EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200613. Nov. 2014 · #121
Montag, 14. Juli 2014 – Einmal Xakanaxa und zurück
South Gate, Moremi
Mit Sonnenaufgang standen wir auf und machten uns fertig. Da wir bereits am Abend immer Tisch und Stühle einräumen, bleibt am Morgen lediglich das Zelt einzuklappen. So starteten wir schnell in den Park.
Der erste Weg führte uns wieder in die Black Pools Region. Wir hofften, die große Büffelherde vom Vortag erneut zu finden. Und tatsächlich lief sie uns über den Weg. Allerdings war das Licht äußerst ungünstig. (Der Beleuchter war kurzzeitig wohl von Bord gegangen!) Eine Familie Zwergmangusten saß auf einem großen Termitenhügel und wärmte sich das Fell. Die sonst so wuseligen Tiere waren noch recht schläfrig und blinzelten träge in die Sonne.
Dafür hatte ein Kampfadler in den Bäumen darüber aber schon seinen Hypnoseblick aufgesetzt und beobachtete alles umso genauer.
Coucal (keine Angst, wir eröffnen nicht wieder die Diskussion, um welche Art genau es sich handelt!)
Vorbei an der Fuchsmanguste, die auch auf einem Termitenhügel Ausschau hielt, ging es weiter zu den Black Pools. Die Gruppe Flusspferde vom Vortag war wie erwartet noch dort, und wir konnten sie lange beobachten. Sie sonnten sich ebenfalls, tauchten mit lautem Schnaufen entweder auf oder unter, spritzten kleine Wasserfontänen, kabbelten sich ein wenig oder spazierten an Land umher.
Dahinter zog grasend am gegenüberliegenden Ufer eine große Herde Letschwes vorüber. Zwei Böcke kämpften miteinander.
Krokodile lagen reglos am Ufer, und viele Jacanas staksten mit ihren riesigen Füßen durch das Grün im flachen Wasser. Es war sehr idyllisch.
Leider hatte sich ein Tourguide diesen schönen Platz als Picknickplatz ausgesucht. Es wird immer mehr zur Mode, dass jedermann, wo ihm gerade danach ist, anhält und einfach herumspaziert. Das Aussteigen ist aber im Moremi generell verboten, auch für die Besucher dieser geführten Touren (wir haben uns extra erkundigt). Natürlich war es eine gut einsehbare Stelle und daher auch für die Gäste nicht gefährlich, zumindest nicht gefährlicher als an der ausgewiesenen Picknick-Stelle ganz in der Nähe. Trotzdem verschwanden die zahlreichen kleinen Wasservögel in Ufernähe sofort. Das blieb den Black Pool-Wanderern aber wahrscheinlich verborgen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200613. Nov. 2014 · #122
Wir brachen also zum echten Picknickplatz auf, suchten uns wie gestern eine Bank unter den Leberwurstbäumen und den Bäumen mit den grünen Früchten und den Steinspucker-Vögeln, kochten Kaffee und aßen Marmeladenbrötchen. Ruth entdeckte einige grüne Fruchttauben. Dabei war es gar nicht so einfach, die Kamera längere Zeit so steil nach oben in die Baumkronen gerichtet ruhig zu halten.
Nachtflughuhn
Silberreiher
Kurz vor Mittag schlugen wir den Weg nach Third Bridge ein. Dieser zog sich wie immer sehr dahin und war teilweise tiefsandig. Unter Brücke eins und zwei stand jeweils Wasser. Beide Brücken waren aber sehr gut in Schuss.
Bei Third Bridge machten wir Pause und spülten das Geschirr. Ruth duschte. Den Zustand der dritten Brücke konnte man schwer einschätzen, da sie fast vollständig unter Wasser lag. Wir fuhren sehr vorsichtig darüber und tauchten nur ganz am Ende ein wenig tiefer ein.
