chrisanna8275 Beiträge · seit 201328. Dez. 2020 · #1081Liebe Rehema,
ich ziehe den Hut für die Mühe, die du dir machst mit deinen Ausführungen. Du hast leider sowas von Recht, was die soziale Isolation angeht. Ich erlebe es genauso wie du es beschreibst bei unseren alten Eltern. Es ist furchtbar.
Chrisanna
Makra896 Beiträge · seit 201728. Dez. 2020 · #1082Liebe Rehema,
du hast vieles, das ich genauso sehe, in Worte gefasst. Dafür danke ich dir ! Selbst betroffen mit Mutter und Schwiegermutter erlebe ich tagtäglich, was die Isolierung aus ihnen macht. Vor allem die schwerhörige Schwiegermutter im Pflegeheim hat in den 9 Corona-Monaten massiv abgebaut. Durch die Masken kann sie sich noch nicht einmal mit dem Pflegepersonal unterhalten und redet daher auch nicht mehr. Weihnachtsbesuch nur mit anschließender Quarantäne für sie ....
Für dich und deine Familie alles Gute für das kommende Jahr !
Topobär5'479 Beiträge · seit 200928. Dez. 2020 · #1083Die Pandemie ist eine vorübergehende Situation. Alles was wir in dieser Zeit erleiden, kann in der Zeit danach auch wieder heilen. Einzig die an Covid-19 Verstorbenen haben diese Chance nicht. Deshalb finde ich es richtig, dass versucht wird, so vielen Menschen wie möglich diese Chance zu bieten.
Makra896 Beiträge · seit 201728. Dez. 2020 · #1084Topobär schrieb:Die Pandemie ist eine vorübergehende Situation. Deshalb finde ich es richtig, dass versucht wird, so vielen Menschen wie möglich diese Chance zu bieten.
Das ist auch richtig ! Aber diejenigen, die das nicht möchten, sollten ebenfalls Gehör finden und nicht verurteilt werden.
Drechselschorsch425 Beiträge · seit 201828. Dez. 2020 · #1085Guten Tag allerseits,
der Schopenhauer zugeschriebene Ausspruch trifft den Nagel auf den Kopf.
"Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts."
Was nützen mir die zuvor gepflegten sozialen Kontakte, wenn ich anschließend die Kartoffeln von unten betrachte.
Alle die Glauben sie brauchten die geltenden Regeln nicht einhalten, handeln in höchstem Maße verantwortungslos und gefährden Gesundheit und Leben ihrer Mitmenschen. Ob diese Menschen im Falle einer Corona Infektion ärztliche Behandlung erhalten sollen wird ja schon hinterfragt.
Gruß Georg
MAmakis537 Beiträge · seit 202028. Dez. 2020 · #1086Drechselschorsch schrieb:
Alle die Glauben sie brauchten die geltenden Regeln nicht einhalten, handeln in höchstem Maße verantwortungslos und gefährden Gesundheit und Leben ihrer Mitmenschen. Ob diese Menschen im Falle einer Corona Infektion ärztliche Behandlung erhalten sollen wird ja schon hinterfragt.
Deine Meinung. Meine sieht anders aus. Mich gefaehrdet niemand, der ohne Maske an mir vorbeilaeuft - fuer den Abstand kann ich selber sorgen, und wenn ich wirklich aengstlich bin schnall ich mir ne FFP2 Maske um.
Ich stelle halt auch nicht die Behandlung von Rauchern mit Lungenkrebs in Frage, oder die Behandlung von Diabetespatienten mit Gefaesserkrankungen (hab jahrelang auf so einer Station gearbeitet - zu einer Zeit, wo man die Patienten noch in's Raucherzimmer fahren musste wenn sie das wollten), oder die Behandlung von Unfallopfern die sich nicht angeschnallt hatten. Der Beispiele gaebe es viele. Mich erschreckt mehr die voellige Empathielosigkeit von Menschen, die sich eigentlich als solidarisch betrachten.
MAmakis537 Beiträge · seit 202028. Dez. 2020 · #1087Topobär schrieb:Alles was wir in dieser Zeit erleiden, kann in der Zeit danach auch wieder heilen.
Erzaehl das doch bitte meinem Freund, der seinen Vater verloren hat (nicht an Corona), ohne ihn nochmal sehen und sich verabschieden zu duerfen (uebrigens hatte der Vater multiple Vorerkrankungen und schon einige Vorfaelle hinter sich, aber der Sohn durfte ja nicht mal mit dem behandelnden Arzt sprechen um ihm die Vorgeschichte mitzuteilen - was vielleicht des Vaters Leben haette retten koennen). Erzaehl das den vielen Krebspatienten, deren Behandlung nicht fortgefuehrt wurde weil man Betten und Personal freihalten musste fuer eventuelle Coronapatienten.
