casimodo4'528 Beiträge · seit 200705. Dez. 2015 · #81
Hallo Graskop,
ich bin jetzt endlich dazu gekommen, Deinen Bericht "nachzulesen". Den Titel Deines Reiseberichtes finde ich schon irgendwie angebracht, um mit etwas positivem anfangen zu können.
Aber keine Angst, es geht auch positiv weiter 😉 Interessante Reise mit schönen Sichtungen 😎 Ich bin wieder gerne dabei !
GraskopThemenstarter960 Beiträge · seit 201305. Dez. 2015 · #82
Hallo Zusammen
@ Bele, Nee, das braucht man nicht unbedingt. Aber wir dachten uns in dem Moment: "Jetzt hab ich das alles komplett von `ner Firma buchen lassen, dann lass die mal machen." 😛 Und am Ende hat ja auch alles wunderbar hingehauen. 😎
@ Casimodo Es war wirklich eine sehr interessante Reise, sozusagen ein Afrikaquerschnitt. 😎 🙂
GraskopThemenstarter960 Beiträge · seit 201306. Dez. 2015 · #83
25.10.15
ERSTER TEIL
Um 5 Uhr werden wir geweckt. Halb 6 gibt es Frühstück. Vor Aufregung bekommen wir kaum einen Bissen runter. Bewaffnet mit einem Lunchpaket besteigen wir um 7 Uhr unser Auto An wunderschönen Landschaften vorbei geht es zum Bwindi NP in den wir durch das Rushaga Gate einfahren.
Kurz dahinter wird das Auto abgestellt. Die letzten 500m geht zu Fuß einen kleinen Berg hinauf.
Oben angekommen sind wir wohl etwas früh, das Personal ist noch mit der Reinigung beschäftigt.
Nach und nach treffen die Guides und die Träger ein. Als das Briefing beginnt sind wir genau 9 Touris. Man erklärt uns, das nicht mehr als 8 zu einer Gruppe dürfen und wir deshalb in 2 Trupps zu 2 verschiedenen Gruppen wandern werden. Wir werden zusammen mit einem Pärchen aus den Niederlanden der Bweza-Gruppe zugeteilt. Das soll die leichter zu erkletternde Gruppe sein. Sowohl Ramona als auch die holländische Dame haben leichte gesundheitliche Probleme und Didier hatte vorher schon geklärt, das wir in die einfache Gruppe kommen. Wir buchen noch zwei Träger dazu, nicht weil wir so viel Gepäck mitschleppen, sondern weil ich im Vorfeld gehört oder gelesen hatte, dass die Jungs das Geld bitter nötig haben und es oft ihre einzige Verdienstmöglichkeit ist. Ich erkläre ihnen, das sie bei schwierigen Passagen Ramona helfen sollen. Und dann geht's los. Wir fahren zusammen ein Stück mit dem Auto zurück. Plötzlich bekommt unser Führer einen Funkspruch und wir halten an, steigen aus und laufen los.
Nach 20min Fußmarsch sind wir schon an der Stelle, wo unsere Gorilla Gruppe gestern Abend war. Nur leider haben sie sich heute schon ganz früh auf Nahrungssuche begeben. Und wohin? Natürlich auf den höchsten Berg der hier rumsteht. Also nichts iss mit leichte Gruppe, wir müssen uns die Nähe zu den Gorillas hart erarbeiten. 75min geht es immer steil Berg auf. Die Träger nehmen ihren Job ernst und kümmern sich rührend um Ramona.
Trotzdem fällt es ihr zunehmend schwerer. Aber wir haben hier eine tolle Truppe erwischt. Alle nehmen Rücksicht aufeinander. Auch später beim fotografieren ist das so. Natürlich ist es auch von Vorteil, dass unsere Gruppe nur 4 Leute sind. Und dann war es so weit. Auf verschiedenen Bäumen sitzen Gorillas beim Frühstück. Als Erstes sehen wir den Silberrücken. Gute Fotos bekommt man so allerdings kaum hin.
Aber nach einiger Zeit entschließen sich die ersten, die Bäume zu verlassen.
