Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200926. Nov. 2022 · #21
Wer möglicherweise neugierig geworden ist und mehr Bilder sehen möchte, der vorhergehende und der jetzt folgende Tag sind unter Teil 2 des Reiseberichtes auf meiner Seite online.
Tag 6 – Cachi – Tolar Grande Der lange Weg in die Puna
Nachts werde ich mehrmals wach, meine Nase ist verstopft und brennt, die Luft ist bereits schon hier in Cachi sehr trocken. Da ich diese Trockenheit in ähnlicher Form schon von vergangenen Aufenthalten in der Höhe kenne, gehört eine Nasensalbe zu meiner Standardausrüstung. Diese schafft Linderung. Ständig habe ich Durst und habe bereits schon tagsüber sehr viel Wasser getrunken, nun auch nachts. Damit muss ich klar kommen, die Trockenheit wird sicherlich die nächsten Tage noch weitaus extremer werden.
Heute ist es nun soweit, es geht in die Puna. Für die nächsten Tage wird es sehr viel einsamer werden … und nicht nur einsamer, sondern auch höher. Wir werden heute beinahe die 5.000 Meter Marke knacken, denn die Fahrt über den Abra del Acay liegt vor uns. Mehrmals las ich vom höchsten befahrbaren Pass, mal las ich von Höhenangaben von knapp unter 5.000 Metern, mal war die 5 als erste Ziffer vermerkt, wenn es um die Höhenangabe des Passes ging. Im Grunde genommen ist es egal, die Luft wird jedenfalls „dünner“ werden. Darauf fühle ich mich durch meine Planung der bisherigen Reisetage sehr gut vorbereitet, denn auf Höhenprobleme mit Ansage kann ich verzichten. Sollten trotzdem Zipperlein auftreten, weiß ich zumindest, dass ich zuvor mein Möglichstes getan habe, um diese zu minimieren. Wir werden sehen, was die nächsten Tage bringen werden.
Im Hotel wird für mich eine halbe Stunde früher das Desayuno aufgebaut, sodass mein Guide und ich bereits um 08:15 Uhr im Auto sitzen. Eine lange und anstrengende Fahrt wird vor uns liegen.
Wir haben den Ort La Poma noch nicht passiert, da zeigt sich ein weiteres Mal, welches Glück ich mit meinem Guide habe. Er biegt in eine Piste ein, die einer kurzen, sandigen Fahrspur inmitten links und rechts thronender roter Felsen folgt. Unser Ziel heißt Graneros de la Poma. Ich behaupte, dass ich mich seit vielen Jahren sehr intensiv mit Argentinien auseinandergesetzt, sehr viel bereits im Land gesehen, mich dort gut einigermaßen auskenne und mich überdies auch wieder recht gut vorbereitet habe, dennoch ist dies wieder so ein Ort, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört, geschweige denn in irgendeinem Reiseführer darüber gelesen habe.
Selbstredend sind wir hier wieder alleine unterwegs. Das letzte Stück laufen wir in den Canyon hinein, es ist eine wundervolle Stimmung am frühen Morgen, die Luft so klar und alles ist ruhig. Dann stehen wir vor zwei kleinen Höhlen, deren Eingang durch Gitter geschützt sind. Dahinter verbirgt sich das - neben der schönen Umgebung - Sehenswerte: ehemalige Getreidespeicher der Inkas, wohl aus der Zeit des Inkaherrschers Tin-Tin; wieder solch ein Doppelname, den ich so gerne mag. Leider ist auf dem Schild nichts mehr lesbar, das diesen Ort beschreibt, die Sonne fordert bereits hier auf nur 3.000 Metern ihren Tribut. Mein Guide erzählt mir, dass dieser Ort sehr unbekannt ist und sich kaum jemand hierher verirrt. Ich glaube ihm aufs Wort. Er geht zurück zum Auto und lässt mir ein wenig Zeit, damit ich diesen auf meiner internen Festplatte speichern kann, zusätzlich natürlich auch auf meiner externen Speicherkarte, auch wenn es mir nicht gelingen wird, die ganze Faszination auf meinen Fotos festzuhalten, die dieser Platz auf mich ausstrahlt. Das wird aber nicht das letzte Mal auf dieser Reise sein, nur weiß ich das jetzt noch nicht.
Wir sitzen noch nicht lange in unserem Vehikel und ein großer Sichtungswunsch erfüllt sich. In mehreren Bäumen sitzen Hunderte von Felsensittichen (burrowing parrots). Ich bin vollkommen aus dem Häuschen und überglücklich, dass ich mich nach längerem Überlegen im Vorfeld der Reise entschieden habe, einen zusätzlichen Body mit Teleobjektiv mitzuschleppen. Die kleinen Sittiche sind äußerst scheu, aber es gelingen mir trotzdem ein paar Aufnahmen. Ich könnte den kleinen Rabauken stundenlang zusehen, so witzig finde ich ihr Verhalten. Irgendwann reiße ich mich dann schweren Herzens los, weiß ich doch, wir haben unsere Fahrt gerade erst begonnen - und was höre ich von meinem Guide, als ich in den Wagen steige und mich entschuldige, dass ich ihn wieder länger habe warten lassen, „take your time for your photos“. Warum können nicht alle Guides so sein?
Hinter dem Ort La Poma, der auf etwa 3.000 Metern Höhe liegt, wird die Straße rauer und enger. Hier beginnt die Auffahrt zum Abra del Acay. Bei der Planung habe ich diesen Streckenabschnitt der Ruta 40 unbedingt berücksichtigen wollen und nicht die zumeist gewählte, fast durchgehend asphaltierte Verbindung zwischen Salta und San Antonio de los Cobres.
Viele Monate im Jahr ist die nun folgende Strecke nicht passierbar. Gleich zu Anfang müssen wir eine kleinere Wasserfurt queren, die zu anderen Jahreszeiten bereits schon hier ein Ende der Passage bedeutet. Immer wieder gibt es einzelne Abschnitte, die gerade breit genug sind für einen Wagen. Auf meiner Seite schaue ich regelmäßig in den ungesicherten Abgrund, aber auch heute fühle ich mich zu keiner Zeit unsicher. Allerdings denke ich bei mir, selbst fahren möchte ich diese Strecke nicht; ständig hoffen, dass einem in den uneinsehbaren Kurven niemand entgegenkommt und wenn doch, wohin sollte man ausweichen? Ich glaube, da wäre der Genuss dieser Strecke wortwörtlich ziemlich auf der Strecke geblieben. So aber kann ich schauen und staunen, während sich der Wagen mit uns langsam, aber stetig in zahlreichen Kurven nach oben windet. Draußen pfeift der Wind immer mehr, je höher wir kommen.
