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Reisebericht 54 Antworten · 12,1k Aufrufe · gestartet 22. Nov. 2015 von udo_h
Themenstarter115 Beiträge · seit 201022. Nov. 2015 · #1
Hallo,

mir ist bewusst dass Reiseberichte mittlerweile kritisch gesehen werden, doch ist mir aufgefallen dass es in letzter Zeit einige Fragen gab die darauf hindeuten dass unsere Erfahrungen doch für ein paar Mitglieder hier interessant ist. Daher habe ich mich entschlossen doch loszulegen. Ich muss aber warnen – ich kann nicht jeden Tag eine Folge posten.
Unsere Route: Johannesburg – Krüger NP - Great Zimbabwe – Matopo NP – Hwange NP – Vic Falls – Makgadigadi / Nxai Pan – Maun – Tsodillo Hills – Etosha – Windhoek – Kgalagadi NP – Augrabies Falls – Johannesburg.
Ich muss dazu sagen dass es unsere vierte Reise ins südliche Afrika war und wir daher gezielt Orte wieder sehen wollten oder Lücken schließen wollten. Und dann natürlich Zimbabwe, das wir noch nicht kannten. Daher die vielleicht für manche etwas komische Route.
Wir waren drei Wochen unterwegs: Meine Frau, meine Mutter (sie hatte auf der Reise ihren 70-er und war deshalb mit dabei) und natürlich ich.
Aufgrund der Route war diesmal ein 4x4 angebracht – wir haben uns für einen Hilux von Europcar entschieden. Klar – Europcar hat von allen Vermietern die einfachste Ausstattung der Autos. Doch der Preis war einfach unschlagbar. Dafür gab es keine Zimbabwe – Ausrüstung. Da meiste wie Reflektoren und Warndreiecke haben wir aus Deutschland mitgenommen. Den Feuerlöscher hat mir ein Freund in Johannesburg besorgt.
Unser Navi haben wir selbst mitgenommen, den City Navigator Southern Africa haben wir noch von vor fünf Jahren, ergänzt wurde er um Tracks4Africa für Zimbabwe und Botswana.
Da wir unterwegs auch einmal selber kochen mussten und die Getränke auch gerne gekühlt sein dürfen haben wir eine elektrische Kühlbox mitgenommen. Mein Schatz hat vorher noch eine Tasche dafür genäht die mit Styrodur gepolstert war – so konnten wir sie als Fluggepäck aufgeben.
So das war´s – die Mappen mit den Reiseunterlagen und der Planung (allerdings nicht alle ident – doch das weis meine Mutter nicht) sind auch schon im Handgepäck verstaut. Jetzt kann es losgehen. Wer von euch kommt mit?


25.9.2015

Am Nachmittag holt mich mein Schatz im Büro ab – sie hatte heute schon frei. Meine Mutter ist schon am Montag aus Österreich gekommen. Ein Freund wollte uns nach Frankfurt auf den Flughafen bringen, doch er hat auch Urlaub. Sein Vater springt ein. Wir bekommen unsere sieben Zwetschgen mit Müh und Not in seinen Kuga. Doch das Stück auf den Flughafen geht es. Bei der Ethiopian ist wenig los und wir checken unsere Koffer, die Kühlbox und die Wanderstöcke meiner Mutter bis Johannesburg durch. Wir haben uns diesmal für den Flug via Addis Ababa entschieden, da die Ethiopian in der Business Class einen tollen Preis hatte – sogar billiger als die Premium Eco bei Lufthansa.
Dann geht es noch auf einen Sekt in die Lunge bevor wir pünktlich einsteigen. Der Flieger ist eine B787 mit den Angeld Lie Flat – Sitzen. Er heißt „Africa First“ – sehr passend für uns! Die BC ist zu einem Drittel belegt. Der Flug ist sehr angenehm und wir landen überpünktlich in Addis.


