Biltong for Breakfast - 10 Tage im KTP

Reisebericht 115 Antworten · 20,8k Aufrufe · gestartet 06. Nov. 2018 von Rangu
1'823 Beiträge · seit 201628. Apr. 2019 · #81
Hallo Katja,
ich habe mich wieder sehr über deinen Tagesbericht gefreut. Eine schöne Abwechslung, wenn es draußen regnet. Über euer Sichtungsglück könnt ihr wahrlich nicht klagen und dabei sind doch trotz des Breilichts - mit dem wir dieses Jahr im KNP auch regelmäßig zu kämpfen hatten - schöne Bilder entstanden.

Danke fürs fleißige Berichten!
LG
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
4'528 Beiträge · seit 200728. Apr. 2019 · #82
Hi Katja,
Puh! Beim nächsten Mal krame ich nicht so viele Bilder aus dem Archiv... (Carsten, ich musste heute an Dich denken!)
Ojeoje, hoffentlich ist es trotzdem ein guter Tag für Dich 😉 🙄 😉

Weiter ein toller Bericht mit genauso tollen Pics und einem ziemlich prall gefüllten Sichtungskorb 😎

Viele Grüße
Carsten
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
Themenstarter130 Beiträge · seit 201228. Apr. 2019 · #83
@Carsten
Haha, ja, grad so... 😉 Ich weiß gar nicht wie Du's machst, ich hab beim Fotos sortieren echt Kopfweh bekommen. Liegt aber auch daran, dass ich sie viel zu hochauflösend hochlade. 😗 Pro Post passen maximal fünf meiner Fotos rein, heißt ich muss sie auch noch in mehrere Schichten aufdröseln und hochladen... Selber schuld.

@Sascha
Sehr gerne doch! Es freut mich, dass Du Dich freust.

Übrigens... Da Du ja mein großes Vorbild in Sachen Afrikareise mit Kindern bist, hier eine Frage, die mich schon länger beschäftigt: Habt Ihr jemals irgendwelche besonderen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um Eure Töchter vor Schlangen und Skorpionen zu schützen? Also abgesehen von den Maßnahmen, die für uns alle selbstverständlich sind, sprich nirgends blind reingreifen, Schuhe ausklopfen, nachts den Weg ausleuchten, etc. Wir sind nicht nur in Nationalparks, sondern auch einige Nächte auf Gästefarmen untergebracht, mit freiem Zugang zum Busch. Ich fänd's schon sehr schade und auch übertrieben, der Kleinen bei jedem Schritt nachzustellen und immer und überall den Boden zu scannen. Sie soll immerhin auch ein bisschen namibisches Freiheitsgefühl schnuppern...
Do no harm, but take no shit. 1996: Maasai Mara * 2012: Etosha * 2015: Kruger * 2018: KTP * 2019: Namibia Rundreise * 2021 Uganda Rundreise Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
zuletzt bearbeitet 28. Apr. 2019
705 Beiträge · seit 201402. Mai 2019 · #84
Den Bericht fand ich erst jetzt. Interessant zu lesen wenn man gerade zurück vom KTP ist.
Rangu schrieb:
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Ist das No 1 unten an der Pan? Jetzt sieht es schon grüner aus. Wir hatten No 3. Polentswa gefiel uns sehr gut, d.h. fast das beste neben der Mabua Sektion.
Rangu schrieb:Das KTC ist ein kleines bisschen abgewohnt. Keineswegs heruntergekommen, aber im Vergleich zu den anderen Camps doch etwas in die Jahre gekommen. Soweit ich weiß, wurde es in den vergangenen Monaten nach und nach renoviert - auch während wir dort waren. Wir haben aber nichts von den Renovierungsarbeiten mitbekommen.
Wir hatten vor drei Wochen zwei sehr schöne Zelte (4 + 5). Die scheinen aber schon neu gemacht zu sein. Und das Pool mit den Liegen und schattigen Bäumen gefiel uns sehr.
Rangu schrieb:Mike hob es leider auch mal bei lauter Techno-Musik aus den Federn. 🙄 Die kam von der Lodge nebenan. Aber nach etwa einer halben Stunde, das muss gegen 22 Uhr gewesen sein, war der Spuk wieder vorbei.
Wir hörten dauernd einen Generator des Lodge (auch auf No 4). Das war einer der negativen Punkte von Rooiputs. Sonst gefielen uns die botsuanischen nicht eingezäunten A-Frame Campsites am Besten.
Rangu schrieb:Übrigens ist Platz Nummer vier sehr zu empfehlen, er hat einen schönen Blick in den Busch.:
Ja, man ist schön alleine dort hinten. Nur WC/Dusche ist etwas weit.
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Wo seid ihr nächste Jahr in der Mabua Sektion?

