panther1'292 Beiträge · seit 200707. Sept. 2017 · #41
Hallo Adriana,
adriana schrieb: jeweils 40 $ pro Person und 9 $ für das Auto.
Wobei die 9$ bzw. 30.000 UGX nur einmalig pro Park fällig werden. Egal wie viele Tage man im Park ist. War zumindest bei uns so.
Schön daß ihr Löwen gefunden habt 🙂 auch wenn sie nicht auf dem Baum waren. Die Baumlöwen findet man unseres Wissens nach eher im südlichen Teil. Zumindest sind auf der Karte jede Menge mögliche "Löwenbäume" hauptsächlich im südlichen Teil eingezeichnet.
In der Enjojo Lodge haben wir es leider versäumt die anderen Unterkünfte anzusehen. Aber dank dir haben wir das ja jetzt nachholen können. Sehen sehr gut aus. Und eurem Urteil bzgl. dem Essen können wir uns nur anschliessen 🙂
CICicero45 Beiträge · seit 201407. Sept. 2017 · #42
@ Adriana und Panthers Danke für die Klarstellung! Ich habe gedacht, entscheidend ist die Nationalität des Fahrers. 😊 Das sind ja gute Nachrichten. Da ist unser Budget hiermit aber deutlich entlastet worden. 🙂
Liebe Grüße Cicero
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201308. Sept. 2017 · #43
8. Tag Samstag, 22. Juli 2017 Bwindi Impenetrable National Park (Uganda) - Rushaga Gorilla Camp
Heute werden wir weiter nach Süden fahren, zum Bwindi Impenetrable National Park, wo wir morgen das Gorilla-Tracking machen. Wir haben eine lange Fahrt vor uns, also stehen wir früh auf. Ich bin mir auch nicht 100% sicher, wie wir fahren, aber dazu später.
Wir frühstücken auf der Terrasse und beobachten die kleinen Affen beim Spielen, was für ein schöner Morgen. Patrick erzählt uns, dass er ein britisches Paar als Gäste hat und deren Wagen einfach nicht startet. Wir stellen fest, dass wir den gleichen Autovermieter haben und ich sage den Briten, wo sie anrufen sollen. Ja, das hatten sie auch vor. Ich unterhalte mich noch mit Matthias darüber, denn wir hatten vor 3 Tagen auch ein ähnliches Problem und eigentlich haben wir dieses Problem immer noch, der Wagen startet nicht mehr, wenn der Motor heiß ist. Der Autovermieter hatte uns 2 Mechaniker geschickt, sie haben anscheinend nicht viel geholfen... Dieses Problem gehört jetzt zur Rubrik "bekannte und somit ungefährliche Macken des Wagens"... Wir fragen nach der Rechnung und Matthias geht schnell noch zum Auto, den Reiseführer holen. Als er zurück kommt, spricht sein Gesichtsausdruck Bände. Er sagt nur kurz "Kümmere dich um die Rechnung, wir haben einen Platten" und ist sofort weg. Wummm! Eben waren wir noch froh, nicht in der Haut der Briten zu stecken und jetzt sitzen wir selbst in … ähm… dem selben Boot! Der zweite Platten innerhalb von 5 Tagen, jetzt verstehe ich, warum im Mietvertrag extra steht, dass der Kunde sich selbst um die Reifen kümmern muss. Ich zahle und gehe dann zum Parkplatz, Matthias wechselt ganz allein den Reifen und ist überall mit Dreck verschmiert. Als er fertig ist, muss er natürlich nochmal duschen. Inzwischen ist es schon fast 9 Uhr! Wir fahren los, Richtung Süden, d.h. wieder nach Kihihi, wie gestern. Reifen wechseln, ganz easy:
In der Nähe des südlichen Gate steht ein Auto mit Turisten auf der Hauptstraße, eine Rangerin ist ausgestiegen und guckt sehr konzentriert mit dem Fernglas. Na, dann halten wir auch an und holen unser Fernglas. Ich gucke in die selbe Richtung wie die Rangerin, zu einem großen Baum und sehe, oh, ich kann es nicht fassen, ich sehe im Baum einen Leoparden! Ganz aufgeregt gebe ich Matthias das Fernglas, er sieht ihn auch und wir stellen fest, dass wir in diesem Augenblick endlich die kompletten Big Five gesehen haben: Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel, Leopard. Die Katzen lieben uns doch!! Jemand aus dem Auto sagt uns, dass ein paar Meter weiter auch noch Löwen zu sehen sind. Die haben wir nicht gesehen und wir fahren auch nicht mehr zurück.
Glücklich fahren wir weiter nach Kihihi und jetzt scheint das Problem mit dem Reifen auch nicht mehr so schlimm zu sein, wir sind in Afrika, alles easy. Fahrt nach Kihihi: Fahrt nach Kihihi - Wasserstelle: Fahrt nach Kihihi:
In Kihihi fragen wir an der ersten Tankstelle, die Patrick uns empfohlen hat, ob man unseren kaputten Reifen flicken kann. Ja, machen sie, wird so ungefähr 45 Minuten dauern. In dieser Zeit laufen wir ein bisschen durch die Stadt und biegen auf eine Seitenstraße ab, zum Markt. Wir waren mehrmals im südlichen Afrika unterwegs, aber was wir hier in Uganda sehen, ist etwas ganz Anderes! Wir stellen fest, dass Armut erfinderisch macht. Wir sehen eine Fahrrad- und Motorrad-Werkstatt, wie man in Europa niemals sehen würde, eine Schlachterei wie aus dem Film, Fahrräder aus Holz voll mit allem Möglichen beladen, Straßenküchen, verschiedene Obstsorten in schön aufgeschichtet, Motorräder ohne Ende und ein Menschengewühl! Wir sind die einzigen Weißen weit und breit und anscheinend verirren sich nicht viele Touristen in diese Gegend. Schnell bildet sich eine große Schar von Kindern, die hinter uns laufen und rufen "Muzungu! Muzungu!", das bedeutet "der/die Weiße". Auch die anderen Menschen, an denen wir vorbei gehen, eng um uns herum, rufen "Muzungu, how are you!". Ich trage den gesicherten Rucksack mit Wertsachen und laufe etwas vorsichtig vor Matthias, damit er den Rucksack im Blick hat, er ist aber total entspannt. Hier sieht man definitiv nicht sehr oft Weiße. Die Menschen sind sehr neugierig auf uns, mindesten so wie wir auf sie, aber niemand versucht, uns mit seiner Ware zu belagern und zum Kauf zu animieren.