Holger_W383 Beiträge · seit 201306. Dez. 2015 · #84
Ich freue mich zu lesen das Ihr einen Träger gebucht hattet. Wir hatten auch einen. Zwei junge Amerikanerinnen nicht. Das Ende vom Lied war, das nach der Hälfte unser Träger auch noch den Rucksack von den Amerikanerinnen hatte. Natürlich am Ende ohne Trinkgeld. Dieses Jahr hatten wir in Südtansania auch einen sehr geizigen amerikanischen Geschäftsmann der zwei Tage Game Drive ohne die Leistung unseren wirklich sehr guten Guide zu würdigen. Wir waren allerdings in Ruanda bei den Gorillas. Dort darf sich ein Träger erst wieder nach 4 Wochen bewerben, wenn er einmal auserwählt war. Da hatte jeder so ein kleines Heftchen, wo das Datum eingetragen wurde.
Wir hatten Glück das sich die Gorillas auf dem Boden aufhielten. Da ist es schon schwierig genug die schwarzen Gesichter kontrastreich abzulichten. Gegen den hellen Himmel wird es noch viel schwieriger. Ich hatte dies vor der Reise mit einem Plüschgorilla probiert, mit dem jetzt mein Enkel spielt 🙂 .
Holger
2019 Südafrika Klaserie - Timbavati - Sabi Sands
2018 Brasilien Rio de Janeiro - Foz do Iguacu - Pantanal - südliches Amazonasgebiet
2017 Kanada BC
2016 Sambia & Malawi
2015 Süden Tansanias
Reisebericht: Mit der Cessna durch den wilden Süden Tansanias
2014 Kenia & Norden Tansanias
2013 Uganda/Ruanda
2012 Botswana
picco6'369 Beiträge · seit 201106. Dez. 2015 · #85
Hoi Silvio
Seh ich das Richtig, seid Ihr mehr in Uganda als in Ruanda unterwegs? Nicht dass ich es noch falsch verlinke...
Wir sind damals übrigens von genau demselben Ort aus zu den Gorillas der Nshongi-Gruppe gestartet... 🙂
GraskopThemenstarter960 Beiträge · seit 201306. Dez. 2015 · #87
ZWEITER TEIL
Uns wurde vorher erzählt, das die Bwenda Gruppe momentan 2 Cubs hat. Hier erhaschen wir schon mal einen Blick auf ein paar Minnifüße.
Dann setzt sich der Erste vor uns hin und blickt einfach durch uns durch. Wahnsinn..
Einen kurzen Moment später kommt er auf 2m an uns heran und zeigt kurz wer hier der Boss ist.
Dann setzt er sich wieder und wartet ab.
Ich werfe einen Blick zu den Guides, aber die zeigen Daumen hoch, alles ok. Also knips ich weiter. Im nächsten Moment steht er wieder auf und kommt noch einen Schritt näher.
Dann ein kurzer Sprung und mein Nachbar hat seine flache Hand im Bauch...
Durch den "Stubser" fliegt der einen halben Meter zurück, beteuert aber dass das überhaupt nicht weh getan hat. Die Guides behaupten, der will nur spielen, bitten uns aber nun doch ein wenig zurück zu gehen.
Diese Szene ist wohl symbolisch für das ganze Dilemma des Gorillatrekking. Wir Touristen möchten die Gorillas unbedingt in ihrem natürlichen Lebensraum sehen, müssen aber dazu in eben diesen eindringen....
Danach sind wir wieder nur Luft für ihn und er bietet uns ein unbeschreibliches Schauspiel.
Kurze Zeit später taucht rechts von mir ein Teenager-Weibchen auf. Ich geh ein wenig näher, da ändert sie die Richtung und kommt langsam auf mich zu.
Ich wage kaum zu atmen. Sie sitzt genau vor mir, nimmt ganz vorsichtig den Stoff meines Hosenbeins in die Hand und schnuppert daran.
Leider hab ich Depp vergessen mir von den Holländern Kontaktdaten geben zu lassen und so gibt es nur dieses eine Foto davon. Auch danach hatten wir noch ein paar wunderschöne Begegnungen, wenn auch nicht ganz so nah. Und zum Schluss setzte sich sogar noch der Gangleader für uns in Pose.
Dann ist die Zeit auch schon vorbei. Natürlich viel zu schnell. Da Regen droht drängen uns die Guides zu einem schnellen Abstieg. Aber wieder nimmt wirklich jeder auf jeden Rücksicht und man hilft sich untereinander. Geschafft, aber überglücklich stehen wir nach insgesamt 5 Stunden wieder unten an der Straße.