Einige Zeit nach La Poma sehen wir das einzige Haus für lange Zeit. Mein Guide fragt mich, ob ich anhalten möchte. Sehr gerne möchte ich das. Hier lebt eine Frau mit ihrer Mutter, zwei Kindern und zahlreichen Tieren, unter anderem einem Ziegenbaby, das vor einer Woche das Licht der Welt erblickte. In der wenigen Zeit, in denen der Pass befahrbar ist, verdient sie sich ein wenig Geld vom Verkauf einiger Souvenirs hinzu. Das kann wahrlich nicht viel sein. Während der gesamten Fahrt zum Pass begegnen uns eine kleine Motorradgruppe und ein Auto. Ich kaufe der Frau eine von ihr handgefertigte Stoffpuppe ab, ohne auch nur ansatzweise darüber nachzudenken, über den genannten, definitiv nicht exorbitanten Preis zu verhandeln. Das käme mir hier wirklich nicht in den Sinn. Die Puppe will ich später verschenken, wenn sich die Gelegenheit bieten sollte.
Ich frage sie nach dem Alter ihrer Kinder und wo denn die nächste Schule sei. Sie antwortet mir, dass diese recht weit entfernt wäre. Wir verabschieden uns und fahren weiter, die nächsten Minuten im Auto bin ich schweigsam, diese Begegnung muss ich erst einmal verarbeiten.
Irgendwann erreichen wir dann den höchsten Punkt für heute. Der Abra del Acay wird mit 4.895 Metern auf einem Schild ausgewiesen. Auch hier sind wir wieder ganz alleine, der eiskalte Wind pfeift unerbittlich. Ich muss beim Aussteigen darauf achten, dass mir die Tür nicht aus den Händen gerissen wird und aus der Befestigung springt.
Auf der anderen Seite des Passes windet sich die Straße in den bekannten Kehren nach unten und führt später über ein Hochplateau nach San Antonio de los Cobres, wo wir zu Mittag essen wollen. Wir machen eine Mini-Rundfahrt durch diesen Minenort, der recht trostlos auf mich wirkt. Umso farbenfroher ist da ein Mural, das regelrecht danach schreit, fotografiert zu werden. Der Ort ist auf der touristischen Landkarte nicht die große Unbekannte, endet hier am Viaducto La Polvorilla schließlich der Tren a las Nubes. Scheinbar werden die Wolken gern als Namensgeber in den hiesigen touristischen Einrichtungen verwendet, wie auch dort, wo wir ein gutes Mittagessen zu uns nehmen, im Hotel de las Nubes. Direkt vor dem Eingang des Hotels sitzt eine ältere Frau auf dem Boden und bietet einige wenige Dinge zum Verkauf an. Ich bitte meinen Guide in Erfahrung zu bringen, ob man im Hotel mehr weiß zu dieser Frau. Als ich höre, dass sie weiter außerhalb alleine wohnt und jeden Tag mit ihrem kleinen Portfolio in Taschen hierher läuft, in der Hoffnung, etwas zu verkaufen, erstehe ich bei ihr eine der beiden größeren Puppen, die sie im Angebot hat. Es rührt mich sehr, als sie mir daraufhin von Herzen alles Gute wünscht. So werden uns fortan zwei handgearbeitete Stoffpuppen in der rückwärtig angebrachten Tasche meiner Sitzlehne begleiten.
Während wir auf unser Essen warten, gehe ich in den Waschraum und als ich in den Spiegel schaue, bekomme ich einen großen Schrecken. Meine Zähne haben sich verfärbt, ganz besonders merkwürdig sehen meine oberen Schneidezähne aus. In unterschiedlichsten Weißtönen leuchten sie mir entgegen, damit aber nicht genug, sie sind überdies mit noch unnatürlich wirkenden helleren weißen Flecken gesprenkelt. Beschwerden habe ich keine.
Zu meiner Überraschung habe ich in diesem Ort tatsächlich Handyempfang. Ich erreiche meinen Mann, es ist zuhause später Freitagnachmittag. Ohnehin werden wir erst wieder in einigen Tagen telefonieren können. Ich schicke ihm ein Bild meines „entzückenden“ Lächelns und bitte ihn, doch gleich am Montagmorgen meinen Zahnarzt zu kontaktieren.
Pocitos ist ein kleines Wüstenkaff mit wenigen Straßenzügen. Im Planeta Puna machen wir einen kurzen Stopp. Natürlich kennt mein Guide nahezu alle, die hier arbeiten. Es wird ein wenig gescherzt und wir setzen unsere Fahrt fort. Allerdings fahren wir nicht weit, denn mehr oder weniger direkt hinter dem Ort liegt der Salar de Pocitos.
Es ist wirklich erstaunlich, welche Unterschiede es bei den Salzseen im Hochland gibt, von blendend weiß und eben, wie am Salar de Uyuni, bis hin zu ockerfarbenen Salzgebilden, die so groß und uneben sind, dass man nicht darauf laufen kann, wie am Salar de Atacama … und eben alles dazwischen, so wie nun der Salar de Pocitos, dessen Oberfläche in sich schon nicht einheitlich ist. Ich laufe umher, meist jedoch sehr umsichtig, da ich feststelle, dass der Untergrund wesentlich feuchter ist, als es auf den ersten Blick erscheint. Mein Guide hat mich an einer Stelle aussteigen lassen und hält nun in ziemlicher Entfernung. Ich kann mir wieder so viel Zeit lassen, wie ich möchte, ich fotografiere und genieße. Eine unglaubliche Stille liegt über der Salzebene – und eine unglaubliche Atmosphäre. Seit wir heute Morgen in Cachi losgefahren sind, hatte ich kaum Zeit, einmal durchzuatmen. Damit meine ich nicht die ohnehin nicht gerade mit viel Sauerstoff durchtränkte Luft, mit der ich bisher glücklicherweise keine Probleme habe, sondern die Eindrücke, die ständig und in so unterschiedlicher Gestalt auf mich einwirken. Dabei ist das erst der Anfang meiner Reisetage, die ich in der Puna verbringen werde - und das Tagesziel, Tolar Grande, ist noch längst nicht erreicht, aber die Schatten werden schon länger und es ist bereits nach 17:00 Uhr.
Dann erreichen wir die Labyrinth Wüste. Wieder lässt mich mein Guide mehrmals aussteigen. Ich laufe alleine durch eine Passage auf der Straße, die sich an dieser Stelle direkt durch die bizarren Hügel windet. Nur der kalte Wind pfeift unaufhörlich. Später klettere ich einen Aussichtshügel empor, den mein Guide mir gezeigt hat, denn ausgeschildert ist hier nichts. Ich muss zeitweise aufpassen, dass mich der Wind nicht wegbläst. Diese Gegend, die anderswo wahrscheinlich längst ein überlaufener Nationalpark wäre, ist einfach nur unglaublich und wir haben scheinbar mit meiner Planung den idealen Tageszeitpunkt für den Besuch getroffen. Die langen Schatten, das Licht, was für eine Gegend. Wir befinden uns auf 3.700 Metern Höhe und diese Wüste gehört zu den Kaltwüsten. Temperaturen unter minus 30 Grad sind möglich. Hier sollte man besser nachts nicht unterwegs sein oder eine Panne haben, aber das gilt für die gesamte Puna, in den noch höheren Gebieten umso mehr.
