Namibia - sehr schwieriges Reiseland ?

63 Antworten · 6'103 Aufrufe · gestartet 12. Dez. 2016 von Erika
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1'567 Beiträge · seit 201513. Dez. 2016 · #41
Hallo Erika,

nun muss ich hier auch nochmal mein "Knorr-Fix" dazugeben... 😛
Vor 11 Jahren vor unserer ersten Namibia-Reise wollte Matthias eigentlich nach Südafrika, da er dort nach dem Tiermedizinstudium mehrere Monate verbracht hatte. Irgendwie wurde es dann Namibia... Und ich bin mit, weil es sein Traum war.
Zum Planen war keine Zeit. Ich war Vollzeit-Lehrerin und Matthias Tierarzt in der Klinik. Also wurden es 14 Tage geplant von "Thomas Cook" im "VW Polo Classic" einmal bis Fish River Canyon, Lüderitz, Swakopmund und Etosha. Wir waren jede Nacht woanders in - ich sag mal - zweckmäßigen, aber nicht immer schönen Unterkünften... 😵 Die Autofahrten waren teilweise strapaziös, so fuhren wir beispielsweise von Lüderitz durch nach Solitaire.. 🙄
Anfangs war ich auch sehr zögerlich beim Essen. "Antilopenfleisch" wie Oryx oder Kudu erschien mir doch sehr exotisch 😉
Jetzt würde ich nie mehr auf die Idee kommen, in Namibia zur Hähnchenbrust zu greifen... 😄
Die Reise war allen widrigen Umständen zum Trotz wunderschön. Ich hätte mir nie vorstellen können, eine so karge Landschaft so "lieb zu gewinnen". 🤩
Tja, die Idee fürs nächste Mal war: Diesmal planen wir selbst. Und so geriet ich letztes Jahr an dieses wunderbare Forum und plante und buchte größtenteils unsere diesjährige Reise (mit Kindern) selbst. Unsere verschiedenen Fragen zu kinderfreundlichen Unterkünften (wirklich viel findet sich dazu in den Reiseführern nicht), der Mitnahme von Kindersitzen etc. konnte ich hier loswerden.
Nochmal ganz herzlichen Dank dafür!
Wir waren wieder als Lodgehopper unterwegs und trieben uns auf der klassischen Anfänger-"Mainstream"-Route herum. Diesmal mit deutlich mehr Zeit und unseren beiden Abenteurern im Gepäck. Aufregend war es dennoch... Und für unsere Freunde und Bekannte teilweise unverständlich, wie man sich mit seinen 7jährigen Kindern nach Afrika trauen kann... Wir sind da schon die mutigsten... sogar MIT Plan und OHNE Zelt... und diesbezüglich gar nicht "Mainstream" 😛
"Schwierig" finde ich Namibia überhaupt nicht. Es ist definitiv vieles anders als in Europa, aber ich denke, das hat was mit "sich einlassen wollen" zu tun, ob man sich wohl fühlt. Ein wenig Zeit brauchte ich auch dieses Jahr wieder. Allein, die Tatsache, irgendwann in der Landessprache "Danke" sagen zu können, und die Reaktionen zu bemerken (auch wenn ich nicht immer wusste: oshivambo oder damara?), half beim "Ankommen"...
Noch kurz zum Thema "Plan" oder "Überraschungen". Ich bin Grundschullehrerin und ihr glaubt nicht, welche unerwarteten Dinge ich in diesem Job schon erlebt habe... Unerwartetes, Überraschendes, Erschreckendes... 😮 sowohl positiv als auch negativ... 😐 Ich muss sehr oft kurzfristig Entscheidungen treffen und ständig reagieren. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich meinen Urlaub gerne PLANE...? Vielen geht es vielleicht gerade deswegen anders, aber ich freue mich, wenn ich im Urlaub zumindest ahne, was auf mich zukommt. Unerwartetes kann immer passieren, das ist klar... 😗
Liebe Grüße und weiterhin eine "besinnliche" Adventszeit!

