adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201329. Aug. 2017 · #23
3. Tag Montag, 17. Juli 2017 Kibale National Park (Uganda) - Kibale Guest Cottage
Am heutigen Tag ist ein Schimpansen-Tracking im Kibale Forest National Park geplant. Die Permits dafür haben wir lange im Voraus für jeweils 150 USD bei Douglas gebucht.
6:00 Uhr : Der Wecker klingelt. 7:00 Uhr : Es gibt Frühstück. 7:30 Uhr : Wir fahren los. Nach circa 10 Minuten kommen wir am Headquartier an. An dem Anmeldestand zeigen wir unsere Permits und wollen uns in die Liste eintragen, als die nette Dame uns sagt, dass unsere Permits für das Nachmittag-Tracking sind. Waaaas? Ich wusste gar nicht, dass es ein Tracking nachmittags gibt! Und wir haben keine Nachmittags-Permits gebucht! Sie schlägt vor, zu warten und falls nicht zu viele Touristen kommen, können wir doch teilnehmen. Auch das kommt mir merkwürdig vor, sie müsste doch wissen, wieviele Anmeldungen vorliegen, da die Permits lange im Voraus bestellt werden. Nach ca 20 Minuten fragen wir sie nochmal nett und vorsichtig und sie sagt, wir können uns in die Liste eintragen. Sie fragt, mit welcher Company wir sind und ist ziemlich sprachlos, als wir antworten, dass wir selbst fahren. Ihr Kollege möchte unsere Namen auf eine andere Liste eintragen und hat ziemlich große Schwierigkeiten, meinen 5-stelligen Nachnamen zu schreiben. Oh Gott, bei Matthias sind auch 5 Buchstaben und das wird richtig zum Problem. Da hat er plötzlich eine Idee, die uns alle rettet: "I write Adriana and when I say Adriana, I mean you both, ok?". So soll es sein!
Gleich gehts in den Breefing-Room und ein Ranger, der sich Joe nennt, macht das Breefing mit uns allen. Er erzählt ziemlich viel und ich verstehe ungefähr die Hälfte, aber da ich schon im Voraus viel über diese Trackings gelesen habe, weiß ich schon das Wichtigste: wir dürfen keinen Müll im Wald hinterlassen, wir dürfen im Wald nicht essen, wir sollen immer dicht beim Ranger bleiben, wir sollen uns ruhig verhalten, die Tiere nicht provozieren usw. Etwas für mich Neues gibt es doch: "Don’t imitate the Chimps!". Jetzt könnte man sich fragen, ob es wirklich Leute gibt, die das in Erwägung ziehen würden. Das weiß ich nicht, aber den beiden Teenagern, die direkt vor uns genervt sitzen, würde ich sowas zutrauen. Dann werden wir in 4 Gruppen a 6 Personen eingeteilt. Der Ranger von der Anmeldung liest von der Liste die Namen der Reisegruppen vor, d.h. den Namen der Company und bei uns sagt er einfach "Adriana 2". Wir wissen Bescheid. In unserer Gruppe ist noch ein asiatisches und ein amerikanisches Pärchen und unser Ranger heißt Gordon.
Um genau 8:30 starten wir. Wir müssen noch ein Stück mit den Autos fahren und Gordon ist auch ziemlich sprachlos, als er erfährt, dass wir selbst fahren. Er steigt bei uns ins Auto und fährt mit. Unterwegs sagt er uns, dass es eigentlich viel besser ist, selbst zu fahren, man kann alles selbst entscheiden und man ist nicht auf andere angewiesen. Nach einer kurzen Fahrt parken wir die Autos und steigen aus. Gordon erzählt uns noch ein paar interessante Sachen über Schimpansen und erklärt uns noch, warum er und seine Kollegen bewaffnet sind. Falls wir auf Elefanten treffen, was er wirklich nicht hofft, dann muss er einen Warnschuss in die Luft geben, weil die Waldelefanten sehr aggressiv sind.
Wir gehen los und schon hat uns der Wald geschluckt! Große, hohe Bäume nehmen uns die Sicht, alles ist grün und feucht. Der Untergrund ist flach, man kann eigentlich ziemlich gut laufen und alle halten das Tempo mit. Die anderen Gruppen haben sich auf unterschiedliche Pfade verteilt und die Ranger bleiben per Funk miteinander in Kontakt, um alle zu informieren, wenn man die Schimpansen gefunden hat.
Nach circa einer halben Stunde hören wir ein Affengeschrei. Die Schimpansen haben uns entdeckt und kommunizieren untereinander, es wird immer lauter, ohrenbetäubend und über uns leben die Bäume! Wir sind auf eine Schimpansen-Gruppe mit circa 40 Mitgliedern gestoßen und Gordon sucht einen passenden Platzt für uns, wo wir Fotos machen können. Die Schimpansen essen nur das saftige Fruchtfleisch und schmeißen den Rest runter, sodass wir darauf achten müssen, nicht getroffen zu werden. Inzwischen hat Gordon seine Kollegen über Funk informiert und es kommen auch andere Touristen. Ich muss aber sagen, dass die Ranger alles gut organisieren und darauf achten, dass jeder einen guten Beobachtungsplatz hat, dass es nicht zu eng wird.
Die Schimpansen beruhigen sich und beachten uns nicht mehr, sie kehren zu ihren normalen Tagesaktivitäten: die Mütter spielen mit den kleinen Babys, andere betreiben gegenseitig Körperpflege, viele laufen elegant über die Äste und alle essen nebenbei noch eine Menge Früchte.
Wir beobachten sie und machen Fotos, so gut wir können, jedoch ist es extrem schwierig, die ganze Zeit mit dem Kopf im Nacken zu stehen und zwischen den Ästen und Blättern bei der Höhe ein gutes Foto zu schießen. Ich hatte gehofft, die Affen würden mehr auf dem Boden sein, ist aber nicht so.