An einer Straßenküche auf dem Markt bestellen wir uns Chapati, das ist eine Art dünnes Fladenbrot und wird vor unseren Augen frisch gebacken. Wir sehen, wie ein Einheimischer das Chapati in eine Soße mit braunen Bohnen tunkt, aber wir brauchen sie nicht, das frische warme Brot schmeckt allein köstlich. Für unterwegs kaufen wir von den Frauen, die direkt auf der Erde sitzen und verschiedene Ware anbieten, Samosa, eine Art frittierte Teigtaschen gefüllt mit Reis oder mit Bohnen und Mais.
Jetzt müsste auch unser Reifen fertig sein und wir kehren zurück zur Tankstelle. Die Jungs haben 3 Stellen gefunden und so gut wie möglich repariert. Jetzt frage ich, was sie dafür haben wollen. 35.000 Uganda Shillings sagt mir der Junge. An der Lodge hatte mir Patrick gesagt, dass das 15.000 kostet und dass sie von uns wahrscheinlich 30.000 verlangen werden. Ich sage dem Jungen, dass er 20.000 kriegt und basta, aber er guckt enttäuscht und wiederholt seinen Preis. Nein, ich habe keine Lust zu feilschen, auch wenn ich das kann, die Jungs haben ihre Arbeit getan, also gebe ich ihm das Geld und er freut sich. Muzungu zu sein, hat eben auch Nachteile.
An der Tankstelle in Kihihi: Kihihi - Fahrradwerkstatt: Kihihi - Autowerkstatt: Kihihi - Markt: Kihihi - Markt: Kihihi - Markt: Kihihi - Markt: Kihihi - Chapati: Kihihi - Tradition vs. Modern: Kihihi - Kleidungsmarkt:
Inzwischen ist es nach 10 Uhr und wir machen uns endlich auf den Weg nach Bwindi NP. Wir müssen nach Rushaga, das ist der südlichste Teil des Parks. Natürlich habe ich mir vorher Gedanken darüber gemacht, wie wir dahin fahren und ich bin auch der Meinung, dass ich gute Offroad Maps auf meinem iPad habe (so gut eine gratis App mit gratis Maps eben sein kann *ggg* ), aber im südlichen Teil finde ich irgendwie die Verbindung zwischen den Pisten nicht. Hinzu kommt noch, dass ich im Auto kein GPS Signal habe, also müssen wir immer wieder, wenn wir uns nicht mehr sicher sind, anhalten, dann gehe ich mit dem iPad raus und warte ein paar Sekunden, bis ich GPS habe. Im Wagen haben wir ein tolles Garmin-Navi, mit dem ich mich noch nicht so beschäftigt habe, weil es immer wieder aus geht. (Das gehört auch zu den "bekannten und somit ungefährlichen Macken des Wagens") . Wir entscheiden uns, so zu fahren, wie mein Plan grob ist: erst bis zum Ort Butogota, an der Grenze zur DR Kongo, dann durch den Bwindi NP, über Ruhija und dann werden wir die Verbindungsstraße suchen.
Der Plan funktioniert ganz gut und die Schotterpiste ist erstaunlich gut. Wir fahren durch kleine Dörfer, die nur 3-5 Häuser haben, die Leute winken uns immer wieder zu, sind sehr freundlich. Besonders die Kinder sind neugierig und laufen manchmal hinter unserem Auto her. Immer wieder sehen wir Tee- und Bananen-Plantagen, die Landschaft ist wunderschön. Aber als wir durch den Bwindi NP fahren, sind wir überwältigt. Der Dschungel ist mitten in den Bergen, wir fahren über Serpentinen und steigen immer mehr, bis auf 2600 Meter, die Wolken umgeben uns und man sieht überall den Dampf aufsteigen. Selbst die Fotos können diese Schönheit nicht wiedergeben.
Wir verlassen den Park über die östliche Seite und fahren jetzt zu der südlichen Seite, um nach Rushaga zu kommen. Ab Muko haben wir sogar ein paar km Asphalt, sowas haben wir seit fast einer Woche nicht mehr gesehen! Dann kommt wieder die Schotterpiste und die wird immer schlimmer und schlimmer. Große, scharfkantige Steine, große Löcher, hoffentlich halten unsere Reifen, die anscheinend nicht die besten sind. Ich muss mehrmals die Position per GPS prüfen, denn Matthias ist der Meinung, dass man hier unmöglich mit Touristen fahren kann. Doch, kann man… Auf der Fahrt nach Bwindi NP: Auf der Fahrt nach Bwindi NP - Teeplantage: Auf der Fahrt nach Bwindi NP: Auf der Fahrt nach Bwindi NP: Auf der Fahrt nach Bwindi NP: Bwindi NP: Bwindi NP: Bwindi NP: Bwindi NP: Bwindi NP: Bwindi NP: Bwindi NP - Mittagspause: Auf der Fahrt nach Rushaga:
Nach 6 Stunden Fahrt kommen wir endlich in Rushaga an, wir sind jedoch nicht müde, denn bis auf die letzten 25 km hatten wir nur gute Piste und wir wurden durch die schöne Landschaft mehr als entschädigt. Unsere Lodge "Rushaga Gorilla Camp" ist nah an dem Headquartier des National Parks und wir sind total begeistert von dem Zimmer, von der Terrasse und von der Lage. Von der Restaurant-Terrasse hat man eine schöne Sicht auf den Urwald. Als wir zum Restaurant gehen, kriegt Matthias einen Schock: ein netter Angestellter hat unser Auto gewaschen und zeigt uns stolz sein Werk, das Auto sieht wie neu aus! Das jedoch gefällt Matthias gar nicht, er meint, ein Offroad Wagen muss staubig und schmutzig sein!
