Grüner Wasserstoff

222 Antworten · 16,4k Aufrufe · gestartet 05. Nov. 2021 von travelNAMIBIA
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409 Beiträge · seit 202231. Mai 2023 · #81
mitglied19210 schrieb:
Hajo52 schrieb:Ist Agora nun auch hier aktiv?
Wie sehr kann man sich ins Abseits stellen und sich selbst blamieren? Mal wieder hast Du nur die Diskussion störenden Schwachsinn - frei von jeglicher argumentativer Substanz - beizutragen. Such Dir doch eine Telegram-Gruppe für Dein Niveau. Da bekommst Du dann sogar Zustimmung für solche Kommentare.

Grüße, Thorsten
Danke für diese Antwort. Also doch Volltreffer!
Es gibt natürlich Mitmenschen die meinen, die Weisheit gefressen zu haben, und lassen keine Gegenrede zu.
Ideologische Weisheiten für Dummies argumentativ verkleidet.
Germoney today 2023.
Die Intelligenz verläßt die Narrenrepublik.
Ganz liebe Grüße
Hajo
zuletzt bearbeitet 31. Mai 2023
Gast31. Mai 2023 · #82
Seyko schrieb:Was du gerne verschweigst, ist der Umstand, dass es sich dabei um eine gepushte Situation handelt. Ändert nichts an dem Fakt aber sehr wohl, wie es dazu kam. Norwegen hat Käufern die komplette Mehrwertsteuer erlassen - immerhin 25%(!), vollkommen unabhängig vom Kaufpreis. Das dieser Umstand von den Menschen genutzt wurde um hochpreisige E-Autos zu erwerben, sieht man daran, dass der Staat ab 2023 eine Staffelung eingebaut hat. Zudem haben E-Auto Besitzer einen Steuer- und Mautvorteil. Das Staatsgeschenk ist schnell 5stellig (in EUR) und wird sicher dazu beigetragen haben, dass Menschen einen Kauf vorgezogen haben.
Ja, die Bedingungen sind in Norwegen anders. In Norwegen ist z.B. auch der Strompreis gravierend niedriger als in Deutschland und der Spritpreis höher als bei uns. Das spart über ein Fahrzeugleben Betriebskosten im deutlich 5stelligen Bereich. Auch ohne Förderung sind Elektroautos da gegenüber Verbrennern bei den TCO längst stark im Vorteil. Deine Argumentation war aber, dass die Transformation zur Elektromobilität an fehlenden Lademöglichkeiten scheitert. Und ganz egal wie finanzielle Aspekte aussehen, braucht man in Norwegen für Elektroautos genau so für jedermann Lademöglichkeiten wie hier. Und es funktioniert. Trotz weit größerer Transformationsgeschwindigkeit als bei uns.
Seyko schrieb:Ich wäre dir dankbar, wenn du dein Wissen bzgl. der Panele mit mir teilst. Du hast ja auf Hajos Ausführungen geantwortet, dass dies längst gelöst sei.
Das kannst Du auch in 10 Sekunden googeln (solar panel dry cleaning u.ä.), aber OK. Es gibt viele vollautomatische Systeme zur Trockenreinigung. Früher war es bei Glas generell ein Problem, dass das Glas nach ein paar heftigen Sandstürmen wie gesandstrahlt war. Heute gibt es Glas, dass das aushält und auch eine jahrelange Trockenreinigung mit speziellen Bürsten ohne den geringsten Kratzer verkraftet. Die Glas-Evolution kannst Du ein Stück weit bei deinem Smartphone nachvollziehen. Vor 15 Jahren waren die Displays schnell zerkratzt. Heute ist es bei einem hochwertigen Smartphone sehr schwer, dass Display zu zerkratzen. Hier kannst Du ab Minute 1:20 ein System zur Trockenreinigung in Dubai im Einsatz sehen:
https://www.thenationalnews.com/uae/science/2022/01/23/robotic-dry-cleaning-and-bifacial-panels-dubais-solar-park-has-grown-bigger-and-cool/

Es gibt auch Reinigungs-Systeme mit Gebläsen. Es gibt Verfahren, die Oberfläche der Panel unter Spannung zu setzen, Partikel aufzuladen und quasi abspringen zu lassen (entwickelt im wüstenfreien Deutschland). All das braucht kein Wasser. Und deswegen hat Hajo nur längst überholte Vorurteile zum Besten gegeben. Solange die PV-Parks in Namibia nicht endlos von der Küste entfernt erreichtet werden, wäre eventuell auch Nassreinigung via Wasserentsalzung eine Option. Einen Kubikmeter Wasser zu entsalzen kostet heute etwa 0,70 USD. Mit einem einzigen Kubikmeter Wasser kann man ca. 200 qm PV-Panel reinigen. Da ist dann eher die Frage, ob für andere Zwecke ohnehin Wasserentsalzungsanlagen geplant sind.