Nach einer Stunde ist es Schluß und Gordon bricht mit uns auf. Er geht vor unserer Gruppe, ich bin direkt hinter ihm, als er plötzlich aber ruhig stehen bleibt. Ich schaue über seine Schulter und mir bleibt das Herz stehen: keine 3 Meter vor uns entfernt ist ein großer Schimpanse runter geklettert, er erreicht gerade den Boden. Er ist groß, riesen groß, hat einen breiten Rücken und bewegt sich ruhig und langsam, für mich wie in der Zeitlupe. Dann dreht er sich um und geht weg. Gordon geht hinter ihm und unsere 6-er Gruppe hinter Gordon. Der Schimpanse geht sehr gemütlich, aber seine Schritte müssen riesig sein, denn wir haben Mühe in dem dichten Wald mit ihm mitzuhalten. Wir gehen ungefähr eine Viertel Stunde hinter ihm, dann erreichen wir einen breiten Pfad. Er geht noch circa 5 Minuten auf diesem Pfad, dann bleibt er stehen, dreht sich um, schaut uns lange an, richtet sich auf die Beine auf, macht eine Pose, dann verschwindet er links in dem dichten Wald. Was für ein Erlebnis! Wir sind alle hin und weg.
Gordon wird von seinen Kollegen informiert, dass in unserer Nähe eine große Gruppe von Schimpansen ist und er macht sich mit uns auf den Weg dahin. Wir müssen uns beeilen, weil das gesamte Tracking keine 3 Stunden überschreiten darf. Auf dem Weg wird Gordon wieder informiert, dass Schimpansen sich auf uns zu bewegen. Ist das wahr? Wir bleiben stehen und schauen in die Richtung. Es ist nichts zu sehen, nichts zu hören. Auch über uns sind die Äste ruhig. Plötzlich taucht aus dem dichten, dunklen Wald ein großer, richtig großer Schimpanse auf und kommt in unsere Richtung. Wir machen die Fotoapparate bereit, ich zumindest will das machen, gehe in die Hocke, suche Halt auf dem feuchten Boden und will den Riesen fotografieren, als ich merke, dass er direkt auf uns zu rennt und ich meine wirklich direkt auf uns zu! Ich bin ganz vorne, kriege Panik und will aufstehen. Aus dem Augenwinkel merke ich, dass auch die anderen Angst bekommen, zumindest versuchen die Amerikanerin und die Asiatin auch, weg zu kommen. Gordon versucht uns zu beruhigen, wir sollen keine Angst haben, ruhig bleiben und Platz machen. Zu spät, der Riese ist zu schnell, er macht sich den Weg mitten durch unsere Gruppe frei, schubst die Amerikanerin zum Boden und rennt gegen einen großen Baum, wo er drauf haut und laut schreit. Er zeigt dadurch seine Stärke, seine Überlegenheit. Plötzlich hören wir Gordon "Give him place!", der nächste Riese hat uns erreicht und rennt auch mitten durch unsere Gruppe. Er nimmt sich den nächsten großen Baum, haut sich dagegen und schreit laut. Dann klettern die beiden in die Bäume hoch, wo ein Kampf beginnt. Es ist ohrenbetäubend und über die Bäume kommen andere Affen, auch laut schreiend. Wir kommen langsam zu Ruhe, zum Glück ist niemand verletzt und beobachten eine Weile noch die Affen über uns.
Kurz nach 11 Uhr sagen wir den Chimps auf Wiedersehen und machen uns auf den Rückweg, kommen zu den Autos, geben Gordon sein verdientes Trinkgeld, bedanken uns und fahren zurück zu unserer Lodge. Das Tracking war nicht so schwierig, ein Spaziergang durch den Wald, alles Flachland.
Wir haben das Tracking mit den emotionalen Erlebnissen voll genossen und entscheiden uns für einen ruhigen, faulen Nachmittag auf der Terrasse unseres Cottages. Später gehen wir noch ins Restaurant, wir sind heute die einzigen Gäste in der ganzen Lodge und plaudern entspannt mit dem Manager.
Am späten Abend geht Matthias nochmal zum Auto, weil wir das Mücken-Spray nicht mehr finden. Große Freude, das Spray ist im Auto! Und noch größerer Schreck, wir haben einen Platten! Wie ist das möglich, nach nur einem Fahrtag?? Matthias zieht sein T-Shirt aus und macht sich an die Arbeit, den Reifen wechseln. Der Manager kommt zu uns, schaut sich das Unglück an und ruft sofort jemanden an, der uns helfen könnte. Gegen 19 Uhr kommt der Angerufene auf einem Boda-Boda (Motorrad-Taxi). Zusammen wechseln wir den Reifen. Es ist bald dunkel, aber wir möchten morgen nicht ohne intakten Ersatzreifen fahren und der nette Helfer macht von sich aus den Vorschlag, den kaputten Reifen zu reparieren. Zu zweit inklusive Ersatzreifen fahren sie zurück auf dem kleinen Motorrad-Taxi und kommen gegen 21 Uhr zurück. Der Reifen ist repariert und wir können beruhigt schlafen gehen.
Morgen gehts weiter nach Süden, zum Queen Elizabeth National Park.
Liebe Adriana, schnell habe ich mich noch dazugesellt, um nichts zu verpassen. Dieser Teil Afrikas ist so ganz anders. Leider werde ich wohl nie in diese Gegend kommen.Umso schöner ist es, Deinen Ausführungen zu folgen. Die Bilder sind genial, das üppige Grün leuchtet richtig satt.. 😁 Aber die Straßen... 🤩 Also, ich freue mich schon auf den nächsten Teil und hoffe, in Hermannsburg noch Einiges von euch zu erfahren... 😄 😄 Liebe Grüße, Hildegard
zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung.Wir verprassen das Erbe unserer Kinder...;-)
Reisebericht Namibia 2013
"Nur" eine Einsteiger-Tour
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201331. Aug. 2017 · #25
4. Tag Dienstag, 18. Juli 2017 Queen Elizabeth National Park (Uganda) - Simba Safari Camp
Nach einem herrlichen Frühstück auf der Terrasse fahren wir erstmal nach Fort Portal, einer großen Stadt in ca 30 km Entfernung. Auf der Straße sitzen gemütlich etliche Baboons, essen Früchte, kratzen sich, lassen sich nicht stören. Matthias muss ordentlich hupen, um den Weg frei zu machen.