Bei einem kleinen, akzeptablen Dinner und einem Nile-Bier versuchen wir, uns zu entspannen, denn morgen ist der große Tag, der Tag des Gorilla-Trackings und wir sind soooo aufgeregt! Rushaga Gorilla Camp: Rushaga Gorilla Camp: Rushaga Gorilla Camp:
panther1'292 Beiträge · seit 200708. Sept. 2017 · #44
Hallo Adriana,
einen Leo zu sehen ist natürlich der Hammer. Da haben es die Katzen ja wirklich gut mit euch gemeint 🙂 Dass ihr allerdings so viel Pech mit dem Auto hattet ist natürlich weniger schön 🙁 Ihr habt ja einen ganz anderen Weg nach Rushaga genommen als wir. Sieht aber sehr gut aus und von der Dauer war es ja genauso. Die Cabin sieht auch gut aus. Wenn sie, was ich hoffe, nicht so hellhörig war wie unser "Luxury Tent" 😄
Wir sind gespannt auf eure Erlebnisse beim Gorilla-Tracking.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200908. Sept. 2017 · #45
adriana schrieb: Als wir zum Restaurant gehen, kriegt Matthias einen Schock: ein netter Angestellter hat unser Auto gewaschen und zeigt uns stolz sein Werk, das Auto sieht wie neu aus! Das jedoch gefällt Matthias gar nicht, er meint, ein Offroad Wagen muss staubig und schmutzig sein!
Das sieht man in Afrika ganz anders. Da muss ein Auto immer sauber sein. Auch wenn man sofort nach dem Putzen wieder eine Schlammpiste unter die Räder nimmt. Die Tourguides waschen jeden Abend Ihre Wagen. Wir wurden sogar schon von der Polizei angehalten, weil unser Wagen zu dreckig war.
picco6'369 Beiträge · seit 201108. Sept. 2017 · #47
Hoi Adriana
Ich staune etwas darüber wie Ihr die Pisten erlebt! 🤩 Für mich waren die Pisten im Bwindi zwar etwas holperig, mehr aber auch nicht. 😉 Ich nehm mal an dass die unterschiedliche Wahrnehmung darauf beruht dass mir die Pisten Ostafrikas besser bekannt sind als die offenbar besseren Pisten des südlichen Afrikas. Welche Gruppe Ihr besuchen werdet interessiert mich auch schon brennend! Wenn Du jetzt 'Nshongi' schreibst dann kleb ich am Bildschirm, denn das war 'unsere' Gruppe damals während der Rwanda-Uganda-Tour 2013! 😁
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201310. Sept. 2017 · #48
panther schrieb: einen Leo zu sehen ist natürlich der Hammer. Da haben es die Katzen ja wirklich gut mit euch gemeint 🙂
Und dann auch noch direkt an der Hauptstraße, wir mussten nicht mal Eintrittsgebühren zahlen. 🤩
panther schrieb: Dass ihr allerdings so viel Pech mit dem Auto hattet ist natürlich weniger schön 🙁
Der Supergau steht uns noch bevor... 🙁
panther schrieb: Die Cabin sieht auch gut aus. Wenn sie, was ich hoffe, nicht so hellhörig war wie unser "Luxury Tent" 😄
Nein, überhaupt nicht. Die Wände waren, glaube ich, aus Holz, wir haben nichts von den Nachbarn gehört.
Topobär schrieb: Das sieht man in Afrika ganz anders. Da muss ein Auto immer sauber sein. ... Wir wurden sogar schon von der Polizei angehalten, weil unser Wagen zu dreckig war.
Oh, das wußte ich nicht! Jetzt verstehe ich auch, warum überall so viele Car-Wash vorhanden sind.
ANNICK schrieb: Auf euer Gorilla Tracking bin ich auch sehr gespannt! 😁
Es geht gleich los!
picco schrieb: Ich staune etwas darüber wie Ihr die Pisten erlebt! 🤩 Für mich waren die Pisten im Bwindi zwar etwas holperig, mehr aber auch nicht. 😉 Ich nehm mal an dass die unterschiedliche Wahrnehmung darauf beruht dass mir die Pisten Ostafrikas besser bekannt sind als die offenbar besseren Pisten des südlichen Afrikas.
Überhaupt spielt das "bekannt" oder "unbekannt" eine große Rolle! Zwei Tage später, auf der Rückfahrt, fanden wir die Piste zwar unbequem, aber nicht mehr sooo schlimm wie bei der Hinfahrt. Ich muss jedoch sagen, dass wir insgesamt auf dieser Reise die schlimmsten Pisten gesehen haben, auf denen wir jemals gefahren sind.
picco schrieb: Welche Gruppe Ihr besuchen werdet interessiert mich auch schon brennend! Wenn Du jetzt 'Nshongi' schreibst dann kleb ich am Bildschirm, denn das war 'unsere' Gruppe damals während der Rwanda-Uganda-Tour 2013! 😁
Du kannst wieder vom Bildschirm runterkommen, es war eine andere Gruppe. 🤩
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201310. Sept. 2017 · #49
9. Tag Sonntag, 23. Juli 2017 Bwindi Impenetrable National Park (Uganda) - Rushaga Gorilla Camp
Unsere begehrten Gorilla-Permits:
Der große, der ganz große Tag ist gekommen! Ich habe kaum geschlafen, bin aufgeregt und freue mich auf die Begegnung mit den Berggorillas. Sie sind der Hauptgrund für diese Reise. Um 6:15 Uhr klingelt der Wecker, um 7 Uhr wird gefrühstückt. Wir sind gut ausgestattet, jeder hat in seinem Rucksack eine Regenjacke, eine Regenhülle für den Rucksack, 1.5 Liter Trinkwasser, dazu Gamaschen und Handschuhe.
Um 7:30 Uhr fahren wir los zum Headquartier, es dauert nur 10 Minuten und wir sind da. Wir gehen noch 5-10 Minuten auf einem schlechten Weg zur Anmeldung. Ich lege unsere Permits vor, will uns auf die Liste eintragen und erfahre, dass wir unsere Reisepässe brauchen. Die sind aber im Auto! Matthias muss zurück und holt die Pässe. Um 8 Uhr beginnt das Briefing. Ein Ranger gibt uns verschiedene Infos über den Park und erklärt uns die Regel: immer beim Guide bleiben, bei den Gorillas nichts trinken, nichts essen, keinen Müll im Dschungel hinterlassen usw. Nach circa einer halben Stunde werden wir draußen in Gruppen aufgeteilt. Wir sind insgesamt circa 80 Teilnehmer, so grob geschätzt und werden in Gruppen a 8 Personen aufgeteilt. Ein Ranger kommt zu uns und wählt uns für die Gorillafamilie Busingye aus. Dabei sind noch ein holländisches Paar und eine Familie mit 2 erwachsenen Kindern aus Großbritannien. Die britische Familie kennen wir, sie wohnt in der gleichen Lodge wie wir. Der Ranger stellt sich vor, er heißt Obid und wird unser Guide sein. Wir werden noch von einem bewaffneten Ranger und einem bewaffneten Polizisten begleitet. Ein Porter (Gepäckträger) kommt auch mit, er wurde von den Briten für den Sohn engagiert. Unser Guide Obid erklärt uns noch ein paar Regel und sagt uns, dass für unsere Gruppe noch zwei Tracker (Spurensucher) vorausgeschickt wurden, sie sollen die Gorilla-Familie finden.