26.9.15

Nach etwas über zwei Stunden geht es weiter – diesmal in einer nagelneuen B777 – mit Flatbed – Sitzen. Der Tagflug über Afrika ist schön. Zu Essen gibt es das äthiopische Nationalgericht – sehr schmackhaft. Dabei zieht der Kilimanjaro an uns vorbei. Vor zwei Jahren in Tanzania war er wolkenverhangen.


Überpünktlich Landen wir in Johannesburg.


Bei der Passkontrolle ist nichts los, das Gepäck kommt schnell. Zur planmäßigen Landezeit um 13:10 sind wir schon am Weg zum Europcar – Schalter. Dort geht alles recht flott – die Dokumente für Zimbabwe sind da und wir bekommen einen drei Wochen alten Hilux Doublecab mit 4500km am Tacho. Super! Ich hole noch Geld, dann geht es zur Firma bei der mein Freund arbeitet – 5min vom Flughafen entfernt. Der Feuerlöscher liegt bei der Security. Dann geht es los Richtung Osten. Unterwegs kaufen wir noch ein: Kekse, Wasser, etwas Obst und eine Flasche Port. ZA – Aufkleber bekommen wir keinen. Unsere erste Unterkunft ist das Böhm´s Zeedernberg zwischen Sabie und Hazyview. Vor dem Long Tom Pass wird es finster. Wir rufen an dass wir zum Dinner später dran sind. Dann sind wir da und genießen den Abend. Langsam komme auch ich an.

Udo
5'049 Beiträge · seit 201422. Nov. 2015 · #2
Hallo Udo,

ich freue mich auf deinen Reisebericht und steige gleich mal ein!
mir ist bewusst dass Reiseberichte mittlerweile kritisch gesehen werden, doch ist mir aufgefallen dass es in letzter Zeit einige Fragen gab die darauf hindeuten dass unsere Erfahrungen doch für ein paar Mitglieder hier interessant ist. Daher habe ich mich entschlossen doch loszulegen.
Wenn man sich so die Zahlen der Aufrufe von RB im Forum anschaut, gibt es doch genügend Leser. Ich lese sehr gerne die Reiseberichte - verkürzen sie doch die Zeit bis zur nächsten Reise. Außerdem wecken sie oft schöne Erinnerungen oder machen Lust auf bisher unbekannte Ziele. Bei mir war es mit dem Kgalagadi Transfrontier Park so - ich war so begeistert von den Berichten, dass ich bei der 10ten Reise endlich auch den KTP mit eingeplant habe.

LG und einen schönen Sonntag
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html
126 Beiträge · seit 200922. Nov. 2015 · #3
Hallo Udo,

auch ich lese sehr gerne die Reiseberichte im Forum. Und Deine Route hört sich gut an. Ich fahre auch mit!

Viele Grüße

Peter
Themenstarter115 Beiträge · seit 201022. Nov. 2015 · #4
27.9.15

Wir hatten zwei Bungalows nebeneinander – perfekt! Wir packen unsere Sachen und fahren gleich fertig gepackt zum Frühstück. Da das Schloss vom Canopy hakt bitte ich um ein paar Tropfen Öl – kein Thema. Ich bekomme noch Infos zu Botswana, denn der Sohn von Fr. Böhm (der das Guesthouse jetzt führt) führt dort auch Touren! Nun ein kleiner Blick ins Auto: Die gelbe Tasche ist die Übertasche der Kühlbox, sie dient auf der Reise als Krimskrams – Tasche. Auf der Ladefläche sehr praktisch. Die Kühlbox steht innen vor der Rückbank.



Dann geht es los zu den Klassikern der Panorama Route: Wir lassen Pilgrim´s Rest (ich erinnere mich noch mit Schaudern daran) links liegen und beginnen beim Pinnacle.



Weiter zu God´s Window.



Und zu den Potholes, wo man wirklich Eintritt zahlt (nicht nur ein paar Rand Parkgebühr).



