Coronavirus

1'729 Antworten · 266k Aufrufe · gestartet 09. Feb. 2020 von Hamburger73
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121 Beiträge · seit 201728. Juni 2020 · #901
Hallo Rehema

Was mich wundert sind Deine und auch von anderen vorgebrachten Zweifel an eigentlich seit Monaten klaren Abläufe einer SARS-2 Infektion.

Nur noch mal zur Wiederholung:

Zunächst kommt es zu einer Infektion mit SARS-2. Dies Ereignis ist asymmetrisch, aus noch (!) nicht geklärten Gründen steckt ein Infizierter (nicht zwingend ein auch Erkrankter) dann mehr oder weniger andere Menschen an. Jetzt bist Du infiziert, und mit etwas Pech erkrankst Du dann an COVID-19, und zwar mit einem leichten oder auch schweren Verlauf. Ersteres merkst Du 2 Wochen nach Infektion, den schweren Verlauf erst noch später, so in der 3. Woche nach Infektion.
Wenn also in Gütersloh 1500 meist junge Arbeitssklaven in ihrem sozialen Umfeld erkranken dauert es natürlich deswegen bis die Infektionen in die Allgemeinbevölkerung eingetragen werden, und dann halt weitere 2 Wochen bis Lieschen Müller dann erkrankt. Ob von den Tönnies Arbeitern mittlerweile Erkrankungen bekannt sind weiß ich nicht, da sind die Pressemitteilungen nicht deutlich.
Aber hoffentlich ist von den 75 niemand Altenpfleger in einem Seniorenheim, dann gibt es wieder mehr sozialverträglich Frühabgelebte.

Es ist doch nicht wirklich schwer zu verstehen warum die Zahl der Erkrankten einige Wochen der Zahl der Infizierten folgt. Die Zahl der Toten hängt dann noch einige Wochen hinterher, je nach Qualität des Gesundheitssystems.

Die Logik, wer viel testet hat auch viele Fälle erschließt sich nicht, kann man ja grade prima in Texas und Florida beobachten, deren Tote kommen nur weil dort soviel getestet wird. Hat ja selbst Trump für Sarkasmus erklärt.

Es wird lästig solche Dinge immer wieder darlegen zu müssen.

Allen einen schönen Sonntag noch

Burkhard
7'296 Beiträge · seit 200628. Juni 2020 · #902
Kaeptn Haddock schrieb:
Die Logik, wer viel testet hat auch viele Fälle erschließt sich nicht, kann man ja grade prima in Texas und Florida beobachten, deren Tote kommen nur weil dort soviel getestet wird. Hat ja selbst Trump für Sarkasmus erklärt.

Die Zahl der Erkrankten und Verstorbenen ändert sich durch mehr Tests selbstverständlich nicht.
Von denjenigen, die später nicht erkranken, aber dennoch das Virus in sich haben, werden durch ausgeweitete Tests natürlich mehr gefunden.

Man könnte daraus auch sinnvolle Erkenntnisse ziehen, wie z.B., dass offenbar prozentual viel weniger Infizierte tatsächlich auch erkranken als bisher vermutet. Man kann damit aber auch Panik machen, weil die Zahl der Infizierten steigt. Wahrscheinlich wird gleichzeitig beides getan, nur von unterschiedlichen Interessengruppen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
546 Beiträge · seit 201828. Juni 2020 · #903
Hallo Burkhard,
Deine "Belehrung", die alle anderen für ziemlich dumm darstellt, überzeugt mich leider nicht.

Es ist bei jeder Infektion so, dass Infektion und Erkrankung und schwere Erkrankung und evtl. Tod zeitlich nacheinander ablaufen. Das ist ja nicht COVID-spezifisch.
Freilich ändert sich die Zahl der tatsächlich Erkrankten nicht mit mehr oder weniger Tests - aber durch die Presse gehen ja nie Zahlen der Erkrankten (abgesehen von am Ende Todeszahlen), sondern lediglich der positiv Getesteten. DAS ist die Zahl, die wahrgenommen wird. Es ist aber nicht die Zahl, die am Ende relevant ist.
Ob wir also in einigen Wochen mehr schwer kranke COVID- Patienten, oder mehr Tote haben, läßt sich deshalb nicht zwingend an der Anzahl der positiv Getesteten ablesen. Das ist eine absolut "dünne" Information, die jedoch als DIE wichtige Information dargestellt wird.

Und ob Lieschen Müller sich mit MRSA oder zig anderen Keimen ansteckt, wird auch weder getestet noch durch die Presse gezogen. Wer sonst in Seniorenheimen evtl. durch Pfleger mit anderen Keimen ansteckt, und daran evtl. verstirbt, wird auch nicht presserelevant mitgeteilt. Das hat auch bisher niemanden wirklich interessiert - auch diejenigen nicht, die jetzt so laut ihr Mitgefühl für diese Senioren ausdrücken.
Auf Intensivstation sehen wir immer genügend Menschen, die schwer krank sind mit ANDEREN Infektionen. Und die oft genug auch sterben. Nur genießt das in der Öffentlichkeit keine Aufmerksamkeit. Statt dessen wird der Bürger mit ganz hohen Fallzahlen "Corona-Infizierter" bombadiert, von denen sehr viele (auch nach vielen Wochen) eben nicht schwer erkranken.

Hier bleibt für mich ein Ungleichgewicht bestehen - und ich bin deshalb nicht gleich als schwer von Begriff einzuordnen.
Rehema
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
7'296 Beiträge · seit 200628. Juni 2020 · #904
Rehema schrieb:
Wundert sich von Euch keiner über solche Dinge?

