SA NO 2017/18 – "Where rivers and countries meet"

Reisebericht 102 Antworten · 25,3k Aufrufe · gestartet 17. Juli 2018 von @Zugvogel
Themenstarter547 Beiträge · seit 201427. Aug. 2018 · #41
Sonntag, 17. Dezember 2017 – Killer-Toko
Krüger Nationalpark, Olifants - Shimuwini Bushveld Camp

Trotz Insektenparty in der Hütte verbringen wir eine erholsame Nacht, bis der Wecker uns um vier Uhr morgens aus dem Schlaf holt. Glücklicherweise hat es nachts doch noch runter gekühlt und die Temperaturanzeige im Auto zeigt "nur" noch laue 22°C. In Windeseile packen wir unsere sieben Sachen und verlassen das Olifants Camp bei Gateöffnungszeit in Richtung Low Level Bridge bei Balule. Gestern Nachmittag hat es uns hier so sehr gefallen, dass wir heute Morgen gleich nochmals hinwollen.

Ein Giant Kingfisher (bisher sind wir denen nur in Gambia und Senegal begegnet) wartet auf einem Brückenpoller auf Beute. Die sind wirklich 'giant' 🤩


Riesenfischer / Giant Kingfisher

Allmählich zeigt sich auch die Sonne am Horizont begleitet von einem bombastischen Sonnenaufgang. Afrika ist einfach der Wahnsinn!




Kleine Streifenschwalbe / Lesser Striped Swallow

Nach einer gemütlichen Stunde am Wasser zieht es uns weiter auf der S89 entlang bis zur H1-5. Neben einem neugierigen Giraffenkalb begegnen wir diversen farbenfrohen Vögeln, die sich genüsslich sonnen.




Gabelracke / Lilac-breasted Roller


Neuntöter / Red-backed Shrike


Blauracke / European Roller


Blauracke bei der Gefiederpflege

Eine Warzenschweinmutter mit zwei süssen Jungtieren steht neben der Pad und ein Zebra posiert im schönen Morgenlicht.





Plötzlich rennt ein getüpfeltes Etwas in hohem Tempo seitlich an unserem Fahrzeug vorbei. Nur mit Mühe können wir der Tüpfelhyäne mit 30km/h folgen. Mit dieser Geschwindigkeit hätten wir dann doch nicht gerechnet. 🤩 Nach einer Weile macht sich die Hyäne aus dem Staub. Gerade als wir weiter fahren wollen quert eine zweite, hochschwanger wirkende Tüpfelhyäne die Strasse. Langsam rollen wir weiter und begegnen auch noch einer dritten, vierten und fünften Hyäne. Was für eine tolle Überraschung!



Auf der High Water Bridge über den Olifants River dürfen wir unsere Füsse vertreten und geniessen die atemberaubende Aussicht über den Fluss. Eine kleine Elefantenherde genehmigt sich ein erfrischendes Bad, während weit weg ein African Fish Eagle auf Beute wartet…


Blick über den Olifants River

Über die S91 kehren wir zurück zu 'unserem' Reitz's Pontoon, wo wir nochmals während zwei gemütlichen Stunden allerlei Wasservögel, Krokodile und Flusspferde beobachten können.


Hammerkopf / Hamerkop


Graufischer mit Beute / Pied Kingfisher


Nilgänse mit Kinderschar / Egyptian Geese


Nilkrokodil


Graufischer / Pied Kingfisher




Reitz's Pontoon

Mittlerweile sind wir seit über vier Stunden unterwegs, die Uhr zeigt aber erst 9 Uhr morgens. Zurück im Camp geniessen wir nochmals den tollen Blick über die Flusslandschaft, tanken das Auto voll und decken uns im Shop mit einem kleinen Snack ein.


Blick über den Olifants River

Bei strahlend blauem Himmel und bereits 38°C fahren wir am späteren Morgen über die H8 und H1-5 nach Letaba und von dort weiter ans Phalaborwa Gate. Heute steht nochmals ein grösserer Einkauf auf dem Programm. Wir sind bezüglich frischen Lebensmitteln und Fleisch nach dem Wilderness Trail ausgeschossen und entschliessen uns dafür, in der Stadt Phalaborwa, welche gleich an der Parkgrenze liegt, unsere Vorräte aufzustocken. Auf der Fahrt dahin begegnen wir einigen badenden Elefantenherden, drei Hornraben sowie vielen Giraffen und Impalas mit Jungtieren. Die Hitze macht uns schlapp und wir sind froh, gegen Mittag inklusive Re-Entry-Stamp im Superspar von Phalaborwa einzutreffen.



Der Einkauf ist rasch erledigt und unser Bargeldvorrat ist auch wieder aufgestockt. Das Bargeld beziehen mit unseren Schweizer Kredit- und Debitkarten hat im Park selber leider aus uns unbekannten Gründen nicht funktioniert. Nach dem kurzen Stadtstopp zieht es uns bald wieder zurück in den Park. Ein Besuch beim berühmten Sable Hide steht an und wir sind gespannt, was uns dort erwarten wird…
Aktueller Reisebericht: 8 Wochen Botswana, Namibia und KTP Reisebericht "Breakfast with Lions" - Kapstadt - KTP November 2018, Reisebericht Südafrika Nordosten 2017/18, Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite "We travel not to escape life, but for life not to escape us."
zuletzt bearbeitet 27. Aug. 2018
1'624 Beiträge · seit 201529. Aug. 2018 · #42
Hallo Stefanie
irgendwie muss ich hier mal wieder meinen Senf dazu geben. Ich schaue gerne weiter in Deinen Bericht. Eure Fotos liefern mir einigen Input, was Bildgestaltung betrifft. Und ich hoffe, ich kann das eine oder andere bei meinen umsetzen. Natürlich freue ich mich auch über die Infos zu den Wanderungen.
Liebe Grüße Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2018
Themenstarter547 Beiträge · seit 201429. Aug. 2018 · #43
Weiter geht’s – das Highlight des Tages steht noch aus!