In Fort Portal parken wir an einer Tankstelle und gehen zuerst zu einer Stanbic Bank, wo ich Geld abhole. Die Stanbic Bank akzeptiert auch Master Card. Am Eingang müssen wir eine Kontrolle mit einem Metalldetektor passieren.
Auf unseren Reisen hat Matthias immer treue "Freunde": die Mücken! Sie lieben ihn genau so sehr, wie sie mich hassen. Wir haben aus Deutschland eine einzige Dose Mücken-Spray, weil ich so naiv war, zu glauben, in Uganda gibt es genau wie z.B. in Namibia alles und überall zu kaufen. Das ist nicht so und jetzt suchen wir intensiv nach einem Mücken-Spray. Wir versuchen zuerst in der Apotheke. Als wir rein kommen, ist uns sofort klar, hier gibt es kein Schnick-Schnack, nur die wirklich notwendigste Medizin! Die bescheidenen Regale erinnern eher an einen verlassenen Kaufstand. Die "Apothekerin" ist eigentlich eine Nonne und kann uns nicht weiter helfen. Wir gehen weiter und finden noch eine Apotheke, die etwas größer und moderner wirkt. Hier hat man tatsächlich ein breiteres Angebot, die Regale sind voll mit Honiggläsern! Wir erklären dem Apotheker, was wir möchten, ein Mücken-Spray für die Haut. Er denkt nach, guckt, sucht und findet nach einer Weile ein Mückenschutzmittel. Das kleine Spray kostet 16.000 Uganda Shillings, das sind 4 Euro und somit richtig teuer für die lokalen Verhältnisse. Wir bekommen sogar eine Quittung. Wir tanken noch und fahren Richtung Süden, unser Ziel ist das Simba Safari Camp, so ziemlich auf dem Äquator gelegen.
Wir fahren durch kleine Dörfer und sehen viele Bananen-Plantagen, dafür aber keine Tee-Plantagen mehr. Die Bäume sehen jetzt kakteenartig aus und auf der rechten Seite, in der Ferne, sieht man schon die Rwenzori Berge. In den Dörfern gibt es am Straßenrand Märkte mit Obst, Gemüse und allem, was man kaufen kann. Überall werden Fleischspieße, Bananen oder Maiskolben gegrillt, es werden Teigtaschen frittiert und Fladenbrote gebacken. Wir sind natürlich neugierig und probieren von allen etwas. Es schmeckt alles sehr gut, besonders das Obst (Bananen, Mangos). Immer wieder staunen wir, wieviel auf einem Fahrrad oder einem kleinen Motorrad transportiert werden kann. Besonders bei den Anstiegen sind die Transporteure am Kämpfen und müssen ihre Fahrräder schieben.
In den Dörfern sehen wir immer wieder Schulkindern und stellen fest, dass jede Schule eine andere Uniform hat. Die Kinder sehen richtig süß in ihren bunten Uniformen aus.
Kurz vor unserer Lodge überqueren wir zum ersten Mal am Boden den Äquator, was ein Pausenstop wert ist. Gegen 15 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft für die nächsten 2 Tage, Simba Safari Camp. Die Unterkunft ist einfach, aber schön und im afrikanischen Still gehalten. Wir machen es uns auf der Terrasse gemütlich, als ein Angestellter uns fragt, ob wir uns für das Abendessen anmelden möchten. Wir fragen ihn, ob es möglich wäre, ein lokales Gericht für uns zu kochen. Der Manager freut sich über unser Interesse und ist sofort einverstanden. Abends genießen wir unser spezielles Menü und essen zum ersten Mal Matoke (ein Brei aus Kochbananen), Dodo (eine Art Spinat) und Rindfleisch mit afrikanischer Soße, es schmeckt hervorragend!
Baboons im Kibale National Park:
Bananenplantage:
Unterwegs:
Fort Portal:
Obst kaufen unterwegs:
Unterwegs:
Wie immer voll beladen:
Markt:
Markt:
Markt:
Markt:
Markt:
Markt:
Voll beladen auf dem Weg zum Markt:
Schulkinder
Schulkinder
Schulkinder
Kakteenartige Landschaft auf dem Weg zum QENP:
Selbsterklärend 🙂 :
Simba Safari Camp - unser Zimmer:
Simba Safari Camp - Restaurant:
Morgen wollen wir in den Park und sind schon gespannt, wie die Landschaft aussehen wird.
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201331. Aug. 2017 · #26
@Liebe Hildegard,
Ich freue mich, dass du dabei bist, habe dir natürlich auch einen guten Platz gehalten. 🙂 Ja, dieser Teil von Afrika ist wirklich gaaanz anders als der südliche, wir waren voll überrascht und es war, wie der Titel auch sagt, Liebe auf den ersten Blick.
Purzel schrieb: Leider werde ich wohl nie in diese Gegend kommen.
picco6'369 Beiträge · seit 201131. Aug. 2017 · #27
Hoi Adriana
adriana schrieb:@picco: Du glaubst nicht, wie sehr mir dein Reisebericht von Ruanda und Nyiragongo geholfen hat! Habe sogar unterwegs, wenn es Internet gab, nach Infos in deinem Reisebericht gesucht, aber die Details werde ich später verraten. 🙂
Das freut mich doch! Ist doch schön wenn die eigenen Erinnerungen andern helfen können! Ich versuch übrigens mit Deinem RB und dem RB der Panters Sabine mit Uganda und Rwanda anzufixen...somit ist nun nicht mehr so sicher dass wir nach Tansania gehen und Du bist mitschuldig daran! 😉 😄
Hanne6'152 Beiträge · seit 200631. Aug. 2017 · #28
hallo Adriana, bin auch noch zugestiegen. Ich bewundere Euch so eine abenteuerliche Reise allein gefahren zu sein , herzlichen Dank , dass ich hier über diese Länder einiges erfahre. Es ist doch was anderes als Namibia und Südafrika , wenn ich mir die Bilder so anschaue köstlich aber die Strassenverhältnisse ach je. Bin gespannt was Ihr noch so alles erlebt habt. Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201301. Sept. 2017 · #29
Hallo Picco,
picco schrieb: Ich versuch übrigens mit Deinem RB und dem RB der Panters Sabine mit Uganda und Rwanda anzufixen...somit ist nun nicht mehr so sicher dass wir nach Tansania gehen und Du bist mitschuldig daran! 😉 😄
Ich freue mich, mitschuldig daran zu sein. Ist ja zu einem guten Zweck. 🤩 Liebe Grüße auch an Sabine!
