Kriminalität

193 Antworten · 31,2k Aufrufe · gestartet 24. Okt. 2014 von Rainer 1
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2'462 Beiträge · seit 200628. Dez. 2024 · #121
makis schrieb:

Ueberleg doch mal: die Vermieterin/Gastgeber wollen natuerlich jeglichen Schaden an ihren Gaesten vermeiden, und werden deshalb groessere Vorsicht ausrufen, als moeglicherweise noetig waere. .
Das wird wohl allen Gastgebern so gehen und erklärt nicht, wieso in anderen Ländern solche Warnungen nicht in der Häufigkeit vermittelt werden.

@manchen 😉
Mir ist unbegreiflich, wieso sich einige so angegriffen fühlen, wenn ich sage, dass der nächtliche Spaziergang durch Hannover objektiv/statistisch weniger "gefährlich" ist als es in Windhoek zu tun. Es hilft doch "Ersttätern", wenn sie sich möglicher Risiken bewusst sind und Situationen lernen einzuschätzen, Risiken aus dem Weg zu gehen. Denen zu vermitteln, sie müssten sich keine Gedanken machen, weil Namibia so sicher wie Deutschland wäre, halte ich für fahrlässig. In Swakop war ich in einer Unterkunft, die hatten Schilder über die "alarm response" ihrer Sicherheitsfirma, in Windhoek hatte die Unterkunft 2-Meter-Mauern und S-Draht drauf. Wo genau in Deutschland gibt es das?

Ein Reiseforum sollte in meinen Augen nicht nur darüber berichten, welch tolle Unterkünfte es gibt, an welchen Orten die Landschaft besonders schön und die Tiersichtungen grandios sind, sondern auch darauf hinweisen, dass es Risiken gibt und wie man diese bestmöglich reduzieren kann.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
1'095 Beiträge · seit 200928. Dez. 2024 · #122
tacitus schrieb:Und bei der Begründung wird auch kein noch so blödsinniges Klischee ausgelassen, wie z. B.
"…….. Der grosse Vorteil, den ich in Namibia ggü anderen Ländern erkenne, liegt darin, dass der Namibier kein "Krieger" ist. Die Menschen sind grundsätzlich sehr friedliebend……"
Hallo Werner,

dass du den Umstand als blödsinniges Klischee bezeichnest, irritiert mich. Ich meinte das durchaus ernst. Zulu bspw. fackeln nicht lange. Wenn denen etwas nicht passt, brennen Autoreifen und/oder Lastwagen und wenn es schlimmer kommt auch gerne mal ein Pick n Pay. In anderen Landesteilen Südafrikas kommt das auch vor. Ich habe bereits zweimal einen Grenzübergang nicht nutzen können, da auf der südafrikanischen Seite gewaltsame Proteste stattfanden. Das ist keine Handlung, die sich gegen Touristen richtet aber du solltest tunlichst vermeiden da reinzugeraten. Derartige Gewaltausbrüche sind in Namibia nicht existent. Da brennen weder Supermärkte, noch Lastwagen. Es werden auch keine Barrieren gebaut mit brennenden Reifen.

@Sanne
FYI: am Bodensee wird gerade die erste mir bekannte gated Community für Vermögendere errichtet. Mit 24 Stunden Security und hoher Mauer. Das wird ein neuer Trend, könnte ich wetten….
(ist auf der Schweizer Seeseite aber du willst mir ja jetzt sicher nicht erklären, dass die Schweiz gefährlicher lebt als Deutschland?)
Ansonsten ist es nach wie vor wichtig zu überlegen, wo ich mich bewege. Städtereisen sind in Afrika riskanter als 2 Wochen im Busch. Ich glaube nicht, dass jemand sowas ernsthaft anzweifeln würde.

Liebe Grüsse
Guido
537 Beiträge · seit 202028. Dez. 2024 · #123
Sanne schrieb:
makis schrieb:

Ueberleg doch mal: die Vermieterin/Gastgeber wollen natuerlich jeglichen Schaden an ihren Gaesten vermeiden, und werden deshalb groessere Vorsicht ausrufen, als moeglicherweise noetig waere. .
Das wird wohl allen Gastgebern so gehen und erklärt nicht, wieso in anderen Ländern solche Warnungen nicht in der Häufigkeit vermittelt werden.
Woher weißt du denn, in welcher Häufigkeit das in Namibia vorkommt? Ich las hier gerade mal von zwei Warnungen. Einmal die, dass man lieber im Joes aufs Taxi warten soll statt draußen (wobei nicht jeder, der draußen auf sein Taxi wartet überfallen wird, denn manch einer wurde vielleicht gar nicht gewarnt oder ihm ist es egal), und dann die Warnung vor Swakopmunder Taxis, bei denen es sich doch auch nur um Ovambotaxis handeln kann, wo der Preis nicht von vornehmeren feststeht, und mit denen man sowieso lieber nicht fährt, wenn man nicht viel Zeit hat und nicht abgezockt werden will. Gibt doch Alternativen.