Retour im Park geht es schnurstracks zum Sable Hide. Wir gönnen uns ein kleines Mittagessen (leckere Meat Pies vom Spar) und schauen den Elefanten beim Baden zu. Wie recht haben sie bei dieser Mittagshitze! Ein Löffler pflügt sich eifrig durch die braune Brühe.


Afrikanischer Löffler / African Spoonbill



Im Laufe des Nachmittags wird es immer ruhiger am Wasser und wir halten auf den harten Bänken eine kleine Siesta. Erst gegen vier Uhr machen wir uns auf den Weg in Richtung Shimuwini Bushveld Camp, unserem heutigen Übernachtungsort.

Das Highlight des Tages ist dieser Gelbschnabeltoko mit grosser Beute. Eigentlich schon krass, was diese Vögel mit ihrer Beute so anstellen. 😣


Gelbschnabeltoko mit einer Spitzmaus? / Southern Yellow-billed Hornbill



Danach folgen wir relativ zügig der H14 und stoppen vor allem an den verschiedenen Ausfahrten am Wasser und den Aussichtspunkten. Wiederum begleiten verschiedene Elefantenherden und Büffel unseren Weg. Ein Buschbockweibchen, welches sich unter eine Impalaherde gemischt hat springt uns ebenfalls ins Auge. Wie auch diese beiden Raubvögel hoch in einem Baum:


Zwei Habichtsadler / African Hawk Eagle

Auf dem Ngobeni Loop haben wir diesen tollen Ausblick übers Wasser. Ein Hammerkopf wartet geduldig auf Beute. Ansonsten ist es heute ruhig hier...




Hammerkopf / Hamerkop

Auf der S141 geht es dann entlang des Letabaflusses bis nach Shimuwini, wo wir wie gewohnt kurz vor Torschluss eintreffen. Die Anmeldung an der Reception geht zügig von statten.


Blick auf den Letaba River


Ein Trupp Nimmersatt beim abendlichen Yoga / Yellow-billed Stork

Uns wird das Cottage Nr. 9 zugewiesen, Schlüssel gibt es hier im Camp keine. Das ist ja mal sympathisch! Wir sind überrascht ab der grosszügigen Einrichtung der Unterkunft und fühlen uns gleich sauwohl. 🙂 Das Cottage ist zweistöckig, verfügt über ein Zimmer mit Doppelbett sowie den oberen Stock mit zwei Einzelbetten, einen riesigen Kühlschrank mit grossem Gefrierfach, einen gemütlichen Wohnbereich und eine offene Küche. Zudem liegen die Häuser in einer Reihe mit Blick auf den Fluss. Von der Veranda aus hört man die Hippos schnauben und kann den Krokodilen im Wasser zuschauen. Für uns ein absoluter Geheimtipp!

Der Abend gestaltet sich wie gehabt, denn Bewährtes soll Weile haben… Wir braaien, schreiben danach Tagebuch bzw. sortieren die angesammelten Fotos aus und geniessen als Bettmümpferl ein kühles Savanna. Dabei begleitet uns wieder einmal das unverkennbare eindringliche Brüllen eines Löwen. Obwohl er (oder sie) sich scheinbar in der Nähe befindet entdecken wir den guten Gesellen mit unseren Lampen leider nicht…

Vielleicht haben wir morgen auf dem bereits gebuchten Morning Drive ja Glück?! 🤪
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zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2018
Themenstarter547 Beiträge · seit 201416. Sept. 2018 · #44
Montag, 18. Dezember 2017 – Morning Drive im Vogelparadies
Krüger Nationalpark, Shimuwini Bushveld Camp

In aller Herrgottsfrühe – sprich um 03.30 Uhr – befördert uns der Wecker vom Tiefschlaf in die Realität. Bereits in einer halben Stunde soll unser vorgebuchte Morning Drive losgehen. Schon bald sind wir bereit und stolpern noch schlaftrunken und im Stockdunkeln zur Rezeption. Diese liegt verlassen vor uns, von unserem Guide oder anderen Mitfahrenden ist nichts zu sehen und hören. Wir setzen uns auf eine Stufe und lauschen dem Ruf der Perlkäuze. Hin und wieder kommt das Bedürfnis auf, die Umgebung abzuleuchten, man weiss ja nie, welche Tiere sich lautlos in der Finsternis rumtreiben.

So langsam machen wir uns Sorgen, ob unsere Anmeldung für den Drive womöglich vergessen ging. Kurz nach vier Uhr kommt unser Guide Paul ziemlich gestresst um die Ecke. Er entschuldigt sich mehrmals für die Verspätung und erzählt uns, dass der Schlüssel für den Raum mit den grossen Scheinwerfern nicht auffindbar war. Wenige Minuten später ist das Problem jedoch gelöst und wir machen uns sogleich auf den Weg. Heute Morgen sind wir die einzigen Gäste und geniessen einen 'privaten' Drive.

Paul stellt sich bereits in den ersten Minuten als ausgezeichneter Fährtenleser und äusserst engagierter Guide heraus. Bereits kurz nach dem Camp sichtet er scheinbar frische Leopardenspuren auf der Pad. Trotz gründlicher Suche in alle Richtungen können wir den Verursacher nicht ausfindig machen. Während wir uns dann so über das gestrige nächtliche Brüllen der Löwen unterhalten meint Paul, dass genau hier, wo wir stehen frische Löwenspuren zu sehen wären. Kurz darauf erspähen wir zwei stattliche Löwenmännchen:


Wir folgen den Löwen längere Zeit, langsam aber sicher wird auch das Licht besser...