@Hanne: Hallo Hanne, Danke für die Blumen!
Hanne schrieb: ..wenn ich mir die Bilder so anschaue köstlich aber die Strassenverhältnisse ach je.
Die Straßen sind mal gut, mal weniger gut, aber eigentlich muss man nur langsam fahren, dann klappt alles. Tiefsand, Wasser, so zu sagen "gefährliche" Passagen hatten wir nicht. Ganz anders ist der Straßenverkehr in Kampala, da kämpf man um jeden cm. Viel Spaß noch, unsere Reise ist erst am Anfang. Liebe Grüße, Adriana
Hallo adriana, ich habe zufällig deinen RB entdeckt. 🙂 Viele der Orte auf eurer Route habe ich auch schon besucht, allerdings mit öffentlichen Verkehrsmitteln, was nicht so komfortabel ist, aber auch seine Reize hat. Uganda ist ein sehr sympathisches Land und touristisch noch nicht so überlaufen, wie manche anderen Länder Afrikas. Bin gespannt wie es weitergeht. lg Gu-Ko
tiggi1'557 Beiträge · seit 201101. Sept. 2017 · #31
Hallo Adriana,
im Moment ist es sehr "busy" bei mir, deshalb habe ich euren Star verpasst. 🤩 Nun ist der Bericht abonniert. Ich freue mich, mit euch zu reisen. Es fängt ja schon gut an und das Highlight kenne ich ja schon. 🤪 😉 Liebe Grüße Biggi
LolaKatze846 Beiträge · seit 201402. Sept. 2017 · #32
Hallo Adriana, natürlich bin ich auch dabei, auch wenn ich bisher nur stiller Mitleser war. Uganda macht mich immer mehr an, die landschaft, die Tierwelt, die Menschen und natürlich Schimpansen und Gorillas. Danke fürs Mitnehmen. Liebe Grüsse Nina
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201302. Sept. 2017 · #33
Gu-ko schrieb: Viele der Orte auf eurer Route habe ich auch schon besucht, allerdings mit öffentlichen Verkehrsmitteln, was nicht so komfortabel ist, aber auch seine Reize hat.
Hallo Gu-ko, Ich habe deine Reiseberichte auch gelesen und deine Art zu reisen ist super interessant! Ich hätte keine Hemmungen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, allerdings würde ich mich von Boda Bodas fern halten! 🙂 Und außerdem ist es manchmal sehr bequem, doch sein eigenes Auto zu haben. Manche Unterkünfte und Aktivitäten sind schwer bis gar nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, z.B. Lodges innerhalb der National Parks. Liebe Grüße, Adriana
tiggi schrieb: im Moment ist es sehr "busy" bei mir, deshalb habe ich euren Star verpasst.
Liebe Biggi, ich freue mich sehr, dass du mitreist. Und du hast nichts verpasst, wir sind erst am Anfang. Ich hoffe, unser Reisebericht kann dazu beitragen, dass Uganda fest auf eurem Zettel steht. 🤩 Viel Spaß und Erfolg bei deiner Reisevorbereitung! Liebe Grüße, Adriana
LolaKatze schrieb: Uganda macht mich immer mehr an, die landschaft, die Tierwelt, die Menschen und natürlich Schimpansen und Gorillas.
Liebe Nina, sei vorsichtig, Uganda macht auch süchtig! Es ist aber eine "positive" Sucht mit wunderbaren Erlebnissen! Liebe Grüße, Adriana
chris p382 Beiträge · seit 200602. Sept. 2017 · #34
Hallo Adriana, wir steigen auch noch mal etwas verspätet zu, Berichte über Uganda und Ruanda und dazu noch den Kongo sind immer gerne gesehen und gelesen bei uns. Die Länder haben sich auch mittlerweile zu unseren Favoriten entwickelt und den Kongo haben wir auch noch auf der Liste stehen, deswegen freuen wir uns ganz besonders auf den Teil des Berichts. Auf jeden Fall schon mal ein schöner Anfang und wir sind gespannt auf den weiteren Verlauf.
Viele Grüsse Christian
PS : Den Titel des Berichts können wir sehr gut nachvollziehen 😉
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201303. Sept. 2017 · #35
chris p schrieb: Die Länder haben sich auch mittlerweile zu unseren Favoriten entwickelt und den Kongo haben wir auch noch auf der Liste stehen, deswegen freuen wir uns ganz besonders auf den Teil des Berichts.
