Reisebericht

Uganda, Ruanda, Kongo - Liebe auf den ersten Blick

von adriana · begonnen 27. Aug. 2017 · 26 Teile

Teil 127. Aug. 2017
Liebe Fomis,

wir sind zurück von einer unvergesslichen Reise durch Uganda, Ruanda und DR Kongo. Die meisten Tipps für die Vorbereitung haben wir uns hier im Forum und überhaupt im Internet geholt und aus diesem Grunde möchten wir einen Reisebericht schreiben, denn Uganda ist als Reiseland voll im Trend.

Vorbereitungen
Dieses Jahr wollen wir uns einen großen Traum erfüllen: eine Begegnung mit den Berggorillas, mit den Verwandten des Menschen! Eigentlich reisen wir gern im November und verlängern somit den Sommer, aber dieses Mal müssen wir unsere Reisezeit auf Juli-August vorziehen, denn in dieser Zeit ist in den Tropenregionen Trockenzeit und somit die beste Zeit für diverse Trekkings. Auf der ganzen Reise hatten wir angenehme Sommertemperaturen und nur 1-2 Mal einen kurzen Regenschauer.
Wir werden selbst fahren, das steht schon mal schnell fest und auf ein Dachzelt werden wir verzichten, denn auch in der Trockenzeit kann man von einem Regenschauer überrascht werden. Im Zelt wäre das ungemütlich.
Auf der Reise haben wir festgestellt, dass Selbstfahrer in diesem Teil von Afrika sehr selten sind und immer wieder wurden wir von Rangern oder dem Lodgepersonal gefragt "Where is your driver??".

Auto, Unterkünfte, Permits
Mitte Februar nehmen wir mit Douglas von "Alpha Car" per Email Kontakt auf, Anfang März treffen wir uns noch mit ihm auf der Berliner Reisemesse und Mitte März steht schon alles fest, wir überweisen Douglas das Geld. Wir buchen bei ihm einen Toyota Hillux, die Permits für das Schimpansen- und Gorilla-Tracking und die Unterkünfte in Uganda. Die restlichen Unterkünfte in Ruanda werden von Douglas zwar reserviert, wir werden sie aber immer vor Ort bezahlen, um unnötige und teure Geldüberweisungen zu vermeiden.
Ein kleines Problem stellt das Trekking auf dem Vulkan Nyiragongo in der DR Kongo dar, aber auch hier hilft Douglas und Ende Mai haben wir endlich einen Partner aus Goma (DR Kongo) gefunden, der sich um die Formalitäten kümmern wird: Kasitu Eco Tours.
Ich muss hier betonen, dass Douglas ein absolut zuverlässlicher und hilfsbereiter Partner ist! Alle Emails wurden von ihm innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

Flugtickets
Wir entscheiden uns für Brüssel Airlines, der Preis ist auch ok, aber irgendwie buche ich nicht rechtzeitig und als ich mich endlich entscheide, Ende März, müssen wir schon ca. 750,- Euro pro Ticket zahlen. Mein Fehler!

Visa
Um die Visa für DR Kongo wird sich "Kasitu Eco Tours" kümmern. Wir füllen die jeweiligen Formulare aus und schicken sie per Email.
Seit 2016 muss man für Uganda einen Online-Antrag für das Visum stellen. Wir wollen von Uganda nach Ruanda, dann in die DR Kongo, wieder nach Ruanda, wieder nach Uganda. Mir ist klar, dass wir Multiple Entry Visas für Uganda und Ruanda brauchen, also entscheide ich mich für ein East Africa Tourist Visa. Das erlaubt uns 3 Monate lang mehrere Ein- und Ausreisen in den Ländern Uganda, Ruanda, Kenia und kostet 100 Dollar. Für diesen Antrag müssen wir noch folgende Dokumente in elektronischer Form einreichen: Reiseroute, Fotokopie vom Reisepass, Passfoto, Impfausweis, Flugticket. Klingt alles machbar.
Für einzelne Multiple Entry Visas jeweils für Uganda und Ruanda ist es nicht nur teurer, sondern auch die einzureichenden Dokumente sind für mich unübersichtlich. Für Uganda z.B. müsste man noch folgende Formulare einreichen: Cover Letter stating reasons for Multiple Entry, Recommendation letters from 2 referees in Uganda, Police clearance from Interpol or home country. Wo bitte bekommt man ein "Police clearance from Interpol"??

Das East Africa Tourist Visa scheint mir perfekt für unsere Reise zu sein und die beantrage ich auch online. Innerhalb von 3 Tagen bekomme ich die Bestätigungen.
An dieser Stelle sage ich nur, dass das Thema "Visum" uns auf dieser Reise noch schmerzlich beschäftigen wird...

Impfungen
Wir lassen uns bei einem Impfzentrum beraten, holen diverse Impfungen nach und werden selbstverständlich noch gegen Gelbfieber geimpft, eine Voraussetzung für die Einreise. Auch Malariaprophylaxe haben wir in Form von Tabletten genommen.
Circa eine Woche vor unserer Reise wird in Goma (DR Kongo) eine Cholera Epidemie gemeldet, wir müssen die Situation genau beobachten und kurzfristig entscheiden, ob wir tatsächlich in die DR Kongo einreisen, denn Goma befindet sich auf unserer Reiseroute...

Reiseroute
Die Reiseroute habe ich selbst erstellt. Insgesamt sind wir 2000 km in 23 Tagen gefahren. Wir bleiben gern 2 Nächte in einem Ort, um eine entspannte Reise zu haben.

Und hier ist unsere diesjährige Reiseroute:

1. Tag 15.07. Entebbe (Uganda) Papyrus GH
2. Tag 16.07. Kibale NP (Uganda) Kibale Guest Cottage
3. Tag 17.07. Kibale NP (Uganda) Kibale Guest Cottage
4. Tag 18.07. QENP (Uganda) Simba Safari Camp
5. Tag 19.07. QENP (Uganda) Simba Safari Camp
6. Tag 20.07. Ishasha Sektion (Uganda) Enjojo Bamboo Hut
7. Tag 21.07. Ishasha Sektion (Uganda) Enjojo Bamboo Hut
8. Tag 22.07. Bwindi NP (Uganda) Rushaga Gorilla Camp
9. Tag 23.07. Bwindi NP (Uganda) Rushaga Gorilla Camp
10. Tag 24.07. Mgahinga NP (Uganda) Travellers Rest Hotel
11. Tag 25.07. Mgahinga NP (Uganda) Travellers Rest Hotel
12. Tag 26.07. Volcanoe NP (Ruanda) Kinigi GH
13. Tag 27.07. Volcanoe NP (Ruanda) Kinigi GH
14. Tag 28.07. Lake Kivu Gisenyi (Ruanda) Hotel Musanto
15. Tag 29.07. Nyirangongo (DR Kongo) Hütten am Kraterrand
16. Tag 30.07. Lake Kivu Gisenyi (Ruanda) Paradis Malahide
17. Tag 31.07. Lake Kivu Gisenyi (Ruanda) Paradis Malahide
18. Tag 01.08. Kigali (Ruanda) Chez Lando Hotel
19. Tag 02.08. Kigali (Ruanda) Chez Lando Hotel
20. Tag 03.08. Lake Bunyonyi (Uganda) Birdnest Bunyonyi Resort
21. Tag 04.08. Lake Bunyonyi (Uganda) Birdnest Bunyonyi Resort
22. Tag 05.08. Lake Mburo (Uganda) Eagles Nest
23. Tag 06.08. Kampala (Uganda) Namirembe GH
24. Tag 07.08. Flug nach Europa

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Somit hätten wir alles und Adriana & Matthias sagen euch "Please prepare for takeoff!".
Teil 228. Aug. 2017
1. Tag
Samstag, 15. Juli 2017
Entebbe, Papyrus Guesthouse


Am frühen Morgen startet unser Flug, über Brüssel soll es nach Entebbe gehen.
In Brüssel wollen wir NATÜRLICH Schokoladentrüffel kaufen, aber irgendwie führen unsere Transferwege nicht durch den Shopping-Bereich und wir können nichts, aber gar nichts kaufen. Enttäuschung! Aber weniger Süßigkeiten ist vielleicht doch eine gute Sache.

Gegen 20 Uhr, mit einer leichten Verspätung, landen wir nach einem 7 stündigen Flug in Entebbe. Wir werden abgeholt und sind kurze Zeit später im Papyrus Guesthouse, wo wir bei einem ugandischen Nile-Bier auf der Terrasse die ersten Eindrücke auf uns wirken lassen. Wir sind endlich in Uganda. Es ist warm und das Guesthouse sieht wie ein altes Kolonialhaus aus, es gefällt uns ganz gut. Wir sind müde, aber zufrieden.

Bevor wir schlafen gehen, werden wir noch nett gefragt, was wir am nächsten Morgen frühstücken möchten.
Gute Nacht, Entebbe!


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Papyrus Guesthouse in Entebbe

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Papyrus Guesthouse in Entebbe
Teil 328. Aug. 2017
2. Tag
Sonntag, 16. Juli 2017
Kibale National Park (Uganda) - Kibale Guest Cottage


Nach einer erholsamen Nacht stehen wir früh auf und frühstücken auf der schönen Terrasse.
Pünktlich um 8:00 Uhr kommt Andrew von Alpha Car und bringt uns den gebuchten Toyota Hilux. Der Wagen ist rein optisch in die Jahre gekommen, aber er erfüllt seine Funktionen. Zu dem Wagen gehören noch ein Handy mit einer lokalen Prepaid-Karte und ein Navi.

Unser Auto, ein Toyota Hilux:
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Andrew übergibt uns noch die nötigen Dokumente (Permits, Buchungen, Mietvertrag etc) und wir geben ihm das Geld. Die Autoübergabe verläuft schnell und informell, dann fährt er uns mit unserem Wagen aus Entebbe und Kampala raus, so dass wir uns nicht am ersten Tag mit dem teuflischen Straßenverkehr in der Hauptstadt beschäftigen müssen. Wir stellen fest, dass das Motorrad das Verkehrsmittel Nummer eins ist, voll bepackt mit Menschen, Waren oder Tieren und dass dabei niemand einen Schutzhelm trägt. Allgemein ist der Straßenverkehr ziemlich aggressiv und Andrew lässt sich nicht beeindrucken, gibt Gas.

Matthias sitzt vorne und ist angeschnallt, genau wie Andrew. Ich will mich auch anschnallen, stelle aber fest, dass der Sicherheitsgurt an meinem Sitz irgendwie nicht funktioniert. Ich frage Andrew, ob er kaputt ist und er antwortet kurz "The most important is the driver". Einverstanden.

Unterwegs wird noch schnell an einem Einkaufszentrum angehalten, um Geld und Wasser zu holen. Bei der Zufahrt zum Einkaufszentrum müssen wir eine Kontrolle mit Metalldetektor wie am Flughafen über uns ergehen lassen.
An der Tankstelle wird die lokale Prepaid-Karte aufgeladen, Benzin getankt und wir entscheiden noch, ein paar Flaschen Bier zu kaufen, nur so, für den Sundowner.

Straßenverkehr in Kampala:
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Ja, richtig, 5 (!!) Personen:
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Nach circa einer Stunde erreichen wir die Abzweigung nach Fort Portal. Andrew gibt uns noch ein paar Tipps für die Reise, für eventuelle Polizeikontrollen, für die Fahrweise und steigt aus. Er guckt noch streng auf die Rücksitzbank, wo unsere 4 Flaschen Bier liegen und sagt mit ernster Miene "Don't drink and drive!". Oha, da haben wir uns aber schnell einen guten Ruf gemacht.

Unser Ziel heute ist der 300 km entfernte Kibale Forest National Park. Die Straße ist am Anfang in einem akzeptablen Zustand, dann aber kommen die Baustellen, dann die Schotterpiste und dann verdient sie nicht mehr den Namen "Straße".

Wir fahren durch kleine Dörfer, über grüne Hügel und entlang von Teeplantagen. Immer wieder stehen am Straßenrand Obst- und Gemüse-Stände und Straßenküchen, in denen frische Fleischspieße, Fladenbrot, gefüllte Teigtaschen und andere lokale Gerichte zubereitet werden. Wir waren schon ein paar Mal im südlichen Afrika, aber ein solches grünes und lebendiges Afrika kennen wir nicht!

Zur Navigation habe ich wie immer mein iPad mit einer Navigations-App und mit Karten, die bisher in allen bereisten Ländern einwandfrei funktioniert haben. Zu Hause habe ich Karten geladen, Koordinaten gespeichert, Routen erstellt, alles vorbereitet. Aber ich habe im Auto kein GPS-Signal! Das Navi, das zum Auto gehört, kenne ich nicht und ist irgendwie nicht so mein Geschmack, hat ein kleines Display und es geht immer wieder aus. Also müssen wir meistens ohne GPS auskommen und wenn wir uns nicht mehr sicher sind, halten wir an, ich gehe mit dem iPad raus und habe wieder GPS-Signal. Umständlich? Nö, wir haben Zeit und gute Laune!

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Teeplantage:
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Nach einer 6 stündigen Autofahrt erreichen wir den Kibale Forest National Park und werden sogleich von unseren schon bekannten Baboons begrüßt. Sie sitzen gemütlich sowohl am Straßenrand, als auch auf der Straße. Unser Guesthouse für die nächsten 2 Tage "Kibale Guest Cottage" liegt mitten im Wald umgeben von einer schönen Landschaft. Es besteht aus wenigen Cottages, die mit einem Reetdach bedeckt sind. Auch hier werden wir sehr herzlich empfangen, obwohl die Angestellten sehr überrascht sind, zwei Weiße ohne Guide selbstfahrend zu sehen: "Where is your driver??".

Wir wollen unseren Koffer raus holen, aber wie macht man den Kofferraum auf?? Wir ziehen, rütteln und drücken, nichts! Auch der Angestellte, der uns helfen will, ist ratlos. Matthias klettert auf die Rückbank und holt den Koffer durch den Innenraum mit Gewalt raus. Das ist doch kein Zustand für 3 Wochen! Wir rufen Patrick von Alpha Car an, der für alle Probleme bzgl. Auto zuständig ist, aber keiner antwortet. Wir rufen Andrew an und er lüftet das Geheimnis: an der Fahrer-Tür sind mehrere Knöpfe, zwei davon gleichzeitig und mehrmals drücken, aha.

Wir beziehen gerade unser Cottage, als ein netter Angestellte mit Holzbrettern auf der Schulter vorbei geht, uns sehr nett begrüßt und sich vorstellt: "My name is Matthias". Kein Witz! Er erzählt, dass er hier der Tischler ist und alle Möbel selbst hergestellt hat. Was bleibt mir übrig, als ein Foto von den beiden Matthias zu machen?

Matthias und Matthias:
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Unser Cottage ist geräumig und von der Terrasse haben wir eine schöne Sicht über den Wald, die wir beim Sundowner auch genießen. Beim Abendessen kommen wir mit ein paar Amerikanern ins Gespräch. Sie reisen mit Driver und Guide und sind irgendwie im Auftrag der Kirche unterwegs, besuchen Schulen und arbeiten an diversen Projekten. Überhaupt haben wir auf dieser Reise ziemlich viele Reisegruppen getroffen, die im Auftrag der Kirche unterwegs waren.

Kibale Guest Cottage:
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Kibale Guest Cottage Restaurant:
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Ich weiß nicht mehr, was es zu essen gab, aber es war absolut ok. Wir sind dann früh schlafen gegangen, denn am nächsten Tag war schon das Schimpansen-Tracking geplant.
Teil 429. Aug. 2017
3. Tag
Montag, 17. Juli 2017
Kibale National Park (Uganda) - Kibale Guest Cottage


Am heutigen Tag ist ein Schimpansen-Tracking im Kibale Forest National Park geplant. Die Permits dafür haben wir lange im Voraus für jeweils 150 USD bei Douglas gebucht.

6:00 Uhr : Der Wecker klingelt.
7:00 Uhr : Es gibt Frühstück.
7:30 Uhr : Wir fahren los.
Nach circa 10 Minuten kommen wir am Headquartier an. An dem Anmeldestand zeigen wir unsere Permits und wollen uns in die Liste eintragen, als die nette Dame uns sagt, dass unsere Permits für das Nachmittag-Tracking sind. Waaaas? Ich wusste gar nicht, dass es ein Tracking nachmittags gibt! Und wir haben keine Nachmittags-Permits gebucht! Sie schlägt vor, zu warten und falls nicht zu viele Touristen kommen, können wir doch teilnehmen. Auch das kommt mir merkwürdig vor, sie müsste doch wissen, wieviele Anmeldungen vorliegen, da die Permits lange im Voraus bestellt werden.
Nach ca 20 Minuten fragen wir sie nochmal nett und vorsichtig und sie sagt, wir können uns in die Liste eintragen. Sie fragt, mit welcher Company wir sind und ist ziemlich sprachlos, als wir antworten, dass wir selbst fahren. Ihr Kollege möchte unsere Namen auf eine andere Liste eintragen und hat ziemlich große Schwierigkeiten, meinen 5-stelligen Nachnamen zu schreiben. Oh Gott, bei Matthias sind auch 5 Buchstaben und das wird richtig zum Problem. Da hat er plötzlich eine Idee, die uns alle rettet: "I write Adriana and when I say Adriana, I mean you both, ok?". So soll es sein!

Gleich gehts in den Breefing-Room und ein Ranger, der sich Joe nennt, macht das Breefing mit uns allen. Er erzählt ziemlich viel und ich verstehe ungefähr die Hälfte, aber da ich schon im Voraus viel über diese Trackings gelesen habe, weiß ich schon das Wichtigste: wir dürfen keinen Müll im Wald hinterlassen, wir dürfen im Wald nicht essen, wir sollen immer dicht beim Ranger bleiben, wir sollen uns ruhig verhalten, die Tiere nicht provozieren usw. Etwas für mich Neues gibt es doch: "Don’t imitate the Chimps!". Jetzt könnte man sich fragen, ob es wirklich Leute gibt, die das in Erwägung ziehen würden. Das weiß ich nicht, aber den beiden Teenagern, die direkt vor uns genervt sitzen, würde ich sowas zutrauen.
Dann werden wir in 4 Gruppen a 6 Personen eingeteilt. Der Ranger von der Anmeldung liest von der Liste die Namen der Reisegruppen vor, d.h. den Namen der Company und bei uns sagt er einfach "Adriana 2". Wir wissen Bescheid. In unserer Gruppe ist noch ein asiatisches und ein amerikanisches Pärchen und unser Ranger heißt Gordon.

Um genau 8:30 starten wir. Wir müssen noch ein Stück mit den Autos fahren und Gordon ist auch ziemlich sprachlos, als er erfährt, dass wir selbst fahren. Er steigt bei uns ins Auto und fährt mit. Unterwegs sagt er uns, dass es eigentlich viel besser ist, selbst zu fahren, man kann alles selbst entscheiden und man ist nicht auf andere angewiesen.
Nach einer kurzen Fahrt parken wir die Autos und steigen aus. Gordon erzählt uns noch ein paar interessante Sachen über Schimpansen und erklärt uns noch, warum er und seine Kollegen bewaffnet sind. Falls wir auf Elefanten treffen, was er wirklich nicht hofft, dann muss er einen Warnschuss in die Luft geben, weil die Waldelefanten sehr aggressiv sind.

Wir gehen los und schon hat uns der Wald geschluckt! Große, hohe Bäume nehmen uns die Sicht, alles ist grün und feucht. Der Untergrund ist flach, man kann eigentlich ziemlich gut laufen und alle halten das Tempo mit. Die anderen Gruppen haben sich auf unterschiedliche Pfade verteilt und die Ranger bleiben per Funk miteinander in Kontakt, um alle zu informieren, wenn man die Schimpansen gefunden hat.