Über die vierte „Autobahn“-Brücke setzten wir unseren Weg nach Xakanaxa fort, welches wir nach keinen nennenswerten Sichtungen auch bald erreichten. Da Xakanaxa unser Lieblingscamp ist und natürlich „fully booked“ war, sahen wir uns den Platz einmal genauer an. Nur wenige Stellplätze waren belegt, und wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich das heute noch so drastisch ändern würde, dass sich nicht noch ein Plätzchen für uns finden ließe. Aber anstatt sich einfach unauffällig an den Rand zu stellen und abzuwarten, was passieren würde, wollten wir es ganz offiziell machen. So fragten wir am Gate, ob es möglich sei, unseren Stellplatz vom South Gate nach Xakanaxa zu tauschen. Bezahlt war eh alles, ein Preis, gleicher Verein, unsere Campsite am Southgate eh besetzt, hier dafür genügend Platz, also kein Problem, so dachten wir. Aber weit gefehlt! Ein netter Parkangestellter stimmte uns zu und war sich recht sicher, dass noch genügend Plätze in Xakanaxa frei seien. Gerne bestätigte er uns, nachdem er unsere Buchung für South Gate gesehen hatte, dass wir eine Nacht hier bleiben könnten. Doch nun kam Mr. Oberwichtig aus dem Hinterzimmer ins Spiel. Der Ranger meinte, er müsse zuerst am South Gate anrufen. Am Telefon wechselte er einige uns unverständliche Sätze, um uns dann zu versichern, dass wir mit einer Reservierung vom South Gate auch dort übernachten müssten. Unsere Argumentationskette, dass wir dort ja eh auf einen anderen Platz ausweichen müssten, brach zusammen, als er uns bestimmt mitteilte, dass unsere Campsite dort nun frei sei. Wir versuchten trotzdem den Platz zu tauschen, aber er blieb hart und bestand darauf, dass wir Xakanaxa verlassen. Hätten wir doch nicht gefragt! Ziemlich enttäuscht und übel gelaunt zogen wir von dannen, da wir nicht so recht einsehen wollten, warum er uns weggeschickt hatte.
Graufischer
Zurück am Southgate fuhren wir auch sogleich wieder zu unserem Platz und stellten zu unserer grenzenlosen Freude fest, dass er immer noch von den Norwegern besetzt war. Während Uwe noch überlegte, wie er möglichst diplomatisch der Frau im Büro seinen Ärger erklären konnte, war Ruth auf 180. Sie verlangte zu wissen, mit wem der Ranger aus Xakanaxa gerade eben telefoniert habe. Was? Telefoniert? Wer hat mit wem telefoniert? Keine Ahnung! Nein, das konnte die nette Dame ihr wirklich nicht sagen. Und warum wir denn überhaupt so aufgebracht wären? Uwe erklärte, dass von uns beim Wechsel der reservierten Stellplätze Flexibilität erwartet würde, man uns diese aber nicht entgegenbringe und unser Wunsch in Xakanaxa zu bleiben ignoriert und abgeschmettert wurde. Noch dazu, wo unser Stellplatz immer noch belegt sei. Aber das sei doch gar kein Problem. Sollen wir uns doch einfach wieder auf die Nummer 10 stellen. Ruth schnappte nach Luft, und Uwe erklärte, dass es uns darum ja gar nicht gegangen sei, sondern dass wir lieber in Xakanaxa geblieben wären. Die Bürotante verstand nur Bahnhof. Wir hatten auch nicht das Gefühl, dass sie sich sehr dafür interessierte, um was es uns eigentlich ging. Sie wollte uns nur möglichst schnell wieder loswerden. Daher schlug sie gutgelaunt vor, dass wir doch vielleicht JETZT mal eben wieder nach Xakanaxa fahren könnten, der Übernachtungspreis sei ja derselbe. Bevor ihr Ruth nach einem gepressten „Haben-Sie-mal-auf-die-Uhr-geguckt?-Man-darf-nicht-im-Dunkeln-fahren!-Und-wollen-Sie-uns-eigentlich-verarschen?“ über den Tresen springen konnte, schob Uwe sie kurzerhand aus dem Büro. Draußen tobte sie noch eine ganze Zeit lang weiter, hatte sie doch niemanden gefunden, den sie anschreien konnte. Also kapitulierten wir und zogen wieder auf Nummer 10.
Die letzte knappe Stunde vor Sonnenuntergang fuhren wir noch ein paar Kilometer Richtung Black Pools. Dabei sahen wir ein paar Schakale und Zebras.
