Ungewöhnliche Übernachtungsplätze ...

42 Antworten · 7'989 Aufrufe · gestartet 27. März 2020 von BikeAfrica
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3'883 Beiträge · seit 201111. Apr. 2020 · #41
Eine ungewöhnliche Übernachtungsgeschichte habe ich noch. Ich hatte sie für eine Reisezeitschrift verfasst, deshalb ist sie etwas "farbig" geraten, doch die Fakten stimmen exakt. Das Erlebnis geschah wenige Tage nach der unheimlichen Übernachtung im "Tausend-Sterne-Hotel" im Hoggargebirge, die ich ein paar Seiten zuvor eingestellt habe.

Geheimnisvolle Wüste

„Das glaube ich jetzt aber nicht!“
Ich verenge meine Augen zu Schlitzen, beschatte sie mit den Händen, putze die Brillengläser - das Bild bleibt dasselbe. Eine Fata Morgana? Dafür ist die Erscheinung zu nah. Sarah und Maggie, zwei meiner Reisegefährtinnen, rubbeln mit den Zipfeln ihrer Palästinensertücher die Frontscheibe des Jeeps, aber die Patina ist nicht Schuld an der Erscheinung.
Kader, unser Reiseführer, sein Bruder Mohamad und die vier Tuareg sind aus den Geländewagen geklettert. In den traditionellen Gewändern heben sie sich wie Zypressen von der unwirklichen Landschaft ab. Gesenkte Köpfe zwischen hochgezogenen Schultern und fahrige Bewegungen lassen ihre Verwirrung erahnen.

Vor drei Tagen sind wir im strömenden Regen von Tamanrasset, einer Handelsoase auf dem Weg nach Schwarzafrika, aufgebrochen und haben uns bis gestern durch Regen, Schlamm und Pfützen Richtung Niger gewühlt. Mit angehaltenem Atem haben wir uns durch reißende Flüsse getastet, die unsere Crew bisher nur als Trockentäler kannte. Während im Norden regenschwere Wolkenmassen die Ausläufer des Hoggargebirges verhüllten, sieht der Himmel hier im Süden der Sahara aus wie Sandpapier.
Endlich bietet die Wüste das Bild, das wir erwartet haben: trocken, heiß und staubig; Geröll und Sand so weit das Auge reicht. In wilder Jagd über Sandpisten mit Fahrrillen, die jedem Kartoffelacker Ehre machen, versuchen die Fahrer, den Zeitverlust aufzuholen. Prähistorische Felsmalereien sind unser heutiges Ziel. Kader hat uns einige besonders interessante Gravuren versprochen.
Bis vor wenigen Minuten jedenfalls.

Nun stehen wir am Ufer eines Sees, der sich bis zum Horizont erstreckt. Nicht nur, dass er uns den Weg abschneidet, er bedeckt auch die Felsen mit den Malereien und den vorgesehenen Lagerplatz.
Die nachmittägliche Hitze flimmert auf dem milchigen Wasser und verwischt den Übergang zwischen Himmel und Erde. Kleine schwarzweiße Vögel, unseren Schwalben ähnlich, schwirren über die Fläche. Ich setze mich ans Ufer, atme tief ein.
Wie gut das Wasser riecht.
Unsere Crew steht immer noch auf dem selben Fleck. Ihre Stimmen sind viel höher als sonst. Was mag in ihnen vorgehen angesichts dieses neuen Sees? Endlich bewegen sie sich, streben auseinander. Hassiba rafft seine blaue Ganduhra hoch und stippt vorsichtig einen Fuß ins Nass. Sein Bruder, dessen Name ich mir nicht merken kann, hebt ebenfalls sein Gewand und marschiert zielstrebig hinein. Das Wasser spritzt hoch auf, als er ausrutscht und im hohen Bogen hinein platscht. Vorbei ist der besinnliche Augenblick, raues Männergelächter zerfetzt die sanften Töne der Wüste.
Ich erhebe mich, mir ist heiß. Ich würde ebenfalls gerne ein Bad nehmen und beobachte neidvoll Hassibas Bruder, der jetzt aus dem Wasser stolpert. Wie dünn er ist. Unter den Falten seines Gewands ist mir das bisher nicht aufgefallen. Eine Bö huscht über den Sand, wirbelt kleine Staubspiralen auf und lässt den unfreiwilligen Badegast erzittern.