Nach circa einer halben Stunde hören wir ein Affengeschrei. Die Schimpansen haben uns entdeckt und kommunizieren untereinander, es wird immer lauter, ohrenbetäubend und über uns leben die Bäume! Wir sind auf eine Schimpansen-Gruppe mit circa 40 Mitgliedern gestoßen und Gordon sucht einen passenden Platzt für uns, wo wir Fotos machen können. Die Schimpansen essen nur das saftige Fruchtfleisch und schmeißen den Rest runter, sodass wir darauf achten müssen, nicht getroffen zu werden. Inzwischen hat Gordon seine Kollegen über Funk informiert und es kommen auch andere Touristen. Ich muss aber sagen, dass die Ranger alles gut organisieren und darauf achten, dass jeder einen guten Beobachtungsplatz hat, dass es nicht zu eng wird.

Die Schimpansen beruhigen sich und beachten uns nicht mehr, sie kehren zu ihren normalen Tagesaktivitäten: die Mütter spielen mit den kleinen Babys, andere betreiben gegenseitig Körperpflege, viele laufen elegant über die Äste und alle essen nebenbei noch eine Menge Früchte.

Wir beobachten sie und machen Fotos, so gut wir können, jedoch ist es extrem schwierig, die ganze Zeit mit dem Kopf im Nacken zu stehen und zwischen den Ästen und Blättern bei der Höhe ein gutes Foto zu schießen. Ich hatte gehofft, die Affen würden mehr auf dem Boden sein, ist aber nicht so.

Nach einer Stunde ist es Schluß und Gordon bricht mit uns auf. Er geht vor unserer Gruppe, ich bin direkt hinter ihm, als er plötzlich aber ruhig stehen bleibt. Ich schaue über seine Schulter und mir bleibt das Herz stehen: keine 3 Meter vor uns entfernt ist ein großer Schimpanse runter geklettert, er erreicht gerade den Boden. Er ist groß, riesen groß, hat einen breiten Rücken und bewegt sich ruhig und langsam, für mich wie in der Zeitlupe. Dann dreht er sich um und geht weg. Gordon geht hinter ihm und unsere 6-er Gruppe hinter Gordon. Der Schimpanse geht sehr gemütlich, aber seine Schritte müssen riesig sein, denn wir haben Mühe in dem dichten Wald mit ihm mitzuhalten. Wir gehen ungefähr eine Viertel Stunde hinter ihm, dann erreichen wir einen breiten Pfad. Er geht noch circa 5 Minuten auf diesem Pfad, dann bleibt er stehen, dreht sich um, schaut uns lange an, richtet sich auf die Beine auf, macht eine Pose, dann verschwindet er links in dem dichten Wald. Was für ein Erlebnis! Wir sind alle hin und weg.

Gordon wird von seinen Kollegen informiert, dass in unserer Nähe eine große Gruppe von Schimpansen ist und er macht sich mit uns auf den Weg dahin. Wir müssen uns beeilen, weil das gesamte Tracking keine 3 Stunden überschreiten darf. Auf dem Weg wird Gordon wieder informiert, dass Schimpansen sich auf uns zu bewegen. Ist das wahr? Wir bleiben stehen und schauen in die Richtung. Es ist nichts zu sehen, nichts zu hören. Auch über uns sind die Äste ruhig. Plötzlich taucht aus dem dichten, dunklen Wald ein großer, richtig großer Schimpanse auf und kommt in unsere Richtung. Wir machen die Fotoapparate bereit, ich zumindest will das machen, gehe in die Hocke, suche Halt auf dem feuchten Boden und will den Riesen fotografieren, als ich merke, dass er direkt auf uns zu rennt und ich meine wirklich direkt auf uns zu! Ich bin ganz vorne, kriege Panik und will aufstehen. Aus dem Augenwinkel merke ich, dass auch die anderen Angst bekommen, zumindest versuchen die Amerikanerin und die Asiatin auch, weg zu kommen. Gordon versucht uns zu beruhigen, wir sollen keine Angst haben, ruhig bleiben und Platz machen. Zu spät, der Riese ist zu schnell, er macht sich den Weg mitten durch unsere Gruppe frei, schubst die Amerikanerin zum Boden und rennt gegen einen großen Baum, wo er drauf haut und laut schreit. Er zeigt dadurch seine Stärke, seine Überlegenheit. Plötzlich hören wir Gordon "Give him place!", der nächste Riese hat uns erreicht und rennt auch mitten durch unsere Gruppe. Er nimmt sich den nächsten großen Baum, haut sich dagegen und schreit laut. Dann klettern die beiden in die Bäume hoch, wo ein Kampf beginnt. Es ist ohrenbetäubend und über die Bäume kommen andere Affen, auch laut schreiend.
Wir kommen langsam zu Ruhe, zum Glück ist niemand verletzt und beobachten eine Weile noch die Affen über uns.

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Kurz nach 11 Uhr sagen wir den Chimps auf Wiedersehen und machen uns auf den Rückweg, kommen zu den Autos, geben Gordon sein verdientes Trinkgeld, bedanken uns und fahren zurück zu unserer Lodge. Das Tracking war nicht so schwierig, ein Spaziergang durch den Wald, alles Flachland.

Wir haben das Tracking mit den emotionalen Erlebnissen voll genossen und entscheiden uns für einen ruhigen, faulen Nachmittag auf der Terrasse unseres Cottages. Später gehen wir noch ins Restaurant, wir sind heute die einzigen Gäste in der ganzen Lodge und plaudern entspannt mit dem Manager.

Am späten Abend geht Matthias nochmal zum Auto, weil wir das Mücken-Spray nicht mehr finden. Große Freude, das Spray ist im Auto! Und noch größerer Schreck, wir haben einen Platten! Wie ist das möglich, nach nur einem Fahrtag?? Matthias zieht sein T-Shirt aus und macht sich an die Arbeit, den Reifen wechseln. Der Manager kommt zu uns, schaut sich das Unglück an und ruft sofort jemanden an, der uns helfen könnte. Gegen 19 Uhr kommt der Angerufene auf einem Boda-Boda (Motorrad-Taxi). Zusammen wechseln wir den Reifen. Es ist bald dunkel, aber wir möchten morgen nicht ohne intakten Ersatzreifen fahren und der nette Helfer macht von sich aus den Vorschlag, den kaputten Reifen zu reparieren. Zu zweit inklusive Ersatzreifen fahren sie zurück auf dem kleinen Motorrad-Taxi und kommen gegen 21 Uhr zurück. Der Reifen ist repariert und wir können beruhigt schlafen gehen.

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Morgen gehts weiter nach Süden, zum Queen Elizabeth National Park.
Teil 531. Aug. 2017
4. Tag
Dienstag, 18. Juli 2017
Queen Elizabeth National Park (Uganda) - Simba Safari Camp


Nach einem herrlichen Frühstück auf der Terrasse fahren wir erstmal nach Fort Portal, einer großen Stadt in ca 30 km Entfernung. Auf der Straße sitzen gemütlich etliche Baboons, essen Früchte, kratzen sich, lassen sich nicht stören. Matthias muss ordentlich hupen, um den Weg frei zu machen.

In Fort Portal parken wir an einer Tankstelle und gehen zuerst zu einer Stanbic Bank, wo ich Geld abhole. Die Stanbic Bank akzeptiert auch Master Card. Am Eingang müssen wir eine Kontrolle mit einem Metalldetektor passieren.

Auf unseren Reisen hat Matthias immer treue "Freunde": die Mücken! Sie lieben ihn genau so sehr, wie sie mich hassen. Wir haben aus Deutschland eine einzige Dose Mücken-Spray, weil ich so naiv war, zu glauben, in Uganda gibt es genau wie z.B. in Namibia alles und überall zu kaufen. Das ist nicht so und jetzt suchen wir intensiv nach einem Mücken-Spray. Wir versuchen zuerst in der Apotheke. Als wir rein kommen, ist uns sofort klar, hier gibt es kein Schnick-Schnack, nur die wirklich notwendigste Medizin! Die bescheidenen Regale erinnern eher an einen verlassenen Kaufstand. Die "Apothekerin" ist eigentlich eine Nonne und kann uns nicht weiter helfen. Wir gehen weiter und finden noch eine Apotheke, die etwas größer und moderner wirkt. Hier hat man tatsächlich ein breiteres Angebot, die Regale sind voll mit Honiggläsern! Wir erklären dem Apotheker, was wir möchten, ein Mücken-Spray für die Haut. Er denkt nach, guckt, sucht und findet nach einer Weile ein Mückenschutzmittel. Das kleine Spray kostet 16.000 Uganda Shillings, das sind 4 Euro und somit richtig teuer für die lokalen Verhältnisse. Wir bekommen sogar eine Quittung. Wir tanken noch und fahren Richtung Süden, unser Ziel ist das Simba Safari Camp, so ziemlich auf dem Äquator gelegen.

Wir fahren durch kleine Dörfer und sehen viele Bananen-Plantagen, dafür aber keine Tee-Plantagen mehr. Die Bäume sehen jetzt kakteenartig aus und auf der rechten Seite, in der Ferne, sieht man schon die Rwenzori Berge. In den Dörfern gibt es am Straßenrand Märkte mit Obst, Gemüse und allem, was man kaufen kann. Überall werden Fleischspieße, Bananen oder Maiskolben gegrillt, es werden Teigtaschen frittiert und Fladenbrote gebacken. Wir sind natürlich neugierig und probieren von allen etwas. Es schmeckt alles sehr gut, besonders das Obst (Bananen, Mangos). Immer wieder staunen wir, wieviel auf einem Fahrrad oder einem kleinen Motorrad transportiert werden kann. Besonders bei den Anstiegen sind die Transporteure am Kämpfen und müssen ihre Fahrräder schieben.

In den Dörfern sehen wir immer wieder Schulkindern und stellen fest, dass jede Schule eine andere Uniform hat. Die Kinder sehen richtig süß in ihren bunten Uniformen aus.

Kurz vor unserer Lodge überqueren wir zum ersten Mal am Boden den Äquator, was ein Pausenstop wert ist. Gegen 15 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft für die nächsten 2 Tage, Simba Safari Camp. Die Unterkunft ist einfach, aber schön und im afrikanischen Still gehalten. Wir machen es uns auf der Terrasse gemütlich, als ein Angestellter uns fragt, ob wir uns für das Abendessen anmelden möchten. Wir fragen ihn, ob es möglich wäre, ein lokales Gericht für uns zu kochen. Der Manager freut sich über unser Interesse und ist sofort einverstanden. Abends genießen wir unser spezielles Menü und essen zum ersten Mal Matoke (ein Brei aus Kochbananen), Dodo (eine Art Spinat) und Rindfleisch mit afrikanischer Soße, es schmeckt hervorragend!

Baboons im Kibale National Park:
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Bananenplantage:
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Unterwegs:
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Fort Portal:
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Obst kaufen unterwegs:
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Unterwegs:
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Wie immer voll beladen:
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Markt:
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Markt:
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Markt:
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Markt:
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Markt:
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Markt:
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Voll beladen auf dem Weg zum Markt:
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Schulkinder
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Schulkinder
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Schulkinder
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Kakteenartige Landschaft auf dem Weg zum QENP:
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Selbsterklärend 🙂 :
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Simba Safari Camp - unser Zimmer:
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Simba Safari Camp - Restaurant:
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Morgen wollen wir in den Park und sind schon gespannt, wie die Landschaft aussehen wird.
Teil 603. Sept. 2017
5. Tag
Mittwoch, 19. Juli 2017
Queen Elizabeth National Park (Uganda) - Simba Safari Camp


Heute wollen wir den Queen Elizabeth National Park erkunden. Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir ca eine Stunde auf einer mal guten, mal schlechten Piste bis zum Haupteingang, dem Kabatoro Gate. Hier bezahlen wir insgesamt 89 USD Eintritt für 24 Stunden.
Auf dem Weg zum Kabatoro Gate:
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Auf dem Weg zum Kabatoro Gate:
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Kabatoro Gate:
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Am Mweya Visitor Center buchen wir eine Bootstour auf dem Kazinga Channel. Dieser natürliche Kanal verbindet den kleinen Lake George mit dem großen Lake Edward. Der Lake Edward ist auch die natürliche Grenze zwischen Uganda und DR Kongo.
Es wird empfohlen, diese Bootstour entweder am frühen Morgen oder am späten Abend zu machen, so hat man die Chance, mehr Tiere zu sehen. Wir buchen die Tour für 11 Uhr und hoffen, dass wir trotzdem viele Tiere sehen werden.
Als wir am Boot stehen, stellen wir fest, das außer uns nur noch 2 Einheimische mitfahren und so wird die Bootsfahrt zu einem Privatvergnügen. Wir gehen oben auf die Plattform und lassen uns von Richard, einem Mitarbeiter, viele interessante Infos über die Tierwelt geben. Richard ist eigentlich Student und macht im Park ein Praktikum.

Wir fahren entlang des Kazinga Channel und sehen aus nächster Nähe Elefanten, Büffel, Nilpferde, Krokodile, Warzenschweine, verschiedene Antilopen (Uganda Kobs, Wasserböcke), unzählige Vogelarten. Besonders die Elefanten haben uns überrascht, weil wir damit gar nicht gerechnet haben, sie in Uganda zu sehen. Die Bootstour ist absolut zu empfehlen!
Auf dem Weg zum Mweya Visitor Center:
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Bootstour auf dem Kazinga Channel:
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Nach 2 Stunden voller Eindrücke gönnen wir uns ein üppiges Mittagessen in der Mweya Lodge, die für ihr gutes Restaurant bekannt ist und genießen dabei die tolle Aussicht auf den Kazinga Channel.
Aussicht von Mweya Lodge Restaurant:
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Mweya Lodge Restaurant:
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Mweya Lodge Restaurant:
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Es ist schon 15 Uhr und wir haben eigentlich keine Lust mehr auf Game Drive. Aus verschiedenen Gesprächen mit den Mitarbeitern haben wir erfahren, dass zurzeit nicht so viele Tiere unterwegs sind.

Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Zwischenstopp beim Crater View Point, von wo aus mehrere Vulkankrater zu sehen sind, teils mit Salzwasser gefüllt. Als wir weiter fahren wollen, streikt der Motor mal wieder. Auch in den vergangenen Tagen ist uns aufgefallen, dass man in solchen Fällen 10-15 Minuten warten muss, bis der Motor abgekühlt ist, um wieder starten zu können. Das ist ärgerlich und nicht akzeptabel. Die Reise ist erst am Anfang und wir wollen nicht irgendwo in der Wildniss festsitzen.

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Crater View Point:
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Crater View Point:
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An der Lodge angekommen rufen wir Patrick von Alfa Car an, er wurde uns als Kontaktperson für sämtliche Fragen/Probleme bzgl. Auto empfohlen. Patrick überlegt kurz und sagt, er ruft zurück. Kurze Zeit später ruft uns ein Mechaniker aus einem benachbarten Ort an, er fragt, wo wir genau sind und macht sich auf den Weg. Halbe Stunde später sind 2 Mechaniker samt Werkzeug und ein Boda Boda Fahrer da. Inzwischen ist es schon dunkel geworden und im Schein unserer Taschenlampe wird der Anlasser auseinander genommen, überprüft und wieder zusammengesetzt. Der Mechaniker sagt, er braucht eigentlich kein Licht, er weiß genau was wo ist. Klingt gut.
(Man beachte auf dem Foto, wie der kleine Mechaniker mit einem Bein im Motorraum sitzt 🙂 )
Jetzt soll alles wieder in Ordnung sein, was wir aber nicht überprüfen können, weil das Problem nur beim heißen Motor auftritt. Wir werden es in den nächsten Tagen sehen...
Autoreparatur bei Mondschein:
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Nach dem ausgiebigen Mittagessen haben wir keinen Hunger mehr und wir verbringen den restlichen Abend auf der Restaurantterrasse mit einem leckeren Gin Tonic.

Morgen gehts weiter entlang der Grenze zur DR Kongo Richtung Süden und wir hoffen, dass unser Auto keine Probleme mehr macht.
Teil 705. Sept. 2017
6. Tag
Donnerstag, 20. Juli 2017
QENP Ishasha Section (Uganda) - Enjojo Lodge


Heute fahren wir zum südlichsten Teil des QENP, bekannt auch als Ishasha Section, ganz in der Nähe der Grenze zu Kongo. Dort soll es Löwen geben, die auf die Bäume klettern.

Im Reiseführer steht, dass diese Schotterpiste im guten Zustand gehalten wird, weil sie die Hauptstrecke für die Hilfsgüttertransporte nach Kongo ist. Wir finden aber, dass sie teilweise im sehr schlechten Zustand ist. Die Landschaft sieht steppenartig aus, mit akazienartigen Bäumen und ab und zu kreuzen diverse Antilopen den Weg. Wir nennen diese Strecke "die Straße der Schmetterlinge". Überall fliegen schöne, bunte Schmetterlinge, die Luft ist voll davon.

Als wir einen Wald durchfahren, springt plötzlich auf der linken Seite ein bewaffneter Uniformierter aus dem Schatten raus und hält uns an. Mein erster Gedanke ist "Ist das ein echter Polizist?". Es soll schon mal Fälle gegeben haben... Unter dem Baum, im Schatten sitzen auf der Erde noch ein paar Kollegen und eine ärmlich aussehende Frau mit Baby auf dem Arm. Er kommt auf meine Seite, grüßt, wir machen ein bißchen Smalltalk, die Atmosphäre ist entspannt, obwohl mir gar nicht gefällt, dass er durch das geöffnete Fenster den Kopf immer tiefer ins Auto steckt und neugierig guckt. Irgendwann fragt ihn Matthias "What do you need?", denn wir rechnen damit, dass er unsere Dokumente überprüfen will. Die Antwort läßt uns sprachlos: "Water, something to eat". Die Polizisten sitzen bei über 30 Grad unter spärlichem Schatten mitten in der Wildniss, bis zur nächsten "Zivilisation" ist es noch mindestens eine Stunde Autofahrt, sie haben aber nur ein kleines Motorrad. Wir geben ihnen die kleinen Flaschen mit Wasser, die ich jeden Morgen für die Fahrt nachfülle und ein großes Bund Bananen. Leider haben wir selbst auch nicht mehr. Sie bedanken sich und wünschen uns eine gute Fahrt.
Fahrt von QENP zu Ishasha Section:
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viele, viel Schmetterlinge:
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Am frühen Nachmittag kommen wir bei unserer Unterkunft an, Enjojo Lodge. Sie wird von einem Belgier, Patrick, geführt und schon bei der Begrüßung merken wir, dass er viel Herzblut in dieser Lodge gesteckt hat. Von der Restaurantterrasse hat man eine herrliche Sicht auf die Tallandschaft, wo kleine Affen spielen, Schmetterlinge fangen und... sie essen! Bei einem kühlen Drink erklärt uns Patrick, wo das Gate zum National Park ist, wo man am besten Löwen sichten kann und leiht uns eine Map des Parks aus. Er sagt, die Löwen findet man am besten, wenn es warm ist und sie faul rumliegen, also jetzt. Dann schickt er Joseph mit uns, er soll uns zu unserem Cottage führen, ein Stück weiter entfernt, im Wald. Wir steigen ins Auto und... Überraschung! Das Auto startet nicht! Bisher brauchte der Motor so 10-15 Minuten, um abzukühlen, jetzt steht das Auto schon seit fast einer halben Stunde auf dem Parkplatz, es wird immer schlimmer! Wir gehen erstmal zu Fuß mit Joseph zu unserem Cottage, das Auto samt Gepäck müssen wir später abholen.
Einfahrt zu Enjojo Lodge:
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Parkplatz:
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Weg zum Restaurant:
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Restaurant mit Terrasse:
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Restaurant:
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Restaurant:
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Unser Bamboo Hut ist eine Art runde Hütte mit Reetdach, die Dusche und die Toilette sind open air und werden mit den anderen Gästen geteilt. Der Platz ist sehr groß, mitten im Wald und die Baboons toben sich aus. Insgesamt stehen 3 Bamboo Huts und 2 Safari Zelte auf dem Platz.
Bamboo Hut:
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Bamboo Hut:
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Wir machen uns kurz frisch und fahren zum Gate. Da fragen wir, ob heute schon Löwen gesichtet wurden. Ja, wurden sie, aber jetzt sind sie schon weg, sagt uns eine Angestellte, die mit ihrem Baby in dem kleinen Häußchen sitzt und die fast genauso unwissend ist wie wir. Draußen stehen noch ein paar Fahrer, die wir auch befragen. Sie meinen, die Löwen kann man am besten morgens und abends sehen, wenn noch nicht so warm ist. Hm, unterschiedliche Informationen... Wir entscheiden, heute nicht mehr in den Park zu fahren, denn die Eintrittsgebühren kosten insgesamt 89 USD für 24 Stunden, d.h. morgen Nachmittag müssten wir nochmal 89 USD zahlen. Wir fahren zurück zur Lodge, machen uns einen faulen Nachmittag und gehen abends auf die Restaurantterrasse, wo wir den Sundowner vor dem Lagerfeuer mit einem kühlen Bier und Popkorn verbringen, so schön!

