Tomcat1'155 Beiträge · seit 200606. März 2022 · #41
mitglied19210 schrieb: Es ist vielleicht das gleiche Muster wie bei Querdenkern usw: Die die sich völlig einseitig in obskuren Quellen informieren, halten sich für die einzig richtig Informierten, die einzigen mit holistischem Blick. Alle anderen sind aus deren Sicht, die Dummen, die Uninformierten.
Sehr einfach dein Weltbild. Alle Querdenker sind Swurbler usw.
Elon Musk, Jeff Bezos sind Querdenker und Albert Einstein war einer...
@mitglied19210: "Querdenker" ist im bundesdeutschen Sprachgebrauch ein Terminus zur gezielten Stigmatisierung derer, die sich weigern dem Mainstream-Narrativ des herrschenden (Medien-) Systems zu folgen und gleichzeitig politisch weder "links" noch "rechts" einzuordnen sind (diese Kategorien hatten mal ihre Berechtigung, ergeben aber schon länger keinen Sinn mehr). Zum Zwecke der Diffamierung abweichender Meinungen insbesondere in Bezug auf die Corona-Politik der Bundesregierung wird der Begriff geradezu inflationär verwendet. Und ja - natürlich gibt es unter denen auch jede Menge Spinner. Ich sehe "Querdenken" gleichwohl als unverzichtbar zum Zwecke des Erkenntnissgewinns und bemühe mich sehr darum. Auch wenn ich dabei nicht so genial wie die Querdenker Giordano Bruno, Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, Isaac Newton oder Albert Einstein sein mag. Da ich einige Jahre (imho) auch professionell mit der Analyse internationaler Beziehungen westasiatischer und afrikanischer Staaten zu tun hatte, habe ich wahrscheinlich mehr Verständnis für deren Abstimmungsverhalten, Käuflichkeit, Interessenpolitik, Beziehungen zu Supermächten bzw. Großmächten als man es von Laien erwarten kann. @loser: Ich spiele Schach. Manchmal ist mein Blick vernebelt und ich mache krasse Fehler. Deshalb bin ich aber nicht hirnlos und kein Idiot. Denk mal drüber nach 😉
Guten Abend lugawe „Meinungsäußerungen muss man nicht beweisen“, sagst du. Muss man nicht, wenn man nicht will. In einem Meinungsaustausch und einer Diskussion sind (mE!) Begründungen des eigenen Standpunktes trotzdem angebracht und fördern die eigene Glaubwürdigkeit (auf die man aber keinen Wert legen muss). Ich halte das für zivilisatorischen Fortschritt. Das z.B. „Doch immerhin - eine gute Nachricht: Russische Spezialkräfte haben die Kontrolle über Zaporozhne übernommen. Damit dürften Manipulationen durch ukrainische Extremisten an Europas größten Kernkraftwerk verhindert sein.“ ist dann, ohne „Beweis“ , für mich bloß eine Behauptung.
Wegen der Art und Weise, wie du das eigentliche Thema eingangs für dein Anliegen gekapert hast, vermute ich, dass deine kritische Sichtweise auf die Rolle der USA in den letzten Jahrzehnten (die mich persönlich gar nicht aufregt, wir hätten dabei wahrscheinlich ein große Schnittmenge) aber gerade jetzt deinen Blick auf das vernebelt, was gerade in der Ukraine passiert und passieren wird und/oder in weiterer Folge bei „uns“. Denk' mal drüber nach 😉 . Werner Und lass es endlich (hier!!!) sein und schreib mir und deinen anderen Reibebäumen eine PN, wenn du mich/andere auch deswegen wieder belehren und maßregeln möchtest.