Guck, ich bin ja sogar bei dir, dass es in Hannover (noch) ungefährlicher ist, als Tourist durch die Straßen zu laufen als in Windhoek (obwohl ich Hannover nicht kenne, und keinerlei Bedenken habe, in meinem Wohnviertel von Windhoek im Winter abends bei Dunkelheit zum Woermann zu fahren). Das hat aber nichts mit Schildern der Sicherheitsfirma zu tun - die hängen so gut wie überall, und niemand weiß, ob die Sicherheitsfirma noch zuständig ist, oder überhaupt noch existiert. Das soll eigentlich auch als Werbung dienen - professionelle Einbrecher lassen sich auch durch so etwas nicht abschrecken. Hohe Mauern und Stacheldraht sowie Elektrozaun hat halt jeder - in unserer Straße in Windhoek West hatten wir als einzige keinen, und eine recht niedrige Mauer. Bei uns haben es einmal (in knapp zehn Jahren) drei Männer probiert, im Dezember, arme Tröpfe die sofort wieder das Weite gesucht haben, als sie merkten dass wir zuhause sind. Bei unserem Nachbarn waren Einbrüche häufiger, einmal sogar mit Waffe - die hatten halt auch ein Firmenschild draußen hängen. Wir eben nicht. Und somit gab es trotz niedriger Mauer nur einen Vorfall. Ah ja, als ich das Haus verkauft hatte, brach jemand ins Flat ein als die Mieter ein paar Wochen ausgezogen waren und der Kauf noch nicht durch war. Er nahm die Toilettentür mit. Mehr gabs da nicht zu holen.

Ich erzähle das alles, obwohl es für Touristen vielleicht uninteressant ist, da es doch den Grad der Kriminalität etwas besser widerspiegelt als eine Statistik. Ja, man sollte vorbereitet sein, aber nein, man muss nicht 24/7 um Leib und Leben fürchten.
537 Beiträge · seit 202028. Dez. 2024 · #124
Seyko schrieb:
tacitus schrieb:Und bei der Begründung wird auch kein noch so blödsinniges Klischee ausgelassen, wie z. B.
"…….. Der grosse Vorteil, den ich in Namibia ggü anderen Ländern erkenne, liegt darin, dass der Namibier kein "Krieger" ist. Die Menschen sind grundsätzlich sehr friedliebend……"
Hallo Werner,

dass du den Umstand als blödsinniges Klischee bezeichnest, irritiert mich. Ich meinte das durchaus ernst. Zulu bspw. fackeln nicht lange. Wenn denen etwas nicht passt, brennen Autoreifen und/oder Lastwagen und wenn es schlimmer kommt auch gerne mal ein Pick n Pay. In anderen Landesteilen Südafrikas kommt das auch vor. Ich habe bereits zweimal einen Grenzübergang nicht nutzen können, da auf der südafrikanischen Seite gewaltsame Proteste stattfanden. Das ist keine Handlung, die sich gegen Touristen richtet aber du solltest tunlichst vermeiden da reinzugeraten. Derartige Gewaltausbrüche sind in Namibia nicht existent. Da brennen weder Supermärkte, noch Lastwagen. Es werden auch keine Barrieren gebaut mit brennenden Reifen.
Genau so ist es. Außenstehende mögen es als Klischee bezeichnen, aber jeder, der hier lebt wird deine Worte bestätigen. Und erst recht diejenigen, die beides kennen.
1'127 Beiträge · seit 202228. Dez. 2024 · #125
Guten Tag Seyko,
Ok, Ok, Ok, also müssen doch nochmals „die“ Zulus ran, die Preußen Afrikas, die sich als Herrenvolk sehen und sich nicht mit dem Staat identifizieren. Unter „“, weil sowieso nur ein Teil von Zulu-Sprechenden so tickt, deswegen sind auch DIE Soundsos immer auch Klischee. Das worauf du hinweist, war ein Putschversuch um den Staat zu destabilisieren.

Es hat mit der allgemeinen Verfasstheit dieser Länder, der enormen Unzufriedenheit und immer weiter zunehmenden Massenarmut nichts zu tun. Der Frust ist groß und wird größer werden, weil ja die eigentlichen Probleme nicht ausreichend angegangen werden und entlädt sich dann in üblicher Weise. Und wenn man den Leuten die Perspektivlosigkeit noch dadurch vor Augen führt, indem man sie auch an der Urne betrügt, dann hat man (mit der richtigen Anleitung) die Zustände die z. B. gerade in Mosambik vorgeführt werden.

Und das könnte, früher oder später, in jedem südlich afrikanischen Staat passieren, mM. Die kumulierten Zustände und Versäumnisse laufen mittel- bis langfristig darauf hinaus. Muss aber nicht so sein, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber wenn doch, ist irgendwann jede „friedfertige liebende Mentalität“ aufgezehrt, Demagogen wissen wie und was man daraus macht.

Und das (Beispiel Mosambik) soll nun damit zu tun haben, ob die Dutzende Ethnien in Mosambik „Krieger“ sind oder nicht?

Aber warum in die Ferne schweifen. Die „Gelbwesten“ z. B. haben viele Hunderte Autos und Geschäfte abgefackelt, geplündert, Leute bedroht, Ordnungskräfte verletzt, ganze Regionen in den Ausnahmezustand versetzt usw. Und das soll nun dem rebellischen Widerstandsgeist der gallischen Dörfler 😎 geschuldet sein?

