Wahrscheinlich können wir mit unserer recht knackigen Wildlife-Puristen-Tour, die ausschließlich von Upington einmal durch den KTP und zurück führte, nicht so viele neue, wertvolle Infos beitragen. Trotzdem setze ich mich nun auch an die Tastatur. Eure Reiseberichte haben mir die lange Afrika-Abstinenz erträglich gemacht, und ich will versuchen, etwas an diese Gemeinschaft zurück zu geben. Und wenn’s nur ein Update zur Funktionstüchtigkeit der Pumpe am Lijersdraai Wasserloch ist! 😉 (PS: funzt nicht.)
Ein paar Highlights vorab:
Wir – das sind Mike (Journalist, 39 Jahre alt) und ich, Katja (TV-Redakteurin, 37 Jahre).
Kleiner Disclaimer vorab: Deutsch ist nicht meine Muttersprache, ich bin in den USA aufgewachsen. Und obwohl ich schon seit 14 Jahren in München wohne, stehe ich immer noch mit der deutschen Grammatik auf Kriegsfuß. 😗 Das färbt nicht nur meinen Schreibstil, sondern ein wenig, denke ich, auch meine Wahrnehmung der Erlebnisse in Afrika. Und die Benennung sämtlicher Tiere und Pflanzen sowieso, für die mir die deutschen Nachschlagewerke fehlen (und zum Googlen der deutschen Namen fehlt mir die Geduld 😄 ). Wir haben eine fast dreijährige Tochter namens Sophie, sowie einen zehnjährigen Labrador namens Oskar. Die beiden sind zuhause geblieben, in der Obhut meiner Eltern. Oma und Opa wussten, wie wichtig diese Reise für mich war, und sind deshalb extra 12 Tage in unsere Wohnung gezogen, damit die Sophie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben kann. Und ich vor lauter Sorge um das seelische Wohl der Kleinen nicht den Verstand verliere. Dafür haben sie meinen immerwährenden Dank. Ein halbes Kilo Kudu-Biltong als Mitbringsel gab’s oben drauf.
Es war im März 2015 auf dem Satara-Campingplatz im Kruger, als ich das erste Mal vom KTP hörte. Ich war mit einer Holländerin ins Gespräch gekommen, die beim Abspülen am Becken neben mir stand. Sie reiste schon seit 30 Jahren durch das südliche Afrika (immer im Wohnmobil) und sagte mir – „Ja, es ist schon sehr schön hier, aber mein Herz habe ich an den KTP verloren. Da müsst Ihr hin. Glaub es mir einfach.“ Das hat sie mit einer solchen Überzeugung gesagt... das hat mich berührt. Somit stand unser nächstes Ziel fest.
Lange, lange haben wir uns auf diese Reise gefreut. Es sollte nach einer dreijährigen Pause das erste Wiedersehen mit Afrika sein. Eine turbulente Zeit lang hinter uns, mit vielen persönlichen, gesundheitlichen und beruflichen Rückschlägen. In Afrika konnten wir zum ersten mal seit Langem wieder richtig durchschnaufen. Es war also mehr als „nur“ ein Urlaub.
Hoch motiviert habe ich mich vor genau einem Jahr an die Buchungen gemacht. Ihr kennt den Kampf um die Wilderness Camps im KTP. Es war nicht leicht, aber mit ein bisschen Hartnäckigkeit ist es mir gelungen, folgende Route zu buchen:
SO, 14.10. – Abflug aus MUC MO, 15.10. – Ankunft mittags in Upington, Auto abholen & Einkauf, Fahrt zum KTP, Twee Rivieren Campsite DI, 16.10. – Nossob Premium Campsite MI, 17.10. – Polentswa Campsite DO, 18.10. – Polentswa Campsite FR, 19.10. – Bitterpan SA, 20.10. – Kalahari Tented Camp SO, 21.10. – Kalahari Tented Camp MO, 22.10. – Rooiputs Campsite DI, 23.10. – Urikaruus Honeymoon Chalet MI, 24.10. – Urikaruus Honeymoon Chalet DO, 25.10. – Fahrt nach Upington & Abgabe Auto, Abflug nach MUC am Abend FR, 26.10. – Ankunft MUC
Auto und Flug waren dagegen ein Klacks. 😄 Und dann begann das Warten...
Teil 207. Nov. 2018
Sonntag, 14.10. – Abflug München
... und plötzlich war das Warten vorbei.
Meine Nerven lagen schon ein bisschen blank. 😊 Wir waren noch nie so lange von unserer kleinen Tochter getrennt gewesen und wussten trotz der vielen Vorbereitungsarbeit und einigen Probeläufen nicht, wie sie darauf reagieren würde. Wir übergaben letzte Infos an meine Eltern, machten noch einen kleinen gemeinsamen Ausflug zum Burger-Schuppen um die Ecke, und dann hieß es schon „bye bye baby“.
Hat die Kleine übrigens gar nicht gejuckt, dass wir weg waren. 😗 😄
Abends um 21 Uhr ging unsere Maschine. Wir flogen mit SAA von München nach Johannesburg und dann weiter mit Airlink nach Upington.
Der erste Flieger war rammelvoll und die Nacht schlaflos. Wir hatten es verpasst, frühzeitig online einzuchecken (das kommt davon, wenn man so lange nicht reist, man vergisst die kleinen Kniffe) und bekamen deshalb zwei Sitze in der Mittelreihe. Für Mike konnte ich noch den allerletzten Gangplatz sichern, aber ich saß leider in der Mitte der Mitte. Dazu noch neben einer Dame, die ein wirklich gut riechendes Parfüm trug – womit sie sich aber leider wohl von Kopf bis Fuß benetzt hatte. Zehn Stunden lang hatte ich den Duft in der Nase. Selbst mein Abendessen schmeckte danach. 😵
Montag, 15.10. Ankunft in Upington, Auto & Einkauf, Fahrt in den Park, Twee Rivieren Campsite
Der Anschluss in JNB war chaotisch, die Wege im Flughafen ineffizient und nicht nachvollziehbar, die Immigration-Schlange endlos. Das kannten wir schon von JNB, und wir nahmen es locker. Dann hatte unser Airlink-Flieger noch eine Stunde Verspätung...
Völlig gerädert kamen wir gut eine Stunde später im hübschen, kleinen Flughafen in Upington an. Mike meinte, es würde wie ein Playmobil-Flughafen aussehen.
Von unserem Shuttle war keine Spur. War ja auch klar, warum sollte er eine Stunde rumwarten. Also Notfall-Info-Paket aus dem Rucksack gefischt, Handy angeschmissen und alle Nummern vom Autovermieter durchtelefoniert. Beim dritten Anruf ging der Eigentümer Pieter Nel endlich ran. Fünf Minuten später fuhr er schon vor.
Ein paar Sätze zum Auto: Unseren Hilux mit Dachzelt und Camping-Ausstattung mieteten wir bei Kalahari 4x4 Hire (nicht mit Kalahari Car Hire von Hubert Hester zu verwechseln). Pieter war sehr freundlich und kulant, die Kommunikation vorab lief schnell und reibungslos. Er empfahl, gleich nach unserer Ankunft einzukaufen und dann direkt ohne Pause in den 265 Kilometer entfernten Park zu fahren. Dementsprechend haben wir auch geplant und die Camps gebucht. Theoretisch ist das möglich – praktisch aber echt stressig. Das lag zum einen an unserer Verspätung, zum anderen an der unpraktischen Ausstattung des Wagens...