Als letztes besuchen wir die Three Rondavels und



Lowfeld View.



Dann geht es via Hazyview Richtung Krüger NP. In Hazyview versuchen wir wieder einen ZA – Aufkleber zu bekommen – vergebens. Beim Phabeni – Gate fahren wir in den Park. Für Tagesbesucher wäre kein Kontingent mehr gewesen – aber wir haben ja in Berg en Daal reserviert. Wir sind gerade eine Stunde im Park als einige Autos bei einer Gruppe Elefanten stehen. Ich fahre dran vorbei. Dann kommt mir der Elefant übelgelaunt entgegen. Ich trete die Flucht nach hinten an. Im Rückwärtsgang geht es um die Kurve den Hügel hinunter. An einem Auto fahre ich vorbei, eines hat auch den Rückzug angetreten. Das erste tut es mir gleich. Das Auto hinter dem Elefanten bleibt ihm dicht auf den Fersen bis der Elefant im Gehölz verschwindet. Als er an uns vorbei fährt grinst der Fahrer von einem Ohr bis zum Anderen – das A…….h!



Weiter Richtung Berg en Daal ist es recht leer – wir sehen nicht viel. Wir fahren dann nicht über die Hauptroute zum Camp. Kurz vor dem Camp ist dann wieder was los: Ein Breitmaulnashorn mit Jungem! Volltreffer! Leider ist die Sonne schon weg.



Der Family Bungalow ist ganz OK aber nichts Besonderes. Der Abfluss ist verstopft und alles Wasser das abläuft findet sich auf der Terrasse wieder. Samt Geruch! Im Restaurant gibt es im Wesentlichen Fast Food. Für den einen Abend reicht es.

Udo
8'054 Beiträge · seit 200822. Nov. 2015 · #6
Hallo Udo,

Mensch fast hätte ich die Reise verpasst!

Ich bin sehr gerne dabei und freue mich wahnsinnig auf die Fortsetzung.

Liebe Grüsse
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
zuletzt bearbeitet 22. Nov. 2015
5'479 Beiträge · seit 200923. Nov. 2015 · #7
Das Reiseberichte im Forum inzwischen kritisch gesehen werden, ist wohl an mir vorbei gegangen. Ist mir aber auch egal. Ich lese und schreibe jedenfalls weiterhin gerne Reiseberichte.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 23. Nov. 2015
6'152 Beiträge · seit 200623. Nov. 2015 · #8
hallo Udo,

halt halt ich will auch noch mitfahren, diese Tour sind wir auch schon gefahren, schön alte Erinnerungen zu wecken.
Beste Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter115 Beiträge · seit 201023. Nov. 2015 · #9
Hallo,

Bei so netten Worten gibt es gleich noch eine Folge (bevor es dann über die Woche hin dünner wird)! Herzlichen Dank und es freut mich dass der Bericht besser ankommt als befürchtet!

28.9.15

Heute geht es auf nüchternen Magen los – Morgenpirsch! Wir kommen nicht weit, da treffen wir wieder auf die Nashörner von gestern Abend. Diesmal sind sogar noch mehr dabei.








Auf der Weiterfahrt sehen wir dann in der Ferne noch zwei kämpfende Giraffen und in Fotodistanz Raubadler



Und eine Gabelracke.



Nach dem Frühstück im Restaurant melden wir den Schaden an der Sanitäranlage. Während wir das Auto beladen wird schon repariert. Wir fahren Richtung Biyamiti. Unterwegs sehen wir wieder Breitmaulnashörner!



Das Wasserloch ist aber schon durch ein Hippo belegt!



Piekst das Horn eigentlich beim Trinken?



Dann geht es wieder zurück zur Hauptstraße. Plötzlich ein Riesen – Auflauf. Mein Schatz ist schnell genug und schafft zwei Fotos vom Leo!