Ich komme bei dem ganzen Pandemie-Verlauf aus dem Wundern gar nicht mehr raus. Es passt einfach kaum etwas zusammen.
Als zu Jahresbeginn in China COVID-19 ausbrach, hat nahezu jedes Land genauso reagiert. Man sah sich nicht als gefährdet und Flugverkehr von/nach China ging munter weiter. Nachdem dann endlich alle Länder ausreichend Erkrankte hatten, wurden plötzlich fast überall die Grenzen geschlossen.
Wenn ich ein leeres Einmachglas in eine volle Badewanne tunke, bis es vollgelaufen ist, dann muss ich auch keinen Deckel mehr draufmachen. Dann ist innerhalb und außerhalb des Glases Wasser. Wenn ich verhindern will, dass das Glas vollläuft, muss ich den Deckel vorher draufmachen.

Es gab wochenlang kein Klopapier, Haushaltspapier, Mehl, Hefe, Nudeln, Reis, Konserven, Flüssigseife, Desinfektionsmittel … mehr zu kaufen. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass große Teile der Bevölkerung den Beteuerungen der Politiker nicht mehr so recht traut(e).

Mund-Nase-Schutz sei unnötig und biete keinerlei Schutz, hieß es. Man konnte ja praktisch nichts anderes behaupten, da MNS ja kaum noch zu bekommen war. Dann waren die Dinger nach und nach wieder verfügbar und man hatte außerdem die geniale Idee, auch selbst genähte MNS und Schals zuzulassen.
Nun wurde MNS von einem Moment zum nächsten von nutzlos zu unerlässlich erklärt.

2012 wurde eine Studie fertig, die den Verlauf einer Pandemie untersuchen und vorhersagen sollte. Man sollte meinen, dass daraus Vorkehrungsmaßnahmen getroffen werden sollten.
Vielleicht wäre das auch passiert, denn Philipp Rösler (übrigens der einzige Bundesgesundheitsminister mit medizinischem Fachwissen, den die Bundesrepublik je hatte) hatte das vielleicht beabsichtigt, als er die Studie in Auftrag gab. Doch Rösler wechselte 2011 den Bereich und sein Nachfolger wurde Daniel Bahr, ein studierter Volkswirt. Unter ihm wurde der Tierarzt Lothar Wieler zum Leiter des RKI und die Studie verschwand offenbar unbeachtet in irgendeiner Schublade.

Was mich nicht nur gewundert, sondern erschrocken hat, war der Zustand in vielen Kliniken. Dass dort genügend Schutzausrüstung bevorratet wird, ist Aufgabe der Klinikbetreiber. Dennoch war oft von Beginn an nicht genügend Ausrüstung vorhanden.
Mein Arbeitgeber betreibt selbst mehrere Kliniken. Abgesehen von der Vorratshaltung in jeder Klinik gibt es noch ein zentrales Pandemielager, von dem notfalls bei Engpässen auch einzelne Kliniken versorgt werden. Von dort wurde auch u.a. eine fünfstellige Zahl MNS kostenfrei an die Mitarbeiter zur privaten Nutzung (Einkaufen, ÖPNV) ausgegeben, als man keine mehr kaufen konnte.

Und jetzt wurden in letzter Zeit jede Menge Beschränkungen in rascher Folge wieder aufgehoben. Auch Flüge und Reisen in andere Länder sind wieder zulässig, selbst wenn dort deutlich mehr Fallzahlen bekannt sind als hierzulande. Entweder war die "Panikreaktion" mit den Beschränkungen ein Fehler oder die jetzige Aufhebung der Beschränkungen. Die Beschränkungen wurden eingeführt, als die Erkrankungszahlen bereits rückläufig waren (oder nicht?). Ihre evtl. Wirkung ist zudem zeitverzögert erfolgt.

Ich weiß, meckern ist immer einfacher als machen und hinterher erst recht.
Man hat aber die Pandemie-Studie vermutlich in Auftrag gegeben, um ein Konzept für den Fall des Falles zu entwickeln und dies ist dann ganz offensichtlich nie passiert.
Es gibt übrigens noch eine Studie der Bundesregierung zu einem längeren landesweiten Blackout. Wer sich gerade mit dem Gedanken trägt, das Buch "Blackout" von Marc Elsberg zu kaufen … die Studie findet man kostenlos im WWW und ist genauso spannend.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 28. Juni 2020
727 Beiträge · seit 200828. Juni 2020 · #905
Rehema schrieb:Es ist aber nicht die Zahl, die am Ende relevant ist.
Am Ende ist tatsächlich nur die Zahl der Toten und der Personen mit Folgeschäden interessant. Die wird man aber wohl erst in Jahren kennen.
Rehema schrieb:Anzahl der positiv Getesteten ablesen. Das ist eine absolut "dünne" Information, die jedoch als DIE wichtige Information dargestellt wird.
Nein. DIE wichtige Information ist der R-Wert. Dieser Wert wird in serösen Medien (von anderen auch Mainstream genannt) auch immer wieder kommuniziert, in deiner Betrachtung aber leider ignoriert. Im Moment interessiert nämlich nur, wie viele infizierte (ob erkrankt oder nicht), wie viele andere Personen anstecken. Wenn das >1 wird es schlimmer, sonst besser. Leider ist der Wert ziemlich abstrakt. Wie viel "schlimmer" ein Wert von z.B. 3 gegenüber 1 ist, können die meisten Stammtischexperten nicht nachvollziehen, weswegen man gerne auch die absoluten Zahlen präsentiert.
Rehema schrieb:Und ob Lieschen Müller sich mit MRSA oder zig anderen Keimen ansteckt, wird auch weder getestet noch durch die Presse gezogen.
Den leichtfertigen Umgang mit MRSA kann ich allerdings auch nicht nachvollziehen! Nur: Weil man MRSA auf die leichte Schulter nimmt, muss man das mit CORONA ja dann nicht ebenfalls machen.

