Biltong for Breakfast - 10 Tage im KTP

Reisebericht 115 Antworten · 20,8k Aufrufe · gestartet 06. Nov. 2018 von Rangu
Themenstarter130 Beiträge · seit 201207. Nov. 2018 · #21
@Susi
Mensch, sechs Wochen - dann steckst Du ja schon im Endspurt. Schön, dass Dir die Fotos gefallen! Genau, die Leopardin war bei Craig Lockhart... Schön, endlich ihren (wahrscheinlichen) Namen zu kennen. Wen ich Näheres von Matthew Schurch erfahren sollte, stelle ich die Infos hier rein.

@Sascha
Willkommen an Bord! Ich hab Deine Reiseberichte verschlungen, als ich vergangenen Frühling unsere Familientour durch Namibia für August 2019 geplant habe. Ich freu mich sehr, wenn ich Dir mit meinem RB eine kleine Gegenleistung geben kann. 🙂
Do no harm, but take no shit. 1996: Maasai Mara * 2012: Etosha * 2015: Kruger * 2018: KTP * 2019: Namibia Rundreise * 2021 Uganda Rundreise Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
Themenstarter130 Beiträge · seit 201207. Nov. 2018 · #22
Sonntag, 14.10. – Abflug München

... und plötzlich war das Warten vorbei.

Meine Nerven lagen schon ein bisschen blank. 😊 Wir waren noch nie so lange von unserer kleinen Tochter getrennt gewesen und wussten trotz der vielen Vorbereitungsarbeit und einigen Probeläufen nicht, wie sie darauf reagieren würde. Wir übergaben letzte Infos an meine Eltern, machten noch einen kleinen gemeinsamen Ausflug zum Burger-Schuppen um die Ecke, und dann hieß es schon „bye bye baby“.

Hat die Kleine übrigens gar nicht gejuckt, dass wir weg waren. 😗 😄

Abends um 21 Uhr ging unsere Maschine. Wir flogen mit SAA von München nach Johannesburg und dann weiter mit Airlink nach Upington.


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Der erste Flieger war rammelvoll und die Nacht schlaflos. Wir hatten es verpasst, frühzeitig online einzuchecken (das kommt davon, wenn man so lange nicht reist, man vergisst die kleinen Kniffe) und bekamen deshalb zwei Sitze in der Mittelreihe. Für Mike konnte ich noch den allerletzten Gangplatz sichern, aber ich saß leider in der Mitte der Mitte. Dazu noch neben einer Dame, die ein wirklich gut riechendes Parfüm trug – womit sie sich aber leider wohl von Kopf bis Fuß benetzt hatte. Zehn Stunden lang hatte ich den Duft in der Nase. Selbst mein Abendessen schmeckte danach. 😵

Montag, 15.10.
Ankunft in Upington, Auto & Einkauf, Fahrt in den Park, Twee Rivieren Campsite


Der Anschluss in JNB war chaotisch, die Wege im Flughafen ineffizient und nicht nachvollziehbar, die Immigration-Schlange endlos. Das kannten wir schon von JNB, und wir nahmen es locker. Dann hatte unser Airlink-Flieger noch eine Stunde Verspätung...


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Völlig gerädert kamen wir gut eine Stunde später im hübschen, kleinen Flughafen in Upington an. Mike meinte, es würde wie ein Playmobil-Flughafen aussehen.


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Von unserem Shuttle war keine Spur. War ja auch klar, warum sollte er eine Stunde rumwarten. Also Notfall-Info-Paket aus dem Rucksack gefischt, Handy angeschmissen und alle Nummern vom Autovermieter durchtelefoniert. Beim dritten Anruf ging der Eigentümer Pieter Nel endlich ran. Fünf Minuten später fuhr er schon vor.

Ein paar Sätze zum Auto: Unseren Hilux mit Dachzelt und Camping-Ausstattung mieteten wir bei Kalahari 4x4 Hire (nicht mit Kalahari Car Hire von Hubert Hester zu verwechseln). Pieter war sehr freundlich und kulant, die Kommunikation vorab lief schnell und reibungslos. Er empfahl, gleich nach unserer Ankunft einzukaufen und dann direkt ohne Pause in den 265 Kilometer entfernten Park zu fahren. Dementsprechend haben wir auch geplant und die Camps gebucht. Theoretisch ist das möglich – praktisch aber echt stressig. Das lag zum einen an unserer Verspätung, zum anderen an der unpraktischen Ausstattung des Wagens...