Zum Dinner gibt es Fisch und es schmeckt hervorragend, Patrick kauft ihn immer frisch aus einem kleinen Fischerdorf in der Nähe. Plötzlich kommen auch andere Gäste zum Essen und die erzählen sich begeistert, wie toll heute die Löwensichtungen waren, und der Leopard, oh und die auf die Bäume kletternden Löwen, und dies und jenes! Und wir haben nichts gesehen! 🙁 Unsere Stimmung fällt rapide, vielleicht hätten wir doch in den Park fahren sollen? Wir muntern uns gegenseitig auf, wir fahren morgen früh in den Park, suchen die Löwen und finden sie! Ganz sicher finden wir sie! So machen wir es!

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Teil 807. Sept. 2017
7. Tag
Freitag, 21. Juli 2017
QENP Ishasha Section (Uganda) - Enjojo Lodge


Wir stehen früh auf, frühstücken auf der schönen Terrasse und erzählen Patrick, dass wir fest entschlossen sind, die Löwen zu finden. In den letzten Jahren waren wir jedes Jahr im südlichen Afrika und haben alle möglichen Wildtiere gesehen, nur die Löwen haben einen großen Bogen um uns gemacht. Ein einziges Mal haben wir in Namibia einen Löwen gesehen. Und genau wie gestern Abend haben wir die anderen Touristen gehört, wie sie begeistert von den Löwensichtungen erzählt haben. Patrick ermutigt uns, sagt aber auch, dass der National Park kein Zoo ist…

Wir sind kurz vor 8 am Gate und fragen nach den Löwen. Die selbe Angestellte von gestern antwortet wieder, dass sie keine Info hat. Wir haben gelesen und auch von Patrick gehört, dass man für 20 USD einen Ranger mitnehmen kann, der eine Stunde lang mit uns durch den Park fährt. Er kennt natürlich den Park besser als wir, hat Erfahrung und auch ein Auge dafür. Sie guckt um sich herum, in dem kleinen Kassenhäuschen, in dem sie alleine sitzt und informiert uns, dass kein Ranger da ist. Ok, wir fahren selbst.

Auf der Map von Patrick sind ein Loop nach Norden und eins nach Süden zu sehen. Wir wählen den Norden, weil wir beim Abendessen gehört hatten, dass die Löwen da waren. Wir fahren langsam, langsam, halten die Augen auf, jeder guckt aufmerksam auf seiner Seite, ab und zu halten wir an und suchen die Umgebung mit dem Fernglas ab. Nach ca einer halben Stunde treffen wir auf einen Wagen mit einer Reisegruppe, samt Guide. Wir fragen, ob sie heute Löwen gesehen haben. Ja, haben sie, ein Stück weiter, gleich an der Piste, gut zu sehen. Wir haben Gänsehaut, fahren weiter, aber auch nicht zu schnell, um die Löwen nicht zu übersehen. Wir treffen auf einen anderen Wagen mit Guide, auch er erzählt das Gleiche. Ins Tal runter fahren, dann noch ca 100 Meter und schon kann man sie auf der rechten Seite sehen, nah an der Piste. Wir fahren noch ein Stück weiter, dann treffen wir einen Ranger mit Motorrad, der ins Tal guckt und auch die Löwen sucht. Nein, er hat sie noch nicht gesehen. Wir fahren ins Tal, dann im Schritttempo 100 Meter und noch weiter, nichts. Wir fahren zurück und überprüfen nochmal mit dem Fernglas die ganze Gegend bis zur Ausfahrt aus dem Tal. Nichts. Das machen wir 3 Mal! Inzwischen ist der Ranger auf dem Motorrad auch mehrmals an uns vorbei gefahren, er findet sie auch nicht. Langsam aber sicher fange ich an zu glauben, die anderen Touristen wollen uns ärgern! Wir sind so enttäuscht! Entweder sind die Löwen gerade weg gegangen, oder wir sind zu doof, um sie zu finden. Man sagt, dass morgens und abends am besten Tiere gesichtet werden. Wir sind sehr früh im Park gewesen, noch früher geht’s nicht, das Gate macht um 7:30 auf. Also: was machen wir jedes Jahr falsch?

Nach 2 Stunden vergeblicher Suche entscheiden wir, den südlichen Loop anzufahren. Da sind viele Fig Trees, Bäume, in denen die Löwen klettern. Unterwegs sehen wir viele Antilopen und auch die Landschaft ist sehr schön. Wir sehen auch viele Büffel, Warzenschweine und Wasserböcke.
Wir kommen im südlichen Teil an, wir finden auch die Fig Trees, aber es ist kein einziges Tier zu sehen, geschweige denn von Löwen! Wir sehen auch keine weiteren Touristen unterwegs, keine Autos, keine Ranger. Hier ist nichts zu sehen!

Wir entscheiden, durch das südliche Gate aus dem Park, dann weiter 15 km nach Kihihi, dem nächsten Ort zu fahren, um dort den Wagen zu tanken, denn bald ist der Tank leer. Kurz vor dem Gate treffen wir einen Wagen und der Guide sagt uns, dass ein paar hundert Meter außerhalb des Parks, in einem Fig Tree auf der rechten Seite, ein Leopard zu sehen ist. Oh, ist das Glück doch mit uns?! Wir haben noch nie einen Leoparden gesehen! Wir geben Gas, fahren aus dem Park, kommen auf die Main Road, fahren die paar Meter weiter und treffen einen Wagen. Wir fragen den Guide, in welchem Baum der Leopard ist. Oh ja, sagt er, da WAR ein Leopard, er ist gerade runter gegangen und ist weg. In was für einem Film sind wir hier?? Die Enttäuschung wird zur Wut! Wir fahren ein kleines Stück weiter, wo ein Wagen steht. Der Guide isst sein Mittagessen und sagt uns, dass der Leopard weg ist und er ihn auch nicht gesehen hat, in welcher Richtung er gelaufen ist. Ok, wir haben keine andere Wahl, als dieses Pech zu akzeptieren.

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Ein Fig Tree:
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Wir fahren nach Kihihi. Unterwegs treffen wir auf eine Herde Elefanten, die im Schatten stehen. In Kihihi finden wir eine Stanbic Bank, holen Geld ab und tanken. Beim Tanken schalten wir den Motor nicht aus, denn bei der Hitze würde es Stunden dauern, bis der Motor abkühlt und wir könnten den Wagen nicht mehr starten! An der Tankstelle will ich noch Wasser kaufen, denn unterwegs trinkt man viel und wir putzen uns auch die Zähne mit Mineralwasser. Der "Shop" an der Tankstelle ist sehr klein und in einem kleinen Kühlschrank stehen kleine Flaschen mit Wasser und Cola. Ich frage, ob sie auch größere Flaschen hat. Ja, hat sie und holt aus dem Kühlschrank eine 1 Liter Flasche. Nein, ich will große Flaschen, Kanister a 5 Liter. Ja, hat sie auch, holt sie gleich. Dann will ich 2 davon, bitte. Sie schickt ein Mädchen los und ich sehe, wie das Mädchen erst über die Straße, dann über eine Wiese, dann durch einen Hof läuft, und weiter läuft, und dann nicht mehr zu sehen ist. Soll das kleine Mädchen die 10 Liter Wasser tragen? Und wo bitte ist das Wasser? Zu einem anderen Kiosk hätte ich auch fahren können. Circa 10 Minuten später geht das Mädchen von der Tankstelle auch los, schimpfend, um das erste Mädchen zu suchen. Matthias und ich warten in der prallen Sonne, mit laufendem Motor, aber wir wissen auch nicht, ob wir woanders Wasser im Kanister finden würden. Uganda ist wirklich eine andere Welt und wir haben bisher in keinem Ort einen Laden gesehen, der den Namen Supermarkt verdient. Es sind mehr so eine Art Not-Verkaufsstellen, wo man mehr oder eher weniger etwas kaufen kann. Eine Ausnahme ist natürlich die Hauptstadt Kampala. Hier sei gesagt: falls einer nach Uganda reisen will, der soll sich alles Notwendige und Wichtige von zu Hause mitnehmen (Kosmetikartikel, Kleidung, Batterien, Medikamente, alles)!

Bald kommen die beiden Mädchen zurück, eine trägt auf dem Kopf einen großen Wasserkanister und ich meine, für einen 5 Liter Kanister ist er zu groß. Als sie ankommen, stellen wir fest, der Kanister enthält 18,7 Liter Wasser! Oh, davon kann ich lange trinken, und trinken, ich mache die Geste nach und die Mädchen lachen laut und herzlich. Aber halt, es ist kein gewöhnlicher Kanister, es ist so eine Art Wasserspender, der auf den Kopf gestellt wird und der keinen richtigen Deckel zum Zumachen hat, der Kopf wird einfach abgeschnitten. Wir kaufen immer mehrere Wasserkanister a 5 Liter, füllen davon morgens mehrere kleine Flaschen für unterwegs ab, machen wieder zu und das jeden Tag. Bei diesem Monster-Kanister haben wir keinen Deckel! Ich bringe es aber nicht übers Herz, die Mädchen mit dem schweren Kanister zurück zu schicken! Ich tue so, als wäre ich begeistert, die Mädchen freuen sich auch und klatschen mich ab, ich bezahle, gebe jedem Mädchen ein kleines Trinkgeld und dann verlassen wir Kihihi.
Elefanten am Straßenrand:
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Auf dem Weg nach Kihihi:
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Auf dem Weg nach Kihihi:
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Kihihi:
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Kihihi:
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Die Elefanten sind immer noch am Straßenrand:
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Inzwischen ist es Nachmittag geworden. Was machen wir mit dem restlichen Tag? Die Löwen gehen uns nicht aus dem Kopf, Hoffnung haben wir aber nicht mehr. Wir fahren zum nördlichen Gate, wo wir heute die Permits gekauft haben. Da steht jetzt ein Ranger, der unsere Permits überprüft und das Tor öffnet. Wir fahren zu dem nördlichen Loop bis zu dem Tal, aber nicht ins Tal. Hier wollen wir mit dem Fernglas jeden Busch auf diesen mehreren qkm absuchen und weil das lange dauern wird, schalten wir den Wagen ab. So, jetzt können wir je nicht mehr starten, also suchen! Im Tal sind die Antilopen gut sichtbar und da, wo sie ruhig stehen, werden auch keine Löwen sein. Wir finden mit dem Fernglas eine Gruppe von Antilopen, die sehr angestrengt in eine bestimmte Richtung gucken. Auf diese Region werden wir uns konzentrieren. Matthias nimmt das Fernglas und sucht und sucht, während ich eine Banane esse. Plötzlich höre ich Matthias "Ein Löwe!". Ha, ich glaube ihm kein Wort und bleibe ganz ruhig. Matthias ist ganz aufgeregt, er erklärt mir, wo ich hingucken soll: da, weit weg, hinter dem dritten Busch, der zwichen den beiden großen Büschen ist. Ich nehme das Fernglas und gucke ganz aufmerksam. Unglaublich, er hat die Löwen entdeckt! Sie sind aber so gut im Busch und Gras versteckt, dass Matthias Mühe hat, sie wieder zu finden, nachdem er das Fernglas abgesetzt hat. Wir beobachten sie fast eine Stunde lang, merken uns genau den Ort und fahren dann ins Tal. Von der Piste aus sind sie aber nicht zu sehen, weil das Gras zu hoch ist und die selbe Farbe wie die Löwen hat. Wir fahren zurück hoch aus dem Tal und beobachten sie weiterhin. Es sind 2 Löwinnen, die gemütlich liegen, sich ab und zu auf den Rücken drehen, sich verspielt wälzen, einfach die Sonne genießen. Nach circa 2 Stunden kommen noch weitere Wagen mit Touristen und Guides, sie sehen, wie wir etwas beobachten und halten an. Wir zeigen ihnen die Löwen und die Guides meinen, wir sollen alle ins Tal fahren. Dort kommt kurze Zeit später auch ein Ranger und wir dürfen alle ein bisschen von der Piste abweichen und uns mit den Autos den Löwen nähern. Die beiden Löwinnen sind so schön, die eine zeigt sich richtig, die andere versteckt sich. Wir machen schnell ein paar Fotos und fahren alle wieder weg, um die Tiere nicht zu stressen.

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Wo sind die Löwen??
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An der Lodge angekommen fragt uns Patrick, wie der Tag so war. Als Antwort heben wir die Arme und machen die Siegerpose, yes! Patrick hat auch eine Überraschung für uns. Wir hatten ihm beim Frühstück gesagt, dass es in unserer Hütte etwas muffig riecht und er wollte uns eine andere geben. Jetzt fragt er uns, ob wir Lust hätten, die letzte Nacht in einem Safari Zelt auf Stelzen zu schlafen. Na klar! Das Zelt ist wunderschön, wir genießen den Sonnenuntergang von der Terrasse und schließen den Tag bei einen leckeren Dinner ab. Es gibt wieder Fisch, diesmal gegrillt und es schmeckt wieder köstlich. Hier möchte ich noch betonen, dass das Essen in dieser Lodge absolut Spitze ist!
Safari-Zelt auf Stelzen:
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Safari-Zelt auf Stelzen:
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Die Duschen:
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Teil 908. Sept. 2017
8. Tag
Samstag, 22. Juli 2017
Bwindi Impenetrable National Park (Uganda) - Rushaga Gorilla Camp


Heute werden wir weiter nach Süden fahren, zum Bwindi Impenetrable National Park, wo wir morgen das Gorilla-Tracking machen. Wir haben eine lange Fahrt vor uns, also stehen wir früh auf. Ich bin mir auch nicht 100% sicher, wie wir fahren, aber dazu später.

Wir frühstücken auf der Terrasse und beobachten die kleinen Affen beim Spielen, was für ein schöner Morgen. Patrick erzählt uns, dass er ein britisches Paar als Gäste hat und deren Wagen einfach nicht startet. Wir stellen fest, dass wir den gleichen Autovermieter haben und ich sage den Briten, wo sie anrufen sollen. Ja, das hatten sie auch vor. Ich unterhalte mich noch mit Matthias darüber, denn wir hatten vor 3 Tagen auch ein ähnliches Problem und eigentlich haben wir dieses Problem immer noch, der Wagen startet nicht mehr, wenn der Motor heiß ist. Der Autovermieter hatte uns 2 Mechaniker geschickt, sie haben anscheinend nicht viel geholfen... Dieses Problem gehört jetzt zur Rubrik "bekannte und somit ungefährliche Macken des Wagens"... Wir fragen nach der Rechnung und Matthias geht schnell noch zum Auto, den Reiseführer holen. Als er zurück kommt, spricht sein Gesichtsausdruck Bände. Er sagt nur kurz "Kümmere dich um die Rechnung, wir haben einen Platten" und ist sofort weg. Wummm! Eben waren wir noch froh, nicht in der Haut der Briten zu stecken und jetzt sitzen wir selbst in … ähm… dem selben Boot! Der zweite Platten innerhalb von 5 Tagen, jetzt verstehe ich, warum im Mietvertrag extra steht, dass der Kunde sich selbst um die Reifen kümmern muss. Ich zahle und gehe dann zum Parkplatz, Matthias wechselt ganz allein den Reifen und ist überall mit Dreck verschmiert. Als er fertig ist, muss er natürlich nochmal duschen. Inzwischen ist es schon fast 9 Uhr! Wir fahren los, Richtung Süden, d.h. wieder nach Kihihi, wie gestern.
Reifen wechseln, ganz easy:
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In der Nähe des südlichen Gate steht ein Auto mit Turisten auf der Hauptstraße, eine Rangerin ist ausgestiegen und guckt sehr konzentriert mit dem Fernglas. Na, dann halten wir auch an und holen unser Fernglas. Ich gucke in die selbe Richtung wie die Rangerin, zu einem großen Baum und sehe, oh, ich kann es nicht fassen, ich sehe im Baum einen Leoparden! Ganz aufgeregt gebe ich Matthias das Fernglas, er sieht ihn auch und wir stellen fest, dass wir in diesem Augenblick endlich die kompletten Big Five gesehen haben: Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel, Leopard. Die Katzen lieben uns doch!! Jemand aus dem Auto sagt uns, dass ein paar Meter weiter auch noch Löwen zu sehen sind. Die haben wir nicht gesehen und wir fahren auch nicht mehr zurück.

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Glücklich fahren wir weiter nach Kihihi und jetzt scheint das Problem mit dem Reifen auch nicht mehr so schlimm zu sein, wir sind in Afrika, alles easy.
Fahrt nach Kihihi:
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Fahrt nach Kihihi - Wasserstelle:
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Fahrt nach Kihihi:
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In Kihihi fragen wir an der ersten Tankstelle, die Patrick uns empfohlen hat, ob man unseren kaputten Reifen flicken kann. Ja, machen sie, wird so ungefähr 45 Minuten dauern. In dieser Zeit laufen wir ein bisschen durch die Stadt und biegen auf eine Seitenstraße ab, zum Markt. Wir waren mehrmals im südlichen Afrika unterwegs, aber was wir hier in Uganda sehen, ist etwas ganz Anderes! Wir stellen fest, dass Armut erfinderisch macht. Wir sehen eine Fahrrad- und Motorrad-Werkstatt, wie man in Europa niemals sehen würde, eine Schlachterei wie aus dem Film, Fahrräder aus Holz voll mit allem Möglichen beladen, Straßenküchen, verschiedene Obstsorten in schön aufgeschichtet, Motorräder ohne Ende und ein Menschengewühl! Wir sind die einzigen Weißen weit und breit und anscheinend verirren sich nicht viele Touristen in diese Gegend. Schnell bildet sich eine große Schar von Kindern, die hinter uns laufen und rufen "Muzungu! Muzungu!", das bedeutet "der/die Weiße". Auch die anderen Menschen, an denen wir vorbei gehen, eng um uns herum, rufen "Muzungu, how are you!". Ich trage den gesicherten Rucksack mit Wertsachen und laufe etwas vorsichtig vor Matthias, damit er den Rucksack im Blick hat, er ist aber total entspannt. Hier sieht man definitiv nicht sehr oft Weiße. Die Menschen sind sehr neugierig auf uns, mindesten so wie wir auf sie, aber niemand versucht, uns mit seiner Ware zu belagern und zum Kauf zu animieren.

An einer Straßenküche auf dem Markt bestellen wir uns Chapati, das ist eine Art dünnes Fladenbrot und wird vor unseren Augen frisch gebacken. Wir sehen, wie ein Einheimischer das Chapati in eine Soße mit braunen Bohnen tunkt, aber wir brauchen sie nicht, das frische warme Brot schmeckt allein köstlich. Für unterwegs kaufen wir von den Frauen, die direkt auf der Erde sitzen und verschiedene Ware anbieten, Samosa, eine Art frittierte Teigtaschen gefüllt mit Reis oder mit Bohnen und Mais.