Elefanten sind sehr viele zu sehen – nicht nur nach dem Erlebnis des Vortags für meinen Geschmack zu viele. Hier ein stellvertretendes Foto.



Am Mazithi Damm kommt wenigstens etwas Afrika auf – einmal ein paar verschiedene Tiere am Wasserloch.



Unterwegs kommen wir an dem Gaukler vorbei (herzlichen Dank für die Bestimmung hier im Forum)



Nördlich von Satara liegen dann ein paar gelbe Fellbündel unter dem Baum – es sind nicht die ersten Löwen die wir sehen, aber sie sind recht nahe. Als Strafe (für uns) bewegen sie nicht einmal ein Ohr!



Von den Büffeln ist heute kein Foto dabei – doch wir haben noch vor 13 Uhr die Big Five gesehen. Ich weis – hier gerne belächelt, aber an einem halben Tag doch nicht schlecht!
Unterwegs stehen dann ein paar Giraffen schön im Busch.



Wir nächtigen in Lethaba, kurz vor den Camp biegen wir noch einmal rechts ab und fahren dem Fluss entlang. Highlight waren hier die Hippos die noch einmal baden gegangen sind.



In Lethaba haben wir dann zwei normale Bungalows. Auch fein. Grundsätzlich fällt uns an den Sichtungstafeln auf dass scheinbar nicht viel Los ist derzeit – das ist auch unser Gefühl. Das Restaurant liegt schön mit Blick auf den Fluss. Die Qualität des Essens ist der genaue Kehrwert. Es ist kalt und schlecht. Ein Glas Port aus unserer Flasche macht es dann doch besser.

Udo
Themenstarter115 Beiträge · seit 201026. Nov. 2015 · #10
29.9.15

Wir frühstücken aus unseren Vorräten und sind früh unterwegs Richtung Norden. Unterwegs gelingt mir das erste Foto von einem Gelbschnabeltoko.



Kurz vor Mopani steht der schöne Wasserbock.



In Mopani frage ich dann einen Ranger nach Nyalas – das nächste „Sichtungsziel“ auf dieser Reise. Mein Schatz hat ja die gewünschten Nashörner schon gesehen. Dort erfahren wir dass diese recht sicher um Pafuri anzutreffen sind. Auch erfahren wir dass es vor zwei Wochen 30mm Regen gab und die Tiere daher alle bereits in der Fläche sind. Darum ist es auch recht Grün! Und in der Hitzewelle liegen nicht nur die Löwen im Schatten.
Etwas nördlich von Mopani blockieren dann Büffel die Weiterfahrt.



Am Shingwedzi machen wir kurz Halt. Die Szene ist herrlich – es staubt richtig als die Büffelherde zum Trinken kommt.



Auch bei den Leierantilopen sieht man wie grün die Vegetation ist.



Je weiter wir nach Norden kommen desto mehr Baobabs stehen in der Landschaft.



Bei Pafuri gibt es den Nyala Drive – also probieren wir ihn aus. Mit Erfolg, die erste Gruppe weiblicher Nyalas steht neben der Straße.



Dann geht es auf die andere Seite zur Picnic Area – dort warten weiter Weibchen.



Auf dem Weg zu Crooks Corner sehen wir dann auch noch das erhoffte Männchen!



Im Luvuhu entdecken wir dann noch Krokodile.



Die Elefanten plantschen unbeeindruckt.



Am Crooks Corner fällt dann auf wie wenig Wasser im Limpopo ist!



Wir verlassen dann den Krüger NP und fahren Richtung Louis Trichard. Dort müssen wir dann den ZA – Aufkleber bekommen. Im vierten Laden klappt es dann – bei Autozone werden wir kurz vor Ladenschluss fündig!
Wir nächtigen dann in der Mount Azimbo Lodge. Die Zimmer sind gut, das Abendessen einfach super! Kleine Karte und auf Vorbestellung frisch zubereitet! Dazu noch ein feines Bierchen vorher. Auf der terrasse ist schon ein holländisches Pärchen. Von ihnen und vom Eigentümer – Mare – bekommen wir noch Tipps zu Zimbabwe und Beitbridge. Die einhellige Empfehlung ist dass wir nicht zu früh in Beitbridge sein sollen, denn in der Früh sind viele Busse an der Grenze.