Und wenn dich mein Ton gewundert hat, dann wird dir eine Textanalyse deiner Zuschriften weiterhelfen.
zuletzt bearbeitet 28. Dez. 2024
2'462 Beiträge · seit 200630. Dez. 2024 · #126
makis schrieb:
Sanne schrieb:
makis schrieb:

Ueberleg doch mal: die Vermieterin/Gastgeber wollen natuerlich jeglichen Schaden an ihren Gaesten vermeiden, und werden deshalb groessere Vorsicht ausrufen, als moeglicherweise noetig waere. .
Das wird wohl allen Gastgebern so gehen und erklärt nicht, wieso in anderen Ländern solche Warnungen nicht in der Häufigkeit vermittelt werden.
Woher weißt du denn, in welcher Häufigkeit das in Namibia vorkommt? Ich las hier gerade mal von zwei Warnungen. Einmal die, dass man lieber im Joes aufs Taxi warten soll statt draußen (wobei nicht jeder, der draußen auf sein Taxi wartet überfallen wird, denn manch einer wurde vielleicht gar nicht gewarnt oder ihm ist es egal), und dann die Warnung vor Swakopmunder Taxis, bei denen es sich doch auch nur um Ovambotaxis handeln kann, wo der Preis nicht von vornehmeren feststeht, und mit denen man sowieso lieber nicht fährt, wenn man nicht viel Zeit hat und nicht abgezockt werden will. Gibt doch Alternativen.

Guck, ich bin ja sogar bei dir, dass es in Hannover (noch) ungefährlicher ist, als Tourist durch die Straßen zu laufen als in Windhoek (obwohl ich Hannover nicht kenne, und keinerlei Bedenken habe, in meinem Wohnviertel von Windhoek im Winter abends bei Dunkelheit zum Woermann zu fahren). Das hat aber nichts mit Schildern der Sicherheitsfirma zu tun - die hängen so gut wie überall, und niemand weiß, ob die Sicherheitsfirma noch zuständig ist, oder überhaupt noch existiert. Das soll eigentlich auch als Werbung dienen - professionelle Einbrecher lassen sich auch durch so etwas nicht abschrecken. Hohe Mauern und Stacheldraht sowie Elektrozaun hat halt jeder - in unserer Straße in Windhoek West hatten wir als einzige keinen, und eine recht niedrige Mauer. Bei uns haben es einmal (in knapp zehn Jahren) drei Männer probiert, im Dezember, arme Tröpfe die sofort wieder das Weite gesucht haben, als sie merkten dass wir zuhause sind. Bei unserem Nachbarn waren Einbrüche häufiger, einmal sogar mit Waffe - die hatten halt auch ein Firmenschild draußen hängen. Wir eben nicht. Und somit gab es trotz niedriger Mauer nur einen Vorfall. Ah ja, als ich das Haus verkauft hatte, brach jemand ins Flat ein als die Mieter ein paar Wochen ausgezogen waren und der Kauf noch nicht durch war. Er nahm die Toilettentür mit. Mehr gabs da nicht zu holen.

Ich erzähle das alles, obwohl es für Touristen vielleicht uninteressant ist, da es doch den Grad der Kriminalität etwas besser widerspiegelt als eine Statistik. Ja, man sollte vorbereitet sein, aber nein, man muss nicht 24/7 um Leib und Leben fürchten.
Wir reden vermutlich aneinander vorbei.

1. In welcher Stadt wird in D gewarnt, ein Taxi zu nehmen, das man nicht vorbestellt hat?
2. Swakopmund hat mW nicht einmal 100k Einwohner. In welcher Stadt in D sollte man besser keine "Ovambotaxis" nehmen, wenn man nicht abgezockt (Kriminalität) werden will?
3. Wie erklärst Du Dir, dass die Schilder zu den Sicherheitsfirmen überhaupt Ausdruck von "Werbung" sind, wenn sie sonst keine Funktion haben?
4. Nein, persönliche Erfahrungen spiegeln halt nie Kriminalitätsstatistiken wider. Auch wenn Du oder ich nie Opfer wurden, bedeutet es doch nicht, dass es die Gefahr nicht objektiv gibt. Dann können wir uns ja gleich darauf verständigen, dass der Fakt, dass Du und ich nie in Berlin vergewaltigt wurden, besagt, dass Vergewaltigung in Berlin nicht stattfindet. Statistisch ist das Unsinn, wenngleich es erfreulich ist, dass weder Du noch ich Opfer wurden.

Ich habe nie behauptet, dass man 24/7 um Leib und Leben fürchten muss. Ich behaupte aber weiterhin, dass eine Kriminalitätsstatistik, die Namibia auf Platz 20 und Deutschland auf Platz 90 rangieren lässt, nicht erlaubt, zu glauben, Namibia wäre gleich sicher.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
2'462 Beiträge · seit 200630. Dez. 2024 · #127
Seyko schrieb:
tacitus schrieb:Und bei der Begründung wird auch kein noch so blödsinniges Klischee ausgelassen, wie z. B.
"…….. Der grosse Vorteil, den ich in Namibia ggü anderen Ländern erkenne, liegt darin, dass der Namibier kein "Krieger" ist. Die Menschen sind grundsätzlich sehr friedliebend……"
Hallo Werner,

dass du den Umstand als blödsinniges Klischee bezeichnest, irritiert mich. Ich meinte das durchaus ernst. Zulu bspw. fackeln nicht lange. Wenn denen etwas nicht passt, brennen Autoreifen und/oder Lastwagen und wenn es schlimmer kommt auch gerne mal ein Pick n Pay. In anderen Landesteilen Südafrikas kommt das auch vor. Ich habe bereits zweimal einen Grenzübergang nicht nutzen können, da auf der südafrikanischen Seite gewaltsame Proteste stattfanden. Das ist keine Handlung, die sich gegen Touristen richtet aber du solltest tunlichst vermeiden da reinzugeraten. Derartige Gewaltausbrüche sind in Namibia nicht existent. Da brennen weder Supermärkte, noch Lastwagen. Es werden auch keine Barrieren gebaut mit brennenden Reifen.