Jetzt müsste auch unser Reifen fertig sein und wir kehren zurück zur Tankstelle. Die Jungs haben 3 Stellen gefunden und so gut wie möglich repariert. Jetzt frage ich, was sie dafür haben wollen. 35.000 Uganda Shillings sagt mir der Junge. An der Lodge hatte mir Patrick gesagt, dass das 15.000 kostet und dass sie von uns wahrscheinlich 30.000 verlangen werden. Ich sage dem Jungen, dass er 20.000 kriegt und basta, aber er guckt enttäuscht und wiederholt seinen Preis. Nein, ich habe keine Lust zu feilschen, auch wenn ich das kann, die Jungs haben ihre Arbeit getan, also gebe ich ihm das Geld und er freut sich. Muzungu zu sein, hat eben auch Nachteile.

An der Tankstelle in Kihihi:
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Kihihi - Fahrradwerkstatt:
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Kihihi - Autowerkstatt:
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Kihihi - Markt:
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Kihihi - Markt:
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Kihihi - Markt:
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Kihihi - Markt:
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Kihihi - Chapati:
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Kihihi - Tradition vs. Modern:
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Kihihi - Kleidungsmarkt:
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Inzwischen ist es nach 10 Uhr und wir machen uns endlich auf den Weg nach Bwindi NP. Wir müssen nach Rushaga, das ist der südlichste Teil des Parks. Natürlich habe ich mir vorher Gedanken darüber gemacht, wie wir dahin fahren und ich bin auch der Meinung, dass ich gute Offroad Maps auf meinem iPad habe (so gut eine gratis App mit gratis Maps eben sein kann *ggg* ), aber im südlichen Teil finde ich irgendwie die Verbindung zwischen den Pisten nicht. Hinzu kommt noch, dass ich im Auto kein GPS Signal habe, also müssen wir immer wieder, wenn wir uns nicht mehr sicher sind, anhalten, dann gehe ich mit dem iPad raus und warte ein paar Sekunden, bis ich GPS habe. Im Wagen haben wir ein tolles Garmin-Navi, mit dem ich mich noch nicht so beschäftigt habe, weil es immer wieder aus geht. (Das gehört auch zu den "bekannten und somit ungefährlichen Macken des Wagens") . Wir entscheiden uns, so zu fahren, wie mein Plan grob ist: erst bis zum Ort Butogota, an der Grenze zur DR Kongo, dann durch den Bwindi NP, über Ruhija und dann werden wir die Verbindungsstraße suchen.

Der Plan funktioniert ganz gut und die Schotterpiste ist erstaunlich gut. Wir fahren durch kleine Dörfer, die nur 3-5 Häuser haben, die Leute winken uns immer wieder zu, sind sehr freundlich. Besonders die Kinder sind neugierig und laufen manchmal hinter unserem Auto her. Immer wieder sehen wir Tee- und Bananen-Plantagen, die Landschaft ist wunderschön. Aber als wir durch den Bwindi NP fahren, sind wir überwältigt. Der Dschungel ist mitten in den Bergen, wir fahren über Serpentinen und steigen immer mehr, bis auf 2600 Meter, die Wolken umgeben uns und man sieht überall den Dampf aufsteigen. Selbst die Fotos können diese Schönheit nicht wiedergeben.

Wir verlassen den Park über die östliche Seite und fahren jetzt zu der südlichen Seite, um nach Rushaga zu kommen. Ab Muko haben wir sogar ein paar km Asphalt, sowas haben wir seit fast einer Woche nicht mehr gesehen! Dann kommt wieder die Schotterpiste und die wird immer schlimmer und schlimmer. Große, scharfkantige Steine, große Löcher, hoffentlich halten unsere Reifen, die anscheinend nicht die besten sind. Ich muss mehrmals die Position per GPS prüfen, denn Matthias ist der Meinung, dass man hier unmöglich mit Touristen fahren kann. Doch, kann man…
Auf der Fahrt nach Bwindi NP:
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Auf der Fahrt nach Bwindi NP - Teeplantage:
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Auf der Fahrt nach Bwindi NP:
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Auf der Fahrt nach Bwindi NP:
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Auf der Fahrt nach Bwindi NP:
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Bwindi NP:
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Bwindi NP:
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Bwindi NP:
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Bwindi NP:
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Bwindi NP:
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Bwindi NP:
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Bwindi NP - Mittagspause:
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Auf der Fahrt nach Rushaga:
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Nach 6 Stunden Fahrt kommen wir endlich in Rushaga an, wir sind jedoch nicht müde, denn bis auf die letzten 25 km hatten wir nur gute Piste und wir wurden durch die schöne Landschaft mehr als entschädigt. Unsere Lodge "Rushaga Gorilla Camp" ist nah an dem Headquartier des National Parks und wir sind total begeistert von dem Zimmer, von der Terrasse und von der Lage. Von der Restaurant-Terrasse hat man eine schöne Sicht auf den Urwald. Als wir zum Restaurant gehen, kriegt Matthias einen Schock: ein netter Angestellter hat unser Auto gewaschen und zeigt uns stolz sein Werk, das Auto sieht wie neu aus! Das jedoch gefällt Matthias gar nicht, er meint, ein Offroad Wagen muss staubig und schmutzig sein!

Bei einem kleinen, akzeptablen Dinner und einem Nile-Bier versuchen wir, uns zu entspannen, denn morgen ist der große Tag, der Tag des Gorilla-Trackings und wir sind soooo aufgeregt!
Rushaga Gorilla Camp:
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Rushaga Gorilla Camp:
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Rushaga Gorilla Camp:
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Teil 1010. Sept. 2017
9. Tag
Sonntag, 23. Juli 2017
Bwindi Impenetrable National Park (Uganda) - Rushaga Gorilla Camp


Unsere begehrten Gorilla-Permits:
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Der große, der ganz große Tag ist gekommen! Ich habe kaum geschlafen, bin aufgeregt und freue mich auf die Begegnung mit den Berggorillas. Sie sind der Hauptgrund für diese Reise. Um 6:15 Uhr klingelt der Wecker, um 7 Uhr wird gefrühstückt. Wir sind gut ausgestattet, jeder hat in seinem Rucksack eine Regenjacke, eine Regenhülle für den Rucksack, 1.5 Liter Trinkwasser, dazu Gamaschen und Handschuhe.

Um 7:30 Uhr fahren wir los zum Headquartier, es dauert nur 10 Minuten und wir sind da. Wir gehen noch 5-10 Minuten auf einem schlechten Weg zur Anmeldung. Ich lege unsere Permits vor, will uns auf die Liste eintragen und erfahre, dass wir unsere Reisepässe brauchen. Die sind aber im Auto! Matthias muss zurück und holt die Pässe. Um 8 Uhr beginnt das Briefing. Ein Ranger gibt uns verschiedene Infos über den Park und erklärt uns die Regel: immer beim Guide bleiben, bei den Gorillas nichts trinken, nichts essen, keinen Müll im Dschungel hinterlassen usw. Nach circa einer halben Stunde werden wir draußen in Gruppen aufgeteilt. Wir sind insgesamt circa 80 Teilnehmer, so grob geschätzt und werden in Gruppen a 8 Personen aufgeteilt. Ein Ranger kommt zu uns und wählt uns für die Gorillafamilie Busingye aus. Dabei sind noch ein holländisches Paar und eine Familie mit 2 erwachsenen Kindern aus Großbritannien. Die britische Familie kennen wir, sie wohnt in der gleichen Lodge wie wir. Der Ranger stellt sich vor, er heißt Obid und wird unser Guide sein. Wir werden noch von einem bewaffneten Ranger und einem bewaffneten Polizisten begleitet. Ein Porter (Gepäckträger) kommt auch mit, er wurde von den Briten für den Sohn engagiert. Unser Guide Obid erklärt uns noch ein paar Regel und sagt uns, dass für unsere Gruppe noch zwei Tracker (Spurensucher) vorausgeschickt wurden, sie sollen die Gorilla-Familie finden.

Wir müssen noch ein paar km bis zum Startpunkt mit den Autos fahren und nach dem obligatorischen "Where is your driver??" steigt Obid ein und fährt bei mir und Matthias mit. Die Piste ist in ziemlich schlechten Zustand und unterwegs überholen wir mehrere Teilnehmergruppen, die bereits an ihre Startpunkte angekommen sind. Anscheinend werden wir den längsten Weg haben und ich befürchte schon, dass wir die Arschkarte gezogen haben. Nach einer halben Stunde dürfen wir endlich stoppen, wir steigen aus und es geht los!

Willkommen in Bwindi NP:
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Wir sind der Busingye-Gruppe zugeteilt:
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Unsere Gruppe:
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Es geht los:
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Ich werde dieses Tracking so beschreiben, wie ICH es erlebt und empfunden habe.

Das Wetter ist schön, die Stimmung ist gut, um 9:30 Uhr geht es los! Zuerst gehen wir auf einem schmalen Pfad, bergauf, aber gut zu bewältigen. Nach einer halben Stunde erreichen wir den dichten Dschungel. Jetzt wird es schwierig. Der Untergrund ist uneben, man muss schon genau darauf achten, wo man hintritt. Der Weg wird steiler und steiler, ich bin aus der Puste und an bestimmten Stellen muss ich mich an Matthias festhalten, um nicht runter zu rutschen. Nach circa einer Stunde erreichen wir auch die Tracker, jetzt ist der Weg so steil, dass man sich an allen möglichen Pflanzen und Würzeln festhalten muss, die teilweise aber lose sind, von den Rangern durchgeschnitten. Wir gehen zu der steilen Wand horizontal parallel und es ist überhaupt kein Weg mehr, wir setzen unsere Füße auf Äste, um überhaupt Halt zu finden. Zwei Mal knickt mein rechter Fuß nach außen, aber die guten, hohen Schuhe schützen den Knöchel ganz gut. Vorne sind die Tracker, die mit Macheten den Weg ein bißchen frei machen, dann der Guide Obid, dann folgen die beiden Holländer, dann der Sohn der Briten, Matthias und ich, hinter mir läuft Priti, die Britin, hinter ihr ist der Porter, der kein Wort Englisch spricht und überhaupt nicht spricht, dann Dil, der Brite und seine Tochter. Der "Weg" ist so schwer, dass ich zweifle, überhaupt weiter gehen zu können, aber zurück geht es auch nicht mehr, also weiter! Es kommt eine Stelle, an der eine Art Erdloch zu bewältigen ist. Ich rutsche aus und Matthias schafft in der letzten Sekunde, mich aufzufangen. Ich wäre sonst in den Abgrund gefallen. Zwar würde man beim Fallen von den Pflanzen und Büschen der steilen Wand abgefangen, aber wer weiß wann, und wie würde man dann zurück klettern?? Der Porter hilft Matthias, mich wieder hoch zu ziehen und es geht weiter. Meine Schnürsenkel und die Schnüre der Gamaschen verheddern sich ständig in Ästen und Wurzeln und es ist der Porter, der mir immer wieder die Füße befreien muss. Dann rutsche ich wieder runter, Matthias will mich festhalten, rutscht aber auch und schafft nur noch, meine rechte Hand leicht zu fassen. Ich habe diesmal aber gar keinen Halt mehr und merke, wie ich weiter in den Abgrund rutsche. Ich schreie "Ich falle runter!". Priti ist direkt hinter mir, kann mich aber schon nicht mehr erreichen, die Ranger vorne können nichts machen. Da springt der Porter, der 2 Meter hinter mir ist, direkt in den Abgrund unterhalb meiner Höhe und stoppt mit seinem Körper meinen Fall nach unten. Ich habe keine Ahnung, an was und wie er sich fest hält, aber er schafft es, mich nach oben zu schieben, wo Matthias jetzt besseren Halt gefunden hat und mich hoch zieht. Vorne ist der Guide stehen geblieben und er möchte, dass ich zu ihm komme und direkt hinter ihm gehe, damit er mir besser helfen kann. Es ist aber unmöglich, an den anderen vorbei bis zu ihm zu gehen. Es sind schon 2 Stunden vergangen und ich weiß jetzt ganz sicher, wir haben die Arschkarte gezogen und eine der schwierigsten Gruppen erwischt.

Jetzt müssen wir die steile Wand direkt nach oben klettern. Ich krieche auf allen Vieren, meine Kleidung und meine Schuhe sind mir egal. Als ich im Reiseführer gelesen habe, dass man eventuell kriechen und rutschen muss, habe ich gelacht. Jetzt habe ich Angst, dass mir im dichten Gestrüpp die Ohrringe abgerissen werden. Wir erreichen den Kamm und Obid sagt, dass die Gorillas auf einer Wand des Tals sind und wir jetzt auf der anderen Seite nach unten gehen müssen. Von "gehen" kann keine Rede sein! Ich krieche / robbe jetzt langsam auf dem Hintern und bremse mit den Fersen an den Ästen. Es ist zwar anstrengend, aber so kann ich sicher nicht runter fallen. Ich schwitze so doll, dass mir der Schweiß in die Augen kommt und mit den groben Handschuhen, die ich trage, kann ich mir den Schweiß nicht weg wischen. Es ist mir ein bißchen peinlich, dass ich so auf den Hintern rutschen muss und frage mich, wie die Anderen das Ganze bewältigen. Ich bin so konzentriert, dass ich die Anderen nicht sehe, nur Matthias, der mir immer wieder hilft. Jetzt gucke ich hinter mir und sehe, dass Priti genau so auf dem Hintern vorwärts robbt, also kein Grund, mich zu schämen!

Über mehr oder weniger gut gebaute Brücken:
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Nichts kann uns aufhalten:
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Hallo? Gorillas? Wo seid ihr?
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Ich halte durch:
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Nur noch ein bißchen:
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Obid, unser Guide, sagt, dass wir ab jetzt auf die beiden Tracker hören und immer hinter ihnen bleiben werden. Er sagt noch, dass wir alle auf uns stolz sein sollen, weil wir es bis hierhin geschafft haben. Und jetzt sollen wir die Momente genießen! Edi und Andrew, die beiden Tracker, stellen sich vorne hin und machen langsam und leise Platz mit den Macheten. Wir sind alle nebeneinander in einer Linie hinter ihnen. Die Tracker geben von sich Geräusche wie "hrrrr", die den Tieren signalisieren sollen, dass alles ok ist. Sie knicken noch ein paar Äste runter und... da ist ER! Der Silberrücken Usindge, der Chef der Gorillafamilie Busingye. Er sitzt gemütlich im Gestrüpp, bricht kleine Äste ab und isst sie. Wir sind alle sehr berührt, machen Fotos und bleiben ganz ruhig, bewegen uns nur langsam. Usindge scheint aber, keine Lust auf uns zu haben, er steht langsam auf und bewegt sich ein paar Meter weiter, setzt sich wieder hin und isst, hinter den Blättern. Die Ranger gehen ein paar Schritte weiter, knicken ein paar Äste langsam ab und geben die Sicht für uns frei. Das gefällt Usindge nicht, er bewegt sich weiter weg von uns. Schon wieder versuchen die Ranger, die Sicht zu ihm frei zu machen. Jetzt hat der Silberrücken die Schnauze voll, er steht langsam auf und entfernt sich genau so langsam, das war’s. Die Ranger gehen hinter ihm her, wir aber bleiben stehen, da direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Tals, ein kleines Gorilla-Baby zu sehen ist. Der Kleine versucht in einem kleinen Baum, das Klettern zu erlernen, die Mama ist unten, gut von Blättern getarnt. Ich bin inzwischen so erschöpft, dass ich mich zu dem Guide und Priti hinsetze und das Ganze beobachte. Matthias macht fleißig Fotos.

Mister Gorilla, bitte ein Interview!
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Klopf klopf, dürfen wir?
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Da ist der Boss!
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Was wollt ihr hier?
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Hmm...
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Gehört auch zur Familie:
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...und ist neugierig auf die Touristen:
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Bis dann!
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Baby-Gorilla:
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Bitte nicht stören, ich spiele:
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Klettern kann ich auch:
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Bitte noch einen Moment:
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Man kann nicht mal in Ruhe essen:
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Immer diese Touristen:
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Ein schöner (Silber) Rücken kann auch entzücken:
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Und Tschüss!
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Erwischt! Schnell weg:
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Usindge ist inzwischen weg, aber genau gegenüber von uns, auf der andere Talseite, sind 5 Gorillas zu sehen, der eine ist noch ein Kind. Sie bewegen sich zusammen. Die Ranger sind auch schon dort angekommen. Wir sehen, wie die 5 Gorillas zuerst nach links laufen, kurze Zeit später aber zurück nach rechts, dann laufen sie wieder nach links, schreien laut und versuchen, sich in einem Gestrüpp zu verstecken. Jetzt sehen wir auch die Ranger, sie stehen ganz hinten und es sieht so aus, als würden sie die Tiere verscheuchen, um sie in die Lichtung zu treiben. Nein, das machen wir nicht mit! Ich und Matthias sagen das sofort, die beiden Holländer stimmen uns zu, Priti ruft sofort ihren Sohn zurück. Der Ranger Edi, der in unserer Nähe ist, macht sich auf den Weg zu den umzingelten Gorillas und ruft uns zu sich "for a good view". Wir sind alle einer Meinung, dass wir diese Hetze auf die Tiere stoppen müssen und rufen Edi, sie sollen aufhören und zurück kommen, wir wollen das nicht. Jetzt ist der Guide auch da, hat alles gehört und er ruft die Ranger zurück. Die eine Stunde, die wir bei den Tieren verbringen dürfen, ist fast vorbei, also wollen wir zurück gehen, doch Priti geht’s nicht gut, durch die Anstrengung ist ihr extrem schwindelig, sie setzt sich hin und übergibt sich, ist ganz blass. Ich staune nicht schlecht, als der Guide aus seinem Rucksack eine Tüte voller Medikamente holt und Priti etwas gibt. Sie bekommt noch Wasser und eine Banane, dann gehen wir los.

Wir laufen durch den dichten Dschungel circa 15 Minuten, dann kommen wir an eine Lichtung, wo wir eine kurze Pause machen. Wir essen etwas und wollen uns auf den Rückweg machen, als plötzlich der Himmel dunkel wird. Was fehlt nach diesen anstrengenden Stunden? Der Regen mitten im Dschungel! Und der Regen kommt! Wir holen unsere Regensachen raus und machen uns auf den Rückweg. Jetzt ist die Erde aber nass und rutschig, die Holländerin legt sich ein paar Mal in den Matsch. Mit dem Wanderstock kann ich mich gut stützen und mir bleibt das erspart.

Als wir eine halbe Stunde später um 14:30, d.h. nach 5 Stunden Tracking, bei dem Wagen ankommen, erkennen wir uns nicht wieder. Die Hosen und die Schuhe sind nass und voller Matsch, der Rucksack ist auch nass, vom Schweiß wahrscheinlich. Der Inhalt auch! Zum Glück habe ich die Wertsachen in Plastkbeutel eingepackt. An dem Parkplatz gibt es noch ein kleines Büro. Dort bekommen wir unsere Diplome für die Teilnahme an dem Tracking! Hm, dann kann ich vielleicht diese Reise als Bildungsurlaub anerkennen lassen! 🙂

Der Rückweg:
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Alles matschig, rutschig:
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Der Regen hat nachgelassen:
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Stolz und glücklich:
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War das schön!
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Dann steigen wir alle in unsere Autos, wir nehmen den Guide noch mit, bringen ihn zum Headquartier und fahren dann zu unserer Lodge. Die nächste Überraschung wartet schon. Da es in der Lodge ein paar Bauarbeiten gibt, müssen wir kalt duschen. Die ruinierte Kleidung geben wir in der Wäscherei ab, dann ist Feierabend.