Wir haben noch nie eine derart unsinnig und windig eingerichtete Ladefläche erlebt. Riesige Zubehörkisten, die höher waren als breit – zu hoch, um sie unter der Canopy zu stapeln – nahmen irrsinnig viel Platz weg. Hätten wir die Dinger voll gemacht, wären wichtige Artikel unter einem Berg von anderen, minimal wichtigeren Artikeln verschüttet gewesen. Der Kühlschrank war zwanzig Zentimeter ins Wageninnere versetzt und fixiert, um Platz für die Batterie zu machen. Das führte dazu, dass man die unteren zwei Drittel des Kühlschranks nicht sehen konnte. Nur ertasten. Um das Problem zu beheben, wurde eine Fußleiter lose ins Heck geworfen, auf die man sich stellen sollte, um den Blickwinkel zu verbessern. 🤨 (Das Teil fixierten wir gleich zu Beginn mit mitgebrachten Kabelbindern auf dem Dach.) Mike schnitt sich beim Einräumen der Ladefläche zwei Mal die Hand blutig auf, weil irgendwo im Innenraum eine scharfe Kante blank lag. Wir konnten sie nicht finden und haben uns einfach angewöhnt, vorne rechts nur sehr bedacht ins Auto zu greifen. Eine der Monsterkisten war zu 80% mit Schaumpolster ausgekleidet, um vier Aluminiumteller und eine (?!) winzige Tasse zu beherbergen. Der Campingtisch war so wacklig, dass unsere Bierflaschen umgekippt sind, wenn man sein Steak darauf schnitt. Die Campingstühle derart verkeilt, dass man sie nur zu zweit mit vereinten Kräften zusammenklappen konnte. Das Dachzelt so verzogen, dass die Reißverschlüsse nicht ganz zugingen. Es wirkte alles so, als hätte der Pieter keine Ahnung, worauf es beim Camping eigentlich ankommt.

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Ganz knapp haben wir es noch vor Gate Closing in den Park geschafft, um dann die ersten Stunden in Twee Rivieren – nach fast 24 Stunden Reisedauer völlig erschossen und immer noch ungeduscht – damit zu verbringen, das Auto ein- und umzusortieren. Und als wir dann den Reifendruck ablassen wollten, haben wir mit Schrecken festgestellt, dass wir die gesamte Teerstrecke von Upington nach Twee Rivieren mit nur 1,5 bar gefahren sind. Wären wir einigermaßen ausgeschlafen und stünden wir nicht so unter Zeitdruck, wäre uns das bei der Übergabe bestimmt aufgefallen. Also: Selbst wenn der Experte vor Ort etwas anderes behauptet, nehmt den weisen Rat des Forums an, nach Eurem Flug erst mal eine Nacht zu schlafen.

Davon abgesehen waren wir mit Kalahari 4x4 Hire aber einigermaßen zufrieden. Die Preise waren in Ordnung, und der Hilux hat einwandfrei funktioniert. Mit unserer zurecht-Macgyverten Ladefläche kamen wir schon klar. Und der Kühl-/Gefrierschrank hat trotz fehlender Stoffverkleidung auch bei 40 Grad unseren recht stattlichen Fleischvorrat nie antauen lassen.

Wir hatten eine Braai-Auswahl vorab per Email beim Upington Slaghuis bestellt. Metzger Eben – der übrigens der kleine Bruder unseres Autovermieters ist – vakuumiert und friert auf Wunsch seine Ware ein. Völlig unkompliziert. Das Fleisch war unschlagbar, besonders die Curry-Sosaties und Boerewors sind uns in Erinnerung geblieben. Auch das Skinless-Driedwors-Biltong war göttlich.

Der Einkauf in der Kalahari Mall war recht ereignislos. Es gibt dort alles, was man so braucht, inklusive eines scharfen Messers mit Klingenschutz für die Camping-Küche. Die Messer in der üblichen Camping-Ausstattung sind ja meist total stumpf... Normalerweise nehmen wir deshalb immer Mikes Laguiole mit. Diesmal sind wir aber nur mit Handgepäck angereist, also musste das gute Stück zuhause bleiben. Der Ersatz kostete aber nur ein paar Euro und wurde am Ende der Reise dem Wächter in Urikaruus geschenkt.

Der Shop in Twee Rivieren hat übrigens auch einen großen, tiefgekühlten Fleischvorrat vom Upington Slaghuis. Wir waren zwei Mal – jeweils an einem Montag – dort und konnten uns nicht vorstellen, dass denen jemals das Fleisch ausgehen könnte. Die Ablution Blocks waren quietschsauber. Wenn man große Camps nicht mag, sollte man dort aber eher wenig Zeit einplanen. Von „Rummel“ kann nicht wirklich die Rede sein, doch die Stimmung dort ist merklich anders als im Rest des Parks. Twee Rivieren gehört gefühlt mehr zur Zivilisation als zur einsamen Wildnis.

