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Reisebericht 54 Antworten · 12,1k Aufrufe · gestartet 22. Nov. 2015 von udo_h
Themenstarter115 Beiträge · seit 201002. Dez. 2015 · #21
2.11.15

In der Früh sehen wir einmal was der Zweig von Gestern Abend so macht – Zepa hatte Recht – alles ist grün!



Heute geht es gemütlich los – nach dem Frühstück fahren wir in den Matopos NP. Vom Big Cave Camp links rum zur nächsten Einfahrt. Dort steht zwar noch ein Eingangsportal samt Torhüttl. Die Scheiben sind eingeschlagen und niemand ist zu sehen. Also fahren wir zum Malene Dam und weiter zum dortigen Kiosk und zahlen dort 15US$ Parkeintritt pro Person.
Am Maleme Dam.



Von dort fahren wir dann gleich weiter zum Worlds View. Am Parkplatz steht kein weiteres Auto – nur die Bude zum Zahlen der 10US$ pro Person für die Denkmalbehörde. Dann gehen wir den gemütlichen Weg hinauf.



Die allbekannte Grabplatte.



Das Panorama am World´s View



Eine Agame



Am Weg zurück sieht mein Schatz eine Frau am Wegrand sitzen und mit dem Handy telefonieren. Den Moment piepst mein Handy – die Firma hat mich eingeholt! Eine Viertelstunde später geht es weiter zum White Rhino. Über einen steilen Weg geht es hoch zu den Felszeichnungen



Dann steht man vor den sehr feinen Zeichnungen.



Auf dem Weg zur Pomongwe Cave kommen wir dann in den Regen. Dort angekommen nutzen wir den Regenschauer um uns erst das nette kleine Museum anzusehen. Dann gehen wir zur Höhle, deren Malereien ja leider aufgrund unsachgemäßer Renovierungsversuche fast völlig zerstört sind.



Die wenigen erhalten gebliebenen Bilder



Durch die schöne Landschaft geht es weiter.



Man stelle sich das Verkehrszeichen in Europa vor



Es steht aber nicht vor der Strecke! Auf der Zufahrt zur Nswatungi Cave benötigen wir zu ersten Mal die Bodenfreiheit des Autos.



Über den steilen Weg geht es dann hinauf zur Höhle



Dann steht man vor der Höhle



Die Felszeichnungen sind toll







Dann fahren wir noch hinüber ins Game Reserve.



Doch außer einer Giraffe mit Kampfspuren sehen wir nicht viel.



Dann geht es wieder zurück ins Big Cave Camp. Am Weg zum Parkplatz liegt ein frisch umgestürzter Baum auf dem Weg. Wieder ist die Bodenfreiheit unseres Autos gefragt. Heute ist Lynn, die Managerin, zurück und sie sitzt auch mit beim Abendessen. Es ist wieder ein schöner Abend der heute auch am Lagerfeuer ausklingt.

Udo
Themenstarter115 Beiträge · seit 201005. Dez. 2015 · #22
3.10.2015

Wir haben im Vorfeld gehört dass Mastercard in Zimbabwe eine schlechte Abdeckung hat, für Botswana wussten wir es. Wir haben aber alle Mastercard. Daher hat meine Mutter sich eine Visa – Karte für drei Monate genommen. Heute ist es so weit – sie soll im Big Cave Camp zahlen. Doch daraus wird nichts – die Karte ist zu Hause geblieben! Gut dass auch Mastercard geht. Auf der Straße nach Bulawayo sitzen massenweise Affen!



Da die Grenze in Beitbridge etwas teurer war als geplant will ich sicherheitshalber noch ein paar Dollar holen. Also in Bulawayo zur Bank. Bei der Barclays schiebe ich meine Karte in den Automaten. Er zeigt sofort die Sanduhr an und tut dann 15min gar nichts mehr! Keine PIN – Eingabe etc. . Da die Bank demnächst zusperrt gehe ich hinein. Die Leute müssen sich in der Zwischenzeit mit einem Bankomaten begnügen. Ich stelle mich drinnen an. Dann deutet mir die Security dass der Automat meine Karte wieder ausgespuckt hat. Das ist mir mit der Karte auch schon vor zwei Jahren in Tanzania passiert! Und zwar mehrmals. Mir reicht es und ich gebe weitere Versuche auf. Wir fahren weiter zum Foodlover´s. Ich fahre an der Einfahrt vorbei und muss daher in der nächsten Quergasse umdrehen, denn dort ist nur die Ausfahrt vom Parkplatz. Die Auswahl speziell bei Fleisch und Obst/Gemüse ist sehr gut. Wir kaufen für die beiden Selbstverpfleger – Nächte im Hwange ein. Jetzt noch volltanken und weiter. Doch dann fährt plötzlich ein weißes Auto mit einem Polizisten drin neben mir und deutet mir ich soll anhalten. Es folgt eine unschöne Diskussion – ich sei beim Einkaufszentrum gegen eine Einbahn gefahren (dort war kein Schild), hätte dann umgedreht. Fünf Polizisten würden mich in der Stadt suchen. Wir fahren jetzt dort hin, dort warten schon die vier Kollegen. Dann zur Polizeistation, das Auto wird konfisziert, nächste Woche dann Gerichtstermin (es ist Samstag) – kann schon sein dass ich freigesprochen werde. Die Aussage wir fahren zur Polizei wird begrüßt, da gibt es dann die Beschlagnahme des Autos etc. . Längere Diskussionen folgen. Er will dann 50US$ direkt. Mit der Strafenliste weise ich nach dass die höchste Strafe 20 US$ ist. Doch das Fahren gegen die Einbahn ist nicht drauf. Er kennt die Liste – fahren gegen die Einbahn ist schlimmer als das Überfahren einer roten Ampel. Es werden dann 20US$ ohne Quittung. Warum ich zahle? Hätte er mittels Handy 4 Kollegen aufgetrieben die das Behauptete bezeugt hätten? Jederzeit! War die Polizeiuniform richtig – ziemlich sicher! Haben wir in Zimbabwe je ein Polizeiauto gesehen? Nein! Sprich ich hätte im Zweifelsfall wenig Chancen gehabt, dann lieber 20US$. Leider habe ich die Homepage der Polizei für Beschwerden nicht mehr gefunden – das Autokennzeichen haben wir jedenfalls! Dann fahren wir weiter zum Hwange NP. Beim Airport fahren wir in das Wild Dog Conservation Center. Wir bekommen eine Privatführung, doch zu den Hunden können wir nicht mehr – wir sind schon zu spät. Man ruft für uns beim Park an – wir können am nächsten Tag noch einmal kommen und müssen nicht noch einmal Eintritt bezahlen. Man finanziert sich im Conservation Center mit Spenden – bitte großzügig dort lassen!
Wir fahren dann weiter zum Main Camp und checken ein. Den Parkeintritt können wir mit Mastercard bezahlen, die Nächtigung haben wir ja schon aus Europa überwiesen. Von außen sieht der Bungalow ganz gut aus.