Wir müssen noch ein paar km bis zum Startpunkt mit den Autos fahren und nach dem obligatorischen "Where is your driver??" steigt Obid ein und fährt bei mir und Matthias mit. Die Piste ist in ziemlich schlechten Zustand und unterwegs überholen wir mehrere Teilnehmergruppen, die bereits an ihre Startpunkte angekommen sind. Anscheinend werden wir den längsten Weg haben und ich befürchte schon, dass wir die Arschkarte gezogen haben. Nach einer halben Stunde dürfen wir endlich stoppen, wir steigen aus und es geht los!
Willkommen in Bwindi NP: Wir sind der Busingye-Gruppe zugeteilt: Unsere Gruppe: Es geht los:
Ich werde dieses Tracking so beschreiben, wie ICH es erlebt und empfunden habe.
Das Wetter ist schön, die Stimmung ist gut, um 9:30 Uhr geht es los! Zuerst gehen wir auf einem schmalen Pfad, bergauf, aber gut zu bewältigen. Nach einer halben Stunde erreichen wir den dichten Dschungel. Jetzt wird es schwierig. Der Untergrund ist uneben, man muss schon genau darauf achten, wo man hintritt. Der Weg wird steiler und steiler, ich bin aus der Puste und an bestimmten Stellen muss ich mich an Matthias festhalten, um nicht runter zu rutschen. Nach circa einer Stunde erreichen wir auch die Tracker, jetzt ist der Weg so steil, dass man sich an allen möglichen Pflanzen und Würzeln festhalten muss, die teilweise aber lose sind, von den Rangern durchgeschnitten. Wir gehen zu der steilen Wand horizontal parallel und es ist überhaupt kein Weg mehr, wir setzen unsere Füße auf Äste, um überhaupt Halt zu finden. Zwei Mal knickt mein rechter Fuß nach außen, aber die guten, hohen Schuhe schützen den Knöchel ganz gut. Vorne sind die Tracker, die mit Macheten den Weg ein bißchen frei machen, dann der Guide Obid, dann folgen die beiden Holländer, dann der Sohn der Briten, Matthias und ich, hinter mir läuft Priti, die Britin, hinter ihr ist der Porter, der kein Wort Englisch spricht und überhaupt nicht spricht, dann Dil, der Brite und seine Tochter. Der "Weg" ist so schwer, dass ich zweifle, überhaupt weiter gehen zu können, aber zurück geht es auch nicht mehr, also weiter! Es kommt eine Stelle, an der eine Art Erdloch zu bewältigen ist. Ich rutsche aus und Matthias schafft in der letzten Sekunde, mich aufzufangen. Ich wäre sonst in den Abgrund gefallen. Zwar würde man beim Fallen von den Pflanzen und Büschen der steilen Wand abgefangen, aber wer weiß wann, und wie würde man dann zurück klettern?? Der Porter hilft Matthias, mich wieder hoch zu ziehen und es geht weiter. Meine Schnürsenkel und die Schnüre der Gamaschen verheddern sich ständig in Ästen und Wurzeln und es ist der Porter, der mir immer wieder die Füße befreien muss. Dann rutsche ich wieder runter, Matthias will mich festhalten, rutscht aber auch und schafft nur noch, meine rechte Hand leicht zu fassen. Ich habe diesmal aber gar keinen Halt mehr und merke, wie ich weiter in den Abgrund rutsche. Ich schreie "Ich falle runter!". Priti ist direkt hinter mir, kann mich aber schon nicht mehr erreichen, die Ranger vorne können nichts machen. Da springt der Porter, der 2 Meter hinter mir ist, direkt in den Abgrund unterhalb meiner Höhe und stoppt mit seinem Körper meinen Fall nach unten. Ich habe keine Ahnung, an was und wie er sich fest hält, aber er schafft es, mich nach oben zu schieben, wo Matthias jetzt besseren Halt gefunden hat und mich hoch zieht. Vorne ist der Guide stehen geblieben und er möchte, dass ich zu ihm komme und direkt hinter ihm gehe, damit er mir besser helfen kann. Es ist aber unmöglich, an den anderen vorbei bis zu ihm zu gehen. Es sind schon 2 Stunden vergangen und ich weiß jetzt ganz sicher, wir haben die Arschkarte gezogen und eine der schwierigsten Gruppen erwischt.
Jetzt müssen wir die steile Wand direkt nach oben klettern. Ich krieche auf allen Vieren, meine Kleidung und meine Schuhe sind mir egal. Als ich im Reiseführer gelesen habe, dass man eventuell kriechen und rutschen muss, habe ich gelacht. Jetzt habe ich Angst, dass mir im dichten Gestrüpp die Ohrringe abgerissen werden. Wir erreichen den Kamm und Obid sagt, dass die Gorillas auf einer Wand des Tals sind und wir jetzt auf der anderen Seite nach unten gehen müssen. Von "gehen" kann keine Rede sein! Ich krieche / robbe jetzt langsam auf dem Hintern und bremse mit den Fersen an den Ästen. Es ist zwar anstrengend, aber so kann ich sicher nicht runter fallen. Ich schwitze so doll, dass mir der Schweiß in die Augen kommt und mit den groben Handschuhen, die ich trage, kann ich mir den Schweiß nicht weg wischen. Es ist mir ein bißchen peinlich, dass ich so auf den Hintern rutschen muss und frage mich, wie die Anderen das Ganze bewältigen. Ich bin so konzentriert, dass ich die Anderen nicht sehe, nur Matthias, der mir immer wieder hilft. Jetzt gucke ich hinter mir und sehe, dass Priti genau so auf dem Hintern vorwärts robbt, also kein Grund, mich zu schämen!