Als endlich alles sein Plätzchen gefunden hatte, wir frisch geduscht waren und per Satellitentelefon ein kurzes Lebenszeichen nach München geschickt hatten, waren wir viel zu müde, um noch zu kochen. Wir schlurften ins Restaurant, wo wir kurz vor Ladenschluss bei Neon-Licht ein Steak (Mike, der klug war; lecker) und ein Gemüse-Medley (Katja, die sich einbildete, noch ein paar Vitamine tanken zu müssen; so gar nicht lecker) verschlangen. Dann ab in die Federn.

Endlich konnten wir den Fokus von der Logistik aufs Wesentliche lenken: den KTP.

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zuletzt bearbeitet 07. Nov. 2018
Themenstarter130 Beiträge · seit 201208. Nov. 2018 · #23
Dienstag, 16.10.
Twee Rivieren – Nossob Premium Campsite


Die ganze Nacht habe ich gefroren, trotz langer Wollunterwäsche, Schal und Pulli. Nach der harten Nacht im Flieger rutschte die Schlafbilanz nun tief ins Minus... Völlig wurscht! Ich schälte mich gut gelaunt und voller Tatendrang um kurz vor fünf aus dem Schlafsack. Schnell den aus München mitgebrachten, in der Mokkakanne auf dem Gaskocher gezauberten Espresso reingestellt – unser einziger Luxus, wenn wir in Afrika sind (wobei ich das weniger als Luxus, sondern eher als lebensnotwendige Instandhaltungsmaßnahme bezeichnen würde 😗 ). Zähne geputzt, Optik aufgeschraubt und los ging’s. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie glücklich ich in diesem Moment war. Halleluja!

Unsere Route führte zuerst nach Auchterlonie und dann über die Short Dune Road ins Nossobtal. Den Abstecher kann man sich locker erlauben, wir sind sehr langsam gefahren und waren trotzdem am frühen Nachmittag in Nossob.

Der erste Eindruck vom Park, kurz vor Samevloeiing: Ist das etwa Nebel? Das kann doch nicht Staub sein?!


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Doch, das ist Staub. Dementsprechend war ich froh, einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu haben, um mein Kameraequipment zu schützen. Jede Optik steckte, wenn sie nicht in Gebrauch war, in einer eigenen Neopren-Socke. Mein Kamerarucksack war vollkommen staubdicht. Der Blasebalg war immer griffbereit und kam dauernd zum Einsatz. Optikwechsel fanden immer in Windeseile und mit verschlossener Autotür statt. Fazit nach zehn Tagen paranoider Anti-Staub-Maloche: Nur die 600mm-Linse, die dauernd an der Kamera hing, muss nun zur Reinigung geschickt werden. 🤩

Zwischen Samevloeiing und Monro gibt es eine kurze Dünenstrecke, bevor man ins Auobtal gelangt. Wir kurvten durch die wogende Landschaft und genossen das goldene Licht. Ich sinnierte laut: „Wenn ich einen einzigen Wunsch für die nächste Woche ans Universum abgeben darf, würde ich gerne einen Löwen aus der Nähe sehen.“ Das war uns nämlich bei den letzten beiden Reisen nicht gelungen. Nicht eine einzige Großkatze. Es sei denn, gerade noch so durch das Fernglas schemenhaft im Hitzeflimmern zu erkennen. Mike sagte nichts, lächelte nur. Wir fuhren um die nächste Kurve und:


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Unsere allererste Sichtung. Schon witzig.

Kurz vor Auchterlonie gab’s nochmal eine Zugabe.


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Jaja, schon verstanden. Die hiesige Sichtungsfee hat Sinn für Humor. 🤨 🤩

Es lohnt sich, das kleine Museum in Auchterlonie zu besuchen. Viel gibt es dort nicht zu sehen, aber gerade das passt ja zum KTP. Karg, geradlinig, aufs Wesentliche reduziert. Und dabei nicht nur völlig ausreichend, sondern geradezu großzügig – vorausgesetzt, man interessiert sich für das, was er zu bieten hat. Also nicht nur die großen, bombastischen Sichtungen, sondern auch die vielen kleinen, subtilen Dinge, die in der sandgestrahlten, kahlgeblasenen Halbwüste der Kalahari eher zum Vorschein treten, als im satten Bushveld.


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Allgemeiner Tip für alle Picnic-Spots: Etwas Wasser und Seife im Auto griffbereit haben. Oft funktionieren in den Ablutions weder die Klospülung noch der Wasserhahn am Waschbecken, vor allem je weiter nördlich man im Nossobtal ist.

Übrigens: Wenn’s doch mal schnell gehen muss, kann man auf allen Strecken bequem und sicher 50 km/h fahren. Mussten wir zum Glück aber nicht so oft machen.