Wasser mögen sie scheinbar nicht besonders...



Gemäss Paul haben die zwei Brüder das Revier vor etwa zwei Jahren von einem älteren Löwenmännchen übernommen. Das restliche Rudel soll aktuell weitere zehn Mitglieder zählen. Es zeigt sich heute jedoch nur die Vorhut… Wir beobachten die zwei Löwen bei ihrer Morgenroutine, während die Sonne über dem Letaba Fluss aufgeht. Besser geht nicht!


Sonnenaufgang über dem Letaba

Nach einiger Zeit entschliessen sich die zwei, den Fluss zu überqueren und verschwinden nach kurzer Zeit im dichten Busch am gegenüberliegenden Ufer. Wir tun es ihnen gleich, jedoch dürfen wir dazu die Brücke benützen, welche von einem 'No entry' Schild gekennzeichnet wird. Die ersten Wasservögel sind auch schon wach, ebenso die allgegenwärtigen Krokodile und Hippos.


No entry road


"Brücke" über den Letaba


Prächtiges Farbenspiel über dem Fluss

Die letzten Spring Hares und Scrub Hares sowie eine nicht identifizierbare Eule machen sich aus dem Staub. Nun setzen wir unsere Fahrt bei stetig hellerem Tageslicht auf der anderen Flussseite fort. Gemäss Paul sei das Gebiet gut für Wilddog-Sichtungen. Heute haben wir jedoch kein Glück – wobei wir das überhaupt nicht als Unglück empfinden, hatten wir mit den Löwen und den vielen Vögeln bereits einige grossartige Sichtungen! Ausserdem können wir die zwei Löwen erneut im dichten Busch erspähen. Fotos gibt es leider keine davon, dafür sind sie zu zügig und zielstrebig unterwegs.


Weiblicher Amur-Rotfussfalke, wenn ich mich recht erinnere / Female Amur Falcon

An einem nicht weiter definierten Damm dürfen wir aussteigen und unsere Füsse auflockern.





Hier erfahren wir zum ersten Mal von der neuen SanParks-Strategie, welche vorsieht, die von Menschenhand erbauten Dämme im Krüger mehrzeitlich zu demolieren. Ziel ist es, die Eingriffe des Menschen ins Ökosystem des Nationalparks so gering wie möglich zu halten. Paul erzählt uns, dass in den nächsten Monaten bis Jahre auch einige sehr beliebte und bekannte Staudämme nach und nach beseitigt werden sollen. Interessant. Wir nehmen uns vor, bei Gelegenheit mehr darüber nachzulesen. Entfernt beobachten wir eine Gruppe African Openbills sowie mehrere Reiher im Wasser.

Buschböcke und die schönen Nyalas sowie mehrere Impala- und Zebraherden begleiten uns auf der Rückfahrt zum Camp. Auf der "Brücke" über den Letaba River ergötzen wir uns erneut an der fabelhaften Vogelwelt.


Zwergspint oder Zwergbienenfresser / Little Bee-eater


Ein Paar Weissstirnspinte oder Weissstirn-Bienenfresser / White-fronted Bee-eater


Graufischer / Pied Kingfisher


Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana


Sattelstorch im Flug / Saddle-billed Stork


Sattelstorch im Flug / Saddle-billed Stork


Mohrenralle / Black Crake

Auf dem Rückweg begegnen wir noch diesem Brown Snake Eagle hoch im Baum. Ein krönender Abschluss einer tollen Tour!


Brauner Schlangenadler / Brown Snake Eagle

Gegen halb acht Uhr schaukeln wir glücklich erfüllt wieder vor die Camp Rezeption, doch Paul gibt nochmals alles und bringt uns gleich bis vor unsere Haustüre. Unsere Erwartungen an den Morning Drive wurden mehr als übertroffen! Und mit Paul als Guide haben wir das grosse Los gezogen. Man spürt seine Liebe für den Busch in seinen Erzählungen und er wartet mit immensem Wissen zu Flora und Fauna auf.

Gleich gehts weiter, der restliche Tag ist relativ schnell erzählt...
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zuletzt bearbeitet 16. Sept. 2018
Themenstarter547 Beiträge · seit 201416. Sept. 2018 · #45
Gemütlich frühstücken wir auf unserer schönen Veranda und machen uns dann nochmals solo zu einer kleinen Runde bis zur Hauptstrasse und wieder zurück auf. Nennenswerte Sichtungen waren ein Klippspringerpärchen posierend auf einem grossen Felsbrocken, eine Gruppe Spoonbills am Fluss sowie ein African Fish Eagle.


Nilgänse, Löffler, Nimmersatt sowie Seidenreiher bei der Nahrungssuche im nährstoffreichen Letaba


Schreiseeadler - endlich mal in akzeptabler Entfernung / African Fish Eagle


Klippspringer, der seinem Namen gerecht wird...


Grautoko / Hornbill

Zurück im Camp verspüren wir heute keinen Drang mehr zu einen weiteren Game Drive.


Shimuwini - Chalet Nr. 9


Ausblick auf den Letaba

In der Hitze des Tages gönnen wir uns nochmals drei Stunden dringend benötigter Schlaf, waschen einige Kleidungsstücke und verbringen den Nachmittag lesend und fotografierend im Camp. Von den Bänken auf dem Rasen aus lassen sich wunderbar Flusspferde und Wasserböcke beobachten und der Hide wartet mit einer reichen Vogelwelt auf.


