Elefantensterben Panhandle

114 Antworten · 27,1k Aufrufe · gestartet 17. Mai 2020 von GinaChris
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4'140 Beiträge · seit 200915. Juli 2020 · #41
Die AZ schreibt dazu heute:
Ursache für Elefantensterben scheinbar gefunden
Windhoek/Ondangwa (NMH/sb) - Das mysteriöse Elefantensterben während den vergangenen Wochen im Okavango-Delta könnte auf eine Überbevölkerung in der Region und den damit verbundenen Konkurrenzkampf zurückzuführen sein. Das erklärte Umweltminister Pohamba Shifeta am Freitag bei der Vorstellung eines Projekts zu Armutsbekämpfung in Ondangwa.
In dem Kavango-Sambesi-Umweltschutzgebiet (KAZA-Park), das sich über Namibia, Angola, Sambia, Botswana und Simbabwe erstreckt, sind dem Minister zufolge über 200000 Elefanten beheimatet. „Das ist eine eindeutige Überbevölkerung und übersteigt die eigentliche Tragfähigkeit des Gebiets um ein zehnfaches“, sagte Shifeta. „Die Elefanten haben die Natur dort großflächig zerstört, was den Nahrungskampf unter den Tieren erhöht und sie großem Druck aussetzt.“
Seit Mai wurden mehr als 300 Elefantenkadaver im Okavango-Delta gefunden, doch die entnommenen Proben weisen laut dem Umweltminister bei der Laboruntersuchung keine Auffälligkeiten auf. „Mehr Tiere sterben an Stress als an Krankheiten“, so der Umweltminister. „Das würde auch erklären, warum die Teste keine Aufschlüsse geliefert haben.“
Da der Abschuss von Elefanten nicht erlaubt sei, müsste auf umfassende Forschung gesetzt werden, um eine Lösung zu finden. „Es gibt Menschen wie die Jagdgegner, die nicht aufgeklärt sind, und im Töten der Dickhäuter eine Dezimierung der natürlichen Ressourcen sehen“, sagte der Politiker. „Gewisse Wildtierarten sind aber schlichtweg in der Überzahl und die Natur kann diesem Ungleichgewicht nicht weiter standhalten.“ Auf dem AU-UN-Gipfel zur wirtschaftlichen Nutzung von Wildtieren in Afrika Mitte vergangenen Jahres hatten sich bereits Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe zusammengetan und um Erlaubnis gefragt, ihre bisherigen Elfenbeinbestände verkaufen zu dürfen, was jedoch abgelehnt wurde.

Ich kann mir diese Erklärung ehrlich gesagt nicht vorstellen. 300 Elefanten bei Rangkämpfen ums Leben gekommen??????
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
548 Beiträge · seit 201615. Juli 2020 · #42
Burschi schrieb:
Ich kann mir diese Erklärung ehrlich gesagt nicht vorstellen. 300 Elefanten bei Rangkämpfen ums Leben gekommen??????
Gruß:
Burschi
Hallo Burschi,

und dann laufen sie im Kreis und fallen tot um ... mal abgesehen davon, dass doch jede Altersstufe betroffen ist.
Rangkämpfe erschließen sich mir da auch nicht wirklich.

viele Grüße
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
2'349 Beiträge · seit 200915. Juli 2020 · #43
Klingt heftig...

Aber , wenn es wirklich auch nur annähernd so viele Elefanten dort sind, kann das schon sein...

Was sind 300 (oder theoretisch sogar 1000) tote Elefanten im Verhältnis zu 200.000?

Nicht nur Revierkämpfe aber auch Stress sollen ja die Ursache sein...

Gerade junge Elefanten sterben relativ schnell an Stress oder , wenn sie mit den Herden nicht mehr mithalten können, wegen Futtermangel , Muttermilchmangel (= wegen Futtermangel) und Stress... Gerade bei Stress, Platzknappheit und Futterknapppheit müssen die Tiere sehr weite Strecken in kurzer Zeit zurücklegen... Was viele kleine oft nicht schafen...

Genau das habe ich Ende letzen Jahres in der extremen Dürre bereits in vielen anderen Teilen Botswanas beobachtet... Da waren auch überall Kadaver von Elefanten aller Altersstufen (vor allem Junge)...

Das alles muss nicht stimmen, könnte aber durchaus wahr sein.

Why not?

Mal sehen was die ggf. noch herausbekommen...