Vom Aussichtspunkt mit dem so passenden Namen „Desierto del Diablo“ bietet sich ein spektakulärer Panoramablick. Mir fehlen die Worte. Ich hatte bereits zuvor Bilder von diesem Labyrinth gesehen, aber wie das zumeist so ist, man muss es mit eigenen Augen erblickt haben.
Wir sind immer noch fast 40 Kilometer von unserem heutigen Tagesziel entfernt. Seit Pocitos haben wir zwei Fahrzeuge gesehen, davon ein Lkw. Die Temperaturen nehmen spürbar ab und das Tageslicht schwindet auch schon langsam. Ich habe Befürchtungen, dass wir einen Teil der Strecke im Dunkeln zurücklegen müssen. Eigentlich hätten wir uns heute noch die Ojos anschauen wollen, aber das werden wir nicht schaffen. Das Tageslicht verschwindet mehr und mehr, die Landschaft um uns herum strahlt etwas aus, das ich nicht in Worte fassen kann. Im allerletzten Dämmerlicht erreichen wir Tolar Grande. Puh, ist das jetzt schon kalt geworden.
In der einzigen Hostería in Tolar Grande werde ich die nächsten zwei Nächte wohnen. 6 Zimmer gibt es hier, sie sind recht einfach, aber sauber. Ich checke ein und richte mich schnell ein wenig häuslich ein, solange es im Zimmer noch nicht zu kalt geworden ist. Mein Guide wird mich in einer halben Stunde zum Abendessen abholen. Im Ort muss man ziemlich genau wissen, wo man etwas zum Essen bekommt. Einen Laden zum Einkaufen werde ich in den beiden Tagen auch nicht sehen. Sicherlich wird es irgendwo einen geben, aber wenn dieser genauso ausgeschildert ist, wie das Restaurant, nämlich gar nicht, kann es schwierig werden, wenn man hier alleine unterwegs ist und kein Spanisch spricht. Das Restaurant befindet sich in einem Haus, das einem Wohnhaus gleicht. Nirgends ist ein Hinweis darauf, dass man hier etwas zu essen bekommt. In einem Innenraum stehen einige wenige Tische eng beieinander. Wir nehmen direkt unter dem großen Boiler Platz. Bestellt wird direkt in der Küche, zu der keine Tür führt, sondern ein Außenfenster, das geschlossen ist. Man muss anklopfen, dann wird das Fenster geöffnet. Der Raum wurde an die Außenwand eines zuvor bereits vorhandenen Gebäudes angebaut. In der Ecke hängt ein Fernseher, gezeigt wird heute Abend „Zurück in die Zukunft“ in einer nicht erträglichen spanischen Synchronfassung.
Neben den wirklich sehr wenigen Touristen speisen auch Einheimische und Minenarbeiter zu Abend. Jeder, der hereinkommt, wünscht allen einen guten Abend und guten Appetit. Zum Essen gibt es heute Gemüsesuppe, gefolgt von einer Pizza und einem Nachttisch. Ich bin noch gut gesättigt vom Mittagessen, daher verzichte ich auf Vor- und Nachspeise. Die Pizza sieht zwar komplett anders aus als jede Pizza, die ich bisher gesehen habe, aber sie schmeckt gut.
Zurück in der Hostería falle ich müde ins Bett und versuche die vielen Decken irgendwie über mir zu ordnen. Gleichzeitig hoffe ich, dass es heute Nacht nicht zu kalt wird, denn das im Zimmer stehende Heizgerät hat ganz sicher nicht mein Vertrauen und ich möchte es unter allen Umständen vermeiden, dieses anzuwerfen.
Ich denke an den heutigen Tag zurück. Ein Tag, auf den ein Höhepunkt dem nächsten folgte. Mir fehlen bereits jetzt die Worte, um meine Gefühle zu beschreiben und mein Gefühl sagt mir, die nächsten Tage könnten ähnlich verlaufen.
mika1606663 Beiträge · seit 201626. Nov. 2022 · #22
Hallo Sabine,
Habe gerade Deinen RB entdeckt und gleich gelesen. Vielen Dank für die informativen Beschreibungen und die beeindruckenden Bilder. 😁
Für mich auch interessant weil meine Schwester und Mann gerade in der Region unterwegs sind. Heute Abend sind sie nach Ihrer Tour wieder in Salta eingetroffen.
Freue mich auf Deine weiteren Tage.
LG, Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200926. Nov. 2022 · #23
Hallo Gerhard,
Danke für Dein nettes Feedback und ich freue mich, dass Du dabei bist.
Toll, sind Sie auch in der Puna unterwegs? Ansonsten, falls es Dich interessiert, bei der Tour in 2010 auf meiner Seite sind noch einige andere, etwas bekanntere Ziele im Norden Argentiniens beschrieben.
Viele Grüße Sabine
mika1606663 Beiträge · seit 201627. Nov. 2022 · #24
Guten Morgen Sabine,
Man war zw. SALTA & CAFAYATE unterwegs. In Summe nur 4 Tage - aber besser als nichts.
Danke für Deinen Hinweis auf die Tour 2010; werde ich mir natürlich auch mal anschauen. 😉
Beste Grüsse Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
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PKPapa Kenia541 Beiträge · seit 201227. Nov. 2022 · #25
Hallo Sabine,
Deinen Bericht zu lesen, ist der reinste Hochgenuss! Sehr flüssig geschrieben mit einer schier nicht enden wollenden Wortwahl vom Feinsten! Das Ganze eingerahmt von erstklassigen Fotos! Respekt!
Deine ausführlichen Schilderungen sind sehr interessant. Von einem Stückchen Erde, von dem ich mehr oder weniger ganz wenig bis fast gar nichts weiß! Umso interessanter sind die Infos für mich. Vielen Dank für den Bericht!
Liebe Grüße Dieter (Papa Kenia)
Katma1722560 Beiträge · seit 202128. Nov. 2022 · #26
Liebe Sabine! Auch ich genieße deine Beschreibung und vor allem die Bilder in vollen Zügen! Besonders putzig ist der "Schafstall"! Die Papageien sind klasse - tolle Fotos hast du da gemacht! Vielen Dank für deine Mühe! Freu mich schon auf die Fortsetzung! Liebe Grüße, Kathrin
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200929. Nov. 2022 · #27
Hallo Ihr Lieben,
@Gerhard: Ja, besser als nix. Cafayate waren wir damals und jetzt am Ende bin ich auch noch einmal kurz da. Aber diese - schöne - Gegend ist natürlich touristisch wesentlich besser erschlossen als die Gegend, wohin es jetzt geht.
@Dieter: 😊 … ich weiß gar nicht, was ich zu Deinem Eintrag sagen soll - was für nette Worte! Ich sage einfach DANKE! und freue mich, wenn ich es schaffe, Dich für den Rest des Berichtes genauso zu begeistern. Ich weiß, manchmal ist es viel Text, aber die Berichte sind auch als Erinnerung für uns gedacht.
@Kathrin: Der Schafstall war nicht nur ein Stall, sondern hat auch als Verkaufstheke gedient - das ist wirklich Recycling. Papageien finde ich einfach zu witzig … Danke Dir fürs Lob.
