Hallo,
Applegreen schrieb:
Dazu sind ein paar Anregungen aus ärztlicher Sicht des Zentrums für Reisemedizin in Österreich in diesem Link zu finden:
http://www.reisemed.at/reisemedizin/reisemedizinische-tipps/kinder-auf-fernreisen
Ich könnte es jetzt machen, wie einige der Mitdiskutierenden hier in bezug auf Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs: Einfach ohne Argumente behaupten, dass die Schwachsinn schreiben und das deren Erkenntnisse und Studien manipuliert sein müssen. Auf das Niveau will ich aber nicht sinken.
Den verlinkten Text nehme ich ernst und es ist so ziemlich das einzige Fundierte, was in unzähligen Anti-Kleinstkind-Fernreisen-Beiträgen in diesem Thread gepostet wurde. Eltern sollten sich damit auseinandersetzen. Ein paar Punkte anzumerken hätte ich schon.
1. Der Text stammt von einem Zentrum für Reisemedizin in Österreich. Es gibt auch Zentren für Reisemedizin in Düsseldorf und Berlin, z.B. unter Prof. Dr. Tomas Jelinek, die das differenzierter sehen und nicht pauschal von Fernreisen im ersten Lebensjahr abraten (Die gehören dann bestimmt wieder zu den Schwachsinnigen und manipulieren nur.)
2. In dem Text vom österreichischen Zentrum für Reisemedizin werden alle Entwicklungsländer in einen Topf geworfen und gleich negativ beurteilt. Das finde ich schwierig. Die Bandbreite der Entwicklungsländer ist sehr groß.
3. Es wird vor klimatischen Problemen gewarnt und dann Griechenland empfohlen. In Griechenland gibt es in fast jedem Sommer Spitzentemperaturen, die über den Temperaturen des namibischen Sommers liegen . In Namibia kann man genau so wie in Griechenland großer Hitze durch die Wahl der Reisezeit vorbeugen, dann entfällt der Problempunkt.
4. Es wird vor allem auf Durchfallerkrankungen in tropischen Ländern und die Gefahr der Dehydrierung für das Baby hingewiesen. Namibia hat ein arides Klima und es ist auch kein typisches Durchfallland. So wie Kakerlaken und Bettwanzen im Übrigen auch kein großes Problem sind. Das hat u.a. schlicht klimatische und historische Gründe. Der Problempunkt entfällt.
5. Es wird angesprochen, wie lange man teilweise bis zu einer vernünftigen ärztlichen Versorgung braucht. Noch mal Griechenland: Auf vielen griechischen Inseln braucht man gern 5 und mehr Stunden bis man eine gescheite Klinik erreicht hat. Da bin ich in Namibia bei vielen Reise-Routen schneller in einer brauchbaren Klinik.
Ein Urteil ist letztlich immer nur im konkreten Einzelfall möglich, wenn man Reiseland, Reiseroute, Reisezeit, Reisebackground der Eltern, Anamnese des Kindes, usw. berücksichtigt. Das man von Fernreisen mit Kleinstkindern pauschal abraten müsste, sehe ich weiter nicht.
Beste Grüße
Guido.
BTW: Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage aus 2015 ist die Hälfte (exakt 49%) aller 12jährigen Kinder in Deutschland noch nie allein auf einen Baum geklettert - was nicht an den Kindern, sondern an den Erwachsenen liegt. Einige werden vielleicht gewisse thematische Parallelen erkennen. Andere halt nicht. Das soll es dann auch endgültig von mir zu dem Thema und für die nächsten Monate gewesen sein.