@Sanne
FYI: am Bodensee wird gerade die erste mir bekannte gated Community für Vermögendere errichtet. Mit 24 Stunden Security und hoher Mauer. Das wird ein neuer Trend, könnte ich wetten….
(ist auf der Schweizer Seeseite aber du willst mir ja jetzt sicher nicht erklären, dass die Schweiz gefährlicher lebt als Deutschland?)
Ansonsten ist es nach wie vor wichtig zu überlegen, wo ich mich bewege. Städtereisen sind in Afrika riskanter als 2 Wochen im Busch. Ich glaube nicht, dass jemand sowas ernsthaft anzweifeln würde.

Liebe Grüsse
Guido
Wer hat denn behauptet, dass der Aufenthalt in Städten weniger riskant wäre? Das Beispiel mit dem Bodensee ist natürlich albern, denn nur weil ich mich persönlich einmauere, S-Draht auf meine hohen Mauern packe und mich bewaffne, sagt das nichts über das objektive Risiko aus, tatsächlich gefährdeter als in Namibia zu sein.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
956 Beiträge · seit 200930. Dez. 2024 · #128
Ich verfolge diesen Thread jetzt schon einige Tage und verstehe überhaupt nicht, wie viele Sanne so gar nicht zustimmen. Zu mir: 12 Mal südliches Afrika in 15 Jahren und weder ist mir etwas gestohlen, noch bin ich überfallen oder sonstiges worden. Das bedeutet aber nicht, dass die Länder des südlichen Afrikas nicht deutlich (!) unsicherer wären, als der ganz überwiegende Teil, Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, etc. Die Statistik in Sachen Überfälle und Gewalttaten spricht da einfach eine ganz deutliche Sprache. Und obwohl ich Südafrika von Herzen liebe und sehr gut kenne, bin ich stets wachsam und schärfe das auch jeder und jedem ein, die/der sich von mir bei seinen Reisen nach Südafrika, Namibia und Co beraten lässt. Sei es nun bei Autofahrten oder zu Fuß, an Stränden oder in Städten. Und das hat eben nicht nur mit gesundem Menschenverstand zu tun, sondern auch mit spezifischen Gefahren vor Ort.

Ich bin in Österreich (und auch in sonst keinem der vielen Länder, die ich bereist habe) aufmerksam gemacht worden, bei helllichtem Tag eine bestimmte Straße nicht zu fahren (wobei das Aufmerksammachen von offiziellen Botschaftsseiten bis hin zu lokalen anderen Autofahrern gekommen ist). Mein Auto während der Fahrt unbedingt komplett zu verriegeln. Auf Steine, die von Autobahnbrücken auf Autos geworfen werden, zu achten. Im Zweifel einer Polizeistreife davonzufahren, weil sie nicht echt sein könnte. Erst in Gruppen ab fünf, sechs Personen selbst in belebten touristischen Regionen wandern zu gehen. Taxifahrern massiv zu misstrauen. Beim leisesten Ansatz einer Demonstration sofort das Weite suchen. Usw usf. Das geht schon sehr über die mit "Hausverstand" üblichen Sicherheitsvorkehrungen hinaus. Das sollte aber auch klar sein, wenn man die hohen Mauern, den Stacheldraht, die Elektrozäune, usw sieht.

Also ja, wenn ein Neuling fragt, wann und wo er besonders aufpassen sollte bzw was Sinn macht, dann ist das ernstzunehmen und sehr vernünftig. Und man darf auch warnen, zumal Vorsicht besser als Nachsicht ist.

Ich reise weiterhin ins südliche Afrika, manche Regionen und Zeiten sind weniger gefährlich, als andere, die Entwicklungen sind unterschiedlich. Aber grundsätzlich ist Obacht geboten.

Liebe Grüße,
Tanja (gerade erst von einem Monat Südafrika zurück)
zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2024
128 Beiträge · seit 202430. Dez. 2024 · #129
Das ganze Thema krankt auch daran, dass es weder im Detailgrad noch in der Qualität belastbare und mit deutschen Kriminalitätsstatistiken vergleichbare Daten und Statistiken aus Namibia gibt. Vor 10 Jahren oder so hat Nampol wenigstens noch die jährliche Kriminalitätsstatistik online gestellt. Das ist seit Jahren nicht mehr der Fall. Nampol gibt einmal im Jahr eine Pressekonferenz zur Kriminalität, danach zitieren einige namibische Medien eine Handvoll Daten zur Kriminalität und das war es. Maximale Intransparenz.

In Abwesenheit harter Zahlen und Statistiken werden dann gern frei erfundene Daten von Schrottquellen wie Numbeo angeführt oder man muss sich an indirekte Indikatoren und anekdotische Evidenz halten. Und dann kann jeder in das Thema hineininterpretieren, was ihm beliebt.