Gruß

Dino
zuletzt bearbeitet 28. Juni 2020
546 Beiträge · seit 201828. Juni 2020 · #906
Ja, Dino, da hast Du Recht, dass R durchaus noch etwas mehr zu sagen hat als absolute, einzelne Zahlen.
Dennoch: Dieser Wert ist nicht nur abstrakt, sondern zusätzlich auch nicht absolut und eindeutig.

in verschiedenen Artikeln wird auch das versucht, darzustellen.
Wo liegen die Tücken bei der Berechnung der Reproduktionszahl R?
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) weist in seinem Newsletter "Unstatistik" mit Blick auf den Nowcast vom RKI darauf hin, dass es sich bei der Reproduktionszahl um eine Schätzung mit "nicht unerheblichem Schätzfehler" handele. Dieser müsse bei der Bewertung der aktuellen Lage stets berücksichtigt werden. Daher seien selbst Meldungen darüber, dass R wieder auf 1 gestiegen sei, nicht unbedingt ein Grund zur Besorgnis, da dieser Anstieg durchaus innerhalb des Schätzfehlers schwanken könne, etwa zwischen 0,8 und 1,1, wie das RKI etwa am 9. April angab.
Desweiteren hat unter anderem auch die Zahl der durchgeführten Tests und der erfassten Infektionen einen Einfluss auf die Reproduktionszahl. Sprich: Werden mehr Tests durchgeführt, werden mehr Infektionen erfasst. Die Dunkelziffer wird kleiner. "Damit wird jedoch wiederum das geschätzte R tendenziell ansteigen, ohne dass sich in der Realität der Infektionsverlauf geändert hat", schreibt das RWI.
Daher rät das Institut dazu, die Reproduktionszahl R trotz ihrer großen Bedeutung für die Einschätzung des Pandemieverlaufs vorsichtig zu interpretieren.
Auszug aus

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/covid-19-wie-wird-die-reproduktionszahl-r-berechnet-%E2%80%93-und-wo-liegen-die-t%C3%BCcken/ar-BB13pZpG?ocid=spartandhp

Ferner eine recht gute Seite, wie ich finde:

https://www.quarks.de/gesundheit/was-die-daten-zu-corona-aussagen-und-was-nicht/
...Die Basisreproduktionszahl wirkt wie in Stein gemeißelt. Das ist sie aber nicht. Verschiedene Institute und Behörden nennen unterschiedliche Werte oder Spannbreiten.
Robert-Koch-Institut: 2 – 3,3
Weltgesundheitsorganisation: 1,4 – 2,5
Centers for Disease Control and Prevention: 2,79...
Wenn also schon die "einschlägigen Institute" unterschiedliche Werte mit so großer Breite angeben.... ist ja die Frage, mit welchem davon gerade für welche Zwecke argumentiert wird....
...Häufige Fehler:
Der R-Wert ist nur eine Momentaufnahme abhängig von den durchgeführten Tests: Steigt die Summe der Tests, steigt sehr wahrscheinlich auch die Anzahl der Fälle. Gerade am Anfang der Epidemie hat die Ausweitung der Tests den R-Wert maßgeblich beeinflussen können.
Schwankungen um 0,1 beim R-Wert unterliegen eher Schätzfehlern als wirklichen Tendenzen.

Ein R-Wert unter 1 ist weiterhin nur ein Durchschnittswert. Auch dann kann es mancherorts lokale Ausbrüche geben, wenn gleichzeitig woanders keiner mehr infiziert wird.

Die gemeldeten Fälle werden häufig als Diagramm dargestellt und zeigen eben eine solche Kurve. Dabei werden die gemeldeten Fälle schlicht zusammengezählt – ab einer gewissen Zeit überdramatisiert das. Denn wer die gemeldeten Fälle nur zusammenzählt, der vernachlässigt alle gesunden Patienten. Sobald mehr Menschen gesunden, als sich neu infizieren, nimmt die Gesamtzahl der aktiven, bekannten Fälle ab....

Dino schrieb:
Wie viel "schlimmer" ein Wert von z.B. 3 gegenüber 1 ist, können die meisten Stammtischexperten nicht nachvollziehen, weswegen man gerne auch die absoluten Zahlen präsentiert.
Da wirst Du auch Recht haben. Doch ob solche "absoluten Zahlen", die extrem anfällig für Fehlinterpretationen sind, dann eine gute Alternative sind, um ein Volk zu informieren, wage ich zu bezweifeln. Genau das ist einer meiner Kritikpunkte an vielen Berichterstattungen.

Aber wie Wolfgang sehr passend sagte:
Ich komme bei dem ganzen Pandemie-Verlauf aus dem Wundern gar nicht mehr raus. Es passt einfach kaum etwas zusammen.
😄 🙄 😎
Wir werden uns wohl noch eine ganze Weile weiter wundern.... 😉

Ich wünsche Euch einen guten Abend,
Rehema
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
7'296 Beiträge · seit 200628. Juni 2020 · #907
dino schrieb:
Rehema schrieb:Anzahl der positiv Getesteten ablesen. Das ist eine absolut "dünne" Information, die jedoch als DIE wichtige Information dargestellt wird.
Nein. DIE wichtige Information ist der R-Wert. Dieser Wert wird in serösen Medien (von anderen auch Mainstream genannt) auch immer wieder kommuniziert, in deiner Betrachtung aber leider ignoriert. Im Moment interessiert nämlich nur, wie viele infizierte (ob erkrankt oder nicht), wie viele andere Personen anstecken. Wenn das >1 wird es schlimmer, sonst besser. Leider ist der Wert ziemlich abstrakt. Wie viel "schlimmer" ein Wert von z.B. 3 gegenüber 1 ist, können die meisten Stammtischexperten nicht nachvollziehen, weswegen man gerne auch die absoluten Zahlen präsentiert.

Der R-Wert ist aber auch nur eine Schätzung, die wiederum auf den Zahlen der Tests basiert.
Und da sich die Zahl der Tests und damit die Bemessungsgrundlage ständig ändert, sind die Werte auch entsprechend eben nur Schätzungen, die zudem nicht immer nachvollziehbar sind.