Bianca
Standardtour mit Zwillingen: https://namibia-forum.ch/forum/11-diverses/289993-nda-pandula-danke-fuer-16-tage-familienabenteuer.html Caprivi mit Zwillingen: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/293122-familienabenteuer-im-caprivi.html Süden und KTP mit Zwillingen: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/296005-familienabenteuer-in-den-sueden-und-den-ktp.html
348 Beiträge · seit 201113. Dez. 2016 · #42
Hallo Gabriele
so wie mancher eine Tierliste hat, auf der er abhakt, was er schon gesehen hat, gibt es auch Menschen, die eine Länderliste abhaken, nur um sagen zu können "da war ich auch schon". Meiner Meinung nach ist das ähnlich wie bei einer Kreuzfahrt, da war man dann auch in den verschiedensten Ländern! 🙁
Darum sollte man sich, in den bereisenden Länder, die Zeit nehmen, um auch mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen und da sind dann die kleinen Märkte für Lebensmittel der örtlichen Bevölkerung ideal, was es leider in Namibia sehr selten gibt.
Wir lassen selten einen Markt aus, auch wenn wir gerade nichts brauchen.
So sollte man sich auch für Namibia die Zeit nehmen, sofern man nur 3 Wochen hat, einzelne Regionen separat zu erkunden und nicht das ganze Land, oder noch schlimmer 2 Länder in die 3 Wochen quetschen.
Nur dann kann man vielleicht in den nächsten Ferien nicht auf die Malediven und danach nach Cuba, usw. 😉
Allerdings, Frage wieviel der hier Schreibenden wollen sich tatsächlich intensiver mit dem Land geschäftigen?
Geht es den Meisten nicht darum, möglichst schnell, möglichst viel zu sehen, darum auch die vielen Fragen über Routen, Tagesetappen, dem schnellsten Weg von A nach B usw. vorab abzuklären um die "Sehenswürdigkeiten" möglichst in den engen Zeitrahmen bringen um, wie Du sagst, abzuhaken.
Irgendwie kann ich das verstehen, wenn man die Reise als Urlaub ansieht, wie eben die Malediven, Thailand etc.
Aber einige die ich kenne waren einmal so quickly unterwegs, nun verbrachten und verbringen sie, immer wieder, viele Monate im südlichen Afrika, aus Urlaubern sind Traveller, also Reisende und nicht Rasende geworden, die sich mit dem Land, der dortigen Politik und den Leuten auseinandersetzen.
Ist wie mit der Wüste, die Einen, einmal und nie wieder, die Anderen lässt sie nicht mehr los.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
568 Beiträge · seit 201413. Dez. 2016 · #43
Ich kann nur jedem empfehlen, den Beitrag von toumtoum aufmerksam, vielleicht auch zweimal, durchzulesen und "sacken" zu lassen! Unabhängig von der Destination. Aber so ist eben die Welt! Unsere "Jungen" sind anders sozialisiert, nicht besser oder schlechter - eben anders.

War es meiner Generation wichtig, aus dem Alltagstrott auszubrechen und spontan aufregende Begegnungen zu haben,
scheint heute die Selbstdarstellung am wichtigsten zu sein. Größtes Problem: wie komme ich schnell genug an eine SIM-Card, um meine selfies schon vom Flughafen aus zu teilen?

Ich versuche das wertfrei darzustellen, nicht abfällig! Waren wir "damals" nach Rückkehr ja auch geschmeichelt, wenn uns die, ähemm, "potenziellen SexualpartnerInnen" an den Lippen hingen, wenn wir erzählten... 😉 , so gelten heute andere Regeln. Und wenn "damals" ungeahnte Problemchen auftraten, war das (auch für die späteren ZuhörerInnen) spannend.