Büffelweber
Zum Abendessen machte Ruth Wurstsalat. Uwe duschte. Durch einen Anruf zu Hause erfuhren wir, dass Deutschland Fußballweltmeister geworden ist. Heute Abend kam anstelle einer Hyäne ein Honigdachs zu Besuch. Auch dieser kleine Kerl brachte es fertig, uns zu erschrecken. Während wir diesmal mit dem Rücken zum Auto saßen, um dem Hyänenblick über der Schulter zu entgehen, beschwerte sich Ruth, warum Uwe seine Füße nicht ruhig halten konnte. Sie hätte es ahnen müssen. Es war kein hyperaktiver Uwe, sondern der Honigdachs, der von hinten unter dem Auto hindurchgeschlüpft war und seine Nase an ihren Schuhen und ihrem Bein rieb. Damit hatten wir nicht gerechnet und sprangen ähnlich wie gestern schnellstens auf. Dem Dachs imponierte das wenig, er war kein bisschen scheu und ließ sich weder durch Rufen noch durch Klatschen vertreiben. Ganz im Gegenteil. Er schnüffelte an unserem Tisch herum, und wir befürchteten schon, dass er die ganze Decke herunterziehen würde. Zwar würde uns so ein Dachs wahrscheinlich nicht gleich mit Haut und Haaren auffressen, aber einen Biss wollten wir trotzdem nicht riskieren. Und so blieb uns nach mehrmaligem Verteidigen unseres Wurstsalates und den erfolglosen Versuchen, den Störenfried zu vertreiben, nichts anderes übrig, als abzuräumen und ein schnelles Mahl im Stehen einzunehmen. Schließlich trollte er sich, um unsere Nachbarn zu erschrecken, was ihm auch gelang, wie uns lautes Rufen und In-die-Hände-Klatschen von der Campsite nebenan bewies. So wusste man immer, wo sich das kleine Kerlchen gerade aufhielt. Im Laufe des Abends schaute es auch noch einige Male bei uns vorbei. Bevor der Mond aufging, machten wir noch ein paar Sternenaufnahmen. Eine Hyäne rief. Wir wissen nicht, ob es an dem noch nicht ganz verblassten Ärger mit Xakanaxa liegt, an den vielen Stellen, wo wir uns über laute Mittouris geärgert haben oder insgeheim vielleicht doch an der Tatsache, dass uns trotz sechs Tagen Aufenthalts in Nationalparks der Katzengott noch nicht wirklich bedacht hat – Auf jeden Fall empfinden wir den bisherigen Urlaub doch als ein wenig anstrengend. Vielleicht können wir in den kommenden Tagen etwas mehr entspannen.
casimodo4'528 Beiträge · seit 200713. Nov. 2014 · #123
Hallo Ruth und Uwe,
das "zwei Hippos rennen ins Wasser von vorne Bild" ist Heute mein Favorit.
Vor Honigdachsen habe ich einen Höllen-Respekt. Ein Ranger in Namibia zeigte uns während eines Fussmarsches einmal eine Stelle, an der er vor einem angriffslustigen Honeybadger weggerannt ist wie ein Hase. Er war richtig nervös und nanete ihn immer "the hooooorible Honeybadger" 😛
Leider habt Ihr ja nicht gerade durchgehendes Glück mit Euren Campsites und Nachbarn gehabt. Hoffentlich war das der letzte Zwischenfall.
THBiker1'366 Beiträge · seit 201114. Nov. 2014 · #124
Coucal (keine Angst, wir eröffnen nicht wieder die Diskussion, um welche Art genau es sich handelt!)
Warum denn nicht? Mich würde es sehr interessieren 😗 .
Eure Hyänen und Dachserlebnisse sind ja schon eindrücklich. Ich glaub ich wäre auch erst einmal erschrocken. Gerade so einen Hyänenatem im Nacken zu spüren, stelle ich mir nicht gerade sonderlich schön vor 🤩 😄
franzicke2'085 Beiträge · seit 201214. Nov. 2014 · #126
Liebe Eulenmuckels, die Fahrten durch die Black Pool Gegend genieße ich mal wieder sehr mit euch - ein herrliches Fleckchen in wunderschöner Stimmung!!! Aber mit der Stimmung auf den Campsites ist der völlige Entspannungsmodus wohl noch nicht ganz gefunden - sehr schade, dass das mit Xakanaxa nicht geklappt hat und noch schader, dass sich die Leute teilweise so anstellen. Für uns "Mitreisende" aber natürlich kein Problem 😄 Danke fürs Mitnehmen! Und viele Grüße Franzicke Gestern Abend kam übrigens auf ARTE eine Sendung über das Löwenrudel von Xakanaxa - sehr toll!!!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200614. Nov. 2014 · #127
@Carsten:
Vor Honigdachsen habe ich einen Höllen-Respekt.