Dort dürfen wir dann unser Lunchpaket verspeisen. Uns knurren zwar nun schon ein wenig die Mägen, aber wir geben unsere kompletten Pakete an unsere Träger weiter und auch die Holländer machen das so. Schön zu sehen, wie die Jungs wirklich alles untereinander aufteilen.
Wir kaufen noch ein paar geschnitzte Gorillas und dann geht es zurück zur Lodge.
Die bunten Häuschen auf dem nächsten Foto sind das Hauptgebäude und die einzelnen Bungalows unserer Lodge, wirklich sehr schön gelegen.
Hauptgebäude
Für heute ist es nun aber genug mit Bewegung. Wir genießen den tollen Ausblick und beobachten das Treiben rund um die Lodge.
Zum Abendessen gibt es frischen Fisch aus dem Lake Mutanda und damit endet ein weiterer eigentlich unbeschreiblicher Tag in Uganda!
Holger_W383 Beiträge · seit 201306. Dez. 2015 · #88
Klasse Fotos und Eindrücke! Bei uns achteten die Guide auf 7m Abstand zu den Tieren. Aber was will man machen wenn sie sich nicht daran halten 🙂 . Nein, wir wurden gebeten dann um vorsichtigen Rückzug. Aber mich hat auch einer gestriffen 😄 .
Holger
2019 Südafrika Klaserie - Timbavati - Sabi Sands
2018 Brasilien Rio de Janeiro - Foz do Iguacu - Pantanal - südliches Amazonasgebiet
2017 Kanada BC
2016 Sambia & Malawi
2015 Süden Tansanias
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2013 Uganda/Ruanda
2012 Botswana
GraskopThemenstarter960 Beiträge · seit 201306. Dez. 2015 · #89
Holger_W schrieb:Ich freue mich zu lesen das Ihr einen Träger gebucht hattet. Wir hatten auch einen. Zwei junge Amerikanerinnen nicht. Das Ende vom Lied war, das nach der Hälfte unser Träger auch noch den Rucksack von den Amerikanerinnen hatte. Natürlich am Ende ohne Trinkgeld. Dieses Jahr hatten wir in Südtansania auch einen sehr geizigen amerikanischen Geschäftsmann der zwei Tage Game Drive ohne die Leistung unseren wirklich sehr guten Guide zu würdigen.
Hallo Holger, schön das solche Menschen nicht nur mir auffallen. Ich glaube, sie gehen einfach nicht mit offenen Augen durch die Welt. 😐
Holger_W schrieb:Wir waren allerdings in Ruanda bei den Gorillas. Dort darf sich ein Träger erst wieder nach 4 Wochen bewerben, wenn er einmal auserwählt war. Da hatte jeder so ein kleines Heftchen, wo das Datum eingetragen wurde.
Ich glaube, auch in Uganda hatten die Träger solche Heftchen. Auf meine Frage, wie oft sie eingesetzt werden sagte mir einer, dass sie immer der Reihe nach eingesetzt werden und erst wieder dran kommen wenn alle anderen auch einmal einen Job hatten.
Holger_W schrieb: Ich hatte dies vor der Reise mit einem Plüschgorilla probiert, mit dem jetzt mein Enkel spielt 🙂 .
Geile Idee, gleich Morgen kauf ich meinem Enkel einen Plüschgeparden und übe erstmal damit! Die konnte ich nämlich noch nie vernünftig auf ne Speicherkarte bannen. 😄 😗
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201407. Dez. 2015 · #90
Hi Silvio,
bei den tollen Fotos vom Gorilla-Tracking werden schöne Erinnerungen wach! Wir sind auch vom Treffpunkt Rushaga gestartet und haben die Nshongi Familie besucht. Während ich mich am nächsten Tag in der Chameleon Hill Lodge von dem anstrengenden Tracking erholt habe, war Silke dann noch mal bei der Kahungye Gruppe.
