Hallo Wolfgang
Jetzt weichen wir etwas vom Thema ab. Ich meinte natürlich die Essgewohnheiten im südlichen und östlichen Afrika. Was in Westafrika gegessen wird, kann ich nicht sagen, aber vermutlich kennen die den Mais ebenfalls.
Natürlich variiert der Speiseplan je nach Region etwas. Diejenigen, die an einem Gewässer wohnen, werden zusätzlich Fisch essen oder diejenigen in trockenen Regionen pflanzen Hirse an. In fruchtbaren Regionen wachsen Tomaten, Mangobäume und Bananenstauden und in Sumpfgebieten wird Reis angepflanzt usw., womit auch etwas mehr Abwechslung auf den Teller kommt. Und trotzdem bleibt der Mais eines der beliebtesten Nahrungsmittel.
Praktisch jeder Farmer in Namibia isst mindestens einmal täglich eine Portion Pap und auch auf manchen Gästefarmen wurde „zu unserer Zeit“ jeweils nebst anderen Sachen ein Topf Pap auf den Tisch gestellt. Ich mag das Zeugs übrigens nicht besonders, weil beim ersten Mal, als es mir auf einer Farm aufgetischt wurde, zahlreiche kleine Maden drin waren 🙁 , die ich diskret rausfischte und an den Tellerrand schob, wo sie vom zahmen Wellensittich, der auf dem Tisch rumspazierte weggepickt wurden. Braver Vogel 😘
Für viele Leute ist es nicht ungewöhnlich, Pap fast ohne Zutaten zu essen. Wenn es hoch kommt, wird vielleicht mal ein Huhn geschlachtet oder falls vorhanden, etwas Gemüse beigefügt. Der weisse Farmer aus Zimbabwe, welcher aus seiner Heimat verjagt wurde, hatte für sich und seine Arbeiter nur einen Sack Mais dabei, als wir ihn in Mosambik trafen. Der Schwarze, der von Weissen zum Buffet im Victoriafalls Hotel eingeladen wurde, hat nur Pap auf seinen Teller geschöpft, weil er die anderen Sachen nicht kannte. Die Studenten, die auf dem Campingplatz in Bulawayo wohnten, haben ausschliesslich Pap ohne Zutaten gekocht. Die Putzfrau im Krügerpark, die in die Schweiz auswandern wollte, weil sie hier mehr verdienen würde, hat ihren Plan enttäuscht aufgegeben, als ich ihr erzählte, dass bei uns kein Pap gegessen wird. Sogar die Massai pflanzen in Gegenden mit genügend Niederschlägen Mais an. Auch die Hunde werden mit Pap gefüttert…..falls sie überhaupt gefüttert werden. Pap ist nahrhaft, füllt für Stunden den Bauch und stillt somit das Hungergefühl.
Du schriebst:
... überraschen dürfte, dass es häufig sogar Kühltruhen gibt. Als ich vor ca. 15 Jahren durchs Kaokoveld geradelt bin, gab es in jeder dieser "Lehmhütten-Kneipen" eine Kühltruhe. Außen hing immer Cola-Werbung und innen stand eine Kühltruhe (ebenfalls mit Cola-Werbung). Meiner Meinung nach wurde das alles von Coca Cola gesponsert und man hatte die Mitarbeiter auch eingewiesen. Immer, wenn man eine Flasche aus der Truhe verkaufte, wurde wieder eine nachgelegt.
Der Haken an der Sache: Es gab weder Strom, Gas, Dieselgenerator oder Eis. In der Kühltruhe war es genauso warm wie außerhalb.
Die versuchten bestimmt mit Touristen Geld zu machen. 😁
Du weisst aber, dass die meisten Afrikaner keine kalten Getränke mögen? Auch in Ostafrika werden wir immer gefragt, ob wir das Bier lieber warm oder kalt möchten. Afrikaner trinken vorwiegend ungekühlte Getränke. Und die Himbafrauen mit ihren angefeilten Zähnen bekommen scheints von gekühlten Getränken Zahnschmerzen.
Man könnte noch endlos weiter diskutieren. Ich mach jetzt aber Feierabend.
Gruss Erika