Wir hätten auch nicht erwartet, dass sich die Hyänen so viel leichter vertreiben lassen als der kleinere Honigdachs. Die Norweger von der (unserer) Nachbarcampsite erzählten uns, dass er sich in der Nacht zuvor IN ihr Bodenzelt vorgearbeitet habe. Sie hatten wohl etwas zu essen im Zelt.
Leider habt Ihr ja nicht gerade durchgehendes Glück mit Euren Campsites und Nachbarn gehabt.
Vielleicht waren wir auch nur zu empfindlich. Aber die Aktion mit Xakanaxa hat uns schon geärgert.
@Thorsten: Na gut. Dann werfe ich mal einen Senegal Coucal in den Ring. Was meint ihr? Gerade die nahen Tiererlebnisse sind es ja auch, weswegen wir nach Afrika fahren.
@Picco: Ja, es ist das "alte" 500er mit 3,8 Kilogramm Gewicht. In diesem Fall war eine Vollformatkamera (5D3) am Objektiv.
@franzicke: Schön, dass du dabei bist. Es gibt im Urlaub eben auch Tage, an denen nicht alles so läuft, wie man es sich vorstellt. Und ab und zu hat die Stimmung dann auch mal einen Durchhänger. Das gehört aber auch in einem Traumurlaub dazu. Die Sendung haben wir leider verpasst. Aber wie ich gesehen habe, kommen noch ein paar Wiederholungen, und man kann die Sendung online schauen.
THBiker1'366 Beiträge · seit 201114. Nov. 2014 · #128
@Thorsten: Na gut. Dann werfe ich mal einen Senegal Coucal in den Ring. Was meint ihr? Gerade die nahen Tiererlebnisse sind es ja auch, weswegen wir nach Afrika fahren.
Na geht doch 😛 Ich stimme dir zu!
Ja die nahen Tiererlebnisse sind es wahrhaftig. Ich hatte diese bisher noch nie soooo nah, zumindest nicht ohne ein Auto oder eine Zeltwand dazwischen 😗
Hallo ihr Beiden, im Stillen lese ich doch sehr sehr gerne mit...besonders , da wir dieses Jahr ähnlich unterwegs waren , nur andersrum und ein paar Wochen später. Wir hatten ähnlich "unerfreuliche" CS Erlebnisse :mit den Reservierungen in IHAHA und XAkanxa , beide vom selben Anbieter. Wir haben es schliesslich als uebung genommen und ausserdem hatten wir besonders grosses Glück mit den anderen gebuchten Plätzen, Lage und Tierbegegnungen betr.
Bisher dachte ich, dass das mit der Vogelliebhaberei eine Erscheinung des Alterns ist , bei uns ist das in den letzten Jahren ( halt mit dem Altern) so gekommen, aber ihr seid ja noch so jung...
nun freue ich mich auf weitere Berichte und Vögel. Aus welchem Bestimmungsbuch habt ihr bloss die deutschen Namen alle? lG sita
Daxiang5'050 Beiträge · seit 201414. Nov. 2014 · #130
sita schrieb:
nun freue ich mich auf weitere Berichte und Vögel. Aus welchem Bestimmungsbuch habt ihr bloss die deutschen Namen alle?
Es gab mal ein kleines Heft zu kaufen
"Die deutschen Namen der Vögel im südlichen Afrika"
Huhu Ihr Beiden 😘 hab gerade mal wieder ein bisschen aufgeholt, sozusagen hinterher gehechelt 😄 Die Bilder sind allesamt klasse 🤩 das ich ein großer Fan bin, wisst Ihr ja 😄 Hyänen-Atem im Nacken 🤢 hmm, lekker. Bei den Campsites ist mir das ein oder andere "Sch..., das gibt's doch nicht" rausgerutscht 🤢 wie ärgerlich, erst Baines Baobabs, dann Kazinkiini und jetzt die Unflexibilität in Xakanaxa 😠 ich wär wahrscheinlich auch ziemlich laut geworden 😗 Wundern 🙄 musste ich mich allerdings über:
Durch einen Anruf zu Hause erfuhren wir, dass Deutschland Fußballweltmeister geworden ist.
