EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Nov. 2022 · #1
Liebe Fomis,
da in Beles Reisebericht unserer letzten gemeinsamen Tour durch das Kaokoveld schon gewitzelt wurde, wann wir wohl unsere Schilderungen der Erlebnisse hier präsentieren würden, hat sich der Berichtsdruck etwas erhöht. Das liegt insbesondere daran, dass wir eine weitere Reise im Herbst 2021 nach Botswana unternommen hatten, die hier noch keine Erwähnung gefunden hat. Um nicht aus der Chronologie auszubrechen und durcheinander zu kommen, berichten wir nun also über zwei Wochen im Oktober 2021, die wir zum größten Teil im Moremi Game Reserve in Botswana verbracht haben. Ursprünglich war die Reise bereits für 2020 geplant gewesen und ließ sich glücklicherweise ohne Schwierigkeiten um ein Jahr verschieben. Umso mehr freuten wir uns über diese Gelegenheit, unsere Sehnsucht nach Tieren, Lagerfeuer, Sternen und würziger, afrikanischer Luft erneut zu stillen. Auch wenn die Pandemie inzwischen ja nur noch wenige Auswirkungen zeigt, waren die Maßnahmen und Sorgen damals noch sehr präsent. Aber Flüge und Grenzübertritte haben ohne Schwierigkeiten geklappt. Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, so reisen zu können.
Wie immer freuen wir uns über eure Begleitung.
Ruth und Uwe
Prolog
Hurra, wir dürfen in diesem Jahr nochmal nach Afrika. Die zweite ausgefallene Reise aus dem Jahr 2020 wird nachgeholt. Und dieses Mal klappt alles. Es geht nach Botswana. Anfang des Jahres hatte sich Ruths Kollegin Katrin mit ihrer Familie, die bereits 2019 in Namibia gewesen waren und damals den Hinflug und die erste Nacht in Windhoek mit uns verbracht hatten, sehr spontan dazu entschlossen, uns zu begleiten. Nach Ruths Einladung gab es ein paar Nachrichten hin und her, und nach einer halben Stunde stand fest, dass Katrin, Martin, Sara und Lukas uns im Herbst – so der Urlaub denn dann stattfinden könnte – begleiten würden. Viel Zeit lag damals noch vor der Reise, und Uwe dachte jederzeit entspannt und mit großer Vorfreude an die vertrauten Strecken durch Botswana. Die Route von 2020 hatten wir eins zu eins in das aktuelle Jahr übertragen, natürlich mit einem anderen Datum, da die Herbstferien ja selten taggleich liegen. Gebucht hatten wir die Parks und Camps über Botswana Footprints. Aus vergangenen Jahren hatten wir diesen Rundum-Sorglos-Service sehr zu schätzen gelernt. Als nun die Voucher für die Buchungen elektronisch eintrafen, mussten wir aber feststellen, dass die gesamte Route um einen Tag nach hinten verschoben war – es waren die Daten aus 2020. Hektisch wurden weitere Mails ausgetauscht, und da eine komplette Verschiebung aller Nächte zur Korrektur nicht mehr möglich war, hängten wir vorne eine Nacht an und ließen am Ende eine weg. Zum Glück ließ sich das auch noch gegeneinander verrechnen. Des Weiteren gab es damals noch die Arbeit mit den PCR-Tests und den üblichen Vorbereitungen. Aber natürlich gibt es keinerlei Grund zur Klage. Wir freuten uns total auf diese Tour mit vier Botswana-Neulingen, auf welcher wir die beiden versäumten Wochen aus dem Sommer, die uns die vermeintliche Quarantäne geklaut hatte, nachholen wollten. Nachdem wir im Juli unsere tiefentladenen Afrika-Akkus bereits wieder zu einem Teil gefüllt hatten, erhielten wir nun mit Botswana eine zweite Dosis Afrika – einen Booster. Innerhalb von zwei Wochen erlebten wir sehr viel Schönes. Hier sind unsere Route und Stationen:
Enilorac65768 Beiträge · seit 201727. Nov. 2022 · #4
Hallo Zusammen, da komme ich natürlich auch gerne wieder mit! Freue mich auf die Reise! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Nov. 2022 · #7
Tag 0 – Freitag, 8. Oktober – Abflug
An diesem warmen und sonnigen Herbsttag packte Uwe morgens die Reisetaschen und stellte erfreut fest, dass wir nur sehr wenig Gepäck dabei hatten. Statt der dicken Daunenschlafsäcke mussten nur zwei kleine Würstchen mit dünnen Schlafsäcken verstaut werden. Anstelle dicker Fleecejacken lagen dort nur T-Shirts und kurze Hosen. Zuerst erweckte der Haufen den Eindruck, in lediglich eine Reisetasche zu passen. Aber am Ende wurden es doch zwei, wobei die zweite Tasche noch deutlich Luft hatte. Mit so wenig Gepäck waren wir noch nie nach Afrika geflogen. Uwe arbeitete noch ein wenig, Ruth hatte ihren letzten Schultag, und pünktlich um 14:00 Uhr fuhren wir vom Hof. Ruths Eltern waren wieder so lieb, uns nach Frankfurt zu chauffieren. Wider Erwarten war die A3 Richtung Süden nicht verstopft, und so erreichten wir recht früh den Flughafen. Als erste Passagiere gaben wir für den Eurowings-Flug nach Windhoek das Gepäck auf. Eingecheckt hatten wir schon am Vorabend online. Es dauerte nicht lange, und unsere Reisebegleitung traf ebenfalls ein. Die vier waren mit dem eigenen Auto gekommen. Da sie noch keinen Sitzplatz zugewiesen bekommen konnten, setzten wir uns nahe der Schalter in ein Restaurant und aßen erstmal etwas. Der Kellner war zwar etwas merkwürdig und kurz angebunden, aber die Gulaschsuppe und die Pizza schmeckten sehr gut. Anschließend war die Schlange am Check-In schon etwas länger, aber Katrin und Martin schafften es, ihr Gepäck loszuwerden, aber noch immer nicht, Sitzplatznummern zu bekommen. Die würden dann erst kurz vor dem Boarding vergeben.
Wir konnten nur warten und vertrieben uns die Zeit mit der Handgepäckkontrolle. Sämtliche Rucksäcke wurden durchleuchtet und mit Rückfragen bedacht. Nachdem jedoch nichts Verdächtiges gefunden wurde, durften wir weitere zwei Stunden warten.
Zwischendurch wurde uns per Durchsage angeboten, für schlappe 950 Euro pro Ticket auf Plätze in der Business Class zu wechseln. Am Ende blieben wir auf unseren reservierten Sitzen, und die anderen vier saßen schräg hinter uns. Die Stimmung war gut, als wir mit ein paar Minuten Verspätung abhoben. Bis zum Abendessen vergingen dann nochmal zwei Stunden, in denen wir bereits gerne geschlafen hätten. Es war nicht besonders lecker und für uns viel zu spät. Mit mehr Beinfreiheit auf den Plätzen am Notausgang und ohne Turbulenzen verging der Flug so komfortabel wie möglich, aber dennoch zäh und mit steifem Nacken und schmerzendem Rücken.
Tinochika1'650 Beiträge · seit 201427. Nov. 2022 · #8
Hallo ihr Zwei,
ein Eulenmuckel Reisebericht lassen wir uns natürlich nicht entgehen und sind natürlich dabei.
Liebe Grüße Ingrid und Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
frisch geboostert spring‘ ich begeistert auch noch auf Euren „zweite-Dosis-Trip“ mit auf! 🤩 Ich bin gespannt, wie es Euren Freunden (den Afrika-Neulingen sorry, da hab’ ich was total falsch gelesen….) gefallen hat und was Ihr in den 2 Wochen so alles erlebt habt…. 😎
Vorfreudige Grüße von Simone 😘
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Nov. 2022 · #10
Hallo ihr Lieben,
wie schön, dass ihr alle dabei seid.