Innen ist es recht einfach. Die Küche wie aus der unmittelbaren Nachkriegszeit und entsprechend abgewohnt, aufgequollen und schäbig. Alles ist mäßig sauber. Auch im Bad ist uns nicht nach eingehender Körperpflege. Die Fenster sind mit Gittern verschweißt – alles nicht sehr einladend. Wir fahren dann noch nach Nyamandhlovu – dort soll es Sichtungen gegeben haben. Auf dem Weg dorthin sehen wir den Wasserbock.



Am Wasserloch sehen wir dann einige Elefanten.







Ich bin sauer auf sie. Denn sie tun genau das Falsche! Unter den Plattform treibt sich völlig unmöglich ein Haufen Chinesen herum, kommt dem Wasserkoch immer näher, macht Selfies, platziert Stofftiere etc. . Die Elefanten rührt das nicht, doch die Gruppe Löwen unter den Bäumen und im Gebüsch hält sie fern! Anders rum wäre mir lieber gewesen!





Als dann die Sonne untergeht machen wir uns auf den Rückweg.



Wir haben dann Pasta mit Gemüse gegessen und das Quartier mit einer Flasche Shiraz von KWV verschönert. Ein Glas Port stimmt mich dann endgültig wieder friedlich – und meine Mädels auch.
Dafür habe ich diesmal ein Stativ mitgenommen: Ein Foto vom Kreuz des Südens. Heute Abend passt es.



In Summe waren es heute sieben Polizeikontrollen plus die besagte aus Bulawayo. An einer Kontrolle will man mir wieder ein Lotterieticket verkaufen – ich zeige das von vor zwei Tagen. Das löst Gelächter aus. An einer Kontrolle bittet man mich um Wasser. Das ist kein Problem. An den restlichen werden wir einfach durchgewunken.

Udo
128 Beiträge · seit 200608. Dez. 2015 · #23
Hi! Verfolge den Reisebericht mit grossem Interesse. Wunderschoene Bilder! Herzlichen Dank.
Zum Bild, eingestellt am 30.11.2015, kegelfoermiger Turm: Das ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Brennofen!
Cheers
Battli
aus Somerset West/RSA
248 Beiträge · seit 201508. Dez. 2015 · #24
Hallo Udo,
Ich bin im moment nur sehr unregelmaessig online, daher bin ich auch jetzt erst auf Deinen Bericht gestossen. Er liest sich toll! Eine interessante Route und was fuer wunderschoene Fotos Du uns bisher gezeigt hast 🙂 Ich freue mich auf die Fortsetzung.

LG,Mellie
2006: Botswana und Sued Afrika 2009: Botswana und Sued Afrika 2012: Sued Afrika (KTP) 2014: Marokko 2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
Themenstarter115 Beiträge · seit 201009. Dez. 2015 · #25
@Battli: Zum Kegelförmigen Turm in Great Zimbabwe gibt es mehrere Theorien. Laut Infos vor Ort ist aber keine davon bestätigt. Der Turm ist mit Geröll verfüllt, weist nirgends eine Öffnung auf etc. Laut Untersuchungen hat er auch keine Hohlräume, weswegen Hintergründe wie Grab, Schatzkammer etc. ausgeschlossen. Das spricht aber logischerweise auch gegen die Verwendung als Ofen.

Gruß, Udo
Themenstarter115 Beiträge · seit 201009. Dez. 2015 · #26
4.10.15

Heute geht es wieder auf nüchtenern Magen los – mein Schatz und ich fahren wieder nach Nyamandhlovu. Außer ein paar Affen und Elefanten ist nichts los. Dafür sitzen die Affen fotogen vor der Damentoilette.



Dann geht es zurück zum Bungalow (Lodge 2 bedrooms 4 beds) zum Frühstück. Dann geht es wieder zur Wild Dog Conservation. Wir werden bereits erwartet und können heute auch zu den Gehegen wo die beiden Dauerbewohner faul herumliegen.



Zurück im Park soll es nach Sinamatella gehen. Wir wollen nicht die Hauptstraße fahren sondern den Loop weiter im Norden der Main Road. Es ist eine Pleite – wir sehen außer einem Dik Dik nichts.



Einzig ein Paar aus Malawi kommt uns entgegen. Wir bekommen den Tipp dass in Nyamandhlovo Löwen sein sollen. Also wieder zurück dorthin. Weniger als hier kann es auch nicht zu sehen geben. Die Löwen liegen faul im Schatten und bewegen sich kaum.



Während Elefanten das Wasserloch belagern. Kaum gehen einige kommen schon die nächsten.





Kommt das bekannt vor? Dann fahren wir weiter Richtung Sinamatella. Die Straße ist meistens asphaltiert – manchmal wird der Straßenbelag durch großflächige Schlaglöcher ersetzt.



Bis Shumba ist wieder nichts zu sehen. Dort sehen wir dann Elefanten, Rappenantilopen



und Hippos.



Dann geht es weiter zu den Elefanten am Masuma Dam.



Dann machen wir einen Abstecher Richtung Robins Camp. Die Straße benötigt Abschnittweise die Bodenfreiheit eines 4x4.



Am Deteema Dam sehen wir dann ein paar Giraffen,



Warzenschweine



und Krokodile. Am Mandavu Dam tut sich nichts, weshalb wir nach Sinamatella weiterfahren. Die Aussicht ist phantastisch.



Unser Bungalow ist direkt neben dem Zugang zum Restaurant.



Innen sieht es nicht so toll aus. Wasser gibt es auch keines, Eimer stehen im Bad und Klo, samt Dreckschicht am Wasser. Für die Küche bekommen wir noch einen Kanister auf die Terrasse.



Es ist schäbiger, vergammelter und schmutziger als im Main Camp, die Risse in den Wänden sind noch nicht ausgebessert.



Die Fenster sind auch vergittert, so dass man die Terrassentür kaum aufsperren kann. Die Küchentür kann gar nicht aufgesperrt werden. Wir gehen dann zum Restaurant. Außer zwei Bieren und einem Savannah (der letzte) bekommen wir nichts. Auf der Terrasse sehen wir dann die Ground Squirrells trinken.



Der Mahaliweber schaut auch vorbei.