Shimuwini Birdhide


Graufischer & Weissstirnspint


Hier können wir stundenlang verweilen


Black Crake

Als dann nach einem wunderbaren Sonnenuntergang noch die beiden Löwenmännchen vom Morgen aus dem Dickicht auf der gegenüberliegenden Flussseite auftauchen ist es um uns geschehen - Shimuwini ist für uns das Paradies schlechthin!


Besser als auf manch einer Private Game Lodge!

Im Schwindenden Licht geniessen wir ihren Anblick und bereiten unseren Campnachbarn eine grosse Freude, als wir sie auf die Löwen hinweisen. Nach leckerem Fried Rice und Sirloin Steaks geht’s schon bald in die Welt der Träume - was für ein Tag!

Und morgen geht es nicht minder spektakulär weiter... 🤩
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zuletzt bearbeitet 16. Sept. 2018
Themenstarter547 Beiträge · seit 201420. Sept. 2018 · #46
Dienstag, 19. Dezember 2017 – getüpfelte Überraschung!
Krüger Nationalpark, Shimuwini Bushveld Camp – Shipandani Birdhide

An diesem noch frischen Morgen entscheiden wir uns für eine kleine Ausfahrt von Shimuwini über den S141-Loop bis zum Ngobeni Wasserloch.



Die Morgenstimmung am Fluss ist magisch 😊 .

Auf einer Umfahrung am Fluss beobachten wir zwei Woodland Kingfisher beim Duett. Als wir danach in gemächlichem Tempo um die Ecke biegen kann ich meinen Augen nicht trauen. Ein Leopard! Rund fünf Meter neben der Strasse liegt er einfach da und wir wären beinahe vorbeigerollt! Nicht zu laut (ich will den Leoparden ja nicht erschrecken), aber doch bestimmt fordere ich Dani zum anhalten auf. Langsam rollen wir rückwärts und stehen bald schon Aug in Aug mit diesem hübschen Kerl.





Auf diese Sichtung hatten wir insgeheim soooo gehofft. Und nun haben wir ihn eigenständig gefunden und dürfen ihn ganz allein geniessen! 🙂 Für uns einfach nur WOW! Wir trauen uns kaum zu atmen, geschweige denn zu sprechen. So nahe waren wir noch nie an einem Leoparden. Der Kater würdigt uns jedoch keines zweiten Blickes und macht sich nach kürzester Zeit vom Acker… Wie gerne hätten wir noch etwas mehr Zeit mit ihm verbracht. Wir versuchen ihm auf der Strasse zu folgen und können ihn noch einige Male im Busch sowie beim Überqueren eines Flussbetts erblicken. Danach ist er jedoch definitiv verschwunden.

Euphorisch rumpeln wir weiter und erfreuen uns an diesem schönen Tag. Ausser einigen netten Vogelsichtungen ist der restliche Drive ereignislos.


Amur-Rotfussfalke, links das Weibchen, rechts das Männchen / Amur Falcon



Am fantastischen Ngobeni Wasserloch gönnen wir uns ein ausgiebiges Frühstück. Frische Papaya, leckeres Müsli und Jogurt wandern in unsere hungrigen Mägen. Ein eifriger Graureiher leistet uns dabei Gesellschaft.


Graureiher / Grey Heron


Frühstückszeit

Gegen 9 Uhr sind wir zurück im Camp, hauen uns nochmals einige Minuten aufs Ohr und packen dann unsere Sachen zusammen. Wir räumen unser grossartiges Chalet und begeben uns zum Birdhide, wo wir einen netten Südafrikaner und seine Ehefrau kennen lernen. Es beginnt eine lebhafte Unterhaltung, während nebenbei das Federvieh die Gegend unsicher macht.


Gezanke bei den Graufischern


Malachiteisvogel / Malachite Kingfisher


Und Tschüss...


Goliathreiher / Goliath Heron und Silberreiher / Great Egret


Goliathreiher


Weissstirnspint / White-fronted Bee-eater

Die anschliessende Vogelpirsch im Camp bleibt erfolglos. Vom hübschen African Paradise Flycatcher will uns auch auf dieser Reise einfach kein gescheites Bild gelingen. Erstaunlich wie flink das Männchen mit seinem langen Schwatz durchs Geäst hüpft bzw. fliegt.

Mittlerweile macht sich Müdigkeit breit (es ist wieder um die 38°C) und es bleibt nur der Sprung in den Swimming-Pool. Shimuwini ist das einzige Bushveld Camp im Krüger mit einem Pool, welchen wir uns (natürlich erst am Abreisetag) nicht entgehen lassen wollen. Das kühle Nass tut gut und weckt unsere Lebensgeister 🤩 .



Erst nach 14 Uhr machen wir uns auf den Weg in Richtung Mopani Camp, wo wir den Schlüssel für den gebuchten Shipandani Overnight Hide erhalten werden. Es ist heiss und wir begegnen wenigen Tieren. Eine grosse Elefantenherde gräbt im trockenen Flussbett nach Wasser (und findet dieses auch). Die Zebras, Gnus, Impalas und Giraffen sind zum Glück allgegenwärtig und verhindern Langeweile. In Mopani checken wir ein und gönnen uns ein leckeres Eis mit Blick auf den gut gefüllten Damm. Gegen ein Depot erhalten wir den Shipandani-Schlüssel und werden informiert, dass unser Bettzeug und die Küchenuntensilien später von einem Mitarbeiter zum Hide gebracht werden. Das passt!