Heute gewinnst du damit keinen Blumentopf mehr.
Verfahren? Zu blöd, dem Navi zuzuhören? (Wobei das einen extra-thread wer wäre, so doof wie Navis sein können...)
Am Straßenrand geschlafen? Wie, wohl deine Hotel-App nicht lesen können?
Pech beim hitch-hiking? Zu doof für Uber oder was?
Eine Woche kein Schiff gefahren wegen Sturm Hattest du Empfang auf dem Smartphone?

Die Generation meiner Großeltern kam kaum über ihr eigenes Land hinaus.
Die Generation meiner Eltern lernte meist durch Krieg und Vertreibung andere Länder kennen.
Meine Generation durfte die Welt entdecken.
Die Generation unserer Kinder wuchs in der Globalisierung auf.
Die Generation unserer Enkel wird im Säuglingsalter durch Malariagebiete geschleppt, weil's "cool" ist.

So ist es eben. Es könnte schlimmer sein. Wir könnten zu Ortsveränderungen gezwungen werden.
Oder wir könnten zu arm sein, um zu reisen. Oder, oder...

Worüber regen wir uns eigentlich auf?
Besinnliche Adventszeit allen, wo immer ihr auch seid, und schöne Reiseerlebnisse, jedem auf seine Art!
235 Beiträge · seit 201613. Dez. 2016 · #44
Ich muß hier schon ein wenig schmunzeln 😎 ich bin seit einigen Jahren viel mit meiner Mutter unterwegs, die gerne viel sehen möchte, aber ansonsten schon sehr wenig experimentierfreudig ist. Das umgehen wir mit Ferienwohnungen und Wohnmobil, weil wir uns da selbst verpflegen. Aber immerhin, sie traut sich in Südarika schon in "rein schwarze" Supermärkte, was schon ein Kulturschock für sie war, denn ich fahre nicht immer die klassischen Tourirouten.
Reiseführer lesen ? Sich mit dem Land beschäftigen- ja, mal ne nette Reisedoku, aber sonst eher nichts. Ich hab ihr für die nächste Tour nen Reiseführer hingelegt und die Reiseroute gemarkert- da war sie schon verblüfft, welch geringen Teil das darstellt ( überwiegend klassische Gardenroute) und als sie dann noch gelesen hat, das Deutschland gut 31/2 mal in Südafrika passt, war sie schon erstaunt....
Ich für meinen Teil bin sehr froh, das es Reiseforen gibt, da ich immer wieder auch die Bedürfnisse meiner Mutter berücksichtigen muß- sei es ein Nichtschwimmerstrand, sei es "gewohntes" Essen, seien es Wege die für Gehbehinderte Menschen geeignet sind (ganz wichtig).
Für mich selbst ist Planung eher nebensächlich, da wäre ich noch heute eher spontan- ich fühle mich aber als Frau alleine nicht immer überall sicher, das finde ich doch für einen Mann wesentlich einfacher, so schließe ich mich da schon gerne zumindest Kleingruppen an- das haben wir aber auch als Backpacker schon gemacht, weil man sich da ja in den Hostels auch austauschen und bei Sympathie zusammenschließen konnte.
2'060 Beiträge · seit 201313. Dez. 2016 · #45
Turi schrieb:Ist wie mit der Wüste, die Einen, einmal und nie wieder, die Anderen lässt sie nicht mehr los.
... und dann gibt es noch mich, die ich gar nicht erst in die Wüste wollte, und mich dann beim ersten Anblick unsterblich in sie verliebt habe! 😊

Auch unsere erste Reise war ein typischer Touristen-Schnelldurchlauf mit den Hauptsehenswürdigkeiten. Wir dachten nicht, dass wir da nochmal hinkommen würden. Aber es hat uns immer wieder hingezogen, und dabei haben wir jedes Mal bestimmte Ecken genauer erkundet. Doch haben wir leider nicht unbegrenzt Zeit zur Verfügung, und oft wäre ich gern wo länger geblieben.