Viele Grüße
7'296 Beiträge · seit 200630. Dez. 2024 · #130
Man kann mit dem Thema umgehen, wie man will. Es passiert oder es passiert halt nicht.
Ich bin 2022 mal in Windhoek ausgeraubt worden (tagsüber, mit Körperverletzung, nur 150 m entfernt von der zentralen Polizeistation). Ich bin dort zuvor schon 20 mal auch nachts entlang gelaufen. Es ist halt mal passiert.
Ich bin in anderen afrikanischen Städten auch nachts rumgelaufen und es passierte nichts. Ein anderes Mal passiert halt was. Ist halt so ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
537 Beiträge · seit 202030. Dez. 2024 · #131
ewbabmiz schrieb:Das ganze Thema krankt auch daran, dass es weder im Detailgrad noch in der Qualität belastbare und mit deutschen Kriminalitätsstatistiken vergleichbare Daten und Statistiken aus Namibia gibt. Vor 10 Jahren oder so hat Nampol wenigstens noch die jährliche Kriminalitätsstatistik online gestellt. Das ist seit Jahren nicht mehr der Fall. Nampol gibt einmal im Jahr eine Pressekonferenz zur Kriminalität, danach zitieren einige namibische Medien eine Handvoll Daten zur Kriminalität und das war es. Maximale Intransparenz.

In Abwesenheit harter Zahlen und Statistiken werden dann gern frei erfundene Daten von Schrottquellen wie Numbeo angeführt oder man muss sich an indirekte Indikatoren und anekdotische Evidenz halten. Und dann kann jeder in das Thema hineininterpretieren, was ihm beliebt.

Viele Grüße
Genau das wollte ich auch gerade schreiben. Es gibt ja meines Wissens nicht mal verlässliche Zahlen für die Kriminalität im Tourismusbereich, darum wundert es mich schon, dass Sanne da so selbstverständlich Vergleiche anstellt.
Dabei gibt es in D teilweise große Unterschiede zwischen den Bundesländern - in NRW ist die Rate mehr als doppelt so hoch wie in Bayern, und trotzdem wird niemand sagen „nach NRW ziehe ich nicht, da wird ja jeden Tag einer niedergestochen“ (frei erfunden). Wir haben in Bayern gelebt, und und um Kriminalität keine großen Gedanken gemacht. Ich habe aber trotzdem mein Auto nie unversperrt auf dem Parkplatz stehen lassen - warum so eine Vorsichtsmaßnahme, wenn doch statistisch kaum was passiert? Anders als in 18 Jahren Namibia wurde mir in D in unserer Kleinstadt der Geldbeutel aus dem Einkaufskorb geklaut. Warum? Weil ich so blöd war und ihn aus den Augen ließ. Das ist mir danach nie wieder passiert, weil ich ab da aufpasste.
Vielleicht sind all diese Vorsichtsmaßnahmen derartig in unser Unterbewusstsein aufgenommen worden, dass wir sie nicht mehr als das erkennen was sie sind. Ich würde in jeder deutschen Großstadt meine Tasche ganz nahe am Körper tragen, und mich beim Geldabheben umsehen. Und in Namibia soll das dann nicht mehr gelten?
537 Beiträge · seit 202030. Dez. 2024 · #132
TanjaH schrieb:Ich verfolge diesen Thread jetzt schon einige Tage und verstehe überhaupt nicht, wie viele Sanne so gar nicht zustimmen.
Ich weiß nicht, ob es „viele“ sind. Ich kann ihr aber, wie schon geschrieben, teilweise zustimmen. Und ich bin absolut dafür, dass Touristen sich nicht in einer falschen Sicherheit wähnen, weil hier alle so nett lachen. Ich bin aber dagegen, Leuten eine Sicherheitslage als Fakt darzulegen, die es so nicht gibt.
TanjaH schrieb:
Ich bin in Österreich (und auch in sonst keinem der vielen Länder, die ich bereist habe) aufmerksam gemacht worden, bei helllichtem Tag eine bestimmte Straße nicht zu fahren (wobei das Aufmerksammachen von offiziellen Botschaftsseiten bis hin zu lokalen anderen Autofahrern gekommen ist). Mein Auto während der Fahrt unbedingt komplett zu verriegeln. Auf Steine, die von Autobahnbrücken auf Autos geworfen werden, zu achten. Im Zweifel einer Polizeistreife davonzufahren, weil sie nicht echt sein könnte. Erst in Gruppen ab fünf, sechs Personen selbst in belebten touristischen Regionen wandern zu gehen. Taxifahrern massiv zu misstrauen. Beim leisesten Ansatz einer Demonstration sofort das Weite suchen. Usw usf. Das geht schon sehr über die mit "Hausverstand" üblichen Sicherheitsvorkehrungen hinaus. Das sollte aber auch klar sein, wenn man die hohen Mauern, den Stacheldraht, die Elektrozäune, usw sieht.
Du widersprichst dir selber: Du sagst, das gibt der Hausverstand nicht her, um im nächsten Satz klarzumachen, dass man durch Beobachtung wissen müsste, dass die „normalen“ Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichen.