Über mehr oder weniger gut gebaute Brücken: Nichts kann uns aufhalten: Hallo? Gorillas? Wo seid ihr? Ich halte durch: Nur noch ein bißchen:
Obid, unser Guide, sagt, dass wir ab jetzt auf die beiden Tracker hören und immer hinter ihnen bleiben werden. Er sagt noch, dass wir alle auf uns stolz sein sollen, weil wir es bis hierhin geschafft haben. Und jetzt sollen wir die Momente genießen! Edi und Andrew, die beiden Tracker, stellen sich vorne hin und machen langsam und leise Platz mit den Macheten. Wir sind alle nebeneinander in einer Linie hinter ihnen. Die Tracker geben von sich Geräusche wie "hrrrr", die den Tieren signalisieren sollen, dass alles ok ist. Sie knicken noch ein paar Äste runter und... da ist ER! Der Silberrücken Usindge, der Chef der Gorillafamilie Busingye. Er sitzt gemütlich im Gestrüpp, bricht kleine Äste ab und isst sie. Wir sind alle sehr berührt, machen Fotos und bleiben ganz ruhig, bewegen uns nur langsam. Usindge scheint aber, keine Lust auf uns zu haben, er steht langsam auf und bewegt sich ein paar Meter weiter, setzt sich wieder hin und isst, hinter den Blättern. Die Ranger gehen ein paar Schritte weiter, knicken ein paar Äste langsam ab und geben die Sicht für uns frei. Das gefällt Usindge nicht, er bewegt sich weiter weg von uns. Schon wieder versuchen die Ranger, die Sicht zu ihm frei zu machen. Jetzt hat der Silberrücken die Schnauze voll, er steht langsam auf und entfernt sich genau so langsam, das war’s. Die Ranger gehen hinter ihm her, wir aber bleiben stehen, da direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Tals, ein kleines Gorilla-Baby zu sehen ist. Der Kleine versucht in einem kleinen Baum, das Klettern zu erlernen, die Mama ist unten, gut von Blättern getarnt. Ich bin inzwischen so erschöpft, dass ich mich zu dem Guide und Priti hinsetze und das Ganze beobachte. Matthias macht fleißig Fotos.
Mister Gorilla, bitte ein Interview! Klopf klopf, dürfen wir? Da ist der Boss! Was wollt ihr hier? Hmm... Gehört auch zur Familie: ...und ist neugierig auf die Touristen: Bis dann! Baby-Gorilla: Bitte nicht stören, ich spiele: Klettern kann ich auch: Bitte noch einen Moment: Man kann nicht mal in Ruhe essen:
Immer diese Touristen: Ein schöner (Silber) Rücken kann auch entzücken: Und Tschüss! Erwischt! Schnell weg:
Usindge ist inzwischen weg, aber genau gegenüber von uns, auf der andere Talseite, sind 5 Gorillas zu sehen, der eine ist noch ein Kind. Sie bewegen sich zusammen. Die Ranger sind auch schon dort angekommen. Wir sehen, wie die 5 Gorillas zuerst nach links laufen, kurze Zeit später aber zurück nach rechts, dann laufen sie wieder nach links, schreien laut und versuchen, sich in einem Gestrüpp zu verstecken. Jetzt sehen wir auch die Ranger, sie stehen ganz hinten und es sieht so aus, als würden sie die Tiere verscheuchen, um sie in die Lichtung zu treiben. Nein, das machen wir nicht mit! Ich und Matthias sagen das sofort, die beiden Holländer stimmen uns zu, Priti ruft sofort ihren Sohn zurück. Der Ranger Edi, der in unserer Nähe ist, macht sich auf den Weg zu den umzingelten Gorillas und ruft uns zu sich "for a good view". Wir sind alle einer Meinung, dass wir diese Hetze auf die Tiere stoppen müssen und rufen Edi, sie sollen aufhören und zurück kommen, wir wollen das nicht. Jetzt ist der Guide auch da, hat alles gehört und er ruft die Ranger zurück. Die eine Stunde, die wir bei den Tieren verbringen dürfen, ist fast vorbei, also wollen wir zurück gehen, doch Priti geht’s nicht gut, durch die Anstrengung ist ihr extrem schwindelig, sie setzt sich hin und übergibt sich, ist ganz blass. Ich staune nicht schlecht, als der Guide aus seinem Rucksack eine Tüte voller Medikamente holt und Priti etwas gibt. Sie bekommt noch Wasser und eine Banane, dann gehen wir los.
Wir laufen durch den dichten Dschungel circa 15 Minuten, dann kommen wir an eine Lichtung, wo wir eine kurze Pause machen. Wir essen etwas und wollen uns auf den Rückweg machen, als plötzlich der Himmel dunkel wird. Was fehlt nach diesen anstrengenden Stunden? Der Regen mitten im Dschungel! Und der Regen kommt! Wir holen unsere Regensachen raus und machen uns auf den Rückweg. Jetzt ist die Erde aber nass und rutschig, die Holländerin legt sich ein paar Mal in den Matsch. Mit dem Wanderstock kann ich mich gut stützen und mir bleibt das erspart.
Als wir eine halbe Stunde später um 14:30, d.h. nach 5 Stunden Tracking, bei dem Wagen ankommen, erkennen wir uns nicht wieder. Die Hosen und die Schuhe sind nass und voller Matsch, der Rucksack ist auch nass, vom Schweiß wahrscheinlich. Der Inhalt auch! Zum Glück habe ich die Wertsachen in Plastkbeutel eingepackt. An dem Parkplatz gibt es noch ein kleines Büro. Dort bekommen wir unsere Diplome für die Teilnahme an dem Tracking! Hm, dann kann ich vielleicht diese Reise als Bildungsurlaub anerkennen lassen! 🙂
Der Rückweg: Alles matschig, rutschig: Der Regen hat nachgelassen: Stolz und glücklich: War das schön!
Dann steigen wir alle in unsere Autos, wir nehmen den Guide noch mit, bringen ihn zum Headquartier und fahren dann zu unserer Lodge. Die nächste Überraschung wartet schon. Da es in der Lodge ein paar Bauarbeiten gibt, müssen wir kalt duschen. Die ruinierte Kleidung geben wir in der Wäscherei ab, dann ist Feierabend.
Wir sind erschöpft, aber glücklich. Matthias zeigt mir ein paar Videos, die er im Dschungel gedreht hat. Auf den Videos ist zu sehen, wie erschöpft ich bin, habe aber ständig ein glückliches Lächeln im Gesicht.
Beim Dinner sitzen wir mit der britischen Familie am Tisch und reden auch über den Vorfall bei dem Tracking. Wir alle finden absolut richtig, dass wir die Ranger zurück gerufen haben, um den Tieren den Stress zu ersparen. Es ist ein Teufelskreis: ohne gute Fotos kommen die Touristen nicht mehr und ohne Touristen hat man nicht mehr genug Geld für das teure Program zum Schutz der Tiere. Wir können nur hoffen, dass noch mehr Touristen den Schutz der Tiere vor ihre Urlaubsfotos stellen.