Felix
wohl Ende 28 wieder 5-6 Wochen Botswana (Khutse+KTP)+ Süd-Namibia Nov- 25-Jan 26 3W Botswana (KTP, Moremi, Nxai+Makgadikgadi Pans NP), + 3W Namibia Nov/Dec 2021 KTP-Kaa-Mabua-KD2 (Bericht) April 2019 KTP + Südliches Namibia / Reisebericht KTP und Süd-Namibia / Blog Sept/Oct 16 Etosha-Caprivi-Chobe-Moremi-CKGR / Reisebericht / Blog
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201203. Mai 2019 · #86
@Felix:
Genau, wir hatten Polentswa No. 1. Wir waren ja am Ende der Trockenzeit dort, deswegen wundert es mich nicht, dass es jetzt grüner ist 😉 - wobei, nach den vielen erschreckenden Dürremeldungen, freue ich mich über jeden Grashalm.

Wir haben auch gerne im KTC gewohnt und mögen es sogar etwas "abgegriffen" - da kann man dann auch nix kaputt machen. 😄 Es gab halt einen offensichtlichen Unterschied im Vergleich zu den anderen Camps im KTP. Der ist inzwischen scheinbar behoben, danke fürs Bescheid sagen.

Nächstes Jahr im Mai wollen wir in Mpayathutlwa und Lesholoago nächtigen. Mpaya ist bereits gebucht (Platz No. 1), Lesho geht erst ab 1. Juni. Daumen drücken! Wo wart Ihr denn?

Zum Rooiputs-Generator: Na, ob das nicht vielleicht ein Nightjar war? Ich bin darauf reingefallen! Friederike hier im Forum hat mich aufgeklärt.

@Konni:
Vielen Dank Dir! Nachschub kommt! Vielleicht schaff ich's sogar in der nächsten Stunde, bevor meine Kleine nach Hause kommt und die Nachmittagsschicht beginnt... Ich mach mich mal ran. Und heut Abend schau ich in Deinem RB vorbei, freu mich schon!
Do no harm, but take no shit. 1996: Maasai Mara * 2012: Etosha * 2015: Kruger * 2018: KTP * 2019: Namibia Rundreise * 2021 Uganda Rundreise Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2019
705 Beiträge · seit 201403. Mai 2019 · #87
Rangu schrieb:Nächstes Jahr im Mai wollen wir in Mpayathutlwa und Lesholoago nächtigen. Mpaya ist bereits gebucht (Platz No. 1), Lesho geht erst ab 1. Juni. Daumen drücken! Wo wart Ihr denn?
Auch auf diesen zwei: Mpaya 1 war super. Es hat viele Kleintiere (Mangusten, Erdhörnchen, Vögel) auf dem Platz. Und ein Nachmittag kam ein Schakal der mindestens drei Stunden auf Campsite war und wohl an Menschen gewöhnt ist.
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Und wichtig fand ich auch noch laufend Wasser. Da kam dann nach Eindunkeln eine braune Hyäne zum Duschwasser trinken. Sonst hatte es nicht so viele Tiere (ein paar Springböcke, Gnus und Strausse).
Auf Mpaya 1 hätte ich gut auch noch einen dritten Tag bleiben können.

In Lesholago 2 hatten wir in erster Nacht im NP Besuch einer Löwin die Duschwasser trank. Mein Sohn und ich sassen noch draussen als wir sie plötzlich 10m entfernt gegen das Auto laufen sahen. Dieser Tag kommt las nächstes in meinem Reisebericht. Sonst war die Lesholago Pan aber ausser einem Gnu leer (das ganze KTP war sehr tierarm).
Ich hatte keine Probleme beim Buchen von Lesholago.

Weiss nicht ob es ein Nightjar war. So genau kann ich mich nicht mehr erinnern.

