Namibia mit einem 10 Monate altem Kind

62 Antworten · 9'410 Aufrufe · gestartet 16. Juli 2015 von andy_y
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Themenstarter22 Beiträge · seit 201016. Juli 2015 · #1
Liebe FoMis,

wir überlegen uns, mit unserem 10 Monate alten Sohn Namibia zu bereisen. Da wir schon öfters vor seiner Geburt dort waren, würden wir dieses Mal nur den Etosha machen und wegen der Malaria auch nicht weiter nach Norden reisen. Wir haben uns eine Tour vorgestellt mit einigen Zwischenetappen und längeren Aufenthalten an den einzelnen Lodges (mindestens 2 Tage), da wir die Autozeiten kurz halten wollen. Im Etosha gibt es an den Lodges ja in der Regel einen Pool, sodass wir auch mal den Mittag dort verbringen könnten.

Wir haben in den Lodges zwar schon öfters Kinder gesehen, aber Babys eigentlich nur sehr selten. Hat das jemand schon mal gemacht? Wie ist die Akzeptanz bei Lodge und Mittouristen? Was sind Eure Erfahrungen? Was sollten wir beachten???

Viele Dank für Eure Antworten und viele Grüße,

Andreas
4'140 Beiträge · seit 200916. Juli 2015 · #2
Lieber Andreas,
sei mir bitte nicht böse, aber ich hatte auf einem Flug nach Namibia mal direkt vor mir ein Baby, etwas auch 10 Monate alt, das 8 Stunden durchgeschrien hat und erst ganz am Schluss, als es das Frühstück gab, ruhig war. Daher ist mein persönlicher Rat eher ablehnend, zumal ich auch in einer Lodge, wo ich die Stille genießen möchte, nicht begeistert wäre. Das hat aber gar nichts damit zu tun, dass ich grundsätzlich ein Kinderfeind wäre, im Gegenteil, ich habe viele Jahre meines Lebens mit ihnen gearbeitet.
Auch würde ich weder die Verantwortung noch die Strapazen für Erwachsene und Kind (Hitze!) auf mich nehmen wollen.
Wie gesagt, nichts für ungut.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
1'737 Beiträge · seit 201016. Juli 2015 · #3
Hallo Andreas

Ich kann mich Burschi nur anschliessen. Ihr hattet eine Tolle Zeit zum Reisen. Dann habt Ihr Euch ein Kind gewünscht. Nun ist es da. Gratulation. Für mich bedeutet dies aber, das die nächsten 3 bis 5 Jahre der Urlaub nach den Bedürfnissen des Kindes und nicht der Eltern geplant werden sollte. Mecklenburg Vorpommern mit Seen zum am Wasser planschen und Waldspaziergängen wäre so etwas. Man muss den üblichen Tagesrhythmus des kleinen Kerl nicht ändern. Das Kind hätte nichts von Namibia und die Eltern sicher auch nicht viel. Etosha ist Malariagebiet. Wollt Ihr das wirklich riskieren. Ein einziger Stich kann ausreichen. Überleht Euch das gut.

LG
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
663 Beiträge · seit 201516. Juli 2015 · #4
10 Stunden Flug sind für ein Kleinkind nichts, und die ganze Fahrerei auch nichts. Wir haben auf unserer Reise in einer Lodge ein ca. 1,5-2 Jahre altes Kind gesehen - als wir am Abend ankamen saß es mit den Eltern im Restaurant und hat geschrien. Am nächsten Morgen saßen sie beim Frühstück, das Kind hat geschrien. Als wir das Auto eingeladen haben haben sie nebenan ihres eingeladen, das Kind war immer noch am Schreien. Und hat sich sichtbar gegen das Einsteigen gewehrt... Ich glaube nicht, dass die Eltern Spaß an dem Urlaub hatten. Klar kann man vom einen Kind nicht auf das andere schließen, aber das Risiko ist denke ich sehr groß.

Du musst Dir außerdem bewusst sein, dass ein Namibia Urlaub mit kleinem Kind mit starken Einschränkungen verbunden ist. Du kannst viele Sachen wie Wanderungen einfach nicht machen. Dein Urlaub wird nicht vergleichbar sein mit Deinen bisherigen Namibia-Urlauben.

