Namibia mit einem 10 Monate altem Kind

62 Antworten · 9'410 Aufrufe · gestartet 16. Juli 2015 von andy_y
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Gast17. Juli 2015 · #21
Wir sind mit unseren Kindern schon vom Säuglings/Babyalter weg abends außer Haus gegangen, auf Besuche etc., sind verreist, auch per Camping, alles kein Problem. Dabei gewöhnen sie sich auch an fremde Gesichter und Umgebungen und reagieren dann später nicht gleich verunsichert. Vor dem Krabbelalter ist das sogar einfacher als danach.
@Fliegen: Wer schon mit verstopften Tuben geflogen ist, weiß wie weh das tun kann. Anstatt die hilflosen Würmchen im Flieger zu bedauern, werden sie als Zumutung empfunden?!?

@Krankheitsgefahr. Wenn ich mir anschaue, mit welcher Endlosschleife von Laus- und Wurmbefall, Darminfektionen etc durch Kindergarten und Schule, Pilzinfektionen und Blasenentzündungen durch öffentliche Bäder, Lärm und schlechter Luft und Bronchialprobleme etc. manche Großstadtkinder konfrontiert sind, kann ein Afrikaurlaub in der hier bevorzugten Weise Erholung pur sein.

Grüße
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2015
2'060 Beiträge · seit 201317. Juli 2015 · #22
leser schrieb:@Fliegen: Wer schon mit verstopften Tuben geflogen ist, weiß wie weh das tun kann. Anstatt die hilflosen Würmchen im Flieger zu bedauern, werden sie als Zumutung empfunden?!?
Als Zumutung empfinde ich nur die Eltern, die ihren Babys so etwas antun. Es mag Fälle geben, wo man aus familiären oder beruflichen Gründen mit einem kleinen Kind einen Langstreckenflug unternehmen muss - aber ansonsten würde ich persönlich das vermeiden, bis man dem Kind klar machen kann, was es zum Druckausgleich tun kann.

Meiner Meinung nach gibt es konkrete, vor allem gesundheitliche Gründe, die dagegen sprechen - was ja nicht besagt, dass es nicht auch gut gehen kann. Ich finde es jedenfalls unangemessen, hier gleich Kinderfeindlichkeit o. ä. zu unterstellen.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
33,1k Beiträge · seit 200617. Juli 2015 · #23
Moin zusammen,

das man mit Kleinkind/Baby nach und durch Namibia reisen kann, steht doch außer Frage. Die Frage ist doch eher, was es einem (den Eltern) oder dem Kleinkind bringt. Fakt ist: durchaus nicht wenige Unterkünfte in Namibia (Südafrika...) akzeptieren kleine Kinder gar nicht. Die meisten Lodges erlauben auf keinen Fall kleine Kinder auf Game Drives. Man fährt also durch Namibia, kann aber - u.a. bei den einzelnen Unterkünften - nicht viele Aktivitäten machen etc.

Da ist eben die Frage, ob es dann dennoch Namibia als Reiseziel sein sollte, man sich ein "kinderfreundlicheres" Ziel aussucht oder eben noch zwei Jahre oder so mit der Reise nach Namibia wartet...

Ich persönlich reise mit meinem Kleinkind überall in Namibia (und auf der Welt) hin. Aber ich würde z.B. nicht nach Erindi fahren um in der Lodge zu sitzen, denn Gamedrives gehen eben nicht, oder mich bei 45 Grad ins Sossusvlei begeben oder den Berg bei Twyfelfontein hochsteugen. Wenn einem die Fahrten zwischen den einzelnen Zielen, das Schwimmbad auf der Lodge und natürlich Etosha genug ist im Namibia-Urlaub, dann ist das ja in Ordnung.

Meiner Erfahrung nach ist der Flug übrigens das kleinste Problem - zumindest hat unser Sohn immer alles verschlafen.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast17. Juli 2015 · #24
Hallo,
Berg-Eule schrieb:
Als Zumutung empfinde ich nur die Eltern, die ihren Babys so etwas antun.
[...]
Ich finde es jedenfalls unangemessen, hier gleich Kinderfeindlichkeit o. ä. zu unterstellen.
Es gibt eine Reihe an repräsentativen Studien, laut denen Deutschland zu den kinderfeindlichsten Ländern in Europa zählt. 40% der Frauen mit Uniabschluss sind in Deutschland mittlerweile kinderlos. Die Kinderfeindlichkeit und Kinderlosigkeit ist unter besser gebildeten und besser verdienenden besonders ausgeprägt - typische Namibia-Reise-Klientel. Ich möchte das hier niemandem konkret unterstellen (ganz ausdrücklich auch Dir nicht), aber es ist pure Statistik, dass in diesem Forum eine Menge kinderfeindlicher Menschen anzutreffen sein müssen. Aber OK, Du findest diese Fakten unangemessen. Kann ich akzeptieren. Es wird dann argumentativ aber etwas eng, wenn Du es andererseits angemessen findest, Eltern als "Zumutung" zu bezeichnen, die mit ihren kleinen Kindern Fernreisen unternehmen.
aber ansonsten würde ich persönlich das vermeiden, bis man dem Kind klar machen kann, was es zum Druckausgleich tun kann.
Darf ich fragen, ob Du eigene Kinder hast und welche Erfahrungen Du bezüglich Flügen mit kleinen Kindern hast? Das hört sich nämlich exakt nach Aussagen von jemandem an, der als reiner Theoretiker auf das "Problem" blickt. Man kann Einiges machen, z.B. dem Kind zu Start und Landung einfach ein Fläschchen geben. Ist die natürlichste Sache der Welt. Es ist im Übrigen nicht so, das Babies generell Probleme beim Druckausgleich haben.
travelNAMIBIA schrieb:Die Frage ist doch eher, was es einem (den Eltern) oder dem Kleinkind bringt.
Zum einen wäre das kein Argument speziell gegen Namibia-Reisen, sondern ein Argument gegen Urlaub mit Babies und Kleinkindern generell. Zum anderen - wie schon erwähnt - bringt es für die Entwicklung des Kindes möglicherweise sehr viel.
travelNAMIBIA schrieb:Aber ich würde z.B. nicht nach Erindi fahren um in der Lodge zu sitzen, denn Gamedrives gehen eben nicht
Danke, das ist das perfekte Beispiel, wie realitätsfern die Argumentation ist. Du gehst auf Erindi einfach nicht in die Old Traders Lodge sondern in Camp Elephant und machst dann Game Drives mit dem eigenen Auto. Übrigens bewirbt Erindi explizit Game Drives für kleine Kinder unter 6 Jahren - die sind ganz sicher nicht gegen kleine Kinder. Natürlich hast Du Recht, dass es ein paar Luxus-Lodges gibt, die keine Kinder wollen. Aber wenn dann so getan wird, als würde man mit kleinen Kindern nichts von den Attraktionen im Land sehen und keine attraktive Reise zusammen bekommen, dann ist das eine absurde Verzerrung der Realität. Für die Campingfraktion gibt es mit kleinen Kindern z.B. so gut wie keine Einschränkungen.
http://www.erindi.com/activities/childrens-under-6-game-drives/

Beste Grüße

Guido (Eine Zumutung)
🤩
2'844 Beiträge · seit 201117. Juli 2015 · #25
Nur zur Erinnerung: im Ausgangspost ging es um die Frage der Akzeptanz Kleinkindern / Babies in Lodges! Und um eine Reise mit Kleinkind/ Baby in den Etosha!

Sonnige Grüße - und vl. mal durchatmen, bevor man hier das halbe Forum als latent kinderfeindlich bezeichnet. 😠

Strelitzie - Doppelmutter und Einfachgroßmutter 😉

(PS: Guido, eine Kinderlosigkeit ist vl. nicht immer freiwillig und gewollt!!!!)
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2015
1'737 Beiträge · seit 201017. Juli 2015 · #26
Zum einen wäre das kein Argument speziell gegen Namibia-Reisen, sondern ein Argument gegen Urlaub mit Babies und Kleinkindern generell. Zum anderen - wie schon erwähnt - bringt es für die Entwicklung des Kindes möglicherweise sehr viel.
Guido,

was meinst Du denn mit "möglicherweise viel"? Du spricht doch sonst nur von statistischen Fakten, die jeder hier zu akzeptieren hat. Persönliche Meinungen sind doch bei Dir nicht erlaubt. Soll "möglicherweise viel" etwa heissen, was das Baby nicht umbringt, macht es stark.

Meine Schlussfolgerung: Ich habe als deutsche studierte Frau versagt, da zwei Kinder in die Welt gesetzt. Ich habe als Mutter versagt, weil ich meine Jungs im Baby- und Kleinkindalter an der Entwicklung gehemmt habe.

Soll jeder tun, was er für sich und seine Kinder gleich welchen Alters für richtig hällt. Mir völlig egal. Akzeptiert aber bitte, dass es zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen gibt.
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2015
33,1k Beiträge · seit 200617. Juli 2015 · #27
OFF TOPIC
-----------------
Hi Gudio,
Zum einen wäre das kein Argument speziell gegen Namibia-Reisen, sondern ein Argument gegen Urlaub mit Babies und Kleinkindern generell.
bitte? 99,9% der Deutschen reisen z.B. mit ihren kleinen Kindern in ein Familienhotel in der Türkei o.ä. Sowas gibt es in Namibia nicht. Das ist das klassische "Reisen mit Kindern". Ob man das mag ist eine ganz andere Frage (ich z.B. mag es nicht)
Danke, das ist das perfekte Beispiel, wie realitätsfern die Argumentation ist. Du gehst auf Erindi einfach nicht in die Old Traders Lodge sondern in Camp Elephant und machst dann Game Drives mit dem eigenen Auto. Übrigens bewirbt Erindi explizit Game Drives für kleine Kinder unter 6 Jahren - die sind ganz sicher nicht gegen kleine Kinder.
stimmt - wenn man im Urlaub gerne kochen will... Auf das Kinder-Gamedrive-Angebot von Erindi habe ich als Argument gewartet 😉 Hast Du den schonmal mitgemacht? Der ist am späten Vormittag zur schlechtesten Wildbeobachtungszeit - da siehst Du aber auch rein gar nichts, es wird nicht bei großen und gefährlichen Tieren gehalten etc. Wenig erquickend sage ich Dir, hab es schon ausprobiert.

Zudem, vielleicht ist es nicht klar geworden, habe ich absolut nichts gegen Reisen in Namibia mit kleinen Kindern gesagt, ich habe nur einiges zu Bedenken gegeben. Mein Sohn "muss" auch überall mit hin. Ich bin als wenige Monate altes Baby nach Westafrika ausgewandert, war immer und überall als Kleinkind auf Reisen. Es bring aber definitiv in Ländern wie Namibia gewisse Einschränkungen mit sich (wie z.B. Selbstversorgerunterkünfte, eingeschränktes Aktivitätenangebot)

Beste Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2015
2'060 Beiträge · seit 201317. Juli 2015 · #28
Guido. schrieb:
Darf ich fragen, ob Du eigene Kinder hast und welche Erfahrungen Du bezüglich Flügen mit kleinen Kindern hast? Das hört sich nämlich exakt nach Aussagen von jemandem an, der als reiner Theoretiker auf das "Problem" blickt.
Du darfst fragen und du bekommst sogar eine Antwort: Ich habe zwei Töchter, die mittlerweile um die 30 sind und trotz nicht unternommener Langstreckenflüge im Babyalter gut sozialisiert sind. 😄

Dazu:
Botswanadreams schrieb: Meine Schlussfolgerung: Ich habe als deutsche studierte Frau versagt, da zwei Kinder in die Welt gesetzt. Ich habe als Mutter versagt, weil ich meine Jungs im Baby- und Kleinkindalter an der Entwicklung gehemmt habe.

Soll jeder tun, was er für sich und seine Kinder gleich welchen Alters für richtig hällt. Mir völlig egal. Akzeptiert aber bitte, dass zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen gibt.
Dem füge ich nichts mehr hinzu.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
5 Beiträge · seit 201517. Juli 2015 · #29
Hallo Forumsmitglieder!

Als Vielreisender in ferne Länder, auch nach Afrika, habe ich schon öfters junge Ehepaare mit Kleinkindern
getroffen. Meistens hatte ich den Eindruck dass diese Eltern früher immer viel gereist sind und dieses unbedingt
beibehalten wollten. Auf das Wohl des Kindes kam es meinem Eindruck nach nicht an. Für ein Kleinkind gibt es sicher geeignetere Urlaubsländer als Namibia mit seinen extremen Temperaturen, Malariagefahren und langen Autofahrten. Man kann es machen, aber es kann auch schief gehen. Auf jeden Fall hat ein Kleinkind nichts von
so einer Reise. Je nach Alter, kann es sich ja auch nicht dazu äußern. Vernünftig sind solche Lodgebesitzer, welche Kleinkinder nicht akzeptieren. Sie werden ihre
Gründe haben.
Kritisch wird es mit Kindern, wenn sie Heimweh bekommen, nach der Oma, oder nach dem Haustier, oder
einfach nach der gewohnten Umgebung. Sie verweigern das Essen und weinen die ganze Zeit. Die Eltern
reagieren genervt und die Urlaubsfreuden sind gestört.
Im Flugzeug sollte man sich an den Kindern nicht stören denn es gibt die verschiedensten
Gründe weshalb sich die Eltern mit ihren Kindern im Flugzeug befinden.
Ich habe jedenfalls auch meine Erfahrungen machen müssen und habe meine Lehren daraus gezogen.
Ich wurde 1944 geboren und da hatte keiner diese Probleme.
Mancher Hundebesitzer verzichtet auf eine Flugreise weil er seinem Hund den Flug ersparen möchte.
Das klingt jetzt etwas gemein, aber es soll zum Nachdenken anregen.

Grüße
Dieter
1'450 Beiträge · seit 200617. Juli 2015 · #30
Hallo Dieter,

endlich mal jemand, der ganz genau das schreibt, was ich mir nicht zu schreiben gewagt hätte. Ich bin absolut derselben Meinung.
Und Du kannst sicher sein, dass Du jetzt viele nicht ganz freundliche Antworten bekommst.

Gruss Beate
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2015
7'296 Beiträge · seit 200617. Juli 2015 · #31
... je entspannter und selbstverständlicher die Eltern mit der Situation umgehen, desto entspannter ist in der Regel auch das Kind. Hektische und übermäßig besorgte Eltern übertragen ihre Unsicherheit auf das Kind. Das macht es nicht besser.

Als ich ein Kleinkind war und sicherlich auch mal nervig geschrien habe, haben es die Erwachsenen akzeptiert und toleriert. Wenn heute ein Kleinkind schreit, akzeptiere ich das umgekehrt. Das gehört nun einfach zum Miteinander. Kleine Kinder schreien halt mal und alte Leute sind an der Supermarktkasse halt oftmals langsamer und umständlicher. Wird mir eines Tages auch so gehen und dann hoffe ich, dass die Menschen hinter mir so geduldig und tolerant sind wie ich heute.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast17. Juli 2015 · #32
Hi andy_y/Andreas, was lernt ihr nun daraus, hoffentlich?!?.................fragt niemals Foren, macht es einfach….am besten als Selbstversorger, noch besser mit Camping, wird ein Spaß! Mit den meisten Campern werdet ihr keine Ruhestörungsprobleme haben, sie haben soziale Kompetenzen, statistisch gesehen, Ausnahmen sind möglich.

@Reisen mit Kleinkindern meine ich nach wie vor und aus eigener Erfahrung, dass alles im üblichen Rahmen problemlos geht, man darf bloß nicht (übermäßig) bequem sein. Campieren hat für die Kleinen einen x-fachen Spaßwert gegenüber Hotels udgl. und Afrika bietet diesbezüglich viel mehr als Europa. Was aber (meistens) eine echte Qual ist, ist mit 12-Jährigen stundenlang Kathedralen, Museum oder Bibliotheken zu besuchen, das haben wir für diese Lebensjahre einfach gestrichen.

@Kinderfeindlichkeit: Das würde ich Niemanden vorhalten den ich nicht persönlich kenne und einschätzen kann. Die meisten Kontraargumente haben, in meiner subjektiven Auffassung, viel mit Bequemlichkeit und nicht-gestört-werden-Wollen zu tun. Ob und wann dieses Klima von Nicht-Kinderfreundlichkeit zu echter Kinderfeindlichkeit mutiert mögen die ….ologen beurteilen.
Grüße
PS. Und herzlichen Dank Wolfgang/Biker, dass du daran erinnert hast, dass Kinder eben mal hin und wieder schreien, das ist nämlich vollkommen normal.
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2015
2'060 Beiträge · seit 201317. Juli 2015 · #33
Topobär schrieb:Warum sollen sich Eltern immer Einschränken? Das ist einer der Gründe, weshalb in Deutschland immer weniger Menschen Kinder wollen.
Darauf möchte ich noch einmal zurückkommen und dagegen fragen: Warum ist heute kaum mehr jemand bereit, sich überhaupt irgendwo und irgendwann einzuschränken. Vor Jahrzehnten gab es einen Schlager "Ich will alles, ich will alles - und das sofort". Das scheint mir heute sogar noch besser zu passen.

Wie ich schon erwähnte, habe ich zwei erwachsene Töchter, die ich auch so weit möglich überall mit hin nahm. Aber dies ging immer nur so weit, wie ich sicher stellen konnte, dass niemand belästigt wurde. Ich hatte immer genügend Spielzeug/Bilderbücher dabei; wenn sie dennoch unruhig wurden, ging ich - oder mein Mann - mit ihnen hinaus. Die Kinder waren früh in Konzerten dabei, aber auch da galt es für mich, sie sollten niemanden stören.

Als die Töchter sehr klein waren, machten wir Urlaub in Deutschland, danach in Nachbarländern, erst später kam auch ein gewisses Maß an Kulturprogramm dazu. Und von unseren Kindern kann ich nicht sagen, dass man mit ihnen im Alter von 12 Jahren keine Kathedralen oder Museen anschauen konnte - natürlich nicht stundenlang - aber auch das kann man kindgerecht verpacken; es macht eben ein wenig Mühe, mehr als ein Strandurlaub allemal.

Heute ist die Hemmschwelle deutlich niedriger, Kinder dürfen viel mehr, sie dürfen auch andere belästigen, und wenn die dazu etwas sagen, heißt es, sie seien kinderfeindlich.

Bin ich sicher nicht, aber ich bin der Meinung, dass Kinder altersgemäß von klein auf auch Rücksichtnahme lernen müssen. Sind sie zu klein, um das selbst zu steuern, sind die Eltern dafür verantwortlich.

Ich weiß, dass das altmodisch, ja vorsintflutlich ist - "antediluvian" nennt man Menschen wie mich im Englischen sehr treffend! 😄

Aber wie heißt es zu Recht: Die Freiheit des einen endet da, wo die Freiheit des anderen beginnt.

Um noch einen weiteren älteren Beitrag zu zitieren: Gefallen hat mir die Zusammenfassung von Guido: >>Es hängt alles von den konkreten Umständen im Einzelfall ab. Das Reisen mit so kleinen Kindern erfordert mehr Vorbereitung und bringt Einschränkungen mit sich. Man kann nicht Jedem pauschal zu solchen Reisen raten, aber keinesfalls muss man pauschal abraten.<<

Das kann ich akzeptieren.

@ Leser: Ich stimme dir und Wolfgang/Biker zu, dass es natürlich ist, dass Kinder schreien - die Frage ist nur, wie die Eltern darauf reagieren und damit umgehen ... und damit beißt sich die Katze - sprich mein Beitrag - in den Schwanz.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
1'115 Beiträge · seit 201017. Juli 2015 · #34
Darum gibt es ja immer mehr Airlines, die in klar bestimmten Compartments keine Kinder, ja nicht mal Teenies dulden.
Oder Hotels, die Gäste ab 14 Jahren willkommen heissen.

Liest mal in den Umfragen von Flugpassagieren, über was sich die Leute am meisten aufregen.

Und wenn Frau entscheidet, dass Sie vollkommen glücklich ist in ihrem Beruf und dort weitermachen möchte ohne Kinder auf die Welt zu setzten, dann ist sie kinderfeindlich.

Es stimmt, heute 'dürfen' Eltern mit (Klein-)-Kindern alles machen, jedenfalls aus Sicht der Eltern. Ob sich das Kind in 10 Jahren noch erinnern kann, dass es mal einen Elefanten in Namibia gesehen hat müsste noch bewiesen werden.

Wie wärs mal mit der Antarktis, damit das Kleinkind einen geistigen Entwicklungsschub bekommt durch die Eisberge und die Heimat der Pinguine.

Gruss Rajang
1'737 Beiträge · seit 201017. Juli 2015 · #35
Ein kleines Beispiel zum Fliegen mit Kindern habe ich noch.

Als wir am 28.06. von Arusha nach Amsterdam flogen, waren einige Kinder an Bord. Zwei zirca 3-jährige Mädchen sind uns bereits im Transit aufgefallen. Sie weinten bitterlich, weil sie völlig übermüdet waren und die Eltern hatten verdammte Mühe, sie im Flieger zu beruhigen. Sie gingen mit ihnen lange durch die Gänge spazieren, weil der Punkt, wo ein Kind diesen Alters schnell einschläft, überschritten war. (Abflug 21:00 Uhr).

Dann gab es eine junge Familie mit 4 kleinen Kindern - zwei Mädchen 3 und 5 schätze ich und Zwillinge ca. 6 Monate alt. Sie sassen schräg vor uns. Die Mädchen sind sehr schnell eingeschlafen und wir haben nichts von Ihnen gehört bis zur Landung. Die Babys wurden von den Eltern rührend versorgt. So wie eins quängelte bekam es der Papa und schaukelte es zurück in den Schlaf, auch wenn es eine halbe Stunde dauerte. Turbulenzen - Babys raus aus dem Wandbett und auf den Bauch der Eltern zum anschnallen. Turbulenzen vorbei, Babys schaukeln, bis sie wieder schliefen. Das ganze mehrfach in der Nacht. Die Eltern haben nicht eine Minute geschlafen, damit kein anderer Fluggast belästigt wird. Harte Arbeit war das und kein Urlaub.

Wir hatten es auch schon anders erlebt.
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663 Beiträge · seit 201517. Juli 2015 · #36
Guido. schrieb:Zum anderen - wie schon erwähnt - bringt es für die Entwicklung des Kindes möglicherweise sehr viel.
Sobald das Kind soweit ist, dass es etwas mitbekommt: Eventuell. Mit 10 Monaten aber sicher nicht. Im Gegenteil, sollte das Kind eben mit dem Flug oder den langen Fahrten nicht klar kommen könnte hier ein Trauma entstehen. Abgesehen davon: Ich finde das Thema "Entwicklung des Kindes" wird heute ziemlich übertrieben. Einerseits wird organisiert das die Kinder im Kindergarten schon die erste Fremndsprache lernen, andererseits müssen an den Unis die Professoren dann Elternsprechzeiten einrichten weil die Kinder noch nicht mal mit einem Bein im Leben stehen. Aber gut, führt zu weit vom Thema weg. Was ich nur sagen will: Mit 10 Monaten, lass' dem Baby seine Kindheit und denke nicht daran was der Urlaub mal für seine Karriere bewirken könnte.
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2015
7'296 Beiträge · seit 200617. Juli 2015 · #37
Berg-Eule schrieb:
Topobär schrieb:Heute ist die Hemmschwelle deutlich niedriger, Kinder dürfen viel mehr, sie dürfen auch andere belästigen, und wenn die dazu etwas sagen, heißt es, sie seien kinderfeindlich.

Bin ich sicher nicht, aber ich bin der Meinung, dass Kinder altersgemäß von klein auf auch Rücksichtnahme lernen müssen. Sind sie zu klein, um das selbst zu steuern, sind die Eltern dafür verantwortlich.
... da hast Du natürlich absolut Recht. Es ist ein Unding, kleine Kinder beispielsweise mit in ein klassisches Konzert zu nehmen, wo jeder Räusperer die Zuschauer stört. Das geht natürlich gar nicht. Bei Tierbeobachtungsfahrten haben die ganz Kleinen meines Erachtens auch nichts verloren.

Aber öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Bahn und Flugzeug oder Restaurantbesuche müssen einfach auch mit Kleinkindern möglich sein. Ansonsten schließt man Eltern mit Kindern ja komplett aus dem öffentlichen Leben aus. Macht man mit alten Menschen ja leider auch sehr oft ... --> Altersheime.

Klar, es kann anstrengend sein, stundenlang neben einem schreienden Kleinkind zu sitzen. Ist aber auch nicht schlimmer als die alkoholisierten Leute auf 'nem Campground, die die ganze Nacht in einer unangebrachten Lautstärke "diskutieren" oder morgens besonders früh abbrechen und nicht einmal versuchen, leise zu sein.

Übrigens sind schreiende Kleinkinder oft von einem auf den anderen Moment still, wenn man sie geschickt ablenkt. Klappt nicht immer, aber häufig. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 18. Juli 2015
284 Beiträge · seit 201418. Juli 2015 · #38
Berg-Eule schrieb:Darauf möchte ich noch einmal zurückkommen und dagegen fragen: Warum ist heute kaum mehr jemand bereit, sich überhaupt irgendwo und irgendwann einzuschränken. Vor Jahrzehnten gab es einen Schlager "Ich will alles, ich will alles - und das sofort". Das scheint mir heute sogar noch besser zu passen.
Das trifft aber doch genauso auf diejenigen zu, die sich von Kindern belästigt fühlen, für die zählt auch nur ihre Ruhe ihr Bedürfnis, und keine Spur von Einschräkungsbereitschaft.
Berg-Eule schrieb:Heute ist die Hemmschwelle deutlich niedriger, Kinder dürfen viel mehr, sie dürfen auch andere belästigen, und wenn die dazu etwas sagen, heißt es, sie seien kinderfeindlich.

Bin ich sicher nicht, aber ich bin der Meinung, dass Kinder altersgemäß von klein auf auch Rücksichtnahme lernen müssen. Sind sie zu klein, um das selbst zu steuern, sind die Eltern dafür verantwortlich.
Rücksichtnahme ist aber nicht nur einseitig, das Kinder auf die Erwachsenen Rücksicht nehmen müssen, genauso müssen auch Erwachsene auf die Bedürfnisse von Kindern Rücksicht nehmen.
Was eine Belästigung ist, ist doch sehr subjektiv. Ich fühle mich meist durch lautstarkes Herumgekeife älterer Herrschaften meist mehr gestört als durch das fröhliche Kinderlachen das es hervorgerufen hat. Meist sind es gerade die Leute, die nur an sich denken und keinerlei Rücksicht nehmen, die am vehementesten Rücksichtnahme von anderen fordern.
Rajang schrieb:Es stimmt, heute 'dürfen' Eltern mit (Klein-)-Kindern alles machen, jedenfalls aus Sicht der Eltern. Ob sich das Kind in 10 Jahren noch erinnern kann, dass es mal einen Elefanten in Namibia gesehen hat müsste noch bewiesen werden.
Ein 10monatiges Kind wird schon bald keinerlei Erinnerung an diesen Urlaub haben, egal wo er stattgefunden hat. Die Eltern dagegen schon. Und wenn daher der Urlaub dort stattfindet wo es den Eltern gefällt und nicht irgendwo, wo sie gar nicht hinwollen, dann ist das für die Stimmung in der Familie doch nur gut und somit indirekt auch fürs Kind.

Was ich auch für falsch halte ist die Behauptung kinderlos=kinderfeindlich. Im Gegensatz zur Politik halte ich auch den Verzicht auf Nachwuchs in D für sehr vernünftig, D ist eines der Länder mit der höchsten Bevölkerungsdichte, doppelt so hoch wie die Frankreichs. Es gibt keinen Grund die Bevölkerung weiter wachsen zu lassen, außer der egoistische und kurzfristige Blick auf die Rentenkasse. Das heißt aber nicht, dass wer bewusst oder aus anderen Gründen kinderlos ist, Kinder nicht mag oder sich von ihnen belästigt fühlt. Ich habe viel mehr den Eindruck, dass die Kinderfeindlichkeit am meisten bei denen vertreten ist, die inzwischen erwachsene Kinder haben und den jüngeren Eltern den entspannteren Umgang mit dem Nachwuchs nicht gönnen.
Gerhard2025 schrieb:
und da ich ja ein ganz böser bin hab ich es 2013 tatsächlich gewagt mit meinem damals 5 jährigen sohn , ohne mama und schwester, nur 2 große brüder mit einem freund waren noch dabei, 5 1/2 wochen im dachzelt von windhuk, khaudom , caprivi, chobe , moremi zu fahren . 2 mußten dann heim und wir 3 ,sohn 5 und 25 und ich sind noch 1 woche in den CKGR. erst dann kam mama mit schwester. es ist immer noch erstaunlich wieviel er von der reise berichtet.
Wow, ich beneide dich und deine Familie um dieses Erlebnis, hört sich toll an. Leider gibt es, hier im Forum und auch sonst, nur sehr wenig Berichte von solchen Reisen. Ich fände es klasse, wenn mehr Eltern von ihren Reisen mit Kindern berichten würden, gerade auch, weil der Blickwinkel dabei doch wahrscheinlich ganz anders ist als bei den "Standardreisen" und weil gerade durch Kinderaugen oft auch für Erwachsene unscheinbare Dinge sehr interessant sein können und dann auch die Erwachsenen bvegeistern. Ich bitte das als Aufforderung an die vielen Foristen zu verstehen, die in letzter Zeit nach Tipps für Reisen mit mehr oder weniger alten Kindern gefragt haben, doch nach Rückkehr bitte darüber (ausführlich) zu berichten.
franzastische Reisen, Fotos und mehr - https://franzastisch.de
338 Beiträge · seit 201518. Juli 2015 · #39
hallo matthias
danke für die aufmunterung, deine wille geschehe 😉
ich versuch mich ab.....
titel: reise nie mit kindern
liebe grüße und danke für den stubs
gerhard
zuletzt bearbeitet 18. Juli 2015
2'060 Beiträge · seit 201318. Juli 2015 · #40
So weit ich das als mittlerweile gealterte Mutter noch erkennen kann, ist dein Sohn älter als 10 Monate! 😄
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)