Felix
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zuletzt bearbeitet 03. Mai 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201203. Mai 2019 · #88
Dienstag, 23.10.18
Rooiputs - Urikaruus


Am nächsten Morgen versteckte sich die Sonne leider nach wie vor hinter einer dichten Wolkendecke.

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Dafür trat was ganz anderes zum Vorschein. Der Löwe, der uns äußerst eindringlich und durchgehend seinen nächtlichen Aufenthaltsort mitgeteilt hatte, hinterließ ganz deutliche Spuren (und damit meine ich nicht meine Augenringe). Dafür hab ich nicht mal mein Bestimmungsbuch gebraucht:

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Es war recht frisch, also exten wir schnell unseren Kaffee und ritten biltongkauend vom Hof. Wir entschieden uns für die Sandpad entlang der SA-BOT Grenze, die ausschließlich Rooiputs-Bewohnern vorbehalten ist. Fährt man von den Campingplätzen bergab zum Flusstal, kreuzt man eine einspurige Sandpiste - hier rechts abbiegen. Die Strecke führt bis zur Abzweigung zur Short Dune Road. Keine Sorge, man kommt wieder zurück auf die “Hauptstraße”. Also, bitte nicht querfeldein fahren, um die Pad zu erreichen! Das scheinen recht viele zu machen. Oder vielleicht machen es eher wenige, aber es dauert extrem lange, bis die Autospuren wieder aus dem empfindlichen Substrat verschwinden…
Do no harm, but take no shit. 1996: Maasai Mara * 2012: Etosha * 2015: Kruger * 2018: KTP * 2019: Namibia Rundreise * 2021 Uganda Rundreise Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201203. Mai 2019 · #89
Diese Strecke führt entlang des Nossob-Flusstals, genau wie die südafrikanische Pad. Sie ist nur einige Meter nach Osten versetzt. Manchmal ist der Abstand recht groß, manchmal nur eine Wagenlänge. Entscheidend war, dass wir ganz für uns waren und somit bereits etwas nördlich von Rooiputs diese Cape-Fox-Sichtung in absoluter Einsamkeit geniessen konnten:

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Danach beobachteten wir eine dösende Verreaux’s Eagle-Owl, die von Drongos drangsaliert wurde. Uns ging es ähnlich wie anderen hier im Forum - ich weiß gar nicht, in welchem RB ich das gelesen habe, entweder Carstens, Stefanies oder Tanjas. 😗 Jedenfalls beobachteten wir beide die Eule. Ich bat Mike darum, etwas vorzufahren, damit das Geäst den Vogel nicht verdeckt. Er rangierte, verdeckte ihn dadurch aber noch mehr. Ich so: ????? Er so: !!!!! Bis wir feststellten, dass wir zwar beide eine Eule im Blick hatten - aber nicht dieselbe. Es gab zwei, jeweils in einem eigenen Baum.

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Beim Meklvlei Picnicplatz frühstückten wir dann. Hier hatten wir ein merkwürdiges, aber zutiefst menschliches Erlebnis. Ein Schock, nach so vielen Tagen in der Natur und Einsamkeit, wenn die eigenen Neurosen endlich verstummen. Unter anderem weil man vorübergehend von den Marotten anderer verschont bleibt…

Es war unser Nachbar in Polentswa, der knorrige alte Südafrikaner, den wir wegen seines Zweiradantrieb-Zeitlupen-Gekrieches durch den Tiefsand gen Wasserloch überholen mussten, um das gute Licht nicht gänzlich zu verpassen. Zwei Mal. Fand er nicht so gut. Er stand nun in Melkvlei neben dem Kameldornbaum auf der Ostseite des Platzes und fotografierte eine Spotted Eagle-Owl, die in einer Astgabel schlief. Mit dem Geldwert des Kamera-Klimbims, das er in einem beeindruckenden Kranz um sich herum (augenscheinlich zur Reinigung) gefächert hatte, könnte er locker ein mittelgroßes Haus anzahlen. (Oder sich für seine Botswana-Besuche eine Allradauto zulegen *hust*.) Wir blieben daneben stehen und nahmen die Eule ins Visier. Er erkannte uns sofort. Kritisch beäugte er uns. Vor allem mich. 😕

Vorhang auf.