Wir haben noch nie eine derart unsinnig und windig eingerichtete Ladefläche erlebt. Riesige Zubehörkisten, die höher waren als breit – zu hoch, um sie unter der Canopy zu stapeln – nahmen irrsinnig viel Platz weg. Hätten wir die Dinger voll gemacht, wären wichtige Artikel unter einem Berg von anderen, minimal wichtigeren Artikeln verschüttet gewesen. Der Kühlschrank war zwanzig Zentimeter ins Wageninnere versetzt und fixiert, um Platz für die Batterie zu machen. Das führte dazu, dass man die unteren zwei Drittel des Kühlschranks nicht sehen konnte. Nur ertasten. Um das Problem zu beheben, wurde eine Fußleiter lose ins Heck geworfen, auf die man sich stellen sollte, um den Blickwinkel zu verbessern. 🤨 (Das Teil fixierten wir gleich zu Beginn mit mitgebrachten Kabelbindern auf dem Dach.) Mike schnitt sich beim Einräumen der Ladefläche zwei Mal die Hand blutig auf, weil irgendwo im Innenraum eine scharfe Kante blank lag. Wir konnten sie nicht finden und haben uns einfach angewöhnt, vorne rechts nur sehr bedacht ins Auto zu greifen. Eine der Monsterkisten war zu 80% mit Schaumpolster ausgekleidet, um vier Aluminiumteller und eine (?!) winzige Tasse zu beherbergen. Der Campingtisch war so wacklig, dass unsere Bierflaschen umgekippt sind, wenn man sein Steak darauf schnitt. Die Campingstühle derart verkeilt, dass man sie nur zu zweit mit vereinten Kräften zusammenklappen konnte. Das Dachzelt so verzogen, dass die Reißverschlüsse nicht ganz zugingen. Es wirkte alles so, als hätte der Pieter keine Ahnung, worauf es beim Camping eigentlich ankommt.
Ganz knapp haben wir es noch vor Gate Closing in den Park geschafft, um dann die ersten Stunden in Twee Rivieren – nach fast 24 Stunden Reisedauer völlig erschossen und immer noch ungeduscht – damit zu verbringen, das Auto ein- und umzusortieren. Und als wir dann den Reifendruck ablassen wollten, haben wir mit Schrecken festgestellt, dass wir die gesamte Teerstrecke von Upington nach Twee Rivieren mit nur 1,5 bar gefahren sind. Wären wir einigermaßen ausgeschlafen und stünden wir nicht so unter Zeitdruck, wäre uns das bei der Übergabe bestimmt aufgefallen. Also: Selbst wenn der Experte vor Ort etwas anderes behauptet, nehmt den weisen Rat des Forums an, nach Eurem Flug erst mal eine Nacht zu schlafen.
Davon abgesehen waren wir mit Kalahari 4x4 Hire aber einigermaßen zufrieden. Die Preise waren in Ordnung, und der Hilux hat einwandfrei funktioniert. Mit unserer zurecht-Macgyverten Ladefläche kamen wir schon klar. Und der Kühl-/Gefrierschrank hat trotz fehlender Stoffverkleidung auch bei 40 Grad unseren recht stattlichen Fleischvorrat nie antauen lassen.
Wir hatten eine Braai-Auswahl vorab per Email beim Upington Slaghuis bestellt. Metzger Eben – der übrigens der kleine Bruder unseres Autovermieters ist – vakuumiert und friert auf Wunsch seine Ware ein. Völlig unkompliziert. Das Fleisch war unschlagbar, besonders die Curry-Sosaties und Boerewors sind uns in Erinnerung geblieben. Auch das Skinless-Driedwors-Biltong war göttlich.
Der Einkauf in der Kalahari Mall war recht ereignislos. Es gibt dort alles, was man so braucht, inklusive eines scharfen Messers mit Klingenschutz für die Camping-Küche. Die Messer in der üblichen Camping-Ausstattung sind ja meist total stumpf... Normalerweise nehmen wir deshalb immer Mikes Laguiole mit. Diesmal sind wir aber nur mit Handgepäck angereist, also musste das gute Stück zuhause bleiben. Der Ersatz kostete aber nur ein paar Euro und wurde am Ende der Reise dem Wächter in Urikaruus geschenkt.
Der Shop in Twee Rivieren hat übrigens auch einen großen, tiefgekühlten Fleischvorrat vom Upington Slaghuis. Wir waren zwei Mal – jeweils an einem Montag – dort und konnten uns nicht vorstellen, dass denen jemals das Fleisch ausgehen könnte. Die Ablution Blocks waren quietschsauber. Wenn man große Camps nicht mag, sollte man dort aber eher wenig Zeit einplanen. Von „Rummel“ kann nicht wirklich die Rede sein, doch die Stimmung dort ist merklich anders als im Rest des Parks. Twee Rivieren gehört gefühlt mehr zur Zivilisation als zur einsamen Wildnis.
Als endlich alles sein Plätzchen gefunden hatte, wir frisch geduscht waren und per Satellitentelefon ein kurzes Lebenszeichen nach München geschickt hatten, waren wir viel zu müde, um noch zu kochen. Wir schlurften ins Restaurant, wo wir kurz vor Ladenschluss bei Neon-Licht ein Steak (Mike, der klug war; lecker) und ein Gemüse-Medley (Katja, die sich einbildete, noch ein paar Vitamine tanken zu müssen; so gar nicht lecker) verschlangen. Dann ab in die Federn.
Endlich konnten wir den Fokus von der Logistik aufs Wesentliche lenken: den KTP.
Teil 308. Nov. 2018
Dienstag, 16.10. Twee Rivieren – Nossob Premium Campsite
Die ganze Nacht habe ich gefroren, trotz langer Wollunterwäsche, Schal und Pulli. Nach der harten Nacht im Flieger rutschte die Schlafbilanz nun tief ins Minus... Völlig wurscht! Ich schälte mich gut gelaunt und voller Tatendrang um kurz vor fünf aus dem Schlafsack. Schnell den aus München mitgebrachten, in der Mokkakanne auf dem Gaskocher gezauberten Espresso reingestellt – unser einziger Luxus, wenn wir in Afrika sind (wobei ich das weniger als Luxus, sondern eher als lebensnotwendige Instandhaltungsmaßnahme bezeichnen würde 😗 ). Zähne geputzt, Optik aufgeschraubt und los ging’s. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie glücklich ich in diesem Moment war. Halleluja!
Unsere Route führte zuerst nach Auchterlonie und dann über die Short Dune Road ins Nossobtal. Den Abstecher kann man sich locker erlauben, wir sind sehr langsam gefahren und waren trotzdem am frühen Nachmittag in Nossob.
Der erste Eindruck vom Park, kurz vor Samevloeiing: Ist das etwa Nebel? Das kann doch nicht Staub sein?!