PEpeterwThemenstarter69 Beiträge · seit 201006. März 2022 · #44
Hallo und guten Abend zusammen, ich wollte mit meiner Frage vor einigen Tagen, wie Politik und die Menschen in Nam zu den Geschehnissen in der Ukraine stehen keinen zweiten Krieg oder wie Putin neuerdings Krieg nennt "Spezialoperation" hier im Forum auslösen. Die Katze ist ja nun seit einigen Tagen aus dem Sack, die namibische Politik schweigt zu dem Mord an unschuldigen Frauen, Männern und Kindern in der Ukraine! Auch wenn sich ein Häuflein von 50 - 70 "Aufrechten", fahneschwenkenden Bürgern in Windhoek, wohl demonstrativ auf die Seite der Ukrainer stellen ist das Ergebnis äußerst ernüchternd. Mann kann nun nach Gründen bzw. Argumenten für diese unentschiedene Haltung suchen. Es könnte Angst vor negativen Folgen einer eindeutigen Positionierung gegen den Krieg sein, (man könnte ja finanzielle Unterstützung in Rubel, Yuan, Euro oder US-Dollar verlieren) oder es liegt am Desinteresse, was mindestens ebenso wenig nachvollziehbar ist. Aber keine Angst, man wird sich der Freunde im Westen wohl bald wieder erinnern, wenn die Preise weltweit für Lebensmittel und andere Konsum- bzw. Investitionsgüter explodieren und lautstark nach finanzieller Hilfe bzw. Entschädigung für das erlittene Unrecht vor 100 Jahren erinnern.
Ein Land das nach 4 Generationen immer wieder die Erinnerung an die schrecklichen Geschehnisse vor 100 Jahren im eigenen Land wachhält und damit verbunden massive Geldforderungen stellt, sollte nicht nur den Blick in die Vergangenheit richten sondern auch zeigen,dass man Unrecht, wo immer und wann es geschieht, ablehnt. Ich danke für die vielen Posts auf meine Frage und wünsche eine angenehme Woche Peter
Als ich hörte, dass sich Namibia, ein mir liebgewonnes Land, bei der UN-Abstimmung so verhält, war ich sehr enttäuscht. Es ist schade, dass die Regierenden in Namibia so wenig Rückgrat haben, und sich wegen des Geldes ( China ) so verhalten. Auch die namibischen Medien sind erbärmlich. Hoffentlich erinnert man sich bei der nächsten Bitte um Entwicklungshilfe seitens Deutschland dran. Ich werde so schnell nicht mehr in den Urlaub dahin fahren. Ich weiß jetzt werden wieder einige Wiedersprechen und von der armen Tourismusindustrie sprechen die man unterstützen soll. Tut mir leid, aber das ist mein Beitrag ( außer meinen Spenden für die Ukraine ) zum Protest. Bin gespannt wie ich jetzt zerrissen werde.
Einigermaßen unstrittig scheint mir: Das Abstimmungsverhalten von Staaten in der UNO ist ziemlich Banane in Bezug auf das Schicksal der Ukraine und ihrer Menschen (siehe z.B. zahlreiche UN-Resolutionen in Bezug auf Israel und Palästinensergebiete, Südafrika und die faktische Annexion Namibias zu Zeiten des Apartheid-Regimes). Hoffen wir dass beide Seiten - sowohl die russische als auch die ukrainische - sich bei den Verhandlungen von Maximalpositionen verabschieden. Wie werden die Auswirkungen der wechselseitigen Sanktionen auf den globalen Tourismus und insbesondere auf den Afrika-Tourismus sein? Meinungen dazu fände ich interessant (und seien sie unbewiesen). Aber das ist auch off Topic und bedürfte eines eigenen fred!?
Lugawe schrieb:Wie werden die Auswirkungen der wechselseitigen Sanktionen auf den globalen Tourismus und insbesondere auf den Afrika-Tourismus sein? Meinungen dazu fände ich interessant (und seien sie unbewiesen). Aber das ist auch off Topic und bedürfte eines eigenen fred!?
Hallo Lugawe, Ich finde, dass das schon hier her passt (aber du kannst ja einen eigenen thread eröffnen) weil gerade vom Ferntourismus stark abhängige Länder, wie Namibia, davon stark betroffen sein werden, wie schon PeterW gesagt hat, und das gleich doppelt.