LG,
Otji!
zuletzt bearbeitet 15. Juli 2020
566 Beiträge · seit 201315. Juli 2020 · #45
Hallo,

also die Antwort des Umweltministers halte ich dann auch für eher abwegig - mal vorsichtig ausgedrückt. Das klingt eher nach "wir haben es euch ja schon immer gesagt, wir plädieren für den Abschuss der Elefanten". Gleich mal die Gunst der Stunde nutzen....

Was gegen die Theorie des "plötzlichen Todes durch Stress wegen Überbevölkerung" aus meiner Sicht spricht: die 200.000 Elefanten (selbst wenn es nur 100.000 sein sollten) sind ja nicht urplötzlich von heut auf morgen in der Region aufgetaucht, sodass die Tiere plötzlich versterben. Dann hätte man im Grunde vergleichbare Kadaver regelmäßig finden müssen, nicht aber unverhofft und plötzlich in kurzer Zeit.

LG Mogambo 🙂
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201616. Juli 2020 · #46
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Gruß Gina
5'479 Beiträge · seit 200917. Juli 2020 · #47
Interessant ist, dass Namibia gar nicht auf der Liste auftaucht, der Minister aber als erster die Ursache kennt. 😕
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
33,1k Beiträge · seit 200617. Juli 2020 · #48
Interessant ist, dass Namibia gar nicht auf der Liste auftaucht, der Minister aber als erster die Ursache kennt. 😕
na ja, "könnte auf eine Überbevölkerung" ist jetzt auch nicht direkt "wissen", sondern eher spekulieren. Zumal Shifeta es noch weniger konkret ausgedrückt hat, als es in dem Artikel steht. Aber warum Shifeta überhaupt was zu der Thematik zu sagen hat, weiß ich auch nicht. Vielleicht gibt/gab es aber bilaterale Gespräche zu der Thematik?!

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2020
Gast18. Juli 2020 · #49
@ Thomson (verlinkt von maddy u. a.) und das große Elefantensterben a la Tsavo (lies nach bei Beard oder Sheldrick (wenn man ein bedingungsloser consvervationist ist, dem alles total egal ist)).
….sollte man wissen, dass er (und auch andere Buschweise) das schon seit Jahrzehnten predigt: Es gibt in bestimmten Gegenden zu viele Elefanten, mehr als die Vegetation verkraften kann. Aber unabhängig von den Experten, sieht man das ja auch selber auf Schritt und Tritt, wenn man die Veränderungen über die Jahrzehnte Revue passieren lässt.
Möglicherweise und wahrscheinlich ist das aber JETZT gar nicht der Grund für das „rätselhafte Elefantensterben“ am östlichen Panhandle und vielleicht ist es sowieso nur PR-Ente von ????, die Zahlen sind nämlich überhaupt nicht alarmierend. Aber man muss dem natürlich auf den Grund gehen. Wenn eine ansteckende Krankheit dahinter steckt, muss man das rechtzeitig und genau wissen; das läuft ja schon und noch.
Möglicherweise hat Thomson jetzt aber auch nur die Gunst der Stunde genutzt, in der auch breite Bevölkerungsschichten mit EXPONENTIELLEM WACHSTUM konfrontiert wurden und dass dieses immer auch ein hohes Crashpotenzial beinhaltet. Das ist an der Börse so, bei Kreuzfahrten … wie bei hoch ansteckenden Krankheiten (Stichwort: Corona)…und bei der Bevölkerung, also auch der von Elefanten. Ein (mindestens!) 5 %-iges Netto(!!)-Wachstum pro Jahr, bedeutet nämlich eine Verdoppelung alle 15 Jahre. Dem kann man sich nicht entziehen. Das ist Thomson's Botschaft. Viele NGOs und gedankliche Mitläufer sollten sich also rasch etwas einfallen lassen….oder sich mit Thomson et al. auseinandersetzen.
Werner
zuletzt bearbeitet 18. Juli 2020
54 Beiträge · seit 202019. Juli 2020 · #50
Hallo
loser schrieb:Viele NGOs und gedankliche Mitläufer sollten sich also rasch etwas einfallen lassen….oder sich mit Thomson et al. auseinandersetzen.
Thomson schreibt für die "Naturschutzorganisation" True Green Alliance. Die "Naturschutzorganisation" wurde von Trophäenjägern gegründet, um NGOs zu bekämpfen, die sich für mehr Tierrechte und Naturschutz einsetzen. Was immer die Frage ist, die Antwort der TGA lautet "Mehr Trophäenjagd".