Wir sind erschöpft, aber glücklich. Matthias zeigt mir ein paar Videos, die er im Dschungel gedreht hat. Auf den Videos ist zu sehen, wie erschöpft ich bin, habe aber ständig ein glückliches Lächeln im Gesicht.

Beim Dinner sitzen wir mit der britischen Familie am Tisch und reden auch über den Vorfall bei dem Tracking. Wir alle finden absolut richtig, dass wir die Ranger zurück gerufen haben, um den Tieren den Stress zu ersparen. Es ist ein Teufelskreis: ohne gute Fotos kommen die Touristen nicht mehr und ohne Touristen hat man nicht mehr genug Geld für das teure Program zum Schutz der Tiere. Wir können nur hoffen, dass noch mehr Touristen den Schutz der Tiere vor ihre Urlaubsfotos stellen.

Mein Fazit zu diesem Gorilla-Tracking? Es war (für mich) sehr anstrengend und wir haben keine so gute Sicht auf die Tiere gehabt, wie man von anderen Touristen hört. Das wäre vielleicht noch ein Grund, wieder zu kommen... Es war aber ein unvergessliches Erlebnis, das ich nicht missen möchte und ich würde es wieder tun!
Teil 1112. Sept. 2017
10. Tag
Montag, 24. Juli 2017
Kisoro (Uganda) - Travellers Rest Hotel


So schön auch Bwindi ist, heute müssen wir weiter nach Süden fahren, nach Kisoro. Es wird eine kurze Fahrt sein.

Draußen, auf dem Weg zum Frühstück, fragen wir den einen Angestellten, ob unsere Wäsche schon fertig ist. Wir hatten gestern die Hosen, die T-Shirts und die Fleece-Jacken abgegeben, nach dem wilden Gorilla-Tracking. Er sagt ja, klar sind sie fertig, hat er doch so versprochen. Gut, dann hätte ich gern die Wäsche gleich, denn ich habe nichts mit langen Ärmeln und in Bwindi ist es morgens richtig kalt. Der Junge guckt mich verdutzt an, wie ich mir die Arme frierend reibe und wiederholt "yes, it's cold". Er geht rechts auf die kleine Wiese, bückt sich und sammelt etwas. Wir gehen näher und trauen unseren Augen nicht! Unsere nasse Wäsche liegt verstreut auf der Wiese. Uns ist in den letzten 2 Tagen schon aufgefallen, dass auf der Wiese ständig Lappen und Kleidungsstücke rum liegen, es hat uns aber nicht weiter interessiert. Jetzt weiß ich auch, was der eine Junge immer gebückt über der großen Schüssel neben der Wiese macht, er wäscht die Wäsche, die er dann auf der Wiese zum Trocknen verstreut. Soll heißen echte Handarbeit! Gut, dass wir keine Unterwäsche abgegeben haben, würde komisch auf der Wiese aussehen...

Nach dem Frühstück fahren wir los, bewältigen erst die 25 km offroad bis zur Asphaltstraße, fahren nachdenklich an einem UNICEF Camp für Kinder-Flüchtlinge vorbei und kommen in Kisoro gegen Mittag an. Zuerst müssen wir zur Bank, Geld holen und wir machen den Motor aus. Oh nein, schon wieder vergessen! Das mag unser Auto gar nicht und mit heißem Motor startet es nicht, also müssen wir erstmal 15 Minuten warten, bis der Motor abgekühlt ist.

Auf der Fahrt nach Kisoro:
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Keine 10 Minuten weiter erreichen wir das "Travellers Rest Hotel". Unsere Unterkunft ist ein kleines, schönes Guesthouse mit Garten und Sushi, die Haushündin, empfängt uns wedelnd, schmusend und Flöhe kratzend.

Unser Unterkunft:
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Sushi, die Haushündin:
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Aufenthaltsraum:
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Der Garten:
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Das Zimmer:
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Nach dem Einchecken hängen wir unsere nasse Wäsche in der Sonne auf und gehen zu Fuß ins "Stadtzentrum". Bei der Posta Uganda fragen wir, ob sie Briefmarken haben. Die junge Frau ist überfordert, sie muss ihren Chef anrufen. Während wir warten, bemerken wir eine merkwürdige Konstruktion gleich neben dem Postamt. Der "Kasten" ist circa 1,5 Meter hoch und auf allen Seiten mit... ja womit? mit einer Art Stromanschlüßen ausgestattet. In den Anschlüßen stecken verschiedenförmige... ja was? irgendwelche Geräte, sag ich mal so allgemein. Eine Frau "bedient" eifrig die Geräte, steckt manche raus und andere rein. Wir beobachten das sehr aufmerksam und haben eine einzige Erklärung: es ist eine Art Ladestation für Handys! Die Leute haben zwar größtenteils Handys, aber keinen Strom zu Hause. Solche Stationen haben wir später öfter unter dem Namen "Phone Charging" gesehen.

Circa 15 Minuten später kommt der Post-Chef. Er schließt einen Safe auf und holt ein paar Briefmarken für uns. Wir kleben sie auf die Postkarten und geben sie dem Chef, der verspricht, sie "directly to Germany" zu schicken. (Sie sind tatsächlich angekommen!)

Posta Uganda:
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Ladestation für Handys:
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Die Stadt ist für unser Empfinden ziemlich klein, wir laufen überall rum und nach kurzer Zeit hat man schon das andere Stadtende erreicht. Auf der großen Wiese ist heute Markt und wir gehen auch hin. Frauen, die direkt auf der Erde sitzen, bieten verschiedene Obst- und Gemüsesorten an. An einer andere Stelle stehen Berge von Schuhen, eine Art Römersandalen, die, wie wir feststellen, alle in der Stadt tragen. An einer langen Stange hängen bunte, nicht mehr ganz neue Kleidungsstücke, überall wimmelt es von Motorrädern und mitten drin sind wir! "Muzungu! Muzungu!" rufen die Leute von allen Seiten. Ein Junge zeigt Matthias ganz stolz sein Motorrad, heiße Maschine und ich muss gestehen, die sieht ein bißchen besser als die anderen aus.

Kisoro:
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Kisoro - Polizeiauto:
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Kisoro - links ein Polizeiauto:
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Kisoro:
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Kisoro:
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Kisoro:
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Kisoro:
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Kisoro:
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Kisoro - Car Wash:
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Wir gehen zurück zu der staubigen Hauptstraße und bleiben bei einer Straßenküche stehen und bestellen uns 2 Rolex. Nein, wir kaufen keine teueren Uhren in Uganda, Rolex ist ein Gericht. Zuerst wird ein dünnes Fladenbrot gebacken, dann wird in einer Schüssel Ei und fein gehackter Weißkohl gerührt. Diese Masse wird auf einem heißen Blech über dem Feuer ohne Fett gebraten, dann kommt dieses Omlet mit ein bißchen frischen Tomaten über das Fladenbrot und es wird gerollt. Voila das leckere Rolex! Weil wir Muzungu sind, packt er die Rolex noch in Plastikfolie und wir essen sie warm unterwegs. Mmmmmh, so lecker! Hinter dem Rolex-Stand kocht eine Frau verschiedene Gerichte, die sie dann auf große Teller anrichtet und verkauft. Sie hollt diverse Beilagen aus 2 großen Eimer, dazu Fleisch von dem Grill und noch andere Gerichte aus den Töpfen. Matthias will unbedingt probieren, der große Hunger ist ausgebrochen, aber ich kann ihn überreden, weiter zu gehen, denn wir haben für heute Abend noch Dinner im Guesthouse bestellt.

Straßenküche:
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Straßenküche:
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Auf dem Rückweg gehen wir noch zum Office des Uganda Wildlife Authority und buchen für 80 USD pro Person den Batwa Trail für morgen. Es soll dabei das Volk der Batwa Pygmäen kennengelernt werden, was mich sehr interessiert. Das Problem ist, dass der Start- und Endpunkt nicht gleich sind und wir unseren Wagen beim Startpunkt lassen werden. Man startet beim Muhabura Camp und endet beim Headquarter. Die Angestellte schlägt vor, vom End- zurück zum Startpunkt mit Boder-Boder zu fahren, das sind diese kleinen Motorräder-Taxen, die überall und immer rumqualmen und auf denen ganze Familien samt Gepäck sitzen. Nein, das kommt für uns nicht in Frage! Sie insistiert, "It's not expensive!". Nein, es geht uns nicht um das Geld, wir steigen nicht darauf, weil sie wild über die holprige Piste fahren, keinen Schutzhelm haben, und und! Sie macht einen anderen Vorschlag: wir kommen mit dem Ranger zurück zum Startpunkt zu Fuß. Ok, akzeptabel. Jetzt fragen wir, wie wir zum Startpunkt kommen, zum Muhabura Camp. Auch hier hat sie einen guten Vorschlag: morgen um 8 Uhr sollen wir mit unserem Auto hier vor dem Office stehen, da kommen andere Guides. Wir nehmen einen mit, der uns zu dem Startpunkt führt, wo der Batwa Trail um 9 Uhr beginnt. Hier stehen morgens früh Guides und einer wird mit uns zum Muhabura Camp fahren??? "Yes!" sagt sie bestimmt und sehr überzeugend. Wir sind einverstanden.

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Wir kehren zurück zu unserem Guesthouse, wo es am Abend ein wirklich gutes Dinner gibt. Wir sind gespannt auf die Pygmäen morgen.
Teil 1215. Sept. 2017
11. Tag
Dienstag, 25. Juli 2017
Kisoro (Uganda) - Travellers Rest Hotel


Gestern haben wir den Batwa Trail für heute gebucht. Ich bin recht neugierig auf die Pygmäen und stelle mir den Trail so vor, dass wir auf einer schönen Wanderung durch den Mgahinga National Park zu einem geheimnisvollen Pygmäen-Dorf kommen werden. Allein schon das Wort "Pygmäen" - mysteriös! Dort wird man uns zeigen, wie sie leben, was sie essen, wie sie im Wald zurecht kommen, wir werden halt eine uns unbekannte Lebensweise und Kultur kennenlernen. Der Batwa Trail ist der einzige Grund, warum wir 2 Tage und überhaupt in Kisoro sind.

Um 8 Uhr früh sollen wir in Kisoro vor dem Office stehen, um mit einem Guide zum Meetingpoint zu fahren, wo um 9 Uhr der Batwa Trail beginnt. Wir sind viel früher da und treffen 2 Wachleute. Die wissen aber von nichts, sie haben mit dem Batwa Trail nichts zu tun, das sind nicht unsere Leute. Wir warten noch bis 8 Uhr, aber es kommt keiner. Dann entscheiden wir, selbst zum Startpunkt, dem Muhabura Camp, zu fahren. Den Weg habe ich mir auf der Map so ungefähr angeschaut, aber nicht sehr genau, denn ich dachte, wir fahren mit einem Guide dahin, wie man uns versprochen hat. Von unserem Guesthouse müssen wir gleich auf der Seitenstraße nach Süden, es sind circa 10 km bis dahin, aber wir brauchen dafür wirklich eine Stunde. Die Straße ist die reine Katastrophe und jetzt verstehen wir vollkommen, warum kein Autovermieter die Reifen versichern will.

Wir kommen an, die Straße geht nicht weiter, also muss das der Startpunkt sein. Ein Junge, vielleicht 16 Jahre alt, spricht uns an, wir sollen mit ihm hoch zum Office kommen. Aha, dann sind wir hier doch richtig, sehr gut. Das Office scheint am Ende der Welt, ja fast im Himmel zu sein! Auf einem sehr schmallen Pfad, rechts und links durch Gärten, Zäune und weiß nicht was abgegrenzt, klettern wir steil nach oben, und klettern und klettern. Das ist aber erst der Weg zum Office! Zwei Mal verliert Matthias den Glauben, dass wir hier richtig sind und fragt den Jungen, wo das Office ist. Da oben, zeigt er immer wieder. Nach einer Ewigkeit kommen wir endlich an, es ist tatsächlich ein Office von UWA und jetzt heißt es warten. Kurze Zeit später erscheind ein Ranger. Er stellt sich als Lucky vor und wird unser Guide auf dieser Tour sein. Wo sind die anderen Touristen, wollen wir wissen. Wir sind die Einzigen. Und wie geht es jetzt weiter? Wir müssen auf die Führer warten, das sind Batwa-Pygmäen, die uns auf dieser Tour führen werden und die nur ihre Ursprache sprechen, so dass Lucky auch als Übersetzer fungieren wird.

Während wir warten, frage ich Lucky, ob das üblich ist, dass wir die Einzigen sind. Er sagt, das ist immer unterschiedlich und zeigt mir das Buch, in das wir uns mit Adresse und Reisepassnummer eintragen müssen. Ich schaue zwei Mal hin: die letzten Touristen, die den Batwa-Trail gemacht haben, waren gestern da, 4 Leute. Davor noch 2 Personen im April 2017, dann im Oktober 2016. Was hat das zu bedeuten?? 😕

Das Warten zieht sich in die Länge und Matthias schildert Lucky unser Problem, wir müssen nach dem Trekking zurück zu unserem Wagen. Lucky sagt, dass wir zu Fuß (2 Stunden) oder schnell mit Boder-Boder zurück kommen können. "I think, we take the boder-boder". Ich muss mich verhört haben!!! Diese Wörter sind wirklich aus Matthias Mund gekommen!!?? Gestern noch hat er betont, dass wir viele verrückte Sachen machen, aber dass es Grenzen gibt und wir auf keinen Fall mit so einem Motorrad-Taxi auf Schotterpisten und überhaupt fahren werden, viel zu gefährlich. Und jetzt? Jetzt sagt er, dass 2 Stunden zu Fuß nach den 4 Stunden Trekking zu viel sind und "besser schlecht gefahren als gut gelaufen". Ja, aber was ist, wenn dannach ein Arm oder ein Bein fehlt?? Wir überlegen uns noch ein bisschen und schlagen dem Guide vor, die Tour so abzukürzen, dass wir den Endpunkt an einem Ort näher an unserem Wagen verlegen und wir nach insgesamt 4 Stunden wieder am Auto sind. Wir verzichten auf den Besuch der Garama Cave, wir wollen nur etwas über die Lebensweise erfahren, das Dorf sehen. In meiner Vorstellung leben die Pygmäen alle in einem schönen, abgelegenen Dorf mitten im Dschungel... Der Guide ist einverstanden. Jetzt warten wir noch auf die Pygmäen-Führer.

Gegen 10:15, mit über einer Stunde Verspätung, tauchen endlich 4 kleine Gestalten auf. Sie haben ihre Hosenbeine hochgekrempelt und unter den Tierfällen, mit denen sie verkleidet sind, versteckt. Sie sind barfuß und tragen klassische Waffen: Pfeil, Bogen und Speer. Der Anführer trägt lediglich eine Alkoholfahne und ist sehr müde. 🙁 Wir sind verwirrt. 😕

Die Vier stellen sich mit Namen und großen Gesten vor, dann erklärt der Anführer den bevorstehenden Trail, auf dem das ursprüngliche Leben der Pygmäen im Wald dargestellt werden soll, der Guide übersetzt. Dann werden wir gebeten, uns auch selbst vorzustellen. Zu uns gesellt sich noch Bosko, ein bewaffneter Ranger und schon geht’s los. Lucky, Bosko, 4 Pygmäen und wir zwei Muzungu.

Zwei Stunden lang laufen wir auf Pfaden, die eigentlich gut sind, jedoch stetig bergauf führen. Wir haben noch Muskelkater von dem Gorilla-Tracking, es kann nur besser werden. An bestimmten Stellen bleiben wir stehen und die Pygmäen zeigen uns mal Bienen, mal Heilpflanzen, eine Hütte, eine Tierfalle und erklären uns, wie ihr Volk Nahrung besorgt, wie es lebt, welche Traditionen es hat. Dabei machen sie die Gesten mit viel Schauspieltalent nach, wie sie Tiere jagen, wie sie essen, wie sie Kranke heilen usw. An einer kleinen Hütte, die anscheinend extra für diesen Trail da steht, wollen sie uns zeigen, wie sie mit der Familie leben. Es wird nur zusammen gegessen, wenn die 4 Ehefrauen sich miteinander verstehen, was doch selten ist. Der eine Pygmäe schmeißt sich auf die Erde und stopft sich hastig trockene Blätter in den Mund. Was ist das jetzt??? Er macht einfach nach, wie man die Speisen zu sich nimmt, wenn die eine Ehefrau gut gekocht hat. Lucky übersetzt immer und muss sich zusammenreißen, um nicht zu lachen. Bosko ist da freier. Und wir können nicht glauben, was für eine Tour wir gebucht haben.

Eine interessante Sache habe ich mir doch gemerkt, weil sie im krassen Widerstand zu unserer Kultur als Europäer steht. Wenn bei den Pygmäen jemand stirbt, wird nicht darüber geredet, keiner fragt nach dem Verstorbenen, er ist einfach weg. Eine richtige Beerdigung gibt es auch nicht, sondern seine Hütte wird auf ihn niedergerißen, das ist halt sein Grab und die Familie bekommt von dem Dorfvorstehen ein Stück Land, wo sie sich eine andere Hütte bauen. Sie haben keine Friedhöfe!

Als letzte Vorstellung wollen sie uns zeigen, wie man Feuer durch das Reiben von zwei Holzstücken macht. Der Anführer rollt seine Hosenbeine runter, deckt sich mit einer Jacke zu und gönnt sich in dieser Zeit ein Nickerchen ein paar Meter weiter, während die anderen vergeblich versuchen, Feuer zu machen. Sogar Lucky kommt zur Hilfe, sie reiben und reiben fast 40 (!!) Minuten, aber nichts passiert. Ich und Matthias müssen uns anstrengen, um nicht zu lachen.

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Zum Schluß führen sie uns noch zu ein paar kleinen Hütten, in denen die Pygmäen leben sollen. Ich weiß nicht, ob das wirklich so ist, es sieht alles sehr, sehr ärmlich aus. Lucky fragt, ob wir Woman Dancing sehen wollen und als Matthias nein sagt, ist er mehr als enttäuscht. Ok, sage ich, wir wollen den Tanz sehen. Die Frauen tanzen und singen, was uns fast ein bißchen peinlich ist. Jezt soll Matthias auch mitmachen! Er tut mir richtig Leid, denn er will nicht und eigentlich war die Tanzvorstellung nicht sein Wunsch. Es gibt auch ein Foto davon, aber es wurde mir verboten, das Foto zu zeigen. 🤩 Gegen 13:15 ist endlich Feierabend und Bosko führt uns über Vulkangeröll zu unserem Auto. Der letzte Marsch dauert eine 3 Viertel Stunde, wir müssen noch über ein paar Zäune aus Lavasteinen klettern und um 14 Uhr sitzen wir in unserem Auto.

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Fazit: Diesen Batwa Trail könnte man in den Kasper Trail umbenennen und er ist nicht zu empfehlen. Von den 80 USD pro Person kommt ein Teil der Comunity der Pygmäen zu Gute, das ist ein kleiner Trost.

Auf dem Rückweg machen wir ein paar Fotos von dem Straßenbild und für den Rest des Tages genießen wir die Ruhe im Garten.

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Abends haben wir wieder einen Stromausfall und essen beim Kerzenlicht, was eigentlich schön und romantisch ist. Das Dinner ist wieder 1A! Um circa 20 Uhr wollen wir nochmal raus, aber es ist schon dunkel. Wir fragen den Hotelmanager, ob man um diese Zeit noch auf der Straße laufen kann/darf und er sagt, es ist in Ordnung, wir sollen aber bis 22 Uhr zurück sein. Wir machen einen kleinen Spaziergang durch den Ort und alles ist dunkel, sogar das Cafe um die Ecke ist dunkel, es gibt halt keinen Strom in der ganzen Stadt. Wir sind schnell zurück und genießen im Salon, wo im Kamin Feuer gemacht wurde, ein Gin&Tonic.

