Grüner Wasserstoff

222 Antworten · 16,4k Aufrufe · gestartet 05. Nov. 2021 von travelNAMIBIA
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200605. Nov. 2021 · #1
Hi zusammen,

loser hatte das Thema angesprochen (im Öl-Thread), also scheint es auch von Interesse hier im Forum zu sein. Ich habe deshalb mal einen eigenen Thread zu "Grünem Wasserstoff" und Namibia aufgemacht.

Viele Grüße
Christian

Aktuell dazu zwei Informationen:

"Namibia hat bei der Weltklimakonferenz COP26 einen weiteren Deal zu grünem Wasserstoff unterzeichnet. Energieminister Tom Alweendo unterschrieb eine Absichtserklärung mit seiner belgischen Amtskollegin Tinne Van der Straeten, berichtet The Brief. Für Belgien ist es die erste Absichtserklärung seiner Art mit einem anderen Land. Im August hatten bereits Deutschland und Namibia über eine Partnerschaft in diesem Bereich abgeschlossen. Diese hat einen Wert von 700 Millionen Namibia Dollar. Insgesamt erhofft sich Namibia Zusagen über Direktinvestitionen in diesem Sektor von 90 Milliarden Namibia Dollar." (Hitradio Namibia, 5.11.2021)

📎 NamibiaannouncesHYPHENtoimplement.4bngreenhydrogenproject_PressReleaseFINAL.pdf
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
352 Beiträge · seit 201605. Nov. 2021 · #2
Danke für diesen Thread.
Ich frage mich seit Jahren warum NAM in Sachen Energiegewinnung nicht in den Quark kommt.
Windräder vor der Küste und Solarfarming sollte in NAM doch kein Problem sein.
Es gibt hier mittlerweile so einige Solarpark und Windparkbetreiber die das Knowhow haben, sowas seriös durchzuziehen. Bin selbst Shareholder im Bereich grüner Energie und kann nur sagen das es da noch ein riesiges Potential gibt.
Selbst Südafrika bekommt das ja so gaaaanz langsam hin.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200605. Nov. 2021 · #3
Windräder vor der Küste und Solarfarming sollte in NAM doch kein Problem sein.
Windrad-Testfarm läuft seit einigen Jahren bei Lüderitz, Solarparks wurden in den letzten fnf Jahren etwa 30 Stück landesweit errichtet. Mittlerweile hat jede größere Ortschaft einen Solarpark von in aller Regel 5–10 MW. Eine kleine Auswahl findest Du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kraftwerken_in_Namibia#Kraftwerke Gebaut werden diese von 3-4 großen Playern im land (Alensie, O&L Energy, Hopsol etc)

In keinem anderen Land auf dem Kontinent wurde vermutlich in den letzten Jahren so viel Solarenergie an den Start gebracht (also natürlich prozentual, nicht absolut) wie in Namibia. Ein Solar- oder Windpark ist schnell hingestellt, aber die zugeörige Infrastruktur (v. a. bei Wind, da bei Lüderitz) ist das Problem. Überlandleitungen etc kosten viel und der Bau dauert....

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 05. Nov. 2021
352 Beiträge · seit 201605. Nov. 2021 · #4
Sehr schön, da sieht man mal wieder wie lange ich nicht in Lüderitz war.
Die Solarparks sind klein aber fein, Hauptsache ein Anfang ist gemacht.
Bei der geringen Einwohnerzahl ( ok werden ja auch mehr ) sollte es bald gelingen den Strom für alle Einwohner CO2 neutral zu produzieren. Danach grünen Wasserstoff herstellen und diesen exportieren 🙂
Gast07. Nov. 2021 · #5
Danke Christian für das interessante Thema und die Info im Eröffnungsbeitrag.
Angesichts der Dimensionen und baldigen Produktionsbeginns müsste das technisch doch schon weit durchgeplant und schon bald in der Vergabephase sein, Baumaschinen für die Infrastruktur und Anlagen bald angeworfen werden …. usw. Über Solarkraftwerke in z. B. Marokko, Tunesien findet man in Nullkommanix 100te Seiten mit aussagekräftigen Betriebs- und Planungsdaten, Machbarkeits- und Standortsstudien, usw. Zu obig kann ich im www nichts Konkretes und Aussagekräftiges dazu finden, außer die o. a. Pressemitteilung. Welche Technik(en), welche Lieferanten, wie finanziert (wenn ich das richtig verstehe, ist Hyphen eigentlich ein Anlegerkeiler), welche Preise, Amortisation usw.? Kannst du helfen?
Danke und Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 07. Nov. 2021
352 Beiträge · seit 201607. Nov. 2021 · #6
Es wurden Absichtserklärungen auf der Klimakonferenz unterzeichnet. Jeder weiß was das heißt. Es heißt nicht das schon Standorte ausgewählt wurden zu denen schon tausende vorfinanzierte Baumaschinen mit den Plänen für das Projekt unterwegs sind.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200607. Nov. 2021 · #7
Kannst du helfen?
Nein, ich hoffe aber, dass nach COP26 die ganzen Infos dann zur Verfügung stehen.