Grantlhuber: Warum steigst Du nicht aus.
Ich (noch freundlich): Äh, hallo. Ich brauche die Autotür als Stativ. Wegen der Verschlusszeit. Diese Optik ist ziemlich schwer. Haha. Das wird sonst wackelig und dann hab ich ne Bewegungsunschärfe drin.
Granthuber (schaut grantig, sagt nichts): …

Ich denke, ich habe das Schlimmste überstanden und konzentriere mich aufs Fotografieren.

Grantlhuber: Welche Verschlusszeit hast Du.
Ich (jetzt auch ein bisschen grantig): 80.
Grantlhuber: 80???!!! Oh! Ohohoh… (schüttelt den Kopf)
Ich: Das ist ne recht günstige Optik, haha. Die kann nur Blende 5. Haha.
Grantlhuber: … (verschwindet wortlos in seinem Bulli, wahrscheinlich zum Nachrechnen)

Ich steige dann doch aus, weil ich sehe, dass ich meine Optik auf dem Braai-Gestänge abstützen kann.

Granthulber returns: Mach Deine Blende weiter auf.
Ich, die seit Beginn der Reise die Blende am Anschlag hat und die Verschlusszeit bei diesem Schummerlicht auf 80 reduzieren muss weil das Bild sonst pechschwarz wäre, zähneknirschend: Danke. Werde ich versuchen.

Grantlhuber lacht laut und schüttelt den Kopf. Murmelt irgendwas unverständliches und vergräbt sich wieder in seinem fahrenden Equipmentlager.

Vorhang zu.

Ok, im Nachhinein war das halb so wild. 😗 Grantler haben wir hier in München ja zu Genüge, zuhause finde ich das eher lustig. Ich fühlte mich hier aber nicht willkommen, nicht mal geduldet - und das ist bei einer Reise kein schönes Gefühl. Vor allem, wenn man das Reiseland derartig liebt.

Hier das (scharfe) Bild:

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Meine alberne Verunsicherung bzgl. meiner Einsteigerausstattung hab ich hier ja schon ausreichend breitgetreten - ich bin selber schuld, dass der Typ in so eine emotionale Kerbe hauen konnte. Ich regte mich noch bestimmt eine Stunde darüber auf. Mehr über mich selbst als über ihn. Erst die äußerst schwere Bestimmung von zwei Sand Grouse auf der Short Dune Road konnte mich ablenken.
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zuletzt bearbeitet 03. Mai 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201203. Mai 2019 · #90
Darauf folgte ein hübsches Bataleur-Paar:

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Dann fuhren wir zur gestern notierten Meerkat-Kolonie mit dem Mini-Nachwuchs. Und siehe da - es hat geklappt. Mama hatte ihren Rackern gerade einen Barking Gecko kredenzt. Die sieht man ja selten aus der Nähe.

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Servus Gecko!
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Themenstarter130 Beiträge · seit 201203. Mai 2019 · #91
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Dann kamen mehrere Durchgänge auf der Bee-Eater-Street.

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Und schon waren wir in Urikaruus. Wir mussten noch etwa eine halbe Stunde warten, bis unser Honeymoon Chalet fertig war. Die Zeit brachten wir mit einem kurzen Game Drive und der Begutachtung der dort ansässigen Barn Owl prima rum.

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(Tanja hat ein nahezu identisches Bild vom gleichen Vogel geschossen.) 😄

Und endlich ließ sich die Sonne blicken! Wir fuhren nicht mehr raus, sondern genossen Uri in vollen Zügen - es ist wirklich ein besonderer Ort.

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Stundenlang beobachteten wir einen Lanner Falcon bei der Taubenjagd am Wasserloch. Zwischendurch Wäsche waschen und duschen. Letzteres war abenteuerlich, da das Wasser entweder eiskalt oder siedend heiß aus der Leitung kam. Bibbernd und mit Verbrennungen ersten Grades machten wir uns dann ans Braaien. Steak und Salat und Maiskolben. Wir hatten diesmal seeeeehr langsam brennendes Holz erwischt. Erst am Ende dieser Reise haben wir endlich kapiert, dass es verschiedene Holzsorten zu kaufen gibt. So war bisher jede neue Packung eine Überraschung. Nächstes Mal schauen wir etwas genauer hin…