GraskopThemenstarter960 Beiträge · seit 201307. Dez. 2015 · #91
26.10.15
Gestern hatte ich mit Lodge-Manager Patrick versucht abzusprechen, dass wir heute einfach nur mal ausruhen wollen und unser Fahrer Didier frei hat. Er riet uns aber zu einer Bootstour auf dem See, bei der wir eine unbewohnte ehemalige Gefangeneninsel und die einzige bewohnte Insel des Sees besuchen werden. Heute noch sind wir froh, auf diesen Rat gehört zu haben!
Heut werden wir das erste Mal von ein paar Sonnenstrahlen geweckt. Ich nutze das gleich Mal für ein Foto von unserem Bungalow, denn das Wetter wechselt hier alle 10 Minuten.
Gegen 9.30 Uhr beginnt unsere Bootsfahrt.
Vorbei an einem Pelikanbaum
Fischerbooten
Bienenstöcken
geht es zur Punishment island
Auf diese Insel wurden in vergangenen Jahrhunderten zum Tod Verurteilte gebracht. Dort gab es keine Nahrung. Man überließ sie einfach ihrem Schicksal. Irgendwann fuhr man dann wieder hin und schleppte ihre toten Körper in eine Höhle. Hier der Eingang
Die Höhle hat sehr salzhaltige Wände und so sind die Leichen teilweise mumifiziert.
Dann geht es weiter nach Mutanda island, die einzige bewohnte Insel des Sees. Unterwegs kommen uns einige Boote entgegen.
Je näher wir der Insel kommen, desto mehr beschleicht uns ein mulmiges Gefühl. Wir haben nämlich außer unserer Fotoausrüstung nichts dabei. Als wir heute Morgen in das Boot stiegen, hab ich unserem Guide Spencer gefragt, ob ich noch mal zurück gehen kann und Geld holen. Er sagte aber das ist nicht nötig. Kaum auf der Insel angekommen, stehen wir den ersten Kindern gegenüber. Keines der Kinder bettelt. Sie stehen einfach nur vor uns und schauen uns mit ihren großen Kinderaugen an.
Wir sind mit dieser Situation ein wenig überfordert, Kontakt zu Einheimischen war für uns bis jetzt eher die Ausnahme. Ramona verteilt erstmal ihre Pfefferminzbonbons an die Kinder.
Dann wandern wir Richtung Dorf und die Menschen um uns herum werden immer mehr.
Zu diesem Haus dort oben soll unsere Wanderung gehen. Es ist die Kirche.
Spencer erklärt mir das Dorfleben.
Immer wieder werden wir von Kindern umringt. Sie wollen fotografiert werden und anschließend das Foto sehen.
In der Kirche angekommen, stößt auch der Dorfälteste zu uns.
Gemeinsam mit Spencer erklären sie uns, das dieses Gebäude unter der Woche als Schule genutzt wird und am Sonntag als Kirche. Das Gebäude ist in keinem guten Zustand. Aber die Dorfgemeinde ist dabei, eine neue Kirche zu bauen. Immer - wenn sie etwas Geld zusammen haben - wird weiter gebaut.
Vor den Grundmauern des neuen Gebäudes unterhalten wir uns eine Zeit lang über das Leben auf der Insel. Am Ende sollen wir uns noch in eine Art Besucherliste eintragen.
Dann machen wir uns auf den Rückweg.
Dieser Besuch auf der Insel beschäftigt uns bis heute. Ich könnte jetzt viele meiner Gedanken hier niederschreiben. Statt dessen zeig ich noch ein Foto.