Ebenso lieben Dank an alle Danke-Button-Drücker.
LG Sabine
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200902. Dez. 2022 · #28
Ich teile den folgenden Tag auf, heute gibt es den ersten Teil von Tag 7:
Tag 7 – Tolar Grande Unerbittliche Puna - von verlassenen Minen, verlassenen Orten und einem Bahnhof im Niemandsland
In der Nacht werde ich mehrmals wach. Die Decken, die mich wärmen sollen, verselbstständigen sich immer wieder. Viele Reisende vermissen deutsches Brot, ich hingegen vermisse nicht das erste Mal eine (!) und auf die jeweilige Temperatur abgestimmte Decke. Meine Nase ist verstopft und ich habe ständig Durst, sodass ich froh bin, drei nachfüllbare Wasserflaschen in meinen Koffer gepackt zu haben. Diese sind im 24/7 Dauereinsatz. Solch eine Trockenheit habe ich bisher noch nicht erlebt.
Beim morgendlichen Blick in den Spiegel stelle ich fest, dass meine Zähne immer noch in unterschiedlichen Weißtönen leuchten, aber die hellweißen Sprenkel sind zumindest verschwunden. Nichtsdestotrotz fühlt sich die Situation ein bisschen merkwürdig für mich an.
Es ist mittlerweile so kalt im Zimmer geworden, dass ich mich nun entgegen meiner ursprünglichen Absicht entschließe, das Heizgerät anzuschließen. Kaum hat das Gerät Verbindung zum Stromnetz, erhellt es mit seinen glühenden Heizstäben den kleinen Raum. Ratternd dreht es sich in der instabilen Halterung von links nach rechts und von rechts nach links. Ich beobachte das Schauspiel sehr misstrauisch, nach einiger Zeit stelle ich keine nennenswerte Erwärmung des Raumes fest und entscheide, besser weiter zu frieren als meiner Versicherung möglicherweise erklären zu müssen, wie ich eine Hostería im fernen Argentinien mit einem Gerät abgefackelt habe, das jedem hiesigen TÜV-Prüfer in Sekundenschnelle eine Frisur bescheren würde, wie Telly Savalas sie trug.
In der Hostería wird kein Frühstück angeboten. Wir könnten heute früh erneut ins Restaurant fahren, in dem wir gestern Abend gegessen haben, aber mein Guide hat sich bereits um alles gekümmert. Er bereitet im kleinen Gemeinschaftsraum ein köstliches Frühstück für uns vor. Ein toller Service!
Im Zimmer neben mir wohnt ein Paar aus der Schweiz, das ebenfalls mit einem Guide der gleichen Agentur unterwegs ist. Heute werden sie eine ähnliche Route wie wir fahren und für längere Zeit die einzigen anderen Menschen sein, die wir sehen werden. Beide kommen jedoch nicht in den Genuss eines privaten Frühstückes, wie ich es von meinem Guide serviert bekomme.
Kurz vor halb Neun sitzen wir beide wieder im Fahrzeug. Direkt hinter Tolar Grande gibt es auch ein Labyrinth, nur wesentlich kleiner als das, das wir gestern im schönsten Abendlicht besucht haben. Wir queren den Salar de Arizaro, den drittgrößten Salzsee in den Anden. Im Morgenlicht strahlt der Salzsee in einem lehmigen Rotbraun. Ein Schild mit dem Namen des Sees hätte man nicht besser wählen können, bedeutet der Name Arizaro aus dem Indigenen in etwa frei übersetzt: Der Ort, an dem jeder dem Tod geweiht ist. Nun gut, ich hoffe, dass das nicht für eine deutsche Touristen zutrifft und sie sich einfach nur an dem Schild mit pittoresker Dekoration erfreuen darf.
Die umliegenden Berghänge der Ebene auf über 3.500 Metern leuchten in einer Palette aus Rot- und Erdtönen vor dunkelblauem Himmel. Nachdem wir die ebene Piste hinter uns gelassen haben, steigt die Straße stetig an. Am Straßenrand und manchmal auch auf der Straße stehen scheue und grazile Vikuñas, die zumeist fluchtartig das Weite suchen, sobald wir uns mit dem Wagen nähern.
Zwischen Caipe, das wir am Nachmittag noch besichtigen wollen, und der Mina Casualidad weist die Fahrbahn eine Asphaltdecke auf. Diese ist aber teilweise dermaßen löcherig und beschädigt, dass ich regelmäßig durchgeschüttelt werde, besonders breit ist sie ebenfalls nicht und führt, wie ich es mittlerweile gewöhnt bin, entlang der Berghänge an ungesicherten Abhängen entlang. Wir machen kurze Fotostopps, damit ich die unterhalb liegenden Salzseen fotografieren kann. Hier gibt es einige Minen, so wie ich sie auch schon bereits gestern in der Ferne habe sehen können. Gefördert wird in der Puna hauptsächlich Borax, Gold, Sulfur und Lithium, nachdem wir alle so sehr dursten. Nicht sonderlich überraschend für mich, erfahre ich, dass sich etwa 80 % der Minen in chinesischer Hand befinden. Bei den verbleibenden 20 % hat Kanada keinen unwesentlichen Anteil. Ebenso wenig überraschend für mich ist, als mein Guide mir sagt, dass die hier lebenden Menschen kaum von der Gewinnung der wertvollen Bodenschätze profitieren. Während der Hochzeit der Coronapandemie, die auch hier das Tourismusgeschäft zum Erliegen brachte, arbeitete er in einer Mine auf über 4.000 Metern Höhe, die er mir nun in der Ferne zeigt.
Wir können nicht zu viele und zu lange Stopps einlegen, denn unser Ziel heißt Mina Julía. Diese verlassene Mine auf mehr als 5.200 Metern ist nur wenige Zeit im Jahr zugänglich, zudem herrscht oftmals ein unerbittlicher Wind, um nicht zu sagen Sturm, dass man selbst in dem möglichen Zeitraum einer Anfahrt, in vielen Fällen wieder umkehren muss. Je später am Tag man vor Ort ist, umso geringer ist die Chance, dass man es bis ganz nach oben zur Mine schafft.
So lassen wir auch die Mina Casualidad erst einmal links liegen, hier endet auch der Asphaltbelag. Ich würde sagen, auch die Straße, denn nun folgen wir einer Piste, die zeitweise nicht mehr als solche zu erkennen ist. Wir befinden uns bereits auf 4.300 Metern Höhe und es geht immer weiter hinauf. Nun wieder auf einer Schotterpiste fahren wir eine Zeitlang über eine Hochebene und die Ausblicke auf die umliegenden Vulkane sind gigantisch. Ich sehe den Llullailco mit seinen 6.739 Metern, auf dessen Gipfel die drei Kindermumien gefunden wurden und den Socompa mit 6.051 Metern, immerhin mehr als doppelt so hoch wie der höchste Berg Deutschlands.