Morgen werden wir in Richtung Ruanda aufbrechen und wir sind sehr neugierig. Wie wird der Grenzübergang sein? Dürfen wir unsere Plastikflaschen mit Wasser mitnehmen? Und wie wird Ruanda, das Land der tausend Hügel, sein?
Teil 1317. Sept. 2017
12. Tag
Mittwoch, 26. Juli 2017
Volcanoes National Park (Ruanda) - Kinigi Guesthouse


Heute verlassen wir Uganda und fahren nach Ruanda. In Ruanda sind Plastiktüten verboten, womöglich wird unser Auto an der Grenze kontrolliert und wir haben uns zu Hause entsprechend vorbereitet und nur Stoffbeutel für das Gepäck mitgenommen. Es ist ein bißchen unpraktisch, die nassen Badelatschen in einen Stoffbeutel einzupacken. Aber was ist mit Plastikflaschen? Im Auto haben wir immer noch den Monster-Kanister mit 18,7 Liter Wasser, dessen Deckel nicht wiederverschließbar ist. Der Plan ist, das Wasser auf die 3 leeren 5-Lister-Kanister und die kleinen leeren Flaschen zu verteilen. Da wir wieder Strom und Internet im Guesthouse haben, suche ich schnell nach einer Antwort im Forum. Picco's Reisebericht "Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee" ist da eine Goldgrube! Da, auf der ersten Seite: auf seinem Foto von dem Hotelzimmer in Kigali ist eine Plastikflasche neben dem Fernseher zu sehen! Wir brauchen noch ein Messer, um den großen Kanister zu öffnen. Wir gehen in die Küche und fragen einen Mitarbeiter. Er ist schon überrascht, sagt aber, dass er sich darum kümmert. Nach ein paar Minuten gehe ich wieder in die Küche und frage einen anderen Mitarbeiter. Der weiß aber schon Bescheid und gibt mir gleich ein großes Messer, die Klinge ist im Küchentuch eingepackt. Ich sage, ich bringe das Messer gleich zurück und er kontert schnell, ich soll mich nicht beeilen, alles gut. Ich gehe mit dem Messer zum Auto, wo Matthias schon unser Gepäck hingebracht hat und sehe, dass die ganze Mannschaft aus der Küche draußen steht und neugierig beobachtet, was wir mit dem großen Messer machen. Als sie sehen, wie Matthias den großen Kanister aufschneidet, sagen sie laut lachend und erleichtert "Aaach, you open the water!".

Nach 10 km erreichen wir den Grenzübergang Cyanika. Von den Formalitäten her sind afrikanische Grenzübergänge alle sehr ähnlich: zuerst die Ausreise aus dem einen Land, noch ein paar Schritte, dann die Einreise in das andere Land. Dabei jeweils Polizei-, Zoll- und Immigration Office Kontrolle. Andrew von Alpha Car hat mir erklärt, was ich für das Auto brauche: die Comesa, das Registration Book und noch ein Dokument, das von der ruandischen Behörde einbehalten wird. Da bekomme ich ein anderes Dokument, das bei der Ausreise aus Ruanda eingezogen wird.

Zuerst gehen wir zu einem Häußchen, wo die ugandische Polizeikontrolle stattfindet. Der Officer guckt sich unsere Pässe an, dann schickt er uns auf die andere Straßenseite, wo wir die Zollpapiere für den Wagen erledigen müssen. Matthias trägt wieder sein Bayern München Trikot. Gespräche über Fußball kommen immer gut an und lockern die Atmosphäre auf. Der Zollbeamte entpuppt sich aber als Arsenal-Fan und will von Matthias wissen, wie er Arsenal findet. Ähm... Matthias stottert ein bißchen und sagt ihm, die Frage beantwortet er erst, wenn unsere Papiere gestempelt sind. Das findet der Beamte lustig, plaudert noch ein bißchen mit uns und wir bekommen die gestempelten Papiere. Jetzt bekommt er auch seine Antwort: Arsenal ist die beste Mannschaft aus England. Damit kann er leben. 😛

Weiter gehts zum ugandischen Immigration Office, die Pässe werden schnell abgestempelt, dann fahren wir weiter zur ruandischen Behörde. Hier steht eine Polizistin, die ihren Job mehr als ernst nimmt. Mit wenigen, dafür aber sehr ernsten Worten fordert sie mich auf, auszusteigen und gegenüber zum Imigration Office zu gehen. Matthias soll allein zu ihr kommen. Ach ja?? Da wird er unterrichtet, dass er ab jetzt rechts fahren muss, dann darf er auch zu mir zum Immigration Office. Hier sitzt ein sehr geduldiger Beamter, der unsere Pässe überprüft und gleichzeitig eine afrikanische Soap auf seinem Laptop guckt. Zwischendurch stellt er uns noch verschiedene Fragen, echt multitaskingfähig.

Insgesamt verlaufen die ganzen Formalitäten problemlos und dauern circa eine halbe Stunde.

Jetzt sind wir in Ruanda und Matthias muss sich konzentrieren, denn wir haben einen Wagen aus Uganda mit Steuerrad auf der rechten Seite (für Linksverkehr), müssen aber rechts fahren, in Ruanda herrscht Rechtsverkehr. Die Leute hier sprechen Kinyarwanda und Französisch, wir nicht.

Das Straßenbild in Ruanda ist irgendwie anders als in Uganda, hier spürt man mehr "Zivilisation", die Häuser sehen viel besser aus und vor allem sehen sie wie Häuser aus. Durch die geöffneten Türen kann man sehen, dass der Fußboden aus Beton ist, in Uganda war die nackte Erde. Die Motorradfahrer tragen Helme, es fahren nur jeweils 2 Personen auf einem Motorrad und wir sehen teilweise sogar Gehwege. Die Taxi-Fahrräder haben hinten eine Art gepolsterte Bank, wo der Taxi-Kunde bequem sitzt und dabei noch locker sein Handy checkt, der Fahrer trägt eine Art Taxi-Weste, um sich bemerkbar zu machen. Insgesamt wirkt das Land sehr, sehr sauber. Auch Uganda empfanden wir als sauber, aber das hier ist eine Steigerung.

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In Ruhengeri holen wir bei der Bank of Kigali unsere ersten ruandischen Franks. Auch hier stehen am Eingang Polizisten, die die Bankkunden nach Waffen kontrollieren.

Die nächste Unterkunft "Kinigi Guesthouse" ist in Kinigi, am Rand des Volcanoes National Parks und ist schnell erreicht. Die nette Dame, die sich um alles kümmert, spricht Englisch genau so gut wie ich, das gefällt mir. 🙂 Da wir inzwischen schon Hunger haben, bestellen wir uns auf der Restaurantterrasse eine Kleinigkeit, Hähnchen-Sandwich. Als wir das Essen bekommen, machen wir große Augen: große, gebackene Teigtaschen gefüllt mit Hähnchen, dazu ein Avocado-Salat und eine riesen große Portion Pommes, alles schmeckt köstlich.

Kinigi Guesthouse:
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Kinigi Guesthouse:
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Kinigi Guesthouse:
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Am Headquartier des Parks, nur ein paar Meter weiter, buchen wir für 75 USD pro Person den Dian Fossey Trail für morgen, dann machen wir noch einen Spaziergang durch das Dorf. Ältere Leute grüßen uns nett auf Französisch und würden gern mit uns plaudern, die jüngeren sprechen auch Englisch. Wir gehen dann über eine Wiese, wo Jugendliche Fußball spielen. Ein Junge spricht uns nett an, fragt uns, woher wir kommen und zeigt uns in die Ferne die großen Virunga-Vulkane an der Grenze mit Uganda: Muhabura (4127 m), Gahinga (3474 m) und Sabinyo (3634 m) und an der Grenze mit Kongo: Karisimbi (4507 m) und Bisoke (3711 m). Er erklärt uns, was die Namen bedeuten und wie hoch die Vulkane sind. Er hat ein Fahrrad und bietet uns spontan an, mit seinem Rad eine Runde zu drehen. Wir lehnen ab, plaudern noch ein bißchen, dann sagt uns der Junge, dass es wahrscheinlich gleich Regen gibt und wir lieber zum Guesthouse gehen sollten.

Mount Gahinga 3474 m:
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Mount Sabinyo 3634 m:
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Inzwischen ist es richtig kühl geworden, wir sind hier in 2300 m Höhe. Wir gehen zurück zum Guesthouse und wärmen uns im großen Salon beim Kaminfeuer. Um 19 Uhr gibts Abendessen. Matthias hatte vorher mit dem Koch gesprochen und ihn gebeten, uns etwas Lokales zu kochen. Er sagte dem Koch, er soll uns bitte das kochen, was er auch zu Hause isst. Als wir unseren gedeckten Tisch sehen, sind wir überwältigt. In einer großen Schüssel dampfen Kochbananen, braune Bohnen, Kürbis, Kartoffeln. In einer anderen Schüssel sind Hähnchenstücke mit reichlich Soße. Das Essen schmeckt nicht gut, es schmeckt himmlisch! Dazu gibt es das lokale Bier Mützig. Spät gehen wir in unser Zimmer und bereiten unsere Rucksäcke für morgen früh vor, denn um 7 Uhr müssen wir beim Headquartier sein, dem Meetingpoint für den Dian Fossey Trail, auf den wir sehr, sehr gespannt sind. Es wird bestimmt sehr emotionell sein...
Teil 1420. Sept. 2017
13. Tag
Donnerstag, 27. Juli 2017
Volcanoes National Park (Ruanda) - Kinigi Guesthouse


Um 7 Uhr sind wir schon beim Headquartier des Volcanoes National Parks. Der Parkplatz ist voll, es wird Kaffee und Tee kostenlos angeboten, die Touristen werden auf ihre Trekking-Gruppen verteilt und in der Mitte finden lokale Tänze statt. Hier ist der Treffpunkt für alle, die ein Trekking gebucht haben, egal welcher Art. Wir werden zu Olile geführt, einer Rangerin, die heute unser Guide sein wird. Außer uns ist noch ein deutsches Paar bei dem Dian Fossey Trail dabei.

Auf diesem Trail werden wir zu der ehemaligen Forschungsstation Karisoke geführt, mitten im Dschungel, nahe der Grenze zur DR Kongo, wo Dian Fossey die Berggorillas studiert und vor Wilderern beschützt hat. Neben der Station liegt ein Affenfriedhof, auf dem auch sie beerdigt ist, neben ihren geliebten Gorillas. Die Station, oder was noch übrig geblieben ist, befindet sich zwischen den Mount Karisimbi und Mount Bisoke, daher auch der Name: KariSoke.

Wer war Dian Fossey und warum ist sie so wichtig? Ich werde hier nur die kurze Version erzählen. Dian Fossey war eine amerikanische Anthropologin, die im Jahr 1966 mitten im Dschungel die Forschungsstation Karisoke gegründet hat. An der Station sollten die Berggorillas beobachtet werden, die damals noch mehr als heute vorm Aussterben bedroht waren und von denen es nur noch sehr wenige gab. Ihre größten Feinde waren die Wilderer, die vor nichts zurückschreckten. Dian Fossey hat 18 Jahre auf dieser Forschungsstation verbracht und hart gegen die Wilderer gekämpft. 1985 wurde sie in ihrer Hütte ermordet aufgefunden, der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Gemäß ihrem Wunsch wurde sie auf dem Gorilla-Friedhof, neben ihrem Lieblings-Silberrücken Digit beerdigt. Es wurde nicht nur Gutes über sie geschrieben, aber es wird gesagt, dass es ohne ihr Engagement die Berggorillas heute nicht mehr geben würde. Ihre ganze Lebensgeschichte wurde im Film "Gorillas im Nebel" verfilmt.

Um 8 Uhr fahren wir los zum Startpunkt und nehmen die Rangerin bei uns im Auto mit. Zuerst fahren wir 15 Minuten auf guter Asphaltstraße, dann 15 Minuten auf Schotterpiste und nochmal 15 Minuten auf einer katastrophalen Straße, die voller Löcher und scharfkantigen Vulkansteine ist. Es ist mit Abstand die schlechteste Straße, die wir je gesehen haben. So muss der Weg zur Hölle sein!

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Um 8:45 sind wir am Startpunkt und beginnen das Trekking. Mit uns kommen außer der Rangerin noch 3 bewaffnete Ranger und ein Porter (Gepäckträger) mit. Es beginnt gleich mit steilen Aufstiegen und ich bin schnell aus der Puste. Zum Glück ist die Rangerin heute sehr müde, sagt uns das gleich am Anfang und macht öfter kleine Pausen mit uns: "Break for the ladys?". So macht Trekking Spaß.

Die Landschaft ist sehr schön, hier ist der Regenwald anders als in Bwindi, nicht so dicht, mehr Licht, andere Pflanze, irgendwie wie in einem Märchenwald, gefällt mir sehr gut. Die großen Bäume und der Boden sind mit moosartigen Pflangen und Farn bedeckt. Und alles ist grün! Gorillas treffen wir unterwegs nicht, nur ihre Hinterlassenschaften, die Olile uns zeigt. Die 3 bewaffneten Ranger beobachten ständig die Umgebung sehr aufmerksam. Immer wenn wir stehen bleiben und Olile uns etwas erklärt, verteilen sich die Ranger im Dreieck um uns herum und achten sehr angestrengt auf die Umgebung. Ich vermute, die Nähe an der DR Kongo ist der Grund dafür. Auch die letzten Kämpfe mit den Rebellen sollen sich in der Nähe abgespielt haben.

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Nach 2 Stunden Aufstieg erreichen wir die Ruinen der ehemaligen Forschungsstation und es ist ein sehr emotionaler Moment, die Rangerin erzählt immer mehr Einzelheiten von dem damaligen Kampf der Dian Fossey gegen die Wilderer. Es war eine harte Zeit gegen die Wilderer und Berggorillas wurden brutal ermordet. Digit, der Liebliengsgorilla und bester Freund von Dian wurde ohne Kopf und ohne Hände im Dschungel aufgefunden. Seine Gorillafamilie konnte damals den skrupellosen Wilderern entkommen, während er geblieben und gegen die Wilderer gekämpft hat. Auf dem Friedhof ist Dian gleich neben Digit beerdigt, ihr Wunsch. Wir sind alle sehr berührt. An ihrem Grab liegen frische Blumen und es ist alles so ruhig.

Hier stand die Hütte von Dian Fossey:
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Der Friedhof, auf dem Dian Fossey und ihre Gorillas beerdigt sind:
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Von der ehemaligen Forschungsstation ist nicht mehr viel übrig und da, wo die Hütte von Dian stand, steht jetzt nur noch ein Schild. Eine halbe Stunde bleiben wir an der Station und dem Friedhof, dann beginnt der Abstieg, der logischerweise besser und schneller zu bewältigen ist. Nach eineinhalb Stunde sind wir wieder bei unseren Autos. 4 Stunden hat das Trekking insgesamt gedauert und wir sind immer noch sehr berührt.

Die Reste der ehemaligen Forschungsstation Karisoke:
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Die Reste der ehemaligen Forschungsstation Karisoke:
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Auf dem Rückweg:
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Müde und verstaubt, aber beeindruckt von diesem Trekking fahren wir zurück zum Guesthouse. Wir haben gerade geduscht, als vor unserer geöffneten Tür eine Frauenstimme zu hören ist. Sie sagt nur hallo und wartet ganz schüchtern vor der Tür. Ich gehe raus und grüße sie, habe sie schon mal auf dem Hof gesehen. Ich glaube meinen Ohren nicht, als sie schüchtern sagt "Can I clean for you... this?" und zeigt auf unsere dreckigen Gamaschen, die draußen hängen. Ooooh, aber liebend gern, sie erspart uns eine Menge Arbeit! Ich gebe ihr noch unsere verschwitzten Oberteile, wir haben nachher mehr Freizeit und sie verdient sich ein bißchen Trinkgeld. Selbstverständlich ist auch diese Wäsche reine Handarbeit. Sie zeigt noch auf unsere Schuhe, sie will sie auch putzen. Nein, die Schuhe kriegt sie nicht! Wer weiß, nachher habe ich saubere, aber nasse Schuhe. Sie hakt nach: "The boots are dirty!". Ja, sie sind sogar sehr dirty, aber sie kriegt sie nicht. Um sicher zu sein, hole ich unsere Schuhe in das Zimmer, dann gehen wir auf die Terrasse. Wir geniessen die Sonne und schauen uns unsere Fotos an.

Abends zaubert der Koch wieder ein afrikanisches Essen für uns, das wunderbar schmeckt. Es gibt Beef in Sahnesoße, dazu typisch afrikanisches Gemüse und wir sind mal wieder die einzigen Gäste. Sehr spät kommen noch ein paar Leute. Wir verbringen den restlichen Abend im großen Aufenthaltsraum beim Kaminfeuer. In zwei Tagen haben wir das Vulkan-Trekking auf Nyiragongo und es wird kein Spaziergang sein. Seit dem Gorilla-Trekking mache ich mir Sorgen um meine Fähigkeit, ein solches Trekking zu bewältigen... Was ist, wenn der Pfad auch so steil ist, dass man sich an nichts mehr festhalten kann und ich in den Abgrund falle??
Teil 1522. Sept. 2017
14. Tag
Freitag, 28. Juli 2017
Gisenyi (Ruanda) - Hotel Musanto


Wir verlassen heute den Volcanoes National Park und fahren zum Lake Kivu, nach Gisenyi. Unterwegs halten wir noch in Ruhengeri an und besuchen The Dian Fossey Gorilla Fund. Unzählige Fotos aus ihrer Zeit sind zu sehen, wir werden wieder sentimental und ich kann nicht oft genug sagen, wie sehr wir sie und ihre Leistung im Kampf zum Schutz der Tiere bewundern.

Dian Fossey Gorilla Fund:
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Es ist zwar erst Freitag, aber am letzten Wochenende des Monats ist in Ruanda "Putztag". Alle gehen auf die Straße und machen sauber. Es wird gefegt, Laub und Müll (den es kaum gibt) eingesammelt, die Abwasserkanälle gereinigt, jeder leistet seinen Beitrag und das läßt sich sehen. Ruanda ist ein sehr, sehr sauberes Land.
Ich habe ein paar Tage später einen Einheimischen gefragt, was passiert, wenn ein Bürger bei diesem Putztag nicht mitmacht und überhaupt, wenn er keine Lust hat, die Straße vor seiner Wohnung sauber zu halten. Bekommt er eine Geldstrafe? Der Einheimische hat zuerst gelacht: nein, dafür bekommt keiner eine Geldstrafe. Aber, und er wurde sehr ernst, wer macht denn sowas? Was sollen die Nachbarn über mich denken, wenn ich nicht sauber mache?? Vorbildlich!

Auf dem Weg von Ruhengeri nach Gisenyi:
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Auf dem Weg von Ruhengeri nach Gisenyi:
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Auf dem Weg von Ruhengeri nach Gisenyi:
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Auf dem Weg von Ruhengeri nach Gisenyi:
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Auf dem Weg von Ruhengeri nach Gisenyi:
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Auf dem Weg von Ruhengeri nach Gisenyi:
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Auf dem Weg von Ruhengeri nach Gisenyi:
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Plötzlich steht vor uns auf der Straße ein umgekipptes Fahrrad samt schweren Kartoffelsacks. Der junge Mann, dem das gehört, kann natürlich die schwere Ladung nicht wieder aufrichten. Wir halten an, Matthias steigt aus und bietet seine Hilfe an. Der junge Mann freut sich, sofort kommen noch ein paar junge Männer, die mithelfen. Die schwere Last wird wieder auf das Fahrrad aufgerichtet und wir fahren weiter unter jubelnden Zurufe "Muzungu! Muzungu!".