Nachmittags gehe ich dann zum Manager der Lodge, Patrick, und habe mit ihm ein sehr nettes längeres Gespräch. Ich erzähle ihm, dass wir die ganze Zeit auf der Insel Schuldgefühle hatten. Dafür, dass es uns in unserer Welt viel besser geht. Dafür, dass wir auf ihre Insel gehen und sie begaffen wie eine Touri- Attraktion. Und dafür, dass wir ihnen nichts geben konnten. Er erzählt uns, dass er sich seit Jahren für die Inselbewohner und vor allem für die Kinder einsetzt. Er sammelt Geld und kauft davon Schulmaterial und Arzneimittel. Sein Traum ist es, auf der Insel eine kleine Arzt-Praxis und einen Laden für die nötigsten Dinge einzurichten. Und dann sagt er einen bemerkenswerten Satz: Meine Frau und ich sind alt, wir brauchen doch nicht mehr viel, aber den Kindern muss man helfen, die wollen doch leben. Und Patrick hat noch mehr Baustellen. Er besorgt Kondome und versucht den jungen Menschen, nicht nur auf der Insel, begreiflich zu machen, dass 5 und mehr Kinder pro Familie zu viel sind. Er wird nicht müde den Leuten zu erklären, dass sie das Wasser aus den Quellen abkochen und filtern müssen. Und er sagt mir, dass es richtig war, kein Geld auf der Insel zu lassen. Patrick verspricht mir, wenn wir etwas übrig haben, egal ob Geld oder Sachen, sollen wir es ihm geben, es wird bei nächster Gelegenheit auf der Insel ankommen. Ich verabschiede mich und gehe zurück zu unserem Bungalow. Gemeinsam packen Ramona und ich unsere Koffer aus und wieder ein. Das Zeug, welches den Weg zurück in den Koffer nicht gefunden hat und einen Kuvert übergeben wir beim Abendessen an Patrick. Er verspricht uns Bilder von den Sachen zu schicken die er besorgt. Und 14 Tage später hatte ich die Fotos im Postfach.
Unser vorletzter Tag in Uganda geht zu Ende. Ein Tag, den wir nie vergessen werden.
picco6'369 Beiträge · seit 201108. Dez. 2015 · #92
Hoi Silvio
Genau so hilft man den Leuten nachhaltig!!! Bravo! Geld verteilen bringt nichts...das muss schon spezifisch eingesetzt werden, wie er es für Euch getan hat! Und das Bild, welches Du statt Deiner Gedanken gepostet hast, zeigt genau das was ich schon so viel gesehen habe! Keiner zu klein mitzuhelfen damit die Familie überleben kann! Das können wir uns hier gar nicht vorstellen!!!
Hab übrigens den Link in der Reiseberichtzusammenstellung Uganda gesetzt.
GraskopThemenstarter960 Beiträge · seit 201308. Dez. 2015 · #93
picco schrieb:Hoi Silvio
Genau so hilft man den Leuten nachhaltig!!! Bravo!
Das Lob schmeichelt, aber hätte ich auf der Insel Geld dabei gehabt, hätt ich wohl welches gegeben. Man will einfach helfen und denkt erst später drüber nach.
picco schrieb:Und das Bild, welches Du statt Deiner Gedanken gepostet hast, zeigt genau das was ich schon so viel gesehen habe! Keiner zu klein mitzuhelfen damit die Familie überleben kann! Das können wir uns hier gar nicht vorstellen!!!
Für mich hat das Bild noch `ne andere Symbolik. Im Vordergrund arbeitet ein Kind und hinten spielen wir Touris mit anderen Kids...
GraskopThemenstarter960 Beiträge · seit 201310. Dez. 2015 · #94
Heute Morgen werden wir wach und trauen unseren Augen kaum. Strahlend blauer Himmel! Didier sagte uns gestern beim Dinner, dass wir erst um 10.30 Uhr abreisen. Da bleibt nach dem Frühstück genügend Zeit für ein paar Fotos.
die Aussicht
unser Bungalow
die Terrasse mit meinem neuen Freund
alle Bungalows vom Restaurant aus
Häuser in den umliegenden Bergen
und eine Echse
Nachdem wir dann von den Angestellten der Lodge nett verabschiedet wurden, geht es zurück nach Kigali.
Nach guten 2 Stunden Fahrt erreichen wir den Grenzübergang. Wieder müssen wir zu Fuß über die Grenze. Auf Uganda-Seite bekommen wir bei der Passkontrolle einen Zettel, der uns den Grenzübertritt ermöglicht. Dieser Zettel ist zirka 2x2cm groß. Unglaublich. Auf Ruanda-Seite wird unser Auto gefilzt. Wir müssen unsere Koffer öffnen und teilweise auspacken. Selbst die Kultur-Beutel werden begutachtet.
Grenzübergang Ruanda
Nach 30 min fahren wir weiter. Inzwischen ist es wieder bewölkt und es regnet ab und zu.
In Kigali angekommen, fährt Didier mit uns essen. Ein nettes Lokal, indem die Besserverdiener der Stadt verkehren. Anschließend gibt es noch eine Stadtrundfahrt durch die ruandische Hauptstadt.
das neue Kigali
das alte Kigali
Zum Schluss besichtigen wir das Genocide Memorial Centre.