Vor uns liegt eine Ebene, gesprenkelt mit roten Steinen, dahinter leuchten Berge in rötlichen Tönen und einer – ich kann es kaum fassen – verfügt über gelbe und leicht grünliche Töne, wie passend dazu ist sein Name, Cerro Estrella. Nachdem wir die Ausläufer des Sternenbergs erreicht haben, müssen wir zweimal umkehren und eine andere Zufahrt suchen, da uns beide Male Büßerschneefelder, die im Spanischen Los Penitentes heißen, den Weg versperren. Aber mein Guide findet einen Weg und wir fahren zielgerichtet auf Pisten bis unterhalb des Gipfels. Nahezu zeitgleich erreicht das Schweizer Paar mit seinem Guide mit uns das Ziel. Sie müssen einen anderen Weg gewählt haben. Ich bin sogar ein wenig froh darüber, dass wir hier an diesem gottverlassenen, lebensfeindlichen und gleichzeitig so unbeschreiblich schönen, grandiosen Ort nicht alleine mit einem Fahrzeug unterwegs sind. Wir haben unglaubliches Glück, dass uns heute die Zufahrt möglich war, das ist alles andere als selbstverständlich und eher wohl die Ausnahme als Normalität.
Hier stehe ich nun und blicke auf den Cerro Estrella. Ich drehe mich nach links und schaue nach Chile. Diese Farbenexplosionen in dieser Kargheit, diese so unwirkliche und einsame Landschaft, ich bin fassungslos. Das kann man nicht auf Fotos festhalten. Mir laufen Tränen die Wange hinunter und daran trägt nicht nur der eiskalte, unerbittliche Wind seinen Anteil. In der Ferne sehe ich wie aus dem Stratovulkan El Lastarria (5.697 m), der auch unter dem passenden Namen Azufre mit seinem gelb getupferten Krater bekannt ist, eine kleine Eruption erfolgt. Gigantisch, phantastisch … wäre nur nicht der stürmische und eiskalte Wind, der es kaum ermöglicht, hier länger zu verweilen.
Einige Meter weiter unten, wo die beiden Guides mit den Wagen warten und der eiskalte Wind nicht ganz so unerbittlich bläst, stehen die Ruinen einstiger Gebäude, ebenso die Reste der Seilbahn, die von hier oben talwärts, aber immer noch auf über 4.000 Metern, den Sulfur zur Mina Casualidad transportierte. Es ist für mich kaum vorstellbar, dass hier seinerzeit hunderte Menschen arbeiteten und lebten, um das auf mich so surreal wirkende gelbe Material am Sternenberg zu gewinnen. In über 5.200 Metern Höhe bei eiskaltem Wind und solch sauerstoffarmer Luft, die jeden Schritt um ein Vielfaches mühevoller gestaltet, bin ich gerade hier, eingepackt wie im Winter zuhause, mir dessen bewusst, dass wir einen blendend schönen Tag erwischt haben und kann mir noch nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie man hier arbeiten und leben konnte. Zurück blieben nur noch die steinernen und eisernen Reste, die so unwirklich an diesem ohnehin schon unwirklichen Ort wirken.
Der andere Wagen ist bereits vor einer Weile losgefahren. Ich kann mich kaum losreißen, nach vielen Fotos und dem Versuch, möglichst viel dieser Szenerie auf meine interne Festplatte zu bannen, um sie für immer in meinem Gedächtnis zu behalten, setzen auch wir für die Rückfahrt an. Wie bereits auf der Hinfahrt, verzücken mich die Büßerschneeformationen jedes Mal aufs Neue; aber nicht nur die, sondern auch die ganze surreale Farbenwelt um mich herum.
Katma1722560 Beiträge · seit 202102. Dez. 2022 · #29
Liebe Sabine! Das sind wunderbare Eindrücke, die du so bewegend mit uns teilst! Vielen Dank dafür! LG Kathrin
Dein Bericht ist ganz grosses Kino (diese Höhenlagen zwischen 4000 und 5000 m sind ja nicht ohne.....)
Kälte in der Nacht....harscher Wind tagsüber....Wetter .....Flüssigkeitsverlust.....Akklimatisation des Körpers.....
.....Verzicht auf Luxus ..... Kopfschmerzen.......und....und...und......das muss Alles in Betracht gezogen werden..........
ist eigentlich nicht weit von einer Kilimandjaro-besteigung entfernt ( mal abgesehen von der körperlichen
Leistung).....meine Hochachtung.....
LG.............................BMW
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200903. Dez. 2022 · #31
Liebe Kathrin,
Danke Dir!
Lieber BMW,
was für nette Worte! Vielen lieben Dank.
Ehrlich gesagt, auf so viel Luxus musste ich gar nicht verzichten. Die beiden Hosterías in Tolar Grande und El Peñón waren einfacher, aber soweit okay. Ich glaube, den Kili zu besteigen, ist noch einmal eine ganz andere Nummer, die ich mir nicht zutrauen würde. Zum Glück bin ich bisher bei allen meinen Aufenthalten in der Höhe gut zurecht gekommen, dennoch, und da hast Du vollkommen Recht, merkt man an seinem Körper, dass solche Höhen sehr anstrengend und nicht mal so wegzustecken sind, insbesondere, wenn man sich länger dort aufhält.
Ach ja, und wie Du siehst, habe ich diesmal genau das Gegenteil von Guide zu dem in Tansania 😈 erwischt. Habe ich mir aber auch wirklich verdient nach diesem Desaster 😄
Liebe Grüße Sabine
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200903. Dez. 2022 · #32
Ich glaube, ich bin im Höhenrausch.
In der Mina Casualidad befand sich das Ende der Seilbahn, die den am Cerro Estrella gewonnenen Sulfur transportierte. Hier wurde das wertvolle Gelb in Lastwagen geladen und nach Caipe gebracht, wo die Fahrt mit der Bahn Richtung Iquiques Überseehafen fortgesetzt wurde. Bereits schon auf der Hinfahrt konnte ich von oberhalb einen Blick auf Mina Casualidad werfen – wieder ein einziger surrealer Anblick, ein Geisterort inmitten der karg-schönen Umgebung. Die Sulfurmine begann ihre Arbeit im gleichen Jahr, in dem Juan Domingo Perón seine erste Amtszeit als Präsident antrat. Auf dem Kalenderblatt stand die Jahreszahl 1946. 33 Jahre später wurde Mina Casualidad während der Militärdiktatur mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen. Zeitweise lebten mehr als 3.000 Menschen an diesem Ort auf etwa 4.200 Metern Höhe.
Mein Guide macht mit mir eine kleine Rundfahrt und lässt mich bei den Resten der Verarbeitungsanlagen aussteigen. Mutterseelenallein streife ich durch diesen faszinierenden Geisterort. Wo sonst gibt es noch diese Möglichkeit? Fernab jeder touristischen Selfie-Inszenierungen. Mein Höhenrausch findet kein Ende. Nach unzähligen Bildern erklimme ich den letzten kleinen Hügel zur Kirche. Bergauf muss ich einige Stopps einlegen, die Höhe macht sich bemerkbar. Während mein Fotoapparat im Dauereinsatz war und zum Glück keinen Sauerstoff zum Atem benötigt, haben beide Guides in der Kirche das Mittagessen aufgebaut.