Da wir draufgekommen sind dass die gesammelten Salzpäckchen zu Hause liegen versuche ich in der Küche etwas Salz zu bekommen. Erst als man mir nicht herausgeben kann werde ich erfolgreich – ich verzichte auf ein paar Cent Wechselgeld und frage nach Salz – nun geht es. Noch vor Sonnenuntergang schließt das Restaurant. Wir kochen selbst und gehen bald schlafen. Vor dem Einschlafen ermorde ich noch zwei Kakerlaken in meinem Bett.
Sinamatella hat wahnsinnig viel Potential. Vernünftig renovierte und neu ausgestattete Bungalows (die von der Substanz her gut sind). Vielleicht klimatisiert. Dazu das Restaurant wirklich entsprechend in Betrieb nehmen – mehr braucht es nicht. Die Lage ist phänomenal.

Udo
3'383 Beiträge · seit 200911. Dez. 2015 · #27
Hallo Udo,

kopfschüttelnd lese ich Deinen höchst interessanten Reisebericht und frage mich (bitte nimm es mir nicht übel) was man daran findet, in ein Gebiet zu reisen, wo es außer schönen Tiersichtungen nur Korruption, Abzocke und heruntergekommene Unterkünfte, wie von Dir beschrieben, gibt. Das ist ja ein Wahnsinn, keine 10 Pferde würden mich da hinbringen.

Wir waren vor zwei Jahren auch in Zimbabwe. Ein- und ausgereist über Pandamatenga, 4 Nächte waren wir im Kapula Private Camp (4 Zelte), ganz in der Nähe vom Masuma Daam. Uns hat es dort ausgesprochen gut gefallen und von Polizeikontrollen und dergleichen Scherze haben wir zum Glück nichts mitbekommen. Allerdings haben wir damals den Tipp von Butterblume hier aus dem Forum beherzigt und den Zöllnern Fotos von ihnen mitgebracht. Die Leute hatten eine mords Freude und das Prozedere ging dadurch "rucki-zucki".

Wo ich auch wirklich meine Hut ziehe: ich finde es außerordentlich sportlich, dass Deine Mutter da mitgefahren ist. Anscheinend ist sie fit genug für solche Reisen und ich hoffe, dass sie gesundheitlich alles gut überstanden hat.

Ich bin schon sehr gespannt, wie´s bei Euch weitergeht. Ein´s steht fest - Du kannst nach dem Urlaub sagen, "wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen".

In diesem Sinne, bis zur nächsten Folge
der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter115 Beiträge · seit 201012. Dez. 2015 · #28
@ Schorsch: Ich kann das was Du sagst nicht unterschreiben. Die Einreise war eine Katastrophe und das Land ist grundsätzlich ein Polizeistaat und recht schmutzig. Doch die Leute sind ausgesprochen herzlich, die Landschaft toll, die Felszeichnungen eindrucksvoll, die Tiersichtungen waren gut und mit dem Big Cave Camp hatten wir eines der besten Quartiere der Reise! Wir waren bewusst jetzt unterwegs wo der Tourismus noch nicht boomt, dafür haben wir auch bewusst Unannehmlichkeiten in Kauf genommen. Fazit: Das was wir gesehen haben war die Reise wert! Und wir hatten einen Mix an Quartieren - sprich die miserablen wurden entsprechend kompensiert!

Das wir was erzählen können stimmt, ich tue es unter Anderem hier im Forum. Und meine Mutter hat die Reise fast unbeschadet überstanden - der Afrikavirus ist wieder massiv verstärkt worden und das wir wohl noch länger so sein 😉 .

Udo
zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2015
Themenstarter115 Beiträge · seit 201013. Dez. 2015 · #29
5.10.2015

Wir stehen heute auch wieder recht zeitig auf. Einfach weil wir weg wollen. Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Zwetschgen ins Auto und fahren direkt nach Vic Falls. Der Kleine verabschiedet uns vom Hwange NP.



Zwischendurch befürchten wir ich hätte mich verfahren – die Straße ist schwarz von Kohle, rundherum Berge von Kohle und Abraum, Bergbaufahrzeuge. Doch die Straße führt vor Hwange mitten durch eine Kohlemine. Auch die Schranken werden ohne Frage geöffnet. An der letzten der vier Kontrollen auf der Strecke nach Victoria Falls will man meinen Führerschein sehen – gerne und kein Problem. Wir sind viel zu früh – gegen 10:30 Uhr – im Victoria Falls Hotel. Die letzten Male waren wir nur zu Besuch da und haben Kaffee getrunken. Ein Mal wollte ich da nächtigen. Nun erfülle ich mir den Traum.





Die Rezeption



Die Lounge



In den Gängen fallen die Plakate aus der britischen Kolonialzeit auf – hier welche von der BOAC. Ich bin erstaunt dass die die ganze Zeit hier hängen durften. Auch Kriegsplakate sind dabei!



Wir vermuten dass auf den Fällen sehr wenig Wasser ist. Da wir die Fälle schon in voller Länge entlang gegangen sind habe ich einen Vorschlag: Ich kassiere von meinen Damen die 30 USD Nationalparkeintritt und spendiere dafür einen Helikopterflug. Ich muss nicht lange fragen. Wir buchen dann im Hotel den nächste möglichen Flug – eine Viertelstunde später werden wir abgeholt. Der Spaß kostet 150 US$ pro Person plus 12 US$ Nationalparkgebühr für den 15min - Flug. Das Helipad liegt wenige Kilometer von Vic Falls entfernt. Beim Einsteigen passen wir auf dass wir auf unterschiedlichen Seiten sitzen und auch ein Fenster in der Tür zum Durchfotografieren haben. Durch Scheiben fotografieren bewirkt immer eine Farbverschiebung – das mag ich nicht. Auf den Fällen ist extrem wenig Wasser. Bei der Livingstone – Staue läuft Wasser – wie immer. Dann wird es dünn, und die Zambia – Seite ist völlig trocken.







Die Farbspiele beim Zulauf haben mir auch gefallen.



Zurück im Hotel sind unsere Zimmer fertig. Wir bringen unser Gepäck hinauf wobei ich mit meinem Wunsch das selbst zu erledigen nicht immer auf Verständnis stoße. Mittags gehe ich dann auf den Bahnhof gegenüber. Demnächst soll der Personenzug aus Bulawayo kommen – da ist natürlich ein Foto fällig. Das mache ich auch sehr gerne - ist aber nicht Teil des Forums. Dann geht es zum bekannten High Tea.



