Erika2'338 Beiträge · seit 200711. Dez. 2016 · #41
Hallo zusammen
Nun möchte ich euch erzählen, wie man’s auf gar keinen Fall machen sollte:
Vor vielen Jahren fuhren wir mal in Namibia südlich von Warmbad in Richtung südafrikanische Grenze, als wir plötzlich eine grosse Kobra mitten auf der Fahrbahn entdeckten. Die wollten wir unbedingt fotografieren. Also hielten wir an und stiegen aus dem Fahrzeug aus. Als wir näher kamen, richtete sie sich sehr fotogen auf, sodass wir sie gut fotografieren konnten. Scheinbar wurde es der Schlange aber irgendwann zuviel, sodass sie sich verzog und zwar unter unser Auto, wo sie ganz langsam und geschmeidig im Motorraum verschwand 😮 . Nun standen wir etwas hilflos da und überlegten, wie wir die Schlange wieder loswerden könnten. Wir öffneten mit Knüppeln bewaffnet die Motorhaube - und da lag sie - schön um die Batterie gewickelt. Unser Versuch, sie von dort rauszuangeln scheiterte kläglich, denn nun verschwand sie auf Nimmerwiedersehen irgendwo in Richtung Getriebe 😵 .
Da wir ja irgendwann wieder weiter mussten, fuhren wir mitsamt der Schlange los in Richtung Velloorsdrif, wo sich der Grenzposten befand. Wir wurden bei der Einreise nach Südafrika gefragt, ob wir irgendwas anzumelden hätten. “Ja, wir haben eine Kobra im Fahrzeug”. Der Grenzer fragte etwas erstaunt, wo die denn sei und wir antworteten, dass wir sie zuletzt im Motorraum gesehen hätten. Da es scheints verboten war, Schlangen nach Südafrika zu importieren und wir sie ehrlich gesagt auch loshaben wollten 😗 , hieß es, dass wir nicht weiterfahren dürfen, bis die Schlange gefangen sei. Wir öffneten die Motorhaube - und da lag sie - wieder um die Batterie gewickelt - …..und verschwand nichts Gutes ahnend sofort wieder in die unteren Gefilde 🤨 .
Der Zöllner und ein paar Helfer besorgten sich Brechstangen und stocherten eine geschlagene dreiviertel Stunde lang im Motor rum, bis sie die arme Schlange endlich rausziehen konnten. Das Tier war in der Zwischenzeit von den Stangen total zerlöchert worden, war aber immer noch am Leben, da der Kopf noch ganz war. Indem man nun ihren Kopf zerquetschte, wurde sie endlich erlöst.
Auf dem lädierten Polaroid-Foto grinsen zwar alle erleichtert, aber das was wir gemacht haben, war wirklich in Sachen Hirnlosigkeit kaum mehr zu überbieten, zudem musste aufgrund unserer grenzenlosen Blödheit eine schöne Schlange, die gar nichts Böses im Sinn hatte, ihr Leben lassen 🙁 .
Deshalb mein Ratschlag: Niemals direkt neben einer noch lebenden Schlange anhalten!
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200611. Dez. 2016 · #42
Erika schrieb: Deshalb mein Ratschlag: Niemals anhalten, wenn eine lebende Schlange auf der Strasse liegt!
... und dann fegt der nächste Wagen drüber und die Schlange ist auch hin.
Wir haben diese hier mit einem Ast von der Straße bugsiert. Sie fand das auch nicht lustig und reagierte aggressiv. Kurz hinter ihrem Kopf sieht sie auch so aus, als hätte sie schon etwas abbekommen ...
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Du glaubst ja nicht, dass wenn ich eine Schlange sehe, ruhig im Auto sitzen bleiben kann und mir die Windschutscheibe das Foto vermiest? Ausnahme Schwarze Mamba...
Mein Tip fuer Euch, Erika: stellt das naechste Mal das Auto ganz weit weg 😉
Boomslang und Vogelnattern blaehen sich echt drastisch auf, um Feinde zu beeindrucken.
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
Erika2'338 Beiträge · seit 200711. Dez. 2016 · #44
@Elvira
Ich habe nun meinen Text etwas korrigiert:
Niemals direkt neben einer noch lebenden Schlange anhalten
Wenn man sein Fahrzeug etwas abseits hinstellt und der Schlange somit keine Möglichkeit gibt, nach 1 - 2 Metern im Motorraum zu verschwinden, sieht das natürlich schon etwas anders aus. Jedenfalls möchte ich das nicht mehr unbedingt erleben. Man hat dieses Erlebnis halt immer im Hinterkopf, wenn man auf der Strasse eine Schlange sieht.
@Wolfgang Deine Schlange sieht aber schon mehr tot als lebendig aus 🙁 .
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200611. Dez. 2016 · #45
Erika schrieb: @Wolfgang Deine Schlange sieht aber schon mehr tot als lebendig aus 🙁 .
... ich weiß, aber sie hat noch sehr ziehlgerichtet und agressiv reagiert. Wir hatten einen ca. drei Meter langen verzweigten Ast mit Blättern dran und sie irgendwann von der Fahrbahn "gefegt". Ich habe leider nur das eine Foto ...
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201611. Dez. 2016 · #46
Wir waren im KNP auf der geteerten Straße unterwegs Richtung Orpen, um dort fürs Tamboti Camp einzuchecken. Plötzlich sahen wir vor uns, etwa 1m vom linken Straßenrand entfernt, eine Schlange liegen. Wir fuhren ganz langsam näher. Zugegeben, um das arme Ding verbotener (!!!) Weise vor dem sicheren Tod durch überfahren zu retten. Als wir bei der Schlange ankamen, mussten wir feststellen, dass das leider schon passiert war. 🙁 Hinter uns tauchte ein Kleinbus auf, und hielt mit etwa 30m Abstand zu uns an. Im Rückspiegel konnten wir erkennen, dass alle Insassen zu ihren Ferngläsern griffen, und angespannt nach links schauten. Ich hatte mein Fenster herunter gelassen, und deutete, mMn für die anderen gut sichtbar, auf die Straße neben unserem Wagen. Wieder hoben alle brav ihre Ferngläser, um die Gegend links von uns zu sondieren. 😉 Also ein neuerlicher Versuch meinerseits... Nun deutete ich den Leuten, sie mögen an unseren Platz vorfahren, und dann neben sich links auf die Fahrbahn schauen. Wir fuhren also ein Stück weiter vor, um dem anderen Wagen Platz zu machen. Dieser rückte nach, und das bereits bekannte Spiel der anderen und ihren Ferngläsern wiederholte sich. Wie kann man bloß so blind sein? 🙄 Gut, ein letzter Versuch. Nun deutete ich der Frau die auf der linken Seite vorne im Kleinbus saß, sie solle ihre Türe öffnen, und auf die Straße neben sich schauen. Was dann kam, ist in Worten schwer zu beschreiben.... 🤩 🤩 🤩 Ein ohrenbetäubendes Gekreische übertönte die Motorengeräusche unserer beiden Fahrzeuge, als die Frau endlich, bei geöffneter Wagentür, die Schlange entdeckte. Keine Sekunde später flog die Tür mit einem lauten Knall wieder zu, und wir konnten uns vor Lachen kaum halten! 😄 Im Orpen Camp wartete Chris beim Auto, während ich an der Rezeption war. Ratet mal wer auch angekommen war... der Kleinbus. Chris wollte den Höflichen raushängen lassen, und begrüßte die Insassen mit wiederholten "sorry, sorry", erntete aber nur vernichtende Blicke. Gruß Gina
da haette ich mich vor Lachen auch gekruemmt! Harmlose Sandrennatter....
Leider steckt die Angst bei vielen sehr tief. Dieses Jahr hatte ich mit 2 Schlangenfaengern von der Kueste in einer Lodge einen Kurs / Therapie durchgefuehrt. Es hat echt viel gebracht. Obwohl der Manager selber riesige Angst hat, toetet nun keiner mehr eine Schlange. Es ist das selbe Camp, in dem ich die Boomslang fand. Leider sind nicht alle so kooperativ.
Liebe Gruesse Elvira
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Elvira Wolfer
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GinaChris4'984 Beiträge · seit 201611. Dez. 2016 · #48
Entschuldigt bitte, dass mein Bild der toten Schlange 2x zu sehen ist. Keine Ahnung wie das passiert ist, aber auch keine wie ich es wieder wegbekommen könnte!
Hallo Elvira, ja, die Angst vor Schlangen steckt wirklich in vielen Menschen. Selbst zu unserem Biotop daheim halten die meisten Besucher gebührenden Respektabstand ein, obwohl darin nur harmlose Ringelnattern wohnen. Ich finde es herrlich diesen schönen Tiere zu beobachten! Gruß Gina
Bushtruckers schrieb: ... Angst und das sich nicht mit der Natur beschaeftigen wollen... die Leidtragenden sind die Tiere. Ist ja nicht nur mit Schlangen so.
Liebe Gruesse Elvira
Sehr richtiges allgemeines statement, Elvira. Schlangen haben zusätzlich mit zwei Dingen zu "kämpfen":
Erstens mit der Tatsache, daß sie oft perfekt getarnt sind und ein Vermeiden der Begegnung dadurch erschweren. Zweitens mit unserer "Kultur", die die Schlangen schon seit Alters her (nicht nur im Christentum, auch z.B. in der griechischen Mythologie) wohl aufgrund dieser Tatsache stigmatisiert hat.
In vielen Fällen hilft ja bereits festes Auftreten, um Schlangen in die Flucht zu schlagen. In ihr Beuteschema passen wir Menschen ohnehin nicht. Aber Zufallsbegegnungen enden eben oft tödlich. Bei mir persönlich bisher 0 Mal für mich, 1 Mal für die Schlange. Konnte eimal mit dem Auto nicht mehr ausweichen und habe eine am Schwanz erwischt. Sie war einfach zu lang... hat es kurzfristig überlebt (ca. 70 cm vor Schwanzende), aber wohl nicht lange(?).
Von "Absicht" abgesehen, stellen wir also auch aus Versehen eine Bedrohung für die Schlangen dar. Wir nehmen es als "dumm gelaufen" hin und erzählen es im Forum (wie ich gerade)... Schuld haben wir ja keine. Fairerweise müssten wir den Schlangen, die wir zu Reflexbissen zwingen, weil wir ihnen zufällig begegnen das gleiche Recht zugestehen. Eben dumm gelaufen. Die Schlange hat ja nichts davon, uns zu beissen.
Das macht einen Schlangenbiss nicht weniger gefährlich, sollte in der besinnlichen Weihnachtszeit aber gesagt werden dürfen. 12.000 Todesfälle allein in Deutschland durch Krankenhauskeime lassen übrigens vermuten, daß die Behandlung eines Schlangenbisses statistisch gefährlicher ist, als die Begegnung mit Schlangen allgemein.
"So isch no au wieder" sagt der Schwabe und sucht die friedliche Koexistenz mit den Schlangen, (wenn sie schon mit Medizinern nicht so recht klappen mag 😄 - sorry an alle Mediziner und Pflegekräfte!) Immer in dem Bewusstsein: wir sind für die Schlangen gefährlicher, als die für uns!
Burschi4'140 Beiträge · seit 200912. Dez. 2016 · #51
Hallo, ich möchte doch noch schnell eine Schlangenbegegnung beitragen mit einem Bild, das man in die Kategorie "Mein schönstes Schlangenbild" einordnen könnte. Warum gibt es eigentlich keinen solchen Thread? 🙂 😉 Wir hatten auf unserer Terrasse in einer Lodge im Okawango-Delta eine ca 1,50 m lange Angola Green Snake, bei deren Anblick meine Frau natürlich heftig erschrak. Dann aber haben wir ihr fast eine Stunde lang in aller Ruhe zugeschaut, wie sie ihren Regenfrosch verspeist hat. Der Frosch hatte sich zum Schutz aufgeblasen und konnte nicht verschluckt werden. Nach ca. 1 Std, ging ihm die Luft aus und innerhalb weniger Minuten war er in die Schlange hinein gewandert und diese schwang sich auf den nächsten Baum und weg war sie! 🤩 Ein "Abenteuer" das wir sicher nie vergessen werden. Wir haben Respekt vor der Schlange, lassen sie in Ruhe, haben aber keine Angst. Gruß: Burschi
Als wir die Schlangentherapie leiteten, fragte ich die Gruppe, wie viele von Euch haben Verwandte / Freunde durch Schlangenbisse verloren? Keine Hand ging hoch. Und wieviele haben Leute durch Verkehrsunfaelle verloren? Da kamen Haende hoch!
Grade am Wochenende sind bei Naivasha 40 Leute verbrannt. Ein Lieferwagen mit explosivem Material explodierte bei einem Verkehrsunfall. In meinem alten Schlangenbuch aus Botswana steht: Es ist wahrscheinlicher von einem Blitz erschlagen zu werden, als von einer Giftschlange gebissen zu werden.
Kuerzlich hatten wir einen Wiederholungskurs betreffend Gesundheit und Sicherheit im Betrieb. Die Dame ist von einem Regierungsdepartment angestellt. Da sie auch in Lodgen geht, fragte ich wie sie denn Schlangenbisse behandelt. Zoegernd und unsicher antwortete sie dann doch. Mit dem schwarzen Stein. Gut meinte ich, dann schreibt ihr also die Todesurteile der Gebissenen. Sie war schockiert. Das gleiche kam in Kenia am Fernsehen. Der schwarze Stein hat wissenschaftlich erwiesen ueberhaupt keine Heilungsfaehigkeit. Man wundert sich nun also, warum vor allem in Trockengebieten die Menschen sterben und zwar nicht am Schlangenbiss.
Zum Glueck haben wir die Bio-Ken Snake Farm, die wirklich sehr viel Aufklaerung leistet und auch Leute im Land verteilt hat, die gefaehrliche Schlangen aus Grundstuecken entfernt.
Bei Schwarzer Mamba wuerde ich die auch rufen. Mit der schwarznacken-Speikobra leben wir in Frieden, die ist so scheu. Puffottern wurde ich wohl mit Besen und Eimer aus dem Garten schaffen.
Nun hoffe ich, dass ich heute eine Schlange finde.... es ist ja Feiertag in Kenia und ich darf zuhause sein.
Liebe Gruesse Elvira
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Elvira Wolfer
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Hallo alle zusammen! So, dann möchte ich auch noch ein paar Bilder von unserer bisher tollsten Schlangenbegegnung hinzufügen. Aufgenommen wurden sie im März diesen Jahres im Etosha NP, nahe Klein Namutoni. Wir hielten die Schlange, da sie sich nicht bewegte, zuallererst für einen langen Stock und wären beinahe rüber gefahren. Im letzten Moment konnte mein Mann noch ausweichen. Haben dann zurück gesetzt und konnten in aller Ruhe die Schlange beobachten, bevor sie wieder im Gras verschwand als sich ein zweites Auto näherte. Dank einiger Formis hier weiß ich nun, dass es sich um eine südl. Felsenpython handelt. Finde diese Wesen auch faszinierend. Bin aber auch froh, dass wir sie aus dem Auto heraus beobachten konnten. So zu Fuß verzichte ich dann doch lieber...
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201612. Dez. 2016 · #54
Apropos Schwarze Mamba... Wusstet ihr (ich nicht!), dass so ein Tierchen das Dachgebälk des Mugg & Bean Restaurants in Lower Sabie/KNP, als sein Zuhause auserkoren hatte? 🤩 Bei der Vorstellung, sie hätte ja mal den Halt verlieren können... wird mir jetzt noch ganz anders! 🤢 Die gute Nachricht: Dear Valued Stakeholders
The Black Mamba was removed from the Thatch Roof and relocated into to the veld on Sunday, 20 November 2016.
Regards Lesley Nyawo Public Relations Assistant Quelle: SANParks
Gruß Gina
PApaulinchen475 Beiträge · seit 201212. Dez. 2016 · #55
Hallo Sarah,
Das 2. Foto der Python ist wirklich toll, vielen Dank dafür... 🙂