Udo
zuletzt bearbeitet 29. Nov. 2015
Themenstarter115 Beiträge · seit 201029. Nov. 2015 · #11
30.9.15

Nach dem Frühstück geht es los. Vor der Abfahrt haben wir noch die Reflektoren auf das Auto geklebt – weiß vorne, rot hinten. Unmittelbar vor der Grenze tanken wir noch einmal voll. An der südafrikanischen Seite beginnt es schon: Wir sollen uns draußen bei den Containern anstellen – dann wird dort geschlossen und alles rein ins Gebäude. Viel Gedränge rennen, schubsen und vordrängen. Doch drin geht es schnell. Dann noch zum Zoll wegen dem Auto, wieder zurück den Stempel für den Gate Pass, einen Anschiss, man darf da keine Kamera offen umgehängt haben.
Auf der Zimbabwe – Seite geht es dann los. Zuerst gleich neben dem Auto bequatschen uns zig Leute. Ich ignoriere sie. Wir gehen zur Road Tax und Bridge Toll – das klappt noch. Dann steht jemand in Einheitskleidung mit einem umgehängten verblichenen Ausweis neben mir und drückt mir das Zollformular in die Hand. Es sei Free – dann kommt er mit dem Visumsformular. Inzwischen stellen sich meine Frau und meine Mutter bei Einreise / Visum an. Als der Mann im blauen Hemd neben mir steht und zur CVG (Commercial Vehicle Guarantee) geht, frage ich ihn zum ersten Mal, ob er von der Hilfsstelle der Tourismusbehörde ist – er sagt mir, er sei ein „running assistant“ . Plötzlich stehen zwei weitere da. Irgendwann soll ich meinen Pass bei der Einreise zur Visums – Erteilung abgeben. Das machen wir alle drei. Die CVG kostet 180 US$, am Beleg, den ich später bekomme, stehen 280$. OK. Dann wieder mit den TIP – Formular zu einem uniformierten Typen, der einen Vermerk drauf macht, ich soll relaxen und da bleiben, gehe den Typen aber nach. Irgendwann bekommen wir die Pässe samt Visum und Einreisestempel am entsprechenden Schalter zurück. Dann soll ich plötzlich 269$ für die Versicherung und Carbon Tax und TIP (Temporary Import Permit) zahlen – mir reicht es. Ich zücke den Zettel, dass es nur 45$ sind. Dann verschwindet einer, es soll dann ein Missverständnis sein – ZIM – Dollar und USD, und ca. 50 und etwas für jumping the queue. Ich sage, ich habe Zeit und stelle mich an. Vorne steht jemand, der die Formalität für zig Leute macht – also genau so ein Agent. Es dauert ewig. Dann schließt plötzlich ein Schalter – also alle beim verbleibenden hinten anstellen. Die Frau kommt aber bald wieder und hält ein langes Schwätzchen mit zwei Freundinnen – eine davon (stellt sich später heraus) ist die Chefin der Polizei. Weitere Leute drängen sich vor und kommen damit durch. Zwischendurch kommt einer der Schleusertypen und fragt, ob ich nicht doch zahlen will. Nein! Ich frage mehrmals, was das soll – keine klare Antwort mehr, ob sie von der Tourist Authority sind – also doch die Schleuser, die ich vermeiden wollte. Dann fehlen mir noch die Seriennummern der Kameras und vom iPad, also zum Auto und wieder zurück zur TIP. Als nächstes bekomme ich weitere Papiere zurück und soll dann zur Polizei – durch die Hintertüre. Dann geht es los, ich soll für die Einreihung und die Services zahlen – um die 80$ - ich weigere mich. Ich zahle dann etwas, dann noch für die „Bewachung“ des Autos. Dann darf ich an all den wartenden Autos vorbei – die Schlangen waren schon ziemlich lange und es bewegt sich nichts. Klar – wenn alle noch vorbei „jumpen“. Ein BMW X6 kommt auch an allen vorbei extrem schnell durch. Dann soll ich noch für die Zöllner zahlen. Ein kurzer Blick in den Kofferraum und ich bekomme den Stempel. Dann wollen sie noch was für sich. Mir reicht es und ich erinnere, dass ich zig mal gefragt habe, ob sie die Offiziellen sind – was ich mir denke ist, dass sie mitgeschnitten haben und sie ziehen dann auch ab. Ich gebe dann bei der Ausfahrt den Gatepass ab und wir sind endlich aus dem Irrsinn draußen. Alles ein gut abgekartetes Spiel von Schleppern und Bestechung aus dem es fast kein Entkommen gibt! Einiges an Erfahrungen gemacht – in dreieinhalb Stunden waren wir durch.
Warum ich das alles schreibe – ich will warnen: Entweder man nimmt sich den gratis Service der Tourist Authority oder man bezahlt einen Helfer wie er auch schon hier im Forum erwähnt wurde. Oder man macht es wie die Einheimischen und meidet Beitbridge in die Richtung! Selbst nach mehreren vorherigen Grenzquerungen in Afrika – auf Beitbridge ist man nicht wirklich vorbereitet!