Hier zeigt sich auch schon eine Schwäche: Wir bestellen High Tea für drei, davon einen mit Kaffee. Wir bekommen High Tea für zwei und einen Kaffee. Es hat aber schon lange gedauert bis der kam, also reklamieren wir nicht und teilen uns die Sandwiches und Kuchen. Auf der Rechnung sind auch nur zwei High Tea und ein Kaffee – was soll´s. Dann räumen wir unsere Koffer auf gleich, fahren tanken und gehen zum OK einkaufen. Zimbabwe ist Tee – Land. Daher wird zugeschlagen. Wir kaufen über drei Kilo! Der Preis ist extrem günstig und der Tee schmeckt!
Abends machen wir dann den Fehler im Restaurant des Hotels auf der Terrasse zu essen. Die Bedienung ist auch für afrikanische Verhältnisse langsam. Der Strauß klingt verlockend, ist aber auch nicht gerade billig. Was soll´s. Nach langem Warten kommt das Essen. Es ist eiskalt. Ich bin bitter enttäuscht und sage es der Bedienung. Ich will es aber nicht tauschen lassen, denn dann wird die Portion weggeworfen und das will ich nicht. Auch habe ich schon sehr lange auf das Essen gewartet (das dann mindestens 10 Minuten in der Küche auf mich gewartet hat). Also esse ich ohne dass es wirklich schmeckt. Wobei das Fleisch an sich ausgezeichnet ist. Ein teurer Reinfall. Ich sehe es als nette Geste dass mich die Kellnerin dann fragt ob sie mich aufs Dessert einladen darf – bis ich es dann auf der Rechnung finde. Sprich abgesehen vom allbekannten High Tea (mit Abstrichen) ist der Restaurantbetrieb bis jetzt eine teure Pleite. Wir wären besser woanders hingegangen! Die Zimmer sind schön und geschmackvoll, wenn auch etwas klein. Das Ambiente und die öffentlichen Räume sind toll!

Udo
960 Beiträge · seit 201313. Dez. 2015 · #30
Hallo Udo,
ich möchte mich mal kurz zum Simbabwe-Teil deines Berichts melden.
Ich bin ein wenig überrascht, dass du dort dasselbe empfunden zu haben scheinst
wie ich.
Die Informationen, die ich vor meiner Reise hier im Forum zusammen trug hatten den Tenor,
das in Simbabwe die Menschen arm, aber sehr freundlich und hilfsbereit sind aber mit ihren wenigen Mitteln versuchen alles in Ordnung zu halten. Die Polizeikontrollen seien mehr ein Spaß, als eine ernste Sache.

Mein Eindruck war, arm, freundlich und hilfsbereit stimmt. Aber den Eindruck, das versucht wird alles in Ordnung zu halten, hatte ich nicht immer.
Ich hatte auch eine Situation in der Bar im Robins camp wo die Freundlichkeit verloren gegangen schien. Und die Roadblocks waren ätzend.
Du hast recht. Dieses Land hat soviel Potential. Ich wünsche den Leuten im Land von ganzen
Herzen, das sie es bald schaffen eine wie auch immer geartete Demokratie zu wählen.

LG
Silvio
SA/BW März 2013, SA November 2013, SA Dez/Jan 2014/15, SA/BW/SIM/RU/UG Okt 2015, SA Dez/Jan 2016/17, SA/NA/BW Mrz/Apr/Mai 2018,NA JAN 2022,SA März 2023
3'383 Beiträge · seit 200914. Dez. 2015 · #31
Hallo Udo,

na Du bist mir ja einer !!!

Am Anfang stellst Du uns miserabelste Unterkünfte vor, und dann jubelst Du uns das "Viktoria-Falls" mal so auf die Schnelle rein. Wir waren dort auch zum Tea, war teuer aber super. Einfach eine ganz eigene Welt. Ich kenne die Preise dort für Nächtigung und Restaurant. Günstig ist was anderes, auch da muss ich einfach kritisieren, wenn das Essen dann eiskalt auf den Tisch kommt.

Übrigends wollte ich Simbabwe keinesfalls "in die Pfanne" hauen, denn auch uns hat das Land (das wenige was wir gesehen haben, nämlich fast gar nichts) und die Menschen dort sehr sehr gut gefallen. Aber die Abzockerei, so wie Du ja selbst beschrieben hast, geht einfach überhaupt nicht. Das ist ein "no go" und für mich ein Grund, nach Simbabwe nicht zu reisen. Ich brauch so was nicht, in meinem Alter hat man´s lieber ein wenig ruhiger.

In diesem Sinne, schreib bald weiter, mir gefällt Dein Bericht außerordentlich gut.

der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter115 Beiträge · seit 201014. Dez. 2015 · #32
Hallo,

@Graskop: Silvio, ich unterschreibe was Du sagst - uns ist es genau so gegangen (ich bin aber darüber nicht überrascht). Im Big Cave Camp haben wir auch diskutiert wie es denn weiter geht. Von den Locals war die Aussage klar dass man nun wartet bis "Uncle Bob" natürlich abtritt. Dann wird es etwas unsicher, aber man geht davon aus dass sich die Lage schnell klärt und zwei entscheidende Figuren friedlich zusammenarbeiten und die Frau von Mugabe nichts zu reden haben wird - hoffentlich!

@Schorsch: Das Big Cave Camp war besser als das Vic Falls Hotel 😉 und von wegen Alter: Ich bin auch schon in meiner zweiten Lebenshälfte, und meine Mutter hatte auf der Reise ihren 70-er! Man muss halt abwägen was größer ist - der Reiz des Unbekannten oder die Gefahr der Abzockerei. Ich habe mich entschieden.

Viele Grüße, Udo
Themenstarter115 Beiträge · seit 201014. Dez. 2015 · #33
6.10.2015

Heute wird wieder ein spannender Tag – und ein langer Fahrtag. Wir wollen heute in einem zweiten Anlauf nach Kubu Island. Vor fünf Jahren haben wir es von Süden her nicht geschafft. Wir hatten mit einem Honda SUV (4x2) einfach das falsche Auto. Doch zuerst geht es zum Frühstück. Ich bringe noch Gepäck zum Auto und komme dann meinen Damen nach zum Frühstück. Irgendo verpasse ich einen Wegweiser und komme dann von der Rückseite zur Terrasse – bis mich ein Mitarbeiter zurück schickt. Ich habe schon das Geschirr klappern gehört! Also die große Runde. Meine Laune ist schon etwas limitiert. Das Buffet sieht dann toll aus. Doch die Eier Benedikt (die ich liebe) sind eiskalt und man schmeckt nur Essig. Kein Wunder – sämtliche Warmhalter sind außer Betrieb. Es gibt auch kaltes Rührei, kalte Hash Browns, kalte … . Das wärmste ist die eine Tasse Kaffee die ich bekomme. Ich esse dann etwas kaltes und einen noch nicht ganz kalten Porridge – er ist am längsten warm geblieben. Selbst die Toiletten in dem Bereich sind alle abgesperrt. Ich bin stinksauer. Beim Auschecken sage ich es auch freundlich und sachlich den Mitarbeitern an der Rezeption. Fakt ist dass die Küche und der Restaurantbetrieb in dem Haus eine Pleite sind. Das vergällt den Aufenthalt dann doch. Bei der Ausfahrt aus Vic Falls fahren wir an dem Plakat vorbei – es ist irgendwie absurd!