Sag mal... da hab ich ständig Euer Sat-Phone mit SMS's bombardiert und muss gerade feststellen, dass das gar nicht funktioniert hat 😣 🙄 🤪 😄 Und ich bleib dabei... wir müssen reden
tiggi1'558 Beiträge · seit 201116. Nov. 2014 · #132
Ihr lieben Eulenmuckels, nun habe ich eure letzten Tage nachgelesen und bin von den Bilder wieder neidvoll beeindruckt. ganz toll und die kleine Reihe Pummelchen , genial süüüüüß ! 😘 😘 😘
Eure Erlebnisse mit der Hyäne kann ich gut nachempfinden. Wir hatten so ein Erlebnis im letzten Jahr am North Gate. Genau dieser Schauer macht klar, wir sind nicht im Zoo, sondern in der Wildnis. Und genau das wollen wir doch alle, oder?
Ich freue mich auf den Fortgang eurer, nun hoffentlich entspannten, Reise. 🤩 Liebe Grüße Biggi
Bamburi541 Beiträge · seit 200716. Nov. 2014 · #133
Hallo Ihr Beiden,
eigentlich ist es mir ja fast zu "gefährlich"mit Euch zu reisen 😉 , denn Ihr seid an unserem letzten Urlaub Schuld (zumindest am Mosambik-Teil 🤩 ) und wer weiß, worauf ich dann noch Lust bekomme...Das Drama daran ist, die Lust ist größer als meine Urlaubsreserven und vor allem als mein Geldbeutel 😕
Trotzdem kann ich nicht widerstehen und bin dabei!
Den ersten Teil hab ich nun im high speed Modus gelesen und bin begeistert! Super schöne Fotos und ein spannender Bericht.
Meeeeeehhhhrrrrrr..... 🤩 🤩 🤩
Grüßle Anja
Intelligent people discuss ideas. Fools discuss how people should behave. (Paulo Coelho)
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200616. Nov. 2014 · #134
@Thorsten:
Na geht doch 😛 Ich stimme dir zu!
Puh!
@sita:
aber ihr seid ja noch so jung
Hurra! Der Tag ist gerettet. Vielen Dank. Das Interesse für Vögel hat tatsächlich nichts mit unserem Alter zu tun. Ruth hat sich schon als Kind für die einheimischen Vögel interessiert. Und ihre Begeisterung ist – zumindest im südlichen Afrika – auf mich übergesprungen. Die deutschen Namen haben wir aus dem kleinen Taschenbuch "Ein Taschenführer für Vögel im südlichen Afrika" von Burger Cillié und Ulrich Oberprieler.
@Claudia: Vielen Dank für dein Lob. Wie wir inzwischen herausgefunden haben, scheint der SMS-Empfang des Sat-Phones nicht zu funktionieren. Aber wenigstens das Telefonieren klappt. 😉
@Biggi: Ja, wir werden nun recht entspannt weiterfahren. Übrigens geht es am folgenden Tag nach North Gate.
@Anja: Tja, diese Gefahr besteht vor allem beim virtuellen Mitreisen. Wir können auch nicht versprechen, nicht wieder an so etwas Schuld zu sein. Schön, dass ihr wieder zurück seid und uns nun begleitet.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200616. Nov. 2014 · #135
Dienstag, 15. Juli 2014 – Katzenglück?