Hallo Christian, dann habt ihr einfach einen guten Geschmack. 🙂 Ich finde, jedes Land ist anders und man entdeckt immer etwas Neues. Besonders der Kongo ist bei Touristen noch ziemlich unbekannt. Weiterhin viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße, Adriana
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201303. Sept. 2017 · #36
5. Tag Mittwoch, 19. Juli 2017 Queen Elizabeth National Park (Uganda) - Simba Safari Camp
Heute wollen wir den Queen Elizabeth National Park erkunden. Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir ca eine Stunde auf einer mal guten, mal schlechten Piste bis zum Haupteingang, dem Kabatoro Gate. Hier bezahlen wir insgesamt 89 USD Eintritt für 24 Stunden. Auf dem Weg zum Kabatoro Gate: Auf dem Weg zum Kabatoro Gate: Kabatoro Gate:
Am Mweya Visitor Center buchen wir eine Bootstour auf dem Kazinga Channel. Dieser natürliche Kanal verbindet den kleinen Lake George mit dem großen Lake Edward. Der Lake Edward ist auch die natürliche Grenze zwischen Uganda und DR Kongo. Es wird empfohlen, diese Bootstour entweder am frühen Morgen oder am späten Abend zu machen, so hat man die Chance, mehr Tiere zu sehen. Wir buchen die Tour für 11 Uhr und hoffen, dass wir trotzdem viele Tiere sehen werden. Als wir am Boot stehen, stellen wir fest, das außer uns nur noch 2 Einheimische mitfahren und so wird die Bootsfahrt zu einem Privatvergnügen. Wir gehen oben auf die Plattform und lassen uns von Richard, einem Mitarbeiter, viele interessante Infos über die Tierwelt geben. Richard ist eigentlich Student und macht im Park ein Praktikum.
Wir fahren entlang des Kazinga Channel und sehen aus nächster Nähe Elefanten, Büffel, Nilpferde, Krokodile, Warzenschweine, verschiedene Antilopen (Uganda Kobs, Wasserböcke), unzählige Vogelarten. Besonders die Elefanten haben uns überrascht, weil wir damit gar nicht gerechnet haben, sie in Uganda zu sehen. Die Bootstour ist absolut zu empfehlen! Auf dem Weg zum Mweya Visitor Center: Bootstour auf dem Kazinga Channel:
Nach 2 Stunden voller Eindrücke gönnen wir uns ein üppiges Mittagessen in der Mweya Lodge, die für ihr gutes Restaurant bekannt ist und genießen dabei die tolle Aussicht auf den Kazinga Channel. Aussicht von Mweya Lodge Restaurant: Mweya Lodge Restaurant: Mweya Lodge Restaurant:
Es ist schon 15 Uhr und wir haben eigentlich keine Lust mehr auf Game Drive. Aus verschiedenen Gesprächen mit den Mitarbeitern haben wir erfahren, dass zurzeit nicht so viele Tiere unterwegs sind.
Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Zwischenstopp beim Crater View Point, von wo aus mehrere Vulkankrater zu sehen sind, teils mit Salzwasser gefüllt. Als wir weiter fahren wollen, streikt der Motor mal wieder. Auch in den vergangenen Tagen ist uns aufgefallen, dass man in solchen Fällen 10-15 Minuten warten muss, bis der Motor abgekühlt ist, um wieder starten zu können. Das ist ärgerlich und nicht akzeptabel. Die Reise ist erst am Anfang und wir wollen nicht irgendwo in der Wildniss festsitzen.
Crater View Point: Crater View Point:
An der Lodge angekommen rufen wir Patrick von Alfa Car an, er wurde uns als Kontaktperson für sämtliche Fragen/Probleme bzgl. Auto empfohlen. Patrick überlegt kurz und sagt, er ruft zurück. Kurze Zeit später ruft uns ein Mechaniker aus einem benachbarten Ort an, er fragt, wo wir genau sind und macht sich auf den Weg. Halbe Stunde später sind 2 Mechaniker samt Werkzeug und ein Boda Boda Fahrer da. Inzwischen ist es schon dunkel geworden und im Schein unserer Taschenlampe wird der Anlasser auseinander genommen, überprüft und wieder zusammengesetzt. Der Mechaniker sagt, er braucht eigentlich kein Licht, er weiß genau was wo ist. Klingt gut. (Man beachte auf dem Foto, wie der kleine Mechaniker mit einem Bein im Motorraum sitzt 🙂 ) Jetzt soll alles wieder in Ordnung sein, was wir aber nicht überprüfen können, weil das Problem nur beim heißen Motor auftritt. Wir werden es in den nächsten Tagen sehen... Autoreparatur bei Mondschein:
Nach dem ausgiebigen Mittagessen haben wir keinen Hunger mehr und wir verbringen den restlichen Abend auf der Restaurantterrasse mit einem leckeren Gin Tonic.
Morgen gehts weiter entlang der Grenze zur DR Kongo Richtung Süden und wir hoffen, dass unser Auto keine Probleme mehr macht.
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201305. Sept. 2017 · #37
6. Tag Donnerstag, 20. Juli 2017 QENP Ishasha Section (Uganda) - Enjojo Lodge
Heute fahren wir zum südlichsten Teil des QENP, bekannt auch als Ishasha Section, ganz in der Nähe der Grenze zu Kongo. Dort soll es Löwen geben, die auf die Bäume klettern.
Im Reiseführer steht, dass diese Schotterpiste im guten Zustand gehalten wird, weil sie die Hauptstrecke für die Hilfsgüttertransporte nach Kongo ist. Wir finden aber, dass sie teilweise im sehr schlechten Zustand ist. Die Landschaft sieht steppenartig aus, mit akazienartigen Bäumen und ab und zu kreuzen diverse Antilopen den Weg. Wir nennen diese Strecke "die Straße der Schmetterlinge". Überall fliegen schöne, bunte Schmetterlinge, die Luft ist voll davon.