Die erste Polizistin hält mich kurz hinter der Grenze auf – ein LKW vor mir wurden angehalten, der folgende PKW wollte links vorbei, ich rechts. Es folgt ein Anschiss, der PKW – Fahrer muss aussteigen. Dann darf ich weiter. Bis Masvingo kommen noch zwei weitere Polizeikontrollen, die uns durchwinken. Die Landschaft wird bergig und schön.





Schulkinder sind am Heimweg. In Uniform.



Auffallend sind die betonierten Kilometertafeln die überall in Zimbabwe stehen.



Noch vor dem Sonnenuntergang sind wir in unserem Quartier – dem Norma Jean´s Lakeview Resort. Auf dem Weg dorthin sehen wir schon rechts am Hügel die Ruinen. Das Resort selbst liegt wunderschön auf einem steilen Hügel.



Wir bekommen einen Family Bungalow mit drei Schlafzimmern als free upgrade. Die Küche und das Bad sind schon eher vorsintflutlich – aber sauber. Der Rest einschließlich Terrasse schön. Der Garten ist ausgesprochen schön und das gemütliche Haupthaus mit Bar und Restaurant ist im britischen Landhausstil gehalten. Zum Abendessen wird ein Menü angeboten. Passt – im Nachhinein muss ich sagen, es hat besser geklungen als geschmeckt und war unterm Strich dafür eher teuer. Wobei Zimbabwe in jeder Hinsicht ein teureres Land ist als die Nachbarländer. Auffallend ist gewesen, dass man hier nur bar bezahlen kann – wohl in Zimbabwe nicht so unüblich.

Udo
547 Beiträge · seit 201429. Nov. 2015 · #12
Hallo Udo

Auch ich freue mich sehr über deinen Reisebericht und möchte gerne mitreisen 🤩
Deine Beschreibungen vom Grenzübergang "Breitbridge" sind ja schon mal wahnsinnig eindrücklich! 😕
Aktueller Reisebericht: 8 Wochen Botswana, Namibia und KTP Reisebericht "Breakfast with Lions" - Kapstadt - KTP November 2018, Reisebericht Südafrika Nordosten 2017/18, Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite "We travel not to escape life, but for life not to escape us."
2'462 Beiträge · seit 200629. Nov. 2015 · #14
Ich hatte gehofft, Beitbridge sei in den letzten Jahren besser geworden. Aber irgendwie stelle ich fest, dass es durchaus tröstlich ist, dass es anderen dort ähnlich ergangen ist 😗 Beim zweiten Besuch Simbabwes habe ich den Weg über BOTS vorgezogen 😛