Was nun? Das Wasser ist zu tief, um die Geländewagen hindurchzujagen. Kader hat sich einige Schritte entfernt und starrt auf den See. Die Wüste lässt keine Fehler zu, und er trägt die Verantwortung für uns.
Als ich mich nach seinen Plänen erkundigen will, kommt Maggie mir zuvor.
"Kader, wir Frauen wollen baden. Entfernt euch mal. Vielleicht findet ihr eine flache Stelle, wo wir übersetzen können."
Ein kurzer Blick streift uns. Ein Wortwechsel auf Arabisch bringt Bewegung in unsere Begleiter.
„Eine halbe Stunde“, ruft Kader und rennt hinter den anderen her zu einem der Jeeps, dessen Motor ungeduldig aufjault. Dann rast eine mächtige Staubfahne Richtung Westen.
Wir sind allein, werfen die Kleider ab und springen ins milchige Wasser, das uns warm und weich umfängt. Wir albern herum, schwimmen hinaus, tauchen und steigen wieder an Land. Da unsere Handtücher mit der Staubwolke davon gefahren sind, darf der Wind ihre Aufgabe übernehmen.

„Was wohl die Männer machen? Ich sehe kein Auto, die sind wirklich weg.“
Obwohl ich die Augen zusammen kneife, erkenne ich nur Punkte am Horizont.
„Keine Bange, die kommen wieder. Wir haben nämlich die Lebensmittel und das Trinkwasser im Auto“, grinst Sarah.
Maggie kramt ihre Kamera mit dem Maxi-Tele hervor.
„Das haben wir gleich.“
Sie zoomt, kichert, fotografiert, kichert wieder.
„Mädels, das glaubt ihr erst, wenn ihr es gesehen habt.“
Wir stecken die Köpfe über dem Display zusammen, betrachten aufspritzendes Wasser, nackte schwarze Köpfe schauen heraus. Eine schmale Gestalt lehnt am Jeep. Auf dem nächsten Bild entsteigen zwei magere Gestalten in Unterhosen dem Wasser. Wenn die wüssten, dass wir sie beobachten! Ein anderer ist dabei, den Turban zu wickeln, er scheint mit dem Wind zu kämpfen. Dann sitzen die sechs im Sand, ein ausgestreckter Arm zeigt über den See.
„Diese Halunken, deshalb hatten sie es so eilig.“
Das Licht wechselt unmerklich die Farbe und legt seine orange Abendrobe über den Sand, als endlich der Wagen mit unseren Begleitern zurückkehrt.
„Wir werden hier übernachten“, verkündet Kader, während er sich zu uns hockt. „In Richtung Westen gibt es kein Hinüberkommen. Das Wasser grenzt bis an ein Geröllfeld, das wir nicht befahren können. Morgen früh versuchen wir es im Osten.“

Als ich am nächsten Morgen aufwache, ist es noch dunkel. Ich höre die Männer murmeln, Holz knackt, es riecht nach Lagerfeuer und Tagella, dem Fladenbrot. Unwillig schäle ich mich aus dem warmen Schlafsack. Während im Westen noch die Sterne funkeln, zieht im Osten das erste Licht einen Trennstrich zwischen Himmel und Erde.
„Marhaba“, ruft Kader, „Frühstück ist fertig.“
„Wir sind gleich so weit.“
Ich fahre mit den Fingern durch die verfilzten Haare und krame mein Waschzeug aus dem Rucksack. Der Himmel wird heller, die Farben erwachen, ein erster Sonnenstrahl blitzt hervor. Ich wende mich zum See, verwechsle verschlafen die Richtung, blicke auf Felsen, deren Schatten nach meinen Füßen greifen, auf Steinbrocken und dunklen Sand.
Ich drehe mich um, dann noch einmal.
In welcher Richtung liegt denn nun dieser verdammte See?
Wo sich gestern noch Wasser ausbreitete, schält sich aus der Dämmerung ein weitläufiges Tal, in dessen Mulden Wasserlachen blinken.
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44 Beiträge · seit 201912. Apr. 2020 · #42
Und noch ne Geschichte aus meiner Jugend...