In Hwange zweigen wir dann nach Pandamatenga ab. Auf dem Weg kommen wir an dem Dorf vorbei.



Die Straße ist einspurig und auch nicht immer im Top – Zustand, drum geht es an der Stelle durch das Bachbett.



Wir fahren ja durch den Nordteil des Hwange – auch ein paar Elefanten, Giraffen und Oryxe sind zu sehen. Der Sekretär fliegt uns entgegen.



Wir sind dann gegen 9:30 an der Grenze. Die Beamten werden erst aus ihren Unterkünften geholt – wir sind heute die ersten an der Grenze die schon um 8 Uhr „aufgemacht“ hat. Die Stempel sind schnell erteilt, dann noch die Polizei, ein Blick ins Auto und wir sind nach 15 Minuten aus Zimbabwe draußen. Der Polizist fragt noch ob ich Elfenbein mit habe – ich verneine entrüstet. Er sagt ich soll ihn nicht anlügen – dann klopft er grinsend auf einen seiner Zähne! Hier kann man auch gut einreisen – alles sehr klein und übersichtlich. Ein riesen Kontrast zu Beitbridge.
In Botswana steht der Schranken offen, ich nehme die Einfahrt zum Abfertigungsgebäude. Dort gibt es bei der Passkontrolle einen Anschiß. Ich hätte vor dem (trockenen) Bad stehenbleiben müssen und wir hätten über den Seuchenteppich müssen. Wir holen es dann nach. Der Schranken ist auch wieder zu. Der übliche Blick ins Auto – wir haben weder Obst noch Fleisch – also alles OK. Weiter nach Nata. Unterwegs halten wir an einer Rest Area um ein Säckchen mit Müll in einen großen gemauerten Müllkübel zu werfen. Ich fahre nahe dran dass mein Schatz ihn gleich einwerfen kann – und verschätze mich etwas – um genau einen cm. Die Kratzer an der Stoßstange sind unübersehbar. Ärgerlich aber nicht zu ändern. In Nata fahren wir dann zur Bank – es gibt nur eine. Bei Barclays schiebe ich meine Karte in den Bankomaten – klingt das schon irgendwie wie Bulawayo? Kommt auch so! Nach 15min stehen vier Leute hinter mir und mein Schatz sitzt schon drin um Euro zu tauschen. Vor ihr sind sicher 10 Leute und es rührt sich nichts. Dann spuckt der Bankomat meine Karte aus, startet neu (Windows XP!) und nach weiteren 10 Minuten tut er wieder. Dann kommen die anderen wartenden Leute dran. Dann gehe ich todesmutig wieder hin und schiebe meine österreichische Mastercard hinein. Siehe da – es klappt. Ich bekomme Pula – nur zahle ich halt auch eine Behebungsgebühr. Whatever, gleich die paar Meter zur Zapfsäule und weiter Richtung Gweta. Nach ca. 20km geht rechts die Straße nach Kubu Island (Iwanowski hat nicht Recht). Ich habe es schon hier im Forum geschrieben, wiederhole es aber noch einmal: Ohne Tracks4Africa – Karte im Navi ist die Zufahrt nicht machbar! Es ist keine eindeutige Straße erkennbar, die Fahrspuren teilen sich, vereinigen sich etc. Es ist in dem Busch unübersichtlich und wir schauen nur dass wir im lt. Navi am Strich bleiben. Teile der Strecke sind mit max. 30km/h fahrbar, andere mit 90 – der Straßenzustand ist stark schwankend. Die Büsche stehen recht eng und verkratzen das Auto. Später poliere ich vor der Rückgabe die ärgsten mit Zahnpaste raus – es gibt keine Probleme bei der Rückgabe. Nur von links gibt es Mecker, mein Schatz behauptet ich würde nur auf ihrer Seite die Büsche streifen. Ich verteidige mich nur eine Seite vom Auto zerkratzen zu wollen … .



Nach ca. 2:45 Stunden sind wir dann da. Kubu Island ist ganz toll!













Dann geht es auf den Rückweg. Wir nehmen den direkten Weg nach Gweta. Zwischendurch geht es entlang eines Zaunes.



Auch auf dem Rückweg ist die Straße ziemlich durchwachsen.



Der Höhepunkt auf der Strecke ist die Durchquerung der Ntwetwe Pan – 13km bretteben und geradeaus. Ein Erlebnis. Hier am Ende der Durchfahrt.



Auf den letzten Kilometern vor dem Planet Baobab kommen wir in die Dunkelheit – nicht wirklich lustig, aber es war klar dass es knapp wird. Einmal fahre ich mich im weichen Sand fast fest. Der Rückweg dauert etwa gleich lang wie die Hinfahrt.



Hier sieht man dann was wir an dem Tag falsch gemacht haben: Wir haben die Koffer nicht in die Müllsäcke gesteckt die wir ohnehin mit gehabt haben. Alles ist verstaubt – auch in die Koffer ist der Staub gekommen. Das Auto ist komplett eingesaut.



Am Planet Baobab angekommen öffnen wir das Tor der Umzäunung und werden gleich wieder rausgeschmissen – wir sollen die nächste Einfahrt nehmen. Die Zimmer sind ziemlich basic, unser Zimmer wurde frisch gestrichen, es stinkt furchtbar. Dafür geht das Licht nur teilweise. Das Abendessen ist mäßig. Mein Schatz geht früher ins Zimmer da die Handwerker noch etwas wollen. Das Licht bekommen sie nicht hin, dafür montieren die den Türriegel so dass er auch schließt. Dies aber in grausamer handwerklicher Qualität. Auch die Organisation und die Qualität im Restaurant sind Naja.
Wieder einmal haben wir getrennte Betten. Von außen öffnen wir die Holzverschläge um etwas Luft ins Zimmer zu bekommen und den Gestank mildern können. Mein Nachteil ist dass mit dem Wind die Insekten genau durch einen Schlitz in meinem Moskitonetz gedrückt werden und nicht wieder raus kommen. Das Blutbad ist veritabel. Ich wache mehrmals auf, stopfe den Schlitz und erschlage die Moskitos. In der Früh bin ich gerädert und total zerstochen – mein Schatz hatte keinen einzigen Moskito – klar die waren ja bei mir.