@Simone: Katrin und ihre Familie waren 2019 schon für ein paar Wochen in Namibia, also keine Afrika-Neulinge mehr. Erlebt haben wir sehr viel für die kurze Zeit.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Nov. 2022 · #11
Tag 1 – Samstag, 9. Oktober – Das Übliche
Casa Piccolo, Windhoek
Wir waren froh, als uns die Innenbeleuchtung des Flugzeugs und der allseits bekannte Frühstücksterror aus dem Minutenschlaf rissen. Der Horizont färbte sich bereits orange, und wir waren glücklich, es bald geschafft zu haben.
Noch schnell an einem halbgefrorenen Wrap genagt und den Joghurt ausgelöffelt, dann waren wir für die Landung bereit.
Wir landeten bei 20 Grad, strahlend blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein in Namibia.
Da alle Sitze im Flugzeug besetzt waren, bildete sich auch eine entsprechende Schlange in der Ankunftshalle. Jeder musste durch ein Temperatur-Screening und eine Kontrolle der PCR-Tests und Gesundheitsformulare, bevor die eigentliche Einreise stattfinden konnte. Schnell wurde der Gesundheitscheck zum Flaschenhals, und wir warteten, während wir alle paar Sekunden weiter durch die Warteschlange mäanderten. Als die Formaltäten erledigt waren, standen bereits alle Koffer und Taschen neben dem Gepäckband bereit. Wir wurden von einem Fahrer in Empfang genommen und zusammen mit ein paar weiteren Touristen zu Savanna gebracht. Inzwischen war es elf Uhr, und wir beeilten uns mit der Fahrzeug-Übergabe. Dieses Mal ging es sehr schnell, weil zum einen die Autos sehr gut vorbereitet waren, und zum anderen wussten wir schon genau, was zu erledigen war. Zunächst wunderten wir uns etwas, als wir genau das gleiche Fahrzeug bekamen, das wir noch vor ein paar Monaten im Sommer aufwändig gegen ein anderes Modell getauscht hatten. Aber zwischenzeitlich waren unsere Mängel beseitigt worden, und es gab nichts mehr auszusetzen. Tatatadaaaa!
Um halb zwölf fuhren wir bereits zum Superspar und kauften Bier und andere alkoholische Getränke, während der Rest unserer kleinen Reisegruppe sein Fahrzeug gezeigt bekam. Wir mussten uns nämlich ein wenig sputen, um die Verkaufsbestimmungen für Alkohol während des Wochenendes einzuhalten. Dann trafen wir uns mit den anderen im Casa Piccolo und bezogen unsere Pensionszimmer. Nach einer kurzen Pause fuhren wir mit Martins Auto zum Großeinkauf. Sara und Lukas blieben in der Pension, während wir bei Foodlovers und dann im Superspar selbst vier Einkaufswagen füllten. Auch wenn es etwas anstrengend war, machte es in erster Linie wieder viel Spaß, für die kommenden zwei Wochen einzukaufen. Die Kuchenstücke waren riesig, und wir konnten nicht widerstehen.
Noch schnell die Nutella-Junkies zufriedengestellt, und dann ging es mit langen Kassenzetteln und unendlich vielen Vorräten – wir waren tatsächlich nur zwei Wochen unterwegs – zurück nach Klein-Windhoek.
Wir hatten die Ladekapazität des Landcruisers etwas überschätzt. Nicht nur die Ladefläche, sondern auch die Zwischenräume in der Fahrerkabine waren mit Tüten und Kartons belegt, und außer dem Fahrer Martin hatten wir jeder noch eine Einkaufstasche auf dem Schoß. Wir mussten ganz schön puzzeln, und die Hitze tat ihr Übriges, so dass wir daran zweifelten, ob es eine gute Idee gewesen war, nur mit einem Auto zu fahren.
Nun gab es eine kurze Verschnaufpause mit Kuchen und Brot im heißen Innenhof der Pension.
Anschließend verstauten wir alle Einkäufe sowie unsere Ausrüstung im Landcruiser. Es dauerte, bis das letzte Teilchen seinen Platz gefunden hatte.