Der Overnight Hide darf ab einer halben Stunde vor Gateschluss bezogen werden und muss am nächsten Morgen eine halbe Stunde nach Gateöffnung auch wieder aufgeräumt sein. Wie zu erwarten war gibt es natürlich den einen oder anderen Besucher, der sich länger in unserem neuen "Reich" aufhält, aber irgendwann müssen zum Glück alle los. Auch für sie gelten die Gatezeiten 😈 .


Wassertriel / Water Thick-knee

Wir geniessen die Ruhe unserer rustikalen Unterkunft. Der Blick auf den Fluss bietet die Möglichkeit für fantastische Hippo- und Krokodilsichtungen.


Die Hippos fläzen gemütlich im Wasser, ausser einem gelegentlichen Grunzen regt sich wenig.



Während es langsam eindunkelt wird von einem freundlichen SanParks-Mitarbeiter unsere Ausrüstung angeliefert: ein Kanister Wasser, Decken, Moskitonetze, Geschirr, Besteck, ein Wasserkessel und Lampen. Wir richten uns heimisch ein, entfachen ein schönes Feuer und braten leckere Kudu-Boerewors. Dazu gibts bereits vorbereiteten Reissalat.

Lange sitzen wir noch auf unseren Betten mit Blick auf den Fluss, lauschen den Geräuschen der Nacht und lassen diesen wunderbaren Tag mit unserer ersten "eigenen" Leopardensichtung Revue passieren.

Leider haben wir vor lauter Geniessen kaum Fotos vom Hide geschossen. So schön wars!
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zuletzt bearbeitet 20. Sept. 2018
Themenstarter547 Beiträge · seit 201424. Sept. 2018 · #47
Mittwoch, 20. Dezember 2017 – Showdown zwischen Löwe und Krokodil
Krüger Nationalpark, Shipandani Overnight Hide – Bateleur Bushveld Camp

Der heutige Morgen startet ziemlich ereignislos. Wir schlafen bis um halb fünf (mittlerweile grenzt das an ausschlafen) und starten gemütlich in den Tag. Impalas grasen auf der Wiese vor unserem Hide und die ersten Helmperlhühner gesellen sich dazu. Der Himmel zeigt sich bedeckt und wir verabschieden uns von diesem einsamen Übernachtungsort. Am Pioneer Dam geniessen wir die Stille sowie einige Wasservögel (African Jacana, Squacco Heron, Osprey, Fish Eagle, etc.) und liefern im Mopani-Camp den Schlüssel vom Overnight Hide ab. Wir gönnen uns einen neuen Stromadapter (der letzte ist vermutlich ohne uns in Olifants geblieben) und füllen die Lebensmittelvorräte auf. Eine besondere Sichtung im Camp ist eine Gruppe Scharlachspinte, die es sich hoch oben in den Bäumen gemütlich gemacht hat. Die haben wir im Krüger irgendwie nicht erwartet (ich verbinde sie vor allem mit dem Caprivi und Botswana). Fotos gibts dann von Mapungubwe. Dort haben wir sie besser vor die Linse gekriegt als in Mopani.

Es zieht uns weiter in den Norden, über die S49 sowie anschliessend die S143 und S50 der mosambikanischen Grenze entlang. Am Nshawu Wasserloch No. 3 erspähen wir unser erstes Eland, Tsessebe-Antilopen und Gnus sowie hinter einigen Büschen eine lauernde Löwendame. Die verschwindet jedoch bald und ist nicht mehr aufzufinden. Am nächsten Wasserloch suhlt sich ein Dagga Boy im Schlamm. Um ihn herum 'wuseln' zwei Honigdachse.


Honigdachse und Büffel, leider weit entfernt...


Nshawu

Auf der Weiterfahrt entdecken wir viele Elefanten. Wir sind immer wieder überrascht, wie diese Riesen im Mopane-Busch unsichtbar werden, obwohl sie nur wenige Meter neben der Strasse stehen.


Grauer Riese, grauer Himmel und Mopane-Busch


Lappenstar (Weibchen) / Wattled Starling

Am Grootvlei Damm beobachten wir lange eine grosse Büffelherde beim trinken und baden.


Büffel mit Gelbschnabel-Madenhacker




Büffel beim Trinken mit Ente (Zwergtaucher? / Little Grebe)


Nimmersattstörche und Löffler


Es herrscht ein reges Kommen und Gehen




Viele Jungtiere sind mit von der Partie

Vom Nyawutsi Hide sind wir etwas enttäuscht. Ausser einem Woodland Kingfisher-Päärchen herrscht gähnende Leere. Später treffen wir auf einen Elefanten-Roadblock mit einigen ziemlich unentspannten Artgenossen. So verbringen wir etwa eine halbe Stunde mit abwarten, rantasten, retour fahren und das Ganze gleich wieder von vorne. Sowieso erleben wir die Dickhäuter im nördlichen Krüger als etwas aggressiver bzw. dominanter als im mittleren Krüger. Bei gebührendem Abstand kommt man jedoch meist problemlos klar. Immerhin entsteht irgendwann während der Wartezeit dieses Foto eines Weissstirn-Bienenfressers.


Weissstirn-Bienenfresser / White-fronted Bee-eater

Kurz vor Shingwedzi entdecken wir auf der anderen Seite des Flussbetts zwei Löwendamen, welche sich parallel zur Strasse fortbewegen. Wir ahnen noch nicht, welches Spektakel uns gleich erwarten wird! Weiter vorne stehen bereits einige Autos. Die beiden Löwendamen gehören nämlich zu einem grösseren Rudel, welches vor einiger Zeit ein Büffelkalb gerissen hat und dieses gerade genüsslich verspeist. Nun möchte ich vor allem Bilder sprechen lassen.








So sieht Genuss aus!