Im nächsten Leben werde ich Privatier, dann mache ich es anders! 😄
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
348 Beiträge · seit 201113. Dez. 2016 · #46
Worüber regen wir uns eigentlich auf?
über nichts!
Wir reden darüber, schade nur, dass man bei all dem Reden sich nicht gegenüberstitzen kann.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
348 Beiträge · seit 201113. Dez. 2016 · #48
Hallo Gabriele
Im nächsten Leben werde ich Privatier, dann mache ich es anders!
Alles zu seiner Zeit, setzt man die, für's Reisen, richtigen Prioritäten, kann man sich viel (Reisen) leisten,
man muss dann aber auf anderes verzichten.
Freunde von mir, die leben in einer kleinen 3 Zimmer Wohnung ohne Komfort, arbeiten beide und...... gönnen sich alle 2-3 Jahre eine Auszeit von 6- 12 Monaten.
Oder Du musst von Beruf Tochter sein 😉
Oder Du machst es wie ich, arbeitest 42 Jahre ziemlich hart und verzichtest mit 80 auf's gemütliche Altersheim und gehst vorher auf Reisen.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
2'060 Beiträge · seit 201313. Dez. 2016 · #49
Tja, so einfach ist das nicht immer mit den Prioritäten, Turi. Wir haben ein kleines Geschäft, Familienunternehmen, da kann man sich keine größeren Auszeiten erlauben, da wird jede/r gebraucht, so lange man noch krabbeln kann. 😉
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
348 Beiträge · seit 201113. Dez. 2016 · #50
Tja Gabriele
Genau da liegt der Unterschied zwischen uns.
Ich hab 2012 meine Firma verkauft, soviel zur Priorität.
Liebe Grüsse Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
568 Beiträge · seit 201413. Dez. 2016 · #51
Glückwunsch Turi!
Alles richtig gemacht und/oder eben auch Glück gehabt (ohne deine Leistungen schmälern zu wollen!).
Ein gütiges Schicksal hat mir mal einen Weckruf zukommen lassen. Der war nicht schön, aber erfolgreich.
Nachdem ich dann wieder "krabbeln" konnte, wurden die Dinge angegangen, die ich mir noch vorgenommen hatte.
War aber eben vorher "allein" selbständig und finanziell bei "schwäbischem Umgang" mit Geld finanziell unabhängig.

Aber, und das ist ein großes Aber:
Turi, wir waren beide in der glücklichen Lage, eine solche Entscheidung zu treffen.
Das sollte uns demütig machen, nicht überheblich.

In einem Familienunternehmen liegen die Dinge nicht so einfach.
Nun muß man nicht immer jeden Einzelfall in Betracht ziehen und grundsätzlich ist deine Aussage ja richtig.
Soll insofern auch keine Kritik sein, nur ein Anstoß dazu, dein Glück entsprechend zu genießen.
Denn es ist eben nicht selbstverständlich, dieses Glück zu haben, selbst als "Unternehmer".

Von der Mehrheit der Erdbevölkerung muß ich ja jetzt nicht auch noch anfangen, oder? 😉
Nur mal für "uns alle" zum Nachdenken. Und mit lieben Grüßen!
77 Beiträge · seit 200913. Dez. 2016 · #52
Schön für Dich Turi,

zur richtigen Zeit, an richtigen Ort geboren, womöglich in gut situierten Verhältnissen.
Eigene Firma, toll. Gewinnbringend verkauft. Auch toll.
Keine familiären Verpflichtungen, gesund und dann Prioritäten gesetzt....was soll man sagen?
Glückspilz!

Habe bitte Respekt davor, dass es andere nicht so leicht haben.
Die Ausbildung selber finanzieren müssen, nicht zu erben, nicht den Mut zu haben,
einem festen Arbeitsvertrag gegen eine schlecht bezahlte Zeitarbeit zu tauschen.
Nicht 3 Monate weg zu können, weil man die Eltern pflegt und zu guter Letzt noch der Hinweis,
dass es Gegenden gibt, wo auch kleine Wohnungen mal eben 350.000,- € kosten und Häuser für
normal Sterbliche kaum finanzierbar sind.