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
8'672 Beiträge · seit 201029. Nov. 2015 · #15
udo_h schrieb:Hallo,

mir ist bewusst dass Reiseberichte mittlerweile kritisch gesehen werden,
Hallo Udo, ich seh das ganz unkritisch 😉 - zumal da einige Ecken dabei sind auf eurer Tour, die mich sehr interessieren. Übrigens scheint es gerade "in" zu sein, die Mütter mit nach Afrika zu nehmen - ich glaub ich muss meine Söhne mal langsam drauf vorbereiten, was in 10 Jahren auf sie zukommt 😄 !

Spaß beseite - ich bin gespannt wie es dem Geburtstags-"Kind" gefallen hat.
die Mappen mit den Reiseunterlagen und der Planung (allerdings nicht alle ident – doch das weis meine Mutter nicht
Überraschung????? 🙄

Ich freu mich schon auf die Fortsetzung - die bisherigen Fotos sind klasse und da wird bei euren Zielen ja noch so einiges kommen!

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 29. Nov. 2015
Themenstarter115 Beiträge · seit 201029. Nov. 2015 · #16
Danke für die netten Kommentare!

@ Graskop: Das hätte ich auch besser getan, aber wenn man der Meinung ist so etwas doch hinzubekommen und das es nicht so schlimm kommen wird ... .

@ Sanne: So lange dort nicht jemand dieses gezielte Chaos (von dem alle dort profitieren) nicht aufräumt wird sich nichts ändern!

@ Champagner: Ich war mit meiner Mutter zu ihrem 60., 65. und 70. Geburtstag in Afrika!

Udo
94 Beiträge · seit 201530. Nov. 2015 · #17
Ick werd ma verspätet noch mit raufspringen

Ma kiken, ob die Route und der Bericht auch zu meiner Begeisterung beiträgt. 😉 😛

Die bisherige Route erinnert mich an meinen Tripp in 2014.


Kann ruhig so weitergehen


LG Zapea
751 Beiträge · seit 201130. Nov. 2015 · #18
Hallo Udo,

auch von mir ein extra Danke für die ausführliche, beeindruckende Schilderung an der Grenze - Respekt, dass du es so durchgestanden hast.

Nun freu ich mich auf das mir unbekannte Simbabwe - besten Dank für`s Berichten!
VG, Nette
5'479 Beiträge · seit 200930. Nov. 2015 · #19
Da kommt ja Vorfreude auf. Wir kommen bei unserer anstehenden Zimbabwe-Reise leider nicht um die Einreise via Beitbridge herum. 🙁
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter115 Beiträge · seit 201030. Nov. 2015 · #20
Danke für die motivierenden Worte! Da geht das Schreiben gleich flotter!

1.10.2015

Vor dem Frühstück fahren wir schon zu den Ruinen. Von einem Forumsmitglied hier habe ich den Tipp bekommen dass um die Zeit und am Abend das Licht am schönsten ist. Um 6 Uhr stehen schon Mitarbeiter vor dem verschlossenen Kassenhäuschen. Wir sollen gleich zahlen – den Beleg können wir nachher abholen. Wir machen es so und es klappt auch. Der Weg zum Hill Complex ist steil und steinig. Wir brauchen ca. eine halbe Stunde hinauf.



Am Weg hinauf treffen wir eine Britin - sonst ist niemand unterwegs. Außer den Vögeln hören wir nichts. Es ist faszinierend und das Licht ist wie erwartet schön und weich.









Auch der Ausblick auf das Great Enclosure ist gut.



Nach einer Stunde die wir oben zum Fotografieren, herumkraxeln usw. verwenden gehen wir zur Great Enclosure. Unterwegs noch durch das Tal der Ruinen.