Thomson selbst - Spitzname "The King of BGH" (Big Game Hunter) - ist nicht nur vielfach prämierter Jäger, sondern hat nach eigener Aussage in seinem Leben 25.000 Stunden auf Jagd verbracht und dabei persönlich 5.000 Elefanten, 800 Büffel, 60 Löwen uvm. abgeschossen. Dazu sagt er "It was a thrill to me, to be very honest. Some people enjoy hunting just as much as other people abhor it. I happened to enjoy it.". Daneben ist Ron Thomson Autor von Werken wie "GOD CREATED MAN THE HUNTER".

Es ist pure Zeitverschwendung, sich mit Thomson und der TGA auseinander zu setzen. Um mich aber nicht dem Vorwurf auszusetzen, nur die Person anzugreifen, noch Folgendes. Thomsons These ist im Kern: Wenn der Mensch Elefanten nicht dezimiert, dann steigt deren Population unkontrolliert immer weiter an, bis die Elefanten sich selbst und anderen Pflanzenfressern die Vegetation als Nahrungsgrundlage so weit zerstört haben, dass es zu einem Massensterben kommt. In Thomson eigenen Worten species would destroy their own habitats if their growing numbers are not controlled.. Die Natur kommt also allein überhaupt nicht zu Recht. Der von Gott geschaffene Mann als Jäger muss es richten. Immer. Wenn Thomson Recht hätte, dann hätte es diesen Kreislauf immer wieder geben müssen. Auch vor 50, 100, 200, 500, 1000, ... Jahren, als der Mensch noch keine so große Rolle in Afrika spielte, hätte die Elefantenpopulation immer wieder über ein tragbares Maß hinaus ansteigen und zumindest regional in einem Massensterben enden müssen. Das gab es erwiesenermaßen aber nicht. Die Natur hat Regelungsmechanismen. u.a. sinkt bei knappem Nahrungsangebot die Fruchtbarkeit. Daneben wächst die Elefantenpopulation in Botswana schon sein 10 Jahren nicht mehr. Weil das aber nicht zu den Thesen von Thomson passt, bezeichnet er die Elefantenzählungen der letzten Zeit alle als manipuliert, obwohl die nach höchsten wissenschaftlichen Maßstäben durchgeführt wurden. Bessere Zählungen hat er natürlich auch nicht anzubieten. Aber jeder, der auf wissenschaftlichen Fakten besteht, ist für Thomson ein völlig ahnungsloser Bambistreichler.

Wenn Du also ernsthaft Thomson das Wort reden willst, kann man Deine Kommentare hier leider nicht mehr ernst nehmen. Thomson ist in Bezug auf Naturschutz das, was Wodarg und Trump in bezug auf Corona sind. X-fach widerlegte Dauerlügner mit "alternativen Fakten".

Grüße, Gerhard
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2020
282 Beiträge · seit 201219. Juli 2020 · #51
Ich habe zwar nicht alle Beiträge gelesen. Aber als ehemals passionierter Jäger (heute nur noch mit Kamera) und ab und zu Besucher von Botswana glaube ich allein vom optischen Eindruck her auch, dass es dort eine Überpopulation von Elefanten gibt. Deswegen doch auch das Projekt des großen länderübergreifenden Parks.

Meine Anregung: Bei uns in den Revieren werden sog. Vergleichsflächen eingezäunt, um den Verbissschaden optisch deutlicher sichtbar zu machen. Warum nicht auch in Botswana solche Vergleichsflächen anlegen, um die Auswirkungen des gegenwärtigen Elefantenbestandes auf die Natur objektiv aufzuzeigen? Das könnte die sonst so leidenschaftlich geführte Diskussion zwischen Jagdfreund und -feind ein wenig versachlichen.