Doch, das ist Staub. Dementsprechend war ich froh, einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu haben, um mein Kameraequipment zu schützen. Jede Optik steckte, wenn sie nicht in Gebrauch war, in einer eigenen Neopren-Socke. Mein Kamerarucksack war vollkommen staubdicht. Der Blasebalg war immer griffbereit und kam dauernd zum Einsatz. Optikwechsel fanden immer in Windeseile und mit verschlossener Autotür statt. Fazit nach zehn Tagen paranoider Anti-Staub-Maloche: Nur die 600mm-Linse, die dauernd an der Kamera hing, muss nun zur Reinigung geschickt werden. 🤩
Zwischen Samevloeiing und Monro gibt es eine kurze Dünenstrecke, bevor man ins Auobtal gelangt. Wir kurvten durch die wogende Landschaft und genossen das goldene Licht. Ich sinnierte laut: „Wenn ich einen einzigen Wunsch für die nächste Woche ans Universum abgeben darf, würde ich gerne einen Löwen aus der Nähe sehen.“ Das war uns nämlich bei den letzten beiden Reisen nicht gelungen. Nicht eine einzige Großkatze. Es sei denn, gerade noch so durch das Fernglas schemenhaft im Hitzeflimmern zu erkennen. Mike sagte nichts, lächelte nur. Wir fuhren um die nächste Kurve und:
Unsere allererste Sichtung. Schon witzig.
Kurz vor Auchterlonie gab’s nochmal eine Zugabe.
Jaja, schon verstanden. Die hiesige Sichtungsfee hat Sinn für Humor. 🤨 🤩
Es lohnt sich, das kleine Museum in Auchterlonie zu besuchen. Viel gibt es dort nicht zu sehen, aber gerade das passt ja zum KTP. Karg, geradlinig, aufs Wesentliche reduziert. Und dabei nicht nur völlig ausreichend, sondern geradezu großzügig – vorausgesetzt, man interessiert sich für das, was er zu bieten hat. Also nicht nur die großen, bombastischen Sichtungen, sondern auch die vielen kleinen, subtilen Dinge, die in der sandgestrahlten, kahlgeblasenen Halbwüste der Kalahari eher zum Vorschein treten, als im satten Bushveld.
Allgemeiner Tip für alle Picnic-Spots: Etwas Wasser und Seife im Auto griffbereit haben. Oft funktionieren in den Ablutions weder die Klospülung noch der Wasserhahn am Waschbecken, vor allem je weiter nördlich man im Nossobtal ist.
Übrigens: Wenn’s doch mal schnell gehen muss, kann man auf allen Strecken bequem und sicher 50 km/h fahren. Mussten wir zum Glück aber nicht so oft machen.
Im Nossobtal haben wir den ersten Pale Chanting Goshawk gesehen, der im Laufe der Reise immer wieder schöne und spannende Sichtungen geboten hat. Er soll ja auch ein Wahrzeichen des Parks sein.
Teil 408. Nov. 2018
Freundliche Pad-Genossen bleiben öfter stehen und geben Tipps, wann sie wo was gesehen haben. Den Gefallen sollte man erwidern. Das hat uns oft zu unvergleichlichen Sichtungen verholfen, insbesondere bei den Eulen, die wir irgendwie nie aus eigener Kraft finden können.
Es lohnt sich, etwas Zeit an einem Sociable Weavers Nest zu verbringen. Es gibt einige in großen Kameldornbäumen, die direkt neben der Straße stehen. Die kleinen Vögelchen sind unentwegt am Ratschen und Basteln und Streiten. Sehr spannend.
In Nossob angekommen, machten uns mit unserer Premium Campsite vertraut. Ein bisschen Wäsche waschen, ein kurzer Mittagssnack, und schon ging es wieder los auf Game Drive.
Wir saßen länger bei Marie se draai beobachteten eine Black-backed Jackal Familie. Die scheinen dort unter einem umgefallenen Kameldornbaum ihren Bau zu haben.
Neben uns stand ein Mitglied der Facebook-Gruppe Kgalagadi Sightings, mit entsprechender 20.000-Euro-Optik. Schon erstaunlich, wie viele Menschen im KTP mit Kamerabesteck im Wert eines Kleinwagens herumfahren. Bin schon ein bisschen neidisch, zugegeben. 😊 Aber wer kann, der kann! Man bekommt mit einem Hobby-Kit auch vernünftige Fotos hin, das reicht mir allemal – das übriggebliebene Geld stecke ich lieber in die nächste Reise. 🙂
Auf der Rückfahrt ins Camp blieben wir beide bei Rooikop stehen, um noch einen Pale Chanting Goshawk mit Riss im allerletzten Licht einzufangen.
Zu den Premium Campsites in Nossob: Es ist schon ganz nett, eine eigene Dusche und Toilette zu haben – beim nächsten Mal würde ich aber eine normale Campsite buchen. Die gemeinschaftlichen Ablution Blocks sind derart sauber und großzügig, dass man sich dort genauso wohl fühlt. Unsere Campsite lag außerdem eingekeilt zwischen dem Zaun (an dem Abends nichts los war) und einer kleinen Müllhalde. Würde ich nicht nochmal buchen.
Nach dem Braai wollten wir noch kurz den Hide besuchen. Auf dem Weg dorthin ahnte ich, dass sich etwas am Zauntor bewegte, und schwenkte mit der Taschenlampe die Gegend ab. Tatsächlich. Ein Genet (Ginsterkatze)! Das kleine katzenähnliche Schleichtier mit dem geringelten Affenschwanz kraxelte gerade völlig ungeniert über das Tor, blickte uns kurz herausfordernd an und verschwand dann im Schatten der Büsche.
Am Hide saßen zwei Australier, die mit Baustrahlern die Gegend rund ums Wasserloch abgesucht haben. Wieder mit Profi-Ausrüstung. Wenigstens haben sie gefragt, ob es uns stört, wenn sie mit Blitz fotografieren – das fand ich schon zuvorkommend, haben wir schon anders erlebt.
Wir spazierten zurück zur Campsite und machten uns bettfertig. Plötzlich rumpelte es auf dem Dach der Ablutions – die Ginsterkatze war wieder zu Besuch. Sie kletterte über einen nahegelegenen Baum herunter und spazierte ganz lässig mit einem knappen Meter Abstand an mir vorbei. Es war zwar schön, sie zu sehen, machte uns aber trotzdem ein bisschen traurig. Offensichtlich verließ sie sich auf das Camp als Futterquelle... 😐
Teil 510. Nov. 2018
@Biggi Willkommen an Bord! Ist ja witzig, Du hattest sie auch? Toll! Das lässt hoffen, dass wir von den kommenden KTP-Reisen anderer Fomis regelmäßige Updates bekommen. Scheinbar ist sie nicht besonders schüchtern. 🙂
@Tanja Gern geschehen und danke für das Kompliment! Ich muss mal kurz einen kleinen Foto-Nerd-Exkurs machen... (Es brennt mir schon ein bisschen auf der Seele. Und wenn nicht in diesem Forum, wo dann?) Meine gesamtes Kit inklusive vier Optiken, Rucksack und diversem Kleinkram wie Akkus und CF-Karten hat "nur" rund 4.000 EUR gekostet. Das ist auch eine Menge Geld, die Ausrüstung wurde aber sorgsam ausgewählt und über einige Jahre langsam zusammengestellt. Von einer 800mm Festbrennweite, wie man sie im KTP an jeder Ecke sieht, kann ich nur träumen. 😄 Die leg ich mir auch sofort zu, wenn es mal möglich sein sollte. Ich komme mit meinem Kram aber eigentlich erst an meine Grenzen, wenn das Licht schwach wird oder es eine besonders anspruchsvolle Situation ist, wie ein Tier, das sich sehr schnell bewegt. Meine Optiken sind halt nicht so lichtstark, mei. Dazu gab's auch später auf der Reise noch ein witziges Erlebnis (naja, eher ärgerlich - witzig war's erst im Nachhinein mit ausreichendem Abstand). Bin nämlich mit einem vermeintlichen Foto-Profi aneinander gerappelt. Der war der Meinung, dass mein Kit irgendwie traurig und für den KTP unzureichend sei. Und Ahnung könnte ich ja sowieso keine haben, da jung und dazu auch noch eine Frau. 🤨 Ist aber eine längere Story, ich komme bald dazu.