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Übrigens, ich habe gerade erst das Buch “Gebrauchsanweisung für Namibia” von Mikes Kollegen Dominik Prantl gelesen. Sehr empfehlenswert. Darin wird nicht nur dieses Forum als erstklassige Informationsquelle angepriesen, sondern auch erwähnt, dass das langsam brennende Holz wohl Kameldorn sei, und von den Afrikanern wegen der dadurch möglichen, extrem ausgedehnten Lagerfeuerabende geschätzt werde.
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zuletzt bearbeitet 03. Mai 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201203. Mai 2019 · #92
Bei Einbruch der Dunkelheit fing aus nächster Nähe ein Löwe an zu brüllen. Wir suchten das Gebüsch mit unseren Taschenlampen ab - unsere Nachbarn mit dem Scheinwerfer auch. Vollmond war auch noch. Trotzdem konnten wir ihn leider nicht finden. Aber hören, bis zum nächsten Vormittag. 😁

Nachts wurde es richtig zapfig. Mit den Wolldecken, die zur Grundausstattung des Chalets gehören, war das aber kein Problem. Endlich Urikaruus! Wir freuten uns sehr auf die kommenden Tage, auch wenn unsere Reise langsam auf das Ende zuging.

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zuletzt bearbeitet 03. Mai 2019
778 Beiträge · seit 200603. Mai 2019 · #93
Hi Katja,

das Foto vom Vollmond ist sehr schön!!! Und der arme Barking Gecko, den das Erdmannbaby erwischt hat - ich habe den ganzen Urlaub über immer wieder versucht, mal einen zu entdecken (also optisch und nicht nur akustisch) bin aber gescheitert 🙄

Ja, die Eule in Uri haben wir auch so gesehen. Das mit den zwei unterschiedlichen war, so glaube ich mich zu erinnern, in Carstens Bericht.

Es macht so viel Freude, bei deinem Bericht dabei zu sein.
Ganz viele Grüße von Tanja
Themenstarter130 Beiträge · seit 201218. Mai 2019 · #95
@felix__w

Danke für die genaue Beschreibung der Mabua-Campsites! Gut zu wissen.

Ich habe eine zwiespältige Einstellung zur fehlenden Scheu der dortigen Tiere - es ist schon was ganz Besonderes, so einen Schakal (oder gar etwas größeres mit längeren Zähnen) aus nächster Nähe in absoluter Einsamkeit zu sehen. Klar, das zieht auch uns an. Gleichzeitig beschleicht mich das Gefühl - bzw. die Befürchtung - dass es wegen genau dieses tropfenden Duschwassers und der daraus resultierenden zunehmenden Distanzlosigkeit von Mensch und Tier irgendwann zu einem tragischen Eklat kommen wird. Dann war's das vielleicht mit den Mabua Campsites... 😐

Ich habe auch schon öfter gehört, dass dort Tiere absichtlich zugefüttert werden. Das ärgert mich wahnsinnig. Und jagt mir auch einen Heidenrespekt ein... Das kann nicht gut gehen...
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zuletzt bearbeitet 18. Mai 2019
1'942 Beiträge · seit 201118. Mai 2019 · #96
Soooooo schöne Bilder.
Und auch tolle Beschreibung.
Ich halt's fast nicht aus vor lauter Sehnsucht.
Danke.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Themenstarter130 Beiträge · seit 201218. Mai 2019 · #97
@solitaire

Sehr sehr gerne! (Die Frage bleibt ja offen, ob derartiges Fernweh jetzt was Schönes oder was Schlimmes ist... )

Wie dem auch sei, gleich gibt's Nachschub. 😎
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zuletzt bearbeitet 18. Mai 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201218. Mai 2019 · #98
Mittwoch, 24.10.18
2. Nacht Urikaruus


Jetzt kommt ein Eintrag in unserer (kurz vor dem Rückflug hastig aufgeschriebenen) Reiseretrospektive, die mich völlig verwirrt. Scheinbar soll es in dieser Nacht um kurz vor 5 einen Löwenpascha am Uri-Wasserloch gegeben haben. Unsere Nachbarn hätten fotografiert und wie wild geblitzt, das hätte uns aufgeweckt, wir hätten es sonst gar nicht bemerkt…. Ich kann mich nur leider an dieses Erlebnis überhaupt nicht erinnern. Nichts. Kein Bild im Kopf. Kann an der Schlaftrunkenheit gelegen haben, dass das nicht zwischengespeichert wurde. Oder vielleicht am voranschreitenden Alter (werde morgen immerhin 38). 😉 Ob es den Löwen nun gab oder nicht, überlasse ich Eurer Fantasie.