Ich war noch nie in Südafrika, aber so wie du das beschreibst, habe ich das in Namibia noch nicht erlebt. Mit Ausnahme der Warnung, alle Türen beim Fahren zu verriegeln (was ich die ersten Jahre auch nicht gemacht habe, aber auch nicht finde, dass es die Lebensqualität massiv beeinträchtigt wenn man es tut, vor allem deshalb, weil man sich in Namibia nicht grundsätzlich auf Raub während der Fahrt einstellen muss). Und die Warnung vor Ovambotaxis. Wo es auch nicht grundsätzlich zu Abzocke kommt, vor allem nicht, weil man als Weißer, der in Euros rechnet wohl kaum am Betteltuch nagen wird, wenn der Taxifahrer 60 statt 30NAD verlangt (den Preis macht man übrigens am Anfang aus). Wenn ich sehe, wie die Touristen bei den Parkwächtern und an Tankstellen mit den Scheinen um sich werfen, müssen sie sich nicht wundern, wenn auch ein Taxifahrer versucht, etwas mehr rauszuschlagen. Kriminalität ist das sowieso nicht.
TanjaH schrieb:
Also ja, wenn ein Neuling fragt, wann und wo er besonders aufpassen sollte bzw was Sinn macht, dann ist das ernstzunehmen und sehr vernünftig. Und man darf auch warnen, zumal Vorsicht besser als Nachsicht ist.
Warnen ja, Angst machen nein.
128 Beiträge · seit 202430. Dez. 2024 · #133
makis schrieb:Genau das wollte ich auch gerade schreiben. Es gibt ja meines Wissens nicht mal verlässliche Zahlen für die Kriminalität im Tourismusbereich, darum wundert es mich schon, dass Sanne da so selbstverständlich Vergleiche anstellt.
Wie Sanne halte ich die Kriminalität in Namibia für deutlich höher als in Deutschland. Aber präzise Vergleichszahlen gibt es eben nicht. Man muss versuchen, mit Behelfsindikatoren ein Bild zu zeichnen. Z.B. die Anzahl von Berichten von Vorfällen in der AZ, hier im Forum und anderen Quellen ins Verhältnis zur Zahl der Touristen setzen.

Wenn von 100.000 Touristen aus Deutschland pro Jahr in Namibia 1% von Diebstahl/Raub betroffen ist, dann war die überwältigende Mehrheit, nämlich 99 von 100 Touristen, nicht von Kriminalität betroffen. Diese große Mehrheit berichtet dann anschließend tendenziell auch "Habe mich immer sicher gefühlt" oder "Ist nicht schlimmer als in Deutschland". Das kann man auch hier im Forum beobachten. Und selbst wenn man Namibia 20 mal bereist hat, läge die Wahrscheinlichkeit (in diesem Beispiel) nur bei 1:5, dass es einen mal getroffen hat. Gleichzeitig kann 1% aller Touristen eben ein drastisch höherer Wert als in Deutschland sein.

Viele Grüße
537 Beiträge · seit 202030. Dez. 2024 · #134
ewbabmiz schrieb:
Wie Sanne halte ich die Kriminalität in Namibia für deutlich höher als in Deutschland.
Ich auch - aber das ist eben auch nur angenommen. Auch wenn man davon ausgeht dass es so ist, wird der größte Teil Touristen gar nicht betreffen. Da geht es um Raub, Diebstahl, Körperverletzung im Bandenmilieu und in Shebeens, zwischen Einheimischen. Ein Teil richtet sich gegen die „reicheren“ Stadtviertel, ein Teil sind Autoeinbrüche, die auch häufig Einheimische betreffen. Wie gesagt, es gibt keine Zahlen zur Unterscheidung, darum halte ich Panikmache für unangebracht.
ewbabmiz schrieb: Aber präzise Vergleichszahlen gibt es eben nicht. Man muss versuchen, mit Behelfsindikatoren ein Bild zu zeichnen. Z.B. die Anzahl von Berichten von Vorfällen in der AZ, hier im Forum und anderen Quellen ins Verhältnis zur Zahl der Touristen setzen.
Richtig - deshalb hatte ich von meinen Erfahrungen berichtet 😉
571 Beiträge · seit 200630. Dez. 2024 · #135
GinaChris schrieb:Namibian Police Force (NAMPOL)
4 Std.
URGENT REQUEST FOR PUBLIC ASSISTANCE|| Last night, 22 May 2024, at about 23h30 at Acacia Park in Otjiwarongo Town, a group of six tourists (four females and two males) from Austria and Germany respectively were attacked and robbed off their valuables by unknown men.
It is alleged that whilst the victims were sleeping in their vehicle-roof tents, one of the car alarms went off, as such they came down to inspect however, came upon two men who smashed one of the windows and were busy looting the valuables. A scuffle erupted between the tourists and the suspects which ended in two of the tourists seriously injured. The suspects fled with €2 000-00, N$20 000-00, six cellphones, a tab and a passport.
The matter was only reported to the Namibian Police Force today morning. An investigation and a manhunt in respect of the suspects was launched.
Owing to this, the Namibian Police Force in Otjiwarongo is seeking for public assistance to locate the suspects who are believed to be residents of Otjiwarongo. Anyone with information about the incident or have seen someone exchanging Euros locally should immediately contact Deputy Commissioner Nawa on 081 722 1064
Thank you for your assistance!

Gruß Gina
Lese gerade erstmals diesen Thread von Beginn an. Eigentlich wollte ich zu den "ethnischen Abschweifungen" von Guido was schreiben, aber tacitus hat ja zum einen schon recht ausreichend geantwortet. Höchstens, man wollte noch die der "ethnischen Psyche bedingten" Gewaltexzesse u.a. von nationalsozialistischen, vietnamesischen, serbischen, .... "Kriegern" ins Feld führen (bzw. natürlich die in den jeweiligen Ländern verübten kriminellen Handlungen der Gegenwart. Oder die zahlreichen, der vollkommen verfehlten Migrationspolitik geschuldeten Gewaltakte der fremdländischen Krieger im einst so friedvollen Germanien.

