Zwölf Wochen durch das südliche Afrika

127 Antworten · 25,9k Aufrufe · gestartet 16. Feb. 2015 von Der Reisende
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Themenstarter152 Beiträge · seit 201316. März 2015 · #101
18.09.2014 NP Lake Kyle (Lake Mutiriki) – Great Zimbabwe
Bei der Frühstückvorbereitung hören wir ein Knacken aus dem nahen Gebüsch. Wir wundern uns, wer sich am frühen Morgen dort herumtreibt. Plötzlich sehen wir große schwarze Körper und Augenpaare, die uns beobachten. Eine Herde Büffel ist wohl auch gerade beim Frühstücken. Wir gehen langsam hinter das Auto, um im Notfall schnell hineinspringen zu können. Nach kurzer gegenseitiger Beobachtung kann dann jeder seinem Frühstück nachgehen.
Als ich später vom Duschen aus den Waschräumen komme, laufe ich fast in ein Warzenschwein hinein. Er grunzt mich kurz mit einer energischen Kopfbewegung an und ich schlage den Rückwärtsgang ein. Der Klügere gibt ja bekanntlich nach.
Nun haben wir auf dem Campingplatz schon einen ersten „Gamewalk“ gehabt.

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Auf unserer Erkundungstour im Nationalpark sehen wir außer Warzenschweine keine anderen Tiere. Der Weg zum Popoteke Picknickplatz wird immer schlechter und wir kommen aufgrund vieler spitzer Steine nur schwerlich voran. Die Toilettenhäuschen sind zerstört, das Dach ist abgebrannt, Picknicktische sind umgeworfen… es macht keinen einladenden Eindruck und es sieht so aus, als ob sich nur selten hierher jemand verirrt. Die Natur meint es gut und Gras überwuchert alles.

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Über Masvingo, wo wir unsere Lebensmittelvorräte auffrischen, führt uns unsere Fahrt nach Great Zimbabwe. Unter schattigen Bäumen verbringen wir die Mittagszeit und beobachten die Affen, die sich dort vergnügen.

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Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg, um die Ruinen zu besichtigen. Wir bestaunen die Architektur und die Handwerkskünste der Great Enclosure. Dieser Steinbau ohne Mörtel ist schon eine Meisterleistung. Kunstvolle Verzierungen bilden im oberen Bereich den Mauerabschluss. Später schauen wir uns noch die Talruinen an.


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19.09.2014 NP Great Zimbabwe – Matobo Nationalpark
Schon sehr früh werden wir durch Vögel geweckt und stehen dann auch bald auf. Ohne Kontrolle am Eingang können wir vom Campingplatz aus zum Acropolic/Hügelkomplex gehen. Auf unserer Erkundungstour geht es über steile Steinstufen und schmale Durchgänge an Mauern entlang, die sich an Felsen heran schmiegen und immer wieder eröffnen sich Innenhöfe. Wir haben eine weiten Ausblick über die umliegende Landschaft.
Wir treffen dort ein französisches Ehepaar und bei unserer Unterhaltung stellt sich heraus, dass sie ihr Auto nach Walvis Bay verschifft haben und von dort gestartet sind …

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Unser nächstes Ziel ist der Matobo Nationalpark. Auf dem Weg müssen wir eine Umleitung in der Umgebung von Masvingo fahren. Es gibt keinerlei Ausschilderung, also fahren wir einfach den Autos hinterher und wir sind wieder auf der richtigen Straße.
Zum Matobo Nationalpark fahren wir nicht auf der Hauptstraße über Bulawayo, sondern südlich über Sandpisten durch ländliche Gegenden. Da es hier keine Richtungsschilder gibt, ist unser Orientierungssinn mal wieder gefordert. Zwischendurch müssen wir die Einheimischen fragen und sie zeigen uns den richtigen Weg. Wir durchfahren eine wunderschöne Landschaft mit roten Granitfelsen inmitten hügeliger Landschaft. Die Menschen winken uns freundlich zu und ihr Lachen tut uns gut. Es ist eine schöne Fahrt. Manchmal ist es einfach gut, von den Schnellstraßen über das Land zu fahren.

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Im Matobo Nationalpark treffen wir am Maleme Damm Rest Camp das französische Ehepaar wieder. Von den Sanitäreinrichtungen sind wir beeindruckt. Es ist wohltuend, in den frisch renovierten Räumen eine Dusche zu nehmen.
Spät abends kommt ein Bus mit vielen Jugendlichen von einer apostolischen Kirche, die bis nach Mitternacht für Unruhe sorgen.
Viele Grüße Der Reisende ________________________ Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Aurelius Augustinus Meine Reiseberichte
zuletzt bearbeitet 16. März 2015
Themenstarter152 Beiträge · seit 201317. März 2015 · #102
20.09.2014 Matobo Nationalpark
Bei einer Rundfahrt durch den Matobo Nationalpark schauen wir uns Felszeichnungen an.
Die Landschaft ist mit den vielen Felsen sehr reizvoll und wir genießen es, durch die Landschaft zu fahren.

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Die nächste Station sind World´s View und Cecil Rhodes Grave. Der Himmel ist wolkenverhangen und neblig. Über die Felsen steigen wir höher, bis wir uns zwischen den großen Granitkugeln befinden. Im Nebel versinken in der Ferne die Hügel. Dort oben weht ein kräftiger Wind und so ziehen wir den Kragen unserer Regenjacke zu.

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Auf der weiteren Fahrt gibt es immer wieder kontrolliert angezündete Buschbrände. Wir überlegen, ob wir die nächste Nacht auf einem anderen Campingplatz verbringen und schauen uns die Plätze am Arboretum und Mezilume an. Beide sind aber derart zugewachsen und die Sanitäreinrichtungen sind nicht mehr benutzbar, so dass wir uns entschließen, die weitere Nacht am Maleme Dam zu verbringen.

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Die Felszeichnungen im Nswatugi sind wunderschön, jedoch ist die Piste sehr schwierig zu befahren. Unsere Reservereifen sind kaum benutzbar und wir wollen kein Risiko eingehen. Also lassen wir das Auto stehen und gehen das letzte Stück zu Fuß.

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Am Campingplatz wollen wir unseren Wassertank im Auto befüllen und haben große Mühe damit. Ich stelle mich auf das Dach und über einen Schlauch füllen wir mittels altem Wasserkanistern den Wassertank.

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Es fängt etwas an zu regnen an und wir haben ein lautes Froschkonzert am Abend. Mit dem Auto fahren wir etwas abseits und können dann ruhig schlafen.

21.09.2014 Matobo Nationalpark – Botswana, Francistown

Wir verabschieden uns von den Franzosen und weiter geht die Fahrt. In Plumtree, einem kleinen Städtchen kurz vor der Grenze sehen wir eine Kirche. Sie befindet sich inmitten einer gemauerten Umfriedung. An der Schranke zu diesem Gelände fragen wir den Pförtner, ob wir den Gottesdienst heute besuchen können. Wir erwarten eine bejahende Antwort, aber wie so oft in Afrika sind die einfache Dinge kompliziert und die komplizierten Dinge einfach. Die Kirche gehört zu einem Internat, das einen sehr bedeutenden Ruf hat.

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Der Pförtner gibt uns die Telefonnummer des Schulleiters und wir bedürfen seiner Zustimmung. Also telefonieren wir mit dem Schulleiter, der dann mit dem Pförtner noch sprechen will. Schließlich dürfen wir die Kirche besuchen. Der Pfarrer der anglikanischen Kirche sowie ein anderer Mann nehmen uns dort gleich in Empfang und erzählen uns etwas über die Geschichte dieses Internats für junge Männer, das etwa schon seit 1920 besteht.
Viele Gebäude aus dieser Zeit befinden sich noch auf diesem Gelände. Die Kirche füllt sich zunehmend mit jungen Männern, alle mit Anzug gekleidet. Uns wird ein bestimmter Platz zugewiesen und jetzt kommen noch die Familien dieser jungen Männer. Ein kleiner, aber stimmgewaltiger Chor untermalt den Gottesdienst. Wir werden vom Pfarrer begrüßt und bekommen noch Willkommenskärtchen in die Hand gedrückt. Zwischendurch werden wir hinausgerufen, weil der Schulleiter sich den „Besuch“ persönlich anschauen will.
Es ist ein schöner Abschied aus Zimbabwe.
Nun geht es zum Grenzübergang und wir benötigen viel Zeit wegen des Fahrerwechsels beim Ersatzwagen … Es bedarf einiger Erklärung beim Grenzbeamten und dessen Vorgesetzten.
Beim Verlassen des Landes wissen wir, dass wir nicht das letzte Mal hier waren.
Unser nächster Stopp ist Woodland Stop Over in der Nähe von Francistown, ein uns bekannter Campingplatz.
Wir treffen dort ein deutsches Ehepaar, das gerade mit der Reise beginnt. Einen schönen und fröhlichen Abend verbringen wir miteinander.

22.09.2014 Botswana, Francistown
Eine weitere Nacht wollen wir hier auf dem Campingplatz Woodland Stop Over verbringen. Wir fahren nach Francistown und tätigen dort unseren Einkauf.
Auf dem Campingplatz verbringen wir einen Faulenzertag und lassen die Seele baumeln. Wir verschenken an die Angestellten noch ein paar Lebensmittel, T-Shirts… und vor lauter Freude werden wir umarmt. Wir haben nur etwas von unserem Überfluß abgegeben.

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zuletzt bearbeitet 17. März 2015
Themenstarter152 Beiträge · seit 201317. März 2015 · #103
23.09.2014 Francistown – Tuli Block
So langsam verbreitet sich Abschiedsstimmung … Nach dem Frühstück geht es los, die letzte Woche ist angebrochen …

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Eine gute Straße bringt uns rasch in Richtung Tuli Block. Dort erwartet uns dann eine Wellblechpiste. Entlang dieser Piste sehen wir schnurgerade Zäune.
Aus unserem Reiseführer haben wir uns die Limpopo River Lodge herausgesucht. Ohne Schwierigkeiten finden wir sie und wie wir feststellen, haben wir eine gute Wahl getroffen. Der Campingplatz liegt direkt am Limpopo River und ist sehr schön angelegt. Jeder Platz hat seine eigene Dusche und Toilette, sogar mit Aussicht auf den Fluß.


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Wir treffen dort ein Pärchen, er ist ein gebürtiger Holländer und sie eine gebürtige Polin. Sie sind das erste Mal in Afrika und begannen ihre Reise mit einer Gruppe. Den zweiten Teil ihrer Reise verbringen sie alleine und sind mit Überlandbussen von einem Ort zum anderen gefahren. Es ist jedoch sehr mühsam und so kommen sie nicht in die entlegenere Gebiete, so dass sie sich jetzt doch einen PKW ausgeliehen haben.
Abends haben wir wieder ein Konzert des „klirrenden“ Vogels, den wir mit Taschenlampenlicht aber vertreiben können.

24.09.2014 Tuli Block – Südafrika, Musima, Bolaji Game Lodge

Am frühen Morgen hat unser Caretaker schon das Feuer für die Duschen heiß gemacht, wie schön. Heute wollen wir weiter durch den Tuli Block Richtung Pont Drift reisen.
Beim morgendlichen Routinecheck reißt die Motorhaubenverriegelung ab. Das gibt es doch nicht. Wir rufen Hr. S. an. Der wiederum ruft den Vermieter Mr. R. an, der jedoch nicht erreichbar ist, weil heute in Südafrika ein Feiertag ist. Was sollen wir tun?! Sollen wir wieder in eine Werkstatt fahren?Hr. S. kann es uns auch nicht sagen. Wir schauen uns die abgebrochene Verriegelung genauer an und entdecken, dass sie schon mal punktmäßig geschweißt, also repariert worden ist. Mit Hilfe von Panzertape und Kabelbinder können wir notdürftig die Verriegelung der Motorhaube wieder befestigen. Wir trauen uns nicht weiter auf Wellblechpisten zu fahren und müssen aufgrund von Autoproblemen wieder einmal unsere Route ändern. Nur mit langsamer Geschwindigkeit fahren wir, weil wir Angst haben, dass die Motorhaube aufspringen könnte. Irgendwie ist das alles kein Urlaub mehr. Wir nehmen den nächsten Grenzübergang Plantjan nach Südafrika. Der Grenzer auf botswanischer Seite fragt uns, wieviel Stämme wir in Deutschland haben. Wir wissen zuerst gar nicht, was wir ihm antworten sollen und erklären ihm dann, dass wir 16 Bundesländer haben. Die Einreise nach Südafrika ist sehr unkompliziert.

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Wir müssen lange suchen, bis wir einen Campingplatz finden. Bei Musima können wir auf der Bolaji Game Lodge nächtigen. Heute wollen wir nicht mehr kochen und am Abend im Restaurant essen. Wir müssen uns an der Bar zuvor anmelden und als wir zum Restaurant gehen, werden wir an der Tür mit der Frage empfangen, ob wir noch etwas zum Abendessen haben wollen. Es ist alles kompliziert, dauert lange, aber das Essen ist in Ordnung.
Wir wissen nicht, wie unsere Reise weitergehen soll und eigentlich wollen wir nur noch nach Hause.
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zuletzt bearbeitet 17. März 2015
Themenstarter152 Beiträge · seit 201318. März 2015 · #104
25.09.2014 Musima, Bolaji Game Lodge – Waterberg Holiday Resort
Wir überlegen hin und her, wie wir die letzten Tage in Südafrika verbringen sollen. Den Gedanken, in den Krüger Nationalpark zu fahren, schieben wir beiseite, weil wir uns mit der abgebrochenen Motorhaubenverriegelung nicht mehr über Sand- und Wellblechpisten trauen. In unserem Reiseführer lesen wir etwas über das Waterberg Holiday Resort. Die Straße dorthin ist asphaltiert. Also versuchen wir es. Wir sind froh, dass unsere Flickversuche halten. Eine lange eintönige Fahrt haben wir auf der Autobahn, die letzten 80 km sind landschaftlich sehr abwechslungsreich. Die Landschaft im Waterberg Wilderness ist von Tafelbergen geprägt.

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Eine kurze Sandpiste bringt uns zum Holiday Resort. Auf dem Campingplatz sind wir die einzigen Gäste und haben sogar ein eigenes Sanitärhäuschen. Wir können uns Stühle ausborgen, da unsere ja nicht mehr benutzbar sind – was für eine Wohltat. Am Abend bekommen wir eine Nachricht von Hr. S., dass das Ersatzteil für die Motorhaubenverriegelung in Johannesburg angekommen ist und dass die Reparatur nach unserer Ankunft durchgeführt wird. Also wurde uns schon in Zimbabwe, Mana Pools ein defektes Ersatzfahrzeug übergeben ...

26.09.2014 Waterberg Holiday Resort
Wir machen frühmorgens eine kleine Wanderung zum Fluss, verbringen danach den Tag ruhig im Schatten, da die Temperatur etwa bei 30° liegt.

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So langsam freuen wir uns wirklich auf zu Hause …

27.09.2014 Waterberg Holiday Resort - Johannesburg
Heute morgen telefoniere ich mit meinen Eltern und erfahre, dass Lufthansa in den nächsten Tagen streiken will. Daraufhin entscheiden wir, heute noch nach Johannesburg zu fahren, um vor Ort auf den Streik schneller reagieren zu können.
Ein südafrikanisches Paar, was in einem Chalet hier übernachtet hat, spricht uns an und wir unterhalten uns über unser Woher und Wohin. Letztes Jahr hatte die Frau einen schweren Verkehrsunfall mit fünf Operationen. Ihre Narben im Gesicht sind für uns kaum zu entdecken, aber sie sieht sie jeden Tag im Spiegel. Sie versucht sie, mit einer Sonnenbrille zu verdecken. Als wir ihrem Ehemann, der neben ihr steht sagen, dass er eine sehr schöne Frau hat, lächelt sie. Ganz egal, wo wir auf dieser Welt wohnen, die Sorgen und Ängste sind überall die gleichen.
Telefonisch können wir unsere gebuchte Unterkunft in Johannesburg um einen Tag vorverlegen. Kurz vor unserer Ankunft dort sehen wir eine folgenschweren Unfall, wo ein Mann am Unfallort den Verletzungen erlegen ist. Ganz schnell kann in einem einzigen Augenblick alles zu Ende sein. Wir sind dankbar, dass wir auf unserer Fahrt behütet waren. Es ist nicht selbstverständlich.

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Messie, eine Angestellte in unserer Unterkunft, erkennt uns gleich wieder. Wir werden stürmisch umarmt und sie fragt nach unserem Potje und wie das Essen, Brot- und Kuchenbacken… war.
Wir beziehen unser Zimmer. Nun sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Reise angekommen.

28.09.2014 Johannesburg
Der Flug soll übermorgen planmäßig gehen. Nun geht es an das Sachen packen. Es ist gar nicht so einfach, alles wieder in den Rucksäcken unterzubringen. Eine ganze Weile sind wir damit beschäftigt. Wir räumen das Auto aus und fegen den Schmutz und Staub heraus. Die Autos waren unser Zuhause und wir staunen, dass wir ein Vierteljahr mit diesem kleinen Zuhause, mit allen nötigen Dingen ausgestattet (es war für unsere Verhältnisse z.T. zuviel drin – wir brauchen keine Fliegengaze für Lebensmittel, eine Kaffeemaschine, Kartoffelstampfer…) so gut zurechtkamen. Wie wenig man zum Leben braucht, wurde uns hier erstmal wieder bewußt.
In der Nacht gibt es ein heftiges Gewitter. Es ist wohltuend, dem Donner aus dem Bett und nicht aus dem Zelt oder Auto zu lauschen.

29.09.2014 Johannesburg – 30.09.2014 Berlin
Mein eigenes Handy hat heute seinen Geist aufgegeben. Über die Rezeption können wir mit unserem Reisebüro in Deutschland telefonieren und versuchen, den Flug doch noch umzubuchen und einen Tag vorzuverlegen. Nach einer Stunde warten kommt die gute Nachricht, dass wir heute abend noch nach Hause fliegen können. Mit einmal geht alles so schnell. Aber wir freuen uns nur noch...Wir rufen noch N. an, dem wir einen Tag eher das Fahrzeug übergeben wollen. Wir sind in heller, aber freudiger Aufregung. Unsere übriggebliebenen Lebensmittel, die Wolldecken, Wärmflasche, Duschgel…. verschenken wir an Messie, die sich wie ein Kind darüber freut. Bei bewölktem Himmel geht nun unsere letzte Landroverfahrt zu N.. Die Klingel ist kaputt und wir müssen ihn anrufen, um auf sein Grundstück zu kommen. Die Fahrzeugübergabe ist unkompliziert und schnell. Wir informieren ihn noch über die defekten Dinge… N. bringt uns danach zum Flughafen.
Eine nette Unterhaltung haben wir mit einem Schweizer Paar, die eine organisierte Namibia-Reise hinter sich haben. Sie können es sich nicht vorstellen, auf eigene Faust in Afrika zu reisen und fragen uns Löcher in den Bauch.
Mein Handy ist wieder funktionsfähig, merkwürdig, aber gut. Über das Internet erfahren wir, dass die Piloten am 30.09. von 8:00 – 23:00 Uhr streiken. Uns fällt ein Stein vom Herzen, dass wir heute noch fliegen können. Kurz danach bekommen wir eine Nachricht von Hr. S., dass die Lufthansa zwar streikt, aber unser Flug wohl davon nicht betroffen ist. Es ist gut so, dass wir heute schon fliegen. Unser Gepäck können wir am Schalter von Air Namibia wiegen und es ist knapp unter 23 kg. Hoffentlich kommt das schwere Handgepäck mit dem Potje durch die Kontrolle. Es klappt alles ohne Probleme. Der Airbus A 380 ist pickepackevoll, aber wir passen noch rein. Die Piloten müssen zwei Gewitterzellen umfliegen und wir haben dadurch 90 Minuten Verspätung. Es ist der letzte Flug des Kapitäns nach 35 Dienstjahren. Als wir in Frankfurt landen, kommen Heimatgefühle auf.
Durch die Verspätung ist unser Anschlussflug gefährdet, aber mit sportlichem Elan schaffen wir es fast atemlos zum nächsten Flieger (8 Minuten vor Abflugzeit). Kurz nachdem wir die Maschine betreten, rollt sie auch schon los.
Wir werden in Berlin erwartet und es rollen ein paar Begrüßungstränen. Es gibt ein wunderbares Frühstück und dann geht’s nach Hause. Es fühlt sich im ersten Moment ein wenig fremd an, alles ist so groß und wir staunen, dass kaum Staub in der Wohnung vorhanden ist.
Ein paar Tage brauchen wir, um uns wieder zu Hause einzuleben. Wir stehen vor der Kaffeemaschine und fragen uns, wie wir sie bedienen müssen. Bei dem Fernseher geht es uns genauso…. Wir waren wirklich weit weg….

So Ihr geneigten Leser der Reiseberichte das war es ... 😄
Ein Nachwort folgt noch ...
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zuletzt bearbeitet 18. März 2015
1'737 Beiträge · seit 201018. März 2015 · #105
Hallo Ihr Reisenden

Ich möchte mich ganz herzlich für Euren wunderschönen Bericht bedanken. Ihr hattet tolle Erlebnisse, habt einige Ecken besucht, die mir noch unbekannt sind. Irgendwann werde ich diese Passagen noch einmal mit Karte und Reiseführer in der Hand lesen - versprochen.

Die massiven Probleme mit Euren Autos sind so was von ärgerlich und die Reaktionen der Vermieter und Vermittler für mich ein No-Go. Das was kaputt gehen kann auf so einer langen Reise ist normal, das man dadurch ein oder zwei Tage verliert auch. Das hatten auch wir schon in Afrika. Das man aber permanent seine Reise den Werkstatt-Gegebenheiten anpassen muss, Tage um Tage von seinem Urlaub verliert und dann noch für dumm verkauft wird, ist unbeschreiblich. Dienstleistung kommt vom Wort "Dienen" habe ich über Jahre gelernt, scheint aber aus der Mode gekommen zu sein.

Bei all den Ärger hast Du beim Schreiben die Fassung behalten - grosses Lob dafür.

Nochmals herzlichen Dank.

Liebe Grüsse
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter152 Beiträge · seit 201319. März 2015 · #106
Botswanadreams schrieb:Hallo Ihr Reisenden

Ich möchte mich ganz herzlich für Euren wunderschönen Bericht bedanken. Ihr hattet tolle Erlebnisse, habt einige Ecken besucht, die mir noch unbekannt sind. Irgendwann werde ich diese Passagen noch einmal mit Karte und Reiseführer in der Hand lesen - versprochen.

Die massiven Probleme mit Euren Autos sind so was von ärgerlich und die Reaktionen der Vermieter und Vermittler für mich ein No-Go. Das was kaputt gehen kann auf so einer langen Reise ist normal, das man dadurch ein oder zwei Tage verliert auch. Das hatten auch wir schon in Afrika. Das man aber permanent seine Reise den Werkstatt-Gegebenheiten anpassen muss, Tage um Tage von seinem Urlaub verliert und dann noch für dumm verkauft wird, ist unbeschreiblich. Dienstleistung kommt vom Wort "Dienen" habe ich über Jahre gelernt, scheint aber aus der Mode gekommen zu sein.

Bei all den Ärger hast Du beim Schreiben die Fassung behalten - grosses Lob dafür.

Nochmals herzlichen Dank.

Liebe Grüsse
Christa
Hallo Christa,

Deine Worte tun uns gut, Du bringst die Dinge auf den Punkt. Ein guter „Dienstleister“ zeigt sich immer erst in schwierigen Situationen … und nicht, wenn alles gut läuft.
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Themenstarter152 Beiträge · seit 201319. März 2015 · #107
Nachwort

Auf unserer Reise legten wir insgesamt 13.104 km zurück ohne Reifenpanne, Krankheit oder Unfall. Afrika ist schön und anstrengend zugleich. Afrika kostet Kraft, macht aber das Herz voll. Es bleibt eine gewisse Wehmut zurück. Insgesamt war es eine gute Reise.

Zwölf Wochen waren kein Urlaub, es war eine Reise. Wir hatten wunderschöne faszinierende Landschaften und viele Tiere, manche sogar uns recht nahe, gesehen und erlebt. Immer wieder ergaben sich sehr herzliche Begegnungen mit Menschen. Wir waren oft erstaunt, wie schnell sich Kontakte ergaben und wie die „Afrikanische Sonne“ in Form eines Lächelns aufging.

Durch die vielen Probleme mit dem Landrover und den daraus resultierenden Werkstattbesuchen sowie Ausfalltagen mussten wir immer wieder unsere Pläne bzw. Routen ändern (Kafue Nationalpark, Sambesi-Kanufahrt…nur um einige zu nennen) und unsere Flexibilität war oftmals hinfällig. Zeitweise fiel es uns schwer, mit den Autoproblemen im Hinterkopf, sich auf die schönen Eindrücke einzulassen. Einige Male wollten wir unsere Reise abbrechen, weil wir uns vom Vermieter und dem Vermittler nicht ernst genommen fühlten. Insgesamt hatten wir acht Werkstätten und elf Ausfalltage auf unserer Reise. Als wir nach der achten Werkstatt einen Ersatzwagen forderten, wurde wir von Hr. S. gefragt, ob wir einen Werkstattbesuch verweigern wollen … die Kommunikation mit dem Vermieter bzw. dem Vermittler erwies sich oft als schwierig und unzureichend.

Auch beim Ersatzwagen mussten wir leider feststellen, dass auch er mit Mängeln behaftet war. Insgesamt hatten die beiden Landrover mehr als 20 Mängel. Und wir hatten keine andere Wahl bei den Fahrzeugen als diese zu übernehmen, ansonsten hätten wir gleich wieder nach Hause fahren können. Das „Motorleuchten-Problem“ hatten wir das erste Mal nach einer Woche und dann von der dritten Woche bis zum Anfang der achten Woche in unregelmäßigen, aber kurzen Intervallen.
Wir wissen, dass die Autos in Afrika nicht so gewartet werden, wie man das so von zu Hause kennt. Natürlich war uns von vornherein klar, dass wir während einer so langen Reise Pannen haben werden. Aber nie zuvor hatten wir bei all unseren Afrikareisen solche Probleme mit einer Autovermietung gehabt. Auch das Inventar war schon so in die Jahre gekommen, dass wir fünf Wochen keine Stühle mehr benutzen konnten … Die letzten vier Wochen hatten wir auch keine Möglichkeit, mit dem Satellitentelefon zu telefonieren, weil das Guthaben nur geringfügig aufgeladen wurde.

Nach unserer Rückkehr haben wir unsere Forderungen gegenüber dem Vermieter geltend gemacht. Wochen später bekamen wir die erste „Abrechnung“ des Vermieters, die eine Erstattung von einigen Posten wie Kaution, Werkstattkosten etc. sowie eine Rechnung für die Reparaturkosten des ersten Landrovers, das Upgrade auf den Puma und einige andere Posten beinhaltete, so dass wir eine vierstellige Summe in Euro hätten bezahlen müssen. Uns wurde mitgeteilt, dass die Reparatur aufgrund von einem verschmutzten Tank erfolgt sein soll. Begründung: Wir sollen schmutzigen Diesel getankt haben. Nach Intervention von unserer Seite und von Hr. S. aus wurde eine zweite „Abrechnung“ uns zugestellt. In dieser Rechnung wurden einige Posten zurückgenommen und die Erstattung erweitert, so dass wir letzten Endes einen Verlust in der Höhe von der Kaution und den Werkstattkosten vor Ort gemacht haben. Die Forderungen des Vermieters wurden in keiner Weise mit Belegen untermauert.
Die Lehre des Autovermieters und des Vermittlers aus der „Geschichte“ war, dass sie keine Langzeitmieten mehr anbieten…

Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass wir für einen Schaden aufkommen sollen, der von Anfang an vorhanden war. Der Landrover ist im Gelände ein sehr starkes und robustes Auto. Aber das setzt eine entsprechende Wartung des Fahrzeuges voraus, die in unserem Fall nicht gegeben war.

Es war eine Reise mit Höhen und Tiefen. Wir konnten einen Teil von Afrika, wenn auch nur einen kleinen, entdecken und es hat uns berührt. … irgendwann geht unsere Reise weiter ... 😄
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3'700 Beiträge · seit 200919. März 2015 · #108
Hallo Reisender,
Afrika kostet Kraft, macht aber das Herz voll.
Du sprichst mir aus der Seele!

Vielen herzlichen Dank für deinen wunderbar formulierten Reisebericht, der mir äußerst sympathische Reisende näher gebracht hat.
Wir waren oft erstaunt, wie schnell sich Kontakte ergaben und wie die „Afrikanische Sonne“ in Form eines Lächelns aufging.
Wie schön, dass ihr diese Herzlichkeit so oft erleben und genießen konntet. Dies ist nicht jedem vergönnt, denn es bedarf dazu auch einer gewissen Aufgeschlossenheit, Kommunikationsfähigkeit auf Augenhöhe und vor allem Wertschätzung des Gegenübers!
Einige Male wollten wir unsere Reise abbrechen
Wir konnten einen Teil von Afrika, wenn auch nur einen kleinen, entdecken und es hat uns berührt. …
Und mich hat vor allem die Schilderung eurer Gefühlswelt in den letzten Reiseberichttagen sehr berührt!
Bei all den Ärger hast Du beim Schreiben die Fassung behalten - grosses Lob dafür.
Christas Statement schließe ich mich uneingeschränkt an. Sie hat das treffend formuliert!

Naja, und durch jedes negative Erlebnis sammelt man neue Erfahrungen, die euch auf zukünftigen Reisen hoffentlich erspart bleiben.

Ganz herzlichen Dank für deinen lesenswerten Bericht. Ich bin gerne mitgereist!

Liebe Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
1'115 Beiträge · seit 201019. März 2015 · #109
Hallo Reisende,
Ich habe die ganze Reise in einem Zug gelesen und mich dann die ganze Zeit gefragt, wie um des Himmels Willen seit Ihr überhaupt auf diesen Autovermieter gestossen?

Was und wo hat der denn für Referenzen?

Gruss Rajang
1'068 Beiträge · seit 201320. März 2015 · #110
Ich hab den Reisebericht natürlich auch verfolgt. Das ist schon echt der Hammer, wenn man so eine tolle Tour vor hat, so viel an Organisation reinsteckt, um das überhaupt zu ermöglichen und dann eigentlich nur noch nach Hause will, weil man nicht wirklich eine Erhebung der Werkstattleistungen im südlichen Afrika machen will. Meine aufrichtige Bewunderung für eure coolness und extreme Geduld.

Gab es da nicht noch einen Reisebericht mit ähnlichen Erfahrungen mit diesem Vermieter ...irgendwas mit einem Landy?

Gruß
Mabe
5'050 Beiträge · seit 201420. März 2015 · #112
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ich melde mich jetzt schon mal für die Fortsetzung der Reise an und drücke Euch ganz fest die Daumen, dass ihr die nächste Reise ohne Pannen und Ärger mit dem Auto (Vermieter) genießen könnt!

Nochmals vielen Dank!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html
1'068 Beiträge · seit 201320. März 2015 · #113
@erdferkel
Nee, das war was aktuelles...jetzt hab ich's "dem Lockruf gefolgt...ein Landy-Abenteuer"

Der Vermieter dürfte es zumindest bei den Fomis hier schwer haben...
1'667 Beiträge · seit 201120. März 2015 · #114
Hallo Reisender,

zuerst einmal vielen Dank für Deinen wunderbaren Reisebericht und die schönen Fotos. Es hat trotz Pannen viel Spass gemacht, Euch zu begleiten.

Zu den Autoproblemen:

Der Reisende hat die Probleme ja recht emotionslos und sachlich geschildert.
Ich persönlich finde es dann aber äußerst problematisch zu den Autoproblemen bzw. dem Vermieter Stellung zu nehmen durch Dritte.

Schnell ist damit der Ruf eines Vermieters zerstört
Mabe schrieb:

Der Vermieter dürfte es zumindest bei den Fomis hier schwer haben...
und das, obwohl hier ja nur eine Seite , nämlich die des Mieters , dargestellt wird.
Bezüglich der Kommunikationsschwierigkeiten frage ich mich ja auch, warum immer der Vermittler und nicht der Verleiher angerufen wurde. Ich rufe doch auch nicht mein Reisebüro in München an, wenn in der Kalahari das Auto streikt, sondern die Notfallnummer des Verleihers vor Ort .
Keiner kann beurteilen, ob der Vermieter an den Problemen mit schuldig war oder ob es einfach nur Pech mit dem Auto war. Wir hatten auch schon mal einen Landy (von einem anderen Vermieter), der uns ständig Ärger gemacht hat. Meine Konsequenz daraus war: nie wieder Landy, gerne aber wieder denselben Vermieter.

Bitte bedenkt einmal, dass das hier kein Bewertungsportal für Mietwagen ist, wo es a) nur Äußerungen tatsächlicher Mieter und b) vielleicht auch mal positive Erfahrungen gibt.

Sicherlich haben einige, die sich hier negativ über den Vermieter äußern noch nie einen Landy gefahren, kennen aber vielleicht den Vermittler ?

Sorry, aber das mußte ich mal los werden, das klingt hier inzwischen doch ein wenig nach Rufmord.

LG

Montango

...ich kenne weder den Vermittler noch den Verleiher 🙂
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
2'262 Beiträge · seit 201120. März 2015 · #115
Hallo Reisender,

auch ich habe den Bericht verfolgt, meistens still und Buttondrückend.
Ihr habt tolle Sachen erlebt, aber ich muss sagen ich bewundere euer Langmut.
Hoffentlich überwiegen, trotz allem die Positiven Eindrücke.
Der Spruch „Landyfahrer kommen alle in den Himmel, denn sie durchleben die Hölle auf Erden“, da ist schon was daran. Auf jeden Fall werden wir und wahrscheinlich viele andere niemals ein Auto mit ´nen Zebrakopp an der Tür mieten. Die negativen Berichte überhäufen sich gerade – nicht gut. Das irgendwas passieren kann ist immer darin, aber das man so unseriös behandelt und auch in Stich gelassen wird, ist unglaublich. Wir hätten wahrscheinlich die Reise abgebrochen und wären wieder nach Hause.

Ich habe den Bericht gerne verfolgt und bin auch gerne wieder dabei wenn es wieder auf Tour geht. 🙂

Liebe Grüße
Guggu
Reiseberich Namibia August 2012: Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia Reisebericht Namibia/Botsuana August 2013: Frau HIRN on the floodplains Reisebericht Namibia 2015:A trip down Memory Lane NAM/BOT 2017 :So weit! So gut! Kenia/Masai Mara 2019 :Der Kreis schliesst sich
142 Beiträge · seit 201120. März 2015 · #116
@guggu,
Auf jeden Fall werden wir und wahrscheinlich viele andere niemals ein Auto mit ´nen Zebrakopp an der Tür mieten. Die negativen Berichte überhäufen sich gerade – nicht gut
bin voll und ganz deiner meinung. zebrakopf ginge nun auch für uns nicht mehr. wir waren schon etliche male mit einem landy im südl. afrika unterwegs und hatten KEINE einzige panne. offensichtlich waren unsere autos tipp topp gewartet (immer von bushlore bzw. kwenda) und wenn es trotzdem mal was gäbe, dann fiele auch nicht der himmel runter.

was einem den spass am urlaub aber gründlich verderben kann, sind diese pausenlosen defekte kombiniert mit der ignoranz von vermittler und vermieter. dazu kommt, dass sich der vermittler gerne als mister allwissend hier im forum präsentiert - wo bitte bleibt sein wissen hier?

lbg ulli
zuletzt bearbeitet 20. März 2015
6'152 Beiträge · seit 200620. März 2015 · #117
hallo Reisender,

für mich ein spannender Reisebericht - trotz allem Ärger den ihr hattet, denke ich, die 12 Wochen
werden für Euch unvergesslich bleiben , mit vielen Eindrücken von Menschen, Tieren, Landschaften und auch für Euch persönlich, wie man, wie Du schon geschrieben hast, auf so
kleinem Raum sich wohlfühlt und zurechtkommt.
Ein sonniges Wochenende wünscht
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
3'700 Beiträge · seit 200920. März 2015 · #118
Hallo Montango,
Bezüglich der Kommunikationsschwierigkeiten frage ich mich ja auch, warum immer der Vermittler und nicht der Verleiher angerufen wurde. Ich rufe doch auch nicht mein Reisebüro in München an, wenn in der Kalahari das Auto streikt, sondern die Notfallnummer des Verleihers vor Ort .
Der Reisende hat zunächst mehrfach mit dem Vermieter kommuniziert:

30.07.2014 Ghanzi – Maun
Wir rufen unsern Vermietern Mr. R. aus C. an und bekommen eine Werkstatt in Maun empfohlen. Er will uns den Injektor schicken und wir sollen morgen mit ihm nochmal telefonieren.

31.07.2014 Maun:
Wir telefonieren später mit Mr. R., dem Vermieter und er meint, dass wir weiterfahren können.

01.08.2014 Maun – Nata:
Wir müssen über eine halbe Stunde warten, bis der Landrover sich wieder starten lässt.
An der Tankstelle stellen wir dann fest, dass der Blinker jetzt auch nicht mehr funktioniert.
Wir rufen Mr. R. aus C. an und informieren ihn über unsere Probleme. Zu der Blinkeranlage meint Mr. R., dass das in Simbabwe nicht tragisch ist, aber wir sollen dort immer mit Abblendlicht fahren. Wir sind fassungslos. Im Vorfeld haben wir manche Berichte über die sehr genauen Polizeikontrollen in Simbabwe gehört und nun sollen wir mit einem nicht funktionierenden Blinker fahren. Wir versuchen das Weitere mit dem Vermittler, Hr. S. zu besprechen. Bei Mr. R. haben wir das Gefühl, wir werden nicht ernst genommen.

02.08.2014 Nata:
Beim Telefonat mit Mr. R. wird uns mitgeteilt, dass wir morgen Richtung Francistown fahren sollen

03.08.2014 Nata – Francistown:
Als wir Mr. R. informieren, gibt er uns zur Antwort, dass das nicht die Werkstatt machen soll, sondern er will es selber in Ordnung bringen.

04.08.2014 Francistown – Elefant Sands Lodge:
Telefonisch wird uns von Mr. R. mitgeteilt, dass in der Werkstatt ein Mr. E. schon über die Probleme informiert ist und uns erwartet. Als wir in der Werkstatt ankommen, ist Mr. E. aber gar nicht da.

Mr. R. ist sehr ärgerlich, als er hört, dass die Seilwinde „repariert“ wurde.

Irgendwann in Botswana hat der Vermieter einmal zu uns gesagt: „Please talk to … (Hr.S.)“. Außerdem haben wir eine Liste mit Ansprechpartnern bei der Fahrzeugübernahme in JNB bekommen und da steht Hr. S. auch als Ansprechpartner mit drauf... Warum sollten wir Ihn dann nicht anrufen?

Das man dann gegen Ende der Reise nicht mehr den Nerv hat tägliche Telefonate an seinen englischsprachigen Vermieter mit entsprechend hohem Adrenalinlevel zu tätigen, verstehe ich vollkommen. Das fällt einem auf Deutsch sehr viel leichter.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter152 Beiträge · seit 201321. März 2015 · #119
Hallo zusammen,

zunächst einmal ein herzliches Dankeschön an all die Dankebutton-Drücker und die mitfahrenden, mitdenkenden, mitfühlenden, kritisch-denkenden ... Kommentare. Schön, dass Ihr uns auf der Reise begleitet habt, auch wenn der Landrover unter unser aller Gewicht ganz schön schnaufen musste … 🙂.

@ Butterblume
Danke für die guten Worte. Trefflicher hätten wir eine Antwort nicht formulieren können.

@ Rajang
Der Vermittler kam auf uns zu … bei der anschließenden Recherche haben wir keine negativen Erfahrungsberichte gefunden.

@ Mabe
Wir durften uns in Geduld und Langmut üben … das sieht nach außen hin so „cool“ aus, war es aber nicht.

@ erdferkel
schön, dass Du dabei warst.

@ Daxiang
Das könnte ja ein Werbeplakat aus dem Reisebüro werden. Danke.

@ Montango
Danke, dass Du mitgefahren bist. Zum Thema Auto ist von unserer Seite aus bereits alles gesagt bzw. geschrieben worden.

@ Guggu
Wir hatten eine gute Reise, jedoch bleibt ein „gschmäckle“ übrig. Der positive Eindruck überwiegt jedoch.

@ helliulli
Mensch, was sollen wir hier denn drauf antworten? Danke für den Tipp mit den anderen Vermietern.

@ Hanne
Die unvergesslichen Eindrücke werden bleiben. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Tour im engen Dachzelt und die Weite Afrikas.
Viele Grüße Der Reisende ________________________ Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Aurelius Augustinus Meine Reiseberichte
2'319 Beiträge · seit 201103. Apr. 2015 · #120
Ein österliches Servus.

Vielen, vielen Dank für diesen eindrucksvollen, mit wertvollen Informationen reich gespickten Reisebericht sowie die tollen Fotos.

Dass ein geplantes Afrika-Abenteuer in ein Mietwagendesaster solchen Ausmaßes ausuferen konnte, dass sprengt meinen naiven Vorstellungshorizont und es beweist doch immer wieder: Die anderen kochen auch nur mit Wasser und vielfach versprochene und heiß angepriesene Leistungen im Pannenfall werden mit einem Handwisch obsolet.

Ein Autovermieter ist jeweils nur so "gut", wie er sich im Falle einer Mobilmachung zeigt und gibt.

Dass mit den wertvollen Urlaubstagen der Mietwagenkunden so hanebüchen, lapidar, rücksichts- und respektlos umgegangen wird, dass ist immer wieder der Hammer.

Wir können davon ein Lied aus dem letzten Jahr singen.

Es wird Zeit, dass solche Verhaltensweisen von einer internationalen Verbraucherzentrale vor den Kadi gezogen werden können.

Schöne Grüße vom Alm