächste Nacht verbringen werden. Wieder wartete ein wunderbarer Sonnenuntergang auf uns, aber wir hatten gar keine Zeit, diesen ausreichend zu würdigen. Zuerst mussten wir den größten Durst mit zwei Bier löschen und danach gab es wieder eine Eimerdusche um den Staub des Tages abzuspülen 🙂
Zu Abend wartete ein Knoblauchhühnchen mit Süßkartoffeln und Kürbis, zum Nachtisch Milktart. Wieder schmeckte es ausgezeichnet 😘 Arg lange hielt es die Wandergemeinschaft nicht aus und bald fielen wir in die Betten.
Was für ein anstrengender aber auch wunderbarer Tag 🙂 Morgen gehts dann auf die letzte Etappe.