Im Nossobtal haben wir den ersten Pale Chanting Goshawk gesehen, der im Laufe der Reise immer wieder schöne und spannende Sichtungen geboten hat. Er soll ja auch ein Wahrzeichen des Parks sein.
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zuletzt bearbeitet 08. Nov. 2018
Themenstarter130 Beiträge · seit 201208. Nov. 2018 · #24
Freundliche Pad-Genossen bleiben öfter stehen und geben Tipps, wann sie wo was gesehen haben. Den Gefallen sollte man erwidern. Das hat uns oft zu unvergleichlichen Sichtungen verholfen, insbesondere bei den Eulen, die wir irgendwie nie aus eigener Kraft finden können.


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Es lohnt sich, etwas Zeit an einem Sociable Weavers Nest zu verbringen. Es gibt einige in großen Kameldornbäumen, die direkt neben der Straße stehen. Die kleinen Vögelchen sind unentwegt am Ratschen und Basteln und Streiten. Sehr spannend.


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In Nossob angekommen, machten uns mit unserer Premium Campsite vertraut. Ein bisschen Wäsche waschen, ein kurzer Mittagssnack, und schon ging es wieder los auf Game Drive.

Wir saßen länger bei Marie se draai beobachteten eine Black-backed Jackal Familie. Die scheinen dort unter einem umgefallenen Kameldornbaum ihren Bau zu haben.


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Neben uns stand ein Mitglied der Facebook-Gruppe Kgalagadi Sightings, mit entsprechender 20.000-Euro-Optik. Schon erstaunlich, wie viele Menschen im KTP mit Kamerabesteck im Wert eines Kleinwagens herumfahren. Bin schon ein bisschen neidisch, zugegeben. 😊 Aber wer kann, der kann! Man bekommt mit einem Hobby-Kit auch vernünftige Fotos hin, das reicht mir allemal – das übriggebliebene Geld stecke ich lieber in die nächste Reise. 🙂

Auf der Rückfahrt ins Camp blieben wir beide bei Rooikop stehen, um noch einen Pale Chanting Goshawk mit Riss im allerletzten Licht einzufangen.


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Zu den Premium Campsites in Nossob: Es ist schon ganz nett, eine eigene Dusche und Toilette zu haben – beim nächsten Mal würde ich aber eine normale Campsite buchen. Die gemeinschaftlichen Ablution Blocks sind derart sauber und großzügig, dass man sich dort genauso wohl fühlt. Unsere Campsite lag außerdem eingekeilt zwischen dem Zaun (an dem Abends nichts los war) und einer kleinen Müllhalde. Würde ich nicht nochmal buchen.

Nach dem Braai wollten wir noch kurz den Hide besuchen. Auf dem Weg dorthin ahnte ich, dass sich etwas am Zauntor bewegte, und schwenkte mit der Taschenlampe die Gegend ab. Tatsächlich. Ein Genet (Ginsterkatze)! Das kleine katzenähnliche Schleichtier mit dem geringelten Affenschwanz kraxelte gerade völlig ungeniert über das Tor, blickte uns kurz herausfordernd an und verschwand dann im Schatten der Büsche.

Am Hide saßen zwei Australier, die mit Baustrahlern die Gegend rund ums Wasserloch abgesucht haben. Wieder mit Profi-Ausrüstung. Wenigstens haben sie gefragt, ob es uns stört, wenn sie mit Blitz fotografieren – das fand ich schon zuvorkommend, haben wir schon anders erlebt.

Wir spazierten zurück zur Campsite und machten uns bettfertig. Plötzlich rumpelte es auf dem Dach der Ablutions – die Ginsterkatze war wieder zu Besuch. Sie kletterte über einen nahegelegenen Baum herunter und spazierte ganz lässig mit einem knappen Meter Abstand an mir vorbei. Es war zwar schön, sie zu sehen, machte uns aber trotzdem ein bisschen traurig. Offensichtlich verließ sie sich auf das Camp als Futterquelle... 😐
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zuletzt bearbeitet 08. Nov. 2018
938 Beiträge · seit 201309. Nov. 2018 · #25
Hallo Katja
Oh wow, Löwen bei Auchterlonie und auf der Dünenstrecken (empfand ich als die langweiligste Ecke vier Tage vorher) vorher. Und die Spotted Eagle Owl, was habe ich gekämpft um so eine überhaupt eine zu fotografieren und dann waren immer Zweige im Weg. *NEID*

LG
Andreas
Aktueller Reisebericht September/Oktober 2018: Wüste, Wind und der KTP Reiseberichte von uns
1'558 Beiträge · seit 201109. Nov. 2018 · #26
Hallo Katja,
bin gerade dazu gestoßen. Auch wir hatten den Leo im Juli am Craig Lockard Waterhole. Es scheint dort sein Revier zu sein!
Deine ersten schönen Bilder lassen größeres Erwarten, vielen Dank für die Unterhaltung!