Udo
5'479 Beiträge · seit 200915. Dez. 2015 · #34
udo_h schrieb:Ich habe es schon hier im Forum geschrieben, wiederhole es aber noch einmal: Ohne Tracks4Africa – Karte im Navi ist die Zufahrt nicht machbar!
Hallo Udo,

da muss ich Dir leider wiedersprechen. Unsere ersten Besuche auf Kubu Island waren zu einer Zeit, als gerade mal die ersten GPS-Satelliten ins All geschossen wurden und es noch keine Navis gab. Damals gab es noch nicht einmal die guten Papierkarten, wie sie heute von T4A hergestellt werden. Wir hatten nur die Skizze im Ivanowski, eine einfache Nelles-Karte und einen Kompass. Auch damit kommt man an, wenn auch nicht unbedingt auf dem kürzesten Weg. Dafür hatten wir Kubu Island immer ganz für uns allein.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter115 Beiträge · seit 201015. Dez. 2015 · #35
Hallo Topo,

Du hast Recht, ich habe es sicher etwas plakativ geschrieben. Ich stehe aber dazu dass ich es nicht ohne Navi mit T4A Karte machen würde. Ohne sicherlich auch machbar, aber ich würde mich damit nicht wirklich wohl und sicher fühlen. Du warst aber auch mit zwei Karten / Skizzen und Kompass schon mal tendenziell besser ausgerüstet. In der Logik hieße es ja auch vor Navis war keiner in Kubu - das wollte ich einmal nicht unterstellen 😗 .

Udo
Themenstarter115 Beiträge · seit 201017. Dez. 2015 · #36
7.10.2015

Am Frühstücks“buffett“ dauert es recht lange bis die Restbestände von der inzwischen abgereisten australischen Gruppe für uns fünf Hanseln (also wir drei plus noch ein Ehepaar) wieder auf annähernd sättigende Mengen aufgestockt werden (in mehreren Anläufen iterativ serviert). Hier noch die Bungalows der Anlage – sie sehen ja wirklich nett aus.



Am Weg in Nxai Pan NP schon Strauße am Weg. Am Parkeingang ist keiner da der die Gebühr kassieren darf – wir sollen beim Rausfahren zahlen. Wir bekommen die Empfehlung nicht nur zu den Baines Baobabs zu fahren sondern auch zur gepumpten Nxai Pan. Die Straße ist hinter dem Gate 10 km tiefer Sand, vor Abzweig zu Baines Baobab dann wieder besser. Weiter zum Office dann noch schlechter.



Am Wasserloch ist viel los. Wieder kommt das Afrika – Feeling auf. Thompson Gazellen, viele Strauße, Impalas, Vögel, ein Elefant.



Drei weitere Elefanten kommen – sie vertreiben die Strauße. Kein Problem mit Gazellen – die lassen sie in Ruhe.





Endlich einmal was los! Vorne ein Raubadler, hinten ein Sekretär und Antilopen.



Eine Gabelweihe macht den Abflug.



Wir dann auch – es geht zurück zum Abzweig und weiter zu den Baines Baobabs. Die Straße ist teilweise miserabel. Doch die Fahrt durch die Pfannen ist sehr schön.



Auch bei den Baobabs sind wir dann alleine. Die Bäume sind imposant und das Ensemble einfach schön.







Als wir etwas von der Ladefläche holen wollen fällt uns auf dass diese nass ist – einer unserer Wasserkanister hat ein Loch und ist ausgelaufen. Ärgerlich, aber nicht tragisch.
Am Rückweg ist die Straße blockiert – ein französisches Pärchen hat sich mit seinem Landrover festgefahren. Ich kriege das Auto flott und fahre es auf die Seite. Beim Vorbeifahren will ich noch was sagen – und fahre mich dann selbst fest! Ein Safariwagen kommt, die Franzosen haben Schaufel und Abschleppseil mit. Ich sitze auf den Differentialen auf und schaufle sie so gut es geht frei. Die Franzosen ziehen mich dann raus.



Die Passagiere im Safarifahrzeug (auch Franzosen) maulen von wegen verlorener Zeit. Ich hoffe sie haben nie ein Problem wenn sie unterwegs sind und Hilfe brauchen. Die Franzosen die uns herausgezogen haben wollen dann nicht mehr zu den Baobabs. Ich warte am Abzweig auf festem Grund – sie wollen nur mehr zur Campsite. Da sie völlig neu in Botswana sind (sie haben das Auto erst an dem Tag übernommen gebe noch ein paar Tipps. Dann geht es zurück zum Gate. Wir zahlen, noch ein Schwätzchen mit Ranger, dann geht es weiter nach Maun, 30km vor Maun geht die Reservelampe an – der Verbrauch im Sand war bei ca. 25-30 lt./100km! Irgendwo unterwegs gibt es in einer langen 60-er Beschränkung eine Radarkontrolle. Für uns unkritisch – ich bin vorschriftsmäßig unterwegs. In Maun tanken wir und lassen das Auto außen und die Ladefläche auch innen waschen. Während die Damen Postkarten und Wasser kaufen repariere ich das Verdeck. Au der rechten Seite kommt die Dichtung heraus und das Canopy wird locker. Irgendwie sitzt es für das Gerüttel nicht richtg. Die Thamalakane River Lodge liegt sehr schön 18km außerhalb von Maun. Wieder ein richtig kitschiger Sonnenuntergang am Fluss.



Die Zimmer in Bungalows sind sehr schön. Unklimatisiert – aber ein großes Moskitonetz im offenen Giebel. Wir nehmen einen Sundowner und gehen dann Essen. Es gibt das Nationalgericht Botswanas: Shredded beef mit Polentabrei und Relish – ganz gut, aber ungesalzen. Doch das kann man ändern.

Udo
4'382 Beiträge · seit 201518. Dez. 2015 · #37
Lieber Udo,
nachdem vorweihnachtliche Ruhe eingekehrt ist, haben wir wieder Zeit, in Reiseberichten zu stöbern. Deiner gefällt uns besonders gut, weil wir an vielen Orten schon gewesen sind und schöne Erinnerungen wach werden und auch sehr viel nostalgische, C. logierte schon einmal in den 80er Jahren im Victoria Fall Hotel und als er mir das 2011 gezeigt hat, war er ziemlich entsetzt, was aus dem Service dort geworden ist. Die Eleganz hatte etwas Fadenscheiniges, Abgewohntes. Klar ist es natürlich ein bisschen dekadent zu glauben, dass sich nichts verändert, auch wir sind schließlich in die Jahre gekommen,
Schöne Fotos machst Du! Danke!
Gruss von
Friedeirke
von CuFs
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter115 Beiträge · seit 201019. Dez. 2015 · #38
8.10.15

Um 6:30 sind wir beim Frühstück, Abfahrt ist um 7:30. Die Straße Richtung Westen ist gut, etwas viel Viehwechsel, die Landschaft wird grüner.