Als wir einen Wald durchfahren, springt plötzlich auf der linken Seite ein bewaffneter Uniformierter aus dem Schatten raus und hält uns an. Mein erster Gedanke ist "Ist das ein echter Polizist?". Es soll schon mal Fälle gegeben haben... Unter dem Baum, im Schatten sitzen auf der Erde noch ein paar Kollegen und eine ärmlich aussehende Frau mit Baby auf dem Arm. Er kommt auf meine Seite, grüßt, wir machen ein bißchen Smalltalk, die Atmosphäre ist entspannt, obwohl mir gar nicht gefällt, dass er durch das geöffnete Fenster den Kopf immer tiefer ins Auto steckt und neugierig guckt. Irgendwann fragt ihn Matthias "What do you need?", denn wir rechnen damit, dass er unsere Dokumente überprüfen will. Die Antwort läßt uns sprachlos: "Water, something to eat". Die Polizisten sitzen bei über 30 Grad unter spärlichem Schatten mitten in der Wildniss, bis zur nächsten "Zivilisation" ist es noch mindestens eine Stunde Autofahrt, sie haben aber nur ein kleines Motorrad. Wir geben ihnen die kleinen Flaschen mit Wasser, die ich jeden Morgen für die Fahrt nachfülle und ein großes Bund Bananen. Leider haben wir selbst auch nicht mehr. Sie bedanken sich und wünschen uns eine gute Fahrt. Fahrt von QENP zu Ishasha Section: viele, viel Schmetterlinge:
Am frühen Nachmittag kommen wir bei unserer Unterkunft an, Enjojo Lodge. Sie wird von einem Belgier, Patrick, geführt und schon bei der Begrüßung merken wir, dass er viel Herzblut in dieser Lodge gesteckt hat. Von der Restaurantterrasse hat man eine herrliche Sicht auf die Tallandschaft, wo kleine Affen spielen, Schmetterlinge fangen und... sie essen! Bei einem kühlen Drink erklärt uns Patrick, wo das Gate zum National Park ist, wo man am besten Löwen sichten kann und leiht uns eine Map des Parks aus. Er sagt, die Löwen findet man am besten, wenn es warm ist und sie faul rumliegen, also jetzt. Dann schickt er Joseph mit uns, er soll uns zu unserem Cottage führen, ein Stück weiter entfernt, im Wald. Wir steigen ins Auto und... Überraschung! Das Auto startet nicht! Bisher brauchte der Motor so 10-15 Minuten, um abzukühlen, jetzt steht das Auto schon seit fast einer halben Stunde auf dem Parkplatz, es wird immer schlimmer! Wir gehen erstmal zu Fuß mit Joseph zu unserem Cottage, das Auto samt Gepäck müssen wir später abholen. Einfahrt zu Enjojo Lodge: Parkplatz: Weg zum Restaurant: Restaurant mit Terrasse: Restaurant: Restaurant:
Unser Bamboo Hut ist eine Art runde Hütte mit Reetdach, die Dusche und die Toilette sind open air und werden mit den anderen Gästen geteilt. Der Platz ist sehr groß, mitten im Wald und die Baboons toben sich aus. Insgesamt stehen 3 Bamboo Huts und 2 Safari Zelte auf dem Platz. Bamboo Hut: Bamboo Hut:
Wir machen uns kurz frisch und fahren zum Gate. Da fragen wir, ob heute schon Löwen gesichtet wurden. Ja, wurden sie, aber jetzt sind sie schon weg, sagt uns eine Angestellte, die mit ihrem Baby in dem kleinen Häußchen sitzt und die fast genauso unwissend ist wie wir. Draußen stehen noch ein paar Fahrer, die wir auch befragen. Sie meinen, die Löwen kann man am besten morgens und abends sehen, wenn noch nicht so warm ist. Hm, unterschiedliche Informationen... Wir entscheiden, heute nicht mehr in den Park zu fahren, denn die Eintrittsgebühren kosten insgesamt 89 USD für 24 Stunden, d.h. morgen Nachmittag müssten wir nochmal 89 USD zahlen. Wir fahren zurück zur Lodge, machen uns einen faulen Nachmittag und gehen abends auf die Restaurantterrasse, wo wir den Sundowner vor dem Lagerfeuer mit einem kühlen Bier und Popkorn verbringen, so schön!
Zum Dinner gibt es Fisch und es schmeckt hervorragend, Patrick kauft ihn immer frisch aus einem kleinen Fischerdorf in der Nähe. Plötzlich kommen auch andere Gäste zum Essen und die erzählen sich begeistert, wie toll heute die Löwensichtungen waren, und der Leopard, oh und die auf die Bäume kletternden Löwen, und dies und jenes! Und wir haben nichts gesehen! 🙁 Unsere Stimmung fällt rapide, vielleicht hätten wir doch in den Park fahren sollen? Wir muntern uns gegenseitig auf, wir fahren morgen früh in den Park, suchen die Löwen und finden sie! Ganz sicher finden wir sie! So machen wir es!
CICicero45 Beiträge · seit 201406. Sept. 2017 · #38
Hallo Adriana, Dein Reisebericht ist sehr interessant. Mir gefällt Dein Schreibstil sehr gut. Ich bin schon ganz gespannt, wie die Reise weitergeht.
Du schreibst, Ihr habt insgesamt 89 $ Eintritt bezahlt für 24 Stunden im QENP. Wie kommt denn diese Summe zustande? Nach der Preisliste auf der Seite der Uganda Wildlife Authority muss man doch 40 $ pro Person und 150 $ für das Auto bezahlen. Oder habe ich das falsch verstanden?
Liebe Grüße Cicero
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201307. Sept. 2017 · #39
Cicero schrieb: Du schreibst, Ihr habt insgesamt 89 $ Eintritt bezahlt für 24 Stunden im QENP. Wie kommt denn diese Summe zustande? Nach der Preisliste auf der Seite der Uganda Wildlife Authority muss man doch 40 $ pro Person und 150 $ für das Auto bezahlen.
Hallo Cicero, jeweils 40 $ pro Person und 9 $ für das Auto. Die 150$, die du meinst, sind für Autos mit ausländischem (nicht-ugandischem) Kennzeichen. Gleich gehts weiter durch den QENP, viel Spaß. 🙂 LG, Adriana
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201307. Sept. 2017 · #40
7. Tag Freitag, 21. Juli 2017 QENP Ishasha Section (Uganda) - Enjojo Lodge
Wir stehen früh auf, frühstücken auf der schönen Terrasse und erzählen Patrick, dass wir fest entschlossen sind, die Löwen zu finden. In den letzten Jahren waren wir jedes Jahr im südlichen Afrika und haben alle möglichen Wildtiere gesehen, nur die Löwen haben einen großen Bogen um uns gemacht. Ein einziges Mal haben wir in Namibia einen Löwen gesehen. Und genau wie gestern Abend haben wir die anderen Touristen gehört, wie sie begeistert von den Löwensichtungen erzählt haben. Patrick ermutigt uns, sagt aber auch, dass der National Park kein Zoo ist…
Wir sind kurz vor 8 am Gate und fragen nach den Löwen. Die selbe Angestellte von gestern antwortet wieder, dass sie keine Info hat. Wir haben gelesen und auch von Patrick gehört, dass man für 20 USD einen Ranger mitnehmen kann, der eine Stunde lang mit uns durch den Park fährt. Er kennt natürlich den Park besser als wir, hat Erfahrung und auch ein Auge dafür. Sie guckt um sich herum, in dem kleinen Kassenhäuschen, in dem sie alleine sitzt und informiert uns, dass kein Ranger da ist. Ok, wir fahren selbst.