Viele Grüße
Christian
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Gast08. Nov. 2021 · #8
Danke Christian,
wenn das so ist
" .... Hyphen won a government-hosted competitive tender to build the project, but will not officially be given the rights until it concludes a feasibility study and signs a construction contract with the government......"
https://www.rechargenews.com/energy-transition/british-german-developer-wins-tender-to-build-3gw-green-hydrogen-project-in-namibia/2-1-1094767
ist vorläufig mal klar, dass das nämlich dauern wird, falls überhaupt ernst zu nehmen.
Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 08. Nov. 2021
16,9k Beiträge · seit 201208. Nov. 2021 · #9
Hyphen to drive green hydrogen project https://www.az.com.na/nachrichten/hyphen-to-drive-green-hydrogen-project2021-11-08/

The first phase of the green hydrogen project in the Tsau //Khaeb national park is expected to enter production in 2026. The Tsau //Khaeb national park is among the top 5 locations in the world for low-cost hydrogen production. ...

LG
Logi
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200609. Nov. 2021 · #10
Hi Werner,

es scheint doch durchaus konkret zu sein. Zumindest gibt es bereits Architekturzeichnungen etc.
https://www.engineeringnews.co.za/article/namibia-selects-preferred-bidder-for-pioneering-94bn-green-hydrogen-project-2021-11-05

Viele Grüße
Christian
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240 Beiträge · seit 201909. Nov. 2021 · #12
travelNAMIBIA schrieb:Hi Werner,

es scheint doch durchaus konkret zu sein. Zumindest gibt es bereits Architekturzeichnungen etc.
https://www.engineeringnews.co.za/article/namibia-selects-preferred-bidder-for-pioneering-94bn-green-hydrogen-project-2021-11-05

Viele Grüße
Christian
Diese Zeichnungen sind die typischen 3D Animationen für die Öffentlichkeit. Das sind die ersten Überlegungen wie so etwas aussehen könnte. Eine solche Zeichnung sagt überhaupt nichts aus, ob das auch wirklich ausgeführt wird, sondern dient erstmal dazu der Öffentlichkeit das Ganze schmackhaft zu machen. Zwar kostet eine solche 3D Anmination sicherlich etwas Geld, aber bezogen auf die Gesamtanlagen-Kosten ist das zu vernachlässigen.

Wenn das umgesetzt würde, wäre das sicherlich eine coole Sache.
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200609. Nov. 2021 · #13
Hi Ticktack,

da Du Windenergie erwähnt hattest, dazu ganz aktuell:
"NamPower seeks contractor for 40 MW wind energy project"
https://www.thebrief.com.na/index.php/component/k2/item/284-nampower-seeks-contractor-for-40-mw-wind-energy-project

Viele Grüße
Christian
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Gast10. Nov. 2021 · #14
Ticktack schrieb:Ok, Enertrag ist mit im Boot. Die ziehen sowas im allgemeinen auch schnell durch.
https://de.wikipedia.org/wiki/Enertrag
Ambitioniert ist es schon, weil immerhin ein Mehrfaches dessen, was Enertrag in seiner ganzen Unternehmensgeschichte installiert hat. Die Dimensionen dieses Projektes (wenn auch vergleichsweise klein gegenüber anderen in Australien, Sahara und arabischem Raum) und Kurzfristigkeit sind für ein Land wie Namibia einfach atemberaubend.

