fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201626. März 2020 · #61
Tag 17 05.11.2017 Namtib Little Hunters Rest Gefahrene KM: 122
Die Nacht war furchtbar. Der Wind rüttelte ständig am Dachzelt und hob die Bodenplatte leicht an. Das Beschweren der Leiter mit Steinen schuf hier Abhilfe. Mehr als einmal jedoch vielen die Stangen des Gestänges aus der etwas ausgeleierten Halterung, so dass ich gezwungen war, herunterzuklettern, sie zu suchen und wieder zu montieren.. Wenn jemand eine optimale Lösung für Dachzelte und Sturm hat: bitte her damit. Neben der bedingten Regentauglichkeit m.E. einer der gravierendsten Nachteile von Dachzelten verglichen mit Bodenzelten.. Wo ich bei Sturm in Island in meinem Bodenzelt bequem und ruhig schlafe, muss ich im Dachzelt Angst haben, dass gleich das ganze Dachzelt von Auto gerissen wird..
Am nächsten Morgen geht es noch vor dem Frühstück auf einen kleinen Hügel um die Landschaft im Morgenlicht zu fotografieren.
Beim Frühstück erhielten wir Besuch von ein paar Klippschiefern.
Abschließend besuchen wir noch den „Sundowner“-Hügel der Farm. Hier ist sowohl die Kargheit der Landschaft als auch der Umstand, dass es kurz zuvor geregnet hatte, nicht zu übersehen.
Schließlich verlassen wir die Farm und fahren mit einigen weiteren Fotostops zurück zur D707.
Auf einem Baum sitzt schließlich noch ein Greater Kestrel.
Wahnsinn, wie lang diese Zufahrten sind.. Wir müssen heute „nur“ von Koiimasis nach Nambtib, also zur Nachbarfarm. Laut GPS beträgt die Luftlinie keine 20km. Allein die Zufahrten sind jedoch länger.
Schließlich kommen wir wieder an der D707 an. Auch heute nähert sich das Thermometer wieder der 40° C-Grenze und wird sie noch locker überschreiten. Hinzu kommt ein starker Wind aus der Wüste, so dass man sich ständig fühlt, also würde einem ein Fön ins Gesicht geblaßen werden.
Nachdem wir extra einen so großen Umweg für diese Gegend eingelegt haben, wollen wir der D707 noch ein wenig folgen, um mehr von dieser atemberaubenden Landschaft zu sehen.
Irgendwann drehen wir um und machen uns auf nach Namtib. Auch hier heißt es zunächst, eine unendlich lange Zufahrt zu bewältigen. Schließlich stehen wir jedoch vor dem Farmhaus und werden freundlich begrüßt. Dann geht es auf die letzten paar Kilometer zur Campsite.
Seit ich im Zuge unserer allerersten Namibia-Recherchen ein Bild von dieser Campsite gesehen hatte, war mir klar, dass ich irgendwann dort hin muss. Diese Weite und Leere war einfach atemberaubend und entsprach so ziemlich der Klischeevorstellung von Camping in Afrika.
Die Realität kann man dieser Vorstellung durchaus mithalten. Es gibt ein paar Stellplätze, jedoch relativ weit verstreut unter Bäumen. So bekommt man zwar durchaus mit, dass es noch Nachbarn gibt, hat aber ein gutes Stück für sich.
Alle Stellplätze bis auf einen sind besetzt, es ist zurecht eine sehr beliebte Campsite.
Wir machen es uns im Schatten eines Baumes bequem und tun – mit Ausnahme Mittagessen – für lange Zeit nichts, lassen uns nur vom heißen Fön durchpusten. Unglaublich, wie heiß ein Wind sein kann..
Die Aussicht Richtung Namib ist schlicht fantastisch. Zwar sieht man aufgrund Hitze und Wind nicht sehr weit, dies ändert jedoch nichts am Gefühl der Weite. Im Baum über uns sitzt ein Pale-Wingend Starling.
Als das Licht flacher wird (der Wind lässt jedoch kein Stückchen nach) mache ich mich auf, um die Stimmung etwas einzufangen.
Wir machen Abendessen und bewundern den Sonnenuntergang. Genau SO waren meine Klischeevorstellungen von Camping in Afrika..
Später versuche ich mich nochmals an etwas Sternenfotografie. Der absurd heftige Wind macht Langzeitbelichtungen aber verdammt tricky und es gibt zu viele Fehlversuche für richtigen Spaß, auch wenn die Milchstraße optimal steht.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201527. März 2020 · #62
Wunderbare Wüsten Aufnahme hast du gemacht und uns gezeigt. Wie sagt man eigentlich Köcherbaum auf Englisch? Die gefallen mir sehr gut und dort waren wir noch nicht. Auch hast du Talent mit den Milky Way Aufnahmen, und dann noch mit dem Mond! Sehr schön. Man kann durch deine Bilder fast den heissen Wind und Sand auf der Haut spüren. Sicher gut für euch in Europa. Hier haben wir nun jeden Tag schon 30C, aber feucht-heiß, nicht Backofen heiß. Liebe Grüsse Katrin
die Köcherbaumfotos sind super.....tolle Farben und sehr dekorative Drapierung mit filigranen Wolken. Auch für uns ist die Strecke zwischen Sandwüste und den Tirasbergen entlang der c27 und natürlich der d707 das Highlight Namibias schlechthin.....wir haben uns sogar schon mit dem Gedanken abgegeben dieser Strecke einen ganzen 2-3 wöchigen Urlaub zu widmen. Das Sahnehäubchen ist nämlich die kurze Zeit Morgens um Sonnenaufgang und Abends zu Sonnenuntergang. Um diese wenigen Stunden am Tag wirklich auskosten zu können brauchen wir in der Regel 2-3 übernachtungen an jedem Ort.
Danke für die tollen Bilder einer tollen Landschaft!
Liebe Grüsse, busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201630. März 2020 · #65
Hallo, vielen Dank an alle interessierten Leser und Danke-Drücker.
@sadie Wie Friederike bereits anmerke, ist der Köcherbaum ganz profan der Quiver Tree. Wir haben statt 30° C nunmehr hier neuen Schnee bekommen.. Aber dem Virus das Wetter ja offenbar egal zu sein scheint, ist Schnee und Regen meines Erachtens sogar besser, da bleiben die Leute wenigstens zu Hause.
@busko Ich glaube auch, dass man in dieser Gegend sehr gut einen Schwerpunkt der Reise legen könnte. Tolle Unterkünfte gibt es einige. Man ist in seiner Freizeitgestaltung aber halt mehr oder weniger auf das Gelände der jeweiligen Unterkunft beschränkt, mal einfach so irgendwo hin in die Landschaft zum fotografieren, insbesondere in den Tagesrand- und Nachtzeiten ist schwer möglich.
Heute geht es endlich mit einem neuen Kapitel weiter - ich hatte die letzten Tage ein kleines Motivationstief und bei jedem Gedanken an Afrikaurlaub so ein traurig-sehnsüchtiges Gefühl..
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201630. März 2020 · #66
Tag 18 06.11.2017 Fish River Canyon Hobas Campsite Teil 1 Gefahrene KM: 424
Die Nacht ist noch schlimmer als die vorherige. Der Sturm rüttelt mit aller Gewalt im Zelt, trotz Beschwerung der Leiter mit Steinen vibriert der umklappbare Teil des Bodens und wird immer wieder hochgehoben, so dass wir unser Gewicht aktiv darauf verlagern müssen. Die Zeltstangen haut es ein ums andere mal raus, auch eine Fixierung mit Gaffertape hält nicht lange.
Ein nächtlicher Blick zu den Nachbarn zeigt, dass wir nicht die einzigen sind, die mit Problemen zu kämpfen haben. Ein südafrikanisches Ehepaar mit Wohnwaagen hat offenbar beschlossen, die Segel zu streichen und packt im Dunklen all das zusammen, was Südafrikaner gerne beim Campen um sich haben und ergreift noch vor dem Morgengrauen die Flucht.
Als es dämmert, hält mich nichts mehr im Zelt und ich mache mich auf die Suche nach Fotogelegenheiten.
Nun ist die Fernsicht wesentlich klarer, man sieht viel weiter in die Dünen der Namib hinein.
Für eine noch bessere Sicht klettere ich ein wenig auf den Berg hinter der Campsite. In der Nähe läuft ein Schakal vorbei, es gibt hier also auch „Raubtiere“. Auch ohne Raubtiere muss ich etwas aufpassen beim Klettern, in der einen Hand ist das Stativ, in der anderen das Weitwinkel, die Kamera hängt über der Schulter und das 70-200 steckt in der seitlichen Hosentasche..also „gut vorbereitet“ für eine kleine Klettertour. Kamerarucksack wird im südlichen Afrika irgendwie nur für den Transport im Flieger und beim Einkaufen mit Sicherheitsbedenken verwendet..
Es ist sehr schön zu beobachten, wie die Sonne langsam über die Ebene wandert. Es ist erstaunlich frisch dafür, dass es 12 Stunden vorher über 40°C hatte.
Wir setzen uns schließlich zum Frühstück bewusst in die Sonne, dort wird es aber recht schnell wieder zu warm..
Daraufhin packen wir zusammen und cruisen wieder zurück zur D707. Da wir heute bis zum Fish River Canyon wollen, können wir nicht allzu sehr trödeln.
Fazit D707: Die Bezeichnung als „Namibias Traumstraße“ trägt die Straße nicht ganz zu Unrecht. Die Gegend ist wunderschön und des gibt einige sehr tolle Übernachtungsplätze. Es lohnt sich, hier mehrere Nächte zu verbringen an unterschiedlichen Orten. Etwas schade finde ich, dass es so wenig Möglichkeiten gibt, näher an die tatsächlichen Dünen und die Berge zwischen den Dünen zu gelangen – und die vielen Zäune (s.o.). Für unsere Route bedeutete dieser Schlenker etliche Mehrkilometer, die es rückblickend betrachtet jedoch durchaus wert waren. Man vergisst ja schneller die Leiden und erinnert sich nur noch an das Positive 🙂 Wir wollten diese Gegend Namibias unbedingt sehen und eine reine Südnamibiatour konnten wir uns vorher schlecht vorstellen (jetzt schon, sofern man Richtersveld u./o. KTP einbauen würde). Idealerweise könnte man sich noch mehr Zeit für den Süden Namibias nehmen, aber da waren wir halt zu lange im KTP ;-P
jedem Gedanken an Afrikaurlaub so ein traurig-sehnsüchtiges Gefühl..
....hallo Fidel, sehr gut nachvollziehbar 🙁 🙁 ....besonders aber die Bilder im letzten Teil sind ein Hochgenuß. Sie entschädigen nicht für entgangene Lebensfreude, aber trösten ein wenig.. Viele Grüße Friederike
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201630. März 2020 · #68
Tag 18 06.11.2017 Fish River Canyon Hobas Campsite Teil 2
Wir rütteln die D707 wieder Richtung Süden und tanken erneut in Aus das Auto voll. Leider wird der Tankvorgang etwas durch eine geführte Motorradtour verzögert, deren Guide sämtlichen nach und nach eintrudelnden Teilnehmern eine Vorzugsbetankung organisiert hat. Wir müssen also warten, bis alle da sind und abgefertigt wurden. Die Gespräche, die wir dabei mitbekommen, lassen zum Teil tief in die (nicht vorhandene) geistige Vorbereitung mit der Reise blicken.. Insgesamt kommt uns Aus verdammt trubelig vor, sehr ungewohnt.
Irgendwann haben wir auch getankt und ein Kühlgetränk erstanden und machen uns auf fahren auf der B4 Richtung Osten. Gerne hätten wir Kohlmanskuppe einen Besuch abgestattet, leider ließ sich nicht alles in 24 Tagen unterbringen. Sowohl unsere gedruckte T4A-Karte als auch unser Navi gaben uns schließlich die Information, direkt bei Seeheim auf die C12 abzubiegen. Dort stand auch ein Schild mit C12. Also bogen wir ab.
Rasch bemerkten wir, dass wir auf einer verdammt schlechten Gravelraod gelandet waren. Das Wellblech war unglaublich heftig, dazu kamen weggespülte Teile, riesige Löcher und Steine.. Bis Dato die mit weitem Abstand schlechteste Gravelroad die wir gefahren sind (kleinere Wege mal außen vor). Wir dachten uns nur: wie kann das denn bitte eine normale C-Straße sein? Hier müssten doch viel mehr Leute zum Fish River Canyon fahren – wieso habe ich dann noch nie von der beschissenen Qualität der Straße gehört? Und wie sollen wir das noch über 100km durchhalten?
Alle Rechercheversuche – einschließlich Google Maps – ergaben: wir sind hier schon richtig. Na das kann ja heiter werden.
Irgendwann sahen wir dann zu unserer Linken in der Ferne immer wieder mal ein Fahrzeug fahren und es wuchs der Verdacht, dass wir irgendwie auf einer aufgelassenen Parallelstrecke unterwegs sein müssen.. Schließlich trafen wir nach ca. 1 Stunde auf eine ganz normale Gravel Road.. Offenbar wurde die „Abfahrt“ der C12 einige Kilometer nach Osten verlegt, ohne dass dies an der Kreuzung in Seeheim irgendwie erkennbar wäre.. Google Maps würde einen auch heute noch so routen..
Die Landschaft war zwischendrin einfach nur trocken, grau und flach. Vereinzelt zeigten sich kleinere Berge am Horizont. Erst als wir uns dem Canyon näherten, wurde die Landschaft interessanter.
Schließlich kamen wir am Park sowie der Hobas Campsite an. Die Campsite selbst ist ganz nett angelegt mit vielen Bäumen. Geschockt waren wir jedoch etwas von dem Trubel, der hier herrschte. Camper, Zelte und Fahrzeuge überall. So viele Menschen auf einen Haufen hatten wir (gefühlt) zuletzt in Johannesburg am Flughafen gesehen. Nach vielen Nächten in (relativer) Einsamkeit nun diese Enge und Nähe war sehr sehr ungewohnt.
Nach einer Pause fuhren wir die letzten Kilometer zum Canyon, für den wir ja extra hier her gefahren waren. Leider war das Licht alles andere als optimal, es war diesig und leicht zugezogen. Der Anblick ist sehr beeindruckend, insbesondere aufgrund der Ausmaße des Canyons. So etwas ist naturgemäß schwer bildlich zu erfassen.
Wir fuhren verschiedene Aussichtspunkte an, durch irgendwann musste der langen Fahrzeit und der Hitze Tribut gezollt werden und es ging zurück zur Campsite. Zwischendrin sahen wir in der Ferne Oryx und am nächsten Tag noch Kudus – mit denen hätte ich hier definitiv nicht gerechnet.
Die Campsite füllt sich langsam immer mehr. Es ist ganz interessant, die sehr unterschiedlichen Typen an Reisenden zu beobachten, die sich offenbar alle für eine Standard-Namibia-Runde mit Dachzeltcamper entschieden haben. Von den fünf jungen Freunden, die unglaublich fertig wirkten und bei denen wir uns fragten, wie sie es auf Dauer zu fünft im Auto aushielten und die offenbar mehr als nur verplant waren, um 21:00h mit dem Essen machen anfingen und dann noch meinten, Musik hören zu müssen über ein älteres asiatisches Ehepaar, das perfekt gekleidet und auf größte Sauberkeit bedacht war (und alles immer wieder reinigte/fegte) und denen man eine derartige Reise gar nicht zugetraut hätte, dem sichtlich überforderten italienischen Ehepaar bis zur südafrikanischen Großfamilie gab es allerhand zu sehen. Wir würden etwas mehr Ruhe und Einsamkeit aber definitiv vorziehen..
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201630. März 2020 · #69
Tag 19 07.11.2017 Augrabies Falls Gefahrene KM: 428
Nachdem das Licht gestern nicht optimal und die Campsite für unser Empfinden eindeutig zu voll war, fuhren wir gleich morgens noch einmal zum Canyon um dort am Rand zu frühstücken – eine gute Entscheidung.
Schließlich ging es bereits wieder auf den Weg nach Südafrika. Unser heutiges Ziel war der Augrabies Falls National Park. Bis Karasburg gab es nur einen Weg, anschließend mussten wir uns zwischen Teer und Kilometern und Gravel entscheiden – schließlich wurde es die direkte Route über den Onseekpans Grenzposten.
Die Straße von Karasburg zur Grenze ging durch Farmland und war in relativ ordentlichem Zustand, so dass wir gut vorankamen, auch wenn es landschaftlich eher eintönig war. Am Orange River war es plötzlich unerwartet grün – schon sehr seltsam in dieser kargen Landschaft plötzlich grüne Felder zu sehen..
Der Grenzübergang ist verdammt verschlafen, alles dauerte gefühlte Ewigkeiten und vor allem der südafrikanische Zoll musste seine Langeweile offenbar mit Durchstöbern unseres Autos und beständigen Fragen à la „What's this?“ „What's in there?“ bekämpfen.. Schließlich hatten wir auch das Überstanden und fuhren auf südafrikanischer Gravelroad weiter. Da wir keine verlässlichen Informationen über den Zustand der verschiedenen Straßen hatten fuhren wir auf möglichst direktem Weg Richtung N14 Upington – Sprngbok. Leider war die Gravelroad wesentlich schlechter als auf namibischer Seite und wir kamen nur langsam voran. Irgendwann erreichten wir jedoch die N14. Je näher wir dem Oranje kamen, desto voller wurde die Straße. Es war recht viel Verkehr mit vielen LKWs unterwegs, zudem gab es zahlreiche Orte und Dörfer. Ab Kakamas ging es aufgrund des Verkehrs nur noch sehr langsam voran – auch eine bisher eher ungewohnte Erfahrung. Irgendwann erreichten wir jedoch schließlich den Nationalpark und suchten uns auf der riesigen und nahezu leeren Campsite-Fläche einen schönen abseits gelegenen Schattenplatz für eine Siesta mit Besuch.
Nach Duschen und Ruhen machten wir uns auf, die Fälle im Abendlicht zu besuchen.
Leider waren wir bereits etwas spät dran – aber wir hatten ja noch einen Tag. Aufgrund der langen Trockenzeit waren die Fälle nicht allzu kräftig, aber landschaftlich gleichwohl sehr beeindruckend, vor allem in dieser ariden Gegend. Es gibt schön angelegte Aussichtspunkte und Stege, die sich gut einfügen und verschiedenste Beobachtungspunkte auf die Schlucht und die Fälle bieten.
Auf den Felsen der Schlucht hatte sich offenbar eine Paviangruppe für die Nacht zurückgezogen, tollte jedoch zum Teil noch auf den Felsen herum. Auch heute war es wieder verdammt heiß gewesen, so dass Fahrtzeit und Hitze tagsüber uns recht früh ins Bett brachten..
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201631. März 2020 · #70
Tag 20 08.11.2017 Augrabies Falls Gefahrene KM: 90
Der Augrabies Falls Nationalpark erstreckt sich über ein gar nicht so kleines Gebiet entlang des Orange Rivers und beherbergt dort durchaus einige Tiere, sogar Leoparden soll es geben. Wir beschließen daher, am nächsten Morgen mit Parköffnung den Park ausgiebiger zu erkunden.
Die Zufahrt zur „Game Drive Area“ führt durch einen kleineren Flusslauf. Da man aufgrund des trüben Wassers überhaupt nicht sieht, wie tief es tatsächlich ist, starte ich einen kurzen Testlauf dieser Wasserdurchquerung :-P
Die Wege im Park sind gut zu befahrender Gravel, an kritischen Stellen wie etwa steilen Steigungen ist der Weg gepflastert. Lediglich einige Zufahrten zu Aussichtspunkten sind etwas gröber, soweit ich mich erinnere steht das aber am jeweiligen Abzweig auch angeschrieben. Der Park kann also gut auch mit normalem PKW besucht werden.
Wir sehen rasch die ersten Tiere. Im Vergleich zu anderen Parks sind sie hier etwas scheuer, die Felsen und Steine bieten jedoch eine interessante Abwechslung zu sonst üblichen Hintergründen.
Die Landschaft ist überaus sehenswert und interessant und weckt in uns den Wunsch, den Richtersveld Nationalpark einmal ausgiebiger zu besuchen (davon ausgehend, dass es landschaftlich ähnlich ist).
Ein paar Hartmann's Bergzebras sehen wunderschön aus mit ihren Ringelsöckchen.
Auch ein paar Hartebeests zeigen sich.
An verschiedenen Stellen kann man zu Aussichtspunkten zum Orange River fahren und dort aussteigen.
Der Versuch, einen über dem Fluss kreisenden Greifvogel abzulichten ist insofern erfolgreich, als die Überprüfung zu Hause ergibt, dass es sich dabei um unseren bisher ersten und weiterhin einzigen Verreaux's Eagle / Kaffernadler handelt.
Neben den bereits gezeigten Tieren sehen wir Kudus, einen Duiker, Klippschiefer, eine graue Manguste, Erdhörnchen, Springböcke und Oryx. Mit dieser Tiervielfalt hatten wir hier ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet.
Auf der Rückfahrt sehen wir noch einen Mountain Wheatear / Bergsteinschmätzer.
Kurz nach Mittag sind wir wieder zurück im Camp und begeben uns auf unseren Schattenplatz zum Mittagessen, zunächst unter neugieriger Beobachtung eines Bulbuls.
Dann machen wir unrümliche Bekanntschaft mit einem weiteren Beobachter:
Ein Männchen mit verkrüppelten Händen lungert immer in 50 – 100m Entfernung zu unserer Campsite herum. Als er irgendwann näher kommt, ahnen wir bereits Böses, erhöhen unsere Wachsamkeit und platzieren auf dem Tisch alles so, dass wir es mit einem Mal greifen und in Sicherheit bringen können. Mehrfach lässt er sich durch Aufspringen und Großmachen ein paar Meter wegjagen. Irgendwann interessiert ihn das jedoch nicht mehr, er rennt herbei, umkurvt uns und schnappt sich die Gurke vom Tisch (wenigstens was Gesundes..).
Kurz darauf fährt ein Ranger vorbei und ein anderer patrouilliert mit Gewehr vorbei. Sie warnen uns vor dem Pavian (haha) und erzählen, dass er seit längerem große Probleme macht. Sie sagen, er wisse nun, dass er bei uns etwas bekommen könne, da wir alleine stehen und bittet uns, unser Camp doch näher an den anderen Gästen aufzuschlagen. Der Ranger mit Gewehr positioniert sich schließlich in der Nähe der Ablutions und lauert auf eine Wiederkehr des Übeltäters. Als wir mit Essen fertig sind, packen wir schließlich schweren Mutes unsere Sachen zusammen und suchen uns einen alternativen Stellplatz.. glücklicherweise ist die Anlage relativ leer und wir finden auch in der Nähe anderer Camper einen annehmbaren Platz.
Wo Wasser ist, sind auch immer Vögel. Deshalb hält mich nichts allzu lange im Campingstuhl und ich begebe mich trotz Mittagshitze auf Vogelpirsch. Es gibt hier eine überraschend große Vielzahl unterschiedlicher Vögel.
Southern Masked Weaver / Maskenweber
Acacia Pied Barbet / Haubenbartvogel
Golden-tailed Woodpecker / Goldschwanzspecht
Common Waxbill / Wellenastrild
Orange River White-Eye (?)
Danach nutzen wir zum ersten Mal im südlichen Afrika die Annehmlichkeiten des Pools um die Hitze erträglicher zu machen. Als die Sonne langsam wieder sinkt, begeben wir uns wieder zu den Fällen für ein paar weitere Bilder.
Schon unglaublich, wie sich dieser zum Teil doch recht große Fluss durch solch schmale Engstellen presst.. Abends bleibt die Küche kalt, es geht für uns zum ersten Mal in diesem Urlaub zum Essen ins Parkrestaurant. Auf dem Weg dorthin sehen wir eine Verraux's Eagle Owl auf einer Sukkulente sitzen. Erst als wir relativ nahe sind, gleitet sie mir einem leisen „Hu“ davon..
Wenn man schon mal die Möglichkeit hat, nicht selbst kochen zu müssen, muss man das auch mal nutzen.. Das Essen ist sehr gut, Preisleistungsverhältnis optimal. Zurück geht es nochmal entlang der Fälle. Auch im Dunkeln entwickeln sie eine tolle Atmosphäre. Sie sind leicht beleuchtet, vor allem jedoch erlebt man den Lärm weitaus intensiver als tagsüber. Für den Versuch eines Fotos fehlt die Lust, zudem ist es mit zu viel künstlicher Beleuchtung immer schwierig..
Hallo fidel, Eigentlich wollte ich deinen Bericht garnicht lesen, weil er mich noch mehr traurig stimmt, da wir für Oktober eine Reise geplant haben, und nicht wissen, ob sie stattfinden kann. Trotzdem habe ich jetzt den ganzen Bericht gelesen. Ganz toll! Speziell Eure Sichtungen im KTP waren einmalig, ich bin froh, hier reingeschaut zu haben. Eure Fotos sind Spitze! Vielen Dank dafür. Naja, und ich habe trotzdem Hoffnung!
Die Landschaft ist überaus sehenswert und interessant und weckt in uns den Wunsch, den Richtersveld Nationalpark einmal ausgiebiger zu besuchen (davon ausgehend, dass es landschaftlich ähnlich ist).
....macht das bei nächster Gelegenheit unbedingt - wir waren im Frühjahr 2019 vom Richtersveld NP total begeistert. Dort haben wir z.B. die Orange River White-Eys in größeren Trupps gesehen. Viele Grüße Friederike
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201631. März 2020 · #73
Hallo Gila, vielen Dank für deine Worte - wenn es nicht dieses Jahr klappt, dann nächstes, irgendwann wird es für alles wieder eine Lösung geben.. und bis dahin muss man sich die Zeit anderweitig vertreiben und schont immerhin das Klima.
Hallo Friederike, das ist gut zu wissen - Berichte dazu sind hier im Forum ja auch eher selten. Wir hatten südliches Afrika vor den Chaos für Frühjahr 2021 bisher ohne konkrete Routenidee ins Auge gefasst, vielleicht klappt es ja..
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201631. März 2020 · #74
Tag 21 09.11.2017 Mokala NP Motswedi Campsite Gefahrene KM: 607
Nachdem wir die Fälle nun zweimal Abends besucht haben, ist einmal der Morgen dran. Wir wollen die bunten Eidechsen, die hier in großen Mengen herumlaufen fotografieren.
Dies gelingt uns zum Glück auch. Entweder müsste es ein Augrabies Flat Lizard oder ein Broadley's Flat Lizard sein.
Zurück auf der Campsite finden wir auch dort einen Streifenskink.
Dann heißt es irgendwann erneut Kilometer abzuspulen, wollen wir doch heute bis zum Mokala Nationalpark bei Kimberley. Zunächst gibt es verdammt viel Verkehr entlang des Orange Rivers. Auf dem Weg machen wir nach 2 Wochen erneut Halt in der Kalahari Mall in Upington, um unsere Vorräte für die letzten Tage zu ergänzen, anschließend geht es über lange, weitgehend leere Straßen gen Kimberley.
Irgendwann überholen wir (oder er uns (?)) den Rovos Train.
Als begeisterter Anhänger des Zugreisens wäre so eine Fahrt durchaus mal was, je nach Routing, aber bei den Preisen.. da fahre ich lieber öfters nach Afrika 😛
Irgendwann erreichen wir schließlich den Park. Wir müssen zunächst zum Lilydale Restcamp fahren, um dort für die Campsite einzuchecken. Es wird ewig nach dem Schlüssel für unsere privaten Ablutions gesucht, bis nach ein paar Telefonaten feststeht, dass er offenbar noch an Ort und Stelle im Schloss steckt. Nachdem wir bestätigt haben, dass wir ein Allradfahrzeug haben, wird uns gleich auch ohne gesonderte Buchung oder Bezahlung ein Permit für die Offroadstrecken des Parks sowie eine Karte mitgegeben. Offenbar sind einige Straßen nicht befahrbar, dafür gibt es zum Teil neue Straßen.. alles etwas verwirrend, auch die nächsten Tage. Auf die Frage nach den Gateöffnungszeiten werden uns die Öffnungszeiten des äußeren Gates mitgeteilt – nicht aber, dass man bei Übernachtung im Park schon früher los darf.. 😣
Der Park ist „relativ“ jung und besteht aus ehemaligem Farmland, auf dem nach und nach verschiedene Tiere angesiedelt wurden, aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher (nicht immer regulär in der Kalahari heimischer) Arten gleicht es etwas eine Art Arche, bietet aber große Abwechslung. Wir konnten in den ersten grob 24 Stunden im Park (danach kamen keine Neusichtungen hinzu) 31 verschiedene Säugetierarten beobachten..
Im nördlicheren Teil des Parks gibt es große Grasflächen, während es im südlichen Teil hügeliger und buschiger ist. Überall sieht man jedoch wunderbar roten Kalaharisand.
Auf einer Wiese im Norden begegnen uns Roanantilopen, leider ist es zugezogen und eher diesig.
Kurz darauf sehen wir eine Giraffe.
An einem Hide, der an ein „Wasser“-Loch grenzt und der uns in den nächsten Tagen noch viele schöne Stunden bereiten wird, ist eine Büffelherde dabei, sich die Füße abzukühlen.
Im Wasser selbst gehen ein Grünschenkel und ein Stelzenläufer auf Beutesuche.
Auf der weiteren Fahrt Richtung Campsite treffen wir auf Impala..
Hartebeest..
und Steinböckchen.
Die Motswedi Campsite besteht aus ca. 5 (?) Stellplätzen, die ringförmig um ein ca. 50m entferntes Wasserloch angeordnet sind. Jeder Platz wäre groß genug für 3-4 Fahrzeuge und verfügt über eigenes Küchen- und Klohäuschen, Tisch und Feuerstelle – einfach traumhaft. Die Campsite wird von einem kniehohen Elektrozäunchen umgeben, der die Büffel fernhalten soll. Andere Antilopen klettern einfach drüber. Da man den Zaun so gut wie nicht sieht, hat man das Gefühl mitten drin zu sein.
Das Wasserloch ist die gesamte Zeit unseres Aufenthalts über sehr gut besucht. Man sieht wegen Bäumen und Büschen nicht von überall immer optimal dort hin, kriegt aber trotzdem gut mit ob was kommt und kann sich dann in eine Sichtachse stellen/setzen.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201601. Apr. 2020 · #75
Tag 22 10.11.2017 Mokala NP Motswedi Campsite Teil 1 Gefahrene KM: 61
Am Morgen sind wir automatisch mit Sonnenaufgang wach, gehen jedoch aufgrund der gestrigen fehlerhaften Info an der Rezeption davon aus, erst um 07:00 Uhr losfahren zu dürfen. So frühstücken wir, sitzen und warten bis es endlich 07:00 Uhr wird.
Wenigstens ist am Wasserloch einiges los. Ein junger Mountain Reedbuck (?) Common Duiker (Danke maddy!) zeigt sich, etwas sehr schreckhaft aber mei..
Kurz darauf kommt eine Herde Hartebeest.
Gefolgt von Familie Pavian und einem Cape Hare, alles vom Frühstückstisch aus..
Vor uns auf dem Boden wuselt plötzlich etwas herum, das sich als Vierstreifen-Grasmaus entpuppt. Ich knie mich reglos unter den Tisch und warte, bis sie, vom Hunger auf frisches Grün getrieben, immer näher kommt.
So lässt sich die Wartezeit gut überbrücken. Schließlich dürfen wir auch wirklich los. Nach wenigen Minuten finden wir (vermutlich) die Hartebeestherde von vorher wieder.
Bereits vorher hatten wir immer wieder den Verdacht, dass da ein Jungtier sein muss, jetzt konnten wir es endlich in aller Ruhe beobachten.
Kurz darauf folgen verschiedene Warzenschweine.
In offenerem Gelände zeigen sich Oryxe und Zebras.
Bei einigen Springböcken gesellt sich ein Schwarzer Springbock, eine künstliche Züchtung auf südafrikanischen Jagdfarmen, hinzu. In Mokala gibt es als Überbleibsel des ehemaligen Farmbestandes noch einige dieser seltsamen Mischungen.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201601. Apr. 2020 · #76
Tag 22 10.11.2017 Mokala Motswedi Campsite Teil 2
Schließlich machen wir wie gestern Halt am Hide. Dort sieht man zunächst in den Büschen nebenan einen Violet-eared Waxbill.
Ein Cape Wagtail / Kapstelze ist mit Nestbau beschäftigt.
Es kommen in steter Abwechslung im Abstand weniger Minuten immer wieder verschiedene Tiere vorbei – ein Mountain Reedbuck, Kudus, Oryx sowie eine größere Springbockherde.
Was bei sämtlichen Tieren hier im Park sehr auffällig ist, ist ihre Scheuheit. So scheu und schreckhaft wie in diesem Park haben wir Tiere bisher nicht erlebt – obwohl es außer Schakalen hier keinerlei Raubtiere gibt. Ein Beispiel hierfür lieferten die soeben eingetroffenen Sprinböcke. Der Bock im Vordergrund musste Nießen – zack rannte die ganze Herde mind. 30 Meter weiter, bis sie das Fehlen von Gefahr erkannte.
Irgendwann lässt sich im Strauch neben dem Hide ein Schwarm Red-billed Queleas nieder und wechselt nunmehr im ständigen Wechsel geschlossen von Wasserloch zu Strauch und zurück.
Irgendwann machen wir uns auf den Weg zurück zur Campsite. Wir stoßen zunächst auf eine hübsche Agame..
..und schließlich auf der Straße auf eine Sichtung, die wir hier auch Null auf der Rechnung hatten. Mitten auf der Straße „läuft“ ein Chamäleon in Chamäleontypischer Langsambewegung über die Straße. Es holt erst 3-4 Mal Schwung bevor es den nächsten Fuß auf den Boden setzt. Soo langsam haben wir noch nie ein Tier gehen sehen :-D
Wir amüsieren uns köstlich über den Laufstil und überschlagen, wie lange das arme Tier für die Straßenquerung wohl brauchen wird. Irgendwo las ich später, dass diese Art der Fortbewegung als Schutzmaßnahme dient – die Tiere imitieren Gras, das im Wind weht. Eine andere Erklärung lautete, sie versuchen immer so wenig Beine wie möglich auf dem Boden zu haben bzw. den Körper soweit wie möglich vom Boden weg zu halten, um der Hitze auf dem Boden so gut wie möglich zu entgehen. Was stimmt, keine Ahnung – vielleicht hat ja jemand noch andere Informationen? Herrlich anzusehen war es jedenfalls unabhängig davon und wir als Chamäleonfans im siebten Himmel – der einzige Haken war, dass es aus dem Auto heraus auf der Straße unmöglich war, eine schöne Fotoposition zu erhalten..
Plötzlich sahen wir jedoch in der Ferne ein Service-LKW der Parkverwaltung heranrasen, genau auf das arme Tier zu..
Wir betätigen Lichthupe und gestikulieren wild und irgendwann, kurz vor dem Tier bleibt der LKW schließlich stehen. Die beiden Mitarbeiter sind offensichtlich genauso erfreut über die Sichtung, dass sie sofort aussteigen und mit gezücktem Handy zum Tier hinlaufen – welches sich plötzlich doch schnell bewegen kann und in einem Busch am Straßenrand verschwindet. Dort gelingt den Mitarbeitern offenbar das gewünschte Foto, sie bedanken sich glücklich und fahren von dannen. Wir haben das Tier zwar nun in eventuell besserer Fotoposition und uns das Warten auf die Straßenquerung gespart, aber so ganz sinnvoll war das ganze irgendwie nicht..
Zum Glück ist das Tier im Busch halbwegs gut zu sehen.
Schließlich hat es auch von uns genug und läuft von dannen.
Zurück auf der Campsite gab es Essen und Entspannung, die Bäume waren optimal für eine Hängematte ausgestaltet 🙂
Plötzlich stand da ein Tsessebe mitten auf der Campsite.
Es war sich seiner Sache nicht so ganz sicher und blieb immer wieder stehen, um sich umzusehen, war aber offenbar entschlossen, die Campsite als Abkürzung zum Wasserloch nutzen zu wollen.
Nachdem es an den letzten Tagen immer verdammt heiß war, hatten wir nun Glück – ca. 25° C und leichter Wind, für diese Jahreszeit sehr angenehme Temperaturen. Auf der Campsite wurden wir von Grünmeerkatzen (zum Glück friedlich) und zahlreichen Vögeln besucht, häufig musste man sich nicht mal aus der Hängematte erheben zum Fotografieren..
Chestnut-vented Tit-Babbler / Meisengrasmücke
Neddicky / Braunkopfzistensänger
Am Wasserloch zeigte sich erst ein Kudu, später eine Warzenschweinfamilie und ein weiteres Tsessebe.
Unsere Nachbarn rechter Hand kamen vorbei, weil sie meinten, bei uns einen Brown-crowned Tchagra gehört zu haben, ob sie den suchen dürften. Da uns dieser Vogel (und erst recht sein Gesang) vorher unbekannt waren, ließen wir sie selbstverständlich gewähren 🙂
Die Suche war schließlich von Erfolg gekrönt und unsere Nachbarn glücklich. edit: Ob die Suche erfolgreich war, weiß ich nicht mehr, das einzige Bild von der Aktion, das ich habe, zeigt jedenfalls einen Brubru und keinen Tchagra.. Durch den Auflauf wurden schließlich auch unsere Nachbarn linker Hand aufmerksam und erhielten eine Einführung über Tchagras von unserem anderen Nachbarn.
maddy2'167 Beiträge · seit 200901. Apr. 2020 · #77
Hallo fidel, Ooh, der Mokala - da koennte ich gleich wieder hinfahren! Herzlichen Dank fuer deinen Reisebericht!
Unsere Nachbarn rechter Hand kamen vorbei, weil sie meinten, bei uns einen Brown-crowned Tchagra gehört zu haben, ob sie den suchen dürften. Da uns dieser Vogel (und erst recht sein Gesang) vorher unbekannt waren, ließen wir sie selbstverständlich gewähren 🙂
Die Suche war schließlich von Erfolg gekrönt und unsere Nachbarn glücklich.
Da muss ich dich allerdings enttaeuschen, das ist kein Brown-crowned Tchagra, sondern ein Brubru!
Im Kapitel vorher:
Wenigstens ist am Wasserloch einiges los. Ein junger Moutain Reedbuck (?) zeigt sich, etwas sehr schreckhaft aber mei..
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201601. Apr. 2020 · #78
Hallo Maddy, vielen Dank für deine Korrekturen - ich stimme dir bei beiden natürlich voll und ganz zu 🙂
Bei den ganzen verschiedenen seltener zu sehenden Antilopen tue ich mich manchmal schwer, wir hatten zum damaligen Zeitpunkt leider auch nur einen Führer, der zwar alle Säugetiere enthalten soll, die Bilder und Beschreibungen sind aber alles andere als praxistauglich..
Beim Tchagra/Brubru hätte offenbar ein einziger Blick ins Buch gereicht um unseren Nachbarn zu widerlegen 🙂 Vielleicht gab es auch wirklich einen Tchagra, der sich bloß nicht fotografieren ließ, sondern nur der Brubru.. da verlässt mich leider mein Gedächtnis.
edit: wenn ich länger drüber nachdenke: ich glaube, unser linker Nachbar hatte den in seinem Buch gesucht und meinte dann, der Tchagra sehe doch ganz anders aus, der rechte Nachbar bestand aber drauf, dass es ein Tchagra sei.. so ungefähr könnte es gewesen sein. Fakt: Bilder gibts nur vom Brubru.
Lieber Fidel mit Freude und Interesse habe ich deinen Reisebericht bis jetzt still mitverfolgt. Danke für die schönen Bilder! 2017 haben mein Mann und ich eine ähnliche Reise wie ihr gemacht, waren aber auch noch einige Tage im Richtersveld. Aber ich denke, diesen NP kann man nicht unbedingt mit dem Augrabiesfalls NP. vergleichen. Da über das Richtersveld wirklich sehr wenig im Forum zu finden ist, habe ich nach unserer Reise einen kleinen RB ins Forum gestellt. Vielleicht möchtest du ihn mal anschauen? Hier: https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/294971-richtersveld-richtersveld.html Uns hat es dort sehr gefallen und von der Landschaft waren wir tief beeindruckt. Ich hoffe, dass sich die Zeit auch wieder dahin ändert, dass wir Reisen planen und erleben dürfen! Bis dahin können wir uns an den vergangenen Reisen erfreuen. Aber im Moment sind ja auch vielleicht andere Dinge wichtiger. Ich wünsche dir alles Gute und gute Gesundheit! Liebe Grüße Sue
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201601. Apr. 2020 · #80
Hallo Sue,
Vielen Dank für deinen Kommentar.
Ich glaube deinen Bericht hatte ich seinerzeit schon einmal gelesen und werde ihn mir gleich bei nächster Gelegenheit nochmal zu Gemüte führen. Die Zeiten werden sich wieder ändern, wann, weiß man nicht, aber irgendwann wird es wieder gehen 🙂