Gruß
Biggi
Meine Reiseberichte
778 Beiträge · seit 200609. Nov. 2018 · #27
Ohhh, eine Ginsterkatze! Die würde ich auch gerne mal sehen!
Ihr macht auch ohne Profi-Ausrüstung ganz wunderbare Bilder! Ich musste über deine Bemerkung sehr schmunzeln, das Geld lieber in die nächste Reise zu stecken 🤪
Ich danke dir nochmals für diesen Bericht!

Liebe Grüße von Tanja
Themenstarter130 Beiträge · seit 201210. Nov. 2018 · #28
@Biggi
Willkommen an Bord! Ist ja witzig, Du hattest sie auch? Toll! Das lässt hoffen, dass wir von den kommenden KTP-Reisen anderer Fomis regelmäßige Updates bekommen. Scheinbar ist sie nicht besonders schüchtern. 🙂

@Tanja
Gern geschehen und danke für das Kompliment!
Ich muss mal kurz einen kleinen Foto-Nerd-Exkurs machen... (Es brennt mir schon ein bisschen auf der Seele. Und wenn nicht in diesem Forum, wo dann?) Meine gesamtes Kit inklusive vier Optiken, Rucksack und diversem Kleinkram wie Akkus und CF-Karten hat "nur" rund 4.000 EUR gekostet. Das ist auch eine Menge Geld, die Ausrüstung wurde aber sorgsam ausgewählt und über einige Jahre langsam zusammengestellt. Von einer 800mm Festbrennweite, wie man sie im KTP an jeder Ecke sieht, kann ich nur träumen. 😄 Die leg ich mir auch sofort zu, wenn es mal möglich sein sollte. Ich komme mit meinem Kram aber eigentlich erst an meine Grenzen, wenn das Licht schwach wird oder es eine besonders anspruchsvolle Situation ist, wie ein Tier, das sich sehr schnell bewegt. Meine Optiken sind halt nicht so lichtstark, mei.
Dazu gab's auch später auf der Reise noch ein witziges Erlebnis (naja, eher ärgerlich - witzig war's erst im Nachhinein mit ausreichendem Abstand). Bin nämlich mit einem vermeintlichen Foto-Profi aneinander gerappelt. Der war der Meinung, dass mein Kit irgendwie traurig und für den KTP unzureichend sei. Und Ahnung könnte ich ja sowieso keine haben, da jung und dazu auch noch eine Frau. 🤨 Ist aber eine längere Story, ich komme bald dazu.
AndreasG2523 schrieb:
Und die Spotted Eagle Owl, was habe ich gekämpft um so eine überhaupt eine zu fotografieren und dann waren immer Zweige im Weg. *NEID*

Lieber Andreas, wir hatten auf dieser Reise wirklich sehr großes Sichtungsglück bei den Eulen! Zweige waren bei mir aber auch fast immer im Weg. 😄 Es hat nie wieder so gut geklappt wie bei der Spotted Eagle Owl am allerersten Tag. Und wir haben keine - wirklich gar keine! - der Eulen selbst gefunden, sondern wurden immer von freundlichen Pad-Genossen darauf hingewiesen. Die Tarnung ist irre gut, da braucht man schon ein geschultes Auge.


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Southern White-Faced Owl


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Verreaux's Eagle-Owl


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Spotted Eagle-Owl


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Western Barn Owl
Dieses Exemplar schläft tagsüber unterm Urikaruus Honeymoon Chalet und beginnt im Flussbett zu jagen, sobald die Sonne unter geht. Die schaurig-schönen, geisterhaften Rufe habe ich immer noch im Ohr.


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Juvenile Pearl-Spotted Owlet
Ein Eulenpaar hat schon seit Längerem ein Nest im gleichen Baum bei Craig Lockhart, der von unserer Leopardendame frequentiert wird. Das Nest befindet sich an der Unterseite des Asts, der in süd-westliche Richtung hängt (der Ast, der zur Pad zeigt). Ziemlich genau da, wo er nach unten knickt. Wir haben die winzige Eule nur entdeckt, weil sie ziemlich viel Lärm macht, wenn sie gefüttert wird. 🙂 Obwohl Pearl-Spotted Owlets wohl öfter tagsüber gesehen werden, konnten wir sie nur am frühen Abend entdecken - daher die schlechte Bildqualität.
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zuletzt bearbeitet 10. Nov. 2018
4'382 Beiträge · seit 201510. Nov. 2018 · #29
Also Katja, Eure Eulen sind ein Traum und an der Fotoqualität habe ich überhaupt nichts auszusetzen......
Danke und viele Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
1'942 Beiträge · seit 201110. Nov. 2018 · #30
Wow, toll!!!
Vielen Dank für die schönen Bilder und auch die detailreiche Beschreibung. Ich bin in ein paar Wochen auch das erste Mal im KTP und kann es kaum erwarten. Bei eurem Bericht und euren Bildern steigt die Vorfreude noch mehr.