Ich schließe mich da Burschi zu 100% an, jetzt habt Ihr Euch für ein Kind entschieden, dann muss auch die weitere Urlaubsplanung erst einmal kindgerecht werden. Und eine Namibia-Safari ist dies nicht.
2'060 Beiträge · seit 201316. Juli 2015 · #5
Hallo Andreas,

ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen, habe auch schon im Flugzeug stundenlanges Weinen von Babys erlebt. Das ist weder für das Kind noch für die Eltern geschweige denn für die anderen Fluggäste ein Vergnügen.

Es kann gut gehen, aber die fremden Eindrücke samt Klima können das Kind auch total irritieren, so dass ihr wenig Genuss haben würdet - das kann niemand vorhersehen.

Wenn ihr es dennoch durchziehen wollt, bitte darauf achten, dass ihr Unterkünfte wählt, wo die einzelnen Häuser/Zelte weit auseinander stehen, um Belästigung anderer zu minimieren.

Ich habe zwei Kinder groß gezogen und kann Christa nur zustimmen. Für das Glück, ein gesundes Kind zu haben, sollte man einige Jahre auf ebendieses Rücksicht nehmen können. Langer Flug, stundenlanges Fahren im Auto, Hitze, Malaria-Risiko - ich würde es nicht riskieren wollen.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
2'610 Beiträge · seit 200716. Juli 2015 · #6
Hallo Andreas,

unsere Freunde waren/sind begeisterte Namibia-Reisende. Da kamen 2 Kinder in Abstand von 2 Jahren und Nambia wurde von ihnen auf Eis gelegt. Jetzt sind die Kinder 6 und 8 und sie planen für 2017 mit ihnen zu reisen.

In der Zwischenzeit machen sie Urlaub an der Ostsee und auf dem Bauernhof- nicht, dass es die Eltern besonders interessierte, sie machten es für ihre Kinder!

Also, 4-5 Jahre sind schnell vorbei und dann kannst du eine altersgerechte Namibia-Tour planen- bis dahin eben altersgerecht fürs Kind.

Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
338 Beiträge · seit 201516. Juli 2015 · #7
Hallo Andreas
ich kann jetzt leider nicht von anderen leuten berichten die....., sondern nur meine erfahrungen mit einem kleinen kind wiedergeben. mein tipp wäre: warte noch ein bißchen bis der/ die kleine wenigstens laufen kann und das versteht und umsetzen kann was die eltern sagen. es gibt nichts nervigeres als schreiende kinder im flieger, aber wenn sie groß genug sind und kapieren was es heisst : schlucken bei druck auf den ohren etc wird alles leichter.
wir waren mit unserem mäuschen 5 1/2 wochen in südafrika , sie war 20 monate alt. blyde river, 10 tage krüger, 6 tage kosibay, hluhluwe, weatland park, dusk to dawn , joburg.
für südafrika spricht das engere netz der b&b , in 2 stunden mittagsschläfchen kommt man 150 km weit und die bessere versorgungslage in bezug auf obst und süssigkeiten 😗 .der rythmus des kindes ist entscheidend für das gelingen der reise.
aussteigen nach einem gamedrive und den sundowner einnehmen ? nein , fangen spielen und verstecken, oder wie bei dusktodawn tiere anschauen, streicheln oder im pool plantschen ist die devise.
und da ich ja ein ganz böser bin hab ich es 2013 tatsächlich gewagt mit meinem damals 5 jährigen sohn , ohne mama und schwester, nur 2 große brüder mit einem freund waren noch dabei, 5 1/2 wochen im dachzelt von windhuk, khaudom , caprivi, chobe , moremi zu fahren . 2 mußten dann heim und wir 3 ,sohn 5 und 25 und ich sind noch 1 woche in den CKGR. erst dann kam mama mit schwester. es ist immer noch erstaunlich wieviel er von der reise berichtet. ab einem bestimmten alter kann man mit kindern alles machen, aber eben anders. Die kinder sind nicht das problem, meistens sind es die eltern.
in diesem sinne
liebe grüße
gerhard
835 Beiträge · seit 200616. Juli 2015 · #8
Hallo Andreas,

wir gehören zu den mit Kind Reisenden. Allerdings ist unsere Tochter inzwischen sechs und war 3 1/2, als wir sie das erste Mal mit nach Südafrika genommen haben.

Man kann sicher nicht pauschal sagen, dass man mit Kindern nur Urlaub an der Nordsee oder auf dem Ponyhof o.ä. machen sollte. Ich kann meinen Vorschreibern allerdings in dem Punkt beipflichten, dass ich 10 Monate für eine solche Reise noch zu früh finde. Eurer Kind hat absolut nichts davon. Es merkt nur die deutlich veränderte Umgebung, und das ist in aller Regel für euch und das Kind mit erhöhtem Streß verbunden. Gerade ein Besuch des Etosha ist (mal abgesehen vom Malariarisko) mit in der Regel stundenlangen Gamedrives verbunden. Wenn ihr nicht gerade ein ausgesprochenes Schlafkind habt, wird euch das keinen Spaß machen.

Wartet mit solchen Sachen noch 3 oder 4 Jahre. es kommt nach meiner Meinung sehr auf das Kind an, ab wann welche Aktivitäten möglich sind. Wir achten bei unseren Planungen immer sehr darauf, dass wir sicher sind, dass unser Kind den Anforderungen auch gewachsen ist. Eine private Lodge mit geführten Game-Drives hatten wir erst im Programm als ich sicher war, dass unsere Tochter auch so lange still sitzen würde und die anderen Gäste nicht durch sie gestört wären. Alles andere wäre mich nämlich Streß und kein Urlaub.

Wenn ihr mit Kind unbedingt nach Afrika wollt, würde ich euch Kapstadt und ein bisschen Gartenroute vorschlagen. Immer mindestens 4 Nächte an einem Ort, eventuell sogar ein Ferienhaus mieten. Strandtage, nicht allzuviel Aktivtäten. Wobei dann natürlich immmer noch das Thema Flug bleibt. Das ist bei einem so kleinen Kind schwer zu steuern. Ich persönlich würde Afrika noch ein paar Jahre warten lassen und es dann gemeinsam mit eurem Kind richtig genießen.

Viele Grüße
Susanne
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
Gast16. Juli 2015 · #9
Hallo,

grundsätzlich ist Namibia auch mit Baby machbar. Abraten tun in der Regel vor allem die, die nie solche Reisen mit kleinem Kind gemacht haben und keine eigenen Erfahrungen zu dem Thema haben. Die mit eigenen, konkreten Erfahrungen zu dem Thema beurteilen das meistens differenzierter und positiver. Gern kommt bei so einem Thema auch die verbreitete Kinderfeindlichkeit in Deutschland zum Ausdruck. An ein unauffälliges Baby beim Flug erinnert sich später niemand. Wenn man 10 Stunden von einem Baby genervt wurde, erinnert man sich sehr lange daran. Deshalb ist die Wahrnehmung da etwas verzerrt.

Seid Ihr mit dem Kind schon geflogen und wie ist das gelaufen? Es gibt Babies die schlafen beim Nachtflug bis auf 1-2 "Futterpausen" praktisch durch und andere schreien die ganze Zeit. Ohne vorherigen "Testflug" gleich als allerersten Flug einen 10stündigen Langstreckenflug zu machen, wäre keine gute Idee. Einige Babies haben aufgrund der Anatomie ihres Ohres grundsätzlich Probleme mit dem Druckausgleich und es wäre schlecht, dass erst bei einem10Stunden-Flug festzustellen. Bevor Ihr irgendetwas plant, solltet Ihr auch erst mal mit einem zu dem Thema qualifizierten Kinderarzt sprechen.

Die Malariagefahr lässt sich durch Wahl der Reisezeit und Reiseroute im Prinzip auf null senken. Hitze und ähnlichen Problemen lässt sich durch Wahl der Reisezeit ebenfalls vorbeugen - auch in Deutschland kann es mal 35 Grad und mehr im Sommer geben. Ob Ihr das Kind durch den Wald in Mecklenburg-Vorpommern tragt oder durch Namibia fahrt, ist dem Kind herzlich egal. Hauptsache Ihr als Eltern seid dabei und habt Zeit für das Kind. Es ist völlig legitim, dass Eure Reisewünsche auch eine Rolle spielen und Ihr braucht Euch da kein schlechtes Gewissen einreden zu lassen.

Es gibt übrigens wissenschaftliche Studien u.a. von der Uni Heidelberg, die besagen, dass die exotischen Sinnesreize auf Fernreisen die Entwicklung des Gehirns fördern. Kinder die schon sehr früh exotische Ländern bereisten, zeigen später bessere Leistungen in der Schule.

Zusammengefasst: Es hängt alles von den konkreten Umständen im Einzelfall ab. Das Reisen mit so kleinen Kindern erfordert mehr Vorbereitung und bringt Einschränkungen mit sich. Man kann nicht Jedem pauschal zu solchen Reisen raten, aber keinesfalls muss man pauschal abraten.

Beste Grüße

Guido
1'794 Beiträge · seit 201316. Juli 2015 · #10
Hallo Andreas, euer Kind hat ja nun wirklich gar nichts von der Reise 😉 , kann weder Tiererlebnisse noch Landschaft begreifen und genießen!

Wir haben mit unserer Tochter gewartet bis sie 7 Jahre war-haben alternativ Ostssee,Bauerhof,Spanien,Schweden etc. gemacht-dann allerdings Gas gegeben und jetzt waren wir schon 10mal im südlichen Afrika!

Es war genau die richtige Entscheidung 🙂 !

Ich würde mich gedulden auch wenn es den Eltern schwer fällt auf Afrika zu verzichten. 😈 !

LG NOGRILA
33,1k Beiträge · seit 200616. Juli 2015 · #11
Hallo Andreas,

machbar ist es, aber weder ihr noch Euer Kleinkind werden viel von der Reise haben. Viele Lodges erlauben z.B. keine kleinen Kinder auf Gamedrives, so dass einer von Euch dann auch immer "zu Hause" bleiben müsste usw. Ich würde damit - so schade es ist - noch 2-3 Jahre warten. Andere Unterkünfte erlauben auch schlichtweg keine Kinder. Auf Game Drives mitnehmen kann man Kleinkinder z.B. auch auf dem Midgard Country Estate, der Africa Safari Lodge.

Wir machen zwar auch diverse Fernreisen seitdem unser Sohn 10 Monate ist (u.a. nach Deutschland - aber Familienbesuch und keine Rundreise), aber so richtig etwas davon haben hat er erst seitdem er 30 Monate ist.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'844 Beiträge · seit 201116. Juli 2015 · #12
Hallo Andreas,

einen Teil der Elternzeit wie angedacht zu verbringen, kann ich gut verstehen. (bin seit 3 Monaten Oma 🙂 )
Aber ob der Etosha mit einem Kleinkind das Richtige ist, bezweifle ich stark.
"Die Autozeiten kurz halten" - ist in NAM schon etwas schwierig, die ärztliche (und Apotheken-)Versorgung im Notfall auch nicht.
Da finde ich Südafrika - hier das Gebiet der Gardenroute - wesentlich angebrachter und für alle entspannter.
Wenn ihr Euch dort jeweils (vl. für eine Woche) eine Ferienwohnung, Haus, Chalet mietet, könnt ihr dem Kind gerecht werden, denn ein 10 Monate altes Kind liegt ja nicht mehr nur im Kinderwagen, will seine Welt schon begreifen.

(Ich sende Dir gern einen Link mit einer Tour mit Baby in SA.)

Viele Grüße
Strelitzie
133 Beiträge · seit 201316. Juli 2015 · #13
Hallo Andreas,

ich möchte mich mit meinen Erfahrungen grob an Guidos Beitrag anlehnen.

Ich hatte unlängst auf einem Inlandsflug eine Mami mit schreiendem Baby neben mir sitzen. Das Kind ließ sich leider nicht beruhigen. Der Flug dauerte eine Stunde, es war ein absehbarer Zeitraum, mich hat es nicht gestört.
Bei 10 Stunden Langstrecke sähe das vielleicht anders aus.... ich habe die Erfahrung bis dato aber noch nicht gemacht, eher im Gegenteil.
Bei unserem Flug von Johannesburg nach Frankfurt 2012 saß direkt vor uns ein junges Pärchen, die mit ihrem Baby gereist sind. Dies war im Gegensatz zu unserer nervige Sitznachbarin, die uns Lufthansa am Rückflug in unserer Dreierreihe bescherte, überhaupt nicht anstrengend. Zu warm, zu kalt, Durst, Hunger, alles mehrfach mit Tüchlein desinfiziert, Decke und Kissen, die ausgeteilt wurde, zu "unbequem", nach etwas Verspätung bei Abflug gefühlte 50 mal die Stewardess genervt ob wir es jetzt auch wirklich auf die Minute pünktlich nach Frankfurt schaffen, "sie sind im schlaf an mich gekommen", das "geflackere" des Bordentertainment störe ihren Schlaf....

Wir hätten sie gerne gegen das Baby ausgetauscht. Dies schlief die meiste Zeit friedlich, ansonsten war es mit essen, rasseln usw. beschäftigt.

Vielleicht sind ja die Ohrstöpsel von Cirrus Healthcare was für den Nachwuchs. Sie werden in einer Einheitsgröße von 1-11 Jahren angeboten. Ob das dann beim 10 Monate alten Baby schon funktioniert...? Wenn ja wäre auf jeden Fall was gegen unangenehme Druckänderungen in der Flugzeugkabine getan.

Ich kann euch auch noch das erlebte eines sehr gut befreundeten Paares schildern. Diese nutzten die Elternzeit um eine 4-wöchige Rundreise an der Westküste der USA vorzunehmen. Der Flug und die Reise waren unproblematisch, sie würden die Reise jederzeit wieder antreten.

Eine pauschale Aussage ob euer Kind sanft wie ein Lämmchen schläft oder den Großteil des Fluges schreit lässt sich natürlich nicht treffen. Die Chance auf einen nervigen Sitznachbarn lässt sich aber auch nur minimieren wenn 2-4-2 angeboten wird... 😉

Aus bereits von Guido genannten Gründen würde ich allerdings auch eher Südafrika bevorzugen.

Grüße, Markus
"with the lights out it's less dangerous"
570 Beiträge · seit 201116. Juli 2015 · #14
Nur noch eine Gegenteilige Erfahrung:

Guter Freund war mit seinem 2 Monatigen kleinen für 3 Monate in Neuseeland. Ist zwar ein anderes Land, der Flug aber doch hier relevant. Sie haben den Flug in Teilen gemacht (glaube 2 Tage Dubai 2 Tage Singapur). DAs war scheindbar gut so.

Vor Ort: Seine ERfahrung: Es ging nicht um das Land oder den Urlaub. Es ging darum als Familie zusammenzuswachsen. 3 Monate ohne Angehörige die zum Besuch vorbeikommen zu leben. 3 Monate mit Einfachen Mitteln ein Kind zu haben. In Deutschland verfällt man ja schnell in den Wahn, dass man 1000 Sachen braucht, Flaschendesinfizierer,..... Beim Camping fällt das alles weg. GEnossen haben sie Neuseeland deswegen trotzdem.

Ist natürlich auch in einigen Bereichen ein geeigneteres Land als Namibia.

Wobei wir beim letzten Mal Einfahren in den Chobe von Namibia aus im Caprivi auch 2 im VW Bus mit Kleinkind vor uns hatten. Laufen konnte der definitiv noch lange nicht. Die schienen mir sehr zufrieden in ihrer Situation zu dritt durch die Welt zu fahren.

LG
Amos
5 Wochen Namibia - Caprivi und Zurück http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/260644-there-and-back-again.html?rb=0
1'003 Beiträge · seit 200816. Juli 2015 · #15
Hallo Zusammen,
ich bin da ganz bei Guido.
Die meisten raten ab, weil es ihnen um ihre möglicherweise auftretenden "Störungen" durch das (Klein)Kind geht - entweder im Flugzeug oder in der Unterkunft.
Klar gibt es das, aber bei den AN Flügen bisher waren es immer (ältere) Leute, die sich lautstark unterhalten, nach entsprechendem Alkoholgenuss auch lauter oder an jedem Stuhl festhaltend und rüttelnd 10 mal zur Toilette mussen oder sich, weil sie nicht zusammen sitzen konnten, neben meinen Stuhl stellen mussten, um mitten in der Nacht stundenlang zu quatschen. Auf den Campsites stören nicht die schreienden Kinder, sondern die angetrunkenen Camper, die die halbe Nacht (aufgrund des steigenden Alkoholpegels imm lauter werdend) ihre Mitcamper mit ihren Unterhaltungen beglücken.

Wir haben die Zwerge mitgeschleppt seit sie "neu" sind. Weder gab es 48 Pausen während der Autofahrten noch hatten die ein Problem mit dem langen Fliegen. Klar können die sich vielleicht nicht an die Reise erinnern, aber die Eltern können es und das sind tolle Familienerlebnisse. Die Kinder gehen unterschiedlich mit Reisen um. M.E. können sie das besser, wenn man sie frühzeitig dran gewöhnt. Unsere haben kein Problem mit einem ganzen Tag im Auto oder 11 Stunden im Flieger. Aber jedes Kind ist da anders, dass stimmt.

Die gesundheitlichen Risiken müssen die Eltern natürlich selbst einschätzen.

Gruss
Christian
3 Beiträge · seit 201516. Juli 2015 · #16
Geht hin ..... unbedingt !!!

Ich war zwei Wochen alt... da haben mich meine Eltern für 6 Jahre nach Kenia verfrachtet.
Unsere Tochter war 4 Monate alt als wir die ersten 9 Stünder hinter uns gebracht haben.
Ist vielleicht ein Zufall... aber ich kann mich an keine Flug erinnern der Stress gemacht hat.
Mein Lachen bei den Tom und Jerry Filmen hat vermutlich mehr Leute im Flieger gestört als unsere schlafenden Kinder.

Ideal ist bestimmt wenn ihr einen Sitz bekommt bei dem ihr das Kind in eine ideale Schlafposition legen könnt.
Wenn möglich ein Nachtflug.
Seit einfach entspannt. Euer Kind merkt das mehr als ihr glaubt. Der Rest kommt von alleine.

Haut rein .... geniesst die Zeit ...
2'462 Beiträge · seit 200616. Juli 2015 · #17
Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Kinder habe, aber mir ist unklar, wieso Eltern jahrelang Urlaub auf dem Bauernhof machen sollten, wenn man sich hier doch überwiegend einig ist, dass das Kind sich eh nicht wird erinnern können.. 😗

Ich bin als Kleinkind zwar nicht viel geflogen, aber sehr viel autogefahren mit meinen Eltern. Die waren überzeugt, dass sie unsere Bedürfnisse, die sie als "Essen, Schlafen, Knuddeln" umrissen, überall erfüllen können, auch beim autofahren..

In Südafrika gibt es sicher genügend Unterkünfte, in denen Kinder erlaubt sind, aber auch in Namibia habe ich schon Kleinkinder in den Lodges gesehen. Manchmal mussten die Eltern dann ein Game Drive Fahrzeug extra für sich buchen, damit die anderen Gäste nicht gestört werden.
Wobei das für mich schwer nachzuvollziehen ist, denn die lauten, angetrunkenen Erwachsenen müssen kein Extra-Fahrzeug buchen 🙁

Ich gebe Guido gern Recht, an das schreiende Kind erinnert man sich noch lange, aber oftmals sind die auch ganz lieb und ruhig.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
439 Beiträge · seit 200917. Juli 2015 · #18
Verstehe auch nicht, wo das Problem sein sollte, mit einem Kleinkind nach und durch Namibia zu reisen. Gibt dort schließlich auch Babys, und die leben deutlich weniger Komfortabler als die eines Touristen.
Ein paar Tipps: Nehmt die Autositzwippe von Zuhause mit, damit der Kleine bequem und sicher sitzt. Für die Nacht empfehle ich die Mitnahme eines Reisebettes mit Moskitonetz. Eine kleine Wanne, vor Ort gekauft, oder ein Mini-Mini-Mini-Aufblasplanschbecken sorgt für Abkühlung und Abwechslung unterwegs. Lasst euch dafür vom Autovermieter einen oder zwei Extrakanister für Badewasser mitgehen.
Und für den Flug: Denk über Business nach, da sind die Leute in der Regel entspannter als die in der Eco eingepferchten Dauernörgler. Hatte vor einigen Wochen bei einem Langstreckenflug eine Mutter mit Baby vor mir sitzen. Das Kind hat den größten Teil der Strecke in der vor dem Sitz angebrachten Koje geschlafen.
5'479 Beiträge · seit 200917. Juli 2015 · #19
Wenn ich sehe, wie viele Südafrikaner mit Babys die Nachbarländer bereisen, kann das nicht so problematische sein. Für die ist das so, als würden wir nach Österreich oder Italien fahren.

Warum sollen sich Eltern immer Einschränken? Das ist einer der Gründe, weshalb in Deutschland immer weniger Menschen Kinder wollen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
27 Beiträge · seit 201417. Juli 2015 · #20
Hi andy_y,

wir werden dieses Jahr erstmals nach Namibia fahren (unsere Kids sind 10 und 16), aber wir haben sie immer mit auf Reisen genommen, daher kann ich dir diese - für euch relevanten - Erfahrungen, sortiert nach Alter, weitergeben und euch evt. Lust auf ein anderes Land machen, bis sich euer Kind auf eigenen Füßen fortbewegen kann 😉
(Übrigens haben unsere Kinder auf Flügen nie geschrien. Es gibt solche und solche... ):

Als unsere Jüngste 5 Monate alt war, sind wir mit unseren VW-Bus durch Norwegen gefahren. Wir konnten anhalten, wenn sie danach verlangte, und weiter fahren, wenn sie wieder schlief. Und das Klima war prima 😉
Wenn ihr die Reise mit so kurzen Fahrten und längeren Aufenthalten plant, ist es ja praktisch, nur - ein 10 Monate altes Kind will sich viel bewegen und krabbeln, das würde ich in einem Land mit Schlangen etc. nicht unbedingt ausprobieren wollen. (Ja, ich weiß, sie schleichen normalerweise sofort von dannen, aber will man es testen?)
In dem Alter fassen sie auch noch ALLES an, so schnell kann man gar nicht schauen...

Als unser Großer "kurz vor 2 J." war, sind wir 4 Monate durch ganz Schweden gereist (tw. Zelt, tw. Ferienhäuser), was absolut entspannt war, weil er überall herumlaufen konnte und Schweden überall auf Kinder eingestellt ist!

Als er zweieinhalb war, sind wir einen Monat mit unserem VW-Bus durch Island gefahren - er hat noch Jahre später davon geschwärmt! Auch die - lange! - Fährfahrt fand er toll.
Freiheit pur, kein Verkehr, keine Gefahren (na gut, an heißen Quellen etc. oder bei einer Wanderung am Berg war er natürlich immer am Gurt!).

Überhaupt finde ich ganz Nordeuropa perfekt für kleine (und große ;-)) Kinder - es ist nicht so wahnsinnig heiß, es ist nicht überfüllt, Kinder werden überall akzeptiert, kaum Gefahren,...
Der Süden Europas ist uns persönlich zu heiß und zu überfüllt. Wir sind auch keine Strandlieger.

Wenn man Kinder beizeiten daran gewöhnt, brauchen sie auch keinen Strand! Wir Eltern wären verrückt geworden, wenn wir uns einen ganzen Tag am Strand hätten aufhalten müssen, weil wir das einfach nicht mögen. Und wenn die Eltern ständig auf heißen Kohlen sitzen, sind die Kinder auch unentspannt.

Dazu ein Erlebnis in Costa Rica:
Da wir uns im Vorfeld viel Blödsinn anhören mussten ("Was, so ein langer Flug? Wollt ihr mit dem Kind nicht lieber mal einen Strandurlaub machen?"), haben wir vor Ort nach viel Fahrerei und Wanderungen beschlossen, für unseren armen, 5jährigen Sohn einen Strandtag einzulegen. Sind am Strand herumgehopst, um Schlangen zu verscheuchen, haben unsere Bücher ausgepackt und ihm Eimerchen und Schäufelchen in die Hand gedrückt.
Keine 5 Minuten waren vergangen, da stand er vor uns und fragte: "Was ist jetzt, wollen wir nicht mal weiter fahren? Wir sind doch hier, um das Land kennen zu lernen, und nicht um am Strand rum zu sitzen! Buddeln kann ich auch zu Hause im Garten..." Was waren wir schnell wieder unterwegs!

Also, erst als die Kinder jeweils 5 aufwärts und absolut vernünftig und zuverlässig waren (klar, auch da muss man je nach Kind entscheiden!), haben wir uns in die Tropen etc. gewagt.
Ein Kind muss verstehen, dass "Heb keinen Stein hoch! Lass den Stock liegen!" dies auch bedeutet und absolut eingehalten werden muss!

Wo auch immer ihr hin fahrt, ich wünsche euch viel Spaß und ein ebenso reisefreudiges Kind!