Man merkt die Nähe des Okavango – Deltas. In Sehithwa biegen wir rechts ab und fahren westlich des Okavango Delta nach Norden. Die Straße ist teilweise schon ausgebessert, teilweise in Arbeit. Der Rand ist in den nicht ausgebesserten Teilen ausgebrochen und Schlaglöcher sind auch reichlich vorhanden. Grundsätzlich ist die Straße gut zu fahren. Eine Radarkontrolle in einer langen 60-er Zone. Ich bin wieder halbwegs vorschriftsmäßig. Unterwegs sehen wir einige Frauen in Tracht.





So eine Anzeige habe ich im Navi auch noch nicht gesehen – der erste Abzweig zu den Tsodillo Hills ist ein Sandweg entlang eines Zaunes.



Das Navi umgestellt auf von kürzeste Route auf schnellste Route – es sind dann 16km weiter und 45min weniger. Die Straße von der A35 zu den Hills ist dann Gravel aber sehr gut zu fahren. Die Tsodillo Hills sind auch die (angeblich) höchsten Erhebungen Botswanas – hier ein Blick auf den 1489m hohen Male Hill. Laut wikipedia aber um5m doch nicht der höchste Berg Botswanas.



Die Einfahrt zu den Hills dann beim Eingang zur Campsite. Wir bezahlen und bekommen den Hinweis wie zu fahren ist – sonst nix. Die Straße zum Parkplatz beim Office/Museum benötigt die Bodenfreiheit eines 4X4. Dort erhalten wir dann plötzlich die Aussage wir sollen einen Guide nehmen. Laut anderen Reiseforen soll man es strikt ablehnen da man angeblich aggressiv versucht die zu bezahlenden Guides zu vermarkten. Der Typ ist aber recht hartnäckig es kommt fast zum Eklat. Ich merke es recht spät dass die Regeln geändert wurden. Kann es aber klären und entschuldige mich. Er erzählt mir dann das das Problem schon öfter aufgetreten ist und meine Erklärung wie es von meiner Seite dazu kam leuchtet ihm ein. Ich verspreche ihm dann die korrekte Info im Internet zu posten – was ich hiermit getan habe. Später kommt dann noch die Frage vom Guide – der super ist – ob man es uns beim Gate nichts gesagt hat – das sollten die dort tun, haben es aber nicht. Es ist mittlerweile sehr heiß und Weg geht durch Sand. In den Felsen gibt es tolle Farbschichten. Rosa ist Mangan, grün ist Kupfer. Wir sehen schöne Felszeichnungen, teilweise sehr hoch oben, alle auf reinem Quarz weil es dort besser haftet und mit Wachs zur Haftung in der Farbe. Ohne unseren Guide hätten wir bei weitem nicht alle entdeckt!









Die Formation sieht aus wie Afrika.



Wir gehen dann in eine magische Gebetshöhle wo wir einen Moment inne halten. Dann geht es weiter zur nächsten Höhle – samt Frühstückstisch. Hier hat man Nüsse beim Knacken in die Vertiefungen gelegt dass sie nicht davonrollen.



Aus der Höhle heraus sieht die Silhouette aus wie ein Honigdachs!



An den Tsodillo Hills besteht Jagdverbot weil sie ein heiliger Platz sind und jagen in dem Gebiet als Unglückbringend gilt. Ich zahle dann unseren Guide in Pula und Rand – ich habe nicht mehr genug Pulas. Wir fahren zurück zur A35 und weiter zur Grenze bei Muhembo über die Grenze nach Namibia. Die Ausreise aus Botswana und die Einreise nach Namibia sind schnell und problemlos – in 20 min. sind wir in über der Grenze. Wir fahren direkt zur Divava Lodge bei Divundu. Durch den folgenden NP ist nur Tempo 40 zulässig. Dann noch Gate statistics ausfüllen und weiter. Wir sind in der Lodge 30min zu spät für den Sundowner trip zu den Popa Falls. Es ist ohnehin besser so – wir genießen die Location samt gratis Kaffee und Kuchen, Pool usw. .





Die Zimmer sind toll über zwei Ebenen, mit Außendusche und großer Terrasse. Wir waschen die Koffer in der Außendusch es reicht nicht wirklich, gehen Schwimmen … . Als Sundowner gibt es wieder einen Port auf der Terrasse. Hier haben wir Halbpension. Das Abendessen ist ein Traum in fünf Gängen – wir genießen es auf der Terrasse über dem Fluss. Ich habe selten so ein tolles Steak gegessen. Auch der Wein ist ausgezeichnet und ausgesprochen bezahlbar.

Udo
Themenstarter115 Beiträge · seit 201021. Dez. 2015 · #39
9.10.15

Beim Frühstück auf der Terrasse nervt ein Guide am Nebentisch – er redet extrem laut und viel Blödsinn der uns nicht interessiert. Heute ist ein reiner Transittag mit vielleicht etwas Game Viewing am Abend. Aber auch Tag der Überraschung. An der Tankstelle in Divundu ist die Hölle los – der Tankwagen steht gerade am Füllstutzen und daher ist die Tankstelle geschlossen. Viele Autos stehen schon an. ATM gibt es auch keinen vollwertigen und wir kommen so auch an keine NAD. In 20km in unsere Richtung soll eine Total sein. Also fahren wir in die Richtung. Doch sie existiert nicht mehr. Also weiter Richtung Rundu. Schön gleichmäßig, dann geht es sich mit dem Sprit aus. So ca. 80km vor Rundu müsste die Reserve angehen – dann komme ich aber noch über 100km. Geht also. Die Leuchte geht 35km vor Rundu an – alles schick. In Rundu gehen wir zum Bankomaten und holen NAD, an der Take wird dann vollgetankt – 72lt passen in unseren 80lt – Tank. Inzwischen gehen die Damen noch in den Supermarkt. Noch schnell an der Post die Karten aufgegeben und dann geht es weiter Richtung Etosha. Unterwegs fotografieren wir wieder einmal Straßenszenen.



Wofür die Holzschiffchen gut sein sollen erschließt sich mir nicht.