South Gate, Moremi – North Gate, Moremi
Heute standen wir eine Viertelstunde früher auf. Das fiel uns auch nicht allzu schwer, weil wir bereits über 10 Grad hatten. Wir fuhren auf direktem Weg nach Xakanaxa. Auf der Verbindungsstraße sahen wir eine Herde Rappenantilopen mit Jungtieren. Leider waren sie sehr scheu und bereits in den Büschen verschwunden, bis wir den Fotoapparat bereit hatten. Noch mehr ärgerten wir uns aber über die nächste verpasste Gelegenheit. Etwas später stand etwa 50 Meter vor uns, mitten auf der Straße ein Tier. Viel mehr als „Tier“ können wir gar nicht sagen, da es in dem Moment, in dem wir es wahrgenommen hatten, auch schon wieder verschwunden war. Trotzdem waren wir uns relativ sicher, dass es sich um eine Katze handelte. Aber was war das gewesen? Für einen Geparden stimmte die Landschaft nicht, für einen Löwen war sie zu klein und für eine Ginsterkatze zu groß. Wir fuhren so schnell es ging zu der Stelle, an der wir das Tier auf der Straße vermutet hatten. Doch wir fanden noch nicht einmal seine Spuren. So sehr wir uns auch anstrengten und ins Gebüsch starrten, während wir langsam auf denselben fünf Metern immer wieder vor und zurück rollten, der Leopard blieb verschwunden. Oder vielleicht hatten wir auch gerade unseren ersten Serval verpasst? War die Katze nicht ein bisschen zu groß dafür gewesen? Hätte ja auch ein besonders riesiger Serval sein können. Es war zum verrückt werden! Bevor wir noch mehr halluzinieren konnten und die Schatten der Blätter und Äste vor unseren Augen zu immer absurderen Fell-Fleckenmustern verschwammen, machten wir uns wieder auf den Weg. Zu doof aber auch! Wir waren schon neugierig, was wir da gerade eben verpasst hatten. Wir trösteten uns mit ein paar Perlhühnern. Wenigstens die kamen nicht schnell genug von der Straße.
Bei Xakanaxa drehten wir eine Runde durch die Paradise Pools. Dort stand deutlich mehr Wasser als in den vergangenen Jahren, so dass unser Aktionsradius stark eingeschränkt war. Wir sahen viele Impalas, auf denen Madenhacker herumhüften und -pickten, Herden von Letschwe-Antilopen mit puscheligen Jungtieren und einen Trupp Meerkatzen. Relativ lange schauten wir ihrem eiligen Treiben am Boden und in den Bäumen zu.
Hammerkopf
Nach einiger Zeit schlugen wir den Weg Richtung North Gate ein. An einer tiefsandigen Stelle standen drei Fahrzeuge, von denen sich eines mit Anhänger im Sand festgefahren hatte. Der Fahrer arbeitete mit seiner Schaufel, um die Räder frei zu bekommen. Wir hielten und boten an, ihn aus dem Sand zu ziehen. Er lehnte jedoch ab. Sie seien genügend Fahrzeuge und wollten es alleine schaffen. Nun fuhren wir relativ zügig weiter. Es war schon halb zwölf, und wir hatten noch immer kein richtiges Frühstück. Trotzdem kehrten wir noch einmal um, als wir linkerhand eine große Impalaherde etwas abseits am Rand einer Lichtung grasen sahen. Uwe fand zwar, dass er für heute genügend Impalas gesehen habe, aber es waren auch ein paar Leierantilopen dabei. Daher bogen wir von dem Hauptweg in einen Seitenweg ein, um uns die Tiere aus der Nähe anzusehen.
Noch bevor wir die Herde erreicht hatten, stießen einige Impalas einen Warnruf aus. Ehe wir uns versahen, waren sie gemeinsam mit den Leierantilopen aufgesprungen und in einer Staubwolke auf die kleine Ebene gerannt. Auch dort beruhigten sie sich nicht und schnaubten weiter. Dabei blickten sie immer wieder an uns vorbei in dieselbe Richtung.
Wir waren uns sicher, dass ein oder mehrere Raubtiere in der Nähe sein mussten. Also suchten wir angestrengt die gegenüberliegende Seite ab. Solange die Antilopen so ein Spektakel veranstalteten, musste doch etwas zu entdecken sein! Tatsächlich wurde unsere Ausdauer diesmal belohnt, und Ruth rief ganz aufgeregt: „Da liegt der Leopard!“ Und tatsächlich: Nur etwa 10 Meter entfernt von unserem Wagen kauerte er sich ins hohe Gras.