AndreasG2523 schrieb: Und die Spotted Eagle Owl, was habe ich gekämpft um so eine überhaupt eine zu fotografieren und dann waren immer Zweige im Weg. *NEID*
Lieber Andreas, wir hatten auf dieser Reise wirklich sehr großes Sichtungsglück bei den Eulen! Zweige waren bei mir aber auch fast immer im Weg. 😄 Es hat nie wieder so gut geklappt wie bei der Spotted Eagle Owl am allerersten Tag. Und wir haben keine - wirklich gar keine! - der Eulen selbst gefunden, sondern wurden immer von freundlichen Pad-Genossen darauf hingewiesen. Die Tarnung ist irre gut, da braucht man schon ein geschultes Auge.
Southern White-Faced Owl
Verreaux's Eagle-Owl
Spotted Eagle-Owl
Western Barn Owl Dieses Exemplar schläft tagsüber unterm Urikaruus Honeymoon Chalet und beginnt im Flussbett zu jagen, sobald die Sonne unter geht. Die schaurig-schönen, geisterhaften Rufe habe ich immer noch im Ohr.
Juvenile Pearl-Spotted Owlet Ein Eulenpaar hat schon seit Längerem ein Nest im gleichen Baum bei Craig Lockhart, der von unserer Leopardendame frequentiert wird. Das Nest befindet sich an der Unterseite des Asts, der in süd-westliche Richtung hängt (der Ast, der zur Pad zeigt). Ziemlich genau da, wo er nach unten knickt. Wir haben die winzige Eule nur entdeckt, weil sie ziemlich viel Lärm macht, wenn sie gefüttert wird. 🙂 Obwohl Pearl-Spotted Owlets wohl öfter tagsüber gesehen werden, konnten wir sie nur am frühen Abend entdecken - daher die schlechte Bildqualität.
Teil 610. Nov. 2018
Mittwoch, 17.10. Nossob - Polentswa
Der zweite Tag im KTP brach an!
Um zehn vor sechs bildete sich schon eine große Schlange vor der Reception, alle wollten ihre Laufzettel holen und möglichst schnell auf die Pad. Einer nach dem anderen sprangen sie in ihre Autos und brachen Richtung Norden auf. Da wollten wir heute auch hin. 😣
Die Abfertigung ging recht schnell, und kurz nach sechs waren wir auch unterwegs. Im Gänsemarsch fuhren ein Dutzend Autos nach Cubitje Quap. Schnell stellte sich heraus, warum: Am Wasserloch lag ein prächtiges Löwenpaar, das sich in den letzten Tagen immer wieder gepaart hatte. Am Autoschwarm störten sie sich scheinbar nicht, auch wenn das ständige Rumrangieren die Stimmung komplett zerstörte. Das nahm fast Kruger-Hochsaison-Ausmaße an. 😐 Wir genossen die Sichtung nur kurz und zogen dann weiter, den Tieren zu liebe. Ein Auto weniger.
Etwas weiter nördlich begegneten wir wieder einem Pale Chanting Goshawk mit Taubenriss. Methodisch rupfte er seine Mahlzeit blank, es regnete Federn.
Teil 710. Nov. 2018
Zur Mittagspause kehrten wir nach Nossob zurück und machten im Schatten eines Kameldornbaums gemütlich Pause.
Dann versuchten wir wieder unser Glück in Cubitje Quap. Dort war nichts los. Die Löwen waren inzwischen eingeschlafen und lagen regungslos unter einem Busch.
Wir konnten ausgiebig einige Vogelschwärme beobachten, wie sie am Wasserloch landeten, um ein paar Schluck Wasser zu trinken und sofort wieder aufzuschrecken. Im rhythmischen Wechsel löschten drei verschiedene Spezies ihren Durst: Burchell’s Sandgrouse, Red-Headed Finch und die allgegenwärting Cape Turtle Doves.
Aus dem Norden näherte sich langsam eine Gnuherde. Von den „Flat Cats“, die wenige Meter entfernt unterm Busch lagen, hatten sie offensichtlich keine Ahnung. Die beiden Löwen witterten die Herde jedoch und waren plötzlich hellwach.
Ein Gnu lief der Herde voraus. Dann blieb er stehen... Wie versteinert starrte er in Richtung Löwen. Der Rest der Herde stoppte auch. Es kam zu einem Stand-Off. Eine gefühlte Ewigkeit standen die Gnus verunsichert im Flusstal, schnupperten und schielten talabwärts. Sie ahnten etwas...
Die Löwen waren inzwischen in den Pirschmodus übergegangen.
Wir saßen auch wie versteinert da und trauten uns kaum, miteinander zu sprechen. Dann bewegte sich Mr. Lion etwas ungeschickt und zack! Die ganze Gnuherde rannte davon. You win some, you lose some. 😄
Wir fuhren weiter nach Polentswa. Es sollte unsere erste Nacht auf einem uneingezäunten Campingplatz sein, und wir waren schon gespannt. Wir aßen sehr früh und lagen bei Dunkelheit schon im Zelt. Wir lauschten den Barking Geckos und freuten uns... Dann schallte plötzlich ein lautes Rattern über die Ebene. Unseren südafrikanischen Nachbarn hatten einen Generator dabei! Das kann doch nicht wahr sein!
Erst einige Tage später, als wir das Geräusch wieder in Urikaruus hörten und es plötzlich anfing, von mehreren Stellen gleichzeitig zu kommen, stellten wir fest, dass das kein Generator war... Sondern wohl eine Kröte? Ein Gecko? Eine unfassbar laute Grille? Wir wissen es bis heute nicht. 🤪
Es passierte nichts nennenswertes in dieser Nacht. Kein abendlicher Löwenbesuch, keine Hyäne, die an unseren Reifen knabberte. Das sollte uns recht sein! Wir waren eh - wie immer in Afrika - schon um 20 Uhr schläfrig. Ich las noch ein paar Seiten aus "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" von Henno Martin und dann knipsten wir das Licht aus.
Teil 816. Nov. 2018
Donnerstag, 18.10. 2. Nacht Polentswa
Um kurz vor fünf wachten wir beide auf. Mike, der Kaffeedienst hat, stieg zuerst aus dem Zelt. Er blieb an der Zeltklappe sitzen und rüttelte an meinem Bein. „Schau mal...“ Über uns erstreckte sich die Milchstraße. Ich war leider zu verschlafen (will heißen: faul), um ein Foto davon zu machen, also müsst Ihr mir jetzt einfach glauben, wie beeindruckend das aussah. Ein breites Band aus Sternenstaub zog sich über den Himmel – so groß und so klar, dass wir zunächst dachten, es sei eine riesige Wolke. Traumhaft schön.