Soweit ich sehen kann, ist die Kirche das einzige Gebäude an diesem interessanten Ort, das noch über ein einigermaßen intaktes Dach verfügt. Das Schweizer Paar hat sein Mahl bereits beendet, als ich die Kirche betrete. Ich lasse mir das Essen schmecken, das mein Guide aufgetischt hat. Die Menge würde auch eine größere Gruppe sättigen. Die beiden Schweizer sind derweil im Ort unterwegs und mein Blick fällt auf ein Plakat an der Seitenwand. Ich bekomme den Text nicht komplett übersetzt und frage den anderen Guide, was der letzte Satz genau bedeutet. Er antwortet trocken: „Do not eat inside“. Ich breche in schallendes Gelächter aus. Noch heute muss ich schmunzeln, während ich diese Zeilen schreibe. Danach erfahre ich, was tatsächlich darauf steht. Kurz zusammengefasst und etwa das, was ich bereits auch verstanden hatte, das man das Haus Gottes ehren möge und diverse Verhaltensregeln, aber nichts davon, dass man nicht im Inneren essen soll.
Mein Guide möchte nicht, dass ich ihm helfe, alles einzupacken. Stattdessen schickt er mich noch einmal los, um weitere Fotos zu machen.
Wir verlassen die Mina Casualidad, natürlich aber nicht, ohne etwas weiter außerhalb den Friedhof anzuschauen. Ein Besuch dieses Ortes lässt mich nur erahnen, dass auch das Leben in diesem Minenort trotz einiger Annehmlichkeiten alles andere als ein Zuckerschlecken gewesen sein muss. Davon zeugen auch verhältnismäßig viele Gräber von Kindern. Ein wenig traurig steige ich in den Wagen, vor uns liegt heute noch ein weiterer Stopp, in Caipe.
Während der Fahrt teste ich im Spiegel der Sonnenblende mein Lächeln und siehe da, die weißen Sprenkel sind wieder da. Mein Guide sagt mir, dass er dies noch nie zuvor bei einem Gast gesehen hätte. Für mich ist es auch ein Novum, aber ich habe keinerlei Schmerzen, überhaupt geht es mir insgesamt richtig gut. Der Höhenrausch mit Glücksgefühlen ohne Ende hat mich vollkommen eingenommen. Ein Rausch ohne Zufuhr irgendwelcher Mittelchen, wie wunderbar, ich könnte nur literweise Wasser trinken.
Wir fahren die gleiche Strecke wie am Morgen zurück und sehen dann auch irgendwann Caipe linker Hand oberhalb am Berg liegen. Caipe ist ein ebenfalls verlassener Ort mit nur wenigen Gebäuden und tatsächlich einigen Bäumen, nun gut, eher Sträuchern, aber dass diese hier überhaupt wachsen, finde ich beachtlich. Fotogen sind die verfallenen Gebäude und das Beachtliche an Caipe ist, dass dieser Ort über einen Bahnhof verfügt. Nach wie vor werden über diesen Bahnhof die von den umliegenden Minen geförderten Bodenschätze zu chilenischen Überseehäfen transportiert. Personenzüge fahren hier schon lange nicht mehr. In einem der Gebäude zeigt mein Guide mir eine Transportliste aus den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ich finde es spannend, dass diese Liste herumliegt und sie tatsächlich nicht mitgenommen wird. Wer weiß, wie sich das alles mit einer möglichen Zunahme des Tourismus ändern könnte.
Mein Guide ist unglaublich geduldig und drängt mich nicht. Es ist für ihn überhaupt kein Problem, dass wir scheinbar immer die Letzten sind, die abends die Unterkunft erreichen. So wohl auch heute. Es ist fast schon 19:00 Uhr. Eine Stunde später sitzen wir wieder im bekannten Restaurant. Noch sind wir die Ersten, später wird jeder Sitzplatz belegt sein. Heute gibt es Gemüsesuppe als Vorspeise und einen Hähnchenschenkel mit geschälten Kartoffeln zur Hauptspeise. Das finde ich klasse, so muss ich die Kartoffeln nicht aus der Haut pellen. Mir schmeckt Kartoffelhaut gar nicht. Auf den Nachtisch verzichte ich auch heute, ich habe definitiv wieder zu viel gegessen. Das Rahmenprogramm flimmert in Form irgendeiner argentinischen Soap über den in der Ecke hängenden Bildschirm.
Was war das wieder für ein Tag. Voll von Eindrücken und noch immer im Höhenrausch gehe ich zu Bett und frage mich, wie die folgenden Tage wohl werden, aber ein wenig ahne ich es schon.
Oliver74158 Beiträge · seit 201604. Dez. 2022 · #33
Liebe Sabine, einfach herrlich. Wir waren im Februar 2019 auch in der Gegend unterwegs. Salta, die Piedra del Molino im dichten Nebel (anhand Deiner Fotos kenne ich nun auch die Umgebung 😉 ), Cachi und Molinos. Die Ruta 40 ist einfach großartig - das wäre ein Traum, die Ruta 40 einmal komplett von Norden nach Süden abfahren. Wunderbare Eindrücke und Erinnerungen - vielen Dank für den Reisebericht. Beste Grüße, Oliver
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200904. Dez. 2022 · #34
Lieber Oliver,
vielen Dank! Ich freue mich über Dein Interesse und dass Du dabei bist.
Ja, die Ruta 40 ist toll, manche Abschnitte sind aber auch langweilig, dafür gibt es dann rundherum genug anderes zu entdecken. Wir sind bereits einige Abschnitte gefahren. Die Valles Calchaquíes, die Du beschreibst, sind wunderschön und auch prima als Selbstfahrer zu bereisen. Schade, dass Du so ein Wetterpech hattest, aber im Januar und Februar kann das durchaus passieren.
Viele Grüße Sabine
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200904. Dez. 2022 · #35
Tag 8 werde ich aufteilen, hier gibt es jetzt dazu den ersten Teil:
Tag 8 – Tolar Grande – El Peñón Karge Puna, vielfarbige Puna - oder doch ein Gemälde?
Über Nacht sind die weißen Flecken auf meinen Zähnen wieder verschwunden, nichtsdestotrotz leuchten sie aber nach wie vor in unterschiedlichem Weiß.
Auch heute Morgen gibt es in der Hostería für mich ein privates Frühstück, gezaubert von meinem Guide. Gestern ist mit lautem Getöse eine kleine Gruppe Schweizer Touristen angereist. Die scheinen nun die anderen vier Zimmer in der Hostería zu belegen. Sie haben bereits gefrühstückt. Es wäre nur schön gewesen, wenn sie ihre Krümel auf den Tischen beseitigt und diese auch hätten abwischen können. Ich murre etwas wegen dieses Verhaltens. Wenigstens sind die Tassen gespült.