Auch da passte in der Vergangenheit oft nicht alles zusammen. Da sank die Zahl der Neuinfizierten und die Zahl der aktuellen Fälle, aber der R-Wert stieg (oder auch umgekehrt).

Mal nimmt man die aktuell gemeldeten Zahlen, mal rechnet man sie zurück zum Testzeitpunkt oder dem Zeitpunkt der vermuteten Infizierung. Es gibt zu der ein und gleichen Situation lauter verschiedene Zahlen und das RKI hat ja selbst fleißig dazu beigetragen.

Zusätzlich zum R-Wert müsste außerdem auch die durchschnittliche Dauer des Krankheitsverlaufs berücksichtigt werden. Es ist ja ein Unterschied, ob Erkrankte drei Tage oder drei Jahre an einer Krankheit leiden.
Bei einem R-Wert von 1 wird eine stabile Zahl von Krankheitsfällen ja erst nach Ablauf der durchschnittlichen Krankheitsdauer erreicht. Bis zu diesem Zeitpunkt steigen die Fallzahlen weiter an.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
828 Beiträge · seit 201628. Juni 2020 · #908
dino schrieb:

Nein. DIE wichtige Information ist der R-Wert. Dieser Wert wird in serösen Medien (von anderen auch Mainstream genannt) auch immer wieder kommuniziert, in deiner Betrachtung aber leider ignoriert.

Die Aussagekraft des R-Werts ist relativ beschränkt. Die Berechnung von R beruht auf vielen Annahmen und kann deshalb nicht als exakter Wert verstanden werden. Gut behandelt in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung), von mir aus gesehen -bezüglich Corona Berichterstattung-  eines der  wenigen (noch) seriöses Medien, mit jeweils viel Hintergrundinformationen und auch Relationen zu anderen Krankheiten und Risiken im Leben (Anmelde PopUp einfach wegklicken). 

https://www.nzz.ch/wissenschaft/corona-epidemie-reproduktionszahl-ist-nicht-das-mass-aller-dinge-ld.1556012  

Weniger seriöse Medien z.B Schweizer Fernsehen SRF (Mainstream ? ) benutzen den R-Wert oft um Panik vor einer zweiten Welle zu schüren.

lg Maputo 
Gast28. Juni 2020 · #909
@Zahlen
Infizierte
Erkrankte
davon Erkrankte in stationärer Behandlung,
davon auf Intensivstation
davon Verstorbene
Übersterblichkeit
das Alles lokal (Stichwort „Cluster“) und großräumig bis national.
Anekdotisches

Darunter könnte man sich auch als Laie was vorstellen, wenn gemeinsam kommuniziert. Ich finde auch, dass viele Medienberichte einseitig auf die Zahl Infizierter fixiert sind, oft ist es nicht ein Mal klar ob von (neu) positiv Getesteten oder Erkrankten die Rede ist.
Ich glaube auch, dass die Infiziertenzahl nur bei Kenntnis des Testregimes interpretierbar ist, was aber schon ziemlich in die Tiefe gehen kann, also nur für Fachleute möglich ist. In A wurde z. B. in den ersten Monaten nur anlassbezogen bei Vorliegen von Symptomen getestet und man hat unbedingt versucht, Leute mit Symptomen für das Testen aus den Spitälern raus zu halten. Screening gab/gibt es bei Schlüsselpersonal, Risikogruppen etc. Jeglicher Zusammenhang zwischen Testfrequenz und positiven Ergebnissen müsste davon abhängen sowie, ob man sich in der aufsteigenden oder abnehmenden Phase befindet usw… denke ich mir.
Die unmittelbare Aussagekraft und Aufgabe aktueller Testergebnisse ist aber unbedingt das Monitoring des ANSTECKUNGSgeschehens, um rechtzeitig zu erkennen, wo man (wieder) den Deckel draufhalten muss (Wolfgang) und worauf man sich wo vorbereiten muss*). So habe ich das zumindest bisher verstanden/aufgefasst.
Die Gefährlichkeit der Krankheit und die Risikoabwägung erschließt sich wohl nur aus den obig genannten Zahlen gemeinsam und mittlerweile sukzessive auch aus gut dokumentierten Fallstudien mit bekanntem Durchseuchungsgrad, siehe z. B. folgende Nachlese zu Ischgl: https://tirol.orf.at/stories/3054826/
"Ischgl: 42,4 Prozent haben Antikörper: Im Zuge der Ischgl-Studie sind Ende April in Ischgl (Bezirk Landeck) knapp 1.500 Bewohnerinnen und Bewohner auf CoV und SARS-CoV-2-Antikörper getestet worden. Bei 42,4 Prozent der Studienteilnehmer konnten Antikörper nachgewiesen werden." ….Bitte im Original weiter lesen.
und https://science.apa.at/rubrik/medizin_und_biotech/Ischgl-Studie_42_4_Prozent_sind_Antikoerper-positiv/SCI_20200625_SCI39451352255218286
Es wird schön langsam Zeit so was zu forcieren und zu berücksichtigen, um Über- oder Unterreaktionen beim „Leben mit dem Virus“, das uns vorläufig nicht erspart bleiben wird, zu verhindern. Gut dokumentierte „Studienobjekte“ sollte es ja mittlerweile ausreichend geben.
Wobei „Risiko“ und „Gefährlichkeit“ immer auch in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der medizinischen Versorgung zu sehen ist.
Berechnungen von Kennzahlen, für welche Annahmen für die Dunkelziffer von Infizierten getroffen werden müssen, halte ich persönlich in der jetzigen Phase für Sterndeuterei. Für die In der Rückschau werden die Statistiker und Simulierer ihre Modelle sicherlich verbessern.
Grüße
*)PS: Auf die Konsequenzen der Zeitverzögerung zwischen Ansteckung, unkontrollierter (weil unerkannter) Ausbreitung bis Erkrankung, wurde ja schon oft hingewiesen; die Vorgänge in der Lombardei udgl. sollten eine Warnung sein. Rückwirkend durchgeführte Abwasseranalysen zeigen, dass das Virus schon im Dezember im Land war. Was immer z. B. heute über RSA für Reisepläne diskutiert wird, sollte auf den Infektionsstand von Mai oder früher bezogen werden…..den sowieso keiner kennt.
zuletzt bearbeitet 28. Juni 2020
121 Beiträge · seit 201728. Juni 2020 · #910
Rehema schrieb:

Ob wir also in einigen Wochen mehr schwer kranke COVID- Patienten, oder mehr Tote haben, läßt sich deshalb nicht zwingend an der Anzahl der positiv Getesteten ablesen. Das ist eine absolut "dünne" Information, die jedoch als DIE wichtige Information dargestellt wird.
Hallo Rehema

Medizin ist leider keine exakte Wissenschaft wie z.B. Kernphysik. Und bei neuen Erkrankungen ist halt leider zunächst reichlich Forschungstätigkeit mit vernünftig gemachten Studien notwendig bis man einigermaßen Klarheit darüber hat. Wenn weltweit parallel daran gearbeitet wird ist leider in der Frühphase naturgegeben eine (sich langsam zurückbildende) Unsicherheit.
Unsere Mediengesellschaft verlangt aber leider nach einfachen, schnellen Wahrkeiten. Diese wird es bei SARS-2 vermutlich noch lange nicht geben.

Und so werden wir mit einer Unsicherheit in allen Entscheidungen leben müssen und auf dem Weg dahin den Weg des mutmaßlich geringsten Risikos eingehen, jeweils basierend auf dem derzeit aktuellen Kenntnisstand, der aber morgen leider schon überholt sein kann.
Und natürlich muss man dabei nicht nur medizinische, sondern selbstredend auch soziale und wirtschaftliche Belange berücksichtigen. Und ich möchte nicht in der Haut von Entscheidern stecken, denn die können eigentlich nur alles Falsch machen, da sie ja morgen schon eine andere Entscheidungsgrundlage vorfinden werden.

Zur Frage der angeblich „dünnen Information“ die die heute mittels PCR positiv getesteten
Infizierten nur darstellen sollen möchte ich Dir, Rehema, widersprechen. Wenn wir uns in einem Land diese Zahl ansehen dann kann man aufgrund der Erfahrungen mit COVID als Krankheit und mit der Kenntnis der Kapazitätsgrenze des Gesundheitssystems unter Berücksichtigung der Altersverteilung durchaus prognostizieren wie viele Erkrankte und letztendlich auch Tote wir in einigen Wochen haben werden.

Viel wichtiger finde ich aber die Tatsache das wir die Kenntnis über die Zahl der positiv getesteten und deren Infektionsursache eben auch nutzen können um lokal durch möglichst gezielte Maßnahmen ein Fortschreiten von Infektionsketten zu vermeiden, ohne eben gleich wieder alles herunter Zugfahrten. Wenn das nicht passiert kommt es eben halt zu Ereignissen wie in Güterloh, oder wie im bayrischen Tirschenreuth mit einem lokal nicht beherrschten Ausbruch (liest man erstaunlich wenig drüber, war schlimmer als in Heinsberg, (https://www.zeit.de/2020/24/tirschenreuth-coronavirus-infektionsherd-todesfaelle-bayern, leider nur für registrierte Nutzer)

Der Subtext, der bei mir bei solchen Aussagen wie von Dir oder, noch schlimmer, bei den Aussagen von Herrn Wodarg, Prof. Stadler et al. ankommt ist:

Alles nicht so schlimm, lebt Euer Leben einfach weiter es kann ja nichts schlimmes passieren ???

Ich bin der festen Überzeugung das es uns in D in Sachen COVID so relativ gut geht liegt an der Disziplin den unsere Gesellschaft im März aufgebracht hat, und zwar bevor die Kontaktbeschränkungen und der „Lock-Down“ verordnet wurde. Wenn jetzt in der breiten Öffentlichkeit alles als etwas „schwerere Grippe“ ankommt verschwindet diese Disziplin und wir werden uns sehr schnell mit rasant steigenden Fallzahlen konfrontiert sehen.

Länder wie Brasilien mit Slums oder Südafrika mit seinen Townships haben sicher kaum Möglichkeiten grosse Ausbrüche zu verhindern, aber wir sollten es eigentlich besser hinkriegen.

Deswegen bin ich besorgt und reagiere darauf halt manchmal etwas dünnhäutig und verschnupft.
Wenn ich Dir damit auf die Füße getreten bin tut mir das leid.

Viele Grüße,
Burkhard
zuletzt bearbeitet 28. Juni 2020
3 Beiträge · seit 202030. Juni 2020 · #911
Von Admin gelöscht. User gesperrt.
zuletzt bearbeitet 01. Juli 2020
766 Beiträge · seit 200730. Juni 2020 · #912
@Dachdeckererde
Hast Du Dich eigentlich im Forum nur deshalb angemeldet, um Deine obskuren Theorien zu verbreiten?

Gruß Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
1'680 Beiträge · seit 200730. Juni 2020 · #913
Simone, jede Antwort ist viel zu viel Aufmerksamkeit - einfach ins Leere laufen lassen und ggf Beitrag melden 😉
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
727 Beiträge · seit 200830. Juni 2020 · #914
Dachdeckerde schrieb:Sicher ist es schwer offensichtliche Dinge nicht zu sehen. Der angeblich so schlimme Virus wurde schon im März 2019 festgestellt
Interessant, dass offensichtliche Fehler dieses 20 Minuten langen Videos schon im Standbild zu sehen sind.