Langsam ging die Sonne auf, und ich suchte die Campsite nach Spuren ab. Nachts hatten wir nichts gehört oder gesehen, abgesehen von einem Tree Skink, der auf unserem Zeltdach herumgekrabbelt war. (Zumindest vermuten wir, dass es ein Skink war.) Ich entdeckte folgende Abdrücke:
Nun bin ich ja ein blutiger Anfänger in Sachen Spuren lesen, aber die Tatzen hatten eindeutig zwei statt drei Wölbungen am unteren Rand, ganz deutliche Krallen, die hintere Pfote war kleiner als die vordere, die schmal war statt rund und ca. 60 mm lang (unser Spurenbestimmungsbuch hat ein praktisches Lineal auf der Rückseite). Also zu klein für eine Hyäne und zu groß für einen Schakal. Ich habe lang überlegt und geblättert und komme zu folgendem Ergebnis: Aardwolf! Was meint Ihr?
Wir brachen auf zum nahegelegenen Polentswa-Wasserloch, das angeblich früh morgens regelmäßig vom heimischen Löwenrudel besucht wird. Unsere Nachbarn, ein südafrikanisches Ehepaar mit Vorderradantrieb-Bully, fuhren fast gleichzeitig los. Sie waren knapp vor uns. Sie schlichen gaaanz vorsichtig mit 5 km/h durch die tiefe Sandspur, die von der Polentswa Campsite zur südafrikanischen Pad führt. Vermutlich, weil sie kein Allrad hatten. Es dauerte ewig. Das schöne Morgenlicht verschwand langsam aber sicher. Wir erreichten das Flussbett und die Strecke weitete sich, so dass wir vorsichtig und mit großem Abstand überholen konnten. Wir winkten noch freundlich und versuchten, möglichst wenig Staub aufzuwirbeln. Er schien es uns aber übel zu nehmen... Und dafür haben wir eine Woche später eine deutliche Abreibung kassiert. Erzähle ich, wenn es soweit ist.
Am Wasserloch war wenig los, aber das Zusammenspiel vom goldenen Licht und der Wüstenlandschaft war zauberhaft.
Im nördlichen Nossobtal ist der KTP karger und leerer. Es gibt weniger und niedrigere Dünen. Das weitet den Blick ein wenig, dadurch spürt man die Einsamkeit und die Stille etwas deutlicher.
In der Nähe von Lijersdraai gibt es ein riesiges Termitarium, das sich aber leider vom Auto aus schlecht fotografieren lässt.
Teil 916. Nov. 2018
Die Pumpe am dortigen Wasserloch (laut unserem Ratgeber ein „hotspot for leopards“) funktioniert derzeit nicht. Die Gegend war völlig leergefegt, von Wild keine Spur. Dafür ist der Picnic Spot sehr schön, mit recht verfressenen aber sehr unterhaltsamen Sociable Weavers und einigen Four-Striped Grass Mice.
Wir fuhren weiter nach Union’s End. In der Ferne konnten wir ein Straußenpaar mit einer Handvoll Küken beobachten. Am Himmel schwebte ein Raptor, bei dem ich lange mit der Bestimmung gehadert habe – finale Entscheidung: Juvenile Martial Eagle. Sicher bin ich mir aber nicht.
Es war leer und still. Und still. Und leer. Wenn man seine Ruhe haben will, ist man im Norden ganz gut dabei. Herrlich.
Wir fuhren zurück nach Polentswa, um schon am späten Nachmittag unser Braai zu veranstalten. Wir wollten bei Sonnenuntergang alles fertig aufgestellt und weggeräumt haben, damit wir schnell unseren Sundowner genießen und dann in die Schlafsäcke kriechen konnten, bevor es komplett dunkel wurde. Ihr seht, wir waren ein bisschen übervorsichtig. Es war halt das erste Mal so ganz ohne Zaun. Wir planen derzeit unsere übernächste Reise - es soll nach Mabuasehube gehen - ich denke, dann werden wir deutlich entspannter sein und in Ruhe nach Einbruch der Dunkelheit noch unser Feuer genießen.
Ich spannte meine quietschgrüne Hängematte auf (die mit ihrem wilden Geflatter bestimmt sämtliches Wild in einem fünf-Kilometer-Radius verscheuchte) und versuchte, im Schatten des Kameldornbaums der unsäglichen Hitze zu entkommen. Hat aber nicht geholfen.
Teil 1016. Nov. 2018
Erst eine kalte Dusche brachte da etwas Linderung – zumindest für eine Viertelstunde, bis Haare und Haut wieder trocken waren. Dann zauberten wir mit einer Schrumpelpaprika, einem verkrusteten Braai-Grid und viel zu harten Kartoffeln ein richtiges Festmahl. Ich weiß auch nicht, warum das Essen in Afrika immer besser schmeckt als zuhause.
Übrigens trägt Mike hier seine Schwimmhose, weil seine einzige andere Hose gleich am ersten Tag in zwei Hälften gerissen ist. 😄 😘
Eine Four-Striped Grass Mouse bediente sich an einem heruntergefallenen Stück Spinat. Ich mache mir immer noch Vorwürfe, dass wir die Maus damit theoretisch „zugefüttert“ haben, aber es ließ sich nicht verhindern – und am Ende habe ich die Situation eiskalt ausgenutzt, um ein paar Fotos zu knipsen.
Rund um den Campingplatz tummelten sich einige kleine, spannende Wüstenbewohner. Unser Tree Skink kam wieder zu Besuch, dazu entdeckte ich eine Ground Agama und einen Kalahari Scrub Robin.
Mit einem kalten Windhoek Lager in der Hand beobachteten wir, wie sich der Himmel von krachend bunt zu tiefblau und schließlich schwarz verwandelte. Erst rief ein Barking Gecko, dann zwei, dann plötzlich dutzende. (Ich stelle später noch eine Video davon auf YouTube und verlinke es hier - entschuldigt bitte den knirschenden Schärfering, meine Kamera ist nicht aufs Filmen ausgelegt... 😏 )
Als wir im Bett lagen, fingen die Löwen an zu brüllen. 🙂
Auch unsere zweite Nacht in Polentswa war ereignislos. Wie gewohnt, wachten wir um kurz vor 5 auf, Mike machte Kaffee, Katja packte zusammen, gemeinsam zurrten wir das Zelt fest und los ging's Richtung Wasserloch. Und genau wie am Vortag hingen wir knapp hinter unserem Nachbarn fest, der mit Vorderradantrieb in Zeitlupe durch den tiefen Sand kroch, um nicht stecken zu bleiben. Wir überholten ihn wieder mit viel Abstand, sobald sich die Pad weitete. Nur diesmal grüßte er nicht zurück. Eieiei. 😗
Am Polentswa Wasserloch angekommen, beobachteten wir lange einen Jackal bei der Taubenjagd. Nichts ließ er unversucht. Er wartete. Er hetzte. Er pirschte. Eine Niete nach der anderen. Einige Male trottete er abgeschlagen davon und verschwand ein gutes Stück entfernt im Dickicht. Die Tauben beruhigten sich wieder, die Schwärme wurden größer, die Pausen am Wasser länger. Und zack! War er wieder da, wie aus dem Nichts. Aber auch wieder erfolglos. Es war ein Krimi.