Jetzt möchte ich aber lieber, kurz vorm Silvesterurlaub, den zitierten Beitrag nochmal hervorholen. Ein Polizeibericht, der von Gina unkommentiert hier eingestellt wurde.
Am Überfall selbst zweifle ich nicht, der mag stattgefunden haben. Der Rest der Schilderung erscheint mir allerdings mehr als zweifelhaft. Einbruch in eines der beiden Autos: daraus gestohlen: 6 ! cellphone, 1 Tablet, ein Pass, 20.000 Namdollar!, 2.000 Euro!!!!!Insofern: nicht jede Meldung gibt Tatsachen wieder (nicht nur in Namibia/Afrika).
beste Grüße und einen sicheren, unbeschwerten Jahreswechsel, gleich an welchem Punkt der Welt! 🙂

steinbeisser (der auch schon in Frankreich und Italien Opfer wurde, vermutlich beide Male durch junkies)
145 Beiträge · seit 201731. Dez. 2024 · #136
Was kommt dir daran komisch vor? Die Beute passt doch zu 6 Touris.
2'462 Beiträge · seit 200631. Dez. 2024 · #137
makis schrieb:
ewbabmiz schrieb:Das ganze Thema krankt auch daran, dass es weder im Detailgrad noch in der Qualität belastbare und mit deutschen Kriminalitätsstatistiken vergleichbare Daten und Statistiken aus Namibia gibt. Vor 10 Jahren oder so hat Nampol wenigstens noch die jährliche Kriminalitätsstatistik online gestellt. Das ist seit Jahren nicht mehr der Fall. Nampol gibt einmal im Jahr eine Pressekonferenz zur Kriminalität, danach zitieren einige namibische Medien eine Handvoll Daten zur Kriminalität und das war es. Maximale Intransparenz.

In Abwesenheit harter Zahlen und Statistiken werden dann gern frei erfundene Daten von Schrottquellen wie Numbeo angeführt oder man muss sich an indirekte Indikatoren und anekdotische Evidenz halten. Und dann kann jeder in das Thema hineininterpretieren, was ihm beliebt.

Viele Grüße
Genau das wollte ich auch gerade schreiben. Es gibt ja meines Wissens nicht mal verlässliche Zahlen für die Kriminalität im Tourismusbereich, darum wundert es mich schon, dass Sanne da so selbstverständlich Vergleiche anstellt.
Dabei gibt es in D teilweise große Unterschiede zwischen den Bundesländern - in NRW ist die Rate mehr als doppelt so hoch wie in Bayern, und trotzdem wird niemand sagen „nach NRW ziehe ich nicht, da wird ja jeden Tag einer niedergestochen“ (frei erfunden). Wir haben in Bayern gelebt, und und um Kriminalität keine großen Gedanken gemacht. Ich habe aber trotzdem mein Auto nie unversperrt auf dem Parkplatz stehen lassen - warum so eine Vorsichtsmaßnahme, wenn doch statistisch kaum was passiert? Anders als in 18 Jahren Namibia wurde mir in D in unserer Kleinstadt der Geldbeutel aus dem Einkaufskorb geklaut. Warum? Weil ich so blöd war und ihn aus den Augen ließ. Das ist mir danach nie wieder passiert, weil ich ab da aufpasste.
Vielleicht sind all diese Vorsichtsmaßnahmen derartig in unser Unterbewusstsein aufgenommen worden, dass wir sie nicht mehr als das erkennen was sie sind. Ich würde in jeder deutschen Großstadt meine Tasche ganz nahe am Körper tragen, und mich beim Geldabheben umsehen. Und in Namibia soll das dann nicht mehr gelten?
Der Vergleich mit Menschen, die in NRW eher niedergestochen werden, hinkt gewaltig. Wie Du richtig schreibst, geht es um Kriminalität gegen Touristen.

Ich habe mir die Mühe gemacht, Kriminalreports zu suchen, die beschreiben, dass Touristen auf dem platten Land Opfer von Überfällen wurden, ggf. sogar mit tödlichem Ausgang. Ich konnte keinen finden. In 20 Jahren, die ich im Forum aktiv bin, kann ich leider nicht bestätigen, dass es hier nicht Berichte der AZ, hitradio und Co. über ähnliche Vorfälle in Namibia gab.

Persönliche Erfahrungen sind doch nicht belastbar. Ich war vermutlich rund 40 Mal im südlichen Afrika und wurde nur einmal mit dem Messer bedroht, meine "Quote" ist also eher gut. Andere waren zweimal unterwegs und nichts passierte, die haben dann eine Quote von 100%. 😉

Erstbesuchern hier im Thread - Dich meine ich nicht - zu erzählen, es wäre in Namibia vergleichbar mit Deutschland, halte ich weiterhin für fahrlässig. Ich verstehe die Intention auch nicht. Man kann diese Länder auch lieben und genießen, wenn einem bewusst ist, dass manche Vorsicht angebracht ist.

Mancher faselt hier vom Slum Berlin. Derjenige vergisst vermutlich, dass Berlin eine Millionenmetropole ist und damit überhaupt nicht vergleichbar mit kleineren Städten wie Swakop oder Windhoek. Dafür müsste man dann ähnlich große/kleine Städte in Deutschland heranziehen und in denen gibt es nun einmal keine nennenswert vergleichbare Kriminalität gegenüber Touristen.

VG
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
1'127 Beiträge · seit 202201. Jan. 2025 · #138
Das hier ist alles nicht neu aber immer interessant 😁 . Es wird mE nie Konsens geben, weil Erfahrungen, Naturelle und Interessenlagen der Proponenten eben sehr divers sind. So hat zwar jeder für „sein“ (Meinungs-)Szenario irgendwie recht, es lässt sich aber nicht verallgemeinern aber trotzdem versucht. Oft werden mE Äpfel mit Birnen verglichen, wie z. B. generelle Risiken und situative.

