ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200731. März 2015 · #121
23. Dezember 2014
Nach dem Frühstück auf unserer gemütlichen Veranda kommt Hedis Haus-Masseuse Sophia zu Besuch. Sie knetet erst Hedi durch und dann unsere Nachbarin aus Nr. 2, welche wegen des kalten Wetters aus dem Berner Oberland geflohen ist und hier für ein paar Wochen überwintert.
Dann legt sich auch Toni auf die Massageliege und wird von Sophia eine ganze Stunde lang mit Olivenöl beträufelt und nach Strich und Faden durchgeknetet. Die Frau verlangt dafür 4.- U$. Sie muss vier Kinder durchfüttern, hat keinen Mann und das ist ihr einziges Einkommen. Wenn keine Touristen hier sind, was manchmal wochenlang der Fall ist, muss sie echt schmal durch.
Toni glänzt wie eine in Olivenöl eingelegte Sardine. 🤩
Scheinbar hat ihm die Behandlung sehr gut getan, denn er ist nun voller Tatendrang und hilft Ulli gleich wieder bei den Schleifarbeiten an unserem Auto.
In den Pool geht er heute ausnahmsweise nicht, aber er spaziert später in dem öligen Zustand zum Schneider um das Bettlaken abzuholen, welches nun ein schönes, rosarotes Zwischenstück bekommen hat.
Sieht doch gut aus, oder? 🙂
Dann fährt der Mann, obwohl immer noch ölig, mit Ulli weg, um Grundierfarbe für unser Fahrzeug zu besorgen. Das Olivenöl soll halt so lange wie möglich einwirken, mein er. 🙂
Nachdem er sich endlich geduscht hat, geht‘s mittels Sundowner zum gemütlichen Teil über.
Zum Abendessen gibt‘s bei uns Wurst/Käsesalat mit Tomatensalat. Auch wenn ich‘s nicht immer explizit erwähne - ein Fläschchen Wein gehört natürlich auch jeweils mit dazu.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200731. März 2015 · #129
24. Dezember 2015
Da das Grundstück von Hedi und Ulli sehr gross ist, können sie die ganzen Arbeiten inkl. Gästebetrieb und Gartenpflege natürlich nicht alleine bewältigen. Sie beschäftigen deshalb vier Männer, die schon sehr lange bei ihnen tätig sind. Und auch seit der Tourismus in Kenia zusammen gebrochen ist, und es eigentlich nicht mehr so viel zu tun gäbe, werden sie „durchgefüttert“, denn es sind ausgesprochen ehrliche, zuverlässige und fleissige Menschen.
Verdienen tun sie nicht sehr viel, aber sie werden jeden Mittag von Hedi bekocht und bekommen auch sonst ab und zu einige Lebensmittel für ihre Familie mit auf den Weg. Hedi hat für sie ein besonderes Sparsystem eingeführt. Vom ihnen zustehenden Lohn dürfen sie je nach ihren Möglichkeiten einen gewissen Betrag stehen lassen und das „Sparkapital“, das sich im Laufe des Jahres auf ihrem Konto angesammelt hat, wird dann von Hedi verdoppelt und an Weihnachten ausbezahlt.
Ein kühles Tusker gefällig?
Heute ist Weihnachten. Gearbeitet wird deshalb nur bis am Mittag. Dann wird der grosse Grill hervorgeholt und mit Ziegenfleisch, Hähnchenstücken und Rinderfilet bestückt. Zusammen mit dem Personal wird nun gegessen und Weihnachten gefeiert. Die Jungs sind unglaublich hungrig und verschlingen nebst anderen Zutaten 5 kg Ziegenfleisch 😮 (inkl. Knochen gerechnet). Aber das Gewicht sagt eigentlich nicht viel aus. Wir haben mal in Namibia von einem Farmer ca. 1,5 kg Ziege gekriegt, wovon 1.45 kg Knochen waren und ca. 50 Gramm Fleisch oder besser gesagt Sehnen. Er gab es uns damals großzügig mit auf den Weg und betonte noch, dass das sein liebstes Fleisch sei. 😈
Heute wird mal das Personal bedient. 🙂
Nach dem Essen werden die Geschenke verteilt. Jeder Angestellte bekommt nebst einer Tüte voller Lebensmittel ein Hemd, eine massgeschneiderte Hose und ein Paar schöne, von der Berner Oberländerin gesponserte Schuhe. Dann wird das im Laufe des Jahres ersparte, von Hedi verwaltete Geld ausbezahlt. Die Freude der Jungs ist riesig, nur der Älteste ist ein wenig bedrückt. Das Geld werde ihm daheim eh grad wieder abgenommen, meint er traurig. 🙁
Das Geld werde ihm daheim eh grad wieder abgenommen, meint er traurig.
Habt ihr ihm nicht erklärt, wie er dem zumindest teilweise entgehen kann? Ansonsten kann er zusammen mit meinem Göttergatten eine Selbsthilfegruppe eröffnen! 😗
Herzlichen Dank und liebe Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200731. März 2015 · #132
KarstenB schrieb:
🤩 🤩 🤩 Aber sei ehrlich: Waschtrommel ist doch viel praktischer als Waschbrett (wie jede fleißige Hausfrau weiß 😎 )!
Rein theoretisch schon – jedenfalls für den, der waschen muss. 😁
Butterblume schrieb:
Ansonsten kann er zusammen mit meinem Göttergatten eine Selbsthilfegruppe eröffnen! 😗
Ui, ihr seid also auch bereits soweit????? 🤢
Liebe Grüsse Erika
P.S.Den Eier legenden Picco kommentier ich jetzt lieber nicht, sonst müsste ich ihn noch fragen, ob er sie lieber gerührt oder gestreichelt möchte 😊 😊 😊
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200731. März 2015 · #136
25. Dezember 2014
In Kenia scheint man eine andere Vorstellung von Weihnachten zu haben. Und da es ja ein Feiertag ist, nimmt man das hier sehr wörtlich. Die Disco nebenan dröhnt nachts wieder mal voll Rohr 😈 . Irgendwann stehe ich auf und steckte mir Stöpsel in die Ohren. Toni hat sich bereits daran gewöhnt und findet es nicht ganz so schlimm. Ich glaube, ihm gefällt es sogar, wenn sein Brustkasten vom Bass vibriert 😣 . Zudem hat er neuerdings eh Mühe beim Schlafen, da er wieder - wie daheim übrigens auch - ein taubes Gefühl in der linken Gesässhälfte und ein unangenehmes Kribbeln im Bein verspürt. Er meint aber, dass er damit leben könne und für ihn viel wichtiger sei, dass er keine Rückenschmerzen habe.
Unser Fahrzeug steht immer noch in Ullis Werkstatt, aber Toni möchte heute unbedingt nach Mtwapa fahren und im Tuskys Supermarket einkaufen gehen. So stellen wir uns vors Lodgetor und warten auf ein geeignetes Transportmittel. Bald darauf gesellt sich ein Dromedar zu uns 😮 , welches beim Nachbarn ausgebüxt ist. Der ist nämlich nicht nur Moschee-Besitzer, sondern auch Kamel- und Hundezüchter.
Es dauert gar nicht lange, bis ein Bodaboda-Fahrer anhält und uns zu Aufsteigen auffordert. Nein, ich möchte nicht Motorrad fahren und schon gar nicht zu Dritt 🤢 . Er meint, dass wir ja mit zwei Bodabodas fahren könnten. Toni sagt ja, aber ich sag nein 😠 . Ich warte lieber, bis ein Tuk-Tuk kommt, aber der Bodaboda-Fahrer meint, dass auf dieser Nebenstrasse nur Bodabodas verkehren und keine Tuk-Tuks. Zunächst bleib ich mal standhaft 😠 , aber nachdem der Bodaboda-Fahrer drei Mal mit einem triumphierenden Grinsen an uns vorbeigefahren ist und immer noch kein Tuk-Tuk weit und breit zu sehen ist, willige ich mit dem grössten Widerwillen ein 😐 . Ich stell mich schon beim Aufsteigen echt dämlich an und dann zwängt sich Toni noch hinter mich 😐 . Nachdem ich dem Bodaboda-Fahrer eindringlich eingeschärft habe, dass er sehr vorsichtig fahren müsse, fahren wir ab. Damit Toni genügend Platz hat, docke ich beim Fahrer so gut es geht an 😘 , aber Toni fängt bald an zu jammern, dass ihm der Hintern weh tue 😵 . Sein Allerwertester hat nicht genug Platz auf dem Sattel und die Hälfte davon hängt auf dem harten Gepäckträger 🤩 . Ist mir echt egal, der soll mal endlich ein bisschen abnehmen. Sein Bauch fühlt sich aber sehr angenehm wie ein weiches Kissen an 😎 . So ganz entspannen kann ich mich nicht. Das merke ich aber erst, als der Fahrer andauernd auf seine Schulter schaut anstatt auf die Strasse. Meine Hand hat sich nämlich - ohne dass ich‘s wollte - in seine Jacke gekrallt 😊 . Sieben Kilometer zu dritt auf einem Motorradsattel können echt lang sein und so sind wir dann erleichtert, als wir endlich beim Supermarket ankommen und absteigen können. Der Fahrer fragt, ob er uns wieder zurückbringen soll, aber das wollen wir nun wirklich nicht. 🤨
Nachdem alles eingekauft ist stellen wir uns an die Strasse und bald darauf hält ein Tuk-Tuk an. Diese kleinen dreiräderigen Fahrzeuge sind schon genial. Sie werden überall als Waren- und Menschentransporter eingesetzt. In Tansania sind vorwiegend indische Fabrikate im Einsatz und in Kenia sind es italienische Piaggio. So fahren wir ganz entspannt mit so einem Tuk-Tuk wieder zurück zur Edelweiss Lodge. Unser Fahrer möchte in Zukunft unser Privatchauffeur sein und schreibt seine Telefonnummer mangels Papier auf meinen Arm.
Nein, Fotos gibt‘s von der Shoppingtour nicht 😠 . Wir zu dritt auf dem Bodaboda, das wäre ja wieder mal ein gefundenes Fressen für einige von euch gewesen 😈 . Wer lässt sich schon gerne verspotten 😠 .
Regelmässiger Besuch der zutraulichen Agamen.
Den Rest des Tages verbringen wir auf der Veranda, schauen den zutraulichen Agamen zu und kühlen uns im schönen Pool ab.
kannst du auch schon Gedanken lesen? Langsam wirst du mir unheimlich! 😗
Nein, Fotos gibt‘s von der Shoppingtour nicht 😠
Vielen Dank für die amüsante Fortsetzung und herzliche Grüße an Kissen-Toni Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201131. März 2015 · #138
Herzallerliebste Erika,
willst Du den Toni nicht langsam mal in Schutz nehmen ("Kissentoni") 😗 ?
Fotos von der Bodaboda-Tour brauche ich nicht - ich kenne es ja aus eigenem Erleben von unserer Pannentour in Südtansania 2013. Ich zitiere mich mal selbst: "Und dann machen sie uns klar, dass wir jetzt zu einer Werkstatt fahren – Véro und ich hinten auf dem zweiten Motorrad. Inzwischen war es auch schon dunkel geworden, was heißt dunkel – stockdunkel! Und so fuhren wir als Sandwich – Véro als Belag zwischen dem Fahrer und mir – durch die Nacht. Im Scheinwerferlicht schien der Straßenzustand jetzt noch schlechter zu sein, aber unser Fahrer umkurvte geschickt alle Löcher und Hindernisse. Passieren konnte uns eigentlich nichts, schließlich hatte unser Fahrer einen Helm auf 😎 . ... Die Fahrt dauerte lange genug, dass ich mir einige Fragen stellen konnte: Was mache ich hier eigentlich, wo kommen wir her, wo fahen wir hin, hat das ganze einen verborgenen Sinn, und wenn ja, wie viele 🤪 ? Véro hingegen erzählt mir gerade, dass sie die nächtliche Motorradfahrt unter dem Sternenhimmel trotz der Kälte sehr genossen habe."
LG,
Karsten
PS: Wenn Dich das ausführliche Zitat in Deinem RB stört, sag Bescheid, dann lösche ich das.
Fotos von der Bodaboda-Tour brauche ich nicht - ich kenne es ja aus eigenem Erleben
Also Erikas Kralle nah am Hals des Fahrers hätte ich schon gern gesehen.
Véro hingegen erzählt mir gerade, dass sie die nächtliche Motorradfahrt unter dem Sternenhimmel trotz der Kälte sehr genossen habe."
Siehste, die weibliche Sicht kann unter Umständen eine ganz andere sein! 🤪
Herzliche Grüße aus dem stürmischen Weserbergland Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200701. Apr. 2015 · #140
Butterblume schrieb: Liebste Erika,
Vielen Dank für die amüsante Fortsetzung und herzliche Grüße an Kissen-Toni
Kissen-Toni lässt auch ganz lieb grüssen 🙂
KarstenB schrieb: Herzallerliebste Erika,
willst Du den Toni nicht langsam mal in Schutz nehmen ("Kissentoni") 😗 ?
Aber ich hab doch ausdrücklich erwähnt, dass ich das Kissen angenehm fand!!! 😛 Das Kleingedruckte konnte er übrigens auch entziffern. 😊 Und übrigens – was glaubst du an wen ich während der Bodaboda-Fahrt gedacht habe? Und dann hab ich mir gesagt, was die konnten, können wir auch. 😄
Ich zitiere aus deinem Reisebericht: Und so fuhren wir als Sandwich – Véro als Belag zwischen dem Fahrer und mir – durch die Nacht. Und Passieren konnte uns eigentlich nichts, schließlich hatte unser Fahrer einen Helm auf 😎
Einfach nur zum Grölen 🤩 🤩 🤩 Unser Fahrer hatte keinen Helm auf, hätte er auch nicht können. Toni hat mir nämlich erzählt, dass er ein grosses Geschwür am Kopf hatte. War mir gar nicht aufgefallen, da ich mich nur auf den Strassenverkehr konzentriert hatte.
Butterblume schrieb:
Also Erikas Kralle nah am Hals des Fahrers hätte ich schon gern gesehen.
Hat bestimmt brutal ausgesehen 😗
Ebenfalls liebste und herzallerliebste Grüsse Erika