Begründung, auch wenn nicht gefordert 😉 : *) Mobilität wird durch den Krieg kurzfristig verteuert, zusätzlich zur geplanten Verteuerung als Lenkungsmaßnahme für die CO2-Reduktion. Fernreisen und das Fahren langer Strecken werden davon betroffen sein, Destinationen wie Namibia daher auch. Da der Steueranteil am Kerosin im Vergleich zum Auto sehr klein ist (also mehr als Benzin und Diesel den Rohölpreis abbildet) aber die Treibstoffkosten mindestens 30 % der Gesamtkosten des Fliegens ausmachen, führt an der Anhebung der Ticketpreise wohl kein Weg vorbei, wenn sich die Treibstoffpreise verdoppeln bis verdreifachen.
Zusätzlich wird der Ferntourismus auf der Kaufkraftseite in den Quellländern unter Druck kommen, weil der Krieg gleichzeitig die Rohstoff- und Produktionskosten in allen Lebensbereichen erhöhen wird. Arme Gast(Ziel)länder leiden dann doppelt, beim eigenen Konsum und durch die Kaufkraftschmälerung in den Quellländern. Denn Fernreisen ist „Luxus“, und der Marktanteil derer, die sich den Luxus leisten können/wollen, wird kurzfristig schrumpfen, PS 8:55 zumal ihr angespart Veranlagtes auch gerade heftig an Wert verloren haben könnte. Grüße *)wobei eine Begründung noch kein Beweis ist, dieser ließe sich erst empirisch erbringen, wenn die Voraussagen auch tatsächlich eingetreten sind. Ich persönlich würde mich in dieser Sache gerne geirrt haben
4nachnamibia schrieb: Ich werde so schnell nicht mehr in den Urlaub dahin fahren.
Guten Abend, ich habe für deine Ehrlichkeit "Danke" gedrückt. Um das einordnen zu können, noch die Frage: Welche Länder, dort oder anderswo, sind dann für dich noch oder nicht gestrichen? Danke und Grüße und keine Ironie meinerseits, sondern ehrliches Interesse an einem ernsten Thema
"Die Enthaltung Namibias bei der Abstimmung zur Ukraine vor der UN-Vollversammlung hat gegen die tiefsten Grundsätze des Landes verstoßen. Dieser Ansicht zeigt sich Politikexperte Ndumba Kamwanyah, wie Nampa berichtet. Namibia habe sich gegen genau das entschieden, was den eigenen Unabhängigkeitskampf ausgemacht habe; die Freiheit eines Volkes in einem eigenen Staat zu erreichen bzw. zu sichern. Namibia habe die Unabhängigkeit erreicht, weil Staaten in der Welt sich ganz klar positioniert hatten. Ein solches Vorgehen wäre nun auch von Namibia wünschenswert gewesen, so Kamwanyah." (Hitradio Namibia, 8.3.2022)
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
SESeyko1'095 Beiträge · seit 200908. März 2022 · #53
4nachnamibia schrieb:Als ich hörte, dass sich Namibia, ein mir liebgewonnes Land, bei der UN-Abstimmung so verhält, war ich sehr enttäuscht. Es ist schade, dass die Regierenden in Namibia so wenig Rückgrat haben, und sich wegen des Geldes ( China ) so verhalten. Auch die namibischen Medien sind erbärmlich. Hoffentlich erinnert man sich bei der nächsten Bitte um Entwicklungshilfe seitens Deutschland dran. Ich werde so schnell nicht mehr in den Urlaub dahin fahren. Ich weiß jetzt werden wieder einige Wiedersprechen und von der armen Tourismusindustrie sprechen die man unterstützen soll. Tut mir leid, aber das ist mein Beitrag ( außer meinen Spenden für die Ukraine ) zum Protest. Bin gespannt wie ich jetzt zerrissen werde.