LG Stephan
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201619. Juli 2020 · #52
Hi Stephan,

zu deiner Anregung: Elefanten ziehen dem Wasser/dem Regen nach.
Sieh dir mal die Karte ihrer Wanderrouten an; wo sollte man da einzäunen?
mMn gibt es bereits jetzt zu viele Zäune die Wildtiere an ihren natürlichen Wanderungen hindern.


elephantsmigrationroutes.jpeg

Quelle: https://www.peaceparks.org/world-elephant-day/
Gruß Gina
Gast19. Juli 2020 · #53
Hallo Mammal1/Gerhard, ich interessiere mich dafür auch schon seit langer Zeit und weiß wohl, wer Thomson ist. Die Ikonen der Altes-Afrika-Nostalgie waren übrigens auch alle Jäger, auch die Gründerväter der Schutzgebiete. Ich habe außerdem dazu gesagt, dass Thomson das große Elefantensterben schon seit Jahrzehnten prophezeit, aber egal. Man braucht aber gar keinen Thomson, um zu kapieren, dass exponentielles Wachstum irgendwann an Grenzen stößt, dazu reicht der Hausverstand. Dass eine hohe Elefantendichte Vegetation jeder Art, inklusive uralten Baumbestand, zerstört, ist mE empirisch erwiesen. Man kann es ja selber auf Schritt und Tritt und in den unzähligen Videos im www überall sehen, wenn man einschlägige Plätze über mehrere Jahrzehnte vergleicht. Überall tote und kaputte Bäume und gerade noch lebende Baumleichen. Elefanten sind eben leider „destructive feeders“, und sie vermehren sich im südlichen Afrika seit Jahrzehnten ungebremst exponentiell. An die beschworene und angebrachte „natürliche Bevölkerungskontrolle“ durch „Selbstkontrolle der Fertilität“ haben sie sich leider nicht gehalten (die sogenannte Krönung der Schöpfung übrigens auch nicht). Auf die Bestandszahlen und die Tricksereien der einschlägigen Lobbys braucht man sich mE dabei gar nicht einzulassen, man muss nur schauen, wie sich das Verbreitungsgebiet in Botswana in den letzten 50 bis 60 Jahren ausgedehnt hat und das wird wohl einen Grund haben.
Usw…..usw… die Argumente für und wider diverse Methoden zum Umgang mit obig (z. B. die Wasserversorgung einschränken) wurden hier ja schon oft ausgetauscht, sie wird nur mehr durch die Anzahl der akas der Protagonisten überboten 😉 .
Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2020
33,1k Beiträge · seit 200619. Juli 2020 · #54
Sieh dir mal die Karte ihrer Wanderrouten an; wo sollte man da einzäunen?
(Fast) alle diese Routen waren bis vor wenigen Jahren an den Staatsgrenzen eingezäunt und wurden eben erst mit der KAZA-Idee wieder geöffnet.

Viele Grüße
Christian
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54 Beiträge · seit 202019. Juli 2020 · #55
loser schrieb:ich interessiere mich dafür auch schon seit langer Zeit und weiß wohl, wer Thomson ist.
Dann verstehe ich noch viel weniger, warum du mit Thomson argumentierst. Er ist ein Extremist, ein Jagd-Fanatiker. Thomson ist so hinterwäldlerisch, dass er sogar vielen moderaten Jägern zu peinlich ist. Ich möchte auch an seinen denkwürdigen offenen Brief an "Borak Obama" (samt Anhang) vor einigen Jahren erinnern. Die Argumentation solcher Leute, die sich natürlich von Gott berufen fühlen, darf man sich nicht zu eigen machen.
loser schrieb:Ich habe außerdem dazu gesagt, dass Thomson das große Elefantensterben schon seit Jahrzehnten prophezeit, aber egal. Dass eine hohe Elefantendichte Vegetation jeder Art, inklusive uralten Baumbestand, zerstört, ist mE empirisch erwiesen. Man kann es ja selber auf Schritt und Tritt und in den unzähligen Videos im www überall sehen, wenn man einschlägige Plätze über mehrere Jahrzehnte vergleicht. Überall tote und kaputte Bäume und gerade noch lebende Baumleichen. Elefanten sind eben leider „destructive feeders“, und sie vermehren sich im südlichen Afrika seit Jahrzehnten ungebremst exponentiell.
Das seit Jahrzehnten vehement prophezeite große Elefantensterben findet aber ebenso seit Jahrzehnten nicht statt. Das war schon in den 60ern das Argument für Culling. Heute 2-3 Elefantengenerationen später ist das große Elefantensterben immer noch nicht da. Man weiß genau, wie viel ein Elefant am Tag frisst. Man weiß, wie viel Vegetation ein Quadratkilometer Land in bestimmten Regionen pro Jahr "produziert". Man weiß, wie viele Elefanten es gibt. Warum kann man dann eigentlich seit 60 Jahren nicht genauer prognostizieren, wann das große Elefantensterben kommt, weil nicht mehr genug Futter da ist? Man kündigt nur seit 60 Jahren fortwährend das große Elefantensterben an, um eine Begründung für mehr Jagd zu haben.