Ich gönne Dir Deine finanzielle Unabhängigkeit ja,
aber sei bitte so nett und kritisiere nicht, dass andere härter für ihre Träume arbeiten müssen, hm?

Danke Dir!

Viele Grüße
Schokohaserl
0
348 Beiträge · seit 201113. Dez. 2016 · #53
Hallo zusammen
Das war alles nicht so einfach, von wegen Überheblichkeit!
Bin als Arbeitersohn im Schwäbischen geboren,
habe eine Ausbildung bei der Eisenbahn absolviert.
Dann mit 26 in die Schweiz gegangen
Neue Ausbildung als Installateur
Nach 6 Jahren selbstständig
mit 57 Jahren die Firma verkauft.
Weder geerbt noch im Lotto gewonnen, absolut nichts geschenkt bekommen.
War verheiratet und habe 3 Kinder und 4 Enkelkinder.
Erzähl mir keiner, wenn man nicht Prioritäten setzt , kann kann man nicht fast alles erreichen.
Sicher trifft das nicht für alle zu, man kann auch Pech haben, aber die Mehrheit, zumindest in D, Ö und CH kann es schaffen, wenn der Wille und die Sehnsucht gross genug ist.
Ich könnte eine ganze Reihe ähnlich Gesinnter aufzählen.
Das hat absolut nichts mit Überheblichkeit zu tun und wenn das so rübergekommen ist, bitte ich um Entschuldigung.
Wollte nur festhalten, dass wir in Europa fast unbegrenzte Möglichkeiten haben, im Gegensatz zu den meisten Afrikanern.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
348 Beiträge · seit 201113. Dez. 2016 · #54
Und noch was
Habe die Firma verkauft, weil ich keinen kompetenten Nachfolger gefunden habe, er hätte die Firma bekommen für eine faire Leibrente.
Bei uns sind gute, selbstständig arbeitende Fachkräfte im Sanitär und Heizungsbereich gesucht, aber man muss arbeiten und zwar genau und speditiv.
Finden tut man praktisch keine, alle wollen einen Bürojob, obwohl 20 000 qualifizierte Informatiker fehlen auch.
Die Chancen stehen gut, das nötige Kapital anzuhäufen.
Jetzt aber wieder zurück nach Namibia, das Thema ist angenehmer.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
475 Beiträge · seit 201213. Dez. 2016 · #55
Hallo,

@randfontein und toumtoum
sicherlich ist das, was ihr schreibt, tendenziell richtig, aber...

ich möchte doch auch eine Lanze für junge Reisende brechen, die Entdecker und "sich treiben lassenden" sind nicht ausgestorben, es gibt sie noch und gar nicht so wenige... 😎
gerade vor einigen Wochen trafen wir im South Luangwa 3 junge Briten mit ihrem Landrover. Sie haben vor einiger Zeit das Fahrzeug von Antwerpen nach Alexandria verschifft und sind Richtung SA gestartet. Wir trafen sie auf dem Rückweg Richtung Norden, im Januar müssen sie zurück sein.
Sie waren so herrlich relaxt und sind einfach losgefahren, wir sprachen über die 05er road, die sie Richtung Norden angehen wollten, wir fragten neugierig nach der Durchquerung des Sudans auf der Hinreise... 🙂

junge Reisende sind uns weltweit immer wieder begegnet, mit denen man auch tolle Gespräche führen konnte. Es gibt immer solche und solche, wie auch bei den älteren Reisenden, der Draht muss stimmen und irgendwie ist die Art des Reisens doch eher eine Mentalitätsfrage...entweder man mag eine bestimmte Art des Reisens und ist neugierig auf die Welt oder eher nicht...