Ich halte mich zu dem gesamten Thema zurück, da ICH das nicht zielführend finde aber als ich zufällig deinen Beitrag las, kam in mir eine Frage auf. Wenn dich eine „Enthaltung“ eines deiner Lieblingsreiseländer so aus dem emotionalen Gleichgewicht wirft, wie gehst du dann damit um, dass dein Heimatland an Kriegsparteien Waffen liefert, mit denen dann zigtausende Menschen umgebracht werden? Ich meine da bspw. ganz konkret die Waffenlieferung an Saudi Arabien, mit denen im Jemen Greueltaten verübt wurden. Hat dich das innerlich zerissen? Hast du etwas unternommen? Wenn ja, würde mich interessieren, was? Ich versuche gerade zu verstehen, was in Deutschland geschieht und welche Anforderungen entstehen. Neutralität reicht nicht mehr um akzeptiert zu werden. Das ist schon eine Entwicklung über die man sprechen muss.
Liebe Grüsse Guido Ich meine diese Frage ernst und keineswegs provokativ. Über eine Antwort - gerne auch per PN falls dir das hier nicht passend erscheint - würde ich mich sehr freuen.
PEpeterwThemenstarter69 Beiträge · seit 201008. März 2022 · #54
„Neutralität reicht nicht mehr aus um akzeptiert zu werden“…… Hallo Seyko, das muss ich jetzt mal loswerden. Zu deinem Beitrag kann man nur den Kopf schütteln, das ist eine Einstellung die ich nicht teilen kann. Wegschauen, wegducken keinen A in der Hose haben. Ich war zu Apartheitszeiten für 3 Monate in Südafrika als in Europa fast jedes Land Sanktionen gegen dieses Unrechtsregime ergriffen hat. Bei uns im Supermarkt wurden Konserven aus SA aus dem Regal genommen, es gab Anti-Apartheitsdemonstrationen und auch die Politik hat sich in Europa und dem Rest der Welt eindeutig positioniert. Ohne diese Unterstützung gäbe es heute vielleicht noch diese Politik in SA. Viele Staaten haben sich 1939 – 1945 gegen Hitlerdeutschland eindeutig positioniert und mitgeholfen das Nazi-Regime zu beenden. Auch Länder wie Australien, Neuseeland, Cook-Islands die bestimmt weit weg von Europa sind haben unterstützt und sich engagiert.
Die von dir geäußerte Mentalität führt dazu, dass Menschen in den Großstädten von Krawallmachern überfallen und niedergeschlagen werden können und die Menge steht herum gafft und tut nichts, sie bleibt neutral, pfui kann man dann nur sagen.
Man muss ja nicht unbedingt körperlich eingreifen, aber man kann Hilfe organisieren (Polizei) oder Lärm schlagen (Demonstrationen), zumindest eine Position beziehen und nicht neutral bleiben. Zusehen wie 1,7 Mio Menschen in der Ukraine vertrieben , Städte ausgebombt, Tausende verletzt bzw. getötet werden weil ein Land seinen Herrschaftsbereich vergrößern will. Da ist es eine Frage der mangelnden Moral wenn man neutral bleibt. Glücklicherweise denken nicht alle in Nam so, ich jedenfalls gehe davon aus.
Wenn ich wieder einen abendlichen Spaziergang durch das menschenleere Windhoek mache, erwarte ich doch dass mich Menschen unterstützen wenn ich überfallen werden , bzw. sich nicht neutral mit ihren Hunden, hinter hohen Mauern mit Fangzäunen verstecken. Sonst wäre das auch nicht mehr meine Urlaubsdestination.
SESeyko1'095 Beiträge · seit 200908. März 2022 · #55
Peter, du darfst dich sehr gerne entrüsten - kein Problem. Das hat nur alles so gar nichts mit meiner Antwort an „4nachnamibia“ zu tun. Ich habe Deutschland ja nun vor geraumer Zeit verlassen aber was ich mitbekomme, lässt mir den Atem stocken. Fotos von Schildern, wonach Russen in Cafes und im EH nicht mehr bedient werden, Sippenhaftung ohne die Fähigkeit zu unterscheiden etc,. pp. Es wird eine mediale Stimmung erzeugt, die mehr als ungesund ist. „Der Russe“ hat mit dem was Putin tut nichts zu tun. Genauso wie „der Deutsche“ nichts mit den Waffenlieferungen u.a. an Saudi Arabien zu tun hat.