Erstens infiziert COVID-19 niemanden. COVID-19 heißt die Erkrankung, nicht das Virus.
Und dann reitet der Herr ja genüsslich darauf herum, dass es dieses Virus schon seit 2013 (nicht erst seit März 2019!) gibt.
Aber selbst im Standbild steht schon: However the variant may have evolved over the years. Sprich: Selbst wenn das Virus schon 2013 da war, waren die hervorgerufenen Symptome - wenn überhaupt vorhanden - offensichtlich andere.

Dann werden alle möglichen Quellen zitiert und aus dem Zusammenhang gerissen oder ganz bewusst verfälscht, damit sie zur Botschaft passen. Keine der zitierten Quellen wird von der Intention richtig widergegeben und das ist z.T. schon im sichtbaren Text zu erkennen!

Z.B. "Alle Fleischereien und Fleischverarbeitenden Betriebe werden verpflichtet die Mitarbeiter zu testen ... Weil sie keine Testlabore finden müssen sie den Betrieb einstellen". Im sichtbaren Text steht aber, dass diese Regel nur für Betriebe mit über 100 Mitarbeitern gelten und die Tests im Pool-Verfahren durchgeführt werden können.

Wenn man sich die Mühe macht die dort abgebildeten Quellen sorgfältig zu sichten, entsteht ein viel differenzierteres Bild. Mit dem kann man dann aber leider keine plakativen Videos mehr unterfüttern.

Ich kann über solche Fliegenfängervideos nur den Kopf schütteln!
zuletzt bearbeitet 30. Juni 2020
33,1k Beiträge · seit 200630. Juni 2020 · #915
Und die Kommentare unter dem Comedy-Video. Köstlich. Beine hochgelegt, Bier in die Hand und man kommt aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus 😉
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
121 Beiträge · seit 201730. Juni 2020 · #916
Hier mal ein Link zu einem Artikel der Tagesschau zu dem Verein von Herrn Schiffmann, dem
„MWGFD“. Schon eine spannende Ansammlung von Fachkompetenz.

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/mwgfd-101.html

Aber bestimmt hat die Allianz von Herrn Hopp, Herrn Tönnies und natürlich Bill Gates da die Fäden im Hintergrund gezogen 😈

Viele Grüße,
Burkhard
zuletzt bearbeitet 30. Juni 2020
311 Beiträge · seit 201730. Juni 2020 · #917
Ich würde ja gerne schmunzeln, wenn es nicht so traurig wäre. Und dann auch noch die falsche Wiedergabe der hinten eingeblendeten Texte: in Minute 04:13 erwähnt Herr Schiffmann, dass die ArbeitNEHMER die Tests bezahlen müssten. Diese Variante passt natürlich besser ins Weltbild der Aluhutträger gegen "die Herrschenden".
Einfach unfassbar. Was soll dieser Tinnef eigentlich hier im Namibia-Forum?
248 Beiträge · seit 201530. Juni 2020 · #918
Also ich wunder mich doch sehr, dass solche Videos von Usern, die nichts mit Namibia zu tun haben hier so etwas einstellen und verbreiten können. Frei Meinungsäußerung und Demokratie hin und her, aber sorry Forum, solche User gehören hier nicht hin.
Kann ich demnächst hier schreiben, dass die Geschichte am Waterberg mit den Hereros gelogen ist....
Ich möchte nicht weitere krasse Beispiele nennen!
Ich bin selbst wirtschaftlich sehr stark von der Situation betroffen!
Aber ich finde, das es nicht hinnehmbar ist solche Stellungnahmen und bewußte LÜGEREI von wem auch immer (Dachdeckerde) hier ohne Bezug auf das Thema des Forums verbreitet werden kann.
Oliver
Ich empfehle Dr. Schiffman und Dachdeckerde folgendes Medikament....

antiidiotikum.jpg
der Weg ist das Ziel..... 2000 Januar Namibia (Anfängerroute ohne Forum) https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299399-zurueck-in-die-zukunft-namibiareise-2000.html?start=0 // 2015 Februar Solotour (abseits der Änfängertour)- https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285792-4x4hilux-meine-fotoausruestung-und-ich.html // 2017 Februar Solotour ( der Süden, Kalahari und KTP)- https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291851-der-sueden-ein-hilux-kameraequipment-und-ich.html?limitstart=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300049-ausblick-nein-leider-nur-rueckblick.html // 2019 März Solotour (Damaraland und Kaokoveld) https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300049-ausblick-nein-leider-nur-rueckblick.html// 2023 April Altes und Neues (Kalahari -Namib- Damaraland- Etosha- Waterberg)..... to be continued
1'680 Beiträge · seit 200730. Juni 2020 · #919
Heyde schrieb:Also ich wunder mich doch sehr, dass solche Videos von Usern, die nichts mit Namibia zu tun haben hier so etwas einstellen und verbreiten können.
nunja... es wird wohl ein Zweitaccount eines Alt-Users sein 😗 😉

was ich mich frage.... was muss passiert sein, dass so ein Aluhut-Geplärre geglaubt wird - gibt ja nun einige bekannte Beispiele in letzter Zeit dafür - IQ zu groß? oder zu klein? IQ mit aufsetzen des Aluhuts außer Kraft gesetzt? Menschenverstand irgendwo abgegeben? "nur" mit Ängsten und Verunsicherung lässt sich doch so was m.E. nicht erklären ... was geraucht? getrunken? - es gab mal Zeiten, da gestand ich bspw diesem Vegan-Koch echt einen recht hohen IQ zu 😣 ... oder ist es vllt so ein Gefühl von Allwissenheit? angeblich oder zumindest gefühlt anzunehmen mehr zu wissen als werauchimmer? (wobei das beim Einschalten des einfachen Menschenverstands schon beim Lesen der Überschriften kein Bestand mehr hat) ist vllt sogar Allmachtsgefühl? oder gefühlt "was Besonderes" zu sein? sowas wie etwas "Auserwähltes"? oder einfach nur "Wahrnehmung verrückt" (im Sinne von Verschoben)?
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
zuletzt bearbeitet 30. Juni 2020
546 Beiträge · seit 201801. Juli 2020 · #920
Hallo Burkhard,
Auf Seite 152 schrieb Kaeptn Haddock:
„…..Deswegen bin ich besorgt und reagiere darauf halt manchmal etwas dünnhäutig und verschnupft. Wenn ich Dir damit auf die Füße getreten bin tut mir das leid.“
Ich danke Dir für diesen (gesamten) Beitrag!