Sein mitteilungsbedürftiger Genosse, der die halbe Nacht durchgebrüllt hat, war jedenfalls wahrhaftig an Ort und Stelle. Bis in den Vormittag meldete er sich immer wieder zu Wort, blieb aber nach wie vor tief in den Büschen versteckt. Wir beschlossen, einen Schwung Wäsche zu waschen und etwas abzuwarten, falls er sich doch zeigen sollte. Doch irgendwann kam dann die Sonne raus… Am Wasserloch tote Hose… Der komplette Inhalt unseres Kleiderschranks flatterte tropfend im Wind… Und es wurde zunehmend fad…

Planänderung! Wir fuhren “nur mal kurz” auf ne schnelle Runde raus. Bisschen Abwechslung. Wir hatten nur eine Flasche Wasser dabei, keinen Sonnencreme, nichts zu essen, nur eine Kameraoptik (aber zum Glück eine zweite Speicherkarte). Eieiei, Anfängerfehler. Ihr merkt schon, wohin das führt.

Viel gab es zunächst nicht zu sehen. Abgesehen von diesem Kollegen, der genau unseren Humor traf...

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... und einer Löffelhundfamilie, die wir leider aus Versehen beim Vorbeifahren verscheuchten. Das muss die Insassen des dort geparkten Autokorsos ziemlich genervt haben. Dann wieder nix. Kurze Pause in Kamqua, danach wollten wir zurück ins Camp. Auf dem Rückweg von der Toilette lief Mike an einem Kanadier vorbei, mit dem wir uns auf der Pad schon mal ausgetauscht hatten. Im Vorbeigehen sagte der Kollege nur kurz und knapp: “Cheetahs at Montrose”.

Also nix wie hin. Ich noch in der langen Merinostrumpfhose, die morgens noch Sinn gemacht hatte - aber mir jetzt bei Temperaturen, die in Deutschland rekordverdächtig wären, ziemlich auf den Senkel ging. Wasser fast leer getrunken, mit Loch im Bauch. Von wegen allzeit bereit. Mei, selbst schuld, da mussten wir jetzt durch.

Kurz hinter Montrose entdeckten wir sie auf der anderen Seite des Flussbettes: Die Cheetah-Mutter, die wir bereits ein paar Tage zuvor beobachten durften - wahrscheinlich Hanri? oder Hanris Schwester? - und ihre zwei Cubs.

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Sie hielt offensichtlich nach Wild Ausschau und wanderte die Düne mal hoch, mal runter, verschwand kurz dahinter, erschien einige Meter weiter südlich wieder, legte sich unter einen Baum, scannte unerlässlich den Horizont.

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zuletzt bearbeitet 26. Mai 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201218. Mai 2019 · #99
Dann entdeckte sie talabwärts plötzlich etwas und ging in den Pirschmodus über.

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Wir konnten dort nichts erkennen, auch nicht mit dem Fernglas. Ihre Augen waren jedoch ganz klar auf einen einzelnen Punkt fixiert. Langsam schlich sie Richtung Beute, wechselte dann in diesem unverkennbaren, geduckten Gang einer Katze-auf-Killerkurs die Uferseite. Und landete damit direkt vor unserer Nase.

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Dort versteckte sie sich hinter einem dicken Ast. Die beiden Cubs hinter ihr. Inzwischen konnte wir in weeeeeiter Ferne einen einzelnen, durch das Hitzeflimmern verzerrten Springbok erkennen. Er hielt sich lange am Batulama-Wasserloch auf, wahrscheinlich, weil es dort einen Salt Lick gibt. Hanri hatte sich inzwischen sogar wieder aufgesetzt und wartete geduldig darauf, dass es weiterging. Nach einer gefühlten Ewigkeit brach der Bock dann auf und trottete weiter, Richtung Cheetah. Aber er war sehr vorsichtig. Wir dachten, vielleicht haben die Beutetiere inzwischen gelernt, dass ein Dutzend weiße Autos die Anwesenheit eines Raubtiers bedeutet…? Man weiß es nicht. 😉