Grüße, Thorsten
zuletzt bearbeitet 31. Mai 2023
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200613. Juni 2023 · #84
Hier noch was aktuelles zu der Thematik, wie der deutsche Staat in das Hyphen-Projekt involviert ist:

"GERMAN SUPPORT PROTECTS LÜDERITZ TRANSITION FROM SMALL TOWN TO INDUSTRIAL METROPOLIS"
"The German Government will support the planning of the green hydrogen sites near Lüderitz with approximately N$121 million, following the conclusion of the negotiations on joint development cooperation between Namibia and Germany...."
https://economist.com.na/79942/general-news/german-support-protects-luderitz-transition-from-small-town-to-industrial-metropolis/
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 13. Juni 2023
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200620. Juni 2023 · #86
Tagesschau-Podcast (33 Minuten):
"Deutsche Energiewende made in Namibia?"
https://www.tagesschau.de/multimedia/podcast/11km/podcast-11km-748.html

P.S. Habe nach Minuten aufgehört zu hören. Die Dame kam in Windhoek an und hatte fortan jeden tag für mehrere Tage keinen Strom... ich denke sie war eher in Südafrika 😉
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zuletzt bearbeitet 20. Juni 2023
80 Beiträge · seit 202020. Juni 2023 · #87
travelNAMIBIA schrieb:Tagesschau-Podcast (33 Minuten):
"Deutsche Energiewende made in Namibia?"
https://www.tagesschau.de/multimedia/podcast/11km/podcast-11km-748.html

P.S. Habe nach Minuten aufgehört zu hören. Die Dame kam in Windhoek an und hatte fortan jeden tag für mehrere Tage keinen Strom... ich denke sie war eher in Südafrika 😉
Fertig anhören lohnt nicht. Das wird nicht besser - eher schlimmer.
75 Beiträge · seit 201120. Juni 2023 · #88
travelNAMIBIA schrieb:Tagesschau-Podcast (33 Minuten):
"Deutsche Energiewende made in Namibia?"
https://www.tagesschau.de/multimedia/podcast/11km/podcast-11km-748.html

P.S. Habe nach Minuten aufgehört zu hören. Die Dame kam in Windhoek an und hatte fortan jeden tag für mehrere Tage keinen Strom... ich denke sie war eher in Südafrika 😉
Das ist das Problem, wenn Laien (Reporterin) Technische Probleme erklären wollen, sie aber nicht lösen können.
Als Ingenieur habe ich mich gefreut, dass hier im Forum doch einige Forumsmitglieder die Beiträge sachlich für die H2 Gewinnung betrachtet haben.

Man muss sich bei diesem Projekt aber im Klaren sein, dass die techn. Möglichkeiten zur Realisierung des Projektes sicherlich gegeben sind. Aber ob der politische Wille gegeben ist und die Finanzierung im Endeffekt funktioniert, weil doch zu viele nicht direkt Beteiligte an diesem Projekt mit reden und verdienen möchten und dadurch die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist, soll erstmal dahingestellt sein.
Projekte sterben lassen ist einfacher als sie zu realisieren. Also nicht nur Absichtserklärungen abgeben sondern wollen und machen. 🙂
1'127 Beiträge · seit 202220. Juni 2023 · #90
Graskop schrieb:...woher das viele Wasser kommen soll ...
Guten Abend, es muss durch Entsalzung von Meerwasser gewonnen werden. Das heißt, die Elektrolyse soll an einer Küste stattfinden, der Strom muss aus der Fläche "dahinter" kommen.
Grüße
zuletzt bearbeitet 20. Juni 2023
Gast20. Juni 2023 · #92
Graskop schrieb:Aber kostet das nicht auch wieder Unmengen an Energie? Und sollte man das aus Entsalzungsanlagen gewonnene Wasser nicht erst mal für das wahrscheinlich immer mehr benötigte Trinkwasser nutzen?
Das ist jetzt keine wissenschaftliche Behandlung, sondern nur mal eine überschlägige Rechnung, um die Größenordnungen zu verdeutlichen.

Bei modernen Umkehrosmoseanlagen braucht man ganz grob 3 kWh Strom pro 1000 Liter. Mit dem in Namibia dann direkt "nebenan" produziertem Strom, dürfte das 12-20 Eurocent an Stromkosten verursachen. Das sind aber nicht die einzigen Kosten, die da anfallen. Grob über den Daumen gepeilt, rechnet man bei Entsalzungsanlagen mit 70 Eurocent pro 1000 Liter. Aus den 1000 Litern Wasser kann man dann mittels Elektrolyse ca. 100-110kg Wasserstoff gewinnen. Mittels Brennstoffzelle könnten wir die 100-110kg Wasserstoff (bei ca. 60% Wirkungsgrad) in Deutschland in rund 2000 kWh Strom umwandeln. Bedeutet: Pro kWh so gewonnenem Strom würden die Entsalzungskosten mit 0,035 Eurocent zu Buche schlagen, also irrelevant.