Auf dem Weg von Ruhengeri nach Gisenyi:
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Der Plan für die nächsten Tage ist wie folgt: Wir checken in Gisenyi im Hotel "Discover Rwanda Gisenyi Beach", das von Kasitu Tours empfohlen wurde, ein. Hier parken wir den Wagen auf dem sicheren Parkplatz für die nächsten 2 Tage. Am nächsten Tag, am Samstag, kommt jemand vom Kasitu Tours und bringt uns über die Grenze in die DR Kongo zum Vulkan Trekking auf Nyiragongo. Die Nacht verbringen wir am Kraterrand in einfachen Hütten. Am Sonntag steigen wir ab und werden zurück zum Hotel in Gisenyi gebracht, wo wir 2 Tage am Lake Kivu entspannen wollen. Das ist der Plan!! Überhaupt ist der Plan sehr grob abgesprochen und es gab nur wenige Emails, in denen eher so was wie "wir kümmern uns darum" stand, ohne Bestätigungen, Uhrzeiten und so ein europäischen Kram.

Sämtliche Unterkünfte in Ruanda sind zwar reserviert, aber nicht bezahlt, weil wir keine Lust hatten, für jede Unterkunft eine teuere Banküberweisung zu tätigen. Wir sind noch vor Mittag in Gisenyi und wollen in unserem Hotel "Discover Rwanda Gisenyi Beach" einchecken. Benett, der junge Mann von der Rezeption, findet keine Reservierung auf unseren Namen und er hat leider auch keine Zimmer frei. Wir erklären ihm unsere Situation: der Autovermieter Alpha Car aus Uganda hat uns einen Kontakt mit der Agentur Kasitu Tours aus DR Kongo vermittelt und diese Agentur hat dieses Hotel als Treffpunkt für ein Vulkantrekking im Kongo und als sicheren Parkplatz für unser Auto empfohlen. Wir sollen hier die heutige Nacht verbringen, morgen für den Übergang nach Kongo abgeholt werden und das Auto für 2 Tage hier lassen. Klingt das kompliziert? Benett hört sehr aufmerksam zu und sagt, er kennt die Agentur Kasitu Tours, aber er kennt Alpha Car aus Uganda nicht und er hat auch keine Reservierung auf unsere Namen. Er fragt, ob wir irgendwelche Unterlagen haben. Ich hole meinen Ordner mit den Reiseunterlagen aus dem Rucksack und zeige ihm ein paar Emails. Da steht leider nur ein kurzer Schriftverkehr zwischen Alpha Car und Kasitu Tours, dass wir dies und jenes für das Vulkantrekking brauchen und dass das Hotel "Discover Rwanda Gisenyi Beach" als Unterkunft und sicheren Parkplatz empfohlen wird. Hm, Benett ist wirklich sehr geduldig und versucht uns zu helfen. In meinen Unterlagen hat er Forumlare für die Kongo-Visa gesehen. Er fragt mich, ob er die Formulare sehen darf und ich zeige sie ihm. Benett kennt sich gut damit aus und schüttelt den Kopf "Oh no, no... I’m afraid...". Es fehlt die Registrierungsnummer auf den Formularen, die sind somit wertlos und wir haben kein Visum für den Kongo! Dann sagt er uns, wir sollen uns erstmal auf das Sofa hinsetzen, er gibt uns das Passwort für Wifi und in dieser Zeit wird er in Kongo bei Kasitu Tours anrufen, denn er kennt die Jungs dort. Während er die Telefonnummer sucht, sind ich und Matthias enttäuscht, deprimiert. Anscheinend gab es Kommunikationsprobleme zwischen dem Autovermieter Alpha Car aus Uganda und dem Trekking-Agent Kasitu Tours aus Kongo. Nun sitzen wir in Ruanda und haben keine Bleibe für die nächsten Tage und das Vulkan Trekking können wir auch vergessen und und..., der schwarze Freitag...

Benett erwischt endlich jemanden im Kongo am Telefon und klärt für uns die Sache ab: aber natürlich wissen die Leute von Kasitu Tours, dass Adriana und Matthias morgen das Trekking auf dem Nyiragongo Vulkan machen, die Visa sind schon erledigt, ein Mitarbeiter kommt heute Nachmittag vorbei und bespricht alles mit uns. Ooooh! Freude! In Afrika laufen die Uhren anders, aber sie laufen!

Jetzt brauchen wir noch eine Unterkunft für heute Nacht. Benett sagt, er kommt gleich mit uns und wir suchen zusammen ein Hotel, denn wenn wir zwei Muzungu in Hotelnot allein suchen, verlangen alle astronomische Preise. Wir fahren los, fragen in mehreren Hotels nach und finden letztendlich ein Zimmer im Musanto Hotel, welches gegenüber vom Strand liegt. Als ich bezahlen will, stelle ich fest, dass 1-USD Scheine nicht akzeptiert werden, so wie ich auch von anderen Touristen unterwegs gehört habe. Es liegt wohl daran, dass die Bank sie nicht akzeptiert.

Am Nachmittag gehen wir in den Garten. Kurze Zeit später kommt Tresor von Kasitu Tours. Bei einem kühlen Getränk im Schatten besprechen wir die Details des morgigen Trekkings. Als erstes möchte Tresor unsere Impfpässe sehen, denn er hat schon so einige Überraschungen mit Touristen erlebt. Bei uns scheint aber alles in Ordnung zu sein. Dann erzählt er uns ein paar Infos über den Vulkan Nyiragongo, über den Ostafrikanischer Graben, er hat sogar Fotomaterial und Karten mitgebracht. Tresor, ein Koch und ein Porter (Gepäckträger) werden uns morgen auf dem Trekking begleiten und sich um uns beide inklusive um Essen und Getränke kümmern. Als ich ihn vorsichtig frage, ob das Trakking wirklich sehr schwierig ist, antwortet er lachend: "Ich bin hier, um dir zu sagen, dass das Trekking nicht schwer ist!". Das kann ja jeder sagen, aber dieser Satz und die Nachricht, dass er uns morgen begleiten wird, machen mir sehr viel Mut. Dann bezahlen wir noch für das Trekking und verabreden uns für den nächsten Tag um 7:45 Uhr bei dem Hotel "Discover Rwanda Gisenyi Beach", wo wir unseren Wagen für 2 Tage abstellen werden.

Inzwischen ist es schon spät Nachmittag und wir haben Hunger. Im Reiseführer sind ein paar Empfehlungen für Fisch und als ich von "Paradis Malahide" lese, erinnere ich mich an Picco's Reisebericht. Da sind Fotos und wir suchen eine Unterkunft für die 2 Tage nach dem Trekking, also fahren wir hin. Wir essen gegrillten Fisch an einem Tisch im Garten direkt am Wasser und es schmeckt ausgezeichnet, das ganze Ressort macht einen guten Eindruck, alles grün und bunt, viele Pflanzen und Blüten. Wir reserviern gleich ein Cottage für die 2 Tage nach dem Trekking, hier kann man bestimmt gut entspannen.

Paradis Malahide:
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Paradis Malahide:
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Paradis Malahide:
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Paradis Malahide:
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Am späten Abend fahren wir zurück in unser Stadthotel und ich versuche vergeblich einzuschlafen. Ich freue mich auf den Vulkan, aber der Weg bis dahin... 🙁
Unseren Lieben zu Hause schreiben wir noch "Drückt uns die Daumen, wir fahren in die DR Kongo und klettern auf einen aktiven Vulkan!". 🤩
Teil 1628. Sept. 2017
15. Tag
Samstag, 29. Juli 2017
Vulkantrekking Nyiragongo (DR Kongo)

Teil 1/4: Die Stadt Goma (DR Kongo)


Ich habe die ganze Nacht kaum geschlafen, zu groß ist die Aufregung. Heute werden wir in die DR Kongo fahren und das anspruchsvolle Trekking auf dem aktiven Vulkan Nyiragongo machen. Wir werden hoch klettern, dort am Kraterrand in einfachen Hütten übernachten und morgen zurück kommen. Die Tour haben wir bei Kasitu Eco Tours gebucht, inklusive eigenen Guide und eigenen Koch. Sogar um Wasser und Lebensmitteln werden sie sich kümmern.

Um 7 Uhr sitzen wir schon im Garten beim Frühstück. Die nette Mitarbeiterin von dem Hotel fragt mich, was ich essen möchte. Ein Spiegelei und einen Tee, bitte. Sie guckt mich ungläubig an. Toast, Fruit? No, thank you. No fruit? No. Sie schüttelt den Kopf und geht. Als sie mit dem Essen kommt, bringt sie für mich 2 Spiegeleier, Toast, einen Teller mit Obst und sagt mit Mitgefühl "Please, try to eat, please!". Mir ist heute Morgen schon aufgefallen, dass meine Hose nicht mehr sitzt, sie fällt runter und ich muss sie immer wieder hochziehen, aber anscheinend sind mir die letzten Trekkings auch im Gesicht anzusehen. Innerhalb einer Woche ist dieses das vierte Trekking, dazu auch noch das anspruchsvollste von allen. Ich esse nur ein Ei und ein kleines Stück Ananas, mehr kriege ich nicht runter. Matthias ißt mit Appetit und das ist gut so, einer muss mich ja hochtragen. 🙂

Um 7:45 sind wir am Treffpunkt im Hotel "Discover Rwanda Gisenyi Beach", wo wir auch unseren Wagen bis morgen lassen werden. Unser Guide Tresor, von Kasitu Tours, wartet schon auf uns. Wir nehmen ein Taxi und fahren zur Border "Grand Barriere" zur DR Kongo. Wir werden mit Tresor zu Fuß über die Grenze gehen.

Zuerst bekommen wir in einem großen, hallenartigen Raum den Stempel für die Ausreise aus Ruanda. Wir gehen jetzt alle drei zu Fuß in Richtung Kongo. Ein Beamter überprüft an der Schranke noch unsere Pässe. Er fragt, wohin wir wollen. In die DR Kongo, oder wohin kann man an dieser Border noch gehen?? No, no, Madame, sagt er, so einfach ist es nicht. Wir müssen zuerst unser Visum annullieren lassen. Ich muss mich verhört haben, oder mein Englisch ist noch schlechter geworden, oder der Beamte macht einen Witz, oder oder oder... Wir haben aus Deutschland ein teures "East Africa Tourist Visa", welches uns erlaubt, innerhalb von 3 Monaten in Uganda, Ruanda und Kenia so oft wir wollen ein- und auszureisen, soll heißen ein Multiple Entry Visa für jedes der 3 Länder, gültig 3 Monate. Der Beamte sagt, wir verlassen jetzt den Raum dieser 3 Länder und deswegen muss das Visum annulliert werden. Das steht aber nirgendwo und ich verstehe auch nicht die Logik. Ich verlasse Ruanda, ja, aber es ist doch egal, wohin ich reise. Ich erkläre dem Beamten, dass dies ein Multiple Entry Visa ist, aber er bleibt stur: wenn wir in die DR Kongo wollen, müssen wir unsere Visa für Ruanda und Uganda annulieren lassen, punkt! Und wie kommen wir morgen nach dem Trekking zurück nach Ruanda?? Er sagt, wir müssen morgen einen Antrag stellen und 30 USD pro Person zahlen. Wir müssen aber in ein paar Tagen nach Uganda, dafür haben wir auch kein Visum mehr, wenn dieses annulliert wird. Oh, kein Problem, nach Uganda dürfen wir auch wieder, wir müssen nur erneut einen Antrag stellen und 30 USD pro Person zahlen. Also praktisch alles so, als hätten wir kein Visum aus Deutschland. Wir schauen erschrocken zu Tresor, er nickt, aber die Entscheidung müssen wir treffen. Zur Beruhigung flüstert er noch, dass er uns später mehr dazu sagen wird, aber nicht jetzt und nicht hier. Und später erklärt er uns, dass das Ganze nur eine Geldmacherei ist. Die Geldmacherei geschieht aber auf unsere Kosten.

Wir haben keine andere Wahl, kehren zurück in die große Halle und, ich kann es selbst nicht glauben, lassen unsere Visa für Ruanda und Uganda annullieren. Der Beamte klatscht auf unsere Visa ein großes "USED". Nun stehen wir im Niemandsland zwischen Ruanda und Kongo und haben gar kein Visum mehr, für gar kein Land. Hoffen wir, dass wir morgen zurück nach Ruanda kommen dürfen.

Wir reisen zu Fuß in die DR Kongo und jetzt werden unsere Impfpässe und unsere Temperatur von einer sehr ernsten, kräftigen Dame geprüft. Tresor zeigt noch irgendwelche Dokumente und wir bekommen für die DR Kongo ein Visum von 14 Tagen. Immmerhin, wir haben jetzt irgendein Visum.

Auf der kongolesischen Seite wartet ein Auto samt Fahrer auf uns, das uns zum Virunga National Park bringen wird. Wir sind hier in Goma, einer Stadt von circa 1 Mio Einwohner, die 2002 durch den gewaltigen Ausbruch des Vulkans Nyiragongo teilweise zerstört wurde. Damals floss heiße Lava durch die Stadt und über den Flughafen, viele Menschen verloren ihre Häuser und ihr Leben, andere mussten nach Ruanda flüchten. Tresor erzählt, dass auch seine Eltern damals ihr Haus verloren haben, sie haben alles verloren und mussten nach Ruanda fliehen. Einen Tag davor haben die Nachbarländer eine Warnung rausgegeben, die aber von der kongolesischen Behörde ignoriert wurde. Einen Tag davor war Tresor sogar oben, am Vulkanrand, niemand ahnte etwas. Und am 17. Januar 2002 hörten die Menschen einen großen Knall, den Ausbruch.

Wir sehen viele dieser afrikanischen Holz-Fahrräder, die hier Tshukudu heißen, nach dem Geräusch, das das Fahrrad auf der Straße macht. Bei einer kleinen Stadtrundfahrt zeigt uns Tresor das Tshukudu-Denkmal, denn dieses Gefährt ist hier Kult! Wir fahren durch diese lebendige Stadt und wir merken, wir sind nicht mehr in Ruanda, die Armut ist überall präsent. Die Geschäfte sind klein und bescheiden, die Straßen sind voll. Am Stadtrand sind viele Unterkünfte aus Vulkansteinen gebaut, man sieht an manchen Stellen noch die Lavareste.

Das Tshukudu-Denkmal in Goma:
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Die Stadt Goma:
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Wir verlassen die Stadt und die asphaltierte Straße und treffen auf eine Straßensperre mit Schranke, die von bewaffneten Soldaten kontrolliert wird. Tresor gibt dem Fahrer ein paar Scheine, die dem einen Soldaten diskret durch das geöffnete Fenster weitergereicht werden. Die Schranke öffnet sich und wir fahren weiter. Wir fragen nicht nach Details, aber diese Sperre kommt uns schon etwas merkwürdig vor. Ein paar Kilometer weiter fahren wir an einem UN-Stützpunkt vorbei und kurz vor 10 Uhr sind wir beim Kibati Ranger Camp, unserem Startpunkt für das Vulkan-Trekking. Die letzten 10-20 Meter sind steil und voller Geröll, so dass wir aussteigen und zu Fuß gehen müssen. Wir sind am Startpunkt!
Das letzte Stück:
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Teil 1729. Sept. 2017
Fortsetzung
15. Tag
Samstag, 29. Juli 2017
Vulkantrekking Nyiragongo (DR Kongo)

Teil 2/4: Nyiragongo – der Aufstieg


Kurz vor 10 Uhr sind wir beim Kibati Ranger Camp des Virunga National Parks. Es ist Wochenende und fast ausgebucht, von möglichen 24 Plätzen für das Vulkan Trekking sind 23 besetzt. Hier treffen wir auch Amani, unseren privaten Koch, der für unsere Mahlzeiten während des Trekkings sorgen wird. Sowohl Tresor, unser privater Guide, als auch Amani, unser Koch, sind uns sehr sympathisch. Auf dem Trekking werden uns 3 bewaffnete Ranger begleiten, von denen Jean Paul der Chef der ganzen Expedition sein wird. Er wird ganz vorne laufen, er bestimmt das Tempo und die Pausen, er verteilt die Hütten, er trifft alle Entscheidungen. Es stehen auch noch etliche Jungs da, die das Gepäck tragen sollen, sogenannte Porter. Für 24 USD kann man einen Porter engagieren, der ein Gepäckstück von maximal 15 kg trägt. Wir können unseren Augen nicht trauen, als wir sehen, was für Gepäckstücke manche Touristen abgeben wollen. Ein Mitarbeiter von der Parkverwaltung läuft herum und spricht die Leute an. Eine Frau holt aus ihrem riesigen Rucksack 3 Wasserkanister a 5 Liter raus. Allein das wäre schon das maximale Gewicht! In den seitlichen Taschen sind Bücher zu sehen. Einige Teilnehmer tragen Sachen, die für ein Trekking nicht geeignet sind, Jeans und Straßenschuhe. Das wird noch weh tun...

Ich und Matthias haben jeweils einen leichten Rucksack mit Sachen, die auf dem Weg nach oben sofort greifbar sein müssen (Regenjacke, Regenhülle, Fleece-Jacke) und noch einen großen Rucksack mit Gepäck für die Übernachtung, der aber keine 6 kg wiegt und den wir einem Porter geben werden. Tresor entscheidet, dass er unseren Rucksack trägt, während der Porter den Rucksack mit Wasser, Lebensmitteln und unseren 2 Schlafsäcken bekommt. Dieser Rucksack ist schwerer, aber noch in Grenzen. Uns wird Joseph als Porter zugeteilt, ein sehr junger Mann, schüchtern, der uns sofort ebenfalls sympathisch ist.

Ein Mitarbeiter von der Parkverwaltung erklärt uns ein paar wichtige Sachen, unser Guide Tresor übersetzt auf Englisch, denn hier scheinen die meisten nur Französisch zu sprechen.
Das Trekking soll wie folgt verlaufen:
Der Startpunkt ist in circa 2000, der Endpunkt in circa 3500 Meter Höhe, insgesamt werden wir 1500 Meter Höhenunterschied auf einer Länge von 8 km durchlaufen.
In der ersten Etappe werden wir in 1 1/2 Stunden 200 Höhenmeter durch den Wald laufen.
In der zweiten Etappe steigen wir weitere 500 Höhenmeter auf einem Pfad mit Lava-Geröll.
In der dritten Etappe sind 400 Höhenmeter durch Wald und wieder über Lavageröll zu bewältigen.
Die letzten 400 Höhenmeter werden über Lavafelsgestein erklommen.
Zwischen den Etappen machen wir eine Viertel Stunde Pause.
Geschätzte Laufzeit 5-6 Stunden.

Einfahrt zu Virunga NP, früher Albert NP:
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Am Startpunkt mit Tresor und Amani:
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Am Startpunkt:
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Am Startpunkt:
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Bereit für den Start:
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Um 10:30 Uhr ist es so weit und wir gehen los auf dem schmalen Pfad, einen nach dem anderen hinter unserem Anführer Jean Paul.

Nach kurzer Zeit bin ich aus der Puste, das Steigen kostet mich viel Energie. Ich versuche, das Tempo mitzuhalten, was dazu führt, dass ich kaum noch atmen kann. Eigentlich brauche ich nur öfter kurze Pausen, so circa 10 Sekunden, aber die Leute rennen an mir vorbei und ich möchte nicht zu weit zurückfallen. Wurde uns heute beim Briefing nicht gesagt, "This is not a competition!" ?? Außerdem wurde gesagt, dass die Stärksten hinten und die weniger Starken vorne laufen sollen, damit alle das Tempo mithalten. Davon ist hier nichts zu sehen! Vorne hat sich ein starker Kern gebildet, der das Tempo bestimmt. Fallen die letzteren zu weit zurück, wartet Jean Paul mit seiner vorderen Elitentruppe, bis wir sie eingeholt haben, dann starten sie sofort wieder, sodass wir aus dem hinteren Teil nie zu einer Pause kommen. Ich sage unserem Guide, dass ich eine kurze Pause brauche. Er ruft und pfeift, bis er Jean Paul erreicht und ich kriege meine Pause. Die reicht aber nicht mal, um einen Schluck Wasser zu trinken, wir werden zum Weitermarsch verdonnert! Nach eineinhalb Stunde sollten wir den ersten Pausenplatz erreichen, wir sind aber schon nach einer Stunde da. Das zeigt doch ganz deutlich, dass das Tempo zu schnell ist.