Danach saßen wir ziemlich erledigt mit den Füßen im Wasser am Poolrand im Innenhof des Gästehauses und ruhten uns aus. Mehr war heute beim besten Willen nicht mehr von uns zu erwarten. Traditionell gingen wir zum Abendessen zu Joe’s Beerhouse. Oryxfilet und Brownie zum Nachtisch gaben uns den Rest zur ohnehin bereits vorhandenen Bettschwere. Todmüde fielen wir in die Kissen.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201528. Nov. 2022 · #14
Liebe Ruth, Uwe und Co. Ich freue mich auf einen tollen Muckel Bericht über mein geliebtes Botswana, da wir doch nächstes Jahr auch mal wieder dort herumkutschieren werden. Ihr habt euch wirklich eine heisse Zeit im Oktober ausgewählt, aber ich denke besser heißes Botswana als gar keines. Unsere Buchungen sind dank eurer Hilfe auch in trockenen Tüchern und nun heißt es 8 Monate warten. Ich hatte vor 2Wochen Hüfte Operation, so darf ich nun für sechs Wochen rumsitzen und so wird mir eurer Bericht sicher die Zeit vertreiben und versüßen. Bin vor allem auf Maghoto gespannt. Alles Gute von Katrin.
Champagner8'667 Beiträge · seit 201028. Nov. 2022 · #15
Guten Morgen Ihr Zwei,
Eulenmuckel schrieb:Liebe Fomis, da in Beles Reisebericht unserer letzten gemeinsamen Tour durch das Kaokoveld schon gewitzelt wurde, wann wir wohl unsere Schilderungen der Erlebnisse hier präsentieren würden, hat sich der Berichtsdruck etwas erhöht.
Ich glaube, Ihr versteht das immer ganz falsch, da wurde nicht gewitzelt, sondern das war und ist seeehr ernst gemeint.... 😗 😎 .
Auf jeden Fall bin ich nun richtig erleichtert, dass euch - entgegen eurer Drohung vorgestern am Telefon 🤩 - doch kein Grund eingefallen ist, warum ich eventuell daran Schuld sein könnte, dass dieser Herbst 2021-Bericht nicht endlich gestartet wird 🙂 😉 .
Das Gute an euren Verspätungen (Ihr könntet eigentlich bei der Bahn arbeiten.... 😗 , bin mal gespannt, was sie sich für meine Fahrt nachher wieder alles so einfallen lässt) ist ja, dass ich beim Start eurer Reiseberichte bereits alles vergessen habe, was Ihr davon schon erzählt habt, und auch auch an die Fotos von dieser Reise, die ich vor über einem Jahr (!!!) gesehen habe, kann ich mich nur noch verschwommen erinnern.
Spannung ist also garantiert und ich freue mich wirklich ausnehmend auf diesen Botswana-Booster 🙂 .
fotomatte2'511 Beiträge · seit 200928. Nov. 2022 · #19
Liebe Muckels,
draussen ist es Novembertrüb, hochneblig und alles andere als kuschelig bei 3 Grad, immerhin plus. Da kommt mir so ein warmer Botswanabericht gerade recht. 😎 Da ich mich an die schon gesehenen Fotos sowieso nicht mehr erinnern kann, wird es garantiert spannend, da bin ich ganz bei Bele. 🙂
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200628. Nov. 2022 · #20
Hallo zusammen,
wir freuen uns sehr über eure netten Kommentare und dass ihr dabei seid.
@Biggi:
schließlich waren wir auch (kurz) Teil eurer Reise
Im ersten Moment dachten wir: Welcher ... kommt auf die Idee, sich mit seinem Auto zwischen uns und die Bienenfresser zu stellen, während wir fotografieren? Aber dann schallte ja schon ein fröhliches "Hallo Ruth" durchs Fenster. 😉
@Sadie: Ja, heiß war es tatsächlich im Oktober. Aber so ist das eben. 🙂 Wir wünschen dir eine gute Genesung.
@Bele: Wir versuchen halt, das ganze hier immer noch als eine Art Hobby zu betrachten. 😊
@Matthias: Und auch wenn du dich noch an einige Fotos erinnern könntest – der Reisebericht ist die erste Gelegenheit, wirklich alle Fotos der Reise durchzusehen und dabei auch viele neue auszuwählen.