Wir waren in jungen Jahren (in den 80er des vorigen Jahrhunderts) so oft es ging mit den Motorrädern in den Bergen unterwegs. Mein Freund und ich mit der bereits erwähnten Yamaha SR 500 und mein Bruder mit einer alten 500er BMW, BJ 1952 mit Seitenwagen. 🙂 Falls wir überhaupt eine Karte dabei hatten, dann allenfalls um die grobe Richtung in der Früh zu besprechen. Ansonsten sind wir einfach mal losgefahren. Diesmal haben wir uns im Grenzgebiet zwischen Schweiz und Italien rumgetrieben. Schwer beeindruckt war ich vom Passo di Gavia, der damals noch teilweise ungeteert war und man nur über die rausgesprengten Felsplatten fuhr! 🙂 Schade, dass sich inzwischen so vieles verändert hat. 🙁

In Livigno hatten wir Alkohol und Zigaretten gekauft bis der Beiwagen randvoll war. Ob wir damit über die Grenzen kommen würden, war zwar mehr als fraglich. Aber wie schon vorher mal erwähnt: mit etwas jugendlichem Leichtsinn war das Leben nun mal viel spannender! 😗 Also wurde die Plane des Beiwagens mit allen Expandern, die wir aufbieten konnten, kunstvoll verzurrt und verknotet. Eine Stange Zigaretten kam jedoch bei jedem von uns griffbereit mit aufs Motorrad. 😉 Mein Bruder fuhr vor uns auf die Grenze zu. Wir konnten somit das nun beginnende Schauspiel aus bester Perspektive beobachten. 😄 Der Zöllner fragte, ob er etwas zu verzollen hätte. Mein Bruder zückt die Stange Zigaretten. Nun wollte der Beamte natürlich wissen, was sich im Beiwagen befand. Nur das komplette Campingzeug von ihm und seinem Kumpel, der da hinter ihm steht, war die Antwort meines Bruders mit einem entsprechenden Fingerzeig auf uns. Der Zöllner wandte seinen Blick uns zu. Wir nickten zustimmend brav mit dem Kopf. Trotzdem sollte mein Bruder die Plane entfernen. Währenddessen kam der Zöllner auf uns zu, um uns zu überprüfen. Auch wir hatten selbstverständlich nur je eine Stange Zigaretten und Schokolade dabei. Wir kannten ja die Vorschriften! 😉 Mein Bruder hatte in der Zwischenzeit gaaaanz langsam ungefähr den dritten Expander gelockert. Der Zöllner stellte sich mit einer Engelsgeduld wieder neben ihn. Uns wurde schon ein bisschen heiß….. 🙄 😊 Doch mein Bruder konnte schon immer den Leuten ein Loch in den Bauch quatschen. Das hat dann auch diesmal geklappt. Beim geschätzt 20sten Expander gab der Zöllner auf, „vertraute“ der Aussage meines Bruders, dass wir ansonsten nichts zu verzollen hätten und wir durften weiter fahren. Nerven muss man haben! 😄

Auf dieser Tour gab es noch ein weiteres Erlebnis, dass wieder mal „nur“ als Randerscheinung als Folge der Übernachtungsplätze entstand. Wir waren ja immer recht sparsam unterwegs. Nicht einmal Campingplätze haben wir uns geleistet. Irgendwo in der Pampa gab es immer ein Fleckchen Wiese, auf das man sein Zelt stellen konnte. Das Essen mit Bundeswehr-EPA-Keksen war ebenfalls entsprechend spartanisch. 😵 Körperhygiene wurde für ein paar Tage hinten angestellt. 😗 Zumindest die Zähne wurden geputzt – auch wenn das mit dem oft wirklich eiskalten Quellwasser auch kein Vergnügen war.