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 13. Dez. 2016
4'129 Beiträge · seit 200813. Dez. 2016 · #56
Jeder von uns kann nur von seiner persönlichen Ausgangslage sprechen.
Und nur weil jemand ganz offen darüber schreibt, ist er noch lange nicht arrogant.

Egal, wofür man sich entscheidet, - vorausgestzt man ist in der Lage dazu: "Ach, ich würd so gern, aber...", reicht nicht.
Selbstverständlich ist das Langzeitreisen eine Sache von Prioritäten setzten!
Sonst würde es massenhaft Langzeitreisende geben...

Jeder Normalo muss sich schon entscheiden und muss sehr fleißig und sehr sparsam sein. Man muss schon in anderen Lebensbereichen verzichten können, für die Verwirklichung seiner Träume! (Wer in Geld schwimmt, der muss solche Entscheidungen natürlich nicht treffen. Es sei ihm gegönnt. 😁 )


Es ist immer eine individuelle Entscheidung und "den Anderen“ ist es suspekt.
Bei uns geht’s schon das halbe Leben. „Ja, ihr könnt euch das ja auch leisten", spricht der Freund mit dem neuen Auto, der ausschließlich in guten Hotels übernachtet.
Wir übernachten nie in Hotels, wir verbraten nicht alle paar Jahre 30T Euro für ein Neufahrzeug, auch unser Reiseauto ist alt. Wir reparieren fast alles selbst, auch zuhause.
Und, wir haben uns schon in jungen Jahren fürs Reisen entschieden und gegen die erfolgreiche Karriere, das ist die Grundlage: Bereit sein, immer wieder von vorne anzufangen und sich wieder fleißig hochzuarbeiten. Auch wir haben gepflegt, gelitten und verzichtet. Wie jeder andere auch.

Es ist ein Irrglaube, dass man die Entscheidung zum Langzeit-Reisen geschenkt bekommt!
Jeder, der hier schreibt und ja auch Geld genug zum Reisen hat, kann sich entscheiden, was er tun will – im Gegensatz zu vielen anderen Menschen.
Darüber sind wir dankbar, - aber die Entscheidung für unseren Lebensstil, die treffen wir.
Andere treffen andere Entscheidungen.
Jeder nach seinen Möglichkeiten und seiner Entscheidung.
Nur nicht jammern, dass das andere besser sei.

Gruß lilytrotter



Abschließend noch einige Sätze zu der immer wieder aufflammenden Bewunderung für die Schmarotzerreise von BerLin:
Ihr ging es nie um ganz normales Trampen und sich angepasst im Land bewegen. Ihr ging es um die Durchsetzung der Idee als 1Euro-pro Tag-Tramper auf Kosten anderer in Namibia unterwegs zu sein.
Kein Mal hat sie bei Einheimischen Schwarzen geschlafen. Warum sollten die sie auch einladen, wo sie ja sogar noch dem armen Fahrer, der viel weniger hatte als sie selber, den Obolus prellt und mit einem „Zertifikat“, - das ein Fake war! - bescheißt, denn es war ausschließlich dafür da, übliche (Tramper-) ReiseKosten zu vermeiden. Darauf war sie ganz stolz. Das sah sie ausschließlich sportlich.
Wer selber viel getrampt ist, auch in Afrika, der weiß, dass man (fast) immer etwas zahlt. Schon immer. Selbst wenn man auf dem Dach des Zuges durch den Sudan zuckelt.
Nur die Reichen nehmen einen kostenlos mit, die trifft man aber nicht oft.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 14. Dez. 2016
568 Beiträge · seit 201413. Dez. 2016 · #57
Ja, paulinchen, es gibt sie noch und das finde ich schön. Verallgemeinerungen finde ich dagegen häßlich.
Und doch kann man keinen allgemeinen Beitrag schreiben, ohne zu verallgemeinern,
Das betrifft auch die Diskussion von Turi und Berg-Eule etc.
Beide haben aus ihrer Position recht. Und ich habe Achtung vor beiden und ihrer Lebensleistung.
Wie auch vor der von Schokhaserl (und allen anderen von euch, wo wir schon dabei sind).