Dann steht man schon vor dem Great Enclosure.



Ein Baugerüst sorgt für einen besseren Blickwinkel.



Der Zweck des kegelförmigen Turmes ist noch immer ungeklärt.



Im Hintergrund der Hill Complex.



Greater Zimbabwe hat mir sehr gut gefallen – wirklich faszinierend! Gegen 8:30 fahren wir wieder zurück. Beim Frühstück wechsle ich einige Worte mit einem netten Amerikaner – er fährt auch zum Big Cave Camp – wir sehen uns also am Abend.
Die Fahrt ist ereignislos. Da wir keinen Zeitdruck haben kann man auch einmal in Ruhe fotografieren was so auf der Straße los ist.
Die Jacarandas sind in voller Blüte.



„Hübsch links bleiben“



TÜV????



Und ein paar Straßenszenen mit Menschen – aus dem fahrenden Auto heraus fotografiert.





Ein Verschlag für Vieh.



Eine oft gesehene Kombination: Cocktail Bar & Butchery.



Von einer Brücke herunter sieht mein Schatz diese Taufszene.



Und weiter geht es auf der Straße. Der Schirm ist nicht da weil es regnet!





Der Schweißtrupp bruzzelt an ein paar Schienen herum.



In der Gegend wird auch Gras für Dächer geschnitten und lagert neben der Straße zum Abtransport.



Pinkelpause von Fahrer und Beifahrer eines voll besetzten Busses!



In Bulawayo tanken wir voll. Auch hier stehen die Jacarandas in voller Blüte.



Richtung Matopos müssen wir erstmals an einer Polizeikontrolle anhalten – man verkauft uns ein raffle ticket um 5$ - jetzt kann ich eine Toyota 4x2 oder einen KIA Kleintransporter gewinnen! Insgesamt waren es 4 Polizeikontrollen. Sonst wurden wir durchgewunken.
Am Big Cave Camp ist die Zufahrt eine Sandpiste die viel Bodenfreiheit erfordert. Am Parkplatz angekommen sollen wir hupen. Man holt uns mit einem Safari – Fahrzeug ab. Hier das Haupthaus.



Der Restaurantbereich.



Wir trinken einen Kaffee und bekommen eine Einführung von Tamaha. Wir entschließen uns noch einen Sundowner Drive zu machen. Die Zimmer sind Bungalows in die Granitfelsen hinein gebaut. Der Weg zum Zimmer führt über die Felsen.



Sehr schön und mit viel Geschmack – ohne Aircon. Der Blick von der Terrasse ist super.



Auf dem Drive sehen wir wenige Tiere, aber bekommen viel zu Felsen und Pflanzen erklärt. Zepa – der Guide – ist super. Unter Anderem nimmt er einen Zweig eines trockenen Krautes mit. Wenn man es einen Tag einfrischt soll es voller Laub sein. Wir werden sehen! Zum Sundowner sehen wir Wetterleuchten. Die Stimmung mit Wolken und Sonne ist sehr schön.



Knapp vor dem einsetzenden Regen sind wir zurück. Leicht feucht sind wir beim Zimmer. Es geht ein starker Regen nieder, der Strom fällt einige Zeit aus – der generator will eine Zeit lang nicht. Zum ausgezeichneten Abendessen sitzen alle um einen Tisch, auch Tamaha und Zepa. Der Amerikaner ist auch angekommen und das Ehepaar das schon am Drive mit war (Zimbabweaer die in Südafrika leben) sind neben uns die einzigen Gäste. Es gibt sehr nette Gespräche. Das Abendessen ist ausgezeichnet. Die Vorspeise und der Nachtisch werden serviert – das Hauptgericht samt Beilagen gibt es von einem bedienten Buffet – Ladies first please. Die Runde am Feuer wird durch den nächsten Regen verhindert. Und um 22:30 ist Strom aus.

Udo