Mein Fazit zu diesem Gorilla-Tracking? Es war (für mich) sehr anstrengend und wir haben keine so gute Sicht auf die Tiere gehabt, wie man von anderen Touristen hört. Das wäre vielleicht noch ein Grund, wieder zu kommen... Es war aber ein unvergessliches Erlebnis, das ich nicht missen möchte und ich würde es wieder tun!
picco6'369 Beiträge · seit 201110. Sept. 2017 · #50
Hoi Adriana
adriana schrieb:In Arbeit
Jaja, klar...noch so Eine deren Beiträge noch in Arbeit sind wenn ich lesen will!!! 😄 😉 😎
adriana schrieb:Ich werde dieses Tracking so beschreiben, wie ICH es erlebt und empfunden habe.
Hoffentlich auch!!! Genau darauf freuen wir uns doch! Wie toll und wie schön das ist liest man ja auch in Prospekten der Reiseveranstalter, die unschönen Dinge nur in solchen Reiseberichten! 😉
adriana schrieb:Zwei Mal knickt mein rechter Fuß nach außen, aber die guten, hohen Schuhe schützen den Knöchel ganz gut.
Uiuiui...Zum Glück hattest Du brauchbare Schuhe an! Mit einer Knöchelverletzung in der Situation ist nicht zu spassen! Und trotzdem gibts immer wieder Leute die mit Turnschuhen zum Gorillatracking gehen...
adriana schrieb:Da springt der Porter, der 2 Meter hinter mir ist, direkt in den Abgrund unterhalb meiner Höhe und stoppt mit seinem Körper meinen Fall nach unten. Ich habe keine Ahnung, an was und wie er sich fest hält, aber er schafft es, mich nach oben zu schieben, wo Matthias jetzt besseren Halt gefunden hat und mich hoch zieht.
Phu!!! Da hast Du ja so Einiges erlebt!!! 😮 So schnell wirst Du das wohl nicht vergessen! 😎 Auch das zeigt wieder dass es sich lohnt einen Porter mitzunehmen, auch wenn man ihn nicht braucht! 😎 Kostet ja kaum was und verhilft jemanden zu einem Einkommen...
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201310. Sept. 2017 · #51
picco schrieb:
adriana schrieb:In Arbeit
Jaja, klar...noch so Eine deren Beiträge noch in Arbeit sind wenn ich lesen will!!! 😄 😉 😎
Längst fertig! Nix mehr "in Arbeit"! 😛
picco schrieb: Auch das zeigt wieder dass es sich lohnt einen Porter mitzunehmen, auch wenn man ihn nicht braucht! 😎 Kostet ja kaum was und verhilft jemanden zu einem Einkommen...
Er war zwar nicht mein Porter, aber zum Schluß hat auch er von mir ein gutes Trinkgeld bekommen!
picco6'369 Beiträge · seit 201110. Sept. 2017 · #52
So, jetzt seh ich auch den Rest des Berichtes! 😉
adriana schrieb:Wir sehen, wie die 5 Gorillas zuerst nach links laufen, kurze Zeit später aber zurück nach rechts, dann laufen sie wieder nach links, schreien laut und versuchen, sich in einem Gestrüpp zu verstecken. Jetzt sehen wir auch die Ranger, sie stehen ganz hinten und es sieht so aus, als würden sie die Tiere verscheuchen, um sie in die Lichtung zu treiben. Nein, das machen wir nicht mit! Ich und Matthias sagen das sofort, die beiden Holländer stimmen uns zu, Priti ruft sofort ihren Sohn zurück. Der Ranger Edi, der in unserer Nähe ist, macht sich auf den Weg zu den umzingelten Gorillas und ruft uns zu sich "for a good view". Wir sind alle einer Meinung, dass wir diese Hetze auf die Tiere stoppen müssen und rufen Edi, sie sollen aufhören und zurück kommen, wir wollen das nicht. Jetzt ist der Guide auch da, hat alles gehört und er ruft die Ranger zurück.
Wau! Bravo dass Ihr so gehandelt habt! So was hab ich zum Glück nie sehen müssen! Mir wars manchmal schon zu viel wenn der Guide oder seine Helfer Äste und Zweige abgehackt haben, aber die Tiere hatten ihre Ruhe! Da kann man nur hoffen dass das nicht viel vorkommt.... 😕
Hhhmmmm...., hab soeben den Gorilla-Teil gelesen und muss sagen, allen Respekt, da ziehe ich wirklich meinen Hut. Diese Quälerei und Anstrengung, und dann habt Ihr so reagiert, wie es ALLE machen sollten, nämlich Ihr habt der Gorilla-Hetze den Riegel vorgeschoben. Dafür müsste man, wenn man denn könnte, Euch 1000 Danke-Buttons drücken.
Schöner Bericht, sehr interessant geschrieben, ich bin auf die nächste Fortsetzung gespannt.
panther1'292 Beiträge · seit 200711. Sept. 2017 · #54
Hallo Adriana,
da war unser Tracking ja tatsächlich ein Sonntagsspaziergang gegen euren Weg 🤩 Da wären wir wohl auch ganz schon ins schwitzen gekommen und hätten uns des öfteren auf den Hosenboden gesetzt. Gut dass es alle unbeschadet "überstanden" haben. Und dass ihr den Guides Einhalt geboten habt war denke ich genau richtig und ist sicherlich nicht bei jeder Gruppe selbstverständlich. So unterschiedlich kann das Tracking sein. Expect the unexpected 😉
kitty191158 Beiträge · seit 201611. Sept. 2017 · #55
Liebe Adriana, ich bin hier im Forum nur sehr sporadisch unterwegs und meist lese ich nur still mit. Euer Reisebericht begeistert mich aber derart, nicht zuletzt durch Deinen sehr schönen Schreibstil, dass ich mich an dieser Stelle einmal herzlich dafür bedanken möchte. Ich freu' mich auf mehr.
Liebe Grüße Kitty
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201412. Sept. 2017 · #56
Hallo Adriana,
bei deiner Schilderung vom Gorilla-Tracking kommen schöne Erinnerungen auf! Mir ging es so ähnlich wie dir - ich war zwar stehend ko - aber beim Anblick der Gorillas waren die ganzen Strapazen vergessen. Schade, dass ihr am Ende die Gorillas nicht so gut gesehen habt. Ich finde es jedoch super, dass eure Gruppe geschlossen den Guides Einhalt geboten hat. Ich befürchte, dass das nicht immer der Fall ist.