Nur die Elektrolyse braucht ca. 15 TWh pro Jahr an elektrischer Energie. Das macht z. B. das 4-fache des nationalen Verbrauchs Namibias oder ¼ des österreichischen Stromverbrauchs, eines hochentwickelten Industriestaats mit 9 Mio. Einwohnern. Bei „Grünstrom“ aus ½ Wind und ½ PV müssten demnach überschlägig ca. 3 GW aus Windkraft und 4 bis 4,5 GWp aus PV installiert werden. Dazu kommen Meerwasserentsalzung, Infrastruktur, Transport, Speicherung, Verschiffung…

Abgesehen von der (noch nicht veröffentlichten) technischen Planung werden die betriebswirtschaftlichen Darstellungen spannend werden, mit denen man das den Investoren schmackhaft machen wird. Der eigentliche Knackpunkt ist ja derzeit, dass „grüner“ Wasserstoff kurz- und mittelfristig deutlich teurer als „grauer“ (aus Erdgas) ist und in der kurzen angestrebten Realisierungsfrist die Produktionskosten wohl durch technischen Fortschritt noch nicht ins Bodenlose fallen werden. Also müsste die Konkurrenzfähigkeit von grünem Wasserstoff durch eine politische Entscheidung, nämlich eine signifikante Verteuerung von grauem Wasserstoff hergestellt werden, = Steigerung des CO2-Preises. Wie die erste Welt darauf reagieren wird, wenn das mal durchgesickert ist, wird man sehen, weil das ja auf jeden Bereich des täglichen Lebens durchschlägt. Von Stahl und Zement über Lebensmittel bis zur Kleidung, Mobilität, wie auch Flüge nach Namibia 😉 . Der Weg geht zwar sowieso dorthin, aber die Gelbwesten ließen schon mal grüßen.

Grüße
zuletzt bearbeitet 10. Nov. 2021
352 Beiträge · seit 201610. Nov. 2021 · #15
Die Dimensionen des Projekts hab ich mir noch gar nicht angeschaut.
Ist aber schon eine Herausforderung für alle Beteiligten, sollte es in dieser Größe realisiert werden.
16,9k Beiträge · seit 201217. Nov. 2021 · #17
Green hydrogen getting significant attention https://www.az.com.na/nachrichten/green-hydrogen-getting-significant-attention2021-11-17/

Finance minister, Iipumbu Shiimi, in his mid-term budget review statement highlighted that the government has undertaken concerted efforts to attract private sector investment in a potential new sector of green hydrogen, which augurs well to decarbonise the country and the region. ...

LG
Logi
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200623. Nov. 2021 · #18
Die Niederlande hat nun auch eine Absichtserklärung mit Namibia unterzeichnet...
https://www.government.nl/documents/diplomatic-statements/2021/11/19/letter-of-intent-between-namibia-and-the-netherlands-on-cooperation-in-the-field-of-energy-resources
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200618. Feb. 2022 · #20
Das belgische Unternehmen CMB.Tech will mehr als N$ 300 Millionen in grüne Wasserstoffprojekte in Namibia investieren. Das teilte Präsident Hage Geingob im Rahmen eines Besuches in Belgien mit. Mit Ohlthaver & List als namibischem Partner soll in der Erongo-Region eine Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden. Das Unternehmen will in der kommenden Woche auf einer Pressekonferenz in Windhoek die Einzelheiten zu dem Projekt bekannt geben. Geingob hatte zusammen mit dem belgischen Premierminister Alexander De Croo am Mittwoch den Hafen von Antwerpen besucht. Wie auch der Hafen von Rotterdam will Antwerpen zu einem Logistikdrehkreuz für Wasserstoff werden. Mit Rotterdam hatte die namibische Hafenbehörde Namport kürzliche eine Zusammenarbeit angekündigt.
(Hitradio Namibia, 18.2.2022)
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