Ich habe auch keine teure Fotoausrüstung, noch dazu bin ich ohnehin Amateurin. Aber ich glaube, man bekommt auch mit einem mittelmäßigen Zoom gute Bilder hin. Und wenn die Lichtstärke nicht so besonders ist - naja, ist halt so. Manchmal hat man Glück und es gelingen tolle Fotos. Ich finde aber, dass nicht nur die Fotos mit super Zoom die besten sind, bei denen man jede Feder oder jedes Barthaar sieht. Ich finde es auch toll, wenn man die Tiere halbwegs sieht und daneben auch noch den Lebensraum oder die Situation, in der die Aufnahme gemacht wurde.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Themenstarter130 Beiträge · seit 201210. Nov. 2018 · #31
@Friederike
Vielen Dank! Wären ein paar Fomis dabei gewesen, hätte ich es bestimmt geschafft, dem Besserwisser so richtig die Meinung zu geigen, statt ihn nu betreten anzuschauen. 😄

@ Solitaire
Du hast vollkommen recht! Das ist mir besonders im KTP aufgefallen, wo die Tiere in den Nahaufnahmen fast immer eine "Dünenwand" im Hintergrund haben. Der Horizont fehlt im Bild. Wenn man sich viele solche Bilder nacheinander anschaut, verliert man die Orientierung und die Stimmung geht flöten.
Außerdem macht die Natur-Fotografie auch deshalb so viel Spaß, weil sie ein Glücksspiel ist. Das Tier muss mitmachen, das Wetter, das Licht, man muss am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein. Besonders gelungene Bilder fühlen sich deshalb fast wie ein Geschenk an. Wie Schicksal. Je besser die Ausrüstung, desto weniger glückliche Zufälle gibt es auch! Und die machen doch am meisten Spaß. 😛
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zuletzt bearbeitet 10. Nov. 2018
938 Beiträge · seit 201310. Nov. 2018 · #32
solitaire schrieb:
Ich habe auch keine teure Fotoausrüstung, noch dazu bin ich ohnehin Amateurin. Aber ich glaube, man bekommt auch mit einem mittelmäßigen Zoom gute Bilder hin.
Aber selbst verständlich. Wobei ich schon gesehen habe, dass mehr Geld für die Linse eine gute Investition ist. Aber es gibt ja noch so Dinge wie Bildgestaltung, die möglicherweise viel wichtiger sind. Und wenn ich mit meiner teuren Kamera kein Bild hinbekomme, weil ich mit den Knöpfen nicht zurecht komme...... oder was verstellt habe oder oder oder. Der Fotograf oder die Fotografin machen sicher mehr als 50% des Bildes aus.
LG
Andreas
Aktueller Reisebericht September/Oktober 2018: Wüste, Wind und der KTP Reiseberichte von uns
Themenstarter130 Beiträge · seit 201210. Nov. 2018 · #33
Mittwoch, 17.10.
Nossob - Polentswa


Der zweite Tag im KTP brach an!


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Um zehn vor sechs bildete sich schon eine große Schlange vor der Reception, alle wollten ihre Laufzettel holen und möglichst schnell auf die Pad. Einer nach dem anderen sprangen sie in ihre Autos und brachen Richtung Norden auf. Da wollten wir heute auch hin. 😣

Die Abfertigung ging recht schnell, und kurz nach sechs waren wir auch unterwegs. Im Gänsemarsch fuhren ein Dutzend Autos nach Cubitje Quap. Schnell stellte sich heraus, warum: Am Wasserloch lag ein prächtiges Löwenpaar, das sich in den letzten Tagen immer wieder gepaart hatte. Am Autoschwarm störten sie sich scheinbar nicht, auch wenn das ständige Rumrangieren die Stimmung komplett zerstörte. Das nahm fast Kruger-Hochsaison-Ausmaße an. 😐 Wir genossen die Sichtung nur kurz und zogen dann weiter, den Tieren zu liebe. Ein Auto weniger.


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Etwas weiter nördlich begegneten wir wieder einem Pale Chanting Goshawk mit Taubenriss. Methodisch rupfte er seine Mahlzeit blank, es regnete Federn.


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zuletzt bearbeitet 10. Nov. 2018
Themenstarter130 Beiträge · seit 201210. Nov. 2018 · #34
Zur Mittagspause kehrten wir nach Nossob zurück und machten im Schatten eines Kameldornbaums gemütlich Pause.


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Dann versuchten wir wieder unser Glück in Cubitje Quap. Dort war nichts los. Die Löwen waren inzwischen eingeschlafen und lagen regungslos unter einem Busch.


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Wir konnten ausgiebig einige Vogelschwärme beobachten, wie sie am Wasserloch landeten, um ein paar Schluck Wasser zu trinken und sofort wieder aufzuschrecken. Im rhythmischen Wechsel löschten drei verschiedene Spezies ihren Durst: Burchell’s Sandgrouse, Red-Headed Finch und die allgegenwärting Cape Turtle Doves.


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Aus dem Norden näherte sich langsam eine Gnuherde. Von den „Flat Cats“, die wenige Meter entfernt unterm Busch lagen, hatten sie offensichtlich keine Ahnung. Die beiden Löwen witterten die Herde jedoch und waren plötzlich hellwach.


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Ein Gnu lief der Herde voraus. Dann blieb er stehen... Wie versteinert starrte er in Richtung Löwen. Der Rest der Herde stoppte auch. Es kam zu einem Stand-Off. Eine gefühlte Ewigkeit standen die Gnus verunsichert im Flusstal, schnupperten und schielten talabwärts. Sie ahnten etwas...


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Die Löwen waren inzwischen in den Pirschmodus übergegangen.


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Wir saßen auch wie versteinert da und trauten uns kaum, miteinander zu sprechen. Dann bewegte sich Mr. Lion etwas ungeschickt und zack! Die ganze Gnuherde rannte davon. You win some, you lose some. 😄

Wir fuhren weiter nach Polentswa. Es sollte unsere erste Nacht auf einem uneingezäunten Campingplatz sein, und wir waren schon gespannt. Wir aßen sehr früh und lagen bei Dunkelheit schon im Zelt. Wir lauschten den Barking Geckos und freuten uns... Dann schallte plötzlich ein lautes Rattern über die Ebene. Unseren südafrikanischen Nachbarn hatten einen Generator dabei! Das kann doch nicht wahr sein!

Erst einige Tage später, als wir das Geräusch wieder in Urikaruus hörten und es plötzlich anfing, von mehreren Stellen gleichzeitig zu kommen, stellten wir fest, dass das kein Generator war... Sondern wohl eine Kröte? Ein Gecko? Eine unfassbar laute Grille? Wir wissen es bis heute nicht. 🤪

Es passierte nichts nennenswertes in dieser Nacht. Kein abendlicher Löwenbesuch, keine Hyäne, die an unseren Reifen knabberte. Das sollte uns recht sein! Wir waren eh - wie immer in Afrika - schon um 20 Uhr schläfrig. Ich las noch ein paar Seiten aus "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" von Henno Martin und dann knipsten wir das Licht aus.
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zuletzt bearbeitet 10. Nov. 2018
4'382 Beiträge · seit 201510. Nov. 2018 · #35
Hallo, Katja,
das Foto von den beiden Löwenhinterteilen finde ich genial!
Wenn Du mal Zeit hast, guck doch mal in unseren RB von 2017 aus Seite 21. Dort beschreiben wir Geräusche, die wie eine entfernte Maschine klangen.. Es war aber ein Ziegenmelker/roufous-cheeked nightyar. Evtl. kannst Du die Stimme im Internet finden. Vielleicht ist das ja die Auflösung der nächtlichen Störung 😉
Viele Grüße Friederike
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zuletzt bearbeitet 11. Nov. 2018
4'382 Beiträge · seit 201510. Nov. 2018 · #36
gelöscht
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zuletzt bearbeitet 11. Nov. 2018
Themenstarter130 Beiträge · seit 201210. Nov. 2018 · #37
Lieber Friederike!

Geheimnis gelüftet! 🤩 Vielen Dank! Ich hab's eben Mike vorgespielt, er konnte gar nicht fassen, dass das ein Vogel war.

Bei YouTube ansehen ↗



Lieben Gruß
Katja
Do no harm, but take no shit. 1996: Maasai Mara * 2012: Etosha * 2015: Kruger * 2018: KTP * 2019: Namibia Rundreise * 2021 Uganda Rundreise Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
4'382 Beiträge · seit 201511. Nov. 2018 · #38
Guten Morgen, Katja,
wir haben einmal gestoppt: sieben Minuten hat ein Ziegenmelker ununterbrochen "gerattert" 🤩 🤩
Viele Grüße, schönen Sonntag wünscht die Friederike
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zuletzt bearbeitet 11. Nov. 2018
Themenstarter130 Beiträge · seit 201216. Nov. 2018 · #39
Donnerstag, 18.10.
2. Nacht Polentswa


Um kurz vor fünf wachten wir beide auf. Mike, der Kaffeedienst hat, stieg zuerst aus dem Zelt. Er blieb an der Zeltklappe sitzen und rüttelte an meinem Bein. „Schau mal...“ Über uns erstreckte sich die Milchstraße. Ich war leider zu verschlafen (will heißen: faul), um ein Foto davon zu machen, also müsst Ihr mir jetzt einfach glauben, wie beeindruckend das aussah. Ein breites Band aus Sternenstaub zog sich über den Himmel – so groß und so klar, dass wir zunächst dachten, es sei eine riesige Wolke. Traumhaft schön.

Langsam ging die Sonne auf, und ich suchte die Campsite nach Spuren ab. Nachts hatten wir nichts gehört oder gesehen, abgesehen von einem Tree Skink, der auf unserem Zeltdach herumgekrabbelt war. (Zumindest vermuten wir, dass es ein Skink war.) Ich entdeckte folgende Abdrücke:

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Nun bin ich ja ein blutiger Anfänger in Sachen Spuren lesen, aber die Tatzen hatten eindeutig zwei statt drei Wölbungen am unteren Rand, ganz deutliche Krallen, die hintere Pfote war kleiner als die vordere, die schmal war statt rund und ca. 60 mm lang (unser Spurenbestimmungsbuch hat ein praktisches Lineal auf der Rückseite). Also zu klein für eine Hyäne und zu groß für einen Schakal. Ich habe lang überlegt und geblättert und komme zu folgendem Ergebnis: Aardwolf! Was meint Ihr?

Wir brachen auf zum nahegelegenen Polentswa-Wasserloch, das angeblich früh morgens regelmäßig vom heimischen Löwenrudel besucht wird. Unsere Nachbarn, ein südafrikanisches Ehepaar mit Vorderradantrieb-Bully, fuhren fast gleichzeitig los. Sie waren knapp vor uns. Sie schlichen gaaanz vorsichtig mit 5 km/h durch die tiefe Sandspur, die von der Polentswa Campsite zur südafrikanischen Pad führt. Vermutlich, weil sie kein Allrad hatten. Es dauerte ewig. Das schöne Morgenlicht verschwand langsam aber sicher. Wir erreichten das Flussbett und die Strecke weitete sich, so dass wir vorsichtig und mit großem Abstand überholen konnten. Wir winkten noch freundlich und versuchten, möglichst wenig Staub aufzuwirbeln. Er schien es uns aber übel zu nehmen... Und dafür haben wir eine Woche später eine deutliche Abreibung kassiert. Erzähle ich, wenn es soweit ist.

Am Wasserloch war wenig los, aber das Zusammenspiel vom goldenen Licht und der Wüstenlandschaft war zauberhaft.


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Im nördlichen Nossobtal ist der KTP karger und leerer. Es gibt weniger und niedrigere Dünen. Das weitet den Blick ein wenig, dadurch spürt man die Einsamkeit und die Stille etwas deutlicher.


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In der Nähe von Lijersdraai gibt es ein riesiges Termitarium, das sich aber leider vom Auto aus schlecht fotografieren lässt.


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zuletzt bearbeitet 16. Nov. 2018
Themenstarter130 Beiträge · seit 201216. Nov. 2018 · #40
Die Pumpe am dortigen Wasserloch (laut unserem Ratgeber ein „hotspot for leopards“) funktioniert derzeit nicht. Die Gegend war völlig leergefegt, von Wild keine Spur. Dafür ist der Picnic Spot sehr schön, mit recht verfressenen aber sehr unterhaltsamen Sociable Weavers und einigen Four-Striped Grass Mice.


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Wir fuhren weiter nach Union’s End. In der Ferne konnten wir ein Straußenpaar mit einer Handvoll Küken beobachten. Am Himmel schwebte ein Raptor, bei dem ich lange mit der Bestimmung gehadert habe – finale Entscheidung: Juvenile Martial Eagle. Sicher bin ich mir aber nicht.


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Es war leer und still. Und still. Und leer. Wenn man seine Ruhe haben will, ist man im Norden ganz gut dabei. Herrlich.

Wir fuhren zurück nach Polentswa, um schon am späten Nachmittag unser Braai zu veranstalten. Wir wollten bei Sonnenuntergang alles fertig aufgestellt und weggeräumt haben, damit wir schnell unseren Sundowner genießen und dann in die Schlafsäcke kriechen konnten, bevor es komplett dunkel wurde. Ihr seht, wir waren ein bisschen übervorsichtig. Es war halt das erste Mal so ganz ohne Zaun. Wir planen derzeit unsere übernächste Reise - es soll nach Mabuasehube gehen - ich denke, dann werden wir deutlich entspannter sein und in Ruhe nach Einbruch der Dunkelheit noch unser Feuer genießen.

Ich spannte meine quietschgrüne Hängematte auf (die mit ihrem wilden Geflatter bestimmt sämtliches Wild in einem fünf-Kilometer-Radius verscheuchte) und versuchte, im Schatten des Kameldornbaums der unsäglichen Hitze zu entkommen. Hat aber nicht geholfen.


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zuletzt bearbeitet 16. Nov. 2018