Auf der Map von Patrick sind ein Loop nach Norden und eins nach Süden zu sehen. Wir wählen den Norden, weil wir beim Abendessen gehört hatten, dass die Löwen da waren. Wir fahren langsam, langsam, halten die Augen auf, jeder guckt aufmerksam auf seiner Seite, ab und zu halten wir an und suchen die Umgebung mit dem Fernglas ab. Nach ca einer halben Stunde treffen wir auf einen Wagen mit einer Reisegruppe, samt Guide. Wir fragen, ob sie heute Löwen gesehen haben. Ja, haben sie, ein Stück weiter, gleich an der Piste, gut zu sehen. Wir haben Gänsehaut, fahren weiter, aber auch nicht zu schnell, um die Löwen nicht zu übersehen. Wir treffen auf einen anderen Wagen mit Guide, auch er erzählt das Gleiche. Ins Tal runter fahren, dann noch ca 100 Meter und schon kann man sie auf der rechten Seite sehen, nah an der Piste. Wir fahren noch ein Stück weiter, dann treffen wir einen Ranger mit Motorrad, der ins Tal guckt und auch die Löwen sucht. Nein, er hat sie noch nicht gesehen. Wir fahren ins Tal, dann im Schritttempo 100 Meter und noch weiter, nichts. Wir fahren zurück und überprüfen nochmal mit dem Fernglas die ganze Gegend bis zur Ausfahrt aus dem Tal. Nichts. Das machen wir 3 Mal! Inzwischen ist der Ranger auf dem Motorrad auch mehrmals an uns vorbei gefahren, er findet sie auch nicht. Langsam aber sicher fange ich an zu glauben, die anderen Touristen wollen uns ärgern! Wir sind so enttäuscht! Entweder sind die Löwen gerade weg gegangen, oder wir sind zu doof, um sie zu finden. Man sagt, dass morgens und abends am besten Tiere gesichtet werden. Wir sind sehr früh im Park gewesen, noch früher geht’s nicht, das Gate macht um 7:30 auf. Also: was machen wir jedes Jahr falsch?
Nach 2 Stunden vergeblicher Suche entscheiden wir, den südlichen Loop anzufahren. Da sind viele Fig Trees, Bäume, in denen die Löwen klettern. Unterwegs sehen wir viele Antilopen und auch die Landschaft ist sehr schön. Wir sehen auch viele Büffel, Warzenschweine und Wasserböcke. Wir kommen im südlichen Teil an, wir finden auch die Fig Trees, aber es ist kein einziges Tier zu sehen, geschweige denn von Löwen! Wir sehen auch keine weiteren Touristen unterwegs, keine Autos, keine Ranger. Hier ist nichts zu sehen!
Wir entscheiden, durch das südliche Gate aus dem Park, dann weiter 15 km nach Kihihi, dem nächsten Ort zu fahren, um dort den Wagen zu tanken, denn bald ist der Tank leer. Kurz vor dem Gate treffen wir einen Wagen und der Guide sagt uns, dass ein paar hundert Meter außerhalb des Parks, in einem Fig Tree auf der rechten Seite, ein Leopard zu sehen ist. Oh, ist das Glück doch mit uns?! Wir haben noch nie einen Leoparden gesehen! Wir geben Gas, fahren aus dem Park, kommen auf die Main Road, fahren die paar Meter weiter und treffen einen Wagen. Wir fragen den Guide, in welchem Baum der Leopard ist. Oh ja, sagt er, da WAR ein Leopard, er ist gerade runter gegangen und ist weg. In was für einem Film sind wir hier?? Die Enttäuschung wird zur Wut! Wir fahren ein kleines Stück weiter, wo ein Wagen steht. Der Guide isst sein Mittagessen und sagt uns, dass der Leopard weg ist und er ihn auch nicht gesehen hat, in welcher Richtung er gelaufen ist. Ok, wir haben keine andere Wahl, als dieses Pech zu akzeptieren.
Ein Fig Tree:
Wir fahren nach Kihihi. Unterwegs treffen wir auf eine Herde Elefanten, die im Schatten stehen. In Kihihi finden wir eine Stanbic Bank, holen Geld ab und tanken. Beim Tanken schalten wir den Motor nicht aus, denn bei der Hitze würde es Stunden dauern, bis der Motor abkühlt und wir könnten den Wagen nicht mehr starten! An der Tankstelle will ich noch Wasser kaufen, denn unterwegs trinkt man viel und wir putzen uns auch die Zähne mit Mineralwasser. Der "Shop" an der Tankstelle ist sehr klein und in einem kleinen Kühlschrank stehen kleine Flaschen mit Wasser und Cola. Ich frage, ob sie auch größere Flaschen hat. Ja, hat sie und holt aus dem Kühlschrank eine 1 Liter Flasche. Nein, ich will große Flaschen, Kanister a 5 Liter. Ja, hat sie auch, holt sie gleich. Dann will ich 2 davon, bitte. Sie schickt ein Mädchen los und ich sehe, wie das Mädchen erst über die Straße, dann über eine Wiese, dann durch einen Hof läuft, und weiter läuft, und dann nicht mehr zu sehen ist. Soll das kleine Mädchen die 10 Liter Wasser tragen? Und wo bitte ist das Wasser? Zu einem anderen Kiosk hätte ich auch fahren können. Circa 10 Minuten später geht das Mädchen von der Tankstelle auch los, schimpfend, um das erste Mädchen zu suchen. Matthias und ich warten in der prallen Sonne, mit laufendem Motor, aber wir wissen auch nicht, ob wir woanders Wasser im Kanister finden würden. Uganda ist wirklich eine andere Welt und wir haben bisher in keinem Ort einen Laden gesehen, der den Namen Supermarkt verdient. Es sind mehr so eine Art Not-Verkaufsstellen, wo man mehr oder eher weniger etwas kaufen kann. Eine Ausnahme ist natürlich die Hauptstadt Kampala. Hier sei gesagt: falls einer nach Uganda reisen will, der soll sich alles Notwendige und Wichtige von zu Hause mitnehmen (Kosmetikartikel, Kleidung, Batterien, Medikamente, alles)!