Mit solchen Formulierungen kann ich umgehen! Ich danke Dir auch, dass Du Dir nicht zu schade warst, eine „Entschuldigung“ auszusprechen. Das kommt zur Zeit selten vor…
Wir müssen ja auch nicht alle immer einer Meinung sein – in egal welchen Angelegenheiten. Nur ist es bei diesem Thema seltsamerweise so, dass sofort polarisiert wird. Und das finde ich schwierig – und schade, denn dann ist auch kein vernünftiger Diskurs möglich. Wenn man genauer hinhört, merkt man nämlich, dass es auch bei „Corona“ nicht nur „schwarz und weiß-Denker“ gibt, sondern eine ganze Bandbreite von Menschen im „Graubereich“ dazwischen.
Deine Formulierungen lassen jetzt Dialog zu, und das finde ich eine gute und anständige Sache!
Ich will das Thema nicht unendlich fortführen – bin Dir aber nach diesem Beitrag noch ein paar Zeilen schuldig, dem möchte ich mich nicht entziehen.
„….Der Subtext, der bei mir bei solchen Aussagen wie von Dir oder, noch schlimmer, bei den Aussagen von Herrn Wodarg, Prof. Stadler et al. ankommt ist:
Alles nicht so schlimm, lebt Euer Leben einfach weiter es kann ja nichts schlimmes passieren ???
Ich bin der festen Überzeugung das es uns in D in Sachen COVID so relativ gut geht liegt an der Disziplin den unsere Gesellschaft im März aufgebracht hat, und zwar bevor die Kontaktbeschränkungen und der „Lock-Down“ verordnet wurde. Wenn jetzt in der breiten Öffentlichkeit alles als etwas „schwerere Grippe“ ankommt verschwindet diese Disziplin und wir werden uns sehr schnell mit rasant steigenden Fallzahlen konfrontiert sehen....
Deswegen bin ich besorgt….“
Du äußerst hier Deine Sorge, dass es auf eine zu leichte Schulter genommen wird. Diese Ansicht kann ich stehen lassen.

Zu Deiner Einordnung, was Du bei mir meinst heraus zu hören:
Ja, ich stehe da wo anders als Du. Aber nicht ganz da, wo Du mich vermutest.
Ich leugne dieses Virus und eine damit verbundene (zuweilen auch tödliche) Krankheit nicht. Wenn manche das nun mit einer „schweren Grippe“ vergleichen – da bin ich vorsichtig. Das wage ich mich nicht einzuordnen. Dafür war und ist nach wie vor zu vieles unklar.
Ich komme aber aus der „alltäglichen“ Medizin, auch aus der Intensivmedizin, und stehe zudem seit 35 Jahren auch zwischen afrikanischen und westlichen Realitäten. Und den damit verbundenen oftmals seeeehr verkorksten Berichterstattungen…..

In meinem Beruf (den ich seit vielen Jahren aus familiären Gründen nicht mehr ausübe, mein Mann aber weiterhin, und ich habe auch auf diesem Kontinent nach wie vor eine große Nähe zu medizinischen Zuständen in den Bevölkerungen und in den Krankenhäusern) sind wir immer mit Krankheiten und Tod konfrontiert,
und alleine da muss ich sagen, erlebe ich einfach ziemlich viele Widersprüche: In Deutschland hatte man den Tod geschickt aus dem Alltag der meisten verbannt – in die Alten-und Pflegegeheime, in die Krankenhäuser und auf die Intensivstationen! Aber er war schon immer da!
Doch jetzt schreien alle, wie gefährlich dieses Virus ist (von dem man schon seit Anfang an keine Letalität über 5 % vermutet hat, und inzwischen weiß, dass sie da weit drunter liegt), aber was uns alle sonst an Gefahren und Infektionsrisiken SCHON IMMER umgeben hat, das hat nie dazu geführt, die gesamte Welt anzuhalten und Millionen die Lebensgrundlage zu entziehen – und uns Menschen, die wir zutiefst soziale Wesen sind, genau diesen Lebensodem zu entziehen: Soziale Kontakte.

Wenn ich mich also kritisch äußere, dann nicht, weil ich sage „hey, komm, Corona...., alles nicht so schlimm!“ – sondern weil ich (wie Du!) ernsthaft BESORGT bin!
Ich bin zwar an einer anderen Stelle besorgt als Du – aber vielleicht können wir eher miteinander reden, wenn man dieses Anliegen des anderen sieht, und sehen möchte.

Ich werde jetzt nicht alle Folgen des Lockdowns wiederholen – die kennst Du (ihr) ebenso.
Wir gewichten vermutlich anders. Dazu einige „Highlights“:
Zu den Grundlagen, auf denen aufgebaut die ganze Welt nun Kopf steht: Wenn ich mir anschaue, dass halt vieles an den Zahlen weiterhin sehr zweifelhaft bleibt, dann verschiebt es die Gewichtung nochmal mehr.
Es IST nach wie vor so, dass ein PCR-Test NICHT ein lebendiges, vermehrungsfähiges Virus nachweist – sondern lediglich ein paar Sequenzen eines DNA oder RNA-Stückchens. Alleine DAS sollte schon mal ordentlich zu denken geben – selbst wenn alles andere korrekt wäre.
Es IST auch nach wie vor so, dass für viele gängige PCR-Tests (darunter der von Drosten entwickelte) NICHT deutlich und nachvollziehbar nachgewiesen wurde, dass er keine Kreuzreaktionen mit anderen, harmloseren Corona-Viren erfasst. Dazu kommt z.B. für den „Drosten-Test“, dass er übrigens nur eine „RUO“-Zulassung hat („Research Use Only“) – er darf offiziell überhaupt nicht an Patienten angewandt werden.

Und das kümmert keinen in der deutschen Regierung, wo wir sonst nach so scharfen Regeln leben, und überall alles doppelt und dreimal gesichert werden muss???
Wenn man Dir eine Krebsdiagnose geben würde – weil Tests nicht eindeutig genug wären, und Du dann lange Zeit (unnötig) in Angst leben würdest, fändest Du das angebracht?
Also alleine schon auf dieser zweifelhaften Grundlage solche weitreichenden Maßnahmen zu ergreifen, finde ich durchaus hinterfragungswürdig. Jemanden, der hier Fragezeichen anmeldet deshalb in eine bestimmte Ecke zu stellen, finde ich schon steil.
Desweiteren zweifle ich auch die verbreiteten Zahlen der „COVID-Toten“ an (und deshalb gewichte ich die Gefahr anders als Du), da inzwischen mehrere verschiedene Pathologen weltweit nachgewiesen haben, dass nur ein kleiner Teil davon wirklich AN COVID-19 gestorben sind.
Als Mediziner, der ich auf deutscher Intensivstation gearbeitet habe, und auch diverse Totenscheine ausstellen musste, habe ich berechtigte Zweifel an diesen Zählweisen.

Zu den "Kollateralschäden":
Als Armin Laschet Verfechter früher Öffnungen war, wurde ihm viel Böses vorgeworfen. Darunter die Hauptmessage „ Da werden Menschenleben für die Wirtschaft geopfert“:
Er hat dazu gesagt: „Es geht hier nicht um „Menschenleben versus Wirtschaft“, sondern es geht um „Menschenleben versus Menschenleben“…“ Da bin ich ganz mit ihm, und diese Sicht fehlt mir oft.
Nun werden wir zu den „Lockdown-Folgen“ nie einen Live Ticker in den Medien bekommen, so wie wir ihn seit Monaten zu COVID-Toten haben.
Was ich SEHE ist aber so, dass es mich eindeutig zu der Gewichtung führt:
Meine Sorge gilt den Folgern der drastischen (und anhaltenden) Maßnahmen.

Und wenn wir uns schon hier in einem Reiseforum befinden:
Ich glaube kaum, dass die meisten von Euch Eure für dieses Jahr geplanten Reisen statt dessen wie geplant halt nächstes Jahr durchführen könnt. Und da geht es nun nicht nur um „ein bisschen Luxus Urlaub versus Menschenleben“ – viele Tourismus-Unternehmen, Safari-Unternehmen, Lodges usw wird es nächstes Jahr nicht mehr geben. Ich kriege das hier aus nächste Nähe mit. Viele Freunde sagen: wenn es im Oktober nicht wieder los geht, sind wir bankrott. Andere sagten: wenn Juli und August wegfallen (was bereits der Fall ist), sind wir bankrott. Es WIRD im Oktober nicht wieder losgehen….
Daran hängt die Existenzgrundlage tausender (!!!) einheimische Familien. Und auch die „Expat-Betreiber“ sind übrigens auch MENSCHEN, die bald nicht mehr wissen, von was sie morgen leben sollen…
Und: die geliebte afrikanische Wildnis wird ebenfalls weiter drastisch zurückgehen.
Der „kleine Aufruf“ für die eine Farm in Namibia, der hier im Forum so viel Zuspruch findet, ist ja nur ein winziges Steinchen. Serengeti (Serengeti? Kennt man das noch? Ach ja, das war ja mal das Herzstück afrikanischer Tierwelt…..), Amboseli-Ökosystem (zwei Dinge, die ich hautnah miterlebe) und viele, viele mehr werden schon jetzt von Wilderern überschwemmt.

Ja, ich kenne Menschen in meinem Bekanntenkreis, die vermutlich an Corona erkrankt waren, und weiß auch von einzelnen, die möglicherweise daran verstorben sind.
Ich sehe aber sehr, sehr viel mehr, die an den Maßnahmen kaputt gehen. Wirtschaftlich und seelisch.

Das ganze „Social distancing“ – mich besorgt das zutiefst. Es gibt aus meiner Sicht kaum etwas, was menschenfeindlicher ist als dies. Wie alten Menschen dadurch das letzte genommen wird, was sie in ihrem eingeschränkten Leben noch hatten! Wie sie damit entwürdigt werden!
Wie Kinder zu sozialen Krüppeln erzogen werden. Wie damit das erstickt wird, was unser zutiefst menschliches Bedürfnis ist!
Das MACHT WAS mit Menschen. Mit der Gesellschaft.
Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Menschen zunehmend beigebracht wird: „Der andere ist gefährlich für dich!“ Und wenn er keine Maske trägt, ist er eine ganz besondere Gefahr und außerdem noch unsolidarisch!
Der andere wird so ganz schnell zum Feind.

Ich kann gut damit leben, dass Du und ich anders gewichten. Man muss sich deshalb nicht gegenseitig abwerten (wie an vielen anderen Stellen geschieht, und hier jetzt für mein Empfinden zwischen Dir und mir glücklicherweise nicht!). Ich hoffe, dass ich das hiermit rüber bringen konnte.
Wir werden das sicher weiterhin unterschiedlich bewerten. Ich finde das in Ordnung – auch wenn jeder von uns von „seiner“ Sorge getrieben bleiben wird…..

Meine Achtung vor Dir und anderen Anders-Denkenden bleibt deshalb voll und ganz erhalten,
Rehema
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0