Es gibt zwei „Fakten“, die man immer berücksichtigen sollte: 1. In der Politik geschieht NICHTS zufällig. 2. Die Wahrheit stirbt im krieg als Erstes.
Neutralität ist im Leben öfter wichtig und entscheidend. Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen, Länder oder Politiker Stellung beziehen, weil sie sich in ihrer Position sicher sind. Wenn Länder sich bei einer Forderung enthalten, kann das vielfältige Gründe haben. Politische Reaktionen umfassen mehr, als die Betrachtung einer isolierten Situation. Erläuterungen wie deine an mich, zeigen im Grunde nur auf, dass du dich weigerst, einen umfassenderen Blick einzunehmen und auf eine isolierte Betrachtung beharrst. Das ist nicht realistisch. ich wurde zuletzt sogar beschimpft (an anderer Stelle), weil ich mich laut gefragt habe, ob es einen Meister in Diplomatie gibt, der es schaffen kann, den Krieg schnell zu beenden während Putin sein Gesicht wahrt. Mir geht es um die Menschen, die bei einem schnellen Ende nicht sterben müssen. Denjenigen, die mich für diese Gedanken beschimpft haben, geht es um „Bestrafung“ von Putin. Das ist dumm, denn es bedeutet viel Leid. Zuletzt sehe ich Bilder von deutschen Demos, die auf Plakaten Waffenlieferungen an die Ukraine fordern. Ich habe selten etwas dümmeres gelesen.
Nun bin ich raus - habe schon viel mehr geschrieben als ich eigentlich wollte.
Und OT @ die schmale und (hier verschwimmende“) Grenze zwischen „Putin verurteilen“ - "sich klar positionieren" - „Russopobie“ einige interessante Meinungsäußerungen damit konfrontierter "Kulturmanager".
peterw schrieb: Ich war zu Apartheitszeiten für 3 Monate in Südafrika als in Europa fast jedes Land Sanktionen gegen dieses Unrechtsregime ergriffen hat. Bei uns im Supermarkt wurden Konserven aus SA aus dem Regal genommen, es gab Anti-Apartheitsdemonstrationen und auch die Politik hat sich in Europa und dem Rest der Welt eindeutig positioniert. Ohne diese Unterstützung gäbe es heute vielleicht noch diese Politik in SA.
Hallo PeterW, In folgender Ausführlichkeit zwar etwas aber auch nicht ganz OT, jedenfalls sehe ich auch einige Parallelen zum aktuellen Thema.
Es gibt viel Literatur zur Rolle der Sanktionen bei der Überwindung der Apartheid und der Tenor ist, dass Südafrika DAS BEISPIEL SCHLECHTHIN für die Wirksamkeit von Sanktionen, Boykott, politische Isolierung usw. ist/war. Allerdings auch eines der wenigen. Ich habe in dieser Zeit ein paar Jahre dort verbracht und mich anschließend dahoam weiter dafür interessiert und meine auch, dass die „Sanktionen“ effektiv waren und viel auf den Weg gebracht haben. Allerdings gab es auch noch viele andere Faktoren für/bei der Überwindung der Apartheid. Nicht zu vergessen die Gunst der Stunde, nämlich das „Scheitern des Sozialismus“ und das Ende des kalten Krieges, wodurch Südafrika seinen Stellenwert als Bollwerk gegen die Rote Gefahr im Süden verloren hatte.