Das Elefanten pauschal "destructive feeders" sind, würde ich auch nicht unterschreiben. In einigen eher kargen Regionen gehen Elefanten "sorgsam" mit der Vegetation um. Das Elefanten gleichwohl Bäume schädigen oder zerstören, ist nicht zu bestreiten. Aber wie groß sind die Schäden quantitativ wirklich? Kaum irgendwo ist die Elefantenpopulation größer als an der Chobe Riverfront. Vergleicht man Satellitenbilder von heute mit welchen von vor 20 Jahren, dann nimmt der Baumbestand dort nicht ab sondern eher zu. Das kannst Du selbst überprüfen (Wie viele Bäume erheblich geschädigt sind, kann man auf Satbildern allerdings kaum erkennen).

Wenn Elefanten in einer Region massenweise Bäume umdrücken: Könnte das aber auch eine von der Natur vorgesehene Rolle für die Elefanten sein, weil nur so in großen Zyklen (über hunderte oder tausende von Jahren) offene Savannen entstehen, von denen auch andere Tiere profitieren? Ansonsten wäre eben fast alles verwaldet oder verbuscht.

Könnte es sein, dass die Zustände (also primär die Vegetation) so wie sie vor 30 oder 60 Jahren wahrgenommen wurden, gar nicht der Normalzustand waren? Hatten wir vielleicht vor 500 Jahren ein natürliches Gleichgewicht mit viel weniger Bäumen?

Es gibt so viele Fragen mehr, auf die die Wissenschaft nach meiner Kenntnis noch keine gesicherte Antworten hat. Wie aktuell auch bei Corona müssen wir "auf Sicht fahren". Bis jetzt ist keine so große Notlage zu erkennen (nicht ansatzweise), als dass man Thomson und Konsorten schon mal prophylaktisch hunderttausend Elefanten zum Abschießen überlassen müsste.

Grüße Gerhard
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2020
33,1k Beiträge · seit 200619. Juli 2020 · #56
Vergleicht man Satellitenbilder von heute mit welchen von vor 20 Jahren, dann nimmt der Baumbestand dort nicht ab sondern eher zu. Das kannst Du selbst überprüfen (Wie viele Bäume erheblich geschädigt sind, kann man auf Satbildern allerdings kaum erkennen).
Nur eine lokale Momentaufnahme...
2010
1.jpg

2013
2.jpg

Quelle: https://africageographic.com/stories/research-too-many-elephants-botswana/

Die Überpopulation der Elefanten in dem Gebiet wird selbst von konservativen Naturschützern auf 50.000 bis 80.000 (der ca. 130.000 Tiere) geschätzt. Da hilft aber auch eine normale Jagd, wie von Thomsen und anderen Jagdfanatikern gewünscht, kaum. Ob das 250, oder 400 Elefanten "mysteriös" sterben, ist dabei auch absolut unerheblich um irgendwas am Bestand zu regeln.

Sind eigentlich seit den Fällen, d. h. in den letzten Wochen, auch Elefanten dort wie bei den untersuchten Fällen gestorben?

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 19. Juli 2020
Gast19. Juli 2020 · #57
Hallo Gerhard, was du mir obig unterstellst, wirst du im Geschriebenen nicht finden, wenn du aufmerksam liest. Aber auch egal.
ME negieren alle puristischen Argumente zur ausschließlichen „Selbstregulierung“ (in) der Natur, deren Teil übrigens auch Massensterben ist, dass es für diese "Natur" kaum mehr Platz gibt. Die Welt ist voll, es leben Menschen dort, wo früher „unberührte Natur“ war, es müssen also Kompromisse geschlossen werden. Naturliebhaber sollten sich mE auch damit auseinandersetzen, 120%ige Kompromisslosigkeit wird dabei nicht hilfreich sein.