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201312. Sept. 2017 · #57
picco schrieb: So was hab ich zum Glück nie sehen müssen!
Du hast aber Gorillas ohne jegliche Anstrengung und sogar ohne Permit gesehen und hältst somit den Rekord! 🤩
bayern schorsch schrieb: Diese Quälerei und Anstrengung, und dann habt Ihr so reagiert, wie es ALLE machen sollten, nämlich Ihr habt der Gorilla-Hetze den Riegel vorgeschoben.
Die Tiere haben mir so leid getan, als sie laut geschrien und versucht haben, sich im Gestrüpp zu verstecken. Klar hätten wir uns gewünscht, die Tiere näher und besser zu sehen, aber nicht um diesen Preis. Ich kann auch nicht sagen, dass wir enttäuscht waren.
panther schrieb: da war unser Tracking ja tatsächlich ein Sonntagsspaziergang gegen euren Weg 🤩
Dafür musstet ihr aber durchs Wasser! Bei uns kam das Wasser "nur" von oben. 🤩
kitty191 schrieb: Euer Reisebericht begeistert mich aber derart, nicht zuletzt durch Deinen sehr schönen Schreibstil, dass ich mich an dieser Stelle einmal herzlich dafür bedanken möchte.
Es freut mich, dass du auch "mitreist" und dass mein Reisebericht eine gute Lektüre ist, danke für die Blumen. 🙂
Daxiang schrieb: bei deiner Schilderung vom Gorilla-Tracking kommen schöne Erinnerungen auf! Mir ging es so ähnlich wie dir - ich war zwar stehend ko - aber beim Anblick der Gorillas waren die ganzen Strapazen vergessen.
Es freut mich, dass ich ein paar schöne Erinnerungen bei dir geweckt habe. Auf der Reise haben wir von verschiedenen Touristen sehr unterschiedliche Geschichten über das Gorilla-Tracking gehört, von sehr leicht bis sehr schwer. Es ist eben Glückssache.
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201312. Sept. 2017 · #58
10. Tag Montag, 24. Juli 2017 Kisoro (Uganda) - Travellers Rest Hotel
So schön auch Bwindi ist, heute müssen wir weiter nach Süden fahren, nach Kisoro. Es wird eine kurze Fahrt sein.
Draußen, auf dem Weg zum Frühstück, fragen wir den einen Angestellten, ob unsere Wäsche schon fertig ist. Wir hatten gestern die Hosen, die T-Shirts und die Fleece-Jacken abgegeben, nach dem wilden Gorilla-Tracking. Er sagt ja, klar sind sie fertig, hat er doch so versprochen. Gut, dann hätte ich gern die Wäsche gleich, denn ich habe nichts mit langen Ärmeln und in Bwindi ist es morgens richtig kalt. Der Junge guckt mich verdutzt an, wie ich mir die Arme frierend reibe und wiederholt "yes, it's cold". Er geht rechts auf die kleine Wiese, bückt sich und sammelt etwas. Wir gehen näher und trauen unseren Augen nicht! Unsere nasse Wäsche liegt verstreut auf der Wiese. Uns ist in den letzten 2 Tagen schon aufgefallen, dass auf der Wiese ständig Lappen und Kleidungsstücke rum liegen, es hat uns aber nicht weiter interessiert. Jetzt weiß ich auch, was der eine Junge immer gebückt über der großen Schüssel neben der Wiese macht, er wäscht die Wäsche, die er dann auf der Wiese zum Trocknen verstreut. Soll heißen echte Handarbeit! Gut, dass wir keine Unterwäsche abgegeben haben, würde komisch auf der Wiese aussehen...
Nach dem Frühstück fahren wir los, bewältigen erst die 25 km offroad bis zur Asphaltstraße, fahren nachdenklich an einem UNICEF Camp für Kinder-Flüchtlinge vorbei und kommen in Kisoro gegen Mittag an. Zuerst müssen wir zur Bank, Geld holen und wir machen den Motor aus. Oh nein, schon wieder vergessen! Das mag unser Auto gar nicht und mit heißem Motor startet es nicht, also müssen wir erstmal 15 Minuten warten, bis der Motor abgekühlt ist.
Auf der Fahrt nach Kisoro:
Keine 10 Minuten weiter erreichen wir das "Travellers Rest Hotel". Unsere Unterkunft ist ein kleines, schönes Guesthouse mit Garten und Sushi, die Haushündin, empfängt uns wedelnd, schmusend und Flöhe kratzend.
Unser Unterkunft: Sushi, die Haushündin: Aufenthaltsraum: Der Garten: Das Zimmer:
Nach dem Einchecken hängen wir unsere nasse Wäsche in der Sonne auf und gehen zu Fuß ins "Stadtzentrum". Bei der Posta Uganda fragen wir, ob sie Briefmarken haben. Die junge Frau ist überfordert, sie muss ihren Chef anrufen. Während wir warten, bemerken wir eine merkwürdige Konstruktion gleich neben dem Postamt. Der "Kasten" ist circa 1,5 Meter hoch und auf allen Seiten mit... ja womit? mit einer Art Stromanschlüßen ausgestattet. In den Anschlüßen stecken verschiedenförmige... ja was? irgendwelche Geräte, sag ich mal so allgemein. Eine Frau "bedient" eifrig die Geräte, steckt manche raus und andere rein. Wir beobachten das sehr aufmerksam und haben eine einzige Erklärung: es ist eine Art Ladestation für Handys! Die Leute haben zwar größtenteils Handys, aber keinen Strom zu Hause. Solche Stationen haben wir später öfter unter dem Namen "Phone Charging" gesehen.
Circa 15 Minuten später kommt der Post-Chef. Er schließt einen Safe auf und holt ein paar Briefmarken für uns. Wir kleben sie auf die Postkarten und geben sie dem Chef, der verspricht, sie "directly to Germany" zu schicken. (Sie sind tatsächlich angekommen!)