Von den Protesten in der westlichen Welt hat man in RSA selber nicht alles mitgekriegt bzw. nur das was nicht verheimlicht werden konnte, weil es keine wirklich freie Presse gab und viele polizeistaatliche Restriktionen. Für den „Rest der Welt“ war Mandela damals sicher mehr Begriff und Symbol als für die Durchschnittssüdafrikaner. Er und ANC waren ja "gebannt", durften nicht erwähnt oder zitiert werden usw. (sieht jemand die Parallelen?)
Jedenfalls „bissen“ die „Sanktionen“ ganz schön. Unternehmen sagten: Warum tue ich mir für 3 Prozent des Umsatzes 99 % meines Ärgers an? Und zogen sich zurück oder stoppten zu investieren, weil die Perspektive nur negativ war. Für viele Sanktionen gab es zwar Umgehungskonstruktionen (bei welchen z. B. der Iran, Israel, Taiwanesische Unternehmer sehr hilfreich waren), aber diese erhöhten die Beschaffungskosten im Import und kosteten Kommissionen im Export. Die Bevölkerung kriegte von diesem Hintergrund nichts mit, sehr wohl aber davon, dass plötzlich die Tankstellen zum Wochenende geschlossen waren, die Höchstgeschwindigkeit auf 50 mph reduziert war. Auch der Sportboykott schmerzte stark, usw., usw. Aus diesem Grund begann Botha schon in den 1980ern mit ANC und Mandela zu sondieren, aber er wollte nur Ruhe haben und nichts dafür geben und meinte dass er die kriegt, wenn er bloß Mandela und ein paar andere freilässt, so blöd kann man sein. Und so zog es sich dann noch über 10 Jahre und mehr, bis es substanziell wurde. Da stand Pretoria schon mit dem Rücken zur Wand, knapp vor dem Staatsbankrott usw., usw. Werner
Aktuell fordert der südafrikanische Präsident Ramaphosa eine Reform des UN-Sicherheitsrates. In der Sache liegt er teils richtig, teil falsch. Entweder stellt er sich dumm oder er hat wirklich noch nicht begriffen, dass z.B. Südafrika keine signifikante Unterstützung für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat bekommen wird, wenn es eben nicht mal den russischen Angriffskrieg verurteilt.
Ramaphosa: “there is a tendency for the most powerful countries to use their positions as permanent UNSC members to serve their national interests”. Damit liegt er richtig. Das Abstimmungsverhalten der Vetomächte China, Russland und USA ist immer wieder skandalös. Der Anachronismus Vetorecht sollte abgeschafft werden.
Auch Ramaphosa: "That a continent of 1.3-billion people does not have a significant voice in the security council is of great concern to the citizens of this continent" Damit liegt er eher falsch. Afrika hat einen Anteil von ca. 15% an der Weltbevölkerung. Im UN-Sicherheitsrat hat Afrika aktuell 20% der Stimmen (3 von 15) - also sogar überproportional viele. Europa ist freilich noch überproportionaler präsent und hat im Gegensatz zu Afrika auch 2 Vetostimmen. Nach Bevölkerungszahl ist nicht Afrika sondern Asien im UN-Sicherheitsrat grotesk unterrepräsentiert. Nach Bevölkerungszahl müsste Asien 9 Stimmen haben, hat aber nur 2 (mit UAE 3).
Übrigens ist es schon jetzt "lustig", auf die Kommentare von Ukraine-Experte Lugawe zurück zu schauen, der ja "wusste", dass nicht Putin sich in der Ukraine verkalkuliert hat, sondern der Westen. Und der auch "wusste", dass Russland innerhalb weniger Wochen gewinnen wird. Russland kann diesen Krieg aber nicht mehr gewinnen.
Namibia hat sich in der UN-Vollversammlung bei der Abstimmung über eine durch die Ukraine eingebrachte Resolution erneut enthalten. Die Resolution wurde insgesamt mit einer großen Mehrheit von 140 der 193 Mitgliedsstaaten der UN-Vollversammlung angenommen. Darin wird unter anderem ein Ende der Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser in der Ukraine, sowie ein sofortiger Waffenstillstand und Rückzug der russischen Truppen gefordert. ...