Dann liefert uns Didier am Flughafen ab. Wir waren ja das erste Mal mit einem Guide/Fahrer unterwegs. Wir hatten vorher Bedenken, ob wir damit klar kommen, ständig jemand an unserer Seite zu haben. Didier war ein Glücksfall für uns. Er erklärte uns die Geschichte von Uganda und Ruanda, die Wirtschaft, die Tier- und Pflanzenwelt, immer mit einem witzigen Spruch auf den Lippen. Unsere Fragen beantwortete er immer mit einfachen klaren Worten. Dabei war er nie aufdringlich, ließ uns immer unseren Freiraum. Er hat mit 7 Jahren den Genozid erlebt, Vater und Geschwister verloren. In stillen Momenten war er manchmal wie abwesend. Da konnte man erahnen, dass er Schlimmes erlebt haben muss.
Ich glaub, er war auch mit uns zufrieden. Irgendwie war es am Ende ein fast freundschaftliches Verhältnis. Beim Abschied tauschten wir unsere Telefonnummern aus und er sagte, dass er uns crazy german people nie vergessen wird.
Ein wenig wehmütig marschieren wir ins Flughafengebäude.
Pünktlich startet unser Flug. Er dauert... genau 35 Minuten. Dann landen wir in Entebbe. Es steigen ein paar Leute aus und ein paar Leute ein. Dann geht's über Amsterdam nach Berlin. Zu Hause werden wir dieses Mal nicht nur die afrikanischen Landschaften und Tiere vermissen, sondern auch und vor allem die wundervollen Menschen....
Tja, das war's. Vielen, vielen Dank an Alle die mitgelesen haben. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß und ich konnte Euch ein paar brauchbare Infos zu den bereisten Ländern geben.
Es freut mich ganz besonders, dass Euch der letzte Teil als gefürter Tour-Abschnitt so tief beeindruckt hat. Die Gorilla-Bilder erinnern uns an einen athemberaubenden Tag vor zwei Jahren. Die Begegnungen mit den Menschen sind immer von grossem bleibenden Wert in den Herzen. Die Informationen, die man von einem Guide auf der Tour erhält, sind goldwert, wenn man sich für das Land interessiert.
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
Champagner8'678 Beiträge · seit 201011. Dez. 2015 · #96
Danke Silvio - vor allem für den letzten Teil der Reise, den du so einfühlsam beschrieben hast!
picco6'369 Beiträge · seit 201111. Dez. 2015 · #97
Hoi Silvio
Graskop schrieb: Wir waren ja das erste Mal mit einem Guide/Fahrer unterwegs. Wir hatten vorher Bedenken, ob wir damit klar kommen, ständig jemand an unserer Seite zu haben. Didier war ein Glücksfall für uns. Er erklärte uns die Geschichte von Uganda und Ruanda, die Wirtschaft, die Tier- und Pflanzenwelt, immer mit einem witzigen Spruch auf den Lippen. Unsere Fragen beantwortete er immer mit einfachen klaren Worten. Dabei war er nie aufdringlich, ließ uns immer unseren Freiraum.
Genau so erlebte ich beinahe jeden Guide! Genau so!
Graskop schrieb:Ich glaub, er war auch mit uns zufrieden. Irgendwie war es am Ende ein fast freundschaftliches Verhältnis. Beim Abschied tauschten wir unsere Telefonnummern aus und er sagte, dass er uns crazy german people nie vergessen wird.
vielen, vielen Dank für den RB und die klasse Fotos. 😄
Viele Grüße
Der Reisende
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Die Welt ist ein Buch.
Wer nie reist,
sieht nur eine Seite davon.
Aurelius Augustinus
Meine Reiseberichte
vielen Dank für Deinen tollen Reisebericht. Wirklich schade dass wir uns nicht in Botswana begegnet sind. Der Bericht aus Ostafrika hat bei mir Erinnerungen geweckt - wir haben die Gorillas Orang Utans in Sumatra besucht. Wir waren auch schon zu zweit mit eigenem Driver/Guide unterwegs - in Asien und auch in Tanzania. Man kann Glück oder Pech haben. Ihr hattet ja richtig Glück. Nochmals vielen Dank!