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Es war also eine Art High-Noon-Situation. Der Springbok tappte langsam aber sicher in die Falle. Die Kulisse: Hinten durch die Düne klar begrenzt, nach links und rechts das bis ins Unendliche offene Flussbett. Wo sollten wir uns positionieren? Bei Hanri standen inzwischen wirklich viele Autos, einige davon mit Anhänger - denen gelang das Rangieren nicht so gut, sie blockierten sich laufend gegenseitig. Entweder aus Selbstsucht oder Ahnungslosigkeit. Richtung Springbok waren deutlich weniger Autos, darunter auch die Fotografin, die uns vor ein paar Tagen auf den Meerkat-Bau mit den Jungen aufmerksam gemacht hatte. Vielleicht wusste sie aus Erfahrung, dass die Antilope in die entgegengesetzte Richtung fliehen würde - also weg von der Katze statt an ihr vorbei - und ihr damit direkt vor die Linse? Wir beschlossen genau in der Mitte zwischen Raubkatze und Beutetier stehen zu bleiben. Das war eine sehr gute Entscheidung.

Wir warteten. Und warteten. Motor aus. Klima aus. Strumpfhose zu dick. Alles heiß. Schweißhände. Ich legte die Kamera ab - die Jagd wollte ich live erleben, nicht durch den Sucher. Hanri und die Cubs hatten sich inzwischen wieder unsichtbar gemacht. Schritt für Schritt näherte sich der Springbok der Gepardenfamilie. Blieb immer wieder stehen. Ging dann langsam weiter. Blieb stehen. Ging weiter. Und PENG - da schoß Hanri aus dem Gebüsch hervor! Zeitgleich machte der Springbok eine 180-Grad-Drehung und sprintete mit gigantischen Sätzen davon. Unfassbar, wie schnell dieses Tier war. Die lang gestreckten, schlanken Beine katapultierten ihn derartig durchs Flusstal, dass ich seine Geschwindigkeit nicht wirklich verarbeiten konnte. Aber die Katze - unglaublich, unfassbar, ich bekomme immer noch Gänsehaut - war schneller. Viel schneller. Da wir genau mittig standen, konnten wir die Verfolgungsjagd direkt von der Seite beobachten und sehen, wie der Vorsprung der davon zischenden Antilope mit konstanter, unaufhaltsamer, gruseliger Gewissheit auf nichts schrumpfte. Hanri war nach zwei, drei Atemzügen nur einen knappen Meter hinter dem Bock. Da lief er die steile Dünenwand hoch. Und sie brach die Jagd ab.

Wir waren fix und fertig. Plakativer kann eine Demonstration der Schnelligkeit dieser Tiere nicht sein. Ich kann es immer noch nicht ganz fassen - es wirkte fast wie ein Spezialeffekt beim Film. Ebenso plakativ war, dass Hanri die Geschwindigkeit nur kurz halten und ihr Limit nicht mal um einen einzigen Meter überschreiten konnte. Denn am Ende haben nur ca. 50 cm gefehlt, um sich und ihren beiden Jungen eine stattliche Mahlzeit zu bescheren. Sie ging leer aus. Wir definitiv nicht.

Nach dem Spektakel legte sie sich gemächlich in den Schatten eines Baumes mit ihren Cubs. Der Springbok stand zitternd weit hinter Batulama und schnaubte laute Warnrufe Richtung Norden. Wir kehrten verschwitzt, durstig, hungrig und überglücklich nach Urikaruus zurück.
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zuletzt bearbeitet 26. Mai 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201218. Mai 2019 · #100
Im Camp beobachteten wir noch im Gegenlicht den bereits bekannten Lannerfalken bei der Taubenjagd am Wasserloch.

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Ich versuchte bestimmt eine Stunde lang, ihn im Sturzflug einzufangen - gab dann irgendwann auf, weil er mir immer wieder aus dem Bild zischte. Und außerdem ging er jedes Mal leer aus. Als ich die Kamera endlich mühselig gereinigt und verpackt hatte, machte es hinter mir plötzlich “PAFF!”. 🙄 Ich blickte mich um und sah den Falken mit einer dicken Taube in den Fängen davon schwingen. Eine breite Federwolke regnete langsam auf das Wasserloch hinab.

An diesem, unserem letzten vollen Tag im Park begriffen wir damit ein für alle mal: Timing ist hier alles.
Do no harm, but take no shit. 1996: Maasai Mara * 2012: Etosha * 2015: Kruger * 2018: KTP * 2019: Namibia Rundreise * 2021 Uganda Rundreise Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
zuletzt bearbeitet 18. Mai 2019