Teil 1302. Dez. 2018
Teil 1402. Dez. 2018
Am Nachmittag stand die Fahrt nach Bitterpan auf dem Plan. Wir brachen zeitig Richtung Süden auf, damit wir genug Zeit haben würden, um uns in Nossob zu sortieren, bevor war die dreistündige Dünenfahrt in Angriff nahmen. Unterwegs hingen wir ewig an einer Spur fest, die uns völlig verwirrt hat... Was konnte das bloß sein? Eindeutig mit Kralle, aber so groß und einförmig? Ziemlich peinlich, dass wir so lange auf dem Schlauch standen. Es war natürlich ein Strauß (was sonst 😄 ) Ich schieb's mal auf die Hitze.
Weiter ging's. Wir waren völlig in einer Diskussion zu Brexit vertieft, haben beide nicht groß auf unsere Umgebung geachtet. Da fuhren wir um eine sanfte Rechtskurve und mir stockte der Atem. Ich kreischte (ja, auch das ist mir peinlich) und krächzte: Caracal! Da war sie, die elegante Katze, sehr schlank (vielleicht sogar etwas abgemagert?) und seelenruhig, keine zwei Meter von unserem Auto entfernt, auf der linken Straßenseite. Sie trabte zur Pad hinab, kreuzte direkt vor unserem Auto, legte sich für einen Augenblick in den Schatten und schaute gelangweilt in unsere Richtung, bevor sie wieder aufstand und in den schütteren Büschen verschwand. Wie ein Geist. Aus dem Nichts erschienen und nach wenigen Momenten wieder in Luft aufgelöst. Wenn wir die Fotos nicht hätten, würde ich zweifeln, dass wir sie überhaupt gesehen haben... Ein kurzes aber eindringliches Erlebnis.
Bei Cubitje Quap sprachen wir kurz mit einem älteren Paar. Sie fragten uns, ob wir denn von irgendwelchen Sichtungen berichten könnten - das mussten wir leider verneinen, denn unser Caracal war ja schon über alle Berge. Das Löwenpaar, erzählten sie uns, war auf der anderen Seite des Riviers und leider so weit weg - sie hätten sie aber trotzdem lange beobachtet. Den beiden stand die Tierliebe deutlich ins Gesicht geschrieben, und sie waren sichtlich betrübt, einen unergiebigen Vormittag gehabt zu haben. Wir wünschten ihnen Glück und fuhren weiter Richtung Nossob. Aber nur 200 Meter. Denn da kam uns jemand entgegen.
Teil 1502. Dez. 2018
Wir kehrten um und folgten der Löwin zurück zum Wasserloch. Unsere beiden abgeschlagenen Pad-Genossen waren komplett aus dem Häuschen - der Mann hinterm Steuer reckte den Daumen in die Luft und grinste breit. Wie schön! So schnell kann sich hier das Glück wenden.
Die Löwendame löschte kurz ihren Durst - es waren inzwischen schon wieder an die 40 Grad. Plötzlich riss sie den Kopf hoch und stierte Richtung Flusstal. Sie witterte offensichtlich das Löwenpaar. Sie sprang auf, trabte davon und schaute sich dabei immer wieder über die Schulter.
Die Mittagspause in Nossob war wieder sehr entspannt. Wir spülten unser ganzes Geschirr, hoben uns die Wäsche aber für Bitterpan auf. Ein Crimson-Breasted Shrike suchte rund um unseren Stellplatz nach einem Snack, und wir wunderten uns über seinen Ruf, der wie ein altes Atari-Computerspiel klingt. Der 8bit-Vogel, ich liebe ihn.
Und schon ging's los nach Bitterpan!
Teil 1602. Dez. 2018
Man sagt ja, die Fahrt nach Bitterpan sei wie eine Achterbahn. Wir haben das schon ernst genommen - ist auch besser so, so ganz ohne Tiefsanderfahrung - und bereiteten uns gründlich auf die Fahrt vor. Dennoch waren wir überrascht, wie treffend diese Beschreibung ist. Wer sich auf den ersten Teil der Fahrt, wo die Pad quer über die Dünen führt, nicht irgendwie im Auto festkrallt, befindet sich dauerhaft im abrupten Wechsel zwischen Schwerelosigkeit und Schleudergang. Wir fanden das fantastisch, ein bisschen nervenaufreibend und nach etwa einer Stunde auch ziemlich ermüdend. Aber es lohnt sich. Nicht nur wegen des zauberhaften Chalets am Ende der Reise, sondern auch wegen der zwei Wasserlöcher unterwegs. Absolute Einsamkeit und flirrende Hitze - das hat was.
Tipps für Tiefsandnovizen von Mike, der (wie immer) gefahren ist:
- Gepäck gut verstauen. Am besten alles so einzwicken, dass wenn wirklich eine Halterung reißt, es trotzdem nicht verrutschen kann. Das hat unsere Kühlschrankbatterie gerettet.
- Auch in den Kisten schauen, dass nichts groß rumfliegen kann. Wir haben auf der Fahrt leider einen Plastik-Teller geschrottet. 🙄
- "Momentum is everything, gravity is your friend." Bergauf schnell fahren. Wenn man stecken bleibt und bergauf steht, am besten versuchen, rückwärts rauszukommen. Immer der Schwerkraft folgen.
- Nie scharf bremsen, weil sich dann die Reifen in den Sand eingraben. Das wäre uns auf einer Dünenkuppe fast zum Verhängnis geworden. Ich schrie "Stopp" weil ich ein Panorama-Foto machen wollte und Mike war so nett, meiner Anweisung Folge zu leisten. 😊
Die Chalets liegen am Rande einer recht großen Salzpfanne. Irgendwie magisch, dieser Ort. Ohne jetzt allzu esoterisch zu klingen... Bitterpan hat eine ganz eigene "Energie".
Der kleine schwarze Punkt in der Mitte ist ein Strauß. 🤩
Wir fanden dort das schönste, sauberste, gepflegteste Zimmer auf unserer Reise vor. Das konnte mit so manch einer Luxusbude mithalten. Leider gibt es nachmittags keine gute Möglichkeit, der Hitze zu entfliehen - die Terrassen stehen in der prallen Sonne. Man kann sich höchstens in das eigene Zimmer setzen (ohne Blick auf die Pfanne) oder in die große Gemeinschaftsküche.
Man sollte darauf vorbereitet sein, dass der Abend gesellig mit den Bewohnern der übrigen drei Chalets an einem gemeinsamen Braai-Feuer endet. Hier kocht und isst man zusammen. Wer da nicht mitmacht, gilt als seltsamer Eigenbrötler. Kann einem eigentlich auch Wurscht sein - wir haben uns aber zum Meet & Greet breitschlagen lassen und verbrachten einen lustigen und lehrreichen Abend mit drei südafrikanischen Paaren, die alle rund 20 Jahre älter waren als wir. Der Austausch hat gut getan und Spaß gemacht. Trotzdem reicht uns ein solcher Abend pro Reise, zumal es ja unsere Flitterwochen waren.