So wie Rehema schrieb: man sollte nicht die einen Todesfaelle hoeher bewerten als die anderen. Und ob jemand "leiden" will oder nicht, sollte seine ureigenste Entscheidung sein.
Bsc173 Beiträge · seit 201928. Dez. 2020 · #1088Hallo Rehema, Deine Worte und Gedanken sprechen mir aus dem Herzen-Danke dafür!
Namibia Camper 1999, 2005,2007, 2011, 2012; Botswana 2011,2012, 2018 ; Uganda+ Ruanda 2016; Südtansania 2018; Botswana/Limpopo zu Pferd 2018; Madagaskar zu Pferd 2019;Botswana+ Namibia/ Kaokofeld 2020; Namibia Camper 2021, Tansania-Vet-farm 2021, Okavango zu Pferd 2024, Lesotho zu Pferd 2024
MAMammal154 Beiträge · seit 202029. Dez. 2020 · #1089aos schrieb:
Wenn du hier schon 1,5 Mio. errechnest, gehst du davon aus, dass es keine Dunkelziffer gibt und dass sich 100% der Bevölkerung anstecken. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand - zumal in D mehrmals die Teststrategie geändert wurde. Selbst wenn die Dunkelziffer bei eins und Herdenimmunität bei 50% (Annahme) erreicht wäre, werden aus "deinen" ca. 1,5 Mio. ca. 0,4 Mio. Zugegeben immer noch hoch.
Tut mir ja leid, aber entweder hast Du grundlegende Dinge nicht verstanden, oder Du willst bewusst in bester Schwurblermanier Zahlen vermischen, die nicht zu vermischen sind.
1. Ja, es kann sein, dass wir in der Gesamtbevölkerung eine Dunkelziffer von 1 haben. Finale Erkenntnisse dazu haben wir noch nicht, aber mehrere Studien weisen auf eine Dunkelziffer in dieser Größenordnung hin. Nur gilt das für die Gesamtbevölkerung. Ich sprach über die Gruppe ab 70 aufwärts. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir da eine hohe Dunkelziffer also massenweise unerkannte Corona-Infektionen haben, die ohne die geringsten Symptome abgehen, ist null.
2. Es gibt keine namhafte Studie, die Herdenimmunität bei 50% als erreicht ansieht.
3. Auch wenn wir 60-70% Impf- oder Infektionsquote in der Bevölkerung und somit Herdenimmunität erreicht haben, heißt das eben nicht, dass sich ab dann niemand mehr mit Corona infiziert und dann niemand mehr stirbt. Herdenimmunität bedeutet zunächst mal nur, dass sich das Virus nicht mehr epidemisch ausbreiten kann. Ansteckungen und Todesfälle sind bei den 30-40% Noch-Nicht-Immunen selbstverständlich nicht nur weiter möglich sondern weiter wahrscheinlich.
Natürlich sind die 1,5 Mio. nur eine überschlägige Rechnung und wir können unter Einbeziehung weitere Aspekte diskutieren, ob eher 2 oder eher 1 Million Tote wahrscheinlich werden. Deine 0,4 Mio. unter Annahme Dunklziffer 1 bei Ü70 und Herdenimmunität bei 50% sind verifizierbar Unfug.
aos schrieb: Allerdings bringt Panikmache (z.B. die Zahl von 1,5 Mio. Toten) und Hysterie keinem weiter.
Das ist kein Panikmache, sondern nachvollziehbar herleitbar. Im Übrigen habe ich das nicht einfach so als "panikmachenden" Beitrag eingestellt, sondern als Antwort auf absurde Beiträge von Corona-Verharmlosern, nach denen malaria und sonstwas ja viel schlimmer und die ganzen maßnahmen deshalb unangemessen wären.
MAMammal154 Beiträge · seit 202029. Dez. 2020 · #1090Rehema schrieb:
Meine über 80jährigen Eltern sitzen jetzt hauptsächlich zu Hause in ihrer Wohnung. Mein Vater hatte bis dahin immer noch Volleyball gespielt, meine Mutter ging trotz Asthma und Hüftprobleme immerhin noch zum Gesundheitssport. Um nur einige Aktivitäten zu nennen.
Das eine ist die nun fehlende körperliche Bewegung, die ein wichtiger Bestandteil für Gesundheit ist.
Ja, das ist schlimm. Und es betrifft nicht nur die Alten. Allein 3-4 Millionen Kinder und Jugendliche spielen in Deutschland organisiert Vereins-Fußball. Denen gewöhnt man den Sport gerade ab. Die 2. Saison in Folge ist nun durch Corona kaputt und kann nicht zu Ende gespielt werden. 2 Sport-Jahre war jede Anstrengung umsonst. Es macht keinen Sinn mehr. Auch allen, die altersmäßig zwischen den ganz Jungen und den ganz Alten liegen, wird gerade wieder für Monate der Vereinssport, das Fitnesscenter usw. verboten. Das wird gesundheitlich schlimme Auswirkungen haben. Vermutlich wird man die Auswirkungen der coronabedingten Einschränkungen später mal in vielen Statistiken zu Adipositas, Skelett- und Muskelerkrankungen usw. ablesen können. Diese zweifellos sehr schlimmen Auswirkungen sind aber eben weniger schlimm als drohende 1,5 Millionen Tote allein bei den Ü70.
Rehema schrieb:
Ein Pfarrer aus USA kam im Juli hier her, da er eine mentale Auszeit brauchte – 30 Beerdigungen in 2 Monaten. KEIN EINZIGER davon an Corona – alle an Suizid!
Einzelne (nicht nachprüfbare) anekdotische Erzählungen widerlegen nicht wissenschaftliche Erkenntnisse. Sie sind aber ein typisches Argumentationsmuster in der Abwesenheit von harten Fakten.
Rehema schrieb:Und ich finde es v.a. verletzend, völlig an der Realität vorbei und unsolidarisch (ja, mit Solidarität wird ja gerade sehr geworben – aber immer nur für EINE Seite!) und sehr einseitig, wenn solche Menschen, die diese andere Sicht beleuchten – und ggf dafür auch deutlich aktiv einsetzten – als „Corona-Leugner“, „Verschwörungstheoretiker“, „Unwissenschaftliches Geschwurbel“, „Verantwortungslos“, „Nix-checker“ und vieles mehr bezeichnet werden.
Man kann und muss die ganzen negativen Auswirkungen hinterfragen und insbesondere immer wieder die Verhältnismäßigkeit hinterfragen. Bei einigen Maßnahmen, habe ich bislang auch keine ausreichende Evidenz zu deren Rechtfertigung gesehen. Wenn man aber mit falschen Zahlen, mit falschen Vergleichen, mit Berufung auf längst widerlegte schlecht-gemachte Studien die Maßnahmen zum Schutz gegen Corona pauschal als unsinnig und übertrieben darstellt; wenn man erzählt, dass die Maßnahmen gegen Corona schlimmer als Corona selbst sind, dann ist das Geschwurbel, dann ist man verantwortungslos, dann ist man mindestens Corona-Verharmloser.
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201129. Dez. 2020 · #1091Moin,
ohne in eine "ungute" Diskussion einzusteigen, würden mich doch von Rehema und ihren Danke-Drückern interessieren, wie denn die Alternativen zZ aussehen sollen?
Die Betagten, die nicht nur in Pflegeheimen leben- wo Angehörige und Pflegende regelmäßig getestet werden könnten, sondern weit öfter zu Hause umsorgt werden - einfach wegsterben lassen?
Die Schulen, tatsächlich Superspreader (siehe
hier) offen lassen und alle Infektionen in der Familie und Sportvereinen verbreiten? Bis in die Krankenhäuser.... ? In HH waren gerade zwei Häuser komplett geschlossen, weil die Infektionen sich auf alle Stationen auszubreiten drohten!
Wie sieht Eure Alternative aus? Gerade in Europa, wo der Altersdurchschnitt weitaus höher ist als in Afrika.
Fragende Grüße
Strelitzie
PS. Die Menschen mit Krebserkrankungen, die ich kenne, wurden übrigens auch während der gesamten Corona-Zeit weiterhin onkologisch betreut, bekamen ihre Chemos, Untersuchungen, Gespräche etc.
NANafets44 Beiträge · seit 202029. Dez. 2020 · #1092Ich habe immer mehr das Gefühl, die ganzen Corona Diskussionen erlauben immer nur rechts oder links. Irgendwie gibt es überhaupt kein Mittelmaß. Hier muss von allen Seiten mal mehr auf den Gegenüber eingegangen werden, bzw. andere Meinungen auch einfach mal akzeptiert werden. Selbst die ganzen Wissenschaftler tappen doch oftmals total im Dunkeln. Oder es werden von Tag zu Tag neue Erkenntnisse gewonnen, Aussagen revidiert, etc.