Total zählen wir zwei Löwenmännchen sowie sechs Löwendamen. Es ist drollig anzusehen, wie die Tiere miteinander schmusen und spielen. Die beiden Männchen verteidigen 'ihren' Kill gegenüber ihren Familienangehörigen vehement und lassen wirklich niemanden anderen ran. Immer wieder versuchen die hungrigen Löwinnen, auch etwas abzubekommen. Dasselbe haben jedoch auch noch andere im Sinn. Seht selbst:





Richtig hinterlistig nähern sich der Löwenfamilie von mindestens drei Seiten grosse Nilkrokodile. Sie schieben sich einige Schritte vor, legen sich dann wieder einige Minuten zur Ruhe und nähern sich so Schritt für Schritt dem Büffelkadaver. Es ist herrlich anzusehen, wie heillos überfordert die Löwen(-männchen) mit dieser Situation sind. Mit dem Panzertier können sie einfach nichts anfangen…


Neugierige Löwen


Duell 2:2


Krokodile von oben, von unten und von links

Der Angriff eines der Krokodile ist von Erfolg gekrönt. Es entschwindet dem Tumult äusserst agil mit einem grossen Stück Knochen und bringt sich im Fluss in Sicherheit. Ein weiteres Krokodil folgt diesem sofort und nun geht das Gestreite im Wasser weiter. Eine unglaubliche Sichtung!





In der Zwischenzeit nähert sich eine junge Löwin neugierig einem etwas entfernter liegenden Krokodil. Immer wieder tippt sie den Schwanz des Krokodils mit ihrer Pfote an und macht einen erschrockenen Sprung rückwärts, sobald sich das Krokodil bewegt. Wir können uns kaum halten vor Lachen ab dieser absurden Situation! Wer wäre wohl schlussendlich stärker? Die doch etwas hinterlistig agierenden Krokodile, oder doch der als 'König der Tiere' geltende Löwe… Wir lassen die Antwort hier offen. Fürs uns sah es in etwa nach Gleichstand aus. Diese Sichtung schlägt definitiv vieles, was wir auf bisherigen Afrika-Reisen gesehen haben!


Mittlerweile hat einer der Löwen den Riss etwas weiter weg geschafft. Einen weiteren Teil der Beute wollen sie sich definitiv nicht mehr streitig machen lassen...

Nach über zweieinhalb Stunden reissen wir uns los und fahren via Shingwedzi zum Bateleur Bushveld Camp. Wieder einmal sind wir einfach nur hell begeistert vom Krüger! Bei einem leckeren Glas Wein und Chicken Wings vom Grill sinnieren wir noch lange über diesen hammermässigen Nachmittag!


Sunset mit Baobab
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zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2018
1'324 Beiträge · seit 201324. Sept. 2018 · #48
Klasse Bericht mit tollen Bildern (ein bisschen weniger Farbe würde sie noch schöner machen, aber das ist jammern auf hohem Niveau).
Gefällt mir super gut.
Die Löwen-Croc Sichtung war ja der Hammer.
Die Vögel habt ihr klasse eingefangen (Brennweite?). Bin das erste mal Anfang November im Park, mal sehen wie es da um die Vögel steht.

Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
5'479 Beiträge · seit 200925. Sept. 2018 · #49
Da habt Ihr wirklich eine ganz außergewöhnliche Sichtung erlebt. Obwohl ich mich viel und intensiv mit der Tierwelt Afrikas beschäftige, ist es das erste Mal, dass ich Bilder davon sehe, wie sich Löwen und Krokodile um eine Beute streiten.

Mir gefallen die kräftigen Farben sehr gut.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
1'624 Beiträge · seit 201525. Sept. 2018 · #50
Eure Löwen-Krokse Sichtung ist der absolute Wahnsinn- würde viele Leoparden dagegen tauschen 😎 ich glaub, ich muss mal wieder in den Krüger 🤩
die Fotos sind allerdings auch richtig gut geworden- ein Traum.
viele Grüße Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
Themenstarter547 Beiträge · seit 201425. Sept. 2018 · #51
Liebe Mitreisenden! Herzlichen Dank für eure lieben Kommentare zu meinem Bericht 🙂.

Zu den Farben/der Sättigung der Fotos 😗 Das ist einerseits natürlich wahnsinnig Geschmacksache und andererseits auch stark vom Bildschirm abhängig, auf dem man die Fotos betrachtet. So empfinde ich besonders das Grün auf unseren Fotos auf meinem Laptop häufig auch als recht 'grell', während es bei Dani auf dem Computerbildschirm deutlich weniger leuchtet. Aber wie gesagt, da ist bei uns Dani der Chef. Er fotografiert und bearbeitet die Fotos, ich kümmere mich um den Bericht. Und das ist auch gut so 🤩 Aber darüber lässt sich sicherlich diskutieren, dass ist wahr. 😁
lionfight schrieb:Klasse Bericht mit tollen Bildern (ein bisschen weniger Farbe würde sie noch schöner machen, aber das ist jammern auf hohem Niveau).
Gefällt mir super gut.
Die Löwen-Croc Sichtung war ja der Hammer.
Die Vögel habt ihr klasse eingefangen (Brennweite?). Bin das erste mal Anfang November im Park, mal sehen wie es da um die Vögel steht.

Gruß!
der Joe
Hallo Joe

Die Löwen-Krokodil-Sichtung war wirklich der Hammer! Mit so was hätten wir nie gerechnet im Krüger...
Die Vögel wurden mehrheitlich mit einer Canon 7d Mark II mit 500mm Festbrennweite eingefangen.
November im Krüger wird bestimmt klasse! Da sind die meisten Sommerbesucher bereits im Krüger eingetroffen.
Topobär schrieb:Da habt Ihr wirklich eine ganz außergewöhnliche Sichtung erlebt. Obwohl ich mich viel und intensiv mit der Tierwelt Afrikas beschäftige, ist es das erste Mal, dass ich Bilder davon sehe, wie sich Löwen und Krokodile um eine Beute streiten.