Grüße, Thorsten
537 Beiträge · seit 202021. Juni 2023 · #94
Graskop schrieb:Ehrlich, mich würde es unheimlich freuen, wenn von dieser ehrgeizigen Vision etwas realisiert werden kann.
Mich nicht. Ich will keinen Windpark von der Größe der Schweiz in unserem Land. Ich hoffe das Projekt versandet wie die Schienen zwischen Aus und Lüderitz.
Gast21. Juni 2023 · #95
makis schrieb:
Mich nicht. Ich will keinen Windpark von der Größe der Schweiz in unserem Land. Ich hoffe das Projekt versandet wie die Schienen zwischen Aus und Lüderitz.
Die Zukunft kann ich auch nicht vorhersagen und ich beanspruche auch nicht, da die alleinig richtige Sichtweise zu haben, aber deine Sichtweise kann ich nicht verstehen. Du magst ja relativ gut situiert und von den Problemen Namibias aktuell nicht betroffen sein. Aber Namibia ist tief im Junk-Status und wird durch die riesigen Probleme des wirtschaftlich übermächtigen Nachbarn Südafrika unverschuldet weiter abwärts gezogen. In Bereichen wie Bildung ist Namibia denkbar schlecht aufgestellt. Ich weiß nicht, wie Namibia sich zukünftig finanzieren will, wo zukünftiger Wohlstand herkommen soll. Wenn es weiter abwärts geht, kann es enden wie in Simbabwe. Dann sind irgendwann die Weißen schuld, sollen enteignet werden. NEEEF und anderes waren schon mal erste Anläufe in die Richtung. Oder man ergreift jetzt eben die Chancen, die sich durch die weltweite Umstellung auf erneuerbare Energien ergeben. Das ist aus meiner Sicht eine Art letzter Strohhalm, den Namibia ergreifen kann oder eben nicht.

Für das hier maßgeblich diskutierte Projekt von Enertrag sind 7 GW an Stromerzeugungskapazität in einem Mix aus Photovoltaik und Windkraft eingeplant. Ich habe jetzt nicht nachgelesen, aber wenn ich 3,5 GW an Windkraft veranschlage, dann entspricht das 700 großen Onshore-Windrädern a 5 MW oder ca. 250 Offshore-Windrädern. In Deutschland stehen allein an Land rund 30.000 Windräder. Namibia ist 2,3 mal so groß wie Deutschland. Wenn man sich dann an ein paar Windrädern stört und stattdessen lieber eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein Ende als Failed State in Kauf nimmt, erschließt sich mir das rational nicht. Ich wünsche mir, dass Namibia da viel Erfolg hat.

Grüße, Thorsten
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2023 · #97
Hier ein aktuelles Konzeptpapier von Hyphen.
📎 HYPHEN_ProjectSummary_MediaBriefing.pdf
Was mich ein bisschen überrascht hat, dass es keinen Strom in Lüderitz gibt.
Wie bitte?
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 29. Juni 2023
208 Beiträge · seit 201629. Juni 2023 · #98
Hallo Christian
Du musst dir bitte den podcast von der Tagesschau anhören. Den link dazu findest du oben in meinem Post. Da sagt die "Expertin", als sie abends in Lüderritz ankam und ich zitiere: "Die Zimmerwirtin kam uns schon mit einer Kerze entgegen, da der Strom wieder abgestalten war".
Im übrigen sind in diesem podcast von der Tagesschau ziemlich viele Ungereimtheiten angeführt, die ich so mal klatt als die reinste Unwahrheit bezeichnen würde.
Lg
Sunerf
75 Beiträge · seit 201129. Juni 2023 · #99
Ich hoffe, dass es auch alles verwirklicht wird wie es im Flayer dargestellt ist und nicht "im Sande" verläuft. Den Podcast darf man nicht so ernst nehmen, die Industrie entscheidet in der Regel alleine und benötigt dafür, wenn es ein zukunftsträchtiges Projekt ist, keine Hilfe von unwissenden und schwarzmahlenden Journalisten.

Grüße aus Norddeutschland, wo auch der Wind weht.
HeLu
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2023 · #100
Du musst dir bitte den podcast von der Tagesschau anhören. Den link dazu findest du oben in meinem Post.
den Link hatte ich vor Längerem schon gepostet und mich zur Qualität des Podcasts bereits geäußert.
Da sagt die "Expertin", als sie abends in Lüderritz ankam und ich zitiere: "Die Zimmerwirtin kam uns schon mit einer Kerze entgegen, da der Strom wieder abgestalten war".
Nampower hat Anfang Juni 5 Tage lang, jeden Tag für 2 Stunden säumigen Gemeinden den Strom abgestellt. Wahrscheinlich war die gut informierten Dame gerade dann vor Ort...

Viele Grüße
Christian
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