Das Allerbeste am gemeinsamen Abend mit den Südafrikanern: Ein Paar schenkte uns ihr Glas "Zwiebeln in Mayo" (von den Upingtoner Firma Kalahari Dried Fruit, gibt's in den Shops im Park zu kaufen). Wir wären niemals selbst darauf gekommen, diesen blassgelben Schlatz zu kaufen. Aber ich glaube, es wird bei der nächsten Reise das erste Teil sein, das im Einkaufswagen landet. Kurz gefolgt von der "Tomato Chili Jam" vom gleichen Hersteller. Der Wahnsinn.
Kaum vergehen vier Monate, schon geht's weiter mit dem RB.... 😣 Entschuldigt bitte die lange Pause, die Arbeit hat mich mit Haut und Haaren verschluckt. Es fehlte einfach die Zeit. Jetzt lichtet sich der Auftragsurwald etwas, also weiter geht's!
Kurz nach Sonnenaufgang schlenderten wir mit einem Käffchen in der Hand auf unsere Terrasse. Kevin und Hedi, unsere südafrikanischen Nachbarn zur linken Seite, waren auch schon auf den Beinen und beobachtete ein gepunktetes Etwas in der Salzpfanne. Selbst mit Fernglas war es nicht möglich, zu erkennen, ob es sich um einen Geparden oder einen Leoparden handelte. Erst ein 600mm-Supertele-Foto mit vielfachem digitalem Zoom klärte dann die Frage. Cheetah. 🤩
Kurz darauf packten wir unser Zeug zusammen und gaben unserem Ranger (Willem? Ich kann mich leider nicht an seinen Namen erinnern... 😊 ) ein Trinkgeld. Kevin empfahl 200 Rand - das kam uns zwar im ersten Moment ein bisschen steil vor, wir waren aber schwer beeindruckt vom tollen Zustand des Camps und haben es gerne gezahlt. Willem (?) bat uns, drei riesige Pakete Schmutzwäsche mitzunehmen, die er jeweils in ein Bettlaken zusammengebunden hatte, und in Mata Mata an der Rezeption abzugeben. Und dann brachen wir Richtung Craig Lockhart auf. Kevin fragte, ob wir zusammen fahren könnten - er hatte gehört, dass die Strecke westlich von Bitterpan viele extreme Steigungen hätte und befürchtete, alleine im Sand stecken zu bleiben. Also fuhren wir "Kolonne", er voraus, mit etwa 15 Minuten Abstand. Er versprach, am Ende der Dünenstraße, also am Craig Lockhart Wasserloch, auf uns zu warten und Alarm zu schlagen, wenn wir nicht zeitig erscheinen sollten. Seine Befürchtungen waren aber unbegründet - die Strecke war erheblich leichter zu fahren als der Hinweg zu Bitterpan.
Unterwegs klaubten wir zwei Tsamma-Melonen auf, mit der Absicht, unseren mittlerweile recht kargen Vorrat an frischen Lebensmitteln aufzustocken. Wir schleppten sie bis ans Ende unserer Reise mit, brachten es aber nie fertig, sie aufzuschneiden. Ich wollte unbedingt wissen, wie sie schmecken. Es schien mir aber irgendwie verwerflich, den Tieren in dieser kargen Landschaft etwas "wegzuessen". Albern, weiß schon. Aber mei. 😗 Schlussendlich setzten wir sie in der Nähe von Urikaruus wieder aus.
Als wir in Craig Lockhart ankamen, standen bestimmt ein Dutzend Autos am Wasserloch. Ein kleiner Schock nach den zwei Tagen Einsamkeit in der Parkmitte. Aber da gibt es bestimmt was zu sehen, dachten wir, und fanden ein Plätzchen irgendwo im Pulk. Ein großer, breit gefächerter Kameldornbaum ragt über das Wasserloch und wir sahen, dass die anderen das Geäst begutachteten. Und dann entdeckten wir es: Ein Springbok war hübsch über einen der dicken Äste drapiert. Der Riss sah sehr frisch aus - es musste also ein Leopard in der Nähe sein! Sofort stand fest: Wir warten hier, solange es geht. Und machten es uns gemütlich.
Kurz darauf entdeckten wir auch Kevin und Hedi, die ebenfalls in die Baumkrone lugten, und sagten hallo. Hedi fragte, ob wir ihn schon gesehen hätten. Ich: "Ja klar! Den Riss! Irgendwo wird wohl ein Leo sein." Sie lachte und meinte nein, ob wir den Leoparden schon gesehen hätten. Erschrocken stierten wir wieder Richtung Baum - tatsächlich, der Leo war die ganze Zeit da gewesen, direkt vor unserer Nase! Er machte in einer Astgabel ein Nickerchen und verschmolz derartig mit dem Schattenspiel der Blätter, dass wir komplett an ihm vorbeigeschaut haben, obwohl wir jeden Zweig abgesucht hatten. 🙄
Irgendwann wachte er auf und präsentierte sich auf einem breiten, niedrigen Ast direkt vor uns. Bei genauerem Hinsehen schien es sich um eine junge Leopardin zu handeln. Ich scannte meine mitgebrachten PDFs des Kgalagadi Leopard Project, konnte aber auf keinem der Fotos das Spot Pattern der kleinen Dame finden. Nach der Reise schickte ich einige Fotos der Leopardin an Matthew Schurch - der bestätigte, dass es sich um die junge Ikhaya handelt. Seitdem habe ich auf diversen online Plattformen immer und immer wieder aktuelle Fotos von ihr gesehen. Sie treibt sich nach wie vor gerne um Craig Lockhart herum und scheint Gefallen an den Paparazzi zu finden. 😉
Die nächsten drei Tage verließ sie kaum ihren Baum und knabberte gemütlich an ihrem Springbok, bis nur noch Fetzen übrig waren.
Mit vollen Speicherkarten und breitem Grinsen fuhren wir weiter nach Mata Mata, um die Wäsche von Bitterpan abzugeben. An der Rezeption sprach uns ein Gast an - eine freundliche ältere Dame. Sie wollte wissen, von wo wir kommen und wo wir nun hinreisen würden (das ist uns im KTP dauernd passiert). Wir zählten die Camps auf, die noch bevorstanden, unter anderem Urikaruus. Da seufzte sie glücklich und meinte, Letzteres wäre "very special". Auch das hörten wir auf der Reise mehrere Male. Übrigens wurde jedes Mal das Wort anders ausgesprochen - so wissen wir bis heute nicht, wie die korrekte Aussprache von "Urikaruus" ist. 🤨
Die Auswahl im Shop in Mata Mata war nicht schlecht, da kann man sich auf jeden Fall mit dem Nötigsten eindecken. Es gab auch einen begehbaren Kühlschrank - der aber leider gar nicht gekühlt hat. 😄 In Mata Mata gibt es nur einen winzigen Stellplatz für Tagesgäste, der nicht wirklich zum längeren Verweilen einlädt, also pressten wir uns ein schnell gebasteltes Käsesandwich auf dem Parkplatz vor dem Shop rein und fuhren direkt wieder auf Game Drive. Die Ausbeute: Zwei schlafende Löwen (inzwischen, kaum zu fassen, fast ein alter Hut 😗 ), einen hübschen Hoopoe auf der Jagd - und dann sind wir wieder Kevin und Hedi begegnet, die von einem Cheetah-Riss kurz vor dem Urikaruus Wasserloch erzählten. Der war schnell gefunden. Nur war er so weit weg, dass man nichts erkennen konnte. Die Cheetah-Dame sollte uns in den kommenden Tagen aber noch öfter begegnen...