Orangen werden auch verkauft





Holz und Schrott neben der Straße



Hinter dem Vet Gate bei Mururani zweigen wir rechts auf die D3016 ab. Der Abstecher lohnt sich wirklich. Die Straße ist ausgezeichnet zu befahren. Nachmittags sind wir am Lindequist Gate.



Am Wasserloch Klein Namutoni ist wenig los – wir klapper die Wasserlöcher Richtung Westen ab. In Chudob ist dann etwas los.



Nach kurzer Zeit kommt dann auch noch ein Spitzmaulnashorn von hinten und geht zum Wasserloch – direkt an unserem Auto vorbei!





Auch ein Warzenschwein kommt zum Trinken.



Am Rückweg Richtung Lindequist Gate ist schon richtig schönes Abendlicht. Wir sehen Zebras,



Springböcke,



und mehrere Großtrappen.



Der Gelbschnabeltoko sitzt fotogen am Baum.



Da noch etwas Zeit ist bis zum Torschluss fahren wir noch einmal in Klein Namutoni vorbei und – Volltreffer! Ein weiteres Nashorn schaut an dem Wasserloch bei der einsamen Giraffe vorbei.



Eine Hyäne stillt auch ihren Durst.



Meine Mutter hatte ja unterwegs Geburtstag, Bele hat mich ja mit meinem kleinen Hinweis schon enttarnt: Meine Mutter hatte in ihrer Mappe eine falsche Route – zu ihrem Geburtstag gab es dann die Richtige. Auf ihrer Variante stand immer unten extrem kleingedruckt drauf „Kurzfristige Änderungen vorbehalten“ – Schriftgröße 6pt. Meine Mutter hat das für einen Scherz gehalten – war aber Ernst gemeint! In der Endversion war der Schriftzug nicht mehr drauf. Daher auch der Titel der Reportage – die drei Worte waren der Running Gag des Urlaubs. Mama hat eine Liebligslodge: Die Mushara in der Nähe des Lindequist Gate. Ich habe die Route natürlich inklusive geplant, aber eben als Überraschung. Die Ausrede war es sei zu weit und der Plan für sie war direkt von Divundu nach Stampriet und Mata Mata. Die Freude war entsprechend groß als unser kleines geheimnis offengelegt wurde. Doch das war nicht alles. Wir checken ein und bekommen Zimmer 1 und 18. Meine Mutter soll die eins bekommen. Ich hab ja keine Ahnung bezüglich der Zimmernummern. Als wir hineingehen passt für sie alles – für mich aber nichts. Draußen nehme ich dann die nette Dame von der Lodge zur Seite, sie dachte wir kriegen die 18 – ich kläre auf dass wir eine Villa als Single gebucht haben – also zurück und meine Mutter herausgeholt. Sie denkt erst dass es ein gratis – Upgrade ist dass sie da bekommt – letztes Mal vor fünf Jahren hatten wir das Glück. Doch es ist das Geschenk von meinem Schatz und mir! Die Freude ist riesig – denn wir sind zwei Nächte da! Hier ein Eindruck von außen:



Und stellvertretend für innen die Badewanne:



Zur Erläuterung: Die Villa Mushara ist ein ganzes Haus – sicher 100m² das in drei Teile geteilt ist: Ein Wohnbereich, ein Schlafbereich mit 4-Poster Bett und ein Bad. Dazu eigener Jacuzzi, eigenes Wasserloch und Liegen auf der Düne. Einfach ein tolles Erlebnis. Da meine Mutter sehr müde ist legt sie sich eine halbe Stunde hin, dann wiederbeleben wir uns bei unserem ersten Rock Shandy und gehen zum Abendessen: Heute gibt es Bush Braai in der Boma. Ausgezeichnet – nur ist das Kudu Steak bestenfalls rare. Für mich passt´s!

Udo
Themenstarter115 Beiträge · seit 201026. Dez. 2015 · #40
10.10.2015

Beim Frühstück sehen meine Frau und ich heute zu zweit den frechen Squirrels zu. Meine Mutter genießt heute die Location und macht sich einen „grasse matinee“. Wir wollen heute in Namutoni rechts rum über Twee Palms und Aroe fahren. Auf dem Weg zum Gate sehen wir dutzende Dik Diks.



Auf dem Loop gibt es nicht viel zu sehen. Hauptsächlich Vögel wie diese Weißflügeltrappe



Und dieses Burchell´s Sandhuhn



Weiter Richtung Klein Okewi sehen wir dann den Springbok und das Kudu im Hintergrund.



Den Zugang zum Wasserloch selbst versperren dann diese komischen Vögel und die Hühnchen !



Also weiter nach Groot Okewi. Dort unterhält uns ein Rudel Hyänen.





Wovor die Hyäne so bremst ist mir leider entfallen.





Noch ein Foto von dem Waffekibitz



Und wir machen uns auf den Rückweg. Doch wir kommen nicht weit. Eine mächtige Löwin liegt unter einem Baum. Doch so abgemagert ist fürchte ich dass sie nicht mehr lange lebt. Von ausgesprochen netten Reisenden in Groot Okewi erfahren mir dass sie die Löwin am Abend mit einem Rudel am Wasserloch gesehen haben – sieht also doch nicht so schlecht aus.



Bei einem Rock Shandy werten wir dann die Sichtungen der Morgenpirsch gemeinsam aus. Die Nachmittagspirsch wollen wir dann Richtung Namutoni machen.
Der Ort dieser Zebraherde ist mir entfallen.



Unterwegs sehen wir rote Kuhantilopen



Aufgrund des weißen Erdreichs mit dem sich die Elefanten bewerfen ist natürlich auch ihre Oberfläche der Umwelt angepasst … .



Ein paar Gnus vor der Pfanne



An den Wasserlöchern ist nichts los, wieder enden wir in Chudob. Und wieder ist da ein Spitzmaulnashorn.



Bei den Hyänen steigt Staub auf.



Wie weit war das Rhino wohl im Wasser?



Auf der Rückfahrt sehen wir in Klein Namutoni wieder Nashörner – sie sind sich allerdings nicht grün und drohen sich.



Diesem Rhino fehlt auch ein Ohr.



Dann geht es wieder zurück in die Mushara. Wegen der Lodge haben wir übrigens die ganze Reiseroute umgedreht – ursprünglich war es anders herum geplant. Doch da war die Mushara bereits m Februar ausgebucht. Anders herum ging es sich noch aus. Denn theoretische Alternativen wären de facto keine Alternativen gewesen! Unmittelbar hinter dem Tor läuft uns ein Eland über dem Weg – es ist schon zu finster und ich bin mit der Kamera zu langsam. Es ist das einzige das wir auf der Reise sehen werden. Heute wird das Abendessen im Restaurant serviert.

Udo