Der Koch und der Guide kommen zu mir und versuchen mit Obst und Keksen, mich zum Essen zu animieren. Mir ist aber übel und ich bin so aus der Puste, dass ich nicht mal antworten kann. Matthias übernimmt meinen Rucksack, jetzt muss er 2 Rucksäcke tragen, aber das hilft auch nicht viel, denn eigentlich wiegt mein Rucksack keine 3 kg. Ich kann mit diesem Höhenunterschied, mit dieser Steigung nicht umgehen. Zu Hause jogge ich regelmäßig 10-12 km und habe keine Probleme, als Vorbereitung bin ich sogar noch öfter joggen gewesen, hier gehts aber nur nach oben. Schwer, für Flachlandmenschen wie mich. Später hat mir Matthias gesagt, dass ich kreidenweiss im Gesicht war und schon blaue Lippen hatte.

Erster Pausenplatz, Amani macht gute Stimmung:
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Und weiter auf dem Lavageröll:
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Langsam, langsam:
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Auf der zweiten Etappe hilft mir Matthias immer öfter, er zieht mich hoch und entweder Tresor oder Amani, einer ist immer hinter mir, um zu helfen. Ich will nicht zum Problemfall werden, vor allem weil ich weiß, dass kurze Pausen eine Lösung sind. So hat die Rangerin auf dem Dian Fossey Trail gemacht und es hat sehr gut funktioniert. Bei der nächsten Pause spreche ich Jean Paul direkt an, ich sage ihm, dass wir zu schnell sind und wir öfter eine kurze Pause brauchen. Jean Paul grinst ganz doof, sagt nichts und bei der nächsten Etappe ändert sich nichts. Inzwischen sind auch andere am Ende ihrer Kräfte. Der eine Mann, der Straßenschuhe trägt, kann kaum noch laufen. Ein anderer hat seinen großen Rucksack seinem Porter gegeben, der schon einen Monster-Rucksack trägt. Auch Joseph, unser Porter hat sich angeboten, meinen Rucksack zu übernehmen, aber das können wir nicht machen, denn, wie ich sehe, trägt er außer dem Rucksack mit Lebensmitteln, Wasser und Schlafsäcken auch noch eine rote Kiste um die Schulter, wo unser Koch Essen für unterwegs hat.

Der zweite Pausenplatz:
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Da, ganz oben...
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Kurze Pause:
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Jetzt wird es besser:
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Nach der nächsten Pause wird es etwas besser, denn ich warte nicht mehr, bis ich nicht mehr atmen kann und mache immer Pausen von 6-7 Sekunde, das hilft, ich finde langsam aber sicher mein Tempo. Außerdem habe ich eine Banane und Traubenzucker gegessen und Matthias hilft mir ständig.

Sehr, sehr ernst:
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Ich bin so weit zurück gefallen, dass wir jetzt zusammen mit den Portern laufen:
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Und noch eine kurze Pause:
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Ein erloschener Krater - die Landschaft ist wirklich schön:
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Irgendwann erreichen wir die alten Hütten und Tresor sagt, dass wir sehr schnell waren, wir werden schon um 16 Uhr das Ziel erreichen. Normalerweise sind sie erst gegen 17 Uhr da. "This is not a competition" wurde beim Briefing gesagt...

Jetzt ist es nur noch ein relativ kurzes Stück bis zu den Hütten, wir sehen sie schon, aber das ist der schlimmste Teil, es wird 45 – 60 Minuten dauern. Es geht nur noch steil, ganz steil nach oben über große, scharfkantige Lavasteine und einen Pfad gibt es nicht mehr, jeder klettert, wie er kann. Tresor und Amani gehen schon vor, sie müssen sich um die Hütte und die Kochstelle kümmern und jetzt ist es unser Porter Joseph, der uns von der Seite nicht mehr weicht und die Arme bereit hält, um uns zu helfen. Auf diesem Stück hält Matthias die ganze Zeit meine Hand fest und nach insgesamt 5 1/2 Stunden sind wir angekommen! Ohne seine Hilfe hätte ich es nie geschafft! Zurück wäre ich aber auch nicht gegangen! 🙂

Man sieht schon die Hütten:
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Bereit für das letzte Stück - Pause an den alten Hütten:
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Teil 1802. Okt. 2017
Fortsetzung
15. Tag
Samstag, 29. Juli 2017
Vulkantrekking Nyiragongo (DR Kongo)

Teil 3/4: Nyiragongo – on the top


Gegen 16 Uhr, nach circa 5 1/2 Stunden Trekking, erreichen wir die Hütten. Hinter uns klettern noch die letzten Touristen und ihre Porter hoch, aber an eine Pause wollen ich und Matthias gar nicht denken! Wir klettern mit den letzten Kräften weiter hoch bis zum Kraterrand, wir wollen es sehen! Wir schauen nach unten in den Krater und... wooow! Wow, wow, ich kann nicht mehr aufhören zu wow-en! 🙂 Die ganze Anstrengung ist sofort vergessen und mir kommen fast die Tränen, so grandios ist die Sicht! Ganz unten in dem terrassenförmigen Krater sieht man die Lava, schwarz beim Tageslicht und mit einigen roten, glühenden Stellen, aus denen Dampf aufsteigt. Wenn man den Kopf leicht über den Rand beugt, fühlt man die große Hitze im Gesicht. Man kann sogar das Geblubber der Lava hören. Tresor ist auch bei uns und sagt, dass er heute zum 96-sten Mal hier steht, aber so eine klare Sicht hat man nur selten. Rechts von dem großen Krater ist ein anderer, sehr kleiner und spitzer Krater zu sehen, der im Abstand von ein paar Minute mit einem "wummm!" kleine Lavafunken hoch spuckt, wie eine Fontaine. Von ihm fließt ein schmaler Lavafluß zum großen Krater. Wir kommen nicht mehr aus dem Staunen heraus, haben uns gemütlich auf die Erde gesetzt und schauen uns den Spektakel an. Der große Krater hat einen Durchschnitt von circa 1 km und wir sind ungefähr 500 Meter vom Vulkanzentrum entfernt. Was wir hier sehen und empfinden, ist mit Worten nicht zu beschreiben, schaut euch einfach die Bilder an.

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Der kleine Vulkan:
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Unsere Hütte ist die gleich neben der Koch-Hütte und ist lediglich mit 2 Matrazen ausgestattet, mehr würde auch nicht rein passen. Für die Touristen gibt es 12 Hütten mit Platz für jeweils 2 Personen, deswegen die maximale Teilnehmerzahl von 24. Die Ranger haben eine ältere Hütte, in der zweiten älteren Hütte ist die Kochstelle, wo Amani für uns kocht. Die Porter schlafen ein Stück weiter, an der letzten Pausenstation in den alten, ehemaligen Touristenhütten. Und es gibt auch ein Toilettenhäußchen mit 2 Plätzen! Dafür muss man circa 5 Minuten auf dem Lavageröll runter klettern, man kann sich an einem Seil festhalten. Die Toiletten haben keine Türen, dafür aber eine grandiose Sicht auf den erloschenen Nebenkrater.

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Das Toilettenhäußchen:
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Blick von dem Toilettenhäußchen:
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Unsere Hütte:
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Ich und Matthias sind die einzigen, die einen Koch und einen Guide haben. Wir sehen gerade, wie Amani sich an die Arbeit macht und frisches Gemüse schält. Hier, so weit weg von der Zivilisation, kocht er alles frisch!

Wir ziehen uns um, denn die Kleidung ist durchgeschwitzt, kommen wieder raus und gehen für eine längere Zeit gucken, wir können uns nicht satt sehen. Tresor kommt mit uns und erzählt, dass wir großes Glück mit dieser klaren Sicht haben. Manchmal kommen sie hier an und man kann so gut wie gar nichts sehen, sehr zum Ärger von Touristen, die dann fragen, wo die Sicht ist, die sie bei youtube gesehen haben. Wir lachen und sind schon ein bißchen schadenfroh.

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Nach einer Stunde gehen wir in die Kochhütte. Amani hat eine leckere Suppe mit viel Gemüse und Würstchen gekocht, die ist jetzt mehr als willkommen! Nach diesem Starter holen wir unsere Stirnlampen und Jacken, denn es ist schon etwas kühler geworden. Wir gehen mit Tresor etwas abseits und genießen die Sicht auf den Lavasee im Dunkel. Jetzt ist es noch imposanter! Das Bild ändert sich von Minute zu Minute. Der kleine, spitze Minivulkan rechts errinert mich an Stromboli. Wir machen Fotos und plaudern lange mit Tresor. Er sagt dabei etwas, was uns sehr berührt. Die Menschen in DRC (wie man zu DR Kongo sagt) freuen sich sehr, wenn sie westliche Touristen sehen. Das ist für sie ein Zeichen, dass der Frieden ein Stück näher gerückt ist. Menschen, die sich nichts mehr als Frieden wünschen.

Tresor und Amani:
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Leckere Suppe in der warmen Kochhütte:
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3500 Meter hoch: die Frisur sitzt... bei Matthias! Bei mir steht!
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Ein bißchen Werbung für die Schuhe 🙂 :
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Um 19 Uhr ruft Amani zum Tisch und es gibt ein fürstliches Dinner serviert auf echten Porzellantellern, mit Besteck und Servietten. Wir sitzen in der kleinen, warmen Kochhütte um das Feuer und fühlen uns wie in einer liebevollen Familie. In einem Topf dampft ein sehr leckerer Gemüseeintopf mit Soße, in einem anderen sind große Stücke Rindfleisch mit Sahnesoße, dazu gibt es noch Spaghetti mit einer anderen Soße. Unglaublich, was der Koch hier oben gezaubert hat. Es kommen auch andere Touristen, die sich wärmen und an unserer Kochstelle einen Kaffee oder Tee kochen.

Abendessen:
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Sehr lecker:
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Nach dem Essen gehen wir nochmal zum Krater und am liebsten würden wir die ganze Nacht draußen bleiben, aber die Müdigkeit macht sich fühlbar und gegen 21 Uhr gehen wir mit unseren Schlafsäcken in die Hütte schlafen. Wir schlüpfen gerade in unsere Schlafsäcke, als Matthias Magen sich meldet! Ähm, gerade hier... Ein paar Mal muss er mit der Stirnlampe raus, dann ist es wirklich Ruhe. Zumindest für ihn. Nachdem sein Magen sich beruhigt hat, schläft er sofort ein, was an einem gut hörbaren "hrrrr-gggrrrr" zu erkennen ist. Bei mir ist aber nicht so. Die warme Kochstelle ist weit weg, die Matraze sehr dünn, der Schlafsack auch nicht der Hit, kurz: ich friere! Eine halbe Stunde versuche ich vergeblich, die Kälte zu ignorieren, dann habe ich Eisbeine. Ich überlege mir, zu Matthias in den Schlafsack zu krabbeln, aber das ist doch Quatsch, zu zweit passen wir nicht rein. Ich stehe wieder auf, Stirnlampe an, alles anziehen, was man anziehen kann, Füsse in eine Decke einwickeln, die wir mitgenommen haben, wieder in den Schlafsack rein und warten. Ja, es wird besser, ich kann irgendwann einschlafen. Gute Nacht, Nyiragongo.

Gute Nacht, Nyiragongo:
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Teil 1904. Okt. 2017
16. Tag
Sonntag, 30. Juli 2017
Vulkantrekking Nyiragongo (DR Kongo)

Teil 4/4: Nyiragongo - Der Abstieg


In der Nacht hat es zwei Mal leicht geregnet. Regen können wir hier nicht gebrauchen, denn dann werden die Steine rutschig und wir müssen heute den Abstieg bewältigen.

Um 5:45 weckt uns Tresor wie abgemacht. Wir schauen uns mit ihm den Sonnenaufgang am Kraterrand an und verabschieden uns von unserem Lavasee. Um 6 Uhr gibt es Frühstück und auch diesmal ist Amani zu bewundern, was er an diesem Ort für leckere Sachen gezaubert hat! Spanish Omelette, warmes Toast, gegrillte Tomaten, Obst, Tee. Jemand sagte, wir hätten ein 5-Sterne Restaurant bestellt, haben aber ein 7-Sterne bekommen! Recht hat er!

Lavasee beim Sonnenaufgang:
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Sonnenaufgang am Kraterrand:
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Guten Morgen! Alle wach? 🙂
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Frühstück in der Kochhütte:
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Kurz vor 7 Uhr startet der Abstieg. Zuerst geht es steil runter bis zu den alten Hütten, auf dem sehr steilen Lavafelsgestein, auf den nassen und rutschigen Steinen. Joseph, unser Porter, bleibt an meiner Seite und als ich seitlich ausrutsche, hat er sofort meinen Arm und ich bin schnell wieder auf den Beinen.

Der erste, steile Abschnitt:
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Und weiter auf Lavageröll:
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An den alten Hütten wird erstmal gewartet, bis alle ankommen und Jean Paul hetzt wieder "Two minutes!". Ich spreche ihn an und bitte ihn um ein langsames Tempo mit Pausen. Er grinst, sagt nichts, ändert nichts, wie gestern. Kann sein, dass Jean Paul nur Französisch spricht?

Wir reihen uns ein und setzen den Abstieg fort. Die meisten sind heute müde, haben Schwierigkeiten und kommen nur langsam voran. Besonders der Straßenschuhe-Mann kann kaum noch laufen, hat einen Sonnebrand und schmerzt bei jedem Schritt. Ich dagegen bin fit und platze vor Energie, was für ein Paradox! Dafür gehts Matthias nicht gut! Er hat Magenkrämpfe und ist blass im Gesicht, besteht aber darauf, seinen und meinen Rucksack zu tragen. Gegen seinen Willen schnappe ich mir meinen Rucksack und das ganze Wasser, hole seine Sachen in meinen Rucksack, dann bekommt er noch eine Banane und Traubenzucker.

An dem Tempo hat sich nichts geändert und die eine Pause auf dem Rastplatz soll sogar ganz ausfallen. Da ich so fit bin und es Matthias besser geht, eilen wir nach vorne, mal sehen wie es ist, in der kleinen, vorderen "Elitetruppe" mitzulaufen. Der vordere Ranger fragt irgendwann, ob wir ein paar Minuten Pause machen wollen, aber die eine Touristin, die auch gestern einen Stammplatz vorne hatte, meint, WIR brauchen keine Pause. Wie schön, dass sie für alle 23 Teilnehmer spricht. Ich habe aber keine Lust, mich darüber zu ärgern und sage nichts mehr, wir haben es bald geschafft.

Für mich und Matthias verläuft der Abstieg problemlos und kurz vor 11 Uhr, nach fast 4 Stunden, sind wir am Ranger Camp. Hier verteilen wir noch das gut verdiente Trinkgeld, bedanken uns bei allen, machen noch ein Foto mit Tresor und Joseph und werden dann von dem gleichen Auto mit dem gleichen Fahrer wie gestern abgeholt.

Wir haben es geschafft:
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Auf dem Weg nach Goma erreichen wir wieder die Straßensperre mit der Schranke, Tresor gibt dem Fahrer Geld, der Fahrer gibt das Geld dem Soldaten und dieser schüttelt den Kopf und zeigt zu uns. Soll heißen, das Wegegeld ist höher, wenn Muzungu im Wagen sitzt. Tresor legt ein paar Scheine nach und wir dürfen passieren. Ich weiß einfach nicht, was das für eine Straßensperre ist.

Bald sind wir an der Border, wir verlassen Kongo und auch hier gibt es keine Probleme. Ich finde aber schon lustig, als der Beamte unsere Pässe in der Hand hält und uns noch fragt "nationality?".

Bei der Einreise nach Ruanda macht das annulierte Visum keine Schwierigkeiten. Wir bezahlen 30 USD pro Person und bekommen jetzt ein Single Entry Visum für 30 Tage. Und so haben sie unser teueres Multiply Entry für 3 Monate in ein noch teuereres Single Entry für 1 Monat umgewandelt. Mal sehen, ob wir nächste Woche überhaupt noch nach Uganda einreisen dürfen!

Gegen Mittag sind wir mit Tresor bei unserem Wagen, verabschieden uns schweren Herzens von ihm und fahren zu unserem Hotel "Paradise Malahide" in Gisenyi, direkt am Lake Kivu mit einer schönen Sicht auf den See. Wir sind froh, dass wir hier ein Cottage reserviert haben, um es uns in den nächsten Tagen richtig gut gehen zu lassen, um die überwältigenden Eindrücke dieses Trekkings zu verarbeiten. Aber mehr dazu im nächsten Beitrag.
Teil 2006. Okt. 2017
17. Tag
Montag, 31. Juli 2017
Gisenyi (Ruanda) - Paradis Malahide


Freitag Abend waren wir in "Paradise Malahide", ein paar Kilometer außerhalb von Gisenyi, Fisch essen. Am Lake Kivu gibt es immer frischen, leckeren Fisch. Die Anlage gefiel uns so gut, dass wir gleich eine Reservierung für 2 Tage machten. Als wir Sonntag Nachmittag erschöpft und verstaubt von dem Vulkan-Trekking kamen, waren wir sehr froh darüber.

Die Anlage ist ein grünes Paradis mit Palmen, Hibisken, Bougainvillea und verschiedenen Bäumen, liebevoll eingerichtet und direkt am Lake Kivu. Wir haben den Bungalow Nr. 5 und nur ein paar Meter entfernt ist der Strand. Hier erholen wir uns, lassen es uns gut gehen, schauen auf den See und hören nachts das Rauschen der Wellen. Das Essen ist exzellent und das Personal ist bemüht, jeden Wunsch zu erfüllen.

Gleich zum Frühstück geniessen wir ein bißchen Luxus: Toast mit Butter, Ananasmarmelade, Pfannkuchen, Spanish Omelette, dazu eine schöne Sicht auf Lake Kivu. In den großen Bäumen hat eine Greifvogel-Familie Nest und den Jungen wird gerade das Fliegen beigebracht. Von morgens bis abends singen sie so schön für uns: trrrüüüü! 🙂 Leider kennen ich mich nicht aus und weiß nicht den genauen Namen des Vogels.

Auf externe Aktivitäten verzichten wir ganz bewußt und geniessen am Nachmittag Kaffee und Tee im Garten, dabei beobachten wir den kleinen Hafen nebenan und die Kinder, die im Wasser baden und spielen.

Heute Abend geniessen wir den Sonnenuntergang am See und bleiben bis spät am Strand, es ist schön warm.

Morgen gehts weiter nach Kigali, in die Hauptstadt Ruandas und wir sind schon gespannt, wie eine große, saubere, afrikanische Stadt aussieht. Dabei ahnen wir nicht, was für eine schwere Prüfung uns morgen bevorsteht... 😕

Paradis Malahide:
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Paradis Malahide unser Cottage:
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Paradis Malahide unser Cottage:
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Paradis Malahide Restaurant:
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Paradis Malahide Strand:
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Paradis Malahide Frühstück im Garten:
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Paradis Malahide Blick auf Lake Kivu:
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Paradis Malahide Blick auf Lake Kivu:
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Paradis Malahide Blick auf Lake Kivu:
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Paradis Malahide Blick auf Lake Kivu:
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Paradis Malahide Blick auf den kleinen Hafen:
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Bunt und schön:
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