Ohne die ganzen Maßnahmen würden vermutlich viel mehr Menschen sterben, deswegen sind diese mit Sicherheit zum Teil auch wichtig und nötig. Aber solche Hochrechnungen mit Millionen von Toten sind doch absurd. Die Wahrscheinlichkeit das sich wirklich 100% innerhalb kürzester Zeit mit Corona anstecken ist doch komplett unrealistisch. Das sich selbst 50% damit anstecken würden, wäre schon sehr viel...
Deswegen muss meiner Meinung nach einfach eine Art Mittelweg gefunden werden. Natürlich ist jeder Toter durch Corona einer zu viel, aber alle schützen geht nun mal auch nicht.
Viele Grüße
Stefan
Makra896 Beiträge · seit 201729. Dez. 2020 · #1093Strelitzie schrieb:Moin,
ohne in eine "ungute" Diskussion einzusteigen, würden mich doch von Rehema und ihren Danke-Drückern interessieren, wie denn die Alternativen zZ aussehen sollen?
Die Betagten, die nicht nur in Pflegeheimen leben- wo Angehörige und Pflegende regelmäßig getestet werden könnten, sondern weit öfter zu Hause umsorgt werden - einfach wegsterben lassen? .....
So habe ich Rehemas Post nicht verstanden. Es geht um die Tatsache, dass über den Kopf der Betagten bestimmt wird, ob sie diese Art von Schutz möchten. Ich respektiere, wenn sich meine Mutter schützen will und daher keinen Besuch möchte. Aber genau so sollte respektiert werden, wenn sie gerne will, dass ihre Enkel zu ihr kommen. Und diese ohne das schlechte Gewissen, dass sie vielleicht schuld sein könnten, wenn Oma krank wird und stirbt.
PS. Die Menschen mit Krebserkrankungen, die ich kenne, wurden übrigens auch während der gesamten Corona-Zeit weiterhin onkologisch betreutDie Person, die wir kennen, hat mir mehrfach gesagt, dass sie ganz großes Glück hatte, noch operiert worden zu sein. Da kamen mehrere Faktoren zusammen, u.a. die Persönlichkeit, Druck zu machen, den richtigen Ansprechpartner zu haben. Zusätzlich kommt der nicht zu unterschätzende Vorteil einer Privat-KV. Und die 2.OP im November wäre nach ihrer eigenen Aussage ein paar Tage auch nicht mehr durchgeführt worden. Ich denke, man kann weder das eine noch das andere verallgemeinern.
Ich persönlich kann nur sagen, dass bei einer akuten Dickdarmentzündung im April der erste Termin für eine Koloskopie im November gewesen wäre. Nach dem Hinweis auf die Private KV war ein Termin 1 Woche später möglich.
LOloserGast29. Dez. 2020 · #1094Die Diskussion hat mE manchmal schon fast bizarre Züge, und zwar dort wo nur mehr auf Emotionen „umgeleitet“ wird, düstere Stimmungen und Hoffnungslosigkeit, alles ist hin … etc. beschworen werden. Es wird auf unheimlich hohem Niveau gejammert. Seit Monaten frage ich mich, was wohl meine Eltern und Zeitgenossen (die zwei Kriege und Wirtschaftskrisen er- und durchleben mussten) zu diesen Inszenierungen gesagt hätten.
Dass viele der „Maßnahmen“ schon längst nicht mehr verstandesmäßig erfassbar sind und nur sinnlos Geld verbraten, auch kontraproduktiv sind, ist die eine Geschichte, die andere ist, dass man zu deren Diskussion nicht die betagten Eltern missbrauchen sollte. Man kann trotzdem kapieren, dass die Krankheit ernst zu nehmen ist. Das ist doch längst evident, auch ohne die „Zahlen“. MM.
ME könnten wir auch und trotzdem, zumindest viele, mit Einschränkungen, ziemlich normal leben, wenn nur ein paar einfache Regeln konsequent eingehalten würden, wo das eben geht. Ich für meinen Teil nehme die Krankheit und mein Risiko ernst, lasse mich aber nicht verrückt machen.
Dass 2 Monate Gaudi, 1 Monat Vollbremsung …… 2 Monate Gaudi, 1 Monat Vollbremsung….. 2 Monate Gaudi, 1 Monat Vollbremsung usw., eine desaströses Verhaltensmuster mit unermesslichem Schaden ist, wäre schon ein Diskussion wert. Diesen muss man aber nicht gegen Alte, Kranke, Verstorbene bilanzieren, das ist mE xxxxx
Kaeptn Haddock121 Beiträge · seit 201729. Dez. 2020 · #1095Makra schrieb:
So habe ich Rehemas Post nicht verstanden. Es geht um die Tatsache, dass über den Kopf der Betagten bestimmt wird, ob sie diese Art von Schutz möchten. Ich respektiere, wenn sich meine Mutter schützen will und daher keinen Besuch möchte. Aber genau so sollte respektiert werden, wenn sie gerne will, dass ihre Enkel zu ihr kommen. Und diese ohne das schlechte Gewissen, dass sie vielleicht schuld sein könnten, wenn Oma krank wird und stirbt.
Ich finde es auch ungemein wichtig das man die Entscheidungshoheit über sein eigenes Leben behält und für sich selber Risiken eingehen oder aber ausschliessen möchte. Und insofern ist es natürlich zu respektieren wenn ein Mensch (gleich welchen Alters) sagt, mir sind Kontakte zu meinem Enkel wichtiger als eine potentiell lebensgefährliche Erkrankung, die mir mein Enkel eventuell bringt.
Dann sollte dieser Mensch aber auch so konsequent sein dies nachvollziehbar (z.B. in einer Patientenverfügung) festzulegen und zu sagen: "Im Falle einer schweren SARS-Pneumonie durch meinen Enkel und bei knappen Ressourcen in der Intensivbehandlung verzichte ich auf das von mir sonst benötigte Beatmungsgerät und mein Enkel soll sich nicht schuldig an meinem eventuellen Tod fühlen."
Es ist eben nicht dasselbe ob ich eine für mich notwendige Indivualbehandlung mit hohen Risiken ablehne oder oob ich mich am Fortbestehen einer potentiell lebensbedrohlichen Pandemie beteilige. Dann ist es eben nicht mehr meine alleinige Entscheidung, genau wie ich mich im Strassenverkehr als dem eventuell natürlichen Tod näherstehender Senior ja auch weiterhin an Regeln halten muss um andere nicht zu gefährden. (Auch wenn mein eigener Unfalltod für mich ja durchaus tolerabel wäre)
Und dann würde mich interessieren ob besagter Enkel sich nicht dennoch schuld am Tod seiner Oma fühlen würde und wie er damit umgeht ???
Makra schrieb:
Die Person, die wir kennen, hat mir mehrfach gesagt, dass sie ganz großes Glück hatte, noch operiert worden zu sein. Da kamen mehrere Faktoren zusammen, u.a. die Persönlichkeit, Druck zu machen, den richtigen Ansprechpartner zu haben. Zusätzlich kommt der nicht zu unterschätzende Vorteil einer Privat-KV. Und die 2.OP im November wäre nach ihrer eigenen Aussage ein paar Tage auch nicht mehr durchgeführt worden. Ich denke, man kann weder das eine noch das andere verallgemeinern.
Ich persönlich kann nur sagen, dass bei einer akuten Dickdarmentzündung im April der erste Termin für eine Koloskopie im November gewesen wäre. Nach dem Hinweis auf die Private KV war ein Termin 1 Woche später möglich.
Grosse planbare Operationen mit zu befürchtender späterer Intensivpflichtigkeit des Patienten werden natürlich nur dann begonnen wenn für den Patient auch genau diese Intensivbett zum OP-Zeitpunkt verfügbar ist. Wenn die Intensivstation ((aus welchem Grund auch immer) voll ist geht eben kein Regelbetrieb mehr, und dann beginnen die Überlegungen für eine Priorisierung Behandlungsreihenfolge, was in den Begriff "Triage" mündet. Dabei ist es natürlich wichtig dies nach medizinischen Kriterien festzulegen der Versicherungsstatus Privat oder gesetzl. Kasse darf dabei keine Rolle spielen, hier müsste man dem beteiligten Arzt im Zweifel die Ohren langziehen. Aber das gab's auch schon vor Corona.
(Und ob im Falle einer wirklich akuten Dickdarmentzündung eine Koloskopie zu diesem Zeitpunkt überhaupt sinnvoll und nicht sogar eher gefährlich für den Patienten wäre müsste auch disskutiert werden)
Aber Makra, ganz verstehe ich Dich jetzt nicht. Wenn Du ja schon sehr richtig die Kapazitätsprobleme im Gesundheitsbereich beschreibst, um so mehr müssest Du daran interessiert sein die Corona-bedingte Überlastung zu vermeiden.
Viele Grüße Burkhard
binca751'567 Beiträge · seit 201529. Dez. 2020 · #1096Moin ihr Lieben,
ich lese hier mit Interesse eure Ansichten und Meinungen mit.
Grundsätzlich finde ich es mit der Meinungsbildung zu diesem Thema recht schwierig. Nein, ich bin keine Ärztin, schon gar nicht Virologin. Zuerst einmal bin ich der Ansicht, dass ich den Menschen, die Ahnung von der Thematik haben, vertrauen sollte und hoffentlich auch kann. Die Politik versucht aufgrund der Expertenmeinungen ihr Möglichstes. Das glaube ich tatsächlich. Wirkliche Erfahrungswerte zu diesem Thema gibt es einfach nicht. Was richtig ist an Maßnahmen und was nicht, kann man erst im Nachhinein sagen. Und die Maßnahmen, die getroffen werden, müssen genauestens gegen wirtschaftliche Folgen etc. abgewogen werden... ich möchte den Job nicht machen... 🙄 Nichtsdestotrotz fühle ich mich hier geschützt und sicher. Eigentlich geht es uns gut. Es gibt zur Zeit eigentlich kein Land, in dem ich lieber wäre. Im Notfall können wir ins Krankenhaus und jeder wird behandelt. Das ist doch nicht selbstverständlich...
Der ehemalige Gastvater meines Mannes in Texas ist vor 2 Wochen im KH an Corona verstorben. Er lag dreieinhalb Wochen dort und landete schließlich auf der Intensivstation. Er war nicht über 80... Er war 69 und vorher topfit.
Unsere Nachbarin ist Krankenschwester in Oldenburg im Klinikum auf der Dermatologie-Station. Vor mehreren Wochen erzählte sie, dass aus einem Pflegeheim 12 COVID-Patienten eingeliefert wurden. Sämtliche Pflegekräfte ihrer Station waren damit beschäftigt, so dass sie während ihrer Schicht allein ihre Station „wuppen“ musste... Naja, und das ist erst der Anfang...
Im Dorf meiner Eltern in Ostfriesland gibt es nun auch die ersten „COVID-Toten“.
Meine Eltern sind 82 und 87 Jahre alt. Mein Papa (87) hat zusätzlich Diabetes. Im Frühjahr habe ich mich mit meiner Mama gestritten, weil sie nicht wollte, dass ich für sie einkaufe. Sie seien dazu ja wohl selbst in der Lage und ich könnte wahrscheinlich noch oft genug für sie einkaufen... Ich habe mich hilflos gefühlt. Klar, sind meine Eltern mündig, Entscheidungen selbst zu treffen... 😗 Trotzdem... Die Jungs und ich waren vor Weihnachten in Vorquarantäne. Lenni und Matthis hatten nicht mal Kontakt zu ihrem besten Freund. Das ging dann irgendwie online... 😉 Ich glaube, dass ihnen das nicht schadet. Mal ganz bewusst verzichten und Rücksicht nehmen, Briefe schreiben an die Großeltern und ältere Nachbarn. Für mich wäre das Gefühl, meine Eltern anzustecken, das Schlimmste... 😵 Meine Mama erzählte den Jungs einmal, dass ihr Vater sie im Krieg als Kleinkind nachts in den Bunker tragen musste... mit Masern und hoch Fieber... 🙁
Für die Alten und die Einsamen ist es schwer... Schwer ist es auch für die Jugendlichen. Ich war mit 17 an jedem Wochenende mit Freunden zum Tanzen... Aber was ist die Alternative?
Liebe Grüße und bleibt gesund!
Bianca
hansilein181 Beiträge · seit 202029. Dez. 2020 · #1097Loser hat Recht,die Diskussion nimmt wirklich bizarre Formen an,und jeder hat ein bisschen Recht.Das liegt schlichtweg daran dass alles was man tut oder verordnet immer ein Kompromiss ist,und die Abwägung der Strategie fast immer dazu führt dass es mehr Verlierer als Gewinner gibt.
Klarer Gewinner ist die Pharmaindustrie,Zulieferer für Infektionsschutzmaterial,einige Bereiche in der Tourismusbranche(Z.B Camping)und sicher noch andere clevere Unternehmer die Kapital aus der Pandemie schlagen
Was mich hier stört sind die anklagenden Beiträge beispielsweise von Rehema,die so tut als ob sie wirklich Ahnung hat aber letztendlich keine Lösungsvorschläge macht.Sicher bin ich auch dafür dass jeder Mensch über sich und sein Leben selbst bestimmen soll,aber eben nur so lange bis die Gesundheit oder das Leben Anderer nicht gefährdet wird.Und wenn die Menschen zum Mannschaftssport gehen riskieren sie eben nicht nur selbst zu erkranken sondern auch andere unbeabsichtigt anzustecken.Nehmen wir mal Jugendliche Raser die sich mit hochgetunten Autos Strassenrennen in Städten liefern und dabei Unbeteiligte tot fahren,die fühlen sich in ihrer perönlichen Freiheit auch eingeschränkt wenn man ihnen Führerschein und Auto abnimmt,natürlich ist das ein krasser Vergleich der hinkt,aber viele Verbote sind eben dazu da um Andere zu schützen.Und auf Vernunft kann man weder bei den Rasern noch bei Maskenverweigeren hoffen,da helfen nur drastische Strafen(Leider)
Was mich bei der Politik stört ist der derzeitige Hahnenkampf der Ministerpräsidenten,vor allem wenn es um Parteivorsitz oder Kanzlerkanditatur geht,da spielt der Wahlkampf schon eine gewisse Rolle im Wettstreit der Landeschefs,ich ziehe einmal mehr den Hut vor Angela Merkel ,die die Truppe der Streithähne doch immer wieder mal erdet,undich bedauere mittlerweile fast dass ich sie nie
gewählt habe.
Also ich bin definitiv für noch weitreichendere Einschrränkungen,der erste Lockdown hat doch sehr schnell zum Erfolg geführt,ganz so rigoros hätte es vielleicht nicht in allen Bereichen sein müssen,nur die jetzigen Einschräränkungen sind offenschtlich nicht wirkungsvoll genug,mehr als 30000 Tote sprechen eine deutliche Sprache,und wir sind noch lange nicht am Ende des Sterbens-
Den" Rehema"dankedrückern die von Empathielosigkeit sprechen könnte ich mal einige Fälle aus dem Alltag einer ITS schildern,aber das ist zu grausam,nur soviel,es sind längst nicht mehr die 80jährigen die bei uns mit dem Tot ringen,auch wenn wir es nicht Triage nennen istschon lange nicht mehr für jeden ein Platz auf ITS frei,noch spielt der Versicherungsstatus keine Rolle,der Obdachlose von der Strasse wird genauso wie der Privatpatient behandelt,ich hoffe sehr dass das so bleibt.
Die Durchhalteparolen müssen wir alle noch eine Weile ertragen aber immerhin gibt der Impfstoff Grund zu vorsichtigen Optimismus,damit wünsceh auch ich allen Unbekannten hier in der virtuellen Welt eines Forums und noch mehr den realen Menschen draussen ein besseres Jahr 2021
Makra896 Beiträge · seit 201729. Dez. 2020 · #1098Kaeptn Haddock schrieb:
(Und ob im Falle einer wirklich akuten Dickdarmentzündung eine Koloskopie zu diesem Zeitpunkt überhaupt sinnvoll und nicht sogar eher gefährlich für den Patienten wäre müsste auch disskutiert werden)
War es auch nicht ! Ich wollte hier nur die Tatsache aufzeigen, wie schnell es mit einem Termin gehen kann. Und 4 Wochen später, nach abgeklungener Entzündung, war ebenfalls sofort ein Termin zu bekommen. Der 8 Monate spätere November Termin wurde übrigens mit Corona begründet....
Aber Makra, ganz verstehe ich Dich jetzt nicht. Wenn Du ja schon sehr richtig die Kapazitätsprobleme im Gesundheitsbereich beschreibst, um so mehr müssest Du daran interessiert sein die Corona-bedingte Überlastung zu vermeiden.
Warum sollte ich daran nicht interessiert sein ? Aber es sind ja nicht generell alle Betagten Hochrisikogruppe. Auch wir haben uns zurückgezogen, beachten die Regeln und leben danach. Das bedeutet aber dennoch nicht, manche Maßnahmen zu hinterfragen.
CuF4'382 Beiträge · seit 201529. Dez. 2020 · #1099Hallo in die Runde!
Zum Thema, warum es unter den sog. Querdenkern verhältnismäßig viele Ärzte gibt, veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung am 22.12.2020 auf Seite 3 einen interessanten Artikel von Boris Hermann und Henrike Roßbach mit dem Titel: „Coronavirus: Das gibt’s doch nicht“.
Sollte man gelesen haben 😎
Wer den Artilkel nicht aufrufen kann, dem schicke ich ihn gerne via PN.
Gruß
Friederike
Old Women1'543 Beiträge · seit 201329. Dez. 2020 · #1100binca75 schrieb:Moin ihr Lieben,
ich lese hier mit Interesse eure Ansichten und Meinungen mit.
Grundsätzlich finde ich es mit der Meinungsbildung zu diesem Thema recht schwierig. Nein, ich bin keine Ärztin, schon gar nicht Virologin. Zuerst einmal bin ich der Ansicht, dass ich den Menschen, die Ahnung von der Thematik haben, vertrauen sollte und hoffentlich auch kann. Die Politik versucht aufgrund der Expertenmeinungen ihr Möglichstes. Das glaube ich tatsächlich. Wirkliche Erfahrungswerte zu diesem Thema gibt es einfach nicht. Was richtig ist an Maßnahmen und was nicht, kann man erst im Nachhinein sagen. Und die Maßnahmen, die getroffen werden, müssen genauestens gegen wirtschaftliche Folgen etc. abgewogen werden... ich möchte den Job nicht machen... 🙄 Nichtsdestotrotz fühle ich mich hier geschützt und sicher. Eigentlich geht es uns gut. Es gibt zur Zeit eigentlich kein Land, in dem ich lieber wäre. Im Notfall können wir ins Krankenhaus und jeder wird behandelt. Das ist doch nicht selbstverständlich...
Der ehemalige Gastvater meines Mannes in Texas ist vor 2 Wochen im KH an Corona verstorben. Er lag dreieinhalb Wochen dort und landete schließlich auf der Intensivstation. Er war nicht über 80... Er war 69 und vorher topfit.
Unsere Nachbarin ist Krankenschwester in Oldenburg im Klinikum auf der Dermatologie-Station. Vor mehreren Wochen erzählte sie, dass aus einem Pflegeheim 12 COVID-Patienten eingeliefert wurden. Sämtliche Pflegekräfte ihrer Station waren damit beschäftigt, so dass sie während ihrer Schicht allein ihre Station „wuppen“ musste... Naja, und das ist erst der Anfang...
Im Dorf meiner Eltern in Ostfriesland gibt es nun auch die ersten „COVID-Toten“.
Meine Eltern sind 82 und 87 Jahre alt. Mein Papa (87) hat zusätzlich Diabetes. Im Frühjahr habe ich mich mit meiner Mama gestritten, weil sie nicht wollte, dass ich für sie einkaufe. Sie seien dazu ja wohl selbst in der Lage und ich könnte wahrscheinlich noch oft genug für sie einkaufen... Ich habe mich hilflos gefühlt. Klar, sind meine Eltern mündig, Entscheidungen selbst zu treffen... 😗 Trotzdem... Die Jungs und ich waren vor Weihnachten in Vorquarantäne. Lenni und Matthis hatten nicht mal Kontakt zu ihrem besten Freund. Das ging dann irgendwie online... 😉 Ich glaube, dass ihnen das nicht schadet. Mal ganz bewusst verzichten und Rücksicht nehmen, Briefe schreiben an die Großeltern und ältere Nachbarn. Für mich wäre das Gefühl, meine Eltern anzustecken, das Schlimmste... 😵 Meine Mama erzählte den Jungs einmal, dass ihr Vater sie im Krieg als Kleinkind nachts in den Bunker tragen musste... mit Masern und hoch Fieber... 🙁
Für die Alten und die Einsamen ist es schwer... Schwer ist es auch für die Jugendlichen. Ich war mit 17 an jedem Wochenende mit Freunden zum Tanzen... Aber was ist die Alternative?
Liebe Grüße und bleibt gesund!
Bianca
Hallo Bianca,
ich halte mich aus den Diskussionen über dieses unsägliche Virus in der Regel besser heraus, aber auf deinen Post möchte ich noch einmal persönlich antworten, da mir der Inhalt deiner Sätze sehr gefällt 😘 !
Wir nehmen uns in dieser momentanen, sehr speziellen Situation wirklich oftmals zu wichtig. Vertrauen ist da manchmal der bessere Ratgeber. Bei uns sind die Intensivstationen am Anschlag, so ist es noch nie gewesen, geplante "normale" OPs werden verschoben, da alle Betten belegt sind 🙁 . Das alleine reicht schon für mich aus, mich selbst ein wenig zurück zu nehmen. Mit gefällt auch nicht jede Beschränkung, und Rehema hat schon recht damit, dass das isolierte Leben der älteren Generation massive gesundheitliche Folgeschäden verursachen wird und schon hat. Das merke ich ja schon bei mir selbst, denn mein Fitness Studio ist geschlossen und es zwickt mittlerweile überall bei mir im Gebälk, aber das wird schon wieder. Walken ist zwar nicht so effektiv, aber besser als gar nichts 😎.
Ich würde mir wünschen, nicht immer alles in Frage zu stellen, ruhig mal zu verzichten wie deine Jungs mit der Vorquarantäne, nicht so viel zu jammern, denn wir haben hier in Deutschland doch noch geradezu paradiesische Verhältnisse, und dass wir gerade mal nicht so reisen können (sollen!!!), wie wir es gewohnt sind, das schadet uns auch mal nicht.
Bleibt alle gesund
Herzliche Grüße
Beate