Posta Uganda: Ladestation für Handys:
Die Stadt ist für unser Empfinden ziemlich klein, wir laufen überall rum und nach kurzer Zeit hat man schon das andere Stadtende erreicht. Auf der großen Wiese ist heute Markt und wir gehen auch hin. Frauen, die direkt auf der Erde sitzen, bieten verschiedene Obst- und Gemüsesorten an. An einer andere Stelle stehen Berge von Schuhen, eine Art Römersandalen, die, wie wir feststellen, alle in der Stadt tragen. An einer langen Stange hängen bunte, nicht mehr ganz neue Kleidungsstücke, überall wimmelt es von Motorrädern und mitten drin sind wir! "Muzungu! Muzungu!" rufen die Leute von allen Seiten. Ein Junge zeigt Matthias ganz stolz sein Motorrad, heiße Maschine und ich muss gestehen, die sieht ein bißchen besser als die anderen aus.
Kisoro: Kisoro - Polizeiauto: Kisoro - links ein Polizeiauto: Kisoro: Kisoro: Kisoro: Kisoro: Kisoro: Kisoro - Car Wash:
Wir gehen zurück zu der staubigen Hauptstraße und bleiben bei einer Straßenküche stehen und bestellen uns 2 Rolex. Nein, wir kaufen keine teueren Uhren in Uganda, Rolex ist ein Gericht. Zuerst wird ein dünnes Fladenbrot gebacken, dann wird in einer Schüssel Ei und fein gehackter Weißkohl gerührt. Diese Masse wird auf einem heißen Blech über dem Feuer ohne Fett gebraten, dann kommt dieses Omlet mit ein bißchen frischen Tomaten über das Fladenbrot und es wird gerollt. Voila das leckere Rolex! Weil wir Muzungu sind, packt er die Rolex noch in Plastikfolie und wir essen sie warm unterwegs. Mmmmmh, so lecker! Hinter dem Rolex-Stand kocht eine Frau verschiedene Gerichte, die sie dann auf große Teller anrichtet und verkauft. Sie hollt diverse Beilagen aus 2 großen Eimer, dazu Fleisch von dem Grill und noch andere Gerichte aus den Töpfen. Matthias will unbedingt probieren, der große Hunger ist ausgebrochen, aber ich kann ihn überreden, weiter zu gehen, denn wir haben für heute Abend noch Dinner im Guesthouse bestellt.
Straßenküche: Straßenküche:
Auf dem Rückweg gehen wir noch zum Office des Uganda Wildlife Authority und buchen für 80 USD pro Person den Batwa Trail für morgen. Es soll dabei das Volk der Batwa Pygmäen kennengelernt werden, was mich sehr interessiert. Das Problem ist, dass der Start- und Endpunkt nicht gleich sind und wir unseren Wagen beim Startpunkt lassen werden. Man startet beim Muhabura Camp und endet beim Headquarter. Die Angestellte schlägt vor, vom End- zurück zum Startpunkt mit Boder-Boder zu fahren, das sind diese kleinen Motorräder-Taxen, die überall und immer rumqualmen und auf denen ganze Familien samt Gepäck sitzen. Nein, das kommt für uns nicht in Frage! Sie insistiert, "It's not expensive!". Nein, es geht uns nicht um das Geld, wir steigen nicht darauf, weil sie wild über die holprige Piste fahren, keinen Schutzhelm haben, und und! Sie macht einen anderen Vorschlag: wir kommen mit dem Ranger zurück zum Startpunkt zu Fuß. Ok, akzeptabel. Jetzt fragen wir, wie wir zum Startpunkt kommen, zum Muhabura Camp. Auch hier hat sie einen guten Vorschlag: morgen um 8 Uhr sollen wir mit unserem Auto hier vor dem Office stehen, da kommen andere Guides. Wir nehmen einen mit, der uns zu dem Startpunkt führt, wo der Batwa Trail um 9 Uhr beginnt. Hier stehen morgens früh Guides und einer wird mit uns zum Muhabura Camp fahren??? "Yes!" sagt sie bestimmt und sehr überzeugend. Wir sind einverstanden.
Wir kehren zurück zu unserem Guesthouse, wo es am Abend ein wirklich gutes Dinner gibt. Wir sind gespannt auf die Pygmäen morgen.
picco6'369 Beiträge · seit 201112. Sept. 2017 · #59
Hoi Adriana
adriana schrieb:Kisoro (Uganda) - Travellers Rest Hotel
Mann, mann, mann...die Erinnerungen kommen und fliegen vor dem geistigen Auge vorbei!!! ...der besoffene Engländer um Mitternacht an meiner Türe...das wohlverdiente Bier nachdem der Mount Muhabura uns seine Spitze verweigerte...die Übungen im Zimmer um mein Genick wieder herzurichten... ....Hach.... 😉 🙂 😎
adriana schrieb:
Danke für das Bild! Das wandert sofort in meine Datensamlung für die weiteren Reiseplanungen!!!
adriana schrieb:Wir kehren zurück zu unserem Guesthouse, wo es am Abend ein wirklich gutes Dinner gibt.
Schön dass die Küche sich nicht geändert hat!!!
adriana schrieb:Du hast aber Gorillas ohne jegliche Anstrengung und sogar ohne Permit gesehen und hältst somit den Rekord! 🤩
Ach ja.... 😎 Gönn einem alten Mann doch auch was...und ganz ohne Anstrengung wars ja nicht, wir sind immerhin 5 Minuten zum Eingang des Waldes und dann nochmals 20 Meter gegangen... 😎 😄 😉 Und die ersten Gorillas ohne Permit musste ich ja selbst finden, ohne Hilfe von Guide oder Trackern, nicht so luxuriös wie bei Euch, jawohl! 🤪 😗 😄 Ich könnt jetzt noch jammern dass ich nur aus zwei der drei Länder in denen ich Berggorillas gesehen habe auch entsprechende Urkunden hab...aber das wär selbst für mich jammern auf hohem Niveau... 😄 😉 😎
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201313. Sept. 2017 · #60
picco schrieb: ...die Übungen im Zimmer um mein Genick wieder herzurichten...Hach....
Fitnesszentrum/SPA/Wellness haben wir im Guesthouse nicht gesehen! 😗 😄
picco schrieb: ...der besoffene Engländer um Mitternacht an meiner Türe...
Hm, ich weiß nicht, wie du dich dabei gefühlt hast, als ein Fremder um Mitternacht an deiner Tür gerüttelt hat, aber ich kann dir sagen, wie es ist, die Gegenseite zu sein: peinlich, peinlich, peinlich! Ich habe im Dunkel null Orientierung und habe auch schon mal den Schlüssel an einer fremden Tür verzweifelt ausprobiert. Zuletzt z.B. in Paradis Malahide, als ich etwas aus dem Zimmer holen wollte und alle Bungalows gleich aussahen. 😵 😕