Für unseren ersten heutigen Programmpunkt müssen wir nicht weit fahren. Einige wenige Kilometer außerhalb von Tolar Grande liegen die Ojos del Mar. Eigentlich wollten wir uns diese bereits an einem der beiden vergangenen Tage anschauen, aber uns fehlte die Zeit. Als wir ankommen, sind wir die einzigen Besucher und aus Richtung Tolar Grande nähert sich ein Mann, es ist der Guard der Ojos. Der Eintritt ist kostenlos, aber ich werde ihm beim Verlassen ein kleines Trinkgeld in die Hand drücken. Für mich bedeutet es nicht automatisch, weil man diesen Ort kostenfrei besuchen kann, dass man dem hier arbeitenden Wächter nicht auch einen kleinen Tipp zukommen lassen kann. Er wacht über diesen schönen Ort und hat ein Auge darauf, dass dieser Platz so bleibt, wie die Natur ihn geschaffen hat.
Drei große Pools haben sich in der Salzebene gebildet. Sie schimmern in Blau, Grün und Türkis. Ein wenig erinnern sie mich an Pools im Yellowstone und im Wai-o-Tapu, nur dass die Ojos keine vulkanische Aktivität aufweisen, obwohl genau genommen ist die ganze Gegend vulkanischen Ursprungs. Der Guard achtet peinlichst darauf, wohin ich gehe und dass ich nicht zu nahe an die Pools herantrete. Das begrüße ich, denn Hineinfallen möchte ich ungern. Ich frage ihn, wie tief die Pools sind und so erfahre ich, dass einer 8 Meter tief ist, der zweite 6 Meter und der dritte Pool 2 Meter.
Bevor wir unsere Fahrt fortsetzen, müssen wir meine Schuhe vom Salz befreien. Es ist kaum zu glauben, wie viel Salz ich eingesammelt habe und wie fest es an Sohle und Material klebt, so kommt man ungewollt an Plateausohlen. Aber auch für diese Lebenslage hat mein Guide Vorsorge getroffen, er hat Bürsten im Auto.
Nachdem wir gestern „den Ort, an dem jeder dem Tod geweiht ist“ von Osten nach Westen gequert haben, biegen wir heute auf die Salzpiste Richtung Süden ab. 70 Kilometer beträgt die Nord-Süd-Ausdehnung des Salar de Arizaro. Etwa 90 Minuten fahren wir bis zu dem Highlight, das ich zuvor schon auf Bildern gesehen habe, den Cono de Arita. Mit einer fast perfekten Form erhebt sich der Vulkan 70 Meter hoch aus der ebenen, gräulichen Salzpfanne. Alle Maße an diesem Ort scheinen mit der Zahl 70 in Verbindung zu stehen. Es ist äußerst mühsam, auf dem Salzsee zu laufen, besonders weit komme ich nicht, aber das ist mir auch nicht wichtig.
Wir verlassen den Salzsee und fahren mal auf etwas breiteren Pisten, mal auf einspurigen Pisten, dann auf Tracks und manchmal ist kaum eine Fahrspur zu erkennen. Immer wieder gibt es Abzweigungen, allen gemeinsam ist, dass keine beschildert ist. Teilweise sind die Tracks sehr übel und nur mit 4 x 4 zu passieren, über Stunden werde ich durchgeschüttelt, zum Glück habe ich keine Bandscheibenprobleme. All diese Mühe wird mit einer atemberaubenden Szenerie um mich herum belohnt. Ständig wechseln die Ausblicke, es ist unbeschreiblich, was vulkanische Aktivität hier geschaffen hat. Immer wieder staune ich über diese Landschaft, die eher vermuten lässt, der Palette eines Malers entsprungen zu sein, als dass sie tatsächlich Realität ist. Wir passieren den Volcán Antofalla, selbstredend auch ein 6.000er, genau genommen finde ich Höhenangaben von 6.409 Metern. Dieser Vulkan ist wohl besonders gut zu sehen, wenn man die Strecke von Nord nach Süd fährt. Und dann stehen wir oberhalb des Salar de Antofalla, vor mir liegen unglaubliche Ausblicke.
Wir fahren hinunter zum Salar. Unser Ziel ist der kleine Weiler Antofalla, wo wir zu Mittag essen werden. Seitdem wir am Morgen Tolar Grande verlassen haben, habe ich kein anderes Fahrzeug gesehen, geschweige denn irgendeine Form menschlicher Ansiedlung, einzig an eine Goldmine in der Nähe des Salar des Arizaros kann ich mich erinnern. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert, wenn man sich hier für eine falsche der unzähligen Abzweigungen entscheidet und/oder eine Panne hat, wir befinden uns größtenteils auf über 4.000 Metern Höhe. Schlimmstenfalls ist Niemand über den Aufenthaltsort unterrichtet, man hat kein entsprechendes Kommunikationsgerät an Bord, weitab vom Mobilfunknetz befindet man sich ohnehin und fehlende Spanischkenntnisse könnten zu einer zusätzlichen Hürde werden. Ich denke darüber nach, wen ruft man an, falls man als Individualtourist mit nur einem Wagen unterwegs ist und zumindest ein Satellitentelefon mit sich führt? Den argentinischen Automobilclub? In welcher Sprache kommuniziert man, wenn man nicht gut genug Spanisch spricht? Allerspätestens auf dieser heutigen Etappe weiß ich, dass diese Strecke definitiv nichts für uns wäre, um sie alleine als Selbstfahrer zu bereisen. Vielleicht ändert sich meine Einstellung dazu in einigen Jahren, wenn die Strecken mehr frequentiert sein sollten, nur im Hier und Jetzt weiß ich, wie meine Entscheidung ausfällt.
Unten am Rande des Salzsees liegt auf 3.495 Metern der Weiler Antofalla. Mein Guide erzählt mir, dass die Menschen in Antofalla seit einiger Zeit nun zumindest stundenweise Strom haben. Indem die Guides mit ihren Gästen hier regelmäßig bei Einheimischen zum Essen einkehren, unterstützt die Agentur die hier lebenden Menschen. Aber auch darüber hinaus wird von der Agentur das eine oder andere vor Ort unterstützt, wie ich von meinem Guide erfahre. Man könnte meinen, jedes Drehbuch hätte es nicht besser planen können. Gerade als wir mit unserem Wagen halten, laufen zwei Mädchen vorbei. Ich bitte meinen Guide, er möge sie doch bitte zurückrufen, während ich die hintere Wagentür öffne und die beiden Puppen heraushole. Wo sonst hätte ich die beiden Stoffmädchen besser verschenken können als hier? Mein Guide kennt die Familie gut, bei der wir essen und er erzählt mir, dass ein weibliches Mitglied der Familie in Salta Geologie studiert hat. Mein Respekt für diese Leistung ist immens, vom kleinen Weiler Antofalla zu einem Universitätsabschluss.
Bereits im Vorraum hatte ich mehrere der Kränze mit Papierblumen gesehen, auch hier im Wohn-Küchen-Bereich hängen diese Kunstwerke. Ich frage die Dame, die uns so wunderbar mit Hähnchen und Reis bekocht hat, ob sie diese selbst macht und wie lange sie dafür benötigt. Ich erfahre, dass sie diese gefertigt hat für den Dia Todos los Santos, Allerheiligen. In zwei Tagen wird überall im Land der Verstorbenen gedacht und die Gräber auf den Friedhöfen im Hochland werden mit bunten Papierblumen geschmückt sein.