Jedenfalls Danke für deine Mühe und dass du dich mit meiner Zuschrift so ausführlich auseinandergesetzt hast. Es gäbe zwar noch viel zu sagen, es fehlt mir auch nicht an Argumenten, aber angesichts von Fundamentalismus fehlen mir die Worte, da tue ich mir hart.
Grüße
und bin jetzt schon gespannt auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum eigentlichen Thema, dem „Elefantensterben“.
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2020
54 Beiträge · seit 202019. Juli 2020 · #58
@travelnamibia: Hast Du den verlinkten Artikel denn auch selbst gelesen oder nur schnell paar Fotos gesucht? Weil der Artikel, aus dem die Fotos sind, besagt genau das Gegenteil von dem, was die Fotos (vermeintlich) ausdrücken: Das untersuchte Savuti-Mababe-Linyanti Ökosystem ist intakt und es gibt - trotz Schäden hier und da - nicht zu viele Elefanten dort. Man schlägt nur vor, das weiter zu überwachen und nicht mehr Wasserlöcher anzulegen. Der Artikel wurde nicht von einem "Bambistreichler" verfasst, sondern von Gail Potgieter, die sonst regelmäßig pro Trophäenjagd auftritt.

@loser: Ich habe mich daran gestört, dass immer wieder auf Ron Thomson verwiesen wurde, als wäre der eine maßgebliche Autorität oder ein anerkannter Wissenschaftler auf dem Gebiet.

Vielleicht stellt sich wirklich mal gesichert heraus, dass durch die Verkleinerung des Habitats die Regelungsmechanismen der Natur bei Elefanten so gestört sind, dass es der Regelung durch den Menschen bedarf. Das würde ich nicht ausschließen. Wenn es wissenschaftlicher Konsens wäre, dass Elefanten für sich (und ggf. weitere Arten) eine ökologische Katastrophe herbei führen, dann wäre ich für Culling (im Sinne des kleineres Übels). Aber einen entsprechenden wissenschaftlichen Konsens gibt es nicht. Das ist nur eine vage Theorie, neben anderen vagen Theorien (siehe meine oben angerissenen Fragen). Dann ist es ethisch keinesfalls zu rechtfertigen, schon mal prophylaktisch 100.000 Elefanten zu töten.

Wenn wir den Diskurs wie zivilisierte Menschen führen wollen, dann müssen übrigens ganz grundsätzlich primär diejenigen wissenschaftliche Beweise erbringen, die jetzt Hunderttausend Elefanten töten wollen. Es sind weniger die Gegner in der Pflicht, die erst mal einfach der Natur ihren Lauf lassen wollen. Im übertragenen Sinne ist Schuld zu beweisen und nicht Unschuld, bevor so ein gravierender Eingriff gerechtfertigt sein kann.
33,1k Beiträge · seit 200619. Juli 2020 · #59
Hast Du den verlinkten Artikel denn auch selbst gelesen oder nur schnell paar Fotos gesucht? Weil der Artikel, aus dem die Fotos sind, besagt genau das Gegenteil von dem, was die Fotos (vermeintlich) ausdrücken:
Ja , habe ich. Es ging mir v. a. darum bildlich Deine absurde Aussage zu widerlegen, dass aufgrund von 130.000 Elefanten man eine florierende Vegetation vorfindet. Das ist mitnichten der Fall. Die Habitatszerstörung an der Riverfront ist massiv.

Ich bin raus, denn wenn radikale Naturschützer mit mit Ethik kommen, schalte ich ab. Wenn das Tier vor dem Menschen kommt, ist etwas verkehrt! Da hilft es auch nichts, dass natürlich der Mensch seit Jahrtausenden die Natur aktiv verändert und den Tieren den Lebensraum nimmt. Im jetzt und heute gibt es für das Elefantenproblem aber nur eine Lösung (und die ist leider nicht die Umsiedlung von mal hier und mal da 100 Elefanten in andere Gebiete).

Viele Grüße
Christian
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54 Beiträge · seit 202020. Juli 2020 · #60
Hallo,

Ein einziges Foto ist also Beweis für Dich? DAS ist absurd. Wo sind die wissenschaftlichen Studien, mit denen Du Deine Forderung beweisen kannst? Wenn ich jetzt ein Foto von bitterer Armut in Deutschland zeige, dann ist das auch der Beweis, dass Deutschland eines der ärmsten Länder der Welt ist? So argumentierst Du gerade.

Und wenn man keine Argumente hat, dann duckt man sich weg und geht der Diskussion aus dem Weg. Am besten ist der Vorwurf, "radikal" zu sein. Man ist also "radikal", wenn man eine ausreichende wissenschaftliche Basis verlangt, bevor man 100.000 Elefanten tötet? Man ist dagegen überhaupt nicht radikal, wenn man auf Basis vager, unbewiesener Theorien erstmal 100.000 Elefanten abschlachten will? Das ist mal eine originelle Umdeutung für "radikal".

Grüße Gerhard