Zwischen den Halmen war er ziemlich gut getarnt. Sicherlich hatte er es auf eines der Impalas abgesehen, und wir hatten ihm versehentlich die Tour vermasselt. Für einen Angriff war die Entfernung zwischen ihm und den Antilopen zu groß, und außerdem hatte er nun den Überraschungsmoment nicht mehr auf seiner Seite. Nach weiteren 10 Minuten hatte er das wohl auch erkannt, erhob sich und trollte sich ins tiefere Gestrüpp, wo er im Unterholz verschwand. Trotzdem waren wir glücklich! Ein selbst entdeckter Leopard.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200616. Nov. 2014 · #137
Kurz danach lief ein großer Waran über den Weg und huschte ins Gebüsch. Auf direktem Weg fuhren wir nun gutgelaunt zum North Gate und checkten auf der Campsite ein. Wir mussten noch für zwei Tage Parkeintritt bezahlen. Selbstverständlich trugen wir unseren Leoparden auf der großen Sichtungstafel ein. Auf unserem Campingplatz waren noch ein paar Jungs dabei, ihre Sachen zusammenzupacken. Wir setzten uns gemütlich hin und frühstückten. Anschließend pirschte Ruth einigen Vögeln hinterher.
Haubenbartvogel
Maskenpirol
Am späten Nachmittag drehten wir noch eine kleine Runde östlich des North Gates entlang des Khwai. Dabei sahen wir einige Wasserböcke und eine Familie Warzenschweine, die auf den Knien robbend mit ihren Hauern die feuchte Erde durchwühlte.
Durch teils recht hohes Gras ging es auf einer schmalen Fahrspur an ein paar Elefanten vorbei zu einer Flussschleife, in der einige Hippos herumplantschten.
Viele verschiedene Wasservögel wie Schreiseeadler, Sattelstörche und Klaftschnäbel standen am Ufer, und die unterschiedlichsten Reiher bemühten sich, an ihren gerade erwischten Happen nicht zu ersticken.
Ein Krokodil schwamm vorbei, Elefanten rupften Gras aus dem Boden und schlugen es durch das Wasser, bevor sie es fraßen, und wir ließen mit dem späten Nachmittagslicht die Stimmung auf uns wirken.
Gabelracke
Zufrieden ging es zurück zur Campsite. Wie entspannt man doch plötzlich durch die Gegend fährt, nur weil man für einige Minuten einen Leoparden erblicken durfte! Am Campingplatz machten wir Feuer. Ringsherum kletterten die Paviane in die Bäume, um zu schlafen. Ein Elefant riss nebenan dicke Zweige aus den Büschen, und wir waren ein wenig auf Hab-Acht, als er an unserem Platz vorbeikam. Wir kochten Gemüse im Potije, legten Folienkartoffeln in die Glut und grillten eine Boerewors. Kurz bevor wir alles zusammengepackt hatten und ins Zelt stiegen, besuchte uns noch eine Hyäne. Die Paviane in den Bäumen gaben beim Träumen leise Seufzer von sich.
Champagner8'684 Beiträge · seit 201016. Nov. 2014 · #139
Eulenmuckel schrieb:Liebe Bele,
du bist aber auch ungeduldig! Wir hetzen uns doch schon so.
Grüßle Ruth und Uwe
Sorry Ihr Beiden - ich habe meinen Quengel-Post zeitgleich mit Eurem abgeschicht, da konnte ich noch nichts wissen von Euren tollen Sichtungen. Wahh, der Leopard ist soooo klasse - ich liebe es, wenn sie so schauen!!
Zu der verpassten gefleckten Katze: wir hatten ja auch bei Xakanaxa "unseren" Serval gesehen. Und sooo klein fand ich ihn gar nicht. Ich hab in meinem Bericht ein Foto, wo er beim Weglaufen ist - ich finde, da kann man bei schlechten Sichtverhältnissen oder wenns schnell geht, schon mal an einen kleinen Leo oder an einen Geparden denken.
Achja, bevor ich's vergess: euer Beleuchter hat mal wieder einen super Job gemacht 😎
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200616. Nov. 2014 · #140
Hallo Bele,
kein Problem. Wir freuen uns ja über deine Quengelei. Der Leo war auf jeden Fall ein Highlight. Man macht nichts ahnend einen Abstecher zu ein paar Impalas, und dann liegt er ein paar Meter entfernt im Gras. Zum Glück haben die Antilopen ihn gewittert. Ohne ihren Warnruf hätten wir nie so genau die Umgebung abgesucht.
Bei dem vermeintlichen Serval spielte sicherlich auch mit, dass wir uns den sehr gewünscht hätten. So bleibt die Möglichkeit, dass es einer war.
Der Beleuchter hatte es bei einigen Bildern ziemlich schwer, weil die Sonne sehr hoch oder ungünstig stand.