Wir machten auf dem Rückweg eine kleine Schleife bei einem Aussichtspunkt und fanden zwei Crowned-Lapwing-Eltern, jeweils mit einem Küken, die im schützenden Schatten standen.
Danach checkten wir im Kalahari Tented Camp ein. Wir waren froh, zwei Nächte an einem Ort zu bleiben, ohne unser Camp auf- und abbauen zu müssen. Es ging bei den Buchungen diesmal nicht anders. Hoffentlich gelingt es uns bei unserer nächsten Reise in den KTP (Mai 2020), mehr zusammenhängende Buchung zu ergattern.
Das KTC ist ein kleines bisschen abgewohnt. Keineswegs heruntergekommen, aber im Vergleich zu den anderen Camps doch etwas in die Jahre gekommen. Soweit ich weiß, wurde es in den vergangenen Monaten nach und nach renoviert - auch während wir dort waren. Wir haben aber nichts von den Renovierungsarbeiten mitbekommen. Das größte Problem war der windige Gasheizer im Bad, den man austricksen musste, damit er heisses Wasser liefert. Tipp: Einmal aus- und wieder einschalten, dann klappt’s. Weitere Anmerkung: Es gab, wie in jedem Wilderness-Camp, keine Stromstecker. Laptop und Kameraakku wurden also im Auto geladen.
Ausnahmsweise hielten wir die Füße still und machten keinen abendlichen Game Drive. Das Wasserloch vom KTC ist zwar recht weit weg, war aber von unserem Chalet aus sehr gut einsehbar – wir hofften auf Tierbesuch, während wir unser Essen vorbereiteten. Der blieb aber leider aus. Dafür wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt, der aber leider durch die namibischen Funkmasten am Horizont gestört wurde – deshalb gibt es davon auch kein Bild. 😈
Wie bei jeder Afrikareise versuchte ich, in der Glut unseres Braai-Feuers kleine Semmeln zu backen. Komischerweise gelang mir das auf unserer allerersten Reise ausgesprochen gut – seitdem wird das Brot aber zunehmend teigiger und ist fast immer verbrannt. Da ich ziemlich stur bin und ja auch den Beweis habe, dass es gelingen kann (verdammt!), versuche ich es trotzdem immer wieder auf eigener Faust, anstatt einfach mal ein anständiges Roosterkoek-Rezept zu verinnerlichen. 😄
Dank der Zweibelmayo von unseren neuen Bitterpan-Freunden schmeckten die kleinen verkohlten Klumpen aber trotzdem einigermaßen gut. Das Fleisch war sowieso hervorragend und wir wurden satt. Wir beobachteten noch einen kleinen Bibron’s Gecko, der die Motten in unserer Küche jagte, und fielen dann zufrieden ins Bett.
Teil 1806. Apr. 2019
Hallo allerseits,
wow, mit so viel Zuspruch habe ich nicht gerechnet! Schon gar nicht nach so einer langen Pause. Ich freue mich, dass Ihr alle wieder mitlest. Es macht viel Freude, unsere Erfahrungen mit Menschen zu teilen, die die gleiche Leidenschaft und Sehnsucht in sich tragen. Das tut der Seele gut.
Wenn ich meinen Freunden hier in München von Afrika erzähle, kriegen die immer so einen glasigen Blick... Zugegeben, ich erzähle ziemlich oft davon. Und ungefragt. 😈
@Stefanie: Absolutes Anfängerglück war das. Wir wussten vor unserer Abreise nicht mal was von Ikhaya, sie ist uns buchstäblich in den Schoß gefallen. Dein traumhaftes Bild von Mbali habe ich schon erspäht und Deinen Reisebericht auf die To-Do-Liste für morgen gesetzt.
@Susi: Ja, Du hattest absolut recht! (An dieser Stelle ein Dankeschön an Konni für den Anstoß. Ohne ihren Hinweis hätte ich Dr. Schurch gar nicht anschrieben.) Er sagte auch, dass Ikhaya auf den Fotos sehr gesund aussehen würde und sich in ihrer neuen Heimat wohl gut eingelebt hätte. Ich packe in die nächste Etappe ein paar extra Ikhaya-Fotos für Dich rein.
@Tanja: Hallo meine plattformübergreifende Safari-Freundin! Ja, das Warten ist immer übel… Als Gegengift male ich mir schon hochtrabende Pläne für die Rente aus, mit jährlich mehreren Monaten Aufenthalt im südlichen Afrika. 😄 Wegen der langen Zwangs-Forums-Pause habe ich Deinen Reisebericht noch gar nicht gesehen, der kommt auch auf die Shortlist. So fällt das Warten leichter!
@Sascha: Schön, dass Du dabei bist! Ikhaya war schon ein großes Geschenk unserer Sichtungsfee - aber nicht der Höhepunkt der Reise. Kommt noch!
Wie in Bitterpan einen Tag zuvor entdeckten wir bei der ersten Tasse Kaffee im Morgengrauen einen Cheetah am Camp-Wasserloch. Diesmal war er mit dem bloßen Auge zu erkennen. Unübersehbar war auch die Reaktion der Gnus, die die Nacht in der Nähe des Wasserlochs verbracht hatten. Sie schnaubten und schimpften und avancierten sogar mit geschlossener Front, so dass der Gepard sich kaum traute, etwas zu trinken. Wir schauten uns das Schauspiel nur kurz an, denn wir wollten so früh wie möglich das Camp verlassen, um Ikaya zu besuchen. Das KTC liegt circa drei Kilometer näher an Craig Lockhart als Mata Mata. Das bedeutet rund vier Minuten Vorsprung gegenüber der endlos langen Auto-Karavane aus dem Hauptcamp. Aber nur, wenn man pünktlich losfährt. Wir statteten also Ikhaya einen Besuch ab - sie nagte noch genüsslich an ihrem Springbok - und zogen weiter, sobald der Ansturm aus Mata Mata eintraf. Das nahm schon wieder Kruger-Ausmaße an. Bei der tollen und frei zugänglichen Sichtung aber auch nicht verwunderlich.
Teil 1906. Apr. 2019
Kleiner Ikhaya-Zuschlag für Susi:
Teil 2006. Apr. 2019
Am 14th Borehole entdeckten wir eine Löwin. Sie schlenderte die weit entfernte Düne herab. Und versteinerte plötzlich. Sie stierte Richtung Westen. Dann nahm sie die Pfoten in die Hand und galoppierte in die entgegengesetzte Richtung davon. Was um Himmels willen hat sie so verschreckt? Wir suchten die gesamte Düne ab, konnte aber nichts sehen. Bis sie sich einer nach dem anderen aus dem Gestrüpp herausschälten und in die flache Ebene spazierten….
Suchbild: Findet das Rudel! 😉
Wir zählten fünf subadulte Männchen, ein junges Weibchen und nur zwei ausgewachsene Löwinnen.
Dann zogen wir weiter Richtung Urikaruus. Der Cheetah-Riss vom Vortag war fast verschwunden. Ein paar Schakale zankten sich noch um die Reste.