Wir verlassen den kleinen, so einsam gelegenen Weiler Antofalla über den gleichnamigen Salzsee. Auf der anderen Seite geht es wieder bergauf. Auch von dieser Seite bieten sich spektakuläre Panoramablicke. Ich habe tatsächlich das Gefühl, die Umgebung ist gemalt und so fühlen sich für mich auch meine Fotos an. Irgendwie unwirklich, wie nicht von dieser Welt.
Wow wow wow - das ist ja der Hammer, was du hier in deinem wahnsinnig interessanten Reisebericht beschreibst und an Bildern zeigst. Die Landschaft sieht in der Tat aus wie gemalt, die sanften Formen, die ineinander übergehenden pastelligen Farben, dann wieder alles harsch und eintönig, und trotzdem immer wieder unglaublich faszinierend. Ich bewundere dich, dass du eine solche Reise in die einsamen Höhen unternommen hast, auch mit Guide ja ein spannendes Unterfangen.
Großes Dankeschön für diese Eindrücke einer Gegend, die ich überhaupt nicht kenne, die mich aber sehr beeindruckt!
Viele Grüße von Tanja
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200904. Dez. 2022 · #37
Hallo Tanja,
vielen Dank für Dein großartiges Kompliment 😘 !
Für mich war es überhaupt kein Problem, die Reise dorthin zu unternehmen. Ich glaube, es hat sehr geholfen, dass wir zuvor schon einige Male in Argentinien als Selbstfahrer unterwegs waren und ich daher ganz gut einschätzen konnte, auf was ich mich einlasse. Wäre es meine erste Reise dorthin - und/oder auch in diese Höhen - gewesen, wäre es möglicherweise etwas anderes gewesen.
Mit dem Guide hatte ich ungemeines Glück, aber auch da habe ich mir im Vorfeld nicht so viele Gedanken gemacht, obwohl ich in Tansania genau das Gegenteil hatte, da war es allerdings eine Gruppenreise. Das Einzige, wo ich mir im Vorfeld etwas Gedanken, aber keine Sorgen, gemacht habe, war der Punkt, wie es sein wird, den ganzen Tag nur Englisch zu sprechen oder auch mal Spanisch (aber das spreche ich nicht gut), weil ich halt alleine war und niemand darüber hinaus dabei wäre, mit dem ich mich auch mal in Deutsch unterhalten könnte. Aber auch das war ganz schnell vergessen, genau dazu schreibe ich im zweiten Teil des Tages etwas … den Text dazu hab‘ ich gerade heute geschrieben.
Dir wünsche ich eine tolle Reise nach SA.
Viele Grüße Sabine
Beatnick1'712 Beiträge · seit 201606. Dez. 2022 · #38
Wahnsinnig reizvoll, das alles! Wunderschön. Aber die Höhe, die Höhe...
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200906. Dez. 2022 · #39
Ja, Betti, das mit der Höhe kann für den einen oder anderen zum Problem werden, zumal man auf dieser Route nicht mal eben in wenigen Stunden in tieferen Lagen ist, wie z. B. in San Pedro de Atacama.
Liebe Grüße Sabine
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200910. Dez. 2022 · #40
... dann will ich mal Tag 8 zu Ende bringen ...
Mit 4.635 Metern erreichen wir den höchsten Punkt unserer heutigen Etappe. Ein Blick in den Spiegel verrät mir, dass sich die weißen Flecken auf meinen Zähnen auch heute wieder eingefunden haben.
Die Fahrt nach Antofagasta de la Sierra führt wieder durch eine neue Landschaftsszenerie. Einige Zeit fahren wir auf einer Strecke, links und rechts flankiert von Hügeln, die mit Paja Brava, dem gelbem Pampagras, bewachsen sind.
Dann erreichen wir die Vega de Antofalla. Hier grasen Lamas, ich steige aus und mache Fotos. Wir passieren mehrere dieser wunderbaren Vegas und der Name einer Vega, Vega Colorada, könnte stellvertretend für alle anderen stehen. Aber nicht nur Lamas sind zu sehen, Kondore schweben am Himmel, sind aber zu weit entfernt, als dass ich sie fotografieren könnte, Vikuñjas natürlich, Graukehl-Höhenläufer (Agachona de Collar) stehen für ein Fotoshooting bereit und auch ein Fuchs lässt sich blicken.
In den folgenden Stunden kann man fast schon von einer Rush-Hour sprechen, ganze drei Autos begegnen uns, zwei gehören zu einer Mine und ein Transporter, der große Wasserkanister geladen hat.
Die Strecke zwischen Antofagasta de la Sierra und El Peñón wurde vor einiger Zeit mit einer Asphaltdecke beglückt. Das muss nach der Drucklegung meines Atlasses passiert sein und ich bin froh, die letzte Stunde unserer heutigen Fahrtstrecke nicht mehr durchgeschüttelt zu werden. Die Gegend hier ist wieder komplett anders, als alles, was ich bisher in der Puna zu Gesicht bekommen habe. Unzählige dunkle Vulkankegel finden sich entlang der verbleibenden Strecke.
Am sehr späten Nachmittag erreichen wir El Peñón, wo ich für drei Nächte in der Hostería (La Altura) El Peñon übernachten werde. Diese ist nicht ganz so einfach wie die Hostería in Tolar Grande und verfügt über 8 Zimmer.
Später sitze ich im Aufenthaltsraum und warte auf das Abendessen, dass hier erst um 20:30 Uhr serviert wird, als mich ein Herr anspricht und fragt, ob ich Englisch spräche. Mir fällt das beinahe nicht auf, seit Tagen spreche ich kaum noch etwas anderes, es sei denn, ich spreche mit mir selbst oder wechsle einige Worte mit meinen Schweizer Zimmernachbarn in Tolar Grande. Selbst beim letzten Telefonat mit meinem Mann begann ich die ersten Sätze auf Englisch, bis er mir dann sagte, ich könne mit ihm auch auf Deutsch sprechen. Dabei hatte ich im Vorfeld Sorge, wie es sein würde, zwei Wochen kaum in meiner Muttersprache sprechen zu können. Diese Sorge war auf jeden Fall völlig unbegründet.
Es stellt sich heraus, dass der Herr, der mich angesprochen hat, gemeinsam mit seiner Frau ebenfalls eine Privattour macht und beide aus England kommen, seine Frau sich jedoch aufgrund der Höhe ausgesprochen unwohl fühlt und daher auf dem Zimmer bleibt. Wir unterhalten uns ein wenig und er fragt mich nach einer Weile, ob wir gemeinsam zu Abend essen wollen. So sitzen wir beide nicht alleine und setzen unsere sehr nette Unterhaltung fort.
Bevor ich einschlafe, denke ich noch einmal an den heutigen Tag zurück. Hinter mir liegt eine einzige Panoramafahrt mit ständig wechselnden, spektakulären Puna-Landschaften, wunderbaren Begegnungen mit Menschen in Antofalla und ein wenig Wildlife als i-Tüpfelchen.