Aus reiner Entdeckerfreude haben wir schon immer gern die Hauptstrecken verlassen und einfach mal ausprobiert, wie weit man mit den Motorrädern kommt. Und sei es nur für ein hübsches Plätzchen irgendwo auf einer Almwiese, um sich dort mal für eine halbe Stunde in die Sonne zu legen. Manch Wanderer hat uns zwar merkwürdig angeschaut. 😠 Aber so lang kein Sperrschild vorhanden und der Weg irgendwie befahrbar war, haben wir einen Versuch gestartet.

An diesem Tag ging es Richtung Bormio. Als wir irgendwo auf der Strecke einen Fluss überquerten, sahen wir, dass an dessen Flussufer eine Forststraße bergauf führte. Das wäre doch mal wieder genau das Richtige für uns! Also runter von der Hauptstraße und immer den Fluss entlang Richtung Gipfel. Ich weiß heute nicht mehr warum, aber irgendwie musste mein Bruder ein paar Minuten Vorsprung vor uns gehabt haben. Denn ansonsten hätte ich ja live miterlebt, wie es zu der Szene kommen konnte, die mich in Kürze zutiefst irritieren sollte…
🙄 🙄 🙄 🤩 🤩 🤩

Als mein Freund und ich um eine Biegung der Forststraße herum waren, sahen wir meinen Bruder – und legten eine Vollbremsung hin. 🤩 Er lag splitterfasernackt mitten auf der Forststraße!!! Dieses Bild war vollkommen surreal! Ein Unfall? 😮 Dann wäre er nicht nackt! Mein Hirn war nicht in der Lage, diese Situation zu analysieren. Anscheinend ging es ihm – zumindest körperlich - ganz gut! 🤪 Lachend schöpfte er Wasser mit der Hand aus einem kleinen Rinnsal, das aus dem Wald kam und sich quer über die Forststraße Richtung Fluss ergoss. Mein Bruder versuchte mit seinem Körper das winzige Bächlein soweit aufzustauen, das es auch möglichst über ihn drüber lief. Irgendwie ergab das alles immer noch keinen Sinn! 😐 Bis mein Bruder rief: „Das Wasser ist total warm!“ 😄

Wir konnten es nicht glauben! Tatsächlich! Das Wasser hatte eine herrliche Badewannentemperatur! Und das mitten im Gebirge, wo wir ansonsten nur mit Schmelzwasser in Berührung kamen! Wilde Spekulationen begannen. Abwasser einer Molkerei, die hinter dem Wald liegt? Oder das Kühlwasser eines Atomkraftwerks? Wie auch immer – mein Bruder aalte sich wie ein Fisch im Wasser und hatte das größte Vergnügen daran, auf einem Forstweg sitzend ein Bad zu nehmen. 😄

Damals war es für uns unerklärlich, woher dieses warme Wasser kam. Heutzutage hätten wir vermutlich das Handy gezückt und mal schnell gegoogelt. Aber so habe ich erst Jahre später erfahren, dass es rund um Bormio zahlreiche Thermalquellen gibt. Und eine ganz kleine davon hat meinen Bruder so glücklich gemacht.
2012 Südafrika - Einsteiger Gruppenreise 2017 Südafrika - Selbstfahrer 2018 Botswana - Zeltsafari 2020 Namibia - Frauen Power 4 x 4 wegen Corona verschoben auf 2021 .....da kommt sicher noch viel mehr!
319 Beiträge · seit 201204. Mai 2020 · #43
Noch eine kleine Anekdote von mir. Mitte der 90er Jahre war ich zwei Mal mit dem Rad in Uganda unterwegs. Bürgerkrieg war gerade vorbei und an der Strasse standen noch ausgebrannte Panzer. Im Queen Elisabeth NP konnte ich mit meinem Rad die Tiere hautnah erleben - eine ganz andere Erfahrung. Ich habe dann auch im NP gezeltet.
Nachts werde ich von schmatzenden Geräuschen wach - mmhh, was ist da los. Durch die Gaze von meinem Eingang sehe ich ein Riesenbein. Es dauert eine Weile bis ich kapiere, das Flußpferde rund um mein Zelt grasen. Zuerst natürlich etwas verunsichert, aber dann erinnere ich mich, eigentlich bist du im Zelt sicher. So genieße ich dann diese Zeit, wo die Flußpferde im Mondschein um mein Zelt gemütlich sich umherbewegen und sich am Gras genüßlich satt essen. Es sollte dann noch mehrere Nächte passieren und dann wurde es schon zu Gewohnheit.