Die Kriminalitätsstatistiken sind die in Zahlen gegossenen Lebensumstände der Bevölkerung(smehrheit). Die Reisewelt der PS.18:50 meisten (also nicht aller) Touristen, hat damit praktisch nichts zu tun, mit Ersteren kommen sie fast nie in Berührung. Foren sind voll mit Empfehlungen, wo und wie man diesen ausweichen kann/sollte (was ich, n.b., jetzt nicht kritisiert habe). Nationale Kriminalitätsstatistiken sind zwar eindeutig zu Ungunsten der afrikanischen Gastländer, sie sind aber für das Risikoprofil von Touristen nicht aussagekräftig.

Gemeint ist: A z. B. ist im Vergleich zu NAM oder RSA (statistisch!) signifikant „sicherer“. Wenn man aber in einer größeren Provinzstadt frühmorgens alleine von der Disko heimgeht, hat man durchaus ein erhöhtes Risiko einem minderjährigen Junkie mit Geld, Handy und allem Veräußerbaren die Ration für den nächsten Tag zu verschaffen. Und das würde es nicht ein Mal in die Lokalpresse schaffen.

Aber eigentlich möchte ich auf etwas anderes hinweisen, dass nämlich bei all diesen Diskussionen ein paar mE wichtige objektive wie individuell subjektive Faktoren überhaupt nicht erwähnt wurden.

Es macht mE einen Riesenunterschied ob der Reisende und, selten aber doch, von Diebstahl oder Raub, Betroffene ….

…. Nicht nur viel Reiseerfahrung hat, sondern auch ein gut gefülltes Konto, KKen mit hohem Verfügungsrahmen, gute Versicherungen für alle möglichen Schadensereignisse …..

…. Oder das in allen Punkten gegenteilige Reisendenprofil hat, in welchem Fall die Risikopotenziale weniger entspannt gesehen werden.

…. Oder ob man daheim oder auf Urlaub im Heimatland oder in Spanien oder in einem afrikanischen Land abgeräumt oder dabei sogar verletzt wird.

Wenn es dann passiert ist, ist der Umgang damit letztlich nicht nur eine Frage der Umstände, Erfahrung und Ressourcen (siehe oben) sondern auch des Naturells. Manche haken das ab, auch als Erfahrung, und finden rasch wieder (auch stimmungsmäßig) in den Reise- und Urlaubsmodus zurück, andere reagieren so (wahre Geschichte):

Ein Mineraliensammler wurde auf einer dafür organisierten und geführten Reise im vermeintlich geschützten Ambiente einer Ausstellung mit Kauf und Tausch um seinen Reiserucksack erleichtert: Alles weg, inkl. Mineralien. Alle, von Reiseleitung bis Behörden und Konsulat haben sich überschlagen, die Fortsetzung der Reise zu ermöglichen. Er ist trotzdem sofort abgereist, die Luft und Lust war raus…. Schxxx auf so ein Land.

Und weil die Menschen halt so unterschiedlich sind, werden dieser xxxten Auflage der Debatte noch weitere folgen.
zuletzt bearbeitet 01. Jan. 2025
84 Beiträge · seit 201501. Jan. 2025 · #139
Du hast vermutlich recht, tacitus, dass diese Diskussion kein Ende finden wird oder wenn dann nur temporär.
Das ist insofern bedauerlich, als es eine objektiv richtige Antwort auf die Frage "wo ist es sicherer" gibt. Meinung sollte keine Rolle spielen.
Und wenn es einen Weg gibt, sich dieser korrekten Antwort anzunähern, dann ist es der von Sanne und nicht der über private Anekdoten. Der allgemeine Umgang mit und das das Wissen um Statistik ist leider nicht besonders ausgeprägt. Das haben wir bei corona gesehen und wir sehen es in politischen Debatten und wir sehen es auch hier.

Deshalb: die Kritik von makis und ewbabmiz an der Qualität der Datenlage ist viel viel viel valider als der Verweis auf die eigene Erfahrung, selbst wenn diese sehr groß ist. In dem Sinne, danke für eure Einwürfe diesbezüglich 😊
1'014 Beiträge · seit 201602. Jan. 2025 · #140
Ich persönlich finde Kriminalstatistiken wernig aufschlussreich, wenn ich meine perönliche Gefährdung als Tourist einschätzen will. Es spielen viele Faktoren ene Rolle, die anhand einer reinen Statistik schwer zu beurteilen sind. z.B. bei einer hohen Zahl von Gewaltdelikten: Welche Straftaten werden unter diesen Begriff gefaßt, Raub neben Fällen häuslicher Gewalt und anderen Taten wie Schlägereien, die vornehmlich die einheimische Bevölkerung betreffen (Raub könnte mich betreffen, häusliche Gewalt nicht, Schlägereien vermeide ich). Bei Sexualstrafteten: Ist Gewalt in der Ehe strafbar und werden solche Fälle regelmäßig zur Anzeige gebracht und fließen in die Statistik ein, welche Delikte fallen konkret unter den Begriff? Bei Diebstahl: Viel Taschendiebstahl und andere Zugriffe bei günstiger Gelegenheit (die mich betreffen können) oder Einbrüche (Wohnhäuser betreffen mich nicht, Fahrzeuge und Unterkünfte schon)

Yanjep
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