Mir gefallen die kräftigen Farben sehr gut.
Hallo Topobär

Vielen Dank für die Komplimente, ich werde sie dem Fotografen weiterleiten. Diese Sichtung hat uns wirklich aus den Socken gehauen. Mit der hatten wir nie und nimmer gerechnet. Sowas erwartet man eher in der Masai Mara oder in Botswana. Ich war noch selten so fasziniert wie in diesen zweieinhalb Stunden (und den Stunden danach...)
sphinx schrieb:Eure Löwen-Krokse Sichtung ist der absolute Wahnsinn- würde viele Leoparden dagegen tauschen 😎 ich glaub, ich muss mal wieder in den Krüger 🤩
die Fotos sind allerdings auch richtig gut geworden- ein Traum.
viele Grüße Elisabeth
Hallo Elisabeth

Dani war von Beginn weg sehr skeptisch gegenüber dem Krüger. Massentourismus, Zoo-Feeling, zu viel Busch für gute Sichtungen, etc. waren vor der Reise das Thema. Bereits nach den ersten Tagen waren diese Bedenken für ihn verflogen. Natürlich bedarf es etwas Planung, um diese Probleme zu umgehen. Der Krüger lohnt jedoch allemahl (und immer wieder 🤩 ). Wir würden sofort wieder hin (wenn da nicht der KTP diesen November auf uns warten würde 😉 ) Ich habe selten eine solche Tiervielfalt kombiniert mit unkompliziertem Selbstfahren erlebt...

Ich will mir mal nicht vorstellen, wir hätten zwischen unseren Leopardensichtungen und der Löwen-Krokodil-Aktion wählen müssen 😵 Das wär schwierig geworden... Aber wir hatten Glück - und von beiden Spezies tolle Sichtungen (mit definitiv weniger Action seitens der Leoparden).
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zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2018
1'624 Beiträge · seit 201526. Sept. 2018 · #52
kann Deine Ausführung zum Krüger Park unterschreiben, wir sind dort noch nie enttäuscht worden. Würde übrigens nicht alle Leoparden eintauschen 😎
schöne Tag Elisabeth
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1'324 Beiträge · seit 201326. Sept. 2018 · #53
Ich bin ja auch bekennder Fan des Kruger NP, allerdings ist für mich in der Regel Satara, der südlichste Punkt. Trotz Besuchen in anderen afrikanischen Parks hat sich für mich die Mischung aus Selbstfahren und Besuch einer privaten Lodge im Greater Kruger als optimale Kombi herausgestellt.
Nur den KTP besuche ich genauso gerne.
Superschön empfand ich auch den Tuli Block, allerdings nur wenn man einen Fahrer erwischt, der nicht täglich auf Katzenjagd geht. (Das finanzielle mal ausgeklammert.)


Gruß!
der Joe
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Themenstarter547 Beiträge · seit 201405. Okt. 2018 · #54
Donnerstag, 21. Dezember 2017 – Hunde und Katzen
Krüger Nationalpark, Bateleur Bushveld Camp

Nach einer ruhigen Nacht in Bateleur machen wir uns bei Gateöffnungszeit wie gewohnt auf den Weg. Zebra, Elefanten, Büffel und Giraffen bescheren uns die ersten guten Sichtungen, jedoch bei stark bewölktem Himmel und schlechten Lichtverhältnissen. Auf der S52 geht es nach Shingwedzi. Auf der Sichtungstafel waren dort gestern und vorgestern Wild Dog-Sichtungen eingetragen. Vielleicht hat uns das Glück ja noch nicht verlassen, wer weiss 🤪 .

Beim Abzweiger zum Shingwedzi Camp treffen wir auf einige andere Autos und diese noch faulen Gesellen. Hab ich schon mal gesagt, dass ich Hyänen liebe 🤩 !



Wir parkieren und geniessen 😁. Mit der Zeit kommt etwas Schwung in die Truppe.









Nur die Mamma will noch nicht so recht aufwachen… (Die hatte wohl eine strenge Nacht mit dem Nachwuchs 😄 )





Irgendwann reissen wir uns los vom Tüpfelhyänen-Clan, machen in Shingwedzi einen Toiletten-Stopp und kaufen Wasser und Zahnpasta.

Auf der S50 beobachten wir lange eine Hornrabenfamilie und stossen bald darauf auf ein etwa fünfzehnköpfiges Wild Dog Rudel im Flussbett. Was für ein Glück! Auf diese Sichtung hatte ich insgeheim gehofft. Dass sie nun wahr wird ist einfach unglaublich 🤩 .



Die Wildhunde sind wahnsinnig aktiv und es wuselt nur so im trockenen Flussbett. Mal nähern sie sich einer kleinen Zebrafamilie, kurz darauf sind sie hinter einem Warzenschwein her. Zum laut loslachen ist die Szene, als sich eine grosse Büffelherde im gestreckten Galopp nähert und im ersten Moment erschreckt umkehrt, als sie die Wildhunde entdecken. Erst nach einigen Momenten fällt den Büffeln ein, dass sie zum einen in der Überzahl und zum anderen auch von kräftigerer Statur als die filigranen Wildhunde sind 😣 .



Nun entfernen sich ihrerseits die Wildhunde in raschen Sprüngen. Der Busch ist dicht. Glücklicherweise erspähen wir immer wieder mal einige der Hunde und können sie später auf der Strasse über dem Fluss nochmals beobachten. Was für ein Erlebnis, diese gefährdeten und seltenen Tiere so nah zu erleben!





Wieder einmal sind wir einfach sprachlos. Hammer! 😄 Auch ein erneuter Jagdversuch auf ein Warzenschwein scheitert. Dieses schiesst pfeilschnell an unserem Auto vorbei, die Wildhunde im Schlepptau. Nach einer halben Stunde ist das Spektakel vorbei und die Wild Dogs verziehen sich in die Büsche. Hin und wieder können wir sie erspähen, sie liegen jedoch nur noch müde im Gras. So ziehen wir langsam weiter und erfreuen uns an der farbigen Vogelwelt.


Senegalliest / Woodland Kingfisher


Europäischer Bienenfresser / European Bee-eater

Bei den Löwen von gestern ist nichts mehr vom Büffelkadaver zu sehen. Wenige Meter flussaufwärts liegt das ganze Rudel faul im Schatten. Hier ist aktuell nicht mehr viel zu holen. Wenigstens können wir jetzt erkennen, dass es gesamthaft zwei Löwenmänner und acht ausgewachsene Löwendamen sind, die zur Familie gehören. Wir beobachten sie eine Weile und entschliessen uns dann, langsam zurück in Richtung Bateleur zu fahren.

Auf dem Rückweg entdecken wir das Wilddog Pack nochmals, sie liegen immer noch faul im Busch. Uns zieht es weiter, es ist bereits mittags um zwölf.

Unser Plan, den Nachmittag gemütlich im Camp zu verbringen scheitert am nächsten 'Highlight' 😗 . In der Region Red Rocks entscheiden wir uns glücklicherweise für den 'richtigen' Loop und entdecken relativ weit weg auf einem hohen Baum eine junge Leopardendame!



Uns ist klar - wir werden den Nachmittag hier verbringen! Wir richten uns häuslich ein. Was gibt es tolleres, als stundenlang bei einer so grossartigen Sichtung zu sitzen! 🤪 Gelegentlich verzieht sich die Leopardin ins dichte Blätterdach des Baumes und ist nicht mehr zu sehen. Ich widme mich in diesen Zeiten meinem spannenden Buch und Dani holt etwas Schlaf nach.



Immer wieder kommt die Katze nach vorne, schaut interessiert einer in der Senke fressenden Giraffe zu und wechselt alle paar Minuten ihre Position. Das Hin und Her geht drei Stunden und wir sind entzückt! 😘 Es gesellt sich hin und wieder ein anderes Auto zu uns. Geduld zu bleiben hat jedoch niemand. Irgendwann wird es der Leopardin zu bunt. Etwas unsicher, aber doch zielstrebig klettert sie kopfvoran vom hohen Baum.



Wir können sie noch zwei Mal kurz im Flussbett erspähen, dann ist sie verschwunden. Was für Sichtungen heute: ein Hyänen-Clan, Wild Dogs und auch noch ein Leopard! Weil sich die Sonne mittlerweile am Himmel zeigt entschliessen wir uns, erst abends zurück ins Camp zu fahren. Neben den üblichen Verdächtigen erfreuen wir uns besonders an diesen zwei Piepmatz-Sichtungen:


Rotkappenschwalbe / Wire-tailed Swallow


Braunkopfliest / Brown-hooded Kingfisher

Nach über dreizehn Stunden Gamedrive sind wir erschöpft, aber glücklich 🤪 . Im Camp inspizieren wir noch den Birdhide, unterhalten uns mit netten Campmitbewohnern und braten uns dann ein leckeres T-Bone-Steak. Schon um neun Uhr hauen wir uns todmüde aufs Ohr. Was für ein Tag!
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zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2018
751 Beiträge · seit 201105. Okt. 2018 · #55
Absolut grandiose Fotos!

Danke fürs´s Zeigen und Berichten,
VG, Nette
2'516 Beiträge · seit 200905. Okt. 2018 · #56
So ein Foto vom Woodland Kingfisher hätte ich auch gerne im Fundus. Klasse!

Ich schliesse mich Nette an und danke für den Bericht.
Viele Grüße, Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
139 Beiträge · seit 200905. Okt. 2018 · #57
Tolle Erlebnisse hattet Ihr und das an nur einem Tag !!
Be unserem letzten Krüger Aufenthalt (ganze 8 Tage) hatte wir keinen Leo, keine Wildhunde und leider auch keine gefleckte.

Was sagt uns das?
Immer wieder in den Krüger fahren, die Highlights warten praktisch hinter jeder Ecke.
LG Micha
8'684 Beiträge · seit 201011. Okt. 2018 · #58
Hallo Steffi,

jetzt habe ich endlich auch mal wieder Zeit und Muse gehabt, um hier aufs Laufenden zu kommen - wow, da habt Ihr ja tolle Erlebnisse gehabt und ebensolche Fotos davon geschossen 🤩 !

Mein absoluter Favorit (von den letzten Fotos) ist dieses hier:

D1754491.jpg


😘 😘 😘

Danke und liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
1'324 Beiträge · seit 201312. Okt. 2018 · #59
Wilddogs und Leoparden. Wie genial.
Klasse!


Gruß!
der Joe
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4'382 Beiträge · seit 201513. Okt. 2018 · #60
Hallo Steffi,
bisher kam ich - weil urlaubsbedingt nur Schmarrnphon zur Verfügung - nur in den Genuß Deines Textes - jetzt endlich kann ich die Bilder in voller Pracht ansehen (sie bauen sich seeehr langsam für meine Ungeduld auf!) - und bin begeistert! Danke!
Viele Grüße
Friederike
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