Auch im Queen Elisabeth Park gezeltet und meine Sandalen draußen unter den Zeltboden geschoben und dann im Zelt mit einer Jacke unterm Kopf darauf zum Schlafen gelegt. Am nächsten Morgen munter geworden. Zelt auf und dann wollte ich meine Sandalen anziehen - Mist, es ist nur noch eine Sandale da. Das kann doch nicht wahr sein - wer soll die denn geklaut haben. Ich suche die nähere Umgebung ab und 30m vom Zelt in einer Senke finde ich meine Sandale - allerdings sind hinten an der Ferse ca. 5cm weggebissen. Wer kann das gewesen sein? Besonders bin ich sauer, da ich nur die Sandalen zum Radeln habe, sonst nur noch ein Paar feste Schuhe - bei der Wärme nicht so angenehm. Außerdem gibt es nach dem Bürgerkrieg auch nicht so einfach Ersatz. Aber auch mit der abgefressenen Ferse gehen sie noch.

Ich unterhalte mich mit einem Ranger und der lacht nur und meint, das ist eine Hyäne und die wäre schon bekannt, daß sie auf alles steht, was auch Plastik ist. In der nächsten Nacht werde ich wieder munter und was sehe ich, da steht doch diese verdammte Hyäne gar nicht so weit von meinem Zelt im Mondlicht. Da ich wirklich angefressen bin, schnappe ich mein Signalschußgerät, um ihr eine Leuchtkugel auf das Fell zu brennen. Das blöde ist bloß, daß jemand anderes auch sein Zelt aufgeschlagen hat und das Zelt zwar etwas entfernt aber in Schussrichtung der Hyäne steht. Ganz so genau kann man mit Leuchtkugeln nicht schießen, und ich glaube, der Andere wäre nicht erfreut, wenn sich ein leuchtender Stern durch seine Zelthaut bohrt. Und was soll ich sagen, die Hyäne bekommt wohl mit, daß ich ihr nicht so freundlich gesonnen bin und entfernt sich genau in Richtung des anderen Zeltes, so daß ich nicht zum Schuß komme.
Was mich hinterher immer wieder verwundert hat, wie sie den Schuh unter meinem Zeltboden hervorziehen konnte, ohne daß ich es gemerkt habe.

Da fällt mir noch eine Nacht am Lake Albert in Butiaba ein. Ich kam dort verschwitzt undverdreckt an. Dann der herrliche See, auf der anderen Seite der Congo. Eigentlich traumhaft zum Baden. Ein Blick ins Wasser zeigt mir aber Schneckenhäuser - also Bilharziose sehr wahrscheinlich. Unter den staunenden und verwunderten Blicken der Dorfbewohner ziehe ich meinen Wasserfilter raus und filtere das Wasser in meine Wassersäcke um mich dann mit den Wassersäcken zu duschen. Ich glaube, die haben alle gedacht, daß ich total bekloppt bin.
Ich habe dann mein Zelt an einer Polizeistation aufgeschlagen, wo ich den ganzen Abend mich mit zwei Polizisten sehr interessant unterhalten habe. Wir sprachen viel über den Bürgerkrieg, aber auch internationale Politik,und sie waren wirklich sehr gut informiert. Außerdem bestätigten sie mir, daß Bilharziose ein großes Problem im Dorf ist und Aufklärung nicht ganz einfach ist. Aber ich kann es schon nachvollziehen - da hast du einen herrlichen See vor dem Dorf und sollst nicht darin baden - wenn man immer dort lebt nicht ganz so einfach.
zuletzt bearbeitet 04. Mai 2020