Die Entscheidung, was ich in meinem Leben unbedingt machen möchte (lyrisch: wofür ich brenne), ist individuell.
Mein Sohn ist auch nicht ein "von und zu smartphone", und teilt meine generelle Einschätzung zum Gesellschaftswandel.
Und natürlich gibt es junge "Abenteurer", teils ganz "old school", die mit der Welt auch sich selbst entdecken wollen, teils "Extremisten", die den "kick" im freien Fall mit selfie-stick suchen.
Da will ich jetzt nicht weiter dqarauf eingehen, sonst wird's zu lang...
568 Beiträge · seit 201413. Dez. 2016 · #58
Sorry lillytrotter, daß ich nach deinen "abschließenden" Zeilen noch einen Beitrag dazugefügt habe.
War eben vorher schon am Schreiben...
Die Schmarotzer-Story ist komplett an mir vorbeigegangen.
Dabei hatte ich die Diskussion vor fast 50 Jahren mit meinen Eltern, als alter hitch-hiker. 😉
Unter uns ernsthaften hitch-hikern galt damals schon:
nimmt dich einer mit, der mehr hat als du, bist du ihm nicht mehr als ein Gespräch schuldig
nimmt dich einer mit, der nicht mehr hat als du, gib ihm einen fairen Anteil
nimmt dich einer mit, der weniger hat als du, zahle im Sprit, Fahrzeugkosten plus X

Ach, wie romantisch waren die Zeiten. Hoffe, sie kommen wieder!
7'296 Beiträge · seit 200614. Dez. 2016 · #59
Randfontein schrieb:
Die Schmarotzer-Story ist komplett an mir vorbeigegangen.
... ich finde die Bezeichnung ein bisschen hart.
Sie haben öfter über Couchsurfing (oder eine ähnliche Plattform) kostenlos übernachtet, stellen aber zuhause selbst kostenlose Schlafplätze für andere Reisende zur Verfügung. Meines Wissens hat sie das bereits deutlich häufiger getan als die Möglichkeit selbst in Anspruch genommen.

Dabei hatte ich die Diskussion vor fast 50 Jahren mit meinen Eltern, als alter hitch-hiker. 😉
Unter uns ernsthaften hitch-hikern galt damals schon:
nimmt dich einer mit, der mehr hat als du, bist du ihm nicht mehr als ein Gespräch schuldig
nimmt dich einer mit, der nicht mehr hat als du, gib ihm einen fairen Anteil
nimmt dich einer mit, der weniger hat als du, zahle im Sprit, Fahrzeugkosten plus X

Ach, wie romantisch waren die Zeiten. Hoffe, sie kommen wieder!

... ich frage vorher immer, was der Fahrer verlangt. Bei 'nem fairen Betrag steige ich ein. Manche denken aber auch, den weißen Europäer könnten sie so richtig ausnehmen und verlangen absurde Phantasiesummen und dann verzichte ich halt.
Wieder Andere sind fast beleidigt, wenn man etwas bezahlen will und nehmen einen einfach so mit. Besonders Lkw-Fahrer scheinen froh zu sein, mal ein paar Stunden Gesellschaft zu haben.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'240 Beiträge · seit 201114. Dez. 2016 · #60
😄 😘
Kleiner Einschub in die interessante Diskussion:
Heute gibt es 64 Mio im Lotto zu gewinnen!! Das wär ein schönes Polster um die restlichen Jahre auf Reisen zu sein:
https://www.swisslos.ch/de/swisslotto/information/statistiken/gewinnzahlen-quoten.html
Viel Glück 😄
LG Mari
Nächste Reiseziele: ab Mai 2025:Zentralasien https://www.polarsteps.com/marimariontour https://www.instagram.com/marimari_on_tour/