Bald kommen die beiden Mädchen zurück, eine trägt auf dem Kopf einen großen Wasserkanister und ich meine, für einen 5 Liter Kanister ist er zu groß. Als sie ankommen, stellen wir fest, der Kanister enthält 18,7 Liter Wasser! Oh, davon kann ich lange trinken, und trinken, ich mache die Geste nach und die Mädchen lachen laut und herzlich. Aber halt, es ist kein gewöhnlicher Kanister, es ist so eine Art Wasserspender, der auf den Kopf gestellt wird und der keinen richtigen Deckel zum Zumachen hat, der Kopf wird einfach abgeschnitten. Wir kaufen immer mehrere Wasserkanister a 5 Liter, füllen davon morgens mehrere kleine Flaschen für unterwegs ab, machen wieder zu und das jeden Tag. Bei diesem Monster-Kanister haben wir keinen Deckel! Ich bringe es aber nicht übers Herz, die Mädchen mit dem schweren Kanister zurück zu schicken! Ich tue so, als wäre ich begeistert, die Mädchen freuen sich auch und klatschen mich ab, ich bezahle, gebe jedem Mädchen ein kleines Trinkgeld und dann verlassen wir Kihihi. Elefanten am Straßenrand: Auf dem Weg nach Kihihi: Auf dem Weg nach Kihihi: Kihihi: Kihihi: Die Elefanten sind immer noch am Straßenrand:
Inzwischen ist es Nachmittag geworden. Was machen wir mit dem restlichen Tag? Die Löwen gehen uns nicht aus dem Kopf, Hoffnung haben wir aber nicht mehr. Wir fahren zum nördlichen Gate, wo wir heute die Permits gekauft haben. Da steht jetzt ein Ranger, der unsere Permits überprüft und das Tor öffnet. Wir fahren zu dem nördlichen Loop bis zu dem Tal, aber nicht ins Tal. Hier wollen wir mit dem Fernglas jeden Busch auf diesen mehreren qkm absuchen und weil das lange dauern wird, schalten wir den Wagen ab. So, jetzt können wir je nicht mehr starten, also suchen! Im Tal sind die Antilopen gut sichtbar und da, wo sie ruhig stehen, werden auch keine Löwen sein. Wir finden mit dem Fernglas eine Gruppe von Antilopen, die sehr angestrengt in eine bestimmte Richtung gucken. Auf diese Region werden wir uns konzentrieren. Matthias nimmt das Fernglas und sucht und sucht, während ich eine Banane esse. Plötzlich höre ich Matthias "Ein Löwe!". Ha, ich glaube ihm kein Wort und bleibe ganz ruhig. Matthias ist ganz aufgeregt, er erklärt mir, wo ich hingucken soll: da, weit weg, hinter dem dritten Busch, der zwichen den beiden großen Büschen ist. Ich nehme das Fernglas und gucke ganz aufmerksam. Unglaublich, er hat die Löwen entdeckt! Sie sind aber so gut im Busch und Gras versteckt, dass Matthias Mühe hat, sie wieder zu finden, nachdem er das Fernglas abgesetzt hat. Wir beobachten sie fast eine Stunde lang, merken uns genau den Ort und fahren dann ins Tal. Von der Piste aus sind sie aber nicht zu sehen, weil das Gras zu hoch ist und die selbe Farbe wie die Löwen hat. Wir fahren zurück hoch aus dem Tal und beobachten sie weiterhin. Es sind 2 Löwinnen, die gemütlich liegen, sich ab und zu auf den Rücken drehen, sich verspielt wälzen, einfach die Sonne genießen. Nach circa 2 Stunden kommen noch weitere Wagen mit Touristen und Guides, sie sehen, wie wir etwas beobachten und halten an. Wir zeigen ihnen die Löwen und die Guides meinen, wir sollen alle ins Tal fahren. Dort kommt kurze Zeit später auch ein Ranger und wir dürfen alle ein bisschen von der Piste abweichen und uns mit den Autos den Löwen nähern. Die beiden Löwinnen sind so schön, die eine zeigt sich richtig, die andere versteckt sich. Wir machen schnell ein paar Fotos und fahren alle wieder weg, um die Tiere nicht zu stressen.
Wo sind die Löwen??
An der Lodge angekommen fragt uns Patrick, wie der Tag so war. Als Antwort heben wir die Arme und machen die Siegerpose, yes! Patrick hat auch eine Überraschung für uns. Wir hatten ihm beim Frühstück gesagt, dass es in unserer Hütte etwas muffig riecht und er wollte uns eine andere geben. Jetzt fragt er uns, ob wir Lust hätten, die letzte Nacht in einem Safari Zelt auf Stelzen zu schlafen. Na klar! Das Zelt ist wunderschön, wir genießen den Sonnenuntergang von der Terrasse und schließen den Tag bei einen leckeren Dinner ab. Es gibt wieder Fisch, diesmal gegrillt und es schmeckt wieder köstlich. Hier möchte ich noch betonen, dass das Essen in dieser Lodge absolut Spitze ist! Safari-Zelt auf